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Gehölze mit Herbst- und Winterblüte

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Die geschickte Kombination geeigneter Bäume und Sträucher bietet Bienen und anderen Insekten fast ganzjährig einen ­reich gedeckten Tisch. Blühende ­Gehölze für Frühling und Sommer zu finden, fällt nicht schwer. Doch Richtung Herbst und ­Winter dünnt sich das ­Angebot merklich aus. Die herbstliche ­Pflanzzeit lädt dazu ein, sich das eine oder andere Exemplar in den Garten zu holen.

Frühestens nach sieben Jahren zeigt Efeu erste Blütenstände. Foto: Karin Stern

Beginnen wir unseren Streifzug durch insektenfreundliche Gehölze mit den Herbstblühern. Im September und Oktober locken die gelb-grünen Blüten des Efeus (Hedera helix) unzählige Honigbienen, Hummeln, Schwebfliegen und andere Insekten an. Erst ab einem Alter von etwa sieben Jahren bildet Efeu nektarreiche Blüten aus. Wer jetzt an sonnigen Tagen in die Nähe älterer Sträucher geht, nimmt ein wuseliges Gebrumm wahr. Die immergrüne Kletterpflanze klimmt mithilfe von Haftwurzeln selbst an glatten Betonwänden bis in eine Höhe von 20 m. Im Alter bildet Efeu dickere und aufrecht wachsende, nicht mehr kletternde Triebe. Diese Form ist unter der Bezeichnung ‚Arborescens‘ oder als Strauch-Efeu im Handel zu bekommen. Die dekorative Pflanze beeindruckt mit ihrem buschig-aufrechten Wuchs. Mit einer maximalen Höhe von etwa 2 m passt diese Efeu-Variante gut als Begleiter zu immergrünen Nadelgehölzen, Rhododendron oder Bambus. Aber auch als Solitär verfehlt Strauch-Efeu nicht seine Wirkung. Efeu bevorzugt einen Platz in halbschattiger bis schattiger Lage und stellt keine besonderen Ansprüche an den Boden.

Besenheide (Calluna vulgaris) bevorzugt sonnige Plätze, verträgt aber auch Halbschatten. Foto: Karin Stern

Die Besenheide (Calluna vulgaris) zählt ebenfalls zu den wertvollen Spätblühern. Der heimische Zwergstrauch bringt mit seinen Blüten Farbe in den Herbst. Die wichtige Bienenweide wird gern zur Gewinnung von Heidehonig verwendet. Die sonnenliebenden Sträucher gedeihen in sandig-humosem, sehr durchlässigem und nicht zu feuchtem Boden am besten. Wichtig ist ein pH-Wert im sauren Bereich von unter 6,5. Rhododendron-Erde erfüllt diese Bedingung. Besonders hübsch wirkt Besenheide in kleinen Gruppen. Als Pflanzpartner bieten sich Zwergformen von Fichte, Kiefer und Ginster an. Hübsch wirken die Blüten auch neben den glänzend grünen Blättern der Preiselbeere. Im Frühjahr schneidet man die alten Blütentriebe kräftig zurück. Dies verhindert ein Verkahlen von unten her. Dennoch empfiehlt sich ein vorsichtiger Umgang mit der Schere. Nach einem Schnitt bis ins alte Holz treibt Heide nur schlecht wieder aus. Tipp: Für die temporäre Bepflanzung von Kästen und Kübeln ist handelsübliche Blumenerde ausreichend.

Die Hauptblüte des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs (Heptacodium miconioides) zeigt sich von August bis Ende Oktober. Bienen, Hummeln und Schmetterlinge werden vom Duft der Blüten und von ihrem Nektargehalt angelockt. Die sich daraus entwickelnden, bei Vollreife leuchtend roten Früchte reifen hierzulande allerdings nur in einem milden, sonnigen Herbst aus. Der anspruchslose Strauch mit seinen dekorativen Blättern macht sich gut als Solitär, er passt aber auch in gemischte Hecken. Man pflanzt dieses Gehölz an einen warmen, sonnenreichen Platz in durchlässigem und nährstoffreichem Boden.

Die cremeweißen Blütenstände des Sieben-Söhne-des-Himmels-Strauchs stehen meist zu siebt zusammen in breiten, rispenartigen Blütenständen.  Foto: Karin Stern

Auch die Wintergrüne Ölweide (Elaeagnus x ebbingei) ist wegen der späten Blüte ab Oktober als Bienennährgehölz interessant. Wie alle Varianten der Ölweide braucht sie einen geschützten, warmen Standort in sonniger bis halbschattiger Lage. Am schönsten kommt die Wintergrüne Ölweide in Einzelstellung zur Geltung. Zudem findet sie Verwendung als Formschnittgehölz.

Die Wintergrüne Ölweide lässt sich schön als spalierartiger Sichtschutz erziehen. Foto: Karin Stern

Kommen wir nun zu empfehlenswerten winterblühenden Gehölzen. Ganz oben auf der Liste steht der Duft-Schneeball (Viburnum farreri). Seine ersten Blütenbüschel zeigen sich im Oktober. An geschützten Standorten und in milden Wintern öffnen sich immer wieder einzelne Blütenstände, bis im März die eigentliche üppige Hauptblüte noch vor dem Blattaustrieb beginnt. Deren intensiver Duft ist schon aus mehreren Metern Entfernung wahrnehmbar. Wichtig ist ein sonniger, geschützter Standort mit frischem bis mäßig feuchtem und humus- sowie nährstoffreichem Boden. Schneebälle sind etwas trockenheitsempfindlich. Aufgrund der attraktiven Blüte sieht der Duftschneeball in Einzelstellung gut aus. Gern pflanzt man ihn in Blütenhecken oder gemeinsam mit herbstfärbenden Sträuchern wie Japanischem Ahorn (Acer palmatum), Pfaffenhütchen (Euonymus) oder Hartriegel (Cornus).

