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Züchter im Porträt: Ocke Riewerts aus Alkersum

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Ocke Riewerts aus Alkersum, Kreis Nordfriesland, zeigt, dass auch kleine Betriebe große Erfolge feiern können. Der Föhrer wurde vom Weltzuchtverband für Sportpferde (WBFSH) sowohl 2021 als auch 2025 als Vielseitigkeitszüchter des Jahres ausgezeichnet. Und das, obwohl Pferde zunächst überhaupt keine Rolle in seinem Leben spielten.

„Ich wuchs zwar auf einem landwirtschaftlichen Betrieb auf, aber wir hatten damals keine Pferde, und ich fühlte mich auch nicht zu ihnen hingezogen“, erinnert sich Ocke Riewerts. Doch seinen Vater, in dessen Kindheit noch Arbeitspferde auf dem Hof eingesetzt wurden, ließ der Pferdevirus nicht los. Auf einem geliehenen Pferd wurde er 1972 Ringreiterkönig. Wenig später kaufte er sich ein Reitpferd ohne Papiere. Diese Stute brachte er mehrmals zum Hengst. „Anfang der 1980er Jahre tauschte mein Vater dann alle vorhandenen Pferde gegen die Holsteiner Stute Legenda von Sacramento Song xx ein“, berichtet Riewerts.

Immer wieder wurde er von seinem Vater in die Zucht eingebunden und entwickelte nach und nach selbst Interesse an Pferden. „Ich kaufte mir sogar eine ungerittene Stute, die ich selbst ausbildete, obwohl ich kaum Reiterfahrung hatte. Später ließ ich Unit, eine Halbschwester von Legenda, ebenfalls decken“, erzählt er.

Leider starb der Vater viel zu früh im Alter von 61 Jahren. Einer der Söhne übernahm die Landwirtschaft, während Ocke, mittlerweile zum Tischler ausgebildet, sich um die Pferdezucht kümmerte. Nach seiner Heirat zogen die Zuchtstuten auf den elterlichen Hof seiner Frau um.

Jahrhundertpferd London

Heute zieht Riewerts ein bis zwei Fohlen pro Jahr, meist aus dem Stamm 3200, aus dem auch Legenda hervorging. „Zuerst pflegte ich diesen Stamm, weil er mich an meinen Vater erinnerte. Das war Tradition und Wehmut zugleich. Schnell brachte die Konzentration auf diesen Stamm auch Erfolge.“

In Luhmühlen konnte Ocke Riewerts 2023 Laura Collet und den aus seiner Zucht stammenden London live sehen. Foto: privat

Das bekannteste Pferd aus Riewerts‘ Zucht ist London 52. Mit der britischen Reiterin Laura Collett holte er Siege in diversen Fünfsterneprüfungen, gewann bei den Olympischen Spielen in Tokio mit der britischen Equipe die Goldmedaille, wurde Mannschaftseuropameister im französischen Le ­Pin-au-Haras, krönte seine Erfolge mit Gold und Bronze in Paris und wurde in diesem Jahr Europameister in England.

London ist für den Züchter nicht nur aufgrund seiner Erfolge ein besonderes Pferd. „Seine Mutter Vernante war meine erste selbstgezogene Stute, die die Staatsprämie erhielt“, erklärt Riewerts. „Sie ist eine Enkeltochter von Legenda. Leider brachte Vernante nur zwei Fohlen, bevor sie durch einen Weideunfall starb.“

Ursprünglich wollte Riewerts nur Springpferde züchten. Dass London so viel Talent für die Vielseitigkeit mitbringt, sei eher ein Zufall gewesen. „Auf unserer Insel gibt es kaum Möglichkeiten, für Vielseitigkeit zu trainieren. Daher stand diese Disziplin damals auch nicht in meinem Fokus“, sagt er. „Durch Londons Erfolge ist jedoch die Nachfrage nach Vielseitigkeitspferden aus meiner Zucht gestiegen. Die Nachkommen von Legenda bringen sehr blütige Fohlen hervor. Deshalb versuche ich nun, zweigleisig zu fahren und durch die richtigen Anpaarungen nicht nur Spring-, sondern auch Vielseitigkeitspferde zu züchten.“

Zu den jüngsten Erfolgen gehört der 2023 gekörte Hengst Dwayne aus einer Halbschwester von Vernante. Weitere Pferde erreichten das Bundeschampionat oder gingen erfolgreich bis zur schweren Klasse im Turniersport. „Oft verliert man die Fohlen aber leider aus dem Blick“, bedauert der Züchter.

Gesundes Klima

Einen Vorteil der Pferdezucht auf Föhr sieht Riewerts darin, dass die Fohlen im gesunden Nordseeklima aufwachsen. Trotzdem gibt es besondere Herausforderungen: „Die Anbindung ist schwierig. Immer, wenn man irgendwo hinmuss, braucht man die Fähre und manchmal auch eine zusätzliche Übernachtung“, sagt der Züchter und ergänzt: „Zum Glück finden zumindest die Fohlenschauen regelmäßig vor Ort statt. Zwischen 40 und 45 Holsteiner Fohlen werden hier jährlich vorgestellt. Früher kamen auch die Pferdehändler regelmäßig auf die Insel. Heute muss man ein bisschen mehr für das Marketing tun.“

Fohlen verkauft Riewerts meist frühzeitig, da seine räumlichen Kapazitäten begrenzt sind. „Stutfohlen behalte ich manchmal, aber nur, wenn sie wirklich gut sind. Eine gute Stute zuzukaufen ist teurer als sie selbst zu züchten“, erklärt er. Gelegentlich lässt er ein Fohlen ausbilden und vermarktet es später.

