Sie werden bei Login in den Shop auch automatisch auf der Bauernblatt-Website eingeloggt und können sich dann zukünftig mit dem gleichen Passwort auf beiden Websites anmelden.
Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen (OV). Sie vermitteln Informationen über Fort- und Weiterbildungen und übergreifende Veranstaltungen und regen den Austausch und die Vernetzung untereinander an. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Dithmarschen.
„Wir kümmern uns auch um sozialkritische Themen, die nicht lustig sind, wir sind kein Spaßverein“, sagt Nicole von Eitzen (OV Hennstedt), erste Ansprechpartnerin im Teamvorstand des KLFV Dithmarschen. Größtes aktuelles Thema: Das Perinatalzentrum im Westküstenklinikum Heide droht endgültig geschlossen zu werden. Zwar kann dort weiterhin entbunden werden, doch Frühchen würden nicht mehr versorgt. Die nächsten Standorte dafür sind Itzehoe, Flensburg oder Kiel. Inzwischen ist die Herabstufung des Perinatalzentrums in Heide aufgrund geringer Frühchenzahlen bereits erfolgt, doch sind ein Eilantrag des Krankenhauses und Klagen von Politikern beim Bundesverfassungsgericht in der Schwebe.
Öffentlichkeit schaffen
Die Schließung zu verhindern, ist ein Hauptanliegen des KLFV Dithmarschen gemeinsam mit dem KLFV Nordfriesland. Sie haben zwei Podiumsdiskussionen organisiert und eigens dafür ein Plakat entworfen. In Meldorf waren Kreispräsidentin Ute Borwieck-Dethlefs dabei, der Chefarzt für Kinderheilkunde des Westküstenklinikums, Dr. Thorsten Wygold, Landtagsabgeordnete, weitere Fachleute und Politiker. Hebammen, Krankenschwestern und -pfleger sowie betroffene Eltern waren stark vertreten. In Mildstedt bei Husum fand die zweite Podiumsdiskussion mit dem KLFV Nordfriesland statt. „Gehört werden wir schon, aber keiner will es bezahlen“, sagt Ulrike Ruge, die zweite Ansprechpartnerin des KLFV Dithmarschen, und von Eitzen ergänzt: „Das Krankenhaus wird abgestraft für seine gute Arbeit!“
Öffentlichkeit herzustellen ist für die LandFrauen die beste und vielleicht einzige Methode, hier noch etwas zu bewegen. Als weiteren Beitrag haben sie im vergangenen Jahr ein Benefizkonzert mit dem Watt’n Chor in Wöhrden veranstaltet, der Erlös von 2.250 € wurde für die Anschaffung einer Kühlmatte für gestorbene Frühchen gespendet, damit sich die Eltern gebührend verabschieden können.
Frühchen im Perinatalzentrum Heide Foto: Göntje Engel
Ein weiteres „nicht lustiges“ Thema, mit dem sich die LandFrauen befassen, ist Gewalt gegen Frauen. An den LandFrauenverband Schleswig-Holstein haben sie Anträge gestellt, Aktivitäten zu forcieren, die zum Ziel haben, Femizide zu verhindern – also Tötungsdelikte, die an Frauen aufgrund ihres Geschlechts begangen werden – sowie Stalking früher zu ahnden. „Bisher kann man sich erst nach sechs Monaten an die Polizei wenden, da ist eine Gewaltspirale oft schon in Gang gekommen“, erklärt Ruge. Auch Stalking über Soziale Medien soll stärker ins Visier genommen werden.
Gesundheit und Spaß
Gesundheitsthemen stehen auch auf Kreis- und Ortsvereinsebene vornan, vor allem bei der Prävention: über Autofahren im Alter, zur Vorsorge gegen Sturz, gegen Brustkrebs, aber auch gegen Hodenkrebs. „Auch Männer kommen zu unseren Veranstaltungen“, sagt von Eitzen, und Ruge merkt scherzhaft an: „Bei einer Brauereibesichtigung kamen etliche.“ Der Umgang mit KI ist ebenso ein aktuelles ernstes Thema wie Aufklärung zum Enkeltrick.
„Kein Spaßverein“ ist natürlich eine provokante Übertreibung: Geselligkeit kommt nicht zu kurz bei den Dithmarscher LandFrauen, etwa bei Fahrten ins Alte Land, die Lüneburger Heide oder den Spessart oder bei einer Cocktail-Schulung. „Die meisten Ortsvereine feiern derzeit 75-jähriges Bestehen, sie haben sich schnell nach der Gründung des Landesverbandes zusammengeschlossen und die Bildung im ländlichen Raum vorangebracht“, sagt Ruge. Auch die Jungen LandFrauen sind in Dithmarschen aktiv, bieten etwa eine Single-Party an, Yoga am Deich, Ausflüge und Bastel-Treffen sowie Besichtigungen von landwirtschaftlichen Höfen.
Ein fester Termin für die LandFrauen ist der traditionelle Kohlanschnitt, bei dem die Vorsitzende ein Grußwort spricht. Dieses Jahr findet er bereits zum 40. Mal statt, am 22. September in Hemme.
Die durchschnittlichen Erzeugerpreise für B-Weizen auf Landhandelsebene dümpeln seit Monaten auf einem extrem niedrigen Niveau. Die Grenze von 200 €/t wurde Mitte April des vergangenen Jahres ein letztes Mal überschritten und dann nie wieder. Auch an der Warenterminbörse in Paris konnten sich die Kurse der jeweiligen Frontmonate nur vereinzelt und sehr mühselig über der Marke von 200 €/t halten. Grund dafür waren und sind die Rekordernten in allen wichtigen Weizen-Anbauregionen dieser Welt und die damit verbundenen deutlich gestiegenen globalen Endbestände. Diese Erntemengen wiegen so schwer, dass sich die Weizenkurse als relativ resistent gegenüber sämtlichen Marktimpulsen erwiesen haben.