Der immergrüne Lorbeer-Schneeball ‚Spirit‘ blüht von November bis April. Foto: Karin Stern

Der Winterjasmin (Jasminum nudiflorum) verdient als winterblühende Begrünung für Wände und Zäune einen Platz in jedem Garten. An den langen, überhängenden Trieben mit tiefgrünem Blattwerk öffnen sich die leuchtend gelben Blüten von Dezember bis März. Bei starkem Frost können die Blüten trotz aller Kälteunempfindlichkeit Schaden nehmen. Ein geschützter, sonniger bis leicht schattiger Standort mit normalem, kalkhaltigem und nährstoffreichem Gartenboden ist optimal. Tipp: Wenn bei älteren Pflanzen die Blüte nachlässt, nimmt man gleich nach der Blüte einen Rückschnitt vor. Selbst kräftige Schnitte bis ins alte Holz werden gut vertragen.

Die primelgelben Blüten des Winterjasmins erscheinen bei milder Witterung bereits ab Dezember. Foto: Karin Stern

Nicht unerwähnt bleiben darf die Winter-Heckenkirsche (Lonicera x purpusii). Die intensiv duftenden, cremeweißen Blüten erscheinen von Dezember bis April. In milden Wintern verbleibt das Laub noch lange am Strauch, sodass sich hübsche Kontraste zwischen Blatt und Blüte ergeben, wenn die Witterung mitspielt. Im Alter nimmt die Winter-Heckenkirsche etwa 2 m in der Höhe und 3 m in der Breite ein. 

West-Nil-Virus breitet sich aus

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In Schleswig-Holstein wurde Anfang Oktober erstmals eine Infektion mit dem West-Nil-Virus (WNV) amtlich festgestellt. Aufgrund neurologischer Symptome und Fieber bei einem Pferd im Kreis Herzogtum Lauenburg wurde eine Laboruntersuchung eingeleitet. Eine Bestätigung des Nationalen Referenzlabors am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) liegt vor.

Bei der Infektion von Vögeln oder Pferden mit dem West-Nil-Virus handelt es sich um eine anzeigepflichtige Tierseuche. Die Infektion wird durch einheimische Stechmücken übertragen, die sich an Wildvögeln infizieren. Vögel sind dabei die Hauptwirte. In selteneren Fällen kann darüber hinaus auch eine Infektion von Pferden und Menschen erfolgen, wenn die Stechmücken zuvor von infizierten Wildvögeln Blut aufgenommen haben. Es handelt sich in diesen Fällen um Einzelerkrankungen. Mensch und Pferd sind dabei sogenannte Fehlwirte, da sich das Virus in ihnen nicht effektiv genug vermehrt, um eine Ansteckungsquelle für Stechmücken darzustellen.

Bei Pferden verlaufen viele Infektionen mit WNV symptomlos. Bei einzelnen Tieren können neurologische Symptome wie Lähmungen, Schwäche und Muskelzittern auftreten. Ein Teil der Infektionen kann tödlich verlaufen.

Gemäß den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission Veterinärmedizin (StIKo Vet) am Friedrich-Loeffler-Institut sollten Pferde in den bereits betroffenen Gebieten und Pferde, die in betroffene Gebiete verbracht werden, vorab geimpft werden. Der Schutz vor Mückenstichen sollte intensiviert werden. In Tränken sollte das Wasser täglich gewechselt werden, um gegebenenfalls eine Vermehrung infizierter Stechmücken zu vermeiden.

Das West-Nil-Virus hat sich seit dem ersten Fall im Jahr 2018 vor allem in den östlichen Bundesländern etabliert. Dort gibt es inzwischen eine Überwinterung des Virus in Stechmücken. Laut FLI gab es 2022 bundesweit 17 registrierte Fälle bei Pferden und 54 Infektionsnachweise bei Vögeln. Die Mehrzahl erfolgte in den Bundesländern Berlin, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen. Daneben gab es einen Nachweis bei einem Pferd in Mecklenburg-Vorpommern. Erstmals wurde eine Infektion auch bei einem Pferd sowie bei zwei Wildvögeln in Hamburg nachgewiesen.

In Rheinland-Pfalz als weiterem erstmals betroffenem Bundesland erfolgte 2023 der erste Nachweis des WNV bei einer Schneeeule. In dem seit mehreren Jahren im Landeslabor Schleswig-Holstein etablierten Monitoringprogramm an Wildvögeln ist bisher kein Nachweis von WNV erfolgt.

Der Klimawandel mit steigenden Temperaturen verlängert die Mückensaison und verbessert die Fähigkeit von Mücken, WNV zu vermehren. Da das Virus durch Mücken übertragen wird, steht der Schutz vor diesen Insekten im Vordergrund. So kann beispielsweise durch das Abdecken offener Wasserbehälter wie Regentonnen die Vermehrung von Mücken generell reduziert werden. pm

Weitere Informationen

Informationen des FLI

Informationen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

Mittel nach wenigen Tagen erschöpft

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Die Förderung der Kastration freilebender Katzen durch das Landwirtschaftsministerium (MLLEV) wurde kurzfristig eingestellt. Es wurden so viele Katzen zur Kastration gebracht, dass die Mittel wenige Tage nach Beginn der Aktion ausgeschöpft waren. Das Ministerium begrüßt es, dass die Herbst-Kastrationsaktion von freilebenden Katzen so gut angenommen wird. Das schnelle Ausschöpfen der vorhandenen Mittel zeige, wie herausfordernd die Situation ist.

Die geäußerte Sorge, dass Tierarztpraxen nun auf ihren Kosten sitzen bleiben könnten, sei unbegründet, erklärt das MLLEV. Die Aktion sei frühzeitig gestoppt worden, damit alle Rechnungen für erfolgte Behandlungen beglichen werden können. In diesem Jahr standen bisher vom Land 110.000 € für die Katzenkastrationsaktion zur Verfügung. Das MLLEV stellt nun weitere 25.000 € bereit, um ein kurzfristiges Fortführen des Projektes zu ermöglichen.

