Start Blog Seite 21

Grünes Wissen wächst

0

Auf mehr als 400 Absolventinnen und Absolventen der Qualifizierung „Kräuterkunde“ können der LandFrauen­verband Schleswig-Holstein und das Bildungszentrum für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR) mittlerweile stolz zurückblicken – und der diesjährige Kurs brachte 15 neue Kräuterprofis an den Start: Nach acht intensiven Fortbildungstagen von Mai bis Oktober konnten alle Teilnehmenden ihre Zertifikate entgegennehmen – und damit ihre fundierten Kenntnisse über die faszinierende Welt der Kräuter unter Beweis stellen.

Auch die Zubereitung eines Hexentrunks darf in der Kräuterkunde natürlich nicht fehlen.

Über den eigenen Tellerrand zu schauen, in den Austausch zu gehen und grünes Wissen voneinander zu lernen – das war für mich eine besondere Motivation, selbst an der Qualifizierung teilzunehmen“, erzählt Dr. Judith Bühlmeier, Ernährungsreferentin in der Geschäftsstelle des LandFrauenlandesverbandes. Besonders beeindruckt hätten sie die thematische Vielfalt der Fortbildung sowie die inspirierende Begleitung, unter anderem durch die Kräuterexpertinnen Dr. Gaby Brüssow-Harfmann, Geschäftsführerin des LandFrauenverbandes, und Dr. Astrid Hadeler, Seminarleiterin des Bildungszentrums für Natur, Umwelt und ländliche Räume (BNUR). „Sie haben uns wirklich alle motiviert, unseren ganz eigenen Zugang zu diesem facettenreichen Thema zu finden“, so Bühlmeier.

In einer der ausführlichen Abschlussarbeiten drehte sich alles um das Thema Blütenpollen.

Im Oktober stellten die Teilnehmenden ihre individuellen Abschlussprojekte vor, die sie im Rahmen einer schriftlichen Hausarbeit erarbeitet hatten. Die Themenvielfalt beeindruckte die Prüferinnen einmal mehr: Von der Herstellung eines „Hexentrunks“ über die Planung eines Kräuterkochkurses bis zur Erforschung von Blütenpollen oder einzelner Pflanzen wie dem Löwenzahn. „Eine Teilnehmerin hat sogar einen eigenen pflanzlichen Farbton entwickelt – das war wirklich bemerkenswert“, berichtet Bühlmeier, die sich in ihrer eigenen Arbeit mit der geheimnisvollen Giftpflanze Rainfarn befasste.

Der Abschlusstag endete, wie schon in den Jahren zuvor, mit einem köstlichen Highlight: einem von den Teilnehmenden selbst zubereiteten Kräuterbuffet, das alle Sinne ansprach. In entspannter Atmosphäre wurde gefeiert, probiert und reflektiert. Am Ende waren sich alle einig: Die Welt der Kräuter ist bunt, vielfältig und schützenswert – für Mensch und Natur gleichermaßen.

Im kommenden Jahr feiert die Kräuterkunde-Qualifizierung übrigens bereits ihren 20. Geburtstag. Seit 2006 besteht die erfolgreiche Kooperation zwischen dem LandFrauenverband Schleswig-Holstein e. V. und dem BNUR. Der nächste achttägige Kräuterkurs startet am 6. Mai 2026. Es gibt noch freie Plätze.

Der Abschlussabend endete mit einem köstlichen Kräuterbuffet.

Männer, die auf Rohre starren

0

Der Arbeitsausschuss Forstlicher Wegebau beim Kuratorium für Waldarbeit und Forsttechnik (KWF) traf sich zur diesjährigen Jahrestagung im thüringischen Südharz.

Der Klimawandel und der Borkenkäfer haben weite Teile der Fichtenbestände absterben lassen. Gleichzeitig steigen die Anforderungen an die Wasserführung entlang der Waldwege. Die Ausschussmitglieder aus dem gesamten Bundesgebiet sowie aus Österreich informierten sich über Anpassungen der Infrastruktur bei ThüringenForst und über die Bedeutung der Forstwirtschaft für die Wasserversorgung.

Waldwege sind unverzichtbar, um die vielfältigen Waldfunktionen ganzjährig zu gewährleisten. Vor allem im 20. Jahrhundert wurde nach dem Aufkommen von Lastwagen und Schleppern massiv in die Erschließung durch Wege investiert. In vielen Regionen – auch in Schleswig-Holstein – ist die Erschließung weitgehend abgeschlossen. Wegeneubauten sind dort selten und beschränken sich auf Einzelfälle. In den Mittelgebirgen hingegen bringt der Klimawandel mit heftigen, lokal begrenzten Niederschlägen neue Herausforderungen. Schäden durch verstopfte oder zu klein dimensionierte Durchlässe nehmen zu. Ein besichtigter Schotterweg zeigte eindrücklich die Folgen: Ausspülungen bis zu 1,8 m Tiefe machten einen fast vollständigen Neubau erforderlich. Tausende Tonnen Schotter wurden talwärts gespült, ein Befahren des Weges war unmöglich. Erst nach aufwendigen Baggerarbeiten konnte Material teilweise wieder eingebaut werden.

Prellen sind die Lösung

Um zukünftige Schäden zu verhindern, wurden die tiefen Rinnen mit sogenannten Prellen gefüllt: groben Steinblöcken oder Eichenpfählen, die 30 cm unterhalb des späteren Fahrbahnniveaus gekürzt wurden. Dadurch soll das Wasser oberflächlich abfließen, ohne den Wegekörper zu unterspülen. Schäden durch Starkregen lassen sich so zwar nicht ganz verhindern, sie bleiben jedoch leichter zu beheben.

Ernte macht den Unterschied

Eine entscheidende Rolle spielt auch die Arbeitsweise bei der Holzernte. Im geschilderten Fall hatte Reisig aus einem Harvestereinsatz oberhalb des Weges einen Durchlass verstopft. Das Wasser lief nicht wie vorgesehen auf die Talseite ab, sondern sammelte sich im bergseitigen Spitzgraben. Dort entstand eine große Wassermenge, die die verheerenden Ausspülungen verursachte. Für die Zukunft ist daher eine „saubere“ Arbeitsweise notwendig: Revierleitungen, Forstwirte und Dienstleister müssen Standards anpassen und der Wasserführung mehr Aufmerksamkeit schenken.

Bautechnisch gilt es, die Infrastruktur auf zunehmende Belastungen vorzubereiten. Dazu gehören ausreichend dimensionierte und gut platzierte Durchlässe. Während im Flachland 400-mm-Rohre oft genügen, sind in Hanglagen größere Durchmesser – etwa 600 mm – und kürzere Abstände zwischen den Durchlässen erforderlich. Auch Rückegassen und Maschinenwege in Hanglagen wirken als Wassersammler und erhöhen den Druck auf die Wege. Querabschläge kurz vor dem Waldweg oder befestigte Furten können hier Abhilfe schaffen. Letztere sind zudem ökologisch vorteilhaft, da sie Wanderbewegungen im Wasser kaum behindern.

Talsperren sind nicht nur beein­druckend, sondern auch wichtig für die Wasserversorgung.

Wasser im Bestand halten

Neben der technischen Anpassung ist es wichtig, Wasser möglichst lange in den Beständen zu halten. Dies entlastet die Wege und sichert gleichzeitig die Wasserversorgung der Bäume in Trockenzeiten. So verändert sich die Sichtweise: Wasser ist nicht nur Bedrohung für die Infrastruktur, sondern auch lebenswichtige Ressource, die es im Wald zu bewahren gilt.