Neue Ernte rückt ins Blickfeld
Normalerweise können die Agrarrohstoffe von internationalen Krisen profitieren. Doch selbst der Iran-Krieg konnte die Weizenkurse nicht zu neuem Leben erwecken, auch weil keine Angebotsknappheit zu befürchten war. So weilt der aktuelle Fronttermin kurz vor seinem Auslaufen weiterhin unter 200 €/t, und die Erzeugerpreise der alten Ernte kommen im Durchschnitt nicht über die 180 €/t. Es besteht auch wenig Aussicht, dass sich hieran noch etwas ändert. Deutlich mehr Dynamik ist derzeit allerdings in den Preisen für die neue Ernte. Hier bewegen sich die durchschnittlichen Erzeugerpreise um gut 10 €/t über dem Niveau der alten Ernte, und auch die Börsenkurse sind im Aufwind. Auch wenn wir von einem zufriedenstellenden Preisniveau noch weit entfernt sind, ist durch das aktuelle Marktumfeld dennoch ein positiver Trend zu verzeichnen. Der Hauptgrund für diese positive Stimmung ist die aktuelle Dürre in wichtigen Anbaugebieten in den USA. Diese Dürre erstreckt sich über die gesamten südlichen Plains, also die Bundesstaaten North Dakota, South Dakota, Nebraska, Kansas, Oklahoma und Texas. Hier wird inzwischen davon ausgegangen, dass ein großer Teil der Dürreschäden irreparabel ist. Entsprechend reagierten die Börsenkurse in Chicago mit deutlichen Ausschlägen. Auch in Europa erhofft man sich nun für die kommende Saison, klassische Exportdestinationen, die zuletzt an die Amerikaner verloren gegangen waren, wieder zurückgewinnen zu können. Daher folgten die Kurse an der Matif den Kursen in Chicago, allerdings nicht in vollem Umfang. Etwas gedämpft wurden die Kurse in Europa durch die zuletzt weiter nach oben korrigierte kommende europäische Weizenernte.
Weizenproduktion sinkt in wichtigen Exportnationen
Das USDA hat in dieser Woche einen ersten Ausblick auf die kommende globale Weizenernte gegeben. In Europa bleibt die kommende Weizenernte trotz der letzten Korrekturen deutlich hinter der des Vorjahres zurück. Ebenso verhält es sich in den USA, in Kanada, Australien und Argentinien, Kasachstan und der Ukraine. Hier sind die Rückgänge (außer in den USA) hauptsächlich auf eine geringere Anbaufläche zurückzuführen. In Russland geht man von einer erneut sehr hohen Ernte aus, ähnlich dem Vorjahresniveau. Dies alles führt dazu, dass die globalen Endbestände wieder werden und die Weizenkurse somit wieder „empfänglicher“ für Impulse aus dem Marktumfeld werden. Daher sollten die Entwicklungen in den nächsten Wochen genau im Auge behalten werden. Hier können sich Vermarktungsmöglichkeiten für die neue Ernte ergeben, auch wenn mit großen Preissprüngen realistischerweise nicht zu rechnen ist.
Zahlen zum landes- und bundesweiten Ausbau der Photovoltaik im Jahr 2025 präsentierte der Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein (LEE SH) in der vergangenen Woche in Kiel. Trotz eines Rekordzubaus im Land gestalten sich Perspektiven und energiepolitische Rahmenbedingungen derzeit herausfordernd.
Der zuletzt vielversprechende Weg beim Ausbau der Photovoltaik aus den vergangenen Jahren relativiere sich inzwischen, schilderte der Geschäftsführer des LEE SH, Marcus Hrach: „Mit 16,4 GWp lagen wir im Jahr 2025 knapp unter dem Höchstwert von 17 GWp aus dem Jahr zuvor.“ Der hohe Zielerreichungsgrad im Gesamtausbau entstehe vor allem durch die Übererfüllung der vergangenen Jahre. Um bis 2030 das bundesweite Ausbauziel von 215 GW zu erreichen, seien laut LEE SH nach den 2025 installierten 117 GW jährlich nun 19,6 GWp an Zubau nötig. Der Anteil Schleswig-Holsteins an der bundesweit installierten Gesamtleistung betrug 3,93 % im Jahr 2025.
Für das nördlichste Bundesland sprach Hrach von einem Rekordzubaujahr mit 822 MWp, somit waren 4,6 GW PV-Leistung im Land 2025 installiert. Damit sei man zwar auf Kurs, jedoch noch ein Stück weit von den durch den LEE SH berechneten notwendigen 10 GW bis 2030 entfernt. Erstmals liege der schleswig-holsteinische Anteil am bundesweiten Zubau über den vom LEE SH als notwendig erachteten 4,65 %. Gut zur Hälfte sei die 2025 neu installierte Leistung auf Gebäuden entstanden. Falle jedoch die Förderung für kleine Dachanlagen weg, wie aktuell von der Bundesregierung geplant, werde es mit der anvisierten etwa hälftigen Verteilung zwischen Dach- und Freiflächen-PV schwierig. „Der Erfolg des weiteren Zubaus hängt nun an der Notwendigkeit eines Rahmenvertrages der Bundesregierung, damit der Ausbau wirtschaftlich tragfähig ist und ins System integriert werden kann“, schilderte Christian Andresen, Vorstandsvorsitzender des LEE SH.
Im Jahr 2025 sind dem Verband zufolge 3,1 Mrd. € an Redispatch-Kosten aufgewendet worden: „Der Anteil der Erneuerbaren Energien daran beträgt aber nur 433 Mio. €, der Rest entfällt auf fossile Anlagen, die diese hohen Kosten, besonders durch die Gasabhängigkeit, aufgeworfen haben“, verdeutlichte Andresen. Falsche Signale aus der Bundespolitik störten den weiteren Ausbau im Bereich PV empfindlich. Trotz eines schlechten Windjahres 2025 habe vor allem die Einspeiseleistung der Solarenergie dazu beigetragen, die Erneuerbare Stromproduktion hoch zu halten. „Das zeigt, wie wichtig es ist, nicht eine, sondern alle Erneuerbaren Technologien auszubauen“, erläuterte Andresen. In diesem Zuge verwies er auf die Leistungsfähigkeit heutiger Solarmodule: Während für die Erzeugung von 1 MW im Jahr 2008 noch 7 ha benötigt worden seien, könnten heute auf 1 ha bereits 1,3 MW Strom produziert werden.
Moin aus dem echten Norden! In Heide schlug Ende April das Herz der deutschen Landjugend. Für uns als Landesvorstand der Landjugend Schleswig-Holstein war es eine besondere Ehre: Wir durften die Bundesmitgliederversammlung (Bumi) des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) bei uns in Heide ausrichten.
Schon am Freitagabend füllte sich die Jugendherberge in Heide mit Leben. Aus allen Himmelsrichtungen reisten die Delegierten der Landesverbände an, um gemeinsam die Weichen für die Verbandsarbeit zu stellen. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Bundesvorstand und uns als gastgebenden Landesvorstand verwandelte sich der Speisesaal schnell in einen Ort des Austauschs. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie schnell die Distanzen zwi-schen Bayern, Sachsen oder Niedersachsen schmelzen, sobald die ersten Fachgespräche und persönlichen Anekdoten über den Tisch wandern. Das Netzwerken am ersten Abend legte den Grundstein für eine Atmosphäre, die das gesamte Wochenende prägen sollte: konstruktiv, herzlich und tief im Ehrenamt verwurzelt.