Bellende Herdenschutzhunde dürfen nachts nicht nach draußen

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Zu laut bellende Herdenschutzhunde dürfen nachts nicht im Freien eingesetzt werden. Das Oberverwaltungsgericht Nordrhein-Westfalens in Münster (OVG) gab per Beschluss bekannt, dass bei „unzumutbarem“ nächtlichen Gebell Herdenschutzhunde im Einzelfall und während der Nacht- und Mittagsruhe nicht draußen bleiben dürfen.

Das Gericht wies damit die Beschwerde einer Landwirtin gegen einen Eilbeschluss des Verwaltungsgerichts Kölns zurück. Nachbarn hatten sich über das „häufige und andauernde“ Gebell der Tiere beschwert. Die Anordnung, die Tiere zwischen 22 Uhr und 6 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 13 Uhr bis 15 Uhr in einem geschlossenen Raum unterzubringen, wurde nun vom OVG bestätigt. Der Beschluss ist unanfechtbar.

Das Gericht begründete, der Herdenschutz genieße auch in einem Wolfsgebiet keinen absoluten Vorrang vor den Interessen der Nachbarn, nicht in unzumutbarer Weise durch Lärm belästigt zu werden. Auch überwiege das betriebliche Interesse der Landwirtin nicht vor den Wünschen der Nachbarn nach ungestörter Bettruhe.

Bleibt abzuwarten, ob sich auch die Wölfe an die Nachtruhe halten.

Bachforellen sollen wieder heimisch werden

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In früheren Zeiten tummelten sich viele Bachforellen in der Tensfelder Au im Kreis Segeberg, einem Zufluss in den Plöner See. Heute sucht man den scheuen und flinken Fisch vergebens in diesem Fließgewässer in der Gemeinde Damsdorf. Das soll sich ändern. Die zu den lachsartigen Salmoniden zählende Bachforelle soll hier wieder heimisch werden.

Dieses Ziel hat sich Betreuer Dirk Henschel aus Stocksee auf seine Fahne geschrieben. Der 65-jährige Naturschützer, gebürtiger Damsdorfer, kann sich noch gut an den Fischreichtum in der Tensfelder Au aus seinen Kindheitstagen erinnern, ebenfalls an die historischen Laichgründe in der Au. Für das Vorhaben „Förderung der Bachforelle“ hat sich Henschel den Gewässerpflegeverband Tensfelder Au-Schmalensee, die Kreiswasserbehörde Segeberg und die Gemeinde Damsdorf sowie den Biologen Martin Purps vom Fischereimanagement des Landes mit ins Boot geholt.

Empfindlich reagiert die Bachforelle auf Verunreinigungen im Gewässer. Nitrateinträge aus der Umwelt sorgen für weniger Sauerstoff, Schlammeinträge sind besonders für die Forelleneier eine große Gefahr. Verschließt der Schlamm Lücken im Kiesbett, sterben die Eier dort ab. Auch das Aufheizen von Flüssen durch den Klimawandel ist ein Problem: Je wärmer das Wasser, desto weniger Sauerstoff befindet sich darin.

Mit aktivem Gewässerschutz wollen die Initiatoren einer Verarmung der biologischen Artenvielfalt im Lebensraum der Tensfelder Au begegnen. In diesem Sinne sind auch Hegemaßnahmen angelaufen. So hat die Firma Draeger aus Kükels mit einem Bagger rund 70 t Kiesel an verschiedenen Stellen der Au eingebracht. „Damit sollen die Laichbeeten von Bachforellen vor allem im Bereich von Gefällstufen mit erhöhter Fließgeschwindigkeit erneuert werden, um die natürliche Reproduktion zu fördern“, erläutert Henschel. Der Kies wurde von den Heidelberger Kieswerken in Damsdorf gespendet, den Transport hat die Firma Ohrtmann gestellt. Fachlich begleitet wurde die Aktion von dem Biologen Martin Purps.

Die Bachforelle suche im Winter vom Plöner See aus die historischen Laichgründe in der Tensfelder Au auf. In den vergangenen Jahren habe er immer wieder mal Laichablagen in der Au beobachten und dokumentieren können. Der erhoffte Erfolg, ausgewachsene Bachforellen zu entdecken, habe sich leider noch nicht eingestellt. Von den neuerlichen Biotopmaßnahmen und der Verbesserung der Umweltbedingungen verspricht sich Henschel mehr Erfolg. „Vielleicht kann ich hier in einigen Jahren wieder Bachforellen beobachten – und später, wenn es der Bestand zulässt, auch mal Petri Heil haben.“

Damsdorfs Bürgermeister Gert Jürgens steht hinter den Hegemaßnahmen. Die Tensfelder Au sei auch für die Landwirte als Anlieger von großer Bedeutung. Der Gewässerpflegeverband sorge dafür, dass die angrenzenden Wiesen nicht zu feucht werden. Derzeit entfernt die Firma Draeger mit einem Mähkorb Krautbewuchs aus der Au, damit sich nicht das Wasser staut und Wiesen überflutet. Ein guter Abfluss des Gewässers sei auch im Sinne der Wasserbewohner, insbesondere der Bachforelle, weiß Henschel. Wichtig sei außerdem die Pflege des Uferbewuchses mit Erlen, die den nötigen kühlen Schatten für das Fließgewässer spenden. 

Wilde Inseln Färöer

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Auch in diesem Jahr veranstaltete der KLFV Nordfriesland in Kooperation mit dem Kulturknotenpunkt Nordwest in der Nordseeakademie Leck für Frauen aus den Ortsvereinen einen Kunsttag. Thema waren die Färöer, eine autonome Inselgruppe im Nordatlantik, die zur dänischen Krone gehört. bestehend aus 18 vulkanischen Felseninseln.

Schwerpunkt des Kunsttages waren die 54.000 Bewohner der Inseln, deren Lebensstil, ihre Lebensgrundlagen – 70.000 Schafe, die in freier Wildbahn leben, der Walfang –, sowie Zivilisation und Infrastruktur im Einklang mit dem ungeschützten Kreislauf der unbarmherzigen Naturgewalten des Golfstroms und der existenziell bedrohenden Stürme.

Die Ölmalerei von Amariel Norðoy zeigt auf abstrakte Art den Hafen von Torshavn.