Exkursion zu Talsperre

Die Exkursion der Ausschussmitglieder führte weiter zu einer Trinkwassertalsperre. Der Besuch einer Staumauer ist ein besonderes Erlebnis – zugleich wurde deutlich, wie stark die forstliche Bewirtschaftung die Lebensgrundlagen der Menschen beeinflusst. Fließt Wasser unkontrolliert ab, transportiert es Erde und Humus und beeinträchtigt die Wasserqualität. Zudem führte das Absterben der Fichtenbestände zu steigenden Wassertemperaturen, da der Schatten fehlt. Um bis zu zehn Grad wärmer ist das Wasser inzwischen – mit Folgen für Sauerstoffgehalt und Nutzbarkeit.

Insgesamt zeigte die Tagung die zentrale Bedeutung einer gut geplanten Waldbewirtschaftung und Wegeinfrastruktur.

Fazit

Wasser in großen Mengen stellt eine Herausforderung dar, die künftig stärker berücksichtigt werden muss – sowohl im Flachland als auch in den Mittelgebirgen. Größere und dichter gesetzte Durchlässe erhöhen die Stabilität von Forstwegen. Gleichzeitig gilt es, Wasser im Wald zurückzuhalten, um Trockenstress zu verringern und die Wasserversorgung der Bevölkerung zu sichern.

Wasser bleibt damit zugleich Fluch und Segen – und die forstliche Bewirtschaftung hat entscheidenden Einfluss darauf, was überwiegt.

Worauf es bei der Rationsgestaltung ankommt

0

Kühe reagieren sehr empfindlich auf Änderungen der Fütterungsration. Deshalb ist es entscheidend, dass jede aufgenommene Portion Futter möglichst gleich zusammengesetzt ist. Eine gute Mischration zeichnet sich dadurch aus, dass die Tiere die einzelnen Komponenten nicht selektieren können. Das Vermischen von Grund- und Kraftfutter bildet hier die Grundlage.

Neben der Futterstruktur – ob kurz oder lang – sind vor allem der Feuchtegehalt der Futterkomponenten, die Befüllreihenfolge sowie der richtige Technikeinsatz für ein gutes Mischergebnis von entscheidender Bedeutung. Dies gilt unabhängig davon, ob eine Teil- oder Totalmischration erzeugt wird.

Situation in der Praxis

Auf vielen Betrieben haben Mischrationen ein deutliches Verbesserungspotenzial im Hinblick auf die Selektionsanfälligkeit. Futter, das sich entmischen lässt, sorgt für viel Unruhe am Futtertisch und im gesamten Stall, da sich ranghohe Tiere mit allen Mitteln um die schmackhaften Komponenten der Ration bemühen. Sie durchsuchen das Futter, häufig sichtbar durch Fresslöcher im vorgelegten Futter. Findet die Entmischung bereits im Mischwagen statt, drängeln sich die Tiere in dem Futtertischabschnitt, wo das schmackhafte Futter (Kraftfutter) ausgetragen worden ist.

Auch die Anzahl der eingesetzten Komponenten sollte anhand der für den Betrieb vorgesehenen Fütterungsstrategie sorgfältig abgewogen werden. Kommen viele verschiedene Grund- und Kraftfuttermittel zum Einsatz, erhöht sich der Zeitaufwand und damit auch der Energiebedarf für die Rationserstellung. Hier können Vormischungen, die mehrere trockene Komponenten bündeln, eine praxistaugliche Alternative darstellen.

Es ist davon abzuraten, die Mischdauer beispielsweise aus Kostengründen (gestiegener Dieselpreis) zu reduzieren, ein deutlich schlechteres Mischergebnis mit einer erhöhten Futterselektion ist die Folge.

Beladung des Mischwagens

Für ein gutes Mischergebnis ist beim Beladen auf einen ebenen Stand des Mischwagens zu achten. Ansonsten leidet die Mischarbeit und damit die Mischqualität. Auch sollten die eingefüllten Portionen nicht zu groß sein. Große Einfüllmengen benötigen mehr Zeit zum Auflösen und auch das Einmischen gestaltet sich aufwendiger. Dies ist besonders bei stark verdichtetem und lang strukturiertem Futter der Fall. Ebenso sind trockene Futterkomponenten kaum mischbar, da sie ganz schlecht anhaften. In solchen Fällen ist die Zugabe von Wasser sinnvoll. Dabei ist auf eine gleichmäßige Wasserzugabe zu achten. Erfolgt sie nur an einer Stelle, ist die Wirkung ungenügend.

Eine präzise Wiegeeinrichtung am Futtermischwagen und die exakte Befüllung der Rationsanteile bilden die Grundlage für eine gute Mischration.

Auch die Befüllreihenfolge hat einen Einfluss auf die Mischqualität. Häufig bewährt sich eine Ladereihenfolge von lang zu kurz strukturiertem Material sowie von trockenen zu feuchten Futtermitteln. Sie sollte jedoch immer einzelbetrieblich anhand der eingesetzten Futterkomponenten festgelegt werden.

Sehr entscheidend für das Gelingen einer Mischration ist die Genauigkeit bei der Befüllung der einzelnen Futtermittel. Bei Komponenten mit einem geringen Anteil in der Ration ist es überlegenswert, eine Vormischung zu erstellen. Die dann größere Einfüllmenge ermöglicht eine exaktere Zugabe in den Futtermischwagen und spart zudem Zeit. Pellets und Mehle können alternativ auch über Förderschnecken aus Futtersilos zugegeben werden. Wichtig ist außerdem, die einzelnen Futtermittel möglichst gleichmäßig verteilt über den Mischwagen einzufüllen. Wird ein Mischwagen zu hoch beziehungsweise überladen, ist im oberen Bereich die Mischwirkung deutlich schlechter bis gar nicht vorhanden. Um auch hier eine ansatzweise gute Vermischung zu erreichen, muss deutlich länger gemischt werden, was die Gefahr des Vermusens erhöht. Darüber hinaus steigt der Dieselverbrauch. Die Größe der Mischschnecke sollte auf das Fassungsvolumen des Mischwagend abgestimmt sein. Bei einer nachträglichen Volumenerhöhung des Mischbehälters etwa durch Aufbauten ist die Größe der Mischschnecke ebenfalls anzupassen.

Stumpfe oder abgenutzte Messer zerkleinern das Futter unzureichend und verschlechtern dadurch die Mischqualität erheblich.

Bei kurz strukturierten Futtermitteln und nicht überfülltem Mischwagen ist eine homogene Ration in der Regel erst rund 5 min nach Befüllung mit der letzten Komponente erreicht, allein der kurze Weg vom Siloplatz in den Stall reicht dafür meist nicht aus. Sinnvoll ist es, die Mischarbeit regelmäßig mit einer Schüttelbox zu überprüfen.

Auch die Futterstruktur, der Feuchtegehalt der Komponenten sowie die Befüllreihenfolge haben Einfluss auf das Mischergebnis.

Technische Aspekte

Bei der Erstellung einer homogenen Futtermischung ist ein wichtiger Aspekt der richtige Einsatz der Technik. Dabei spielt der technische Zustand des Mischwagens eine entscheidende Rolle. Mit Schneidwerkzeugen (Messern) an den Mischorganen werden insbesondere langfaserige Futtermittel zerkleinert. Verstärkt wird die Wirksamkeit noch, wenn zum Beispiel bei Futtermischwagen mit stehenden Schnecken zusätzlich mechanisch oder hydraulisch einstellbare Gegenschneiden eingesetzt werden. Vorteilhaft ist bei der hydraulischen Verstellung, dass man sich schnell wechselnden Einsatzbedingungen anpassen und somit die Flexibilität im täglichen Einsatz erhöhen kann. Eine zentrale Rolle spielen der Zustand und die Schärfe der Messer im Mischwagen. Stumpfe und abgenutzte Schneidwerkzeuge zerkleinern das Futter nur ungenügend, was zu einer schlechteren Mischqualität (vielfach Klumpenbildung) und ebenfalls zu einer längeren Mischzeit mit einem erhöhten Energiebedarf führt. Auch abgenutzte Mitnehmer verschlechtern die Durchmischung und zudem den Futteraustrag. Die Schneckendrehzahl ist entsprechend der Mischwagenbauart (vertikal, horizontal), der Arbeitsphase und den Futterkomponenten anzupassen. Um den Kraftaufwand zu Beginn des Mischvorganges zu reduzieren, bieten sich Schaltgetriebe an, die die Drehzahl der Mischorgane reduzieren. Beim Mischvorgang ist die Schneckendrehzahl so zu wählen, dass die Futterstruktur erhalten bleibt. Hierbei gilt: Je trockener das Futter, desto höhere Drehzahlen sind möglich. Beim Futteraustrag sorgt eine höhere Schneckendrehzahl für eine schnellere und komplette Entleerung.