Die Bumi-Besucher erkundeten im Watt die Natur bei Wind und Kälte mit allen Sinnen. Foto: BDL/Gräschke
Der Sonnabendvormittag war ganz dem Austausch und den Berichten der verschiedenen Arbeits-kreise gewidmet. Neben den intensiven Diskussionen rund um den Deutschen Landjugendtag (DLT), der in diesem Jahr in Hameln stattfinden wird, standen auch der Tag des offenen Hofes sowie wichtige Satzungsänderungen im Mittelpunkt. Die Arbeitskreise informierten über ihre aktuellen Projekte und Herausforderungen, wodurch ein lebendiges Bild der vielfältigen Aktivitäten entstand. Während der Versammlung wurden die vorgeschlagenen Satzungsänderungen engagiert debattiert und schließlich zur Abstimmung gebracht. Besonders betont wurde die Bedeutung einer aktiven Beteiligung aller Landesverbände, damit der DLT in Hameln mit einer bunten und starken Gemeinschaft gefeiert werden kann.
Nach der intensiven Arbeit im Tagungsraum war es Zeit, unseren Gästen die herbe Schönheit Dithmarschens näherzubringen. Das Wetter präsentierte sich dabei von seiner authentischsten Seite: norddeutsch-kalt und mit ordentlich Wind um die Nase. Davon ließen sich die rund 65 Teilnehmenden jedoch nicht beirren. Während die eine Hälfte der Gruppe sich mutig in das kalte Watt der Nordsee wagte, erkundete der andere Teil das Kohlosseum in Wesselburen.
Im Watt wurde die Natur mit allen Sinnen erlebt, während in Wesselburen die Kohlgeschichte Dithmarschens im Vordergrund stand. Als größtes zusammenhängendes Kohlanbaugebiet Europas hat die Region einiges zu bieten, das über das bloße Feld hinausgeht. Bei einer Sauerkrautverkostung konnten sich die Landjugendlichen durch verschiedene Sorten probieren und lernten dabei eine Menge über die Veredelung dieses traditionellen Produkts. Es war ein Nachmittag, der den Kopf frei pustete und gleichzeitig den Stolz auf unsere regionale Landwirtschaft stärkte.
Projekte, Abschiede, Emotionen
Ein fester Bestandteil jeder Bumi ist die Vorstellung eines Projekts, das im gastgebenden Verband besonders erfolgreich läuft. Wir durften in diesem Rahmen unsere Politikaktion auf der Norla in Rendsburg präsentieren. Im Jahr 2025 haben wir dort das Konzept eines „Landjugend-Ruckzuck“ umgesetzt. Ziel ist es, politische Schwerpunkte wie das Ehrenamt, die Situation der Junglandwirtinnen und Junglandwirte, aktuelle Agrarpolitik und die Entwicklung ländlicher Räume so aufzubereiten, dass sie sowohl Politiker als auch die Jugend begeistern.
Im Kohlosseum in Wesselburen lernten die Teilnehmenden aus dem gesamten Bundesgebiet jede Menge über den Kohlanbau in Dithmarschen. Foto: Sören Schatt
Sehr persönlich wurde es dann am Abend. Nach dem gemeinsamen Abendessen stand die Verabschiedung langjähriger Bundesvorstandsmitglieder auf dem Programm. Es war uns ein wichtiges Anliegen, Leon Ranscht, Maike Delp, Anne-Kathrin Meister und Theresa Schmidt für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken. In den Reden wurde deutlich, wie viel Herzblut in diese Ämter geflossen ist. Der Abschied war hochemotional und erinnerte uns alle daran, dass Landjugendarbeit zwar oft anstrengend ist, aber Freundschaften und Erfahrungen fürs Leben schafft.
Neuwahlen und Blick nach vorn
Wer dachte, der Sonntag würde ruhig beginnen, hatte die Rechnung ohne unseren musikalischen Weckdienst gemacht. Um die Lebensgeister für den letzten Versammlungstag zu wecken, dröhnte „An der Nordseeküste“ durch die Flure der Jugendherberge. So startete die Gruppe wach und mit einem Schmunzeln in die anstehenden Neuwahlen.
Die Ergebnisse brachten jedoch auch eine Herausforderung mit sich: Im neuen Bundesvorstand, Marthe Vellguth, Lars Ruschmeyer, Christian Leu und Paul Krug, konnten nicht alle Sitze besetzt werden. Von ursprünglich sechs Mitgliedern ist das Gremium nun auf vier geschrumpft. Das bedeutet für uns alle: Auf der nächsten Bumi im Herbst in Berlin stehen Nachwahlen an. Wir können nur jeden ermutigen, der Lust auf Gestaltung hat, sich einzubringen – Bewerbungen sind jederzeit willkommen.
Zum Abschluss wurde die Gelegenheit genutzt, den Geschäftsstellen und natürlich uns als gastgebendem Verband für die Organisation zu danken. Doch auch wir als Landesvorstand möchten Danke sagen. Es war ein fantastisches Wochenende mit einer großartigen Truppe. Die Energie, die konstruktiven Gespräche und die gute Laune trotz des windigen Wetters haben gezeigt, dass die Landjugend bereit für die Aufgaben der Zukunft ist. Wir haben uns gefreut, den Rest der Republik bei uns begrüßen zu dürfen, und blicken voller Vorfreude auf die nächsten Treffen.
Am 21. April proklamierte die Tierschutzorganisation Vier Pfoten den Meat Exhaustion Day. Dieser Tag soll den Zeitpunkt im Jahr markieren, an dem die empfohlene Fleischmenge je Mensch aufgebraucht ist. Gut einen Monat vorher startete die Initiative Fleisch „Das große Angrillen“, eine Kampagne für Schweinefleisch mit der Zeitung „Bild“ als Partner. Das Bauernblatt hat die Geschäftsführerin der Initiative, Dr. Kirsten Otto, zu Erfolgsfaktoren und Zielen befragt.
Die Initiative Fleisch agiert in einem emotional extrem aufgeladenen Spannungsfeld zwischen Tierwohl-Debatten, Klimaschutz und der wirtschaftlichen Existenz der Erzeuger. Wirkt Ihr Motto „Iss was dir schmeckt“ deshalb etwas defensiv?
Kirsten Otto: Das Spannungsfeld zwischen Tierwohl, Klimaschutz und wirtschaftlicher Realität ist real und aufgeladen, aber genau deshalb haben wir uns bewusst für einen anderen Weg entschieden. Wir steigen nicht in jeden Konflikt ein, wir erklären nicht und rechtfertigen uns nicht, sondern setzen ein klares Zeichen für Selbstbestimmung. „Iss was dir schmeckt“ ist keine Defensive, sondern eine Einladung für gegenseitiges Verständnis und Respekt. Und in einem Diskurs, der so oft moralisierend und polarisierend geführt wird, ist eine einladende, offene Haltung vielleicht die mutigste Entscheidung, die man treffen kann.
Wie groß ist bei Ihrer Arbeit der Anteil an Krisenmanagement, und was ist aktive Gestaltung?