Seine Familie unterstützt ihn tatkräftig: „Meine Frau Male und mein Sohn Julus stehen immer bereit, wenn ich sie brauche, zum Beispiel bei der Ernte oder wenn der Tierarzt kommt.“ Sein anderer Sohn Johannes interessiert sich etwas mehr für die Zucht und arbeitet aktiv mit. „Er hilft mir bei den täglichen Arbeiten, wie Misten und Füttern. Vielleicht übernimmt Johannes ja einmal die Pferde“, hofft Riewerts.

Tradition, Leidenschaft und der Reiz des Erfolgs treiben ihn bei der Zucht an: „Zum einen macht mir der Umgang mit den Pferden sehr viel Spaß. Sie sind einfach angenehme Tiere. Zum anderen ist es für mich immer ein besonderer Nervenkitzel, ob es mir gelingt, ein brauchbares Sportpferd zu züchten.“

Individuelle Pflanzenstecker selbst basteln

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Praktisch sind sie ja, die Plastiketiketten in den Stauden- und Kräutertöpfen, die der Handel nun bald wieder zum Auspflanzen anbietet. Haltbar sind sie auch, aber eben nicht besonders hübsch. Manchmal fehlen die Stecketiketten auch ganz und es prangt nur ein Aufkleber mit der jeweiligen Bezeichnung auf dem Topf. Doch mit etwas Geschick, Zeit und nur wenig Geld lassen sich praktische und individuelle Pflanzenschilder selbst basteln.

Mit dem Laminiergerät entstehen im Handumdrehen wasserfeste Etiketten. Die alte Gabel dient als Halterung. Foto: Karin Stern

Es gibt fast schon unzählige Möglichkeiten, hübsche Pflanzenstecker herzustellen. Materialien wie Holz, Beton, Steine oder auch Muscheln eignen sich ganz prima dafür. Aber auch alte Gartengeräte wie Pflanzschaufeln oder der Uralt-Spaten bieten sich für kreative Ideen an. Doch nicht nur im Schuppen, auch im Haushalt finden sich vielleicht noch ein altes Besteck, hübsche Glasflaschen oder verwertbare Holzreste. Optimal zum Beschriften sind Tonscherben oder Tontöpfe. Wichtig ist jedoch, immer mit wasserfesten Stiften und Farben zu arbeiten. Eine andere Optik erhalten Schriften, wenn Buchstabenschablonen oder Stempel verwendet werden. Das wirkt zwar nicht so individuell wie die eigene Handschrift, hat aber auch durch die wie gedruckt aussehenden Buchstaben seinen eigenen Reiz.

Die Zutaten für das Bastelprojekt „Pflanzenschilder“ liefern Natur und Bastelladen: Weiden- oder Haselnusszweige, Bambus-, Holz- oder Eisenstäbe, Metallfolie, wasserfeste Stifte, Pinsel und Farbe, ein paar Tontöpfe, wasserfeste Lackstifte, lufttrocknende Modelliermasse und größere Kieselsteine. Brauchbar können auch Gussformen aus Silikon sein, schnell abbindender Trockenbeton sowie Grillspieße, hölzerne Wäscheklammern und Seile in verschiedenen Stärken.

Zum Beschriften verwendet man einen wasserfesten Stift. Foto: Karin Stern
Der Tontopf hängt wie eine Glocke an einer einfachen Paketschnur und einem Haselnusszweig über dem Salbei. Foto: Karin Stern

Größere, glatte Kieselsteine lassen sich prima mit Permanent-Stiften beschriften. Hübsch gestaltet, wird der Stein als Begleiter der jeweiligen Pflanze zum Hingucker in Topf oder Beet. Wer gern mit Ton arbeitet, kann im Bastelgeschäft oder beim Töpfer etwas Ton kaufen. Dieser wird etwa 1 cm dick ausgerollt und an der Unterseite mit einer Vertiefung für den Holz- oder Eisenstab versehen. Die gewünschten Pflanzennamen lassen ganz einfach mit einem feuchten Schaschlikspieß als „Stift“ einritzen. Der Töpfer brennt die selbst gemachten Pflanzenschilder für ein geringes Entgelt gern mit. Als Alternative bietet sich eine tonähnliche, lufthärtende Modelliermasse aus dem Bastelgeschäft an. Sie lässt sich nach dem Trocknen mit Stiften beschriften und mit Sprühlack wetterfest machen.

Ohnehin ist Ton ein dankbares Beschriftungsmaterial. Mithilfe eines Holzstabes und einer Schnur kann man kleine, beschriftete Tontöpfe wie Glocken ins Beet hängen. So schweben sie als dekorative Begleiter über oder neben Pflanzen. Mit etwas Holzwolle ausgestopft, bieten sie sogar noch Nützlingen wie dem Ohrwurm einen Unterschlupf. Sollte einmal ein Tontopf zu Bruch gehen, lassen sich die Scherben mit einem wasserfesten Stift beschriften. Dekorativ auf dem Boden neben der Pflanze drapiert, findet die Scherbe noch eine Verwendung.