Lochfraß ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass die vorgelegte Mischration selektiert werden kann.

Die Wiegeeinrichtung am Futtermischwagen ermöglicht eine genaue Rationszusammenstellung. Bedingung ist allerdings, dass die Mengen genau befüllt werden und die Waage am Futtermischwagen exakt ist. Die Genauigkeit der Waage sollte regelmäßig überprüft werden. Die Kontrollwiegung kann beispielsweise mit Säcken oder Big Bags (Gewicht bekannt) oder mithilfe einer Fuhrwerkswaage erfolgen. Neben Additionswaagen, bei denen die Futterkomponenten während des Befüllens addiert werden, bietet der Markt auch programmierbare Wiegeeinrichtungen, mit denen eine Vielzahl abgespeicherter Mischrezepte abgerufen werden kann. In Kombination mit einer Sollmengenkontrolle wird das exakte Befüllen erleichtert. Unabhängig von der Art der Wiegeeinrichtung muss die Befüllung der einzelnen Futterkomponenten möglichst exakt erfolgen. Das bedeutet, Restmengen gehören nicht in den Mischwagen, sondern wieder zurück ins Lager. Dies gilt nicht nur für Komponenten mit einem geringeren Anteil in der Ration, sondern auch für Futtermittel mit einem höheren Mengenanteil, zum Beispiel Silagen. Um die Befüllung auch genau durchführen zu können, ist es wichtig, dass die Ziffern auf dem Display der Wiegeeinrichtung am Futtermischwagen gut lesbar und beleuchtet sind.

Darüber hinaus sorgen befestigte Fahrwege und Siloflächen, kurze Lauf- und Fahrwege, eine gute Beleuchtung (Arbeitsscheinwerfer) sowie der Einsatz mindestens einer Kamera hinten am Futtermischwagen (bessere Sicht beim Rückwärtsfahren) für einen zügigeren und sicheren Arbeitsablauf. Die daraus resultierende Zeitersparnis bedingt auch einen geringeren Dieselverbrauch.

Fazit

Die Erstellung einer guten Mischration erfordert das Zusammenspiel vieler Faktoren – von der Technik über die Futterkomponenten bis zur Arbeitsweise. Denn eine homogene Futtermischung, die nicht selektiert werden kann, ist maßgeblich für eine optimale Versorgung der Kühe.

Eierkurse deutlich gestiegen

0

Die Großhandelskurse für Eier sind zuletzt steil angestiegen. Die Weser-Ems-Notierung für weiße M-Eier aus Bodenhaltung erreichte Ende Oktober 18,50 ct pro Ei. Vor einem Jahr lag der Kurs hier bei 14,80 und vor zwei Jahren bei 13,65 ct pro Ei. Als Grund für diesen deutlichen Preisanstieg werden oftmals die Ausbrüche der Geflügelgrippe genannt. Doch bereits in den Wochen zuvor zeigten sich ein vergleichsweises knappes Angebot und eine rege Nachfrage im Großhandelsgeschäft mit Eiern. Auch Marktteilnehmer mit langjähriger Erfahrung berichten, dass sie einen derart angespannten Markt wie aktuell bisher noch nicht erlebt haben. Sogar während der Fipronil-Krise im Jahr 2017 seien die Preise nicht so hoch gewesen.

Damoklesschwert Aviäre Influenza

Die zuletzt häufigeren Ausbrüche der Vogelgrippe nahmen in vielen Bundesländern noch zu. Dies verunsichert die gesamte Branche. Auch in den EU-Nachbarländern gab es neue Fälle der Krankheit. Dies betrifft zunehmend auch konventionelle Betriebe. In vielen Regionen wird eine Aufstallpflicht angeordnet. Um sich in der Zeit des Vogelzuges besser gegen die Krankheit zu schützen, fordern viele Berufsverbände, die Freilandhaltung von Geflügel bundesweit zu begrenzen. Zum Teil wird eine mögliche Impfung der Bestände diskutiert. Für die betroffenen Geflügelhalter ist ein positiver Befund ein Horrorszenario. Betriebsfremde Personen übernehmen die weiteren Schritte. Das ist für jeden Tierhalter eine enorme Belastungssituation. Für die nicht betroffenen Betriebe gilt es aktuell die Bio­sicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten.

Eier sind europaweit knapp. In allen Regionen hat die Vogelgrippe die Bestände reduziert. In Polen sollen große Bestände betroffen sein. In den Niederlanden sorgen Umwelt- und Stickstoffauflagen für die Aufgabe vieler Betriebe. Europaweit steigen die Tierschutz- und Haltungsanforderungen. Neubauten verzögern sich. Die Produktion verteuert sich.

Hamsterkäufe sind keine Lösung

Im Großhandelsgeschäft sind vor allem die Kurse für frei gehandelte Ware von Preisaufschlägen betroffen. Vertragsware wird dagegen zu vorab vereinbarten Preisen verkauft. Die Preise im Lebensmittelhandel (LEH) sind daher bislang nur geringfügig gestiegen. Mit der anlaufenden Backsaison in der Advents- und Weihnachtszeit wächst die Nachfrage jedoch. Angesichts geringer Vorräte können Kundenwünsche nicht immer umgehend erfüllt werden. Zu empfehlen ist, dass Einkaufsverhalten nicht zu verändern. Verständnis und Solidarität sind in dieser besonderen Situation in der gesamten Lieferkette wünschenswert.

Bereits vor den aktuellen Vogelgrippeausbrüchen gab es eine spürbare Erhöhung der Nachfrage im LEH. Eier sind ein Trendprodukt geworden und werden von vielen als preiswerter Eiweißlieferant genutzt. Im dritten Quartal dieses Jahres sind 8,1 % mehr Eier als im Vorjahreszeitraum verkauft worden. Bereits im Vorjahr stieg der Pro-Kopf-Verbrauch um zehn auf 249 Eier. Davon profitieren vor allem Freiland- und Bioeier. Trotz einer erhöhten Produktion blieb diese Ware selbst in den Sommermonaten knapp. Das in den vorherigen Jahren übliche Sommerloch blieb aus. Marktteilnehmer erwarten auch für den Rest des Jahres keine Entspannung.

Wo Züchterherzen höherschlagen

0

Züchter und Liebhaber traditioneller Schafrassen versammelten sich Mitte September im Tierpark Arche Warder zum alljährlichen Landschaftag. Schon früh fanden sich die ersten Züchter mit ihren Schafen auf dem herbstlich geschmückten Gelände rund um das Haus der Natur ein und bald bot sich den zahlreichen Besuchern ein farbenfrohes Bild. Die rund 80 Tiere zeigten, dass Schafe an unterschiedlichsten Orten zu Hause sind: von den hügeligen Mittelgebirgen über die weiten Heide- und Moorlandschaften bis hin zu den sturmgepeitschten Küsten Pommerns und des Atlantiks.

Schafe und Böcke aller Altersklassen wurden gewogen, benotet und prämiert. Iris Frenzer, Sprecherin des Arbeitskreises Landschafe, hieß Besucher und Züchter willkommen. Die Kör- und Prämierungskommission, Hardy Marienfeld, Frauke Wechselberg, Anke Mückenheim und Arne Articus-Roth, erhielt Unterstützung von den Züchtern Gerd Meyer, Nordrhein-Westfalen, und Thomas Gerken, Niedersachsen. Besonderen Wert legte die Jury auf Körperbau, Bemuskelung, Wollqualität und das äußere Erscheinungsbild. Nach der Erfassung des tagesaktuellen Gewichtes der Tiere begann die Bewertung in zwei separaten Ringen. 