Passend zu diesen Vorgaben las die Autorin und Journalistin Anja Mazuhn aus ihrem Buch „Meine wilden Inseln“. Eindrucksvoll und mitreißend schildert sie ihr Leben unter den Inselbewohnern, welche die Fremde aus Deutschland, ohne der einheimischen Sprache mächtig, nach einer langen Beobachtungsphase in ihre Herzen geschlossen haben. Die ehemalige Klatschreporterin in High Heels steht jetzt in Gummistiefeln auf einem Archipel und schert Schafe per Hand. Sie spricht von ihrer zweiten Heimat und trifft faszinierende Menschen, die zu neuen Freunden werden, und erlebt färöische Gelassenheit.

Erst im 20. Jahrhundert entwickelte sich die bildende Kunst der Färöer – kunstgeschichtlich vergleichsweise jung, dennoch ist die Qualität bemerkenswert hoch.

Durch die Ausstellung führte Lisbeth Bredholt Christensen.  

Dazu passend bot sich der zweite Teil des Kunsttages im Center for Nordisk Kunst auf dem Mikkelberg in Hattstedt an – früher eine Mühlenruine, die 1967 von Henry und Stine Buhl mit der Vision erworben wurde, eine Einrichtung der dänischen Minderheit und Raum für dänische Kunst zu etablieren. Seit 1970 finden dort regelmäßig entsprechende Ausstellungen statt. Aktuell konnten sich die Teilnehmerinnen von den eindrucksvollen Arbeiten der Färöer Künstler Heinesen, Jakupsson, Patturson, Nordoy, Grube, Olsen, Mortensen und Iversen in der Ausstellung: „Die Färöer – ein nordisches Drama“ überzeugen.

Grundsteinlegung für Politikbeteiligung der Jugend

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Beim Arbeitskreis „Jugend macht Politik“ (AK JumPo) treffen sich Landjugendliche aus ganz Deutschland und arbeiten zu aktuellen jugendpolitischen Themen. Das jüngste Treffen fand Mitte September statt. Aus Schleswig-Holstein waren Svenja Carstensen, Lisa Tödter und Lena Sophie Hagge dabei.

Beim ersten Workshop am Freitag sprachen wir über unsere persönlichen Stärken, Schwächen, Ziele und Anker. Eine Diskussionsrunde zum Thema „das Einbringen Jugendlicher im Allgemeinen“ bildete den Tagesabschluss. Hierbei stießen wir auf viele unterschiedliche Ansichten und Einflüsse, die wir sicherlich noch viele weitere Stunden hätten diskutieren können.

Am Sonnabendmorgen starteten wir mit den am vorigen Abend gesammelten Eindrücken in den Tag, um die bereits besprochenen Themen weiter aufzugreifen und im Brainstorming Ideen zu sammeln, um Jugendliche im politischen Alltag mehr einzubringen.

Danach stiegen wir mit Methoden wie der „Spitze des Eisbergs“ tiefer in das Thema ein und gingen Schwierigkeiten auf den Grund. Aus diesen Ansätzen wurden Visionen und Lösungsstrategien erarbeitet. Aktuelle Themen der Landesverbände sind: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Nachwuchs gewinnen, Engagement fördern und den Austausch unter den Verbänden zu stärken.

Eine Umsetzung der Jugendbeteiligung in der Politik erfolgt schon seit vielen Jahren mit starker Unterstützung vom Bund der Deutschen Landjugend (BDL) durch die Erarbeitung von Positionspapieren. An dem Wochenende in Mannheim ging es in das letzte Überarbeiten des Positionspapiers Jugendarmut. Dazu hate der Arbeitskreis im Frühjahr die Grundsteine gelegt, der BDL dann die Ideen und Stichpunkte ausgearbeitet und mit Studien unterlegt. Im letzten Zuge wurden einzelne Sätze und Zusammenhänge kritisch hinterfragt. Dieses Positionspapier wird bald veröffentlicht und schafft allen Landjugendlichen eine Grundlage, in die Jugendbeteiligung an der Politik einzusteigen. Der BDL wird diese Positionierung in der Politik nutzen, um sich für uns und viele Menschen einzusetzen.

Mit stolzem Gefühl, mitgewirkt zu haben und sich beteiligen zu können und somit einen Grundstein für andere gelegt zu haben, reisten wir zurück nach Schleswig-Holstein. 

Bundesrat will ertragreiche Flächen besser schützen

Mehr Schutz für landwirtschaftliche Flächen beim Ausbau der ­Solarenergie fordert der Bundesrat. Seiner Vorstellung nach sollen die Länder landwirtschaftliche Flächen mit besonders hoher Ertragskraft auch künftig von der Errichtung von Photovoltaik (PV)-Freiflächenanlagen ausschließen können.

In seiner Stellungnahme zum Solarpaket der Bundesregierung spricht sich der Bundesrat dafür aus, dass diese Möglichkeit fortgeschrieben wird. Im Sinne der Nachhaltigkeit müsse der PV-Ausbau mit den Belangen der Landwirtschaft und der Erzeugung von Lebensmitteln in Einklang gebracht werden, betont die Länderkammer in ihrem Beschluss von Ende September. Der vorgelegte Gesetzentwurf mit Regelungen zur Steigerung des Ausbaus photovoltaischer Erzeugung ermächtigt die Länder bereits, Flächen in Landschaftsschutzgebieten oder Naturparks von Geboten auszuschließen. Dem Bundesrat zufolge sollten jedoch die Belange der Landwirtschaft und die Erzeugung von Lebensmitteln mindestens den gleichen Rang haben wie der Landschaftsschutz.