Die Goldprägefolie (Bastelgeschäft) wird zurechtgeschnitten und mit einem Bleistift „beschriftet“. Als Fahnenstange dient ein Schaschlikspieß aus Bambus. Foto: Karin Stern

Wer ein metallischen Glitzern im Beet bevorzugt, schneidet Prägefolie aus dem Bastelgeschäft in die gewünschte Form (zum Beispiel Fahne, Wimpel, schlichtes Rechteck …) und „beschriftet“ sie auf einer weichen Unterlage (zum Beispiel Moosgummi) mit Kugelschreiber oder Bleistift. Der Druck der Mine prägt den Schriftzug in die Metallfolie. Sie kann im Anschluss mit einem Draht an der Pflanze befestigt werden. Hübsch wirkt es ebenfalls, die Prägefolie wie eine Fahne an einem Holzspieß wehen zu lassen. Auch hölzerne Wäscheklammern lassen sich problemlos beschriften. An einen Holzspieß gesteckt, ergibt sich so ein hübscher Pflanzenstecker.

Modelliermasse wird in verschiedenen Designs angeboten. Diese hier wirkt steinähnlich. Mit feuchten Händen formen und nach dem Trocknen beschriften. Foto: Karin Stern

Mit sogenanntem Gieß-, Bastel-, Kreativ- oder Schmuckbeton bieten sich weitere Möglichkeiten der Gestaltung an. Als Gussformen eignen sich beispielsweise Silikonformen. Nach dem Trocknen lässt sich der Beton beschriften oder bemalen und mit wasserfestem Lack besprühen.

Hübsche Steine oder Muscheln eignen sich prima zum Beschriften. Foto: Karin Stern
Professionelle Vorbilder vom Töpfer. Foto: Karin Stern


Weg für Investitionen geebnet

Der Schleswig-Holsteinische Landtag hat im Dezember den Landeshaushalt 2026 beschlossen. In der Haushaltsdebatte betonte Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne), wie wichtig stabile und angemessene Investitionen in Energiewende, Klimaschutz, Natur und Umwelt seien, und stellte die zentralen Umweltressortpunkte im ­Haushaltsplan vor.

Für das Jahr 2026 stehen dem Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur (MEKUN) rund 489 Mio. € zur Verfügung. Ein Viertel davon fließt in nachhaltige Investitionen in den Bereichen Naturschutz, Wasserwirtschaft, Küstenschutz, Energie und Klimaschutz sowie Abfallwirtschaft, Bodenschutz und Altlasten – sowohl in eigene Projekte als auch in umfassende Förderprogramme. Weitere Mittel gehen unter anderem in Ausgaben für Zuweisungen und Zuschüsse sowie Verwaltungsausgaben. „Dieser Landeshaushalt ist eine deutliche Zusage an die Menschen in Schleswig-Holstein: Wir halten Kurs bei Energiewende, Klimaschutz und Naturschutz. Er schafft die Grundlage für eine gesunde, sichere und lebenswerte Umwelt – heute und für kommende Generationen“, sagte der Minister.

Energiewende, Klima- und Artenschutz

Neben der Förderung der Energiewende unterstützt das MEKUN im kommenden Jahr schwerpunktmäßig die Wärmewende und den Wasserstoffhochlauf. Goldschmidt: „Die Wärmewende ist ein entscheidender Baustein für den Klimaschutz. Für die Unterstützung der Kommunen und für moderne Wärmekonzepte stellen wir im Jahr 2026 insgesamt 15 Millionen Euro bereit.“ Gefördert werden unter anderem Wärmenetze, Quartiersmanager und der Kommunalfonds.

Auch der Ausbau der Wasserstoffwirtschaft bleibt ein zentraler Investitionspfeiler. Mit 48 Mio. € können Projekte zur klimaneutralen Industrie und zur Produktion von Grünem Wasserstoff unterstützt werden. Sieben Förderbescheide befinden sich derzeit in Vorbereitung.

Um den Artenschutz zu stärken gegen den fortschreitenden Verlust von Arten und Ökosystemen und zur Umsetzung der Biodiversitätsstrategie stellt das Land 21 Mio. € bereit. Gefördert werden etwa Schutz- und Entwicklungsmaßnahmen in Schutzgebieten, in Naturerlebnisräumen, in Natura-2000-Gebieten, die Erstellung von Managementplänen und die Umsetzung des Moorschutzprogramms.

„Jeden Tag sterben weltweit rund 150 Arten aus. In Schleswig-Holstein sind laut den Roten Listen in einigen Gruppen wie den Reptilien und Amphibien mehr als die Hälfte der Arten gefährdet. Deswegen setzen wir alles daran, die Vielfalt unserer Tiere und Pflanzen zu bewahren. Denn nur stabile Ökosysteme bilden für uns eine stabile Lebensgrundlage. Das ist unsere Überlebensaufgabe“, sagte Goldschmidt.