Anpassungskünstler der Heiden und Moore

Die Bentheimer Landschafe zählen zu den ältesten deutschen Schafrassen und stammen ursprünglich aus dem südlichen Niedersachsen und Westfalen. Andrea Michelson führte ein starkes Feld einjähriger Böcke sowie ein Mutterschaf in den Ring. Der Bock mit der Katalognummer (Kat.-Nr.) 1 wusste der Jury zu gefallen und wurde mit dem Rassesieg belohnt.

Die Graue Gehörnte Heidschnucke ist eine norddeutsche, mittelgroße Heideschafrasse, die sich durch ihre charakteristische graue Farbe sowie die auffälligen Hörner auszeichnet. Von den zwei von Astrid Holst vorgestellten Mutterschafen ging die Kat.-Nr. 9 vor ihrer Stallgenossin als Siegerin hervor.

Die Skudden traten in einem spannenden Wettbewerb gegeneinander an. Jürgen Bauer, Arno Richard Benemann, die Skuddenzucht Kohrn sowie Norbert Westphal und Heide Völtz präsentierten herausragende Vertreter dieser urtümlichen Rasse. Als „Heidschnucke der Masuren“ ist die Skudde eine bodenständige Rasse Ostpreußens und des Baltikums. Sie gehört zur Gruppe der kurzschwänzigen, nordischen Heideschafe. Mit feinem Gespür für ihre „Fritzi“ (Kat.-Nr. 65) zeigte Pheline Kohrn eindrucksvoll die perfekte Harmonie zwischen Züchterin und Tier. Gemeinsam schritten sie souverän an die Spitze der Konkurrenz. Reservesieger wurde der Jährlingsbock (Kat.-Nr. 62) aus der Zucht von Jürgen Bauer.

Von der Insel Föhr kamen die Vertreter der Weißen Gehörnten Heidschnucken. Ihr langer, keilförmiger Kopf trägt bei den Böcken auffallend gedrehte, schneckenförmige Hörner, während die weiblichen Tiere elegante, sichelförmig nach hinten gebogene Hörner zeigen. Jan Pedersen reiste mit zwei Jährlingsböcken und zwei Mutterschafen an. Das Mutterschaf (Kat.-Nr. 79) wusste die Jury zu begeistern und wurde mit einem ersten Preis ausgezeichnet.

Siegerehrung beim Landschaftag in Warder

Vom Mittelgebirge bis zum Wallis

Nachdem die ursprünglich angemeldeten Coburger Fuchsschafböcke bereits in Husum verkauft werden konnten, brachte Alexandra Zochovskis ein Mutterschaf mit nach Warder. Ihr Schaf (Kat.-Nr. 8A) repräsentierte die Rasse tadellos und wurde mit einem ersten Preis ausgezeichnet. Diese alte Landschafrasse besiedelte im 19. Jahrhundert weite Teile der europäischen Mittelgebirge. Fuchsschafe sind für ihr goldenes Vlies und ihr ruhiges, anhängliches Wesen bekannt.

Nicole Potyka zeigte zwei besonders typische Mutterschafe der Rasse Rhönschaf, die die einzigartige Landschaft der Rhön mitgeprägt haben. Mit ihrem edlen schwarzen Kopf und dem strahlend weißen Vlies zogen sie sowohl Jury als auch Publikum in ihren Bann, wobei Kat.-Nr. 53 als Rassesiegerin die Spitze einnahm.

Die Züchter der Walliser Schwarznasenschafe machen sich das Leben nicht leicht, denn bei dieser Rasse zählt jedes Detail der typischen schwarzen Zeichnung. Die schwarze Nase muss von der Kopfmitte ununterbrochen bis zu den Augen reichen. Auch die Ohren sind bis zum Ansatz tiefschwarz gefärbt. Weitere charakteristische Merkmale sind schwarze Flecken an den Sprunggelenken und Vorderbeinen. Die weiblichen Tiere tragen zusätzlich einen schwarzen Schwanzfleck. Trotz dieser hohen Anforderungen züchtet Jendrik Fey die Rasse mit großem Erfolg. Sein Mutterschaf „Edwina“ (Kat.-Nr. 73) erfüllte alle Ansprüche in vorbildlicher Weise und wurde verdient zur Rassesiegerin gekürt.

Küstenschafe aus Pommern und Ouessant

Bei den Rauwolligen Pommerschen Landschafen stellte die Zuchtgemeinschaft Christine Rogall und Jürgen Vagts zwei imposante einjährige Böcke vor. Auch die Mutterschafe von Arne Articus-Roth und Anna Wegener wussten zu gefallen und erzielten hohe Bewertungen. Die historische Rasse aus Pommern besticht durch ihre raue, witterungsbeständige Wolle und ihre Anpassungsfähigkeit. Der Jährlingsbock (Kat.-Nr. 42) der ZG Rogall/Vagts setzte sich zwar nicht gerade gentlemanlike, aber äußerst überzeugend vor seiner weiblichen Artgenossin im Ring durch und wurde Rassesieger. Auch an der Reservesiegerin, dem Schaf mit Kat.-Nr. 49, war die ZG Rogall/Vagts nicht ganz unbeteiligt, da es ursprünglich aus ihrer Zucht stammt und von Claudia Siewert bestens vorgeführt wurde.

Die lebhaften Ouessants von Horst Feddersen, Ryan und Arlett Kleinfeld, Bettina und Holger Blankenburg, Luuk und Torben Nesch sowie Maren und Rainer Schwormstede wirbelten im Ring umher. Die Jury behielt trotzdem den Überblick und kürte schließlich das Mutterlamm mit Kat.-Nr. 31 aus der Zucht des Altmeisters Horst Feddersen zur Rassesiegerin, dicht gefolgt vom Reservesieger, dem Jährlingsbock (Kat.-Nr. 18) aus der Zucht Blankenburg.

Titel Mr. und Mrs. Warder sowie Wollsieger

Nach einem kräftigen Regenschauer rissen die Wolken auf, und bei bestem Wetter konnten die Titel Mr. und Mrs. Warder sowie der Wollsieger 2025 verkündet werden.

Zum Mr. Warder wurde der Rassesieger der Pommern ernannt, eine Auszeichnung, die die ZG Rogall/Vagts so sehr motivierte, dass sie spontan beschloss, ihre Tiere auch auf der Bundesschau der Pommern und Skudden in Leipzig zu zeigen.

Den Titel Mrs. Warder sicherte sich „Fritzi“, die charmante Skudden-Siegerin aus der Zucht Kohrn, die ebenfalls nach diesem Sieg für die Bundesschau nachnominiert wurde. Damit präsentierte sich Schleswig-Holstein gleich mit mehreren würdigen Vertretern auf der bundesweiten Bühne.

Auch der Wollsieger kam aus der Rasse der Skudden. Der Reservesieger aus der Zucht von Jürgen Bauer überzeugte mit einer Traumnote 9 in der Wollbewertung und behauptete sich souverän.

Der Landschaftag im Tierpark Arche Warder war nicht nur ein Schauplatz für prächtige Schafe, sondern auch eine Plattform, um Wissen zu teilen, Erfahrungen auszutauschen und die Vielfalt der Schafrassen einem breiten Publikum näherzubringen. Verkaufsstände, zahlreiche Spinnerinnen und handgefertigte Wollartikel rundeten das Erlebnis ab.

Ausreichendes Angebot an Saisongeflügel

0

Ende Oktober beginnen auf den schleswig-holsteinischen Geflügelbetrieben die Vorbereitungen für die Vermarktungssaison. Der erste Absatzhöhepunkt für heimische Enten und Gänse ist traditionell der Martinstag am 11. November. Doch angesichts der erhöhten Anzahl von Fällen von Vogelgrippe zeigen sich die ­heimischen Geflügelbetriebe ­besorgt.