Keine Zustimmung fand die Ausschussempfehlung, eine höhere Entschädigung der Grundeigentümer bei der Verlegung von Leitungen für den Anschluss an das Stromnetz zu erreichen. Der Agrarausschuss der Länderkammer hält die vorgesehene einmalige Entschädigung in Höhe von 5 % des Verkehrswertes der in Anspruch genommenen Schutzstreifenfläche für unangemessen. Diese Entschädigung spiegele keineswegs den Wertverlust der Landwirte aufgrund dieser grundbuchähnlichen Belastung wider. Dem Ausschuss zufolge sollte der Bundesrat die Regierung auffordern, im Benehmen mit den Akteuren „einen neuen und akzeptablen Wert“ festzulegen. Keinen Niederschlag fand auch die grundsätzliche Kritik, die in den Reihen der Landwirtschaft an den geplanten Duldungspflichten für Grundeigentümer und Bewirtschafter bei der Verlegung von Stromleitungen im Zusammenhang mit PV-Anlagen auf ihren Grundstücken laut geworden ist.

Deutlich erhöht werden sollten dem Bundesrat zufolge die Höchstwerte bei Ausschreibungen zur Errichtung von Biogasanlagen. Die bislang im EEG geplante Anhebung in den Jahren 2024 und 2025 um 0,5 ct/kWh für Biomasseanlagen sei zu niedrig, meint die Länderkammer und plädiert für eine Anhebung auf 2,0 ct/kWh. Nur so könne erreicht werden, dass das Ausschreibungsvolumen auch ausgeschöpft werde. Gefordert hat der Bundesrat außerdem, Vorschriften, die für Biogasanlagen in der TA Luft bestehen, in die im Rahmen des Solarpakets geplante Novelle des EEG aufzunehmen. Dies könne dazu beitragen, dass nach dem Auslaufen der 20-jährigen EEG-Förderung für zahlreiche Biogasanlagen ein wirtschaftlicher Weiterbetrieb mit zehnjähriger Anschlussförderung als Bestandsanlagen im EEG ohne zusätzliche Investitionen möglich sei, heißt es zur Begründung.

Konkret bezieht sich die Regelung in der TA Luft auf mehrstufige Biogasanlagen, die Substratmischungen aus Gülle und weiteren Substraten, zum Beispiel Nachwachsenden Rohstoffen, einsetzen. Die durchschnittliche hydraulische Verweilzeit im technisch dichten System muss demnach insgesamt mindestens 50 Tage betragen. Hinzu kommen jeweils zwei Tage pro Masseprozentpunkt der weiteren Rohstoffe am Substrateinsatz, bis zur maximalen Verweildauer von 150 Tagen. Die Aufnahme von biogasspezifischen Regelungen in die TA Luft sei dem Bundesrat zufolge „ein wichtiger und richtiger Schritt hin zu mehr Klarheit bei den genehmigungsrechtlichen Anforderungen von Biogasanlagen“.

Das bunte Finale

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Die meisten Laubbäume in unseren Breiten werfen ihre Blätter im Spätherbst ab, überdauern den Winter kahl und treiben erst im Frühjahr wieder neu aus. Sie schützen sich so vor Frostschäden, aber auch vor übermäßiger Verdunstung im Winter, wenn der Boden gefroren und Wassernachschub nur schwer möglich ist. Vorteilhafter Nebeneffekt des jährlichen Großputzes: Viele Schadorganismen an den Blättern werden beim Verrottungsprozess durch Bodenorganismen abgebaut und umgewandelt.

Gesteuert wird der Prozess der Blattablösung durch Pflanzenhormone. Zunächst werden die in den Blättern enthaltenen Stoffe wie Phosphor, Eisen und Stickstoff in den Stamm verlagert und dort über Winter gespeichert, um beim Laubaustrieb im Frühjahr wieder zur Verfügung zu stehen. Anschließend bildet sich am Blattansatz ein Trenngewebe, das die Wasserabgabe unterbricht und zugleich das Eindringen von Schaderregern verhindert. Zuletzt fällt das Blatt schon bei leichter Windbewegung vom Baum. Die zurückbleibenden Blattnarben weisen bei jeder Baum- und Strauchart eine andere, typische Form auf und dienen im Winter als botanisches Unterscheidungsmerkmal. Bei manchen Baumarten bildet sich am Blattstiel kein Trenngewebe als „Sollbruchstelle“, sondern nur die Leitungsbahnen werden mit einem Zellgewebe verschlossen. Deshalb hängt bei Buchen und Eichen das braun gewordene Laub oft noch monatelang an den Zweigen und fällt zuweilen erst dann ab, wenn im Frühjahr die neuen Knospen austreiben.

Tageslänge und Temperatur steuern Farbe und Abwurf

Die herbstliche Laubfärbung beruht vor allem auf dem Rückzug des Chlorophylls. Wie die anderen Inhaltsstoffe wird auch der grüne Farbstoff, der Grundlage für die Photosynthese und damit für den Stoffwechsel und das Wachstum aller grünen Pflanzen ist, im Herbst abgebaut und im Stamm, in den Zweigen und in der Wurzel zwischengespeichert.

Indian Summer braucht sonniges Herbstwetter und kalte Nächte. Foto: Anke Brosius

Nach Abbau des Chlorophylls werden weitere im Blatt enthaltene Farbstoffe sichtbar, die im Sommer vom Grün überdeckt waren, insbesondere der gelbe Farbstoff Xanthophyll und Karotinoide, die Gelb, Orange und Rot hervorbringen. Rot bis Blauviolett färbende Anthocyane werden hingegen oft erst in der Phase des Chlorophyllabbaus neu gebildet.

Laubfärbung und -abwurf werden vor allem durch Tageslänge und Temperatur gesteuert, aber auch die Bodenbeschaffenheit kann eine Rolle spielen: Beim Kuchenbaum Cercidiphyllum japonicum etwa ist die gelb-rote Laubfärbung auf sauren Böden deutlich ausgeprägter als auf kalkhaltigen.

Sonniges Herbstwetter und kalte Nächte fördern eine kräftige Ausfärbung. In Jahren mit regenreichem Wetter oder Dauernebel ist die Blattfärbung vergleichsweise wenig ausgeprägt. Die prachtvolle Herbstfärbung nordamerikanischer Laubwälder (Indian Summer) im Zusammenhang mit dem dort typischen sonnigen und kalten Herbstwetter brachte amerikanische Forscher zu der Vermutung, dass die Aufgabe der erst kurz vor der Laubfärbung an der Blattoberfläche produzierten Anthocyane darin liege, das Blatt nach Auflösung des Chlorophylls vor zu starker Sonneneinstrahlung und Kälte zu schützen.