Das Thema Fleisch ist gesellschaftlich aufgeladen, und wir beobachten den öffentlichen Diskurs kontinuierlich, auch mit Hinblick auf Krisenpotenzial: Was wird diskutiert? Welche Narrative entstehen? Wenn es nötig ist, reagieren wir sachlich, schnell und faktenbasiert. Aber das ist nicht unser Kerngeschäft. Aktive Gestaltung bedeutet für uns, Themen zu besetzen, bevor sie uns treffen. Mit Formaten wie „Wissen, was schmeckt“ setzen wir Narrative rund um Ernährung und räumen mit Mythen auf. Kampagnen wie „Schwein gehabt“ oder „Iss was dir schmeckt“ schaffen wir darüber hinaus positive Bilder und laden Menschen ein, Fleisch wieder unbeschwert zu genießen.
Fleisch ist ein kulturelles Identitätsmerkmal, vegane Lebensweise oft ein Lebensstil. Wie geht die Initiative mit solchen gegensätzlichen Einstellungen um?
Was jemand isst, ist eine persönliche Entscheidung, geprägt von Herkunft, Werten, Gewohnheiten und ja, auch von Kultur und Identität. Fleisch ist für viele Menschen in Deutschland tief verwurzelt. Gleichzeitig respektieren wir, dass andere Menschen andere Entscheidungen treffen. Genau deshalb heißt unsere Kampagne „Iss was dir schmeckt“. Wir laden ein, offen und ohne Urteil miteinander über Essen zu sprechen. Denn am Ende verbindet uns alle eines: Essen ist mehr als Nahrungsaufnahme, es ist Genuss, Gemeinschaft und Lebensfreude.
Sie wollen mit Mythen aufräumen. Doch Fakten allein ändern kein Verhalten. Verfolgen Sie auch eine Strategie der Emotionalisierung des Fleischgenusses?
Ja, ganz bewusst. Unser Spot „Schwein gehabt“ ist dafür ein gutes Beispiel. Das Zischen, das Duften und die Gemeinschaft am Grill sind Bilder, die Emotionen auslösen. Gleichzeitig stehen wir für faktenbasierte Aufklärung, etwa über Ernährungsmythen, Nährwerte und Fragen rund um eine ausgewogene Ernährung mit Fleisch. Mit Formaten wie „Wissen, was schmeckt“ räumen wir mit gängigen Missverständnissen auf und geben Menschen eine sachliche Grundlage für ihre eigene Entscheidung. Für uns gehören Emotionen und Fakten zusammen, denn Emotionen schaffen Nähe, und Fakten schaffen Vertrauen. Beides ist notwendig, um Menschen langfristig zu erreichen.
Was unterscheidet die Initiative Fleisch von Branchenverbänden wie dem Bauernverband oder dem Verband der Fleischwirtschaft?
Wir richten uns direkt an die Gesellschaft, an Menschen, die täglich Entscheidungen rund ums Essen treffen. Unser Ton ist einladend und offen, wir sprechen über Genuss, Gemeinschaft und Selbstbestimmung. Mit „Iss was dir schmeckt“ setzen wir uns dafür ein, dass jeder Mensch frei und ohne Druck entscheiden kann, was auf den Teller kommt.
Geht es darum, den Fleischkonsum bei Flexitariern zu stabilisieren, oder eher darum, das ramponierte Image der Branche bei der jungen Generation zu reparieren?
Unser Ziel ist nicht, mehr Fleisch zu verkaufen. Unser Ziel ist, dass Menschen ihre Ernährungsentscheidung frei und selbstbestimmt treffen können, ohne Belehrung von irgendeiner Seite: die Entscheidung, am Sonntagmittag ein Schnitzel zu genießen, ohne sich dafür erklären zu müssen. Die Entscheidung, beim Familiengrillen um eine vegetarische Alternative zu bitten, ohne einen Kommentar zu erwarten. Denn was auf dem Teller landet, ist eine persönliche Entscheidung.
Wir stehen für das Lebensmittel Fleisch, das auch in Zukunft relevant bleiben wird. Dass Unternehmen ihr Portfolio diversifizieren, ist eine unternehmerische Entscheidung. Ob echtes Fleisch oder Alternativen, entscheidend ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher informiert sind und frei wählen können.
Vertritt die Initiative das Produkt Fleisch oder die Fleischbranche?
Als Initiative Fleisch bringen wir Fakten, Wissen und unterschiedliche Perspektiven rund um das Lebensmittel Fleisch zusammen. Unser Ziel ist es, Orientierung zu geben und einen offenen, sachlichen Dialog über Ernährung, Herkunft und Verantwortung zu ermöglichen. Die Branche, die dahintersteht, gehört selbstverständlich dazu, denn sie macht es möglich, dass hochwertige Lebensmittel auf deutschen Tellern landen. Unser Fokus liegt aber klar auf dem Dialog mit den Verbraucherinnen und Verbrauchern.
Große Fleischkonzerne sehen sich als Protein-Produzenten, inklusive Laborfleisch, Insekten- oder Pflanzenprotein. Verteidigen Sie ein Produkt, dessen Hersteller die Zukunft längst woanders suchen?
Wir stehen für das Lebensmittel Fleisch, das auch in Zukunft relevant bleiben wird. Dass Unternehmen ihr Portfolio diversifizieren, ist eine unternehmerische Entscheidung. Ob echtes Fleisch oder Alternativen – entscheidend ist, dass Verbraucherinnen und Verbraucher informiert sind und frei wählen können.
Wie setzt sich Ihr Budget zusammen? Wer hat bei Kampagnen ein Mitspracherecht? Besteht die Gefahr, dass die Interessen der Landwirte denen der Industrie untergeordnet werden?
Hinter der Initiative Fleisch steht die gesamte Wertschöpfungskette, von der Landwirtschaft bis zur Verarbeitung. Jeder beteiligte Betrieb leistet einen festen Beitrag pro Schlachttier, so entsteht eine gemeinsame Finanzierungsbasis, die keinen bevorzugt. Wie das Geld eingesetzt wird, entscheidet ein Steuerungsgremium mit 15 Vertreterinnen und Vertretern aus Landwirtschaft und Fleischwirtschaft gemeinsam. Gerade diese breite Aufstellung ist unsere Stärke: Wir sprechen nicht nur für einen Teil der Kette, sondern für das gemeinsame Anliegen.
Woran messen Sie den Erfolg Ihrer Arbeit? Geht es um mediale Reichweiten, oder tracken Sie die Veränderung der gesellschaftlichen Akzeptanz gegenüber Fleischprodukten? Sehen Sie bereits Trendwenden?