PFAS–Sonderprogramm ab 2027

Auch in Schleswig-Holstein sind schädliche „Ewigkeitschemikalien“ wie die Gruppe der persistenten PFAS inzwischen weit verbreitet. Um belastete Boden- und Grundwasserkörper schneller zu erkennen und Altlasten zu sanieren, stellt das Land ab 2027 mit einem PFAS-Sonderprogramm für Schleswig-Holstein insgesamt 3,7 Mio. € zur Verfügung. Die bisher eher über kurze Zeiträume durchgeführten Untersuchungen im Boden und Grundwasser können damit fortgeführt und verstetigt werden.

Goldschmidt: „PFAS sind Ewigkeitschemikalien – das heißt, sie reichern sich in der Umwelt, in der Nahrungskette und damit auch in uns an. Das stellt ein wachsendes Gesundheits- und Umweltproblem dar. Das Sonderprogramm ist ein wichtiger Schritt, um das Problem bei uns im Land anzupacken.“

Küstenschutz und Kampf gegen Altmunition

Schleswig-Holstein als ein tief liegendes Land zwischen zwei Meeren braucht einen starken Küstenschutz, zumal aufgrund des Klimawandels der Meeresspiegel bereits um 20 cm gestiegen ist und Sturmfluten zunehmen, wie die Ostseesturmflut von 2023 mit ihren Zerstörungen zeigt. Für das Jahr 2026 sind im Landeshaushalt insgesamt rund 72 Mio. € für Maßnahmen wie Deichverstärkungen vorgesehen.

Ein weiteres drängendes Thema ist die Bergung der rund 1,6 Mio. t Altmunition in Nord- und Ostsee. Schleswig-Holstein steht hierfür bereit und schafft im Haushalt die finanzielle Grundlage, sich jährlich mit rund 1,2 Mio. € an den Bergungskosten zu beteiligen.

Goldschmidt: „Schleswig-Holstein hat seine Hausaufgaben gemacht und stellt Millionen für die Bergung der Altmunition bereit. Dies ist aber eine nationale Aufgabe. Jetzt ist der Bund gefragt und muss die Finanzierungsfrage der Munitionsbergung dringend klären. Wir haben keine Zeit zu verlieren.“

Mehr Stellen für mehr Arbeit

Im Haushaltsjahr 2026 werden 30 zusätzliche Stellen im MEKUN, im Landesamt für Umwelt (LfU) und im Landesbetrieb für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN SH) geschaffen, um neue europäische und nationale gesetzliche Pflichten fachgerecht umzusetzen. Diese fallen unter anderem in die Bereiche Energiewende- und Wärmewende, Klimaschutz und Klimaneutralität der Industrie, Deponiegenehmigung, Schutz des Trinkwassers, Schutz der Ostseeküste, Munitionsaltlasten und die Natur-Wiederherstellungsverordnung.

„Auf einem hohen Ross sitzen“

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Die Redewendung „auf einem hohen Ross sitzen“ ist ein kraftvolles Bild für Überheblichkeit, Arroganz und Distanz.

Sie beschreibt jemanden, der sich anderen überlegen fühlt. Die Formulierung geht auf den mittelalterlichen Adel zurück. Damals waren Pferde ein wertvoller Besitz, den sich nur Wohlhabende leisten konnten. Aus Sicht des einfachen Volkes thronten Adlige buchstäblich „hoch zu Ross“: Sie standen nicht nur physisch, sondern auch sozial über ärmeren Menschen.

Hinzu kommt die Vorstellung, dass Ritter auf besonders prächtigen, großen Schlachtrössern ritten. Diese hoch aufragenden Pferde verstärkten das Bild von Macht und Unnahbarkeit, weil der Reiter nur schwer greifbar war. Er war „über allen anderen“. Im Laufe der Zeit wurde der Ausdruck zu einer Metapher. Heute steht das „hohe Ross“ nicht mehr für ein tatsächliches Pferd, sondern für eine innere Haltung. Wer „dort oben sitzt“, distanziert sich, verhält sich herablassend und nimmt eine Position moralischer, sozialer oder materieller Überlegenheit ein. Gleichzeitig existiert eine Gegenform: „Vom hohen Ross herunterkommen“ heißt, die eigene Überheblichkeit abzulegen, sich zu den anderen zu begeben, Respekt zu zeigen.

Dieses Bild entlastet auch, denn es gibt einen Weg zurück. Sich „vom hohen Ross“ herunterzubewegen, bedeutet nicht nur Demut, sondern auch den Willen zum Dialog, zur Solidarität und zu der Einsicht, dass wahre Stärke nicht in der Überlegenheit, sondern im respektvollen Umgang mit anderen liegt.

Wir sollten uns viel öfter begegnen

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Weihnachten steht vor der Tür und wir alle wissen, wo die ganze Geschichte des Christentums beginnt: in einem Stall. Zwischen Ochs und Esel, auf Stroh. Hätten die Hirten bei den Schafen auf dem Feld nicht den Stern gesehen und den Ruf der Engel gehört – wir würden nicht das Fest des Gottessohnes in der Krippe feiern.