Anfang dieser Woche wurden vier Geflügelpestfälle bei Wildvögeln bestätigt. Dazu kommt ein neuer Fall in einer Geflügelhaltung im Kreis Plön. Zuvor gab es bereits im Kreis Steinburg und in Nordfriesland betroffene Betriebe. Durch den aktuellen Vogelzug steigt die Gefahr weiterer Ansteckung von Hausgeflügel. Daher wurden ab dem 25. Oktober durch die Landesregierung Schleswig-Holstein neue Vorschriften für Geflügelhalter in Schleswig-Holstein für eine bessere Biosicherheit erlassen.

Die hiesigen Geflügelhalter berichten von etwas geringeren Angebotsmengen an Enten und Gänsen als im Vorjahr, auch als Folge der Geflügelgrippesituation in den Vorjahren. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleiben die Preise jedoch stabil. Frisch geschlachtete Gänse kosten im Direktverkauf etwa 16 bis 20 €/kg, Enten 13 bis 18 €/kg. Im Lebensmittelhandel liegen tiefgekühlte Gänse aus deutscher Produktion bei rund 17 €/kg, Enten bei 14 €/kg. Regional können die Preise leicht abweichen, vereinzelt gibt es Sonderaktionen. Wie bereits im Vorjahr zeigt sich somit eine breite Preisspanne. Die leicht gesunkenen Futterkosten sorgen für eine gewisse Entlastung der Erzeuger. Gleichzeitig bereiten die steigenden Lohnkosten Sorgen, die die ohnehin knappen Margen weiter einschränken. Hinzu kommt, dass es sowohl in den Betrieben als auch für die Schlachtereien zunehmend schwieriger wird, ausreichend viele Fachkräfte zu finden, was den Kostendruck auf die gesamte Produktionskette zusätzlich erhöht. Die heimische Gänsefleischproduktion sank 2024 um 11 %, womit der Selbstversorgungsgrad auf 19 % abfiel. Der Selbstversorgungsgrad bei Enten erhöhte sich dagegen auf 57 %.

Saisongeflügel hat in Deutschland eine lange Tradition – besonders in der Adventszeit, wenn Familie und Freunde am festlich gedeckten Tisch zusammenkommen. Auch in diesem Jahr prägt die Geflügelpest die Vermarktungssituation und fordert die Betriebe. Umso wichtiger ist es, heimische Erzeuger zu unterstützen: Gänse und Enten aus regionaler Freilandhaltung stehen für Qualität, Nachhaltigkeit und Tierwohl. Wer beim Landwirt vor Ort kauft, stärkt nicht nur die heimische Landwirtschaft, sondern zeigt auch Wertschätzung für die Menschen, die diese traditionelle Spezialität mit großem Engagement möglich machen.

Schwarz räumt seinen Stuhl für Schmachtenberg

0

Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) hat am Dienstag personelle Veränderungen in seiner Landesregierung bekannt gegeben. Mit Wirkung zum 12. November wird Cornelia Schmachtenberg (CDU), Abgeordnete im Schleswig-Holsteinischen Landtag, neue Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz. Magdalena Finke (CDU), bislang Staatssekretärin im Innenministerium, übernimmt das Amt der Ministerin für Inneres, Kommunales, Wohnen und Sport.

Die bisherigen Amtsinhaber Werner Schwarz und Dr. Sabine Sütterlin-Waack (beide CDU) geben ihre Ressorts geordnet weiter. Günther betonte, dass sich beide in herausragender Weise um die die Sicherheit, die ländlichen Räume und die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein verdient gemacht hätten.

Vom Funktionär zum Minister

In vertrauensvollen Gesprächen habe der Ministerpräsident die Übereinkunft erzielt, bereits in der laufenden Periode die Ämter in jüngere Hände zu geben. Hinsichtlich seines Bestrebens, bei der nächsten Landtagswahl 2027 wieder als Spitzenkandidat der CDU anzutreten, sei es kein Nachteil, wenn die Wähler wüssten, mit welchem Personal man potenziell in die Regierungsverantwortung gehe.

Schwarz erklärte in einem Statement: „Nach vielen Jahren in der Agrar- und Landespolitik ist jetzt der richtige Zeitpunkt, den Stab weiterzugeben. Ich habe erlebt, wie viel Innovationskraft, Engagement und Zusammenhalt unsere Landwirtschaft, die ländlichen Regionen sowie die Arbeit in Europa und im Verbraucherschutz prägt.“ Laut Günther hat Schwarz den Sprung vom Funktionär zum Minister sehr schnell geschafft und gemeinsam mit seiner Staatssekretärin Anne Benett-Sturies in kurzer Zeit ein völlig neues Landwirtschafts- und Europaministerium aufgebaut.

Seine neuen Ministerinnen sieht er bestens gerüstet für die vor ihnen liegenden Aufgaben: „Mit Magdalena Finke und Cornelia Schmachtenberg kommen zwei dynamische, fachlich hoch versierte und bestens vernetzte Frauen ins Kabinett. Beide bringen Energie, Erfahrung und ausgezeichnete Verbindungen in ihre Verantwortungsbereiche mit – das ist Aufbruch aus der Stärke heraus.“ Auf Nachfrage des Bauernblattes erklärte der Ministerpräsident: „Die bisherigen Ressortzuschnitte bleiben bestehen.“

Produktion in der Fläche halten

Cornelia Schmachtenberg hat in Kiel Agrarwissenschaften studiert und ist seit 2022 Landtagsabgeordnete sowie umweltpolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. 

Schmachtenberg betonte ihre Verbundenheit zur Landwirtschaft: „Ich will dafür sorgen, dass unsere Betriebe, Dörfer und Regionen stark bleiben, zukunftsfest aufgestellt sind und zugleich die Chancen Europas für unser Land besser genutzt werden.“ Ihr zukünftiges Ministerium sei ein echtes „Draußen-Ministerium“ – es stehe für Nähe, Begegnung und das, was Schleswig-Holstein ausmache: Tradition und Moderne, Heimat vor Ort und europäische Perspektiven. „Wir müssen Landwirtinnen und Landwirten den Rücken stärken und die landwirtschaftliche Produktion in der Fläche halten“, so Schmachtenberg.

Weitere Personalentscheidungen betreffen mehrere Staatssekretärspositionen. Anne Benett-Sturies tritt in den Ruhestand. Ihr folgt Otto Carstens, bislang Justizstaatssekretär. Als neue Justizstaatssekretärin wird Birgit Heß berufen, die zuletzt als Leitende Oberstaatsanwältin Behördenleiterin der Staatsanwaltschaft Kiel war. Im Innenministerium komplettiert Sönke E. Schulz das Führungsteam auf Staatssekretärsebene; er war bisher Geschäftsführer des Schleswig-Holsteinischen Landkreistages. Er wird im Innenministerium für die Themen Bevölkerungsschutz und Ordnungsrecht, Kommunales und Landesplanung zuständig sein. Der amtierende Staatssekretär Dr. Frederik Hogrefe wird Amtschef des Innenministeriums und ist künftig verantwortlich für die Allgemeine Abteilung, die Polizei, Bauen und Wohnen und Verfassungsschutz.