Meister der Farben: Ahorn und Zaubernussgewächse

Auch für Kübel geeignet: der rotlaubige Schlitzahorn ‚Jerre Schwartz‘ Foto: Anke Brosius

So kommen aus Nordamerika viele Bäume mit besonders ausdrucksvoller Herbstfärbung, wie der sich gelb verfärbende Silberahorn, Acer saccharinum, und der gelb-orangerot leuchtende Zuckerahorn, Acer saccharum.

Die glänzenden Blätter des Feuerahorns, Acer ginnala, leuchten im Herbst in kräftigem Rot. Der etwa 5 bis 7 m hoch und breit werdende Baum oder Großstrauch ist anpassungsfähig an Boden und Klima und verträgt auch Trockenheit. Hingegen eignet sich Acer rufinerve, der Rostbartahorn, dessen Herbstlaub gelb-rot leuchtet, nur für ausreichend feuchte und nicht zu heiße Standorte. Für ihn darf es auch halbschattig sein, etwa in einem geschützten Innenhof.

Verbreitet sind die vielen Formen des japanischen Fächerahorns, Acer palmatum. Während die Blätter der Art sommergrün sind und sich erst im Herbst orange bis rot färben, zeigt die Sorte ‚Atropurpureum‘ schon im Sommer eine mattrote Färbung, aus der im Herbst ein leuchtendes, reines Rot wird. Die feinen, schmal eingeschnittenen Blätter des Schlitzahorns, A. palmatum ‚Dissectum‘, leuchten im Herbst gelb bis ­orange.

Neben den Ahornarten prunken vor allem Zaubernussgewächse (Hamamelidaceae) mit leuchtenden Herbstfarben. Je nach Sorte fällt die Herbstfärbung der Japanischen Zaubernuss (Hamamelis japonica beziehungsweise intermedia) reingelb, orange, rot oder auch mehrfarbig aus. Die Scheinhaseln Corylopsis pauciflora und C. spicata zeigen ein gelbes beziehungsweise gelborangefarbenes Herbstkleid.

Das Herbstkleid der Zaubernuss leuchtet zauberhaft schön: Hamamelis intermedia. Foto: Anke Brosius

Die Federbuschsträucher Fothergilla gardenii und F. major werden nur knapp 1 m beziehungsweise gut 2 m hoch, fallen aber vor allem an sonnigen Standorten durch ihre ausgeprägte gelbe bis scharlachrote Herbstfärbung auf. Zu den Hamamelisgewächsen gehört auch der Eisenholzbaum, Parrotia persica, dessen Blätter je nach Standort gelb oder orange bis purpurrot leuchten.

Herbstfärbung beim Großen Federbuschstrauch Foto: Anke Brosius

Herbstbunte Gehölze für kleinere Gärten

Beim Amberbaum zeigen sich je nach Besonnung oft verschiedene Herbstfarben gleichzeitig. Foto: Anke Brosius

Eine auffällig schöne Herbstfärbung weist auch der Amberbaum, Liquidambar styraciflua, auf, der mit 8 bis 10 m Höhe gut in größere Vorgärten passt. Ein besonderer Tipp für warme, windgeschützte Standorte ist die Kräuselmyrte (Lagerstroemia indica), die bereits im Spätsommer bis Frühherbst mit kräftig rosaroter Blüte auffällt. Wenig später färben sich die Blätter je nach Sonneneinstrahlung gelb bis rot.

Der aus dem Mittelmeerraum stammende Perückenstrauch, Cotinus coggygria, bevorzugt sonnige, warme Lagen und kommt auch mit ausgeprägter Trockenheit zurecht. Seine Herbstfärbung ist am besten mit dem Wort „golden“ beschrieben. Es gibt auch eine rotlaubige Form, die sich im Herbst orange- bis scharlachrot färbt.

Unter den einheimischen Sträuchern ist die Felsenbirne, Amelanchier ovalis, hervorzuheben, deren Blätter sich orange bis kupferrot färben, sowie das Pfaffenhütchen, Euonymus europaeus, mit leuchtend roter Herbstfärbung. Die Blätter des Roten Hartriegels, Cornus sanguineum, färben sich zumindest in sonnigen Jahren in einem schönen Dunkelrot.

Die Kräuselmyrte ist ein Geheimtipp für geschützte Lagen. Foto: Anke Brosius

Ausgeprägter noch ist die scharlachrote Herbstfärbung des Amerikanischen Blumen-Hartriegels Cornus florida und des Japanischen Blumen-Hartriegels Cornus kousa.

Cornus kousa var. chinensis Foto: Anke Brosius

Violette Herbstfärbung ist selten, aber es gibt sie. Beim Japanischen Liebesperlenstrauch, Callicarpa japonica, färben sich im Herbst nicht nur die Beeren violett, sondern auch die Blätter weisen einen deutlich violetten Einschlag auf. Auch die Blätter der Purpur-Schönfrucht, Callicarpa dichotoma, sind je nach Standort und Wetter mehr oder weniger stark violett gefärbt.

Violette Herbstfärbung: Callicarpa dichotoma Foto: Anke Brosius

Farbkontraste schaffen

Die schönste Wirkung erzielen buntlaubige Gehölze einzeln oder in kleinen Gruppen sich ergänzender Farbtöne. Kontraste zu grünlaubigen Nachbarpflanzen, zum Beispiel einer Eibenhecke oder Efeubewuchs im Hintergrund, lassen sich nutzen, um den Farbeindruck zu verstärken. Unter den Kletterpflanzen fällt vor allem der Wilde Wein mit leuchtenden Herbstfarben auf: sowohl der dreilappige Parthenocissus tri­cuspidata als auch der fünfingrige P. quinquefolia. Bei der Begrünung von Mauern und Zäunen sollte man darauf achten, dass auch das Herbstlaub mit der Farbe der Wand harmoniert.