Landwirtschaft und Kirche, das gehört immer schon eng zusammen. Auch bei uns im Norden. Wir leben mit dem Jahreskreislauf der Natur und wir möchten das uns anvertraute Land bewahren, damit es noch unseren Kindern und Kindeskindern Frucht bringt. Auch die gemeinsamen Gottesdienste sind immer ein besonderes Erlebnis. In diesem Jahr haben wir gemeinsam das Landeserntedankfest in Wilster gefeiert und uns zur Begegnung zwischen Landwirtschaft und Kirche auf Gut Deutsch-Nienhof getroffen.

Als Bischöfin in Schleswig-Holstein liegt mir das Leben im ländlichen Raum am Herzen. Deshalb möchte ich Ihnen allen vor allem Danke sagen! Danke, dass Sie unser Land bewirtschaften und dafür sorgen, dass wir etwas auf dem Teller haben. Die Zeiten sind nicht leicht und ich kann nur ahnen, was Sie und Ihre Familien zu tragen haben. Danke, dass Sie Tag für Tag für uns alle sorgen.

Ich freue mich über all die guten Begegnungen mit Landwirtinnen und Landwirten im vergangenen Jahr, bei denen ich viel über Ihren tagtäglichen Einsatz und auch die aktuellen Probleme gelernt habe. So war ich unter anderem auf einem Milchviehbetrieb und Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer, zeigte mir die beeindruckende Arbeit des Lehr- und Versuchszentrums Futterkamp. Eine Premiere war die Einladung des Bauernverbandes auf die Norla, die viele Kirchenmenschen aus ganz Schleswig-Holstein gern angenommen haben. Für viele Pastorinnen und Pastoren war das ein echtes Erlebnis, an das wir gern anknüpfen möchten: Im nächsten Jahr wollen wir gern mit einem Kirchenstand auf der Norla für Sie ansprechbar sein!

Eines war für mich im Jahr 2025 immer zu spüren: Wir sollten uns viel öfter begegnen. Denn gerade in diesen auch politisch so schwierigen Zeiten ist es wichtig, dass wir in unseren Dörfern und Städten zusammenstehen und füreinander da sind.

Auch wir als evangelische Kirche möchten gern mehr für Sie da sein, ganz konkret vor Ort. Wenn es ein offenes Ohr braucht oder gegenseitige Unterstützung. Zugleich freue ich mich immer über Gottesdienste auf Höfen oder Krippenspiele im Stall. So zeigt sich gutes Miteinander. Gerade in diesen Zeiten ist es von unschätzbarem Wert, wenn wir das Leben in unseren Dörfern gemeinsam gestalten!

Ob im Glauben oder auf den Höfen im Land: Wir leben von Menschen, die Bewährtes bewahren und zugleich den Mut zur Veränderung haben. Und diese Verbindung aus Tradition und Vertrauen lässt uns auch in diesem Jahr gewiss sein: Es wird Weihnachten.

Ich wünsche Ihnen eine schöne und gesegnete Weihnachtszeit!

Bischöfin Nora Steen Foto: Nordkirche

Aktion Offener Garten sucht neue Teilnehmer für 2026

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Wer liebt es nicht, durch fremde Gärten zu schlendern, Pflanzen zu bestaunen und sich inspirieren zu lassen? Die Aktion Offener Garten macht das möglich – und sucht für das kommende Jahr weitere Gartenbesitzende, die ihre Tore für Besucherinnen und Besucher öffnen möchten.

Zum 27. Mal lädt die Initiative dazu ein, Gärten in Schleswig-Holstein und Hamburg einem interessierten Publikum zu zeigen. Ob kleiner Stadtgarten, großzügiges Landgrundstück oder liebevoll bepflanzter Innenhof – willkommen ist jede grüne Oase, die mit anderen geteilt werden möchte.

Foto: Aktion Offener Garten

Das Hauptwochenende der Aktion findet am 20. und 21. Juni statt. Zusätzlich gibt es ein Herbstwochenende am 5. und 6. September sowie die beliebte Lange Nacht der Gärten am 1. August von 19 bis 23 Uhr.

In den vergangenen Jahren haben jeweils rund 200 bis 250 Gärten teilgenommen – und das Organisationsteam freut sich, wenn auch im kommenden Jahr wieder einige neue Orte dazukommen.

Wer seinen Garten öffnen möchte, kann sich jetzt anmelden unter www.offenergarten.de

Dort finden Interessierte auch alle Informationen zu Ablauf, Terminen und Teilnahmebedingungen. Anmeldeschluss ist der 31. Januar 2026.

Fragen beantwortet das Organisationsteam gern per E-Mail an: info@offenergarten.de

Das Mitmachen lohnt sich: Die Aktion Offener Garten verbindet Menschen, inspiriert und zeigt, wie vielfältig und lebendig private Gartengestaltung im Norden ist. pm

Foto: Aktion Offener Garten
Foto: Aktion Offener Garten


Baulehrschautag am 15. Januar

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Kaum geboren und schon in die Gruppe? – Was das mit Kälbern macht und wie sich die Aufzucht dadurch möglicherweise verändert, war eine wichtige Frage im Projekt „InnoRind“.

