Die geschickte Kombination geeigneter Bäume und Sträucher bietet Bienen und anderen Insekten fast ganzjährig einen reich gedeckten Tisch. Blühende Gehölze für Frühling und Sommer zu finden, fällt nicht schwer. Doch Richtung Herbst und Winter dünnt sich das Angebot merklich aus. Die herbstliche Pflanzzeit lädt dazu ein, sich das eine oder andere Exemplar in den Garten zu holen.
Beginnen wir unseren Streifzug durch insektenfreundliche Gehölze mit den Herbstblühern. Im September und Oktober locken die gelb-grünen Blüten des Efeus (Hedera helix) unzählige Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Insekten an. Erst ab einem Alter von etwa sieben Jahren bildet Efeu nektarreiche Blüten aus. Wer jetzt an sonnigen Tagen in die Nähe älterer Sträucher geht, nimmt ein wuseliges Gebrumm wahr. Die immergrüne Kletterpflanze klimmt mithilfe von Haftwurzeln selbst an glatten Betonwänden bis in eine Höhe von 20 m. Im Alter bildet Efeu dickere und aufrecht wachsende, nicht mehr kletternde Triebe. Diese Form ist unter der Bezeichnung ‚Arborescens‘ oder als Strauch-Efeu im Handel zu bekommen. Die dekorative Pflanze beeindruckt mit ihrem buschig-aufrechten Wuchs. Mit einer maximalen Höhe von etwa 2 m passt diese Efeu-Variante gut als Begleiter zu immergrünen Nadelgehölzen, Rhododendron oder Bambus. Aber auch als Solitär verfehlt Strauch-Efeu nicht seine Wirkung. Efeu bevorzugt einen Platz in halbschattiger bis schattiger Lage und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden.
Die Besenheide (Calluna vulgaris) zählt ebenfalls zu den wertvollen Spätblühern. Der heimische Zwergstrauch bringt mit seinen Blüten Farbe in den Herbst. Die wichtige Bienenweide wird gern zur Gewinnung von Heidehonig verwendet. Die sonnenliebenden Sträucher gedeihen in sandig-humosem, sehr durchlässigem und nicht zu feuchtem Boden am besten. Wichtig ist ein pH-Wert im sauren Bereich von unter 6,5. Rhododendron-Erde erfüllt diese Bedingung. Besonders hübsch wirkt Besenheide in kleinen Gruppen. Als Pflanzpartner bieten sich Zwergformen von Fichte, Kiefer und Ginster an. Hübsch wirken die Blüten auch neben den glänzend grünen Blättern der Preiselbeere. Im Frühjahr schneidet man die alten Blütentriebe kräftig zurück. Dies verhindert ein Verkahlen von unten her. Dennoch empfiehlt sich ein vorsichtiger Umgang mit der Schere. Nach einem Schnitt bis ins alte Holz treibt Heide nur schlecht wieder aus. Tipp: Für die temporäre Bepflanzung von Kästen und Kübeln ist handelsübliche Blumenerde ausreichend.
Die Hauptblüte des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs (Heptacodium miconioides) zeigt sich von August bis Ende Oktober. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden vom Duft der Blüten und von ihrem Nektargehalt angelockt. Die sich daraus entwickelnden, bei Vollreife leuchtend roten Früchte reifen hierzulande allerdings nur in einem milden, sonnigen Herbst aus. Der anspruchslose Strauch mit seinen dekorativen Blättern macht sich gut als Solitär, er passt aber auch in gemischte Hecken. Man pflanzt dieses Gehölz an einen warmen, sonnenreichen Platz in durchlässigem und nährstoffreichem Boden.
Auch die Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus x ebbingei) ist wegen der späten Blüte ab Oktober als Bienennährgehölz interessant. Wie alle Varianten der Ölweide braucht sie einen geschützten, warmen Standort in sonniger bis halbschattiger Lage. Am schönsten kommt die Wintergrüne Ölweide in Einzelstellung zur Geltung. Zudem findet sie Verwendung als Formschnittgehölz.
Kommen wir nun zu empfehlenswerten winterblühenden Gehölzen. Ganz oben auf der Liste steht der Duft-Schneeball (Viburnum farreri). Seine ersten Blütenbüschel zeigen sich im Oktober. An geschützten Standorten und in milden Wintern öffnen sich immer wieder einzelne Blütenstände, bis im März die eigentliche üppige Hauptblüte noch vor dem Blattaustrieb beginnt. Deren intensiver Duft ist schon aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmbar. Wichtig ist ein sonniger, geschützter Standort mit frischem bis mäßig feuchtem und humus- sowie nährstoffreichem Boden. Schneebälle sind etwas trockenheitsempfindlich. Aufgrund der attraktiven Blüte sieht der Duftschneeball in Einzelstellung gut aus. Gern pflanzt man ihn in Blütenhecken oder gemeinsam mit herbstfärbenden Sträuchern wie Japanischem Ahorn (Acer palmatum), Pfaffenhütchen (Euonymus) oder Hartriegel (Cornus).
Der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) verdient als winterblühende Begrünung für Wände und Zäune einen Platz in jedem Garten. An den langen, überhängenden Trieben mit tiefgrünem Blattwerk öffnen sich die leuchtend gelben Blüten von Dezember bis März. Bei starkem Frost können die Blüten trotz aller Kälteunempfindlichkeit Schaden nehmen. Ein geschützter, sonniger bis leicht schattiger Standort mit normalem, kalkhaltigem und nährstoffreichem Gartenboden ist optimal. Tipp: Wenn bei älteren Pflanzen die Blüte nachlässt, nimmt man gleich nach der Blüte einen Rückschnitt vor. Selbst kräftige Schnitte bis ins alte Holz werden gut vertragen.
Nicht unerwähnt bleiben darf die Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii). Die intensiv duftenden, cremeweißen Blüten erscheinen von Dezember bis April. In milden Wintern verbleibt das Laub noch lange am Strauch, sodass sich hübsche Kontraste zwischen Blatt und Blüte ergeben, wenn die Witterung mitspielt. Im Alter nimmt die Winter-Heckenkirsche etwa 2 m in der Höhe und 3 m in der Breite ein.




