StartNachrichtenPferd & ReiterDeutsche Meisterschaften im Vierkampf in Elmshorn

Deutsche Meisterschaften im Vierkampf in Elmshorn

Die Premiere ist gelungen
Von Lena Höfer
Den ersten Deutschen Meistertitel im Vierkampf holte sich das Team aus Sachsen vor Westfalen und dem Rheinland. 

Zum ersten Mal wurden die Deutschen Meisterschaften (DM) im Vierkampf ausgetragen – auf der Anlage des Holsteiner Verbandes in Elmshorn. Der ehemalige Bundesvergleichswettkampf wurde mit dem neuen Titel deutlich aufgewertet. Gewinnen konnte die Mannschaft aus Sachsen – eine weitere Premiere. Beim gleichzeitig ausgetragenen Bundesnachwuchsvierkampf verteidigten die Westfalen ihren Titel.

Schon nach dem Laufen und Schwimmen dominierte das sächsische Quartett die DM im Vierkampf. Nur nach der Dressur musste es kurzfristig dem bayerischen Team den Vortritt lassen, das nach dem Erfolg im Bundesvierkampf des vergangenen Jahres quasi als Vorjahressieger antrat. Im Springen bewiesen die Sachsen dann noch einmal ihr Können und eroberten sich die Spitzenposition.

„Alle vier hatten im Springen Noten zwischen 7,2 und 7,9 und waren fehlerfrei. Aber entscheidend ist: Die Athletik muss in Ordnung sein. Und da waren wir ja schon gut“, sagte Mannschaftsführer Manfred Kröber. Auch Dörte Kühl, Landesjugendwartin und Organisatorin der Veranstaltung, freute sich über das gute Abschneiden der Sachsen: „Das haben sie verdient. Eine sehr sympathische Mannschaft“, resümierte sie, um dann noch hinzuzufügen: „Beim Springen haben die Holsteiner Pferde natürlich auch zum guten Abschneiden beigetragen.“

Unter anderem mussten die Vierkämpfer einen Lauf über 3.000 m absolvieren. Foto: Photo Rocket

Für die Sachsen ist der Sieg gleich eine doppelte Premiere, denn es ist nicht nur der erste Meistertitel, sondern auch das erste Mal, dass ein Team des Freistaats im Vierkampf den Sieg davonträgt. Mit ihrer Leistung knüpfen die vier Allrounder an die Erfolge der sächsischen Teams an, die im vergangenen Jahr sowohl die Goldene Schärpe der Ponyreiter als auch das Bundesnachwuchschampionat Vielseitigkeit Pferde gewinnen konnten. Den Grund für diese Erfolge in seinem Landesverband sieht Manfred Kröber darin, „dass wir uns intensiv um die Kleinen kümmern. Die Großen können das auch allein“.

In kompletter Neubesetzung gingen die Westfalen bei den ersten Deutschen Meisterschaften im Vierkampf an den Start. Beginnend mit Platz vier nach Laufen und Schwimmen rückten sie dank guter Ergebnisse in den Reitdisziplinen bis auf den Silberrang vor. Auf den dritten Platz kamen die Rheinländer. Schleswig-Holstein war als Gastgeber mit zwei Mannschaften am Start und kam mit Team I auf den etwas undankbaren vierten Platz.

Die Schleswig-Holsteiner verpassten mit Rang vier nur knapp einen Platz auf dem Treppchen. Foto: Photo Rocket

Erfreulich waren der Preis für das am besten herausgebrachte Team für Schleswig-Holstein II und das zweitbeste Einzelergebnis für Lientje Waidlein vom Reitverein Rossee-Eckernförde. Zu ihrem Ergebnis hatte maßgeblich ihr Sieg im Springen beigetragen. So sah es auch bei Henrike Beckmann aus Friedrichskoog, Kreis Dithmarschen, aus: Die 13-jährige Reiterin glänzte in Elmshorn vor allem in der Holsteiner Paradedisziplin Springen. An ihre Wertnote von 8,8 kam im Bundesnachwuchsvierkampf kein anderes Paar heran. Zusammen mit ihren anderen Leistungen kam sie auf den zweiten Platz in der Einzelwertung. Doch die Einzelleistungen wurden nicht extra gewertet, daher gab es für die Reiter aus dem Norden keinen Platz auf dem Treppchen.

Dennoch wäre die ganze Veranstaltung ohne die Schleswig-Holsteiner nicht möglich gewesen. „Sowohl die Teilnehmer als auch deren Eltern waren immer sofort dabei, wenn es etwas zu helfen gab“, freut sich Dörte Kühl. „Die Holsteiner Truppe hat einen sehr großen Teil dazu beigetragen, dass die Veranstaltung so ein Erfolg war. Und natürlich waren unsere Jugendsprecher Jeppe Behr und Pia Harder sowie die Unterstützung durch unsere Familien eine große Hilfe.“

Am Länderabend war die Stimmung so gut, dass sogar ein Feueralarm überhört wurde.  Foto: Photo Rocket 

Ebenfalls sehr gut sei die Zusammenarbeit mit dem Verband und den Pächtern vor Ort gelaufen. Lediglich die Westfalen, die ohne zu misten abgefahren seien, hätten den Ablauf etwas erschwert. Außerdem gab es zwei unfreiwillige Feuerwehreinsätze. Einmal hatte die Nebelmaschine beim Länderabend den Alarm ausgelöst und einmal die Fritteuse für die Pommes. „Den Alarm am Abend haben wir gar nicht gehört, die Stimmung war so gut“, erzählt Dörte Kühl lachend.

Begeistert war auch Tim Streichert von der Bundesjugendleitung der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN), der sich bei den Landesjugendwarten Dörte Kühl und Cedric Hinrichs bedankte, die nicht nur den Vierkampf maßgeblich organisiert, sondern auch die vier Teams des Landesverbandes betreut hatten. „Diese Veranstaltung ist ganz wichtig für den Basis- und Breitensport, weil sie Jugendlichen ermöglicht, auch mit ‚normalen‘ Pferden an Deutschen Meisterschaften teilzunehmen. Gleichzeitig wird die Sportlichkeit der jungen Reiterinnen und Reiter gefördert. Der größte Teil unseres Nachwuchses reitet auf E-, A- und L-Niveau, sie bilden das Fundament unseres Sports“, sagte Tim Streichert. „Insofern ist es wunderbar, dass die Wertigkeit dieser Veranstaltung nun auch am Titel sichtbar wird und der Vierkampf anderen Deutschen Meisterschaften gleichgestellt wird.“ lh

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