Das Projektziel war es, die Tiergerechtheit zu steigern und ein Mehr an Tierwohl zu erreichen, indem die Aufzucht innerhalb der ersten 14 Lebenstage, die zumeist im Einzeliglu stattfindet, neu gedacht wird. Das Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp der Landwirtschaftskammer hat sich in diesem Projekt engagiert und eine baulich, aber auch technisch eher einfache Variante der frühen Gruppenhaltung gestaltet. Die Ergebnisse aus zahlreichen Untersuchungen zu Gesundheit, Verhalten und Wachstum werden am 15. Januar 2026 im Rahmen eines Baulehrschautages von Dr. Imme Dittrich (LKSH) präsentiert. Ergänzt wird dies durch wissenschaftliche Untersuchungen von Mischa Weiß (Universität Kiel) zur Keimübertragung und durch einen Praxisbericht von Konstanze Rohwer (Hof Blauer Lieth). Nach den Vorträgen am Vormittag sind alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer zum Mittagessen eingeladen. Sönke Huuck (LKSH) berichtet anschließend im Stall über die praktischen Erfahrungen mit der frühen Gruppenhaltung und nimmt alle Interessierten mit auf einen Rundgang.

Die Veranstaltung ist durch Förderung des Bundesagrarministeriums (BMELH) kostenfrei. Anmeldung ist ab sofort möglich unter: lvz-fuka@lksh.de

Große Milchmengen belasten die Märkte

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Auf dem Milchmarkt hält der Preisdruck weiterhin an. Die Milchanlieferungen lagen bundesweit zuletzt um mehr als 7 % über der entsprechenden Vorjahreswoche. Diese deutlich höheren Milchmengen führen dazu, dass der LEH seine Marktmacht voll ausspielen kann.

Dies schlägt sich erneut in deutlich niedrigeren Auszahlungspreisen nieder. Mittlerweile zahlt keine Meierei im Norden mehr als 50 ct/kg als Grundpreis. Die Meiereien haben ihren Grundpreis zwischen 0 und 5 ct reduziert. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 42,68 ct/ kg und damit um 3,72 ct unter dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 40 und 50 ct/ kg. Es gibt noch zwei Meiereien, die ihren Grundpreis unverändert bei 50 ct/ kg belassen. In Süddeutschland werden zwischen 42,46 und 54,46 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis zwischen 39 und 47,19 ct/kg. Bei den westdeutschen Meiereien ist die Spanne im Bereich von 40,81 bis 46 ct/kg.

Besonders stark betroffen ist weiterhin der Fettbereich. Blockbutter hat in den vergangenen Wochen noch einmal deutlich verloren und notiert nun nahe der Grenze von 4 €/ kg. Die Nachfrage in diesem Bereich wird aktuell als sehr ruhig beschrieben. Dies ist zwar auch saisonbedingt, aber viele Abnehmer warten ab und hoffen auf weiterfallende Preise zu Jahresbeginn. Die Nachfrage nach abgepackter Butter ist sehr hoch. Sie wurde auch durch die extrem niedrigen Angebotspreise im LEH zusätzlich angeheizt. Es bleibt jetzt abzuwarten, wie sich die Nachfrage nach den Feiertagen gestaltet. Die Terminmarktkurse für Butter an der EEX haben sich seit ihrem Tiefpunkt Anfang des Monats allerdings bereits wieder stabilisiert und bewegen sich seitdem seitwärts mit leicht steigender Tendenz. Auch im Käsebereich ist von starker Nachfrage aus dem In- und Ausland aufgrund des sehr niedrigen Preisniveaus die Rede. Die Käseproduktion läuft überall auf Volllast, die Ware geht zügig in den Markt. Das bedeutet aber auch, dass die Lagerbestände trotz der hohen Milchanlieferung sehr niedrig sind. Über die Feiertage können sich die Lagerbestände zwar etwas aufbauen, dennoch könnte Käse bei einem Rückgang der angelieferten Milchmenge schnell wieder knapp werden. Etwas schwieriger stellt sich die Situation auf dem Pulvermarkt dar. Beim Vollmilchpulver ist hiesige Ware zwar weiterhin auch für den Export interessant, hier ist aktuell aber von einer ruhigen Nachfrage die Rede. Etwas ungünstig für Exporte in Drittländer zeigt sich momentan der erneut deutlich stärker gewordene Euro. Dieser wirkt sich dort nicht gerade verkaufsfördernd aus. Da gerade auch in übrigen Milchregionen der Welt, wie Nordamerika oder Australien und Neuseeland, hohe Milchaufkommen zu verzeichnen sind, herrscht auf dem Weltmarkt ein relativ starker Konkurrenzdruck.