Reizvoller Farbkontrast: Wilder Wein mit Efeu Foto: Anke Brosius


Zwischen Leistungspotenzial und Ressourceneinsatz

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Auf der Suche nach der optimalen Schnittstelle zwischen Leistungspotenzial und ­Ressourceneinsatz in der Legehennenhaltung konnte nun in einem Versuch am Versuchs- und Bildungszentrum Landwirtschaft Haus Düsse (VBZL) der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen gezeigt werden: Eine N- und P-reduzierte Fütterung von Legehennen kann durchaus empfohlen werden.

Eine Reduktion der Stickstoff (N)- und Phosphor (P)-Emissionen bringt viele Vorteile mit sich. Neben den bekannten Folgen für die Umwelt wirkt sich die Reduktion auch vorteilhaft auf die Tiergesundheit aus, denn eine Aufnahme von überschüssigem Stickstoff führt beispielsweise zu einer vermehrten N-Ausscheidung in Form von energiereicher Harnsäure – ein Energieverlust über die Exkremente.

Dieser Vorgang belastet den Stoffwechsel der Tiere unnötigerweise und erhöht gleichzeitig ihren Energiebedarf bei gleichbleibender Leistung. Gerade Legehennen kommt eine Entlastung des Stoffwechsels entgegen. Allerdings spielt eine ausreichende Versorgung mit Nährstoffen eine zentrale Rolle, um die Leistung und Gesundheit der Tiere zu erhalten. Aminosäuren (AS) beeinflussen etwa die Eigröße, Kalzium und Phosphor sind wichtig für die Eischalenstabilität und Knochengesundheit. Vor allem im Hinblick auf eine längere Nutzungsdauer der Tiere, die aufgrund der gestiegenen Junghennenpreise vermehrt in den Fokus rückt, wird eine N- und P-reduzierte Fütterung oft mit Skepsis betrachtet.

Bereits in den Jahren 2020/2021 wurde ein Versuch zur N- und P-reduzierten Fütterung bei Legehennen am Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse durchgeführt. Hintergrund des Versuchs war es herauszufinden, ob eine Absenkung von N und P im Futter unter die Werte der DLG für eine N- und P-reduzierte Fütterung möglich ist, ohne die Leistung negativ zu beeinflussen. Durch die Absenkung der N- und P-Gehalte im Futter sollten sich die N- und P-Ausscheidungen über die Exkremente reduzieren.

Die N- und P-reduzierte Fütterung nach DLG wurde dabei als Kontrollgruppe angenommen, da mit diesen Nährstoffgehalten eine stabile Leistung erzielt werden kann und unterschiedliche wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass ein Reduktionspotenzial der N- und P-Gehalte vorhanden ist. Es galt also in dem Versuch herauszufinden, ob und inwieweit Absenkungen möglich sind und welche Legehennenrationen in der Praxis umgesetzt werden können.

Die Tiere der Kontrollgruppe, Variante (V) 1, erhielten somit N- und P-reduziertes Futter nach DLG. V2 wurde weiter N-und P-reduziert gefüttert, und V3 erhielt nochmals umfangreicher N- und P-reduziertes Futter. Alle Fütterungsvarianten wurden an Weiß- und an Braunlegern geprüft. Die Ergebnisse zeigen, dass es keinen Einfluss der Nährstoffreduktion in Bezug auf die Genetik zu geben scheint. Die umfangreichste Absenkung der N- und P-Konzentration (V1 versus V3) hatte trotz eines Ausgleichs an Aminosäuren (Lys, Met+Cys, Thr, Trp) eine signifikante Reduktion der Eizahl, Eimasse, des Eigewichts und der Legeleistung je Durchschnittshenne zur Folge.

Auch in Bezug auf die Verteilung der Eigewichtsklassen konnte kein Unterschied zwischen den Futtervarianten festgestellt werden, lediglich in Bezug auf die Genetik. Die Dekalb White legten mehr Eier in den geringeren Gewichtsklassen. Foto: Kathrin Thieman

Noch mehr Optimierung möglich?

Nachdem der Vorversuch gezeigt hatte, dass ein gewisses Reduktionspotenzial gegenüber den von der DLG beschriebenen Verfahren möglich ist, folgte ein weiterer Versuch, um die Ergebnisse abzusichern und zu untersuchen, inwieweit eine weitere Optimierung hinsichtlich N und P gegenüber den DLG-Werten möglich sei. Aufgrund des Leistungsabfalls in V3 wurde diese im gegenwärtigen Versuch nicht noch einmal angewendet.

Am VBZL Haus Düsse stand zur Durchführung des Versuchs eine Kleingruppenanlage mit insgesamt 28 Wiederholungen zur Verfügung. Eingestallt wurden Legehennen der Genetiken Lohmann Brown (LB) und Dekalb White (DW), die jeweils zwei verschiedenen Futterstrategien zugeteilt wurden. Je Genetik und Fütterungsvariante gab es sieben Wiederholungen mit jeweils 36 Tieren. Eine Übersicht über die Konzentration ausgewählter Nährstoffe der zwei Fütterungsvarianten ist der Tabelle 1 zu entnehmen.

Die Reduktion der N- und P-Konzentration des Futters wurde im letzten Legeabschnitt vorgenommen. Hier wurde die Rohproteinkonzentration (N x 6,25) um zirka einen Prozentpunkt, die Phosphorkonzentration um zirka 0,5 Prozentpunkte abgesenkt. Um dies zu erreichen, wurde der Anteil von Weizen an der Ration zulasten von Soja- und Rapsextraktionsschrot erhöht. Alle Rationen enthielten Weizen, Gerste, Mais sowie Sonnenblumen- und Rapsextraktionsschrot in verschiedenen Mengenanteilen.

Variante 1

DW mit N- und P-reduziertem Futter nach DLG-Standard

LB mit N- und P-reduziertem Futter nach DLG-Standard

Variante 2

DW mit N- und P-reduziertem Futter unter DLG-Standard

LB mit N- und P-reduziertem Futter unter DLG-Standard

Das waren die Leistungsparameter

Während des Durchgangs wurden die Parameter der Legeleistung, die Verluste, die Kenngrößen der Eiqualität und die Eigewichtsverteilung erfasst. Tabelle 2 zeigt die durchschnittlichen Leistungsparameter über die 13 erhobenen Legeabschnitte. Die dargestellten Werte beziehen sich dabei auf den Parameter „je Durchschnittshenne“ (DH, Anzahl der durchschnittlich eingestallten Tiere, korrigiert um Verluste).