Bauernverband fordert Umstrukturierung

Klaus-Peter Lucht

Der Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), Klaus-Peter Lucht, wünscht der neuen Hausspitze des Kieler Landwirtschaftsministeriums gutes Gelingen und vor allem viel Durchsetzungskraft für eine starke Landwirtschaft in Schleswig-Holstein. „Die Landwirtinnen und Landwirte erwarten politische Rahmenbedingungen, die sie unternehmerisch und eigenverantwortlich handeln lassen,“ so Lucht. „In diesem Zusammenhang ist jetzt der passende Zeitpunkt, die längst überfällige Anpassung des Ressortzuschnitts vorzunehmen und zumindest die Bereiche Wasserwirtschaft und den landwirtschaftlichen Vertragsnaturschutz in das Landwirtschaftsministerium zu übertragen. Denn dort gehören diese Themen hin.“

Zum scheidenden Landwirtschaftsminister Werner Schwarz erklärte Lucht, dass dieser als ehemaliger Präsident des Bauernverbandes große Verdienste für die Landwirtschaft erzielt habe. „Auch die ersten Schritte Richtung Bürokratieabbau und die Umsetzung des 9-Punkte-Plans finden unsere Anerkennung“, so der BVSH-Präsident. Die andauernde Blockadehaltung des Umweltministeriums habe nach Auffassung des Verbandes möglicherweise dazu geführt, dass sowohl der Minister als auch die Staatssekretärin nicht ihre gesamte politische Agenda für eine starke Landwirtschaft umsetzen konnten. 

Von Sylt nach Italien mit dem Pferd

0

Die Morsumerin Claudia Nagel erfüllte sich einen Lebenstraum. Mit ihrem Pferd fuhr sie ins Allgäu, von wo aus sie 200 km durch die Alpen bis nach Italien ritt. Ein anspruchsvolles, aber mit guter Vorbereitung pferdekonform umsetzbares Unterfangen, das die Sylterin bis heute mit großen Emotionen und tiefer Dankbarkeit erfüllt.

Schon in ihrer Kindheit liebte Claudia Nagel alle Tiere. „Damit war ich ein Exot in meiner Familie“, erzählt die heute 54-Jährige lachend. Unbedingt wollte sie reiten lernen, doch das war teuer und ihre Eltern hatten Respekt vor den großen Tieren. Nach langem Sehnen setzte sie sich durch und durfte einmal die Woche Reitunterricht nehmen. „Für einen Ausritt musste ich dann einmal aussetzen, denn das waren zwei Stunden und dementsprechend teuer“, erinnert sie sich.

Mit 14 Jahren war es endlich so weit, dass sie zur Konfirmation ihr erstes Pony bekam. Allerdings hatte sie auf Pferden reiten gelernt und der nur 120 cm große Araber-Haflinger-Mix war schnell zu klein für sie. Bald musste sie sich wieder von ihm trennen.

Als Abiturientin arbeitete sie sich in ihrem Stall zur Reitlehrerin hoch, führte Ausritte und gab Kindern die ersten Stunden an der Longe. Zu dieser Zeit brachte ein berittener Polizist aus Berlin sein ausrangiertes Dienstpferd nach Sylt. „Das war eine Stute im besten Alter, aber die wollten nur noch Wallache“, erinnert sich Nagel. Der Polizist schenkte der damals 18-Jährigen das Pferd, nachdem sie sich ein halbes Jahr gut darum gekümmert hatte. Die Stute, eine Holsteinerin mit Staatsprämie, wurde 24 Jahre alt und wechselte nicht mehr den Besitzer. Nagel ließ sie decken und behielt auch das Fohlen Philou für seine 26 Lebensjahre bei sich.

„Mir wurde in der Zwischenzeit noch ein Pferd geschenkt“, erzählt sie. Einsteller und Reitschüler hatten zusammengelegt, um ihr zum Geburtstag eine kleine Stute zu kaufen, die in dem Reitstall zur Welt gekommen war. Ihre drei Pferde stellte sie im Sommer auf die Weide ihrer Großeltern und im Winter in den nahe gelegenen Reitstall in Keitum. Zehn Jahre lang handhabte sie das so. Inzwischen stehen Nagels Pferde das ganze Jahr über bei ihr am Haus.

Eine neue Aufgabe

Die Idee von der Alpenüberquerung hatte Claudia Nagel schon vor 20 Jahren, doch der richtige Zeitpunkt ließ auf sich warten. Sie bekam einen Sohn, arbeitete im familieneigenen Gastronomiebetrieb mit und betreut nun seit einigen Jahren ihre Eltern.

Am Strand und in den Dünen arbeitete Claudia Nagel mit ihrem Pferd Tizón an der Fitness. Foto: privat

Lange fehlte ihr auch ein Pferd, das fit genug für ihren Plan war. Doch sie hatte schon mit dem Distanzreiten begonnen und unternahm immer wieder Wanderritte auf der ganzen Welt, unter anderem in Amerika und Ägypten. In Spanien wurde ihr eines Tages ein junger Spanier für eine Pyrenäenüberquerung angeboten. „Er war sehr lieb, ich konnte aber noch gar nicht richtig auf ihn einwirken“, so Nagel. Dennoch verliebte sie sich schnell in Tizón. „Das war dann ein großes Hin und Her“, erinnert sie sich. Denn eigentlich wollte sie gar kein Pferd kaufen. Die Familie hatte gerade das Restaurant aufgegeben und in ihrem Leben war vieles im Wandel. Doch das junge Pferd ließ sie nicht los und so fuhr sie im gleichen Jahr noch zweimal nach Spanien.

„Es kristallisierte sich dann immer mehr heraus, dass ich eine neue Aufgabe wollte. Als er mir für einen fairen Preis angeboten wurde, gab es einen Handschlag und er war meiner. Eine Herzensangelegenheit“, berichtet Nagel. Erst als sie die Papiere in den Händen hielt, erfuhr sie, dass Tizón nur vier Jahre alt war. Nun hofft sie, dass er trotz der frühen Belastung lange gesund bleibt. Doch die Entscheidung hat sie nie bereut: „Er hat mir schon so viel Freude bereitet.“

Inzwischen ist Tizón seit acht Jahren bei Nagel zu Hause. Mit dem Wissen um seine Fähigkeiten in steinigem und bergigem Gelände kam der Traum der Alpenüberquerung wieder auf. „Doch immer sprach etwas dagegen und es war so viel zu bedenken. Ich wollte es nicht angehen“, gibt sie zu.

Viel zu organisieren

Schließlich war es ihre Horsemanship-Trainerin, die das Thema voranbrachte. Sie kannte die Reitlehrerin Barbara Ochotta, die sich auf Alpenritte von Gruppen spezialisiert hat. „Träume soll man doch nicht einfach aufgeben“, riet sie ihrer Schülerin und stellte den Kontakt her. In vielen Telefonaten planten Nagel und Ochotta, wie man die Reise von Sylt über die Alpen am besten umsetzen könnte. Die Vorbereitungen dauerten 16 Monate.

Der Ritt über die Alpen war schon lange ein großer Traum von Claudia Nagel. Foto: privat

In dieser Zeit arbeiteten Tizón und Nagel an ihrer Fitness. „Auf Sylt muss man viel spielen, um Strecke zu machen. Oft bin ich im Kreis geritten. Das, was es an Hügeln gab, habe ich immer mitgenommen“, erzählt Nagel. Immer waren sie vier bis fünf Stunden unterwegs, streckenweise führte sie ihr Pferd. Je nach Jahreszeit ging es an den Strand, Dünen hoch und hinunter, und sie machten viel Intervalltraining. Sie führte akribisch Buch. Am Ende war das Paar aus dem flachen Norden das fitteste bei der Alpenüberquerung.

Gemeinsam mit ihrer Horsemanship-Trainerin brach Nagel mit Auto und Hänger auf. Die ganze Nacht durch fuhren sie, 980 km bis ins bayerische Memmingen. Dort machten Pferd und Reiterin erst einmal fünf Tage Pause. „Wir mussten noch Papierkram regeln, immerhin ging es über zwei Landesgrenzen“, erklärt Nagel. Tizón brauchte außerdem einen Spezialbeschlag für die Alpen. Seine Besitzerin wählte Duplos und die bewährten sich. In Ruhe akklimatisierten sich Mensch und Pferd und machten schon erste kleine Ausflüge. Noch regnete es, doch der Wetterbericht versprach gutes Wetter für die Zeit der Alpenüberquerung.