Reichweite und Impressions sind wichtige Indikatoren, aber nicht das Ziel. Wir messen Erfolg daran, ob wir Menschen erreichen, die dem Thema Fleisch gegenüber ambivalent sind, und ob wir einen Beitrag zu einer neuen, sachlicheren Gesprächskultur leisten. Dazu nutzen wir neben Mediadaten auch regelmäßige Umfragen und beobachten kontinuierlich, wie über Fleisch gesprochen wird, welche Themen bewegen, welche Tonalität dominiert und wo der Dialog gerade steht. So bekommen wir ein realistisches Bild davon, wie sich die Stimmung in der Gesellschaft jenseits von reinen Klickzahlen entwickelt. Darüber hinaus befinden wir uns in der Konzeption einer eigenen Studie zu Konsumverhalten und gesellschaftlichen Einstellungen zu Fleisch. Über die Inhalte sprechen wir gern im Zuge der Veröffentlichung. Ob sich das in messbaren Trendwenden niederschlägt, ist ein langfristiger Prozess, den wir aber aktiv begleiten.
Wie ist der Geflügelbereich eingebunden, der mit seiner Kampagne durchaus erfolgreich ist?
In der Initiative Fleisch engagieren sich Unternehmen der Fleischwirtschaft, die sich für Transparenz und einen offenen, sachlichen Dialog über Fleisch einsetzen. Gemeinsam bringen wir Fakten und Perspektiven zusammen, fördern Verständnis und setzen auf eine verantwortungsvolle Kommunikation rund um das Lebensmittel Fleisch in Deutschland. Jede Initiative, die in diesem Sinne aufklärt und informiert, begrüßen wir. Wir sehen uns dabei nicht als Konkurrenz, sondern als Teil eines größeren, gemeinsamen Dialogs.
Amil Hota von der deutschen Geflügelwirtschaft kommentiert die Wachstumskurve seiner Branche so: „Wir haben den positiven Trend nicht geschaffen, aber wir sorgen dafür, dass er von deutschen Höfen bedient wird.“ Kann man Trends überhaupt beeinflussen?
Das Zitat beschreibt sehr treffend, was Kommunikation leisten kann und was nicht. Trends entstehen nicht durch Kampagnen, sondern durch gesellschaftliche Stimmungen, kulturelle Verschiebungen und veränderte Lebensrealitäten. Kommunikation allein schafft diese Trends nicht, kann sie aber aufgreifen, sichtbar machen und verstärken. Das gilt auch für uns. Wir maßen uns nicht an, den Fleischkonsum zu lenken oder gesellschaftliche Trends zu erzeugen. Was wir stattdessen tun, ist, den Rahmen zu gestalten, in dem über Fleisch gesprochen wird. Denn wenn dieser Rahmen offener und respektvoller wird, können Menschen ihre Entscheidung frei und mit gutem Gefühl treffen.
Haben Sie keine Sorge, dass die Initiative Fleisch schon durch ihren Namen an die Probleme der Branche erinnert? Wäre es strategisch nicht klüger, die Kommunikation über die Marken laufen zu lassen?
Im Gegenteil. Wir stehen bewusst und selbstbewusst zu unserem Namen. Fleisch ist kein Reizwort, sondern ein Lebensmittel mit Geschichte, Kultur und Geschmack. Wer den Namen vermeidet, signalisiert Unsicherheit. Fleisch gehört zur Lebensrealität von Millionen Menschen und verdient eine faire Auseinandersetzung. sh
Attraktive und robuste Blütenstauden wie Storchschnabel oder Steppensalbei sind in vielen Gärten anzutreffen. Doch neben diesen bekannten Arten gibt es unter den Stauden viele unbekannte Schönheiten zu entdecken, die jeden Garten bereichern.
Zu ihnen gehört die bildschöne Orchideenprimel (Primula vialii), die von Juni bis Juli mit ihren zweifarbig wirkenden Blütenähren begeistert. Der Blütenstand erhebt sich bis in 30 cm Höhe aus einer Blattrosette. Dieser Staude gefällt es ausgezeichnet in der Gesellschaft von Rhododendren oder an einem halbschattigen Platz am Teichufer. Ein ausreichend feuchter, humoser und kalkarmer Boden wird bevorzugt. Am frischen Gehölzrand machen sich Leberblümchen (Hepatica), Funkien (Hosta) und Akelei (Aquilegia) gut in der Nachbarschaft. Leider ist die Orchideenprimel selbst am optimalen Standort nicht sehr langlebig. Sie lässt sich aber leicht aus Samen heranziehen oder sorgt über die Selbstaussaat für Nachwuchs.
Die gesprenkelten Blüten der Krötenlilie erinnern an Orchideen.Foto: Karin SternKrötenlilie ,Alba‘ zeigt von Ende August bis in den Oktober hinein ihren Blütenschmuck. Foto: Karin Stern
Eine wunderbare Bereicherung für den Garten ist die Krötenlilie (Tricyrtis hirta). Auf saurem und humosem Boden kommen die attraktiven Blüten zusammen mit Farnen und Gräsern in der Nachbarschaft von Rhododendren perfekt zur Geltung. Doch sie wächst nicht nur gern im Unterholz, sondern fühlt sich auch im Schatten von Mauern wohl. Hier zeigen sich im September an etwa 50 cm hohen Stielen kleine Blütenbüschel mit gesprenkelten, weißlich-lilafarbenen Blättern. Mit ihrem orchideenähnlichen Aussehen verbreiten sie den ganzen September lang exotisches Flair. Wichtig ist ein feuchter, kalkarmer und locker-humoser Boden an einem halbschattigen bis schattigen Standort. Die Neupflanzung wird am besten im Frühjahr vorgenommen. Im ersten Winter sollte die Krötenlilie mit Laub oder Reisig abgedeckt werden. Sortentipp: ‚Sinonome‘ (60 bis 80 cm hoch, gut verzweigte Blütenstände), ‚Empress‘ (Hybride, 70 bis 80 cm hoch, üppige Blüte).
Mit dem Gebogenen Lerchensporn erlebt man sein blaues Wunder im Frühjahr.Foto: Karin Stern
Die verschiedenen Arten des Lerchensporns (Corydalis) lassen sich in zwei Gruppen einteilen. Die Knollen bildenden Arten blühen bereits im zeitigen Frühjahr und ziehen nach der Blüte schnell wieder ein. Die staudigen Arten hingegen bilden meist buschige Horste und schmücken mit ihrem dekorativen Laub bis zum Herbst. Die Hybridsorten des Gebogenen Lerchensporns (Corydalis flexuosa) vereinigen die Vorteile beider Gruppen. ‚Porcelain Blue‘ zeigt eine blaue Blüte von April bis Mai, zieht im Sommer nicht ein, erfreut im Herbst an optimalen Standorten mit einer Nachblüte und behält sogar im Winter das Laub. Die Staude gehört zu den Schatten liebenden Arten, gedeiht aber auch noch gut im Halbschatten auf durchlässigem, leicht trockenem bis frischem Boden.