Der Milchpreis steht und fällt mit der angelieferten Milchmenge. Aktuell stehen die Zeichen auf einen allmählichen Übergang der Milchanlieferungskurve in die klassische Saisonfigur. Das bedeutet, wir werden in den nächsten Monaten vorerst weitersteigende Milchmengen verzeichnen mit entsprechend noch negativeren Folgen für den Milchpreis des nächsten Quartals. Aus heutiger Sicht könnte sich das Blatt dann allerdings relativ schnell wieder wenden. Dafür sprechen gleich mehrere Faktoren: zum einen eine schon seit Längerem zu beobachtende kontinuierlich hohe Verbrauchernachfrage, gepaart mit niedrigen Lagerbeständen trotz der hohen Milchmengen. Zum anderen hat der Blauzungen-Effekt dafür gesorgt, dass ein Großteil der europäischen Milchkuhherde im dritten Quartal dieses Jahres gekalbt hat mit dem entsprechenden Effekt auf die Milchmenge, den wir nun sehen. Diese Kühe werden aber auch alle gleichzeitig altmelkend, mit dem gegenteiligen Effekt auf die Milchmenge. Und zu guter Letzt wären da noch die weiterhin über das Maß der jährlichen Leistungssteigerung hinaus deutlich sinkenden Milchkuhbestände, die auch ihren Anteil an einer Verknappung der Milchmenge haben.

Exakter Schnitt – makelloser Stamm

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Starkes Stammholz lässt sich gut vermarkten, wenn die Qualität stimmt. Bei den sogenannten Tot­ast-Erhaltern ist dazu eine aufwendige Entastung in jungen Jahren notwendig. Im Folgenden wird erläutert, welche Faktoren dabei zu beachten sind.

Das Ziel der meisten Forstbetriebe in unserem Naturraum ist es, hochwertiges und starkes Stammholz zu gewinnen. Solche Werthölzer lassen sich wirtschaftlich interessant auf den Wertholzsubmissionen oder -versteigerungen vermarkten. Nach den Jahren von Trocknis, Borkenkäferbefall und Windwürfen sind große Kulturflächen entstanden, auf denen Mischbestände mit zusehends standortgerechteren und vielfältigeren Baumarten aufgebaut werden.

Viele Punkte berücksichtigen

Mit zunehmendem Alter dieser Kulturen stellt sich in den kommenden Jahren die Frage, ob und wie diese Bäume so herausgepflegt und gefördert werden können, dass sie das angestrebte Klassenziel erreichen. Die Wertastung ist eine intensive, kostenträchtige Maßnahme, für die nur einige Baumarten und ausgewählte Zukunftsbäume infrage kommen. Wer sich dazu entscheidet, sollte einen günstigen Zeitpunkt und die richtige Technik wählen.

Die Baumarten und -auswahl

Nach einem perfekt gesetzten Astungsschnitt hat der Baum die Wunde sauber überwallt und wird sie am Ende ganz verschließen. Fotos: Dieter Scholz

Es werden grundsätzlich nur Baumarten geästet, die als „Totast-Erhalter“ gelten, also nicht über eine gut funktionierende natürliche Astreinigung verfügen. Hierzu zählen neben den Nadelhölzern vor allem die Kirsche und Nussbaumarten. Eine Ästung von Esche, Buche oder Ahorn ist dagegen weder nötig noch sinnvoll.

Vor der Maßnahme muss der Bestand gut vorbereitet sein. Dazu zählt ein fertig angelegtes Rückegassensystem. Es bewahrt davor, dass bereits geästete Bäume doch noch umgesägt werden müssen, weil sie auf einer zu spät geplanten Gasse im Weg stehen. Eine weitere zwingend durchzuführende Vorbereitung ist die Auswahl der Bäume. Hier gilt: Klasse vor Masse! Nur gute Zukunftsbaumkandidaten werden ausgesucht und markiert. Kleiner Anhalt: Mindestabstand der Z-Stämme zueinander: 7 bis 8 m; dies entspricht einer Anzahl von 150 bis 200 Z-Bäumen pro Hektar und gilt als absolute Höchstgrenze.

Da zum Erntealter ein astfreier „Speck“ von mindestens zwei Dritteln des Durchmessers erreicht werden soll, muss zeitig genug begonnen werden – etwa bei Erreichen einer „Bierkrugstärke“, also rund 15 cm Durchmesser.

Beginn der Ästung und Aststärke

So ist es richtig: Der Schnitt wird senkrecht zur Astachse ausgeführt – also nicht unbedingt parallel zur Stammachse. Der Astwulst bleibt unversehrt. Das Wulstgewebe verschließt später die Wunde.

Die maximale Aststärke bei einer Grünästung beträgt 3 bis 4 cm. Nur bis zu solchen Stärken vermag der Baum die Wunde zügig zu überwallen und zu verschließen. Sind die Äste jedoch stärker, ist dies ein Ausschlusskriterium für eine Ästung.

Die richtige Ästungshöhe

Die Bäume brauchen eine ausreichend große grüne Krone, sonst wird ihr Zuwachs zu sehr geschwächt. Bei Nadelholz sollte die Krone nach der Ästung noch etwa ein Drittel, bei Laubholz knapp die halbe Baumlänge betragen. Daher wird die Ästung auch in mehreren Schritten vorgenommen. Das Ästungsziel ist eine etwa 6 m hohe astfreie Zone, wobei diese Höhe bei Nadelholz (Douglasie) gegebenenfalls deutlich überschritten und bei Laubholz unterschritten werden kann (ein 4 m langer Furnierstamm hat auch sein Ziel erreicht).

Günstige Jahreszeit

Eine Totästung – also das Entfernen bereits abgestorbene Äste – kann ganzjährig vorgenommen werden. Bei der Grünästung gibt es zwei Zeitfenster:

– Februar bis März: ausgehender Winter vor dem Saftanstieg; zu dieser Zeit entstehen weniger Rindenbeschädigungen und die Überwallung startet bald; dies gilt für alle Baumarten.