Neben der Veranstalterin und ihrem Partner kamen acht Teilnehmer mit auf den Trip. Die meisten stammten aus der engeren Umgebung, eine aus Dresden und Nagel ganz aus dem Norden von der Insel Sylt. Mit Auto und Hänger ging es weiter nach Schwangau an den Fuß des Schlosses Neuschwanstein. Von dort holte ein Freund von Claudia Nagel das Gespann ab und fuhr damit schon einmal nach Italien vor. „Das musste ich im Vorfeld alles planen. Auch die Tatsache, dass mein Mann zwei Wochen lang ohne Auto klarkommen musste“, erklärt sie.

Heute weiß sie nicht mehr, wie lange sie allein am Equipment herumgefummelt hat. Dank ihrer Trailerfahrungen wusste sie, dass auf keinen Fall etwas scheuern darf. In den Bergen braucht man außerdem ein perfektes Vorderzeug, was sie auf der flachen Insel Sylt nicht testen konnte.

Bis zum Gipfelkreuz

Doch dann ging es endlich los: sechs reine Reittage über die Alpen. Täglich etwa 30 km, 200 km insgesamt, bei strahlend blauem Himmel. Jeden Abend kehrten die Reiter in einem Hotel ein, es gab leckeres Essen, weiche Betten und einmal sogar Sauna und Schwimmbad. Auch die Pferde waren sehr gut untergebracht.

Immer wieder hatten die Reiter fantastische Blicke über die Berge. Foto: privat

Für Nagel, die schon über verschiedene Berge geritten ist, war das hier alles, was sie sich erträumt hatte: Mit dem eigenen Pferd eine solche Aufgabe zu meistern. „Es ist so toll, was man zusammen mit seinem Pferd erreichen kann. Für mich war es wie ein kleiner Jakobsweg. Ich wollte es unbedingt gut machen und das hat geklappt. Es war einfach nur perfekt“, schwärmt sie. Jeden Tag wuchs sie mit ihrem Pferd enger zusammen. Morgens wartete Tizón schon neugierig auf sie, als sei er gespannt, was heute anstehe.

Dabei war der gesamte Trip nicht ganz ungefährlich. Der Weg führte an Abhängen vorbei, durch Geröllfelder und an Straßen entlang. Die Pferde mussten nicht nur trittsicher und fit sein, sondern auch gänzlich unerschrocken.

Der absolute Höhepunkt war das Ziel – in jeder Hinsicht. Das Gipfelkreuz auf dem italienischen Pass Timmelsjoch steht in 2.700 m Höhe. „Das rührt mich heute noch“, sagt Nagel mit erstickter Stimme. Die letzten Meter nach dem finalen, 45 min dauernden Anstieg seien einfach unfassbar gewesen. Oben angekommen seien alle erst einmal still geworden. Selbst die Pferde hätten in die Weite geguckt. „Ich musste furchtbar weinen. Ich kann das Gefühl selbst heute noch nicht in Worte fassen“, erzählt Nagel. Eigentlich seien sie nur einen Berg hochgeritten und oben angekommen, aber es sei einfach fantastisch gewesen. Alle Reiter ließen ihre Pferde los, die trotzdem zusammen stehen blieben. Eine Stunde verbrachte die Gruppe auf dem Berg und ließ alles auf sich wirken.

Auf der Reise hat Nagel „ganz tolle Menschen kennengelernt“. Vor allem mit der Veranstalterin verbinde sie inzwischen eine Freundschaft, die bestimmt länger halte. Zurück auf Sylt brauchte sie Zeit, um wieder richtig zu Hause anzukommen. „Die Rührung hat mich immer wieder überwältigt“, berichtet sie.

So viele Menschen haben sie bei der Umsetzung ihres Traums unterstützt: ihre Eltern, ihr Ehemann, ihr Sohn, ihr Chef, ihre Trainerin und natürlich die Veranstalterin. Besonders dankbar ist sie ihrer Horseman­ship-Trainerin und einem langjährigen Freund aus Österreich, die sie auf den langen Transportwegen als Fahrer begleitet haben. Alle fanden, Träume müsse man leben, und rieten ihr: „Sieh zu, dass du loskommst.“ Rückblickend findet Claudia Nagel: „Der Ausbruch aus dem normalen Leben war sehr groß, aber es hat sich gelohnt.“

Kleine Bäume ganz groß

0

Als Kleinbäume bezeichnet man Gehölze mit einer Wuchshöhe zwischen 2 und maximal 10 m. In der Gartengestaltung stehen sie damit an der Grenze zu den Großsträuchern. Mit ihrer kompakten Wuchsform fügen sich Kleinbäume problemlos in jeden Gartenbereich ein. Dabei überzeugen sie optisch mit ganz unterschiedlichen Wuchsformen. Sie reichen von Kugelkronen über schlanken Säulenwuchs bis hin zu kaskadenartig herabhängenden Zweigen. Und natürlich schmückt sich so manches Exemplar mit attraktiven Blüten.

Kugelahorn ,Globosum‘ bildet eine dicht belaubte, kugelrunde Krone aus. Foto: Karin Stern

Das ganze Jahr über bilden Bäume das Grundgerüst des Gartens und gehören damit zu den unverzichtbaren Elementen auf dem Grundstück. Für die Gestaltung kleinerer Teilbereiche bieten Baumschulen eine breite Palette interessanter Bäume in kompakten Wuchsformen an. Sie finden im Gegensatz zu ihren großen Verwandten überall ein Plätzchen. Ein gutes Beispiel dafür sind die beliebten runden Kronen von Kugelahorn ‚Globosum‘ (Acer platanoides), der Kugelsteppenkirsche ‚Globosa‘ (Prunus fruticosa) und der Kugelakazie ‚Umbraculifera‘ (Robinia pseudoacacia). Manchmal wird Letztgenannte auch als Kugelrobinie angeboten. Alle drei Arten zeichnen sich nicht nur durch ihre platzsparende, attraktive Wuchsform aus, sondern sind zudem sehr pflegeleicht. Ihre Kronen bleiben auch ohne Schnitt gut in Form. Wer einen leichten Korrekturschnitt vornehmen oder die Kronen kompakter halten möchte, schneidet sie im Spätwinter zurück. Ein optisches Extra legt die Kugelsteppenkirsche mit ihrem reichen, leicht duftenden Blütenflor in Weiß noch obendrauf.

Die Säuleneibe bringt Grün in den dunklen, rotlaubigen Hintergrund.
Foto: Karin Stern

Die schlank wachsenden Säulenbäume sind wunderbare Gestaltungselemente. Von Natur aus zeichnen sie sich durch einen dichten Wuchs und straff aufrecht wachsende Äste aus. In Einzelstellung gepflanzt, ziehen sie den Blick auf sich, ohne dabei viel Schatten zu werfen. Die Reihenpflanzung bietet einen eindrucksvollen Anblick. Doch man sollte bedenken, dass Säulenförmige mit zunehmendem Alter ihre Gestalt verändern. Manche neigen nach vielen Jahren zu einer kegel- oder eiförmigen Krone. Immergrüne mit säulenförmigem Wuchs sorgen auch im Winter noch für viel Grün. Zu empfehlen sind hier Wacholder ‚Hibernica‘ (Juniperus communis), die Eibe ‚Fastigiata‘ (Taxus baccata) oder die kegelförmige Scheinzypresse ‚Ellwoodii‘ (Chamaecyparis lawsoniana). Sommerliches Grün in Verbindung mit frühjährlicher Blütenpracht und schlankem Wuchs bieten Zierkirsche ‚Amanogawa‘ (Prunus serrulata) mit einem fantastischen rosafarbenen Blütenmeer von April bis Mai und Eberesche ‚Fastigiata‘ (Sorbus aucuparia). Diese wirft zudem noch attraktiven herbstlichen Beerenschmuck in die Waagschale.