An Alpenveilchen erinnern die zahlreichen, auf bis zu 50 cm langen Stielen sitzenden Blüten der Götterblume. Foto: Karin Stern
Etwas mehr Sonne hingegen liebt die Götterblume (Dodecatheon meadia). Ihre einmalige, interessante Blütenform begeistert Gärtner mit dem Blick für das Besondere. Doch die Liebhaberpflanze verlangt etwas Geduld, denn erst im Laufe der Jahre bilden sich dichte Horste. Im Steingarten oder in der Nachbarschaft von niedrigen Seggen (Carex) oder Farnen wirkt die Kleinstaude überaus apart. Für die Neupflanzung empfiehlt sich der Frühjahrstermin an einem sonnigen Standort mit durchlässigem, frischem und kalkfreiem Boden. Tipp: Die Götterblume zieht über den Sommer vollständig ein, daher unbedingt die Pflanzstelle markieren. Die Nachbarpflanzen füllen im Idealfall die entstehende Lücke.
Die gelben, fleischigen Blüten der Wachsglocke sitzen an bogig überhängenden Stielen. Foto: Karin Stern
Die Wachsglocke (Kirengeshoma palmata) kommt in Kombination mit Herbst-Anemone (Anemone hupehensis), Silberkerze (Cimicifuga) und Schaublatt (Rodgersia) schön zur Geltung. Ab August zeigen sich die glockenförmigen Blüten an 1 m hohen Stielen. Auch die ahornähnlichen Blätter sind sehr dekorativ. Sie schmücken schon lange vor der Blüte. Der wertvolle und langlebige Spätblüher stammt aus Japan und ist immer noch etwas Besonderes in unseren Gärten. Am besten entwickelt sich die Staude auf lockerem, humosen, nährstoffreichen Boden.
Eine attraktive Schmuckstaude für das sonnige Beet ist der unverwüstliche Balkan-Bärenklau (Acanthus hungaricus). Seine ornamentalen Blätter und die eindrucksvolle Blütenpracht ergeben einen imposanten Blickfang. Auch die Samenstände zieren noch lange nach der Blüte. Die Staude benötigt jedoch einige Jahre, um ihre volle Schönheit zu entfalten. Man gibt ihr einen frischen, tiefgründigen und nährstoffreichen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. Auch etwas trockenere Standorte werden gut vertragen. Auf winternasse Böden oder gar Staunässe reagiert der Bärenklau jedoch empfindlich. Am besten wird die Staude als Akzentgeber in der Rabatte oder als Solitär verwendet. Hier kommt sie gut vor Steinmauern oder Treppen zur Geltung.
Der Balkan-Bärenklau braucht etwas Zeit, um seine volle Schönheit zu entfalten. Foto: Karin SternÜber den lippenförmigen Blüten des Bärenklaus sitzen grünviolette Hochblätter. Foto: Karin SternDer Balkan-Bärenklau braucht etwas Zeit, um seine volle Schönheit zu entfalten. Foto: Karin Stern
Der Großblütige Fingerhut (Digitalis grandiflora) ist eine vielseitig verwendbare Wildstaude. Foto: Karin Stern
Nicht unerwähnt bleiben darf mit dem Großblütigen Fingerhut (Digitalis grandiflora) eine dekorative Wildstaude für sonnige Standorte mit normalem Gartenboden. Diese in allen Teilen giftige Art präsentiert hohe, dicht besetzte Blütentrauben und sorgt über die Selbstaussaat für Nachwuchs. Der Großblütige Fingerhut fügt sich sehr gut in naturnahe Gestaltungen oder am Gehölzrand ein.
Der Frühling kommt, und es juckt allen Pflanzenfreunden in den Fingern. Am 30. April gab nun die Präsidentin der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Ute Volquardsen, den Startschuss für die diesjährige Saison der Beet- und Balkonpflanzen sowie Sommerblumen.
Auf dem Blumenhof Pein in Halstenbek, einer familiengeführten Einzelhandelsgärtnerei, konnten Betriebsinhaber Werner Pein, Tochter Vivian Pein, Inga Balke für den Wirtschaftsverband Gartenbau Norddeutschland sowie Ute Volquardsen zahlreiche Pressevertreter begrüßen. In Bild und Ton wurde dabei festgehalten, wie die Ehrenvertreter im Anschluss Kübel bepflanzten und Werner Pein diese dem Bürgermeister der Gemeinde Halstenbek, Jan Krohn, zur weiteren Verwendung vor dem Halstenbeker Rathaus spendete. Unter den dabei verwendeten Pflanzen war auch die rosafarbene Petunie ,Zarte Marte‘, die von einem Gremium aus Zierpflanzenbauexperten zur Pflanze des Jahres im Norden 2026 gekürt wurde. Der Blumenhof Pein und viele andere familiengeführte Einzelhandelsgärtnereien in Schleswig-Holstein nehmen dabei an der Zertifizierung „Im Norden gewachsen“ teil, einem Zertifizierungssystem für lokal produzierte Zierpflanzen, das im Rahmen des Gütezeichens Schleswig-Holstein auditiert wird.
Bereits im sechsten Jahr luden die Veranstalter zu den Kleinsolter Turniertagen auf der Anlage der Familie Blunck im Kreis Schleswig-Flensburg ein. Mit Prüfungen von Klasse E bis S, Kreismeisterschaftswertungen, dem Kuschel Cup und einer Dreisternepremiere war für sportliche Höhepunkte gesorgt.
Der Turnierauftakt gehörte traditionsgemäß den jungen Pferden, und die zeigten sich von ihrer besten Seite. Ein besonderes Ausrufezeichen setzte Melanie Klein: Das dritte Jahr in Folge gewann sie die Dressurpferdeprüfung der Klasse S, diesmal mit dem siebenjährigen Denicio und der Note 8,0. Dahinter reihten sich Niklas Müller mit Ibiza’s Boy sowie Kerstin Rabeler mit Donna Lucia RA ein.
Der Sonnabend begann mit viel Wind und einem Gänsehautmoment: Der Kuschel Cup startete in seine fünfte Saison. Knapp 30 Nachwuchstalente eröffneten den Tag mit tollen Ritten. Für große Emotionen sorgte Helene Marie Schlüter, die sich mit Petit Cherry Blossom und einer 8,2 den Sieg sicherte – Freudentränen inklusive. Die flossen auch bei der zweitplatzierten Enya Lynn Zitzmann. Dahinter rangierte Emily-Pauline Dau. Die besten drei sicherten sich damit ihre Finaltickets.
Am Nachmittag wurde es anspruchsvoll. Im St. Georg Special setzte sich Morlin Jochimsen mit Inspire durch. Gastgeberin Luisa Erichsen glänzte nicht nur mit Platz zwei im Sattel von Sweet Remember, sondern wurde auch mit dem Fairnesspreis für pferdegerechtes Reiten ausgezeichnet. Dahinter folgte Ken-Christian Horst mit seinem Wallach Dareios del Cuore.