– Juni bis August: Bei Douglasien kann durch eine Ästung während der Vegetationszeit dem Befall mit der Pilzkrankheit Phomopsis pseudotsuga (Rindenschildkrankheit) wirksam vorgebeugt werden. Auch bei der Kirsche ist eine Ästung zur Zeit der Kirschenreife um Juli/August möglich. Warum kann es sinnvoll sein, den Ästungszeitpunkt vom Winter in die Vegetationszeit zu verlegen? Im Winter sind Frostschäden möglich, das Kambium kann austrocknen und damit einhergehend drohen eine Wundvergrößerung und der Eintritt von pilzlichen Erregern. Generell wird die Wunde in der Vegetationszeit rascher überwallt.

Werkzeug und Ästungstechnik

Für die erste Ästungshöhe wird dieses Handwerkszeug gebraucht.

Im Handel gibt es ein reichhaltiges Angebot von Ästungssägen, die auf Zug arbeiten. Außerdem werden Astscheren benötigt. Hier sind Bypassscheren den Ambossscheren (Quetschungsgefahr) vorzuziehen. Neu sind Akkuscheren, die die Anwender entlasten und im besten Fall mit einem Schnittschutzsystem ausgestattet sind. Zu späteren Zeitpunkten kommen Gestängesägen und/oder die Leiter­ästung zum Einsatz. In jedem Fall ist auf gut geschärftes Material zu achten. Damit wird vermieden, dass der Schnitt ausfranst und das Überwallen und Verschließen der Wunde länger braucht.

Bei der Ästung kommt es auf die richtige Schnittführung an. Hier gelten folgende Regeln:

Korrekte Schnittführung: 1) Entlastungsschnitt unterseits, 2) Entlastungstrennschnitt oberseits versetzt, 3) Schnitt auf Astring, 4) Astkragen

– Der Schnitt wird senkrecht zur Astachse geführt; das entspricht meist nicht einer Parallele zur Stammachse.

– Trägt der Ast am Ansatz einen Wulst, so wird er glatt vor diesem Ring abgeschnitten, ohne ihn zu verletzen oder gar komplett abzuschneiden. Bei richtiger Schnittführung entsteht auf diese Weise die kleinstmögliche Wunde, die dann durch das unverletzte Wulstgewebe schnell überwallt werden kann. Ist kein Astwulst ausgebildet, wird der Ast rindeneben abgeschnitten.

– Auf keinen Fall dürfen Stummel oder „Kleiderhaken“ stehen bleiben, denn der Baum vermag diese nicht zu überwallen und richtig abzuschotten.

– Längere, stärkere Äste werden vorher durch einen Entlastungsschnitt gekürzt, um ein Einreißen zu verhindern.

Es ist ratsam, sowohl die noch zu ästenden als auch die bereits geästeten Z-Bäume gut sichtbar zu markieren. Hilfreich ist außerdem die Führung eines Baumkatasters, mit dem genau nachvollzogen werden kann, wann wo bis zu welcher Höhe bei welchem Stammdurchmesser geästet wurde.

Wer die oben genannten Hinweise beherzigt, kann nur noch wenig falsch machen. Trotzdem sei angeraten, vor Beginn der Ästung den Rat des betreuenden Försters beziehungsweise der Försterin einzuholen.

Fröhliche Weihnacht überall …

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… und auch in den Pferdeställen wird es vielerorts andächtig. Da wird mit Zweigen geschmückt, Advent gefeiert, es werden Weihnachtsmärchen eingeübt und aufgeführt, der Nikolaus, der Weihnachtsmann oder das Christkind kommen und der gute Duft nach Pferd und Heu vermischt sich mit dem von Tannennadeln, Punsch und Lebkuchen. Wir wünschen allen eine schöne Weihnachtszeit und alles Gute für Zwei- und Vierbeiner.

Den gestiefelten Kater führten die Kinder vom Reiterhof Dose-Dibbern in Elmshorn in diesem Jahr als Weihnachtsmärchen auf. Foto: Lasse Dibbern
Auf ihrem Ritt zum zweiten Advent hatten sich Annika Ohms und Regina Hammer (v. li.) weihnachtliche Outfits angezogen. Los ging es auf dem Hof Borchers in Fahrendorf, Kreis Herzogtum Lauenburg. Foto: privat
Wer noch auf der Suche nach einem Weihnachtsgeschenk ist, kann sich beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg melden, denn im Rahmen der Körung findet wieder ein großer Schautag statt. Foto: Christian Beek


Auf der Holtenauer Straße in Kiel war der Weihnachtsmann mit seinem Pony zu Besuch und verzückte die Kinder. Foto: Jule Klemmer
Proud Real Pleasure feiert Weihnachten in Sievershütten, Kreis Segeberg. Foto: Arlette Witt
Auf der Anlage des Reitvereins Floggensee in Neritz, Kreis Stormarn, verbreiteten Inga Wiesner und ihre Friesenstute Noorke weihnachtliche Stimmung. Foto: Pascal Nolte