Hängende Kronen wie die der Weidenblättrigen Birne passen perfekt an den Teichrand. Foto: Karin Stern

Bäume mit hängenden Kronen setzen ruhige Blickpunkte im Garten. Solche Bäume werden manchmal als Trauer- oder Kaskadenbäume angeboten. Sie sind bei Weitem nicht so ausladend wie die Verwandten mit aufrechtem Wuchs. Gern gepflanzt wird in den vergangenen Jahren die Weidenblättrige Birne (Pyrus salicifolia). Ihre malerische Form erreicht im Alter etwa 5 m in Höhe und Breite. Bei doppelter Reihenpflanzung lassen sich mit diesem pflegeleichten Gehölz wunderschöne Laubengänge ziehen. Zur Blütezeit wirkt die Hänge-Zierkirsche ‚Pendula‘ (Prunus subhirtella) spektakulär. Auch unter den Zieräpfeln (Malus) findet sich mit ‚Red Jade‘ eine Sorte mit hängender Krone. Aus den im Mai erscheinenden weißen Blüten entwickeln sich im Laufe des Sommers leuchtend rote Äpfelchen. Sie zieren bis weit in den Winter hinein, sofern sie nicht geerntet und verarbeitet werden. Recht bekannt dürfte die Hängende Kätzchenweide ‚Pendula‘ (Salix caprea) sein. Das schnittverträgliche Gehölze zeigt sich tolerant gegenüber allen Gartenböden. Unter den Trauerbirken (Betula pendula) empfiehlt sich mit 4 bis 7 m Wuchshöhe die Sorte ‚Youngii‘.

Tipp: In der Baumschule sollte man sich von den jungen, noch zierlich wirkenden Gehölzen nicht täuschen lassen und sich besser nach der endgültigen Höhe und Breite der Kleinbäume erkundigen.

Die kugelförmigen Kronen übernehmen hier die Funktion eines Torpfostens. Foto: Karin Stern
Die Sternmagnolie blüht nicht minder attraktiv als die Tulpenmagnolie, kommt aber mit weniger Platz aus.
Foto: Karin Stern
Die als Kugelbaum veredelte Kletterspindel sorgt für Struktur zwischen den Blattschmuckpflanzen.
Foto: Karin Stern


Verbände begrüßen Initiative

0

Der Deutsche Raiffeisenverband (DRV) begrüßt, dass das Bundeslandwirtschaftsministerium (BMLEH) weiterhin an einer Agrarexportstrategie arbeitet. Kürzlich fand dazu ein Austausch zwischen Vertretern der Agrar- und Ernährungswirtschaft und dem Ministerium statt. Es sei positiv, dass Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) die Stimmen aus der Praxis anhöre, erklärte DRV-Präsident Franz-Josef Holzenkamp.

Union und SPD haben in ihrem Koalitionsvertrag vereinbart, eine Agrarexportstrategie zu entwerfen. CSU-Minister Rainer hatte mehrfach angekündigt, diese zeitnah vorlegen zu wollen. Dass dies aus Sicht der Branche auch dringend notwendig ist, betonte Holzenkamp: „Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft lebt in hohem Maße vom offenen und fairen Welthandel.“ Rund ein Drittel der Wertschöpfung des Sektors werde im Drittlandsexport erzielt. „Das entspricht etwa 18 Milliarden Euro jährlich und sichert rund 1,2 Millionen Arbeitsplätze“, so der DRV-Präsident.

Nach Ansicht des DRV ist es wegen des zuletzt gestiegenen Agraraußenhandelsdefizits notwendig, die Wettbewerbsfähigkeit der Branche zu stärken und neue Absatzmärkte zu erschließen. Das Defizit kletterte im vergangenen Jahr auf einen Rekordwert von mehr als 17 Mrd. €.

Laut Holzenkamp erwartet die Branche von der Agrarexportstrategie nicht, dass mehr finanzielle Unterstützungsleistungen gewährt werden. Vielmehr gehe es um eine bessere, zielorientierte Zusammenarbeit von Politik und Wirtschaft „im Sinne eines regelbasierten und fairen Handels“. Wichtig sei etwa, dass es auf Bundes- und Landesebene sowie in den deutschen Auslandsvertretungen eine angemessene Personalausstattung gebe. Dies sei Grundvoraussetzung, um Drittlandsmärkte zügig zu öffnen und dauerhaft bedienen zu können. Der DRV fordert zudem, dass die Rahmenbedingungen für exportorientierte Unternehmen in Deutschland verbessert werden müssten. „Bürokratische Hürden, hohe Energiepreise und überbordende Berichtspflichten gefährden unsere Wettbewerbsfähigkeit“, beklagte Holzenkamp. Er plädiert dafür, dass Nachhaltigkeitsanforderungen zwischen den Staaten harmonisiert werden sollten.

Auch der Deutsche Agrarhandel (DAH) forderte „praxisgerechte Regulierungen“, vor allem bei der EU-Entwaldungsrichtlinie, dem Grenzausgleichsmechanismus für Kohlenstoffemissionen und Außenhandelsverfahren. „Von einer starken Exportstrategie profitieren nicht nur Betriebe und Beschäftigte, sondern die gesamte deutsche Ernährungswirtschaft“, sagte DAH-Präsident Rainer Schuler. age

EU-US-Handelsdeal: Ratifizierung kann noch dauern

Bernd Lange Foto: EU

Eine schnelle Ratifizierung des EU-US-Handelsdeals wird es nicht geben. Das hat der Vorsitzende im Handelsausschuss des EU-Parlaments und zugleich Berichterstatter für das geplante Abkommen, Bernd Lange, klargestellt. Laut dem SPD-Politiker dürfte der Ausschuss über seine Position zu der Vereinbarung frühestens im Januar abstimmen. Das Plenum würde dann voraussichtlich im Februar oder März über den Verhandlungsstandpunkt entscheiden. Sobald der Rat seine Position gefunden hat, müsste dann noch der Trilog mit der EU-Kommission geführt werden. Die Gespräche dürften allerdings kontrovers verlaufen, da mindestens Lange eine Reihe von Änderungswünschen hat. Der Großteil des Europaparlaments teilt jedenfalls die grundsätzliche Kritik des einflussreichen Handelspolitikers.

Konkret fordert Lange klarere Regeln für zu verzollende Produkte. Kritik äußert er beispielsweise an einer US-Liste, die auf aktuell 407 Produkte teils drastische Sonderzölle erhebt. Die besagte Liste ist laut Lange im Wesentlichen nach dem Deal zwischen US-Präsident Donald Trump und Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen (CDU) erstellt worden. Viele Stahl- und Aluminiumprodukte seien betroffen, verdeutlicht der SPD-Politiker. Als besonders kritisch wertet er die Situation für europäische Landtechnikunternehmen. Für Exporte in die USA fielen aktuell Zölle von bis zu 70 % an. Dies sei für viele Unternehmen existenzbedrohend.

Darüber hinaus drängt Lange darauf, dass es starke Aussetzungsregeln geben müsse. Der Grund dafür: Sollten die USA nicht aufhören, sich in die politischen Angelegenheiten der EU und ihrer Mitgliedstaaten einzumischen, müsse es möglich sein, das Abkommen mindestens temporär nicht anzuwenden. Von der EU-Kommission fordert der Handelspolitiker ein starkes Sicherheitsnetz, um beispielsweise unerwartet hohe US-Einfuhren regulieren zu können und zugleich Hilfen an die betroffenen Sektoren zu ermöglichen. Dies gelte insbesondere für den Agrarsektor.

Des Weiteren drängt Lange darauf, eine sogenannte Sunset-Klausel in den Vertrag einzubauen. Das bedeutet: Die Übereinkunft soll zunächst zeitlich befristet in Kraft treten. Dem Berichterstatter zufolge könne dann leichter die Notbremse gezogen werden, wenn die Übereinkunft nicht die erhoffte Beruhigung in den Handelsbeziehungen mit sich bringe. age