Das große Highlight des Turniers war die Intermediaire II auf Dreisterneniveau. Hier zeigte die Flensburgerin Leonie Ottmar eine beeindruckende Leistung und dominierte das Starterfeld gleich doppelt: Sieg mit Don Horatio (72,081 %) und Platz zwei mit De Luca. Auf Rang drei komplettierte Melanie Klein das starke Ergebnis mit Floris Grey, mit dem sie ebenfalls die 70-%-Marke knackte: ein würdiger Abschluss für einen hochklassigen Turniertag.
Bei strahlendem Sonnenschein, vollen Rängen und bester Stimmung wurde der Sonntag zu einem echten Fest. In der S*-Dressur schrieb Gastgeberin Luisa Erichsen ihre ganz persönliche Geschichte. Mit ihrer achtjährigen Sweet Remember sicherte sie sich ihren ersten Sieg in der schweren Klasse, und das vor heimischem Publikum. Ein Moment, der nicht nur sie, sondern auch viele Zuschauer sichtlich bewegte.
Neben all den sportlichen Erfolgen blieben vor allem die Atmosphäre, die stilvollen Siegerehrungen, das gute Miteinander und die vielen kleinen Details in Erinnerung. „Im Vorfeld ist es immer viel Organisation. Ohne unser Team und unsere Stallgemeinschaft wären die Kleinsolter Turniertage nicht zu stemmen“, sagte Veranstalterin Gisela Blunck-Erichsen. „Viele aus den eigenen Reihen sind Helfer, Sponsor und Unterstützer zugleich. Jeder packt mit an. Auch freuen wir uns über den großen Zuspruch der Reiter, die nicht nur die guten Bedingungen und die tolle Atmosphäre loben, sondern auch mit Sponsoring unterstützen. Wir wissen, dass das alles in diesen Zeiten nicht selbstverständlich ist.“
Nach dem Ende der EU-Milchquotenregelung zum 1. April 2015 kam es zu einer Steigerung der Milchproduktion. Zwischen 2015 und 2024 erhöhten sich die Kuhmilchanlieferungen in der gesamten Europäischen Union um mehr als 7 %. Allerdings gab es in den wichtigen Produktionsländern Deutschland, Österreich und Frankreich unterschiedliche Entwicklungen. Wie diese aussehen, zeigt eine Analyse der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), der österreichischen Agrarmarkt Austria (AMA) und der französischen Agrarbehörde FranceAgriMer.
Laut Bericht waren in den drei Ländern die Milchmengen schon kurz vor dem Ende der Quotenregelung gestiegen. In Deutschland hatte es bereits seit 2007 einen starken Anstieg der Milcherzeugung und -anlieferung gegeben, der sich bis zum Quotenende fortsetzte. Danach blieb die Milcherzeugung weitgehend konstant und schwankte zwischen 32,5 Mio. t und 33,1 Mio. t pro Jahr.
Parallel zur Milcherzeugung stieg zum Ende der Quotenregelung die Zahl der Milchverarbeitungsbetriebe in Deutschland sprunghaft an. Seitdem ist sie jedoch rückläufig, liegt aber noch über dem Stand von 2015. Auch die Zahl der Kuhmilch-Erzeugerorganisationen zeigte laut Bericht nach dem Quotenende einen Anstieg. Im Jahr 2015 wurden 144 gezählt, worauf ein deutliches Wachstum folgte. Bis 2024 stieg die Zahl auf 179 Erzeugerorganisationen, was einer Erhöhung um rund 24 % entspricht. Das spiegelt die zunehmende Bedeutung von Milcherzeugerorganisationen für Landwirte wider.
Anders sah es in Österreich aus. Dort fehlen Erzeugerorganisationen in der Milchbranche fast völlig. Dies hängt den Marktexperten zufolge mit dem nachgelagerten Bereich zusammen, der in dem Alpenland weitgehend in Form von Genossenschaften organisiert ist. Das Auslaufen der Milchquote hatte in Österreich einen deutlichen Einbruch der Erzeugerpreise, einen vorübergehenden Produktionsanstieg und vermehrte Betriebsaufgaben, Meiereischließungen sowie Anpassungen der Handelsströme zur Folge. Viele dieser Entwicklungen seien jedoch laut Bericht eher auf den allgemeinen Strukturwandel im ländlichen Raum seit dem EU-Beitritt des Landes im Jahr 1995 zurückzuführen.
In den vergangenen drei Jahrzehnten war der österreichische Milchmarkt durch ein deutliches Produktionswachstum gekennzeichnet. Während 1995 eine Gesamtmenge von 2,29 Mio. t Rohmilch angeliefert wurde, waren es 2024 rund 3,58 Mio. t; das war ein Plus von 56 %. 2015 waren 3,10 Mio. t Milch erfasst worden. Allerdings hat die Abschaffung der Quoten den Strukturwandel stark befeuert. Im Jahr 2015 zählte Österreich insgesamt 29.124 Milch liefernde Betriebe; 2024 waren es nur noch 21.557. In den vergangenen drei Jahrzehnten haben fast drei Viertel der Milchviehbetriebe aufgegeben. Im Jahr 1995 waren es noch 83.793.
In Frankreich hatte die Milcherzeugung dem Bericht zufolge 2014 einen Höhepunkt erreicht. Nach dem Auslaufen der Quoten brach die Produktion aufgrund einer Milchpreiskrise ein. Der Standardmilchpreis verzeichnete insbesondere in den Monaten vor dem Quotenende starke Rückgänge und lag im ersten Quartal 2015 um 20 % unter dem des Vorjahreszeitraums. Die Zahl der Milchbauern, die bereits vor dem Quotenende rückläufig war, sank zwischen 2015 und 2024 um rund ein Drittel. Gleichzeitig stieg die durchschnittliche Milchabnahme pro Betrieb an, und zwar um 41 %. Neben einer Erhöhung der durchschnittlichen Herdengröße wirkte sich hier eine Steigerung der Milchleistung pro Kuh aus.
Darüber hinaus begann kurz nach dem Ende der Quote im französischen Milchsektor eine dritte Umstellungswelle hin zur Bioproduktion. Zwischen Januar 2015 und Januar 2022 legte die Zahl der Biomilcherzeuger um fast 40 % zu. Der Anteil von Biomilch an der gesamten Milchanlieferung stieg von 2,3 % im Jahr 2015 auf 5,5 % im Jahr 2022. Allerdings ist dieser Anteil seitdem rückläufig; im ersten Halbjahr 2025 lag er durchschnittlich bei 4,9 %. age
EMB pocht auf Lieferverzicht
Das European Milk Board (EMB) hat an die EU-Kommission appelliert, sofort den freiwilligen Milchlieferverzicht gegen Entschädigung zu aktivieren. Am europäischen und globalen Milchmarkt sei eine neue Eskalationsstufe erreicht, erklärte der Dachverband des Bundesverbandes Deutscher Milchviehhalter (BDM) in Brüssel. Die Milcherzeugung sei sehr stark gestiegen und lege weiter zu. Die Rekordproduktionsmengen trieben Europa in einen Preiskollaps. Eine solche Entwicklung liege deutlich außerhalb normaler Marktschwankungen und führe direkt in eine neue schwere Krise.