Die Ergebnisse zeigen, dass es keine signifikanten Unterschiede in der Legeleistung zwischen den Futtervarianten gab. Sie zeigen lediglich, dass die Tiere der Genetik Lohmann Brown einen signifikant höheren Futterverbrauch, eine größere Eimasse und ein höheres Eigewicht aufwiesen als die Tiere der Genetik Dekalb White.

Verteilung der Eigewichtsklassen

Die Ergebnisse der durchschnittlichen Verteilung der Eigewichtsklassen (S, M, L und XL), gemittelt über 13 Legeabschnitte in Abhängigkeit von der Genetik, zeigen, dass es keine signifikanten Unterschiede zwischen den Futtervarianten gab. Durch die unterschiedliche Fütterung kam es demnach nicht zu einer Verschiebung der Eigewichtsklassen.

Lediglich die Genetik der Hennen beeinflusste die Legeleistung. Die Hennen der Genetik LB wiesen signifikant mehr Eier in den Gewichtsklassen XL (+3 %-Punkte) und L (+10 %-Punkte) auf, während die Hennen der Genetik DW signifikant mehr Eier der Gewichtsklasse M (52 % versus 46 %) und S (4 % versus 2 %) legten (Abbildung). Diese Ergebnisse bestätigten die bereits bekannten Unterschiede der beiden Genetiken. Generell hatten die DW-Hennen signifikant mehr Knick- und Brucheier (4,4 % zu 2,8 %) als die LB-Hennen (nicht in der Abbildung dargestellt).

Die Kenngrößen der Eiqualität

Bei der Frage, ob und wie eine N- und P-reduzierte Fütterung in der Legehennenhaltung umsetzbar ist, spielen neben den biologischen Aspekten auch die Kenngrößen der Eiqualität eine übergeordnete Rolle.

Die Kenngrößen der Eiqualität am Ende des 13. Legeabschnittes sind in Tabelle 3 dargestellt. Die Futtervarianten hatten keinen signifikanten Einfluss auf die Eiqualität. Demnach hatte eine Absenkung der N- und P-Gehalte unter die DLG-Vorgaben keinen Einfluss auf diese Merkmale. Allerdings zeigen sich hier, wie auch bei den Leistungsparametern, Unterschiede in Bezug auf die Genetik. Die Eier der LB-Hennen wiesen eine signifikant höhere Bruchfestigkeit auf. Die DW-Hennen wiesen hingegen signifikant höhere Werte bei der Eiklarhöhe und der Eiklarkonsistenz auf.

Berechnung der Nährstoffbilanz

Um mögliche Effekte einer N- und P-reduzierten Fütterung auf die Umweltwirkung der Legehennenhaltung beurteilen zu können, wurde basierend auf den Daten zum Futterverbrauch und der Gewichtszunahme eine Stickstoff- und Phosphorbilanz berechnet. Zur Bilanzierung wurde dabei auf die Annahmen zur Ganzkörperzusammensetzung von Legehennen nach DLG-Band 199 (2014) zurückgegriffen.

Tabelle 4 zeigt die aus den Leistungsdaten berechneten sowie die durch Exkrementanalysen bestimmten N- und P-Ausscheidungen. Die berechneten Werte zur N-Ausscheidung zeigen, dass bei den Weißlegern keine Unterschiede in der relativen Ausscheidung je Stallplatz und Jahr durch die nährstoffabgesenkte Fütterung erreicht werden konnten. Bei den Braunlegern konnte für N ebenfalls kein Effekt festgestellt werden. Allerdings konnte die P-Ausscheidung um 14 % abgesenkt werden.

Die teilweise unveränderten Werte sind darauf zurückzuführen, dass die Tiere unter Fütterungsvariante 2 numerisch mehr Futter fraßen. Die aus den Leistungsdaten berechnete N- und P-Ausscheidung je Kilogramm Eimasse für V1 konnte bereits veröffentlichte Werte bestätigen (vergleichbar mit der N- und P-reduzierten Fütterung nach DLG-Band 199).

Fazit

Die Ergebnisse aus dem VBZL Haus Düsse zeigen deutlich: Eine N- und P-reduzierte Fütterung von Legehennen ist möglich. Der hier aufgezeigte Versuch bestätigt die Ergebnisse aus dem Vorversuch (2020/2021).

Auch wenn die Hennen nochmals unter den derzeit von der DLG vorgegebenen Werten zur N- und P-reduzierten Fütterung gefüttert werden, weisen sie keinerlei Einbußen auf – weder in den Leistungsparametern noch in den Kenngrößen in Bezug auf die Eiqualität sowohl bei Braun- als auch bei Weißlegern. Ein Einfluss auf Eigröße und die Schalenstabilität konnte ebenfalls nicht festgestellt werden.

Ein Vergleich von Weiß- und Braunlegern zeigt hingegen ein typisches Bild. Die Hennen der Genetik LB hatten einen signifikant höheren Futterverbrauch, aber auch signifikant höhere Eigewichte. Auch bei den Eigewichtsklassen konnten die LB-Hennen mehr Eier in den höheren Gewichtsklassen generieren als die DW-Hennen. Bei den Kenngrößen der Eiqualität wiesen die Eier der LB-Hennen eine signifikant höhere Bruchfestigkeit der Schale auf, während die Eier der DW-Hennen höhere Werte bei der Eiklarqualität aufweisen konnten.

In Bezug auf die Ausscheidungswerte konnte allerdings kein positiver Effekt der Nährstoffreduktion festgestellt werden, weder über die berechneten Leistungsdaten noch über die Analysen. Da das Leistungsniveau bei gleichzeitig reduzierten Ausscheidungen erhalten bleibt, kann eine N- und P-reduzierte Fütterung durchaus empfohlen werden.