Ob an Samenständern oder in Kochrezepten: Immer häufiger taucht der Begriff „Asia-Salat“ auf. Dahinter verbergen sich verschiedene Blattgemüsearten, die hauptsächlich aus Japan und China stammen. Sie werden entweder roh, gekocht oder kurz gedünstet verzehrt.
Je nach Art sind ihre Blätter unterschiedlich geformt. Durch die enthaltenen Senföle schmecken sie angenehm würzig. Der Anbau der asiatischen Spezialitäten ist unkompliziert. Ein wenig irreführend ist die Bezeichnung als Salat aber schon. Denn als Verwandte von Radieschen und Rucola haben sie mit unseren Kopfsalaten nur wenig gemeinsam.
Asiasalate sät man im Freiland von April bis Ende Mai aus und dann wieder ab Ende Juli/Anfang August, wenn die größte Hitze vorbei ist. Mit den Anbauterminen kann man ruhig ein wenig experimentieren. Maiaussaaten wachsen aufgrund der angenehmeren Luft- und Bodentemperaturen besonders schnell. Spätaussaaten legen nicht ganz diese Sprinterqualitäten an den Tag, bieten dafür aber bis in den späten Herbst hinein leckeres Blattgemüse. Von Sommeraussaaten ist erfahrungsgemäß abzuraten. Sie gehen aufgrund der höheren Temperaturen sehr schnell in die Blüte. Roh schmecken die Blätter im jungen Stadium am besten. Als Salatzugabe erntet man sie wie Rucola, wenn sie etwa handhoch gewachsen sind. Für Gemüse dürfen sie länger ausreifen. Mit zunehmendem Alter der Pflanze nimmt die Schärfe zu. In gedünstetem Zustand verliert sich das pikante Aroma jedoch. Tipp: Frühbeet oder Gewächshaus verlängern bei Aussaat von September bis Mitte Oktober den Anbauzeitraum bis in die Wintermonate hinein.
Laufen die Keimlinge zu dicht auf, sollten sie ausgedünnt werden. Bei ausreichend weitem Pflanzenabstand entwickeln sich schöne Blattrosetten. Tipp: Wer Asiasalat zum ersten Mal anbaut, verwendet besser das neben dem normalen Saatgut angebotene Saatband (zum Beispiel Wokgemüse-Asiasalat von Quedlinburger, Red & Green von Sperli oder Asia-Salate von Kiepenkerl). Die letztgenannte Mischung bietet den Vorteil, dass die drei enthaltenen Sorten ‚Mizuna‘, ‚Komatsuna Green Boy‘ und ‚Mustard Red Giant‘ in separaten Saatbändern enthalten sind. Das erleichtert Pflege und Ernte des Gemüses. Gleichzeitig lernt man das Erscheinungsbild und das Wuchsverhalten der jeweiligen Art besser kennen. Von der Aussaat bis zur Keimung sollte auf gleichmäßige Feuchtigkeit geachtet werden. Im zeitigen Frühjahr und Herbst sorgt ein aufgelegtes Vlies für höhere Bodentemperaturen und damit eine zügigere Entwicklung der Blätter.
Asiasalate zeichnen sich durch ein schnelles Wachstum aus. Je nach Aussaattermin, Art und Witterung steht eine erste Ernte drei bis sechs Wochen nach der Aussaat an. Der beste Erntetermin ist erreicht, wenn die Pflanzen etwa 15 bis 20 cm Höhe erreicht haben. Wie bei Pflücksalat erntet man entweder die komplette Pflanze oder pflückt nur die äußeren Blätter, sodass aus dem Herz innerhalb weniger Tage Nachschub heranwächst. Auf diese Weise lässt sich sowohl der Erntezeitraum verlängern wie auch die Erntemenge erhöhen. Nach mehrmaligem Pflücken gehen die Pflanzen in die Blüte. Sie bilden dann keine neuen Blätter mehr und die bereits vorhandenen Blätter verändern sich im Geschmack bis hin zur Ungenießbarkeit. Der Bestand kann daher gerodet werden und macht die Fläche frei für eine Nachkultur. Die Ernte lässt sich mit der Aussaat in Sätzen von dreiwöchigem Abstand verlängern.
Asia-Salate zählen zu den Blatt- oder Senfkohlarten. Wenn der Boden optimal mit Nährstoffen grundversorgt ist, entfällt ein Nachdüngen während der Kultur. Vorteilhaft ist die geringe Kälteanfälligkeit, sodass erste Nachtfröste im Herbst oder Spätfröste im Frühjahr keinen Schaden verursachen. Probleme mit Krankheiten treten wegen der kurzen Kulturdauer nicht auf. Ärger bereiten hin und wieder Erdflöhe, ähnlich wie bei Rucola und Radieschen. Die jungen Blätter schmecken gut mit Kopf-, Eis- oder Romanasalat gemischt. Junge Blätter von ‚Mizuna‘ kann man auch mal anstelle von Rucola im Tomatensalat ausprobieren. In etwas Butter gedünstet, lässt sich das Gemüse wie Spinat oder Stielmus verwenden.
Empfehlenswerte einzeln erhältliche Arten (Auswahl):
,Mizuna‘: grüne, stark gefiederte Blätter, sehr kältetolerant, mehrmaliger Schnitt möglich, mildwürziger Geschmack
,Red Giant‘: rotlaubig, sehr kältetolerant, roh scharfwürziger Geschmack, der sich erhitzt verliert
,Misome‘: grüne, sehr fleischige Blätter, sehr kältetolerant, erinnert geschmacklich an Kresse, auch als Mini-Pak-Choi angeboten
,Komatsuna Green Boy‘: grüne, feste Blätter, kräftiger Kohlgeschmack, sehr kältetolerant
,Green in Snow‘: grüne, gezähnte Blätter, scharfer, senfähnlicher Geschmack. Anbau im Spätsommer für die Herbst- und Winterernte
Empfehlenswerte Mischungen als Saatband (Auswahl):
Wokgemüse-Asiasalat von Quedlinburger
Red & Green von Sperli
Asia-Salate von Kiepenkerl