Nach Ansicht des EMB ist der freiwillige Lieferverzicht das zentrale Instrument, um die Milchmengen zu stabilisieren und einen weiteren Preisverfall zu verhindern. Die Mengen müssten herunter, um für stabile Erzeugerpreise zu sorgen, so der Verband. Nur so könne man Perspektiven für die nächste Generation von Landwirten sichern. Schon jetzt gäben immer mehr Betriebe auf. Besonders junge Erzeuger hätten keine Perspektive, wenn Märkte dauerhaft instabil blieben und die Preise sich unter den Produktionskosten bewegten.
Konkrete Pläne für ein Joint Venture von BDM und Milchindustrieverband für einen Milchmarkt-Krisdenindex existieren indes – trotz zuvor anderslautender Meldungen (siehe BB 16/2026) – nicht.
Die Blüten der Wandelröschen werden gern von Insekten besucht. Fotos: Karin Stern
Das Wandelröschen stammt aus den tropischen Regionen Amerikas. Es wird bevorzugt als Kübel- und Topfpflanze kultiviert, macht aber auch in den Randbereichen von Beeten und Rabatten eine gute Figur. Ein besonderer Hingucker sind Hochstämmchen mit kompakter, reich blühender Krone.
Wer leuchtende Sommerfarben wie Gelb, Orange, Rosa, Karminrot oder Weiß bevorzugt, sollte beim Wandelröschen beherzt zugreifen. Die Blütenstände wechseln ständig die Farbe, was sich in der Bezeichnung „Wandelröschen“ ausdrückt. Die Knospen des jeweiligen Blütenstandes öffnen sich immer von außen nach innen. Daher blühen die letzten Knospen in der Mitte des Blütenstandes gerade auf, wenn sich die äußeren Knospen mit zunehmendem Alter schon wieder farblich verändern. Der jeweilige Farbton wird immer dunkler und kann im Abblühen sogar in eine andere Farbe umschlagen. Da die Blütenköpfe aus einer Vielzahl an Einzelröhrenblüten bestehen, zeigen sich immer wieder neue, ganz individuelle Kompositionen aus meist zwei bis drei Farben. Manche Sorten mit gering ausgeprägtem Farbumschlag wirken hingegen fast einfarbig. Das beeindruckende Schauspiel hält von Mai bis Oktober an. Damit zählt das Wandelröschen zu den Dauerblühern auf Balkon und Terrasse.
Zweifarbiger Blütenspaß mit der Sorte ‚Sonia‘Das reich blühende Hochstämmchen ist eine Augenweide.
Einen besonders reichen Blütenflor entwickelt die Pflanze am richtigen Standort und bei optimaler Pflege. Wandelröschen mögen volle Sonne und einen warmen, wind- und möglichst auch regengeschützten Platz. Je schattiger der Standort, desto spärlicher fällt die Blüte aus. Während kühlerer Phasen kann es auch einmal zum Wachstumsstillstand kommen. Steigen die Temperaturen, wächst und blüht das Wandelröschen weiter. Wer laufend Verblühtes entfernt, fördert die Neubildung von Blüten.
Wichtig ist ein hochwertiges, durchlässiges und kalkfreies Kübelpflanzensubstrat (hier sollte man nicht sparen) oder die Auspflanzung in humose, frische, kalkarme und nährstoffreiche Erde. Sinnvoll ist zudem die Gabe eines Langzeitdüngers für blühende Balkonpflanzen. Alternativ empfiehlt sich die flüssige Düngung mit dem Gießwasser bis August. Wandelröschen bevorzugen eine gleichmäßige Wasserversorgung. Da sie etwas kalkempfindlich sind, verwendet man am besten Regenwasser. Tipp: Kein Wasser im Untersetzer stehen lassen, da die tropischen Schönheiten empfindlich auf Staunässe reagieren. In heißen Sommern blühen Wandelröschen besonders üppig. Die Blüten werden gern von Bienen und Schmetterlingen besucht.
Das breite Farbspektrum der Blüten umfasst auch neutrales Weiß.
Der Handel bietet verschiedene Wuchsformen an, sodass für jeden Verwendungszweck die richtige Pflanze zu finden ist. In den letzten Jahren werden verstärkt kompakte, klein bleibende Sorten als Saisonpflanzen angeboten. Sie lassen sich wunderbar mit anderen Topfblühern kombinieren. Hübsch wirken sie auch im Balkonkasten oder als Unterpflanzung für Hochstämmchen. Die zweifarbigen Sorten der Bandana-Serie gelten als die mit den größten Blüten (Sortentipp: ‚Bandana Pink‘). Die Esperanta-Serie hingegen zeichnet sich durch lange Blühzeiten der Einzelblüten und einen reduzierten Samenansatz aus (Sortentipp: ‚Esperanta Compact Red‘ punktet mit leuchtend rot-gelben Blüten, ‚Esperanta Lemon‘ mit hellgelben Blüten). Wer einen bunten Farbenstrauß aus Orange, Gelb, Violett und Rosa bevorzugt, pflanzt ‚Calippo Tutti Frutti‘. Sie ist wohl eine der beliebtesten Sorten.
‚Esperanta Orange‘ zeigt ein klares Orange.Mit ihrer üppigen Blüte wissen Wandelröschen zu beeindrucken.Mit kräftigen Farben imponiert die Sorte ‚Colibri‘.
Auch als Hochstämmchen machen Wandelröschen eine tolle Figur. Sie werden im Gegensatz zu den niedrigen Saisonpflanzen mehrjährig gezogen. Den Winter verbringen sie an einem hellen, frostfreien Ort bei 6 bis 10 °C. In dieser Zeit sollte das Substrat nicht vollständig austrocknen. Zu Beginn des Neuaustriebs im März wird es Zeit für den Erhaltungsschnitt. Dafür werden die Triebe des Hochstämmchens auf eine Länge von 10 bis 15 cm eingekürzt. Dies fördert die Bildung kräftiger, vitaler und vor allem blühwilliger Jungtriebe. Alte Triebe sind blühfaul, daher sollte man beim Schnitt keine falsche Zurückhaltung an den Tag legen.
Mit der Düngung beginnt man erst, wenn der Neuaustrieb vollständig entwickelte Blätter aufweist. Tipp: Im Winterquartier kommt es schnell zum Befall mit Spinnmilben oder Grauschimmel. Man sollte daher regelmäßig kontollieren und auch an den Blattunterseiten auf einen Befall mit der Weißen Fliege achten. Vorbeugend kann der fällige Rückschnitt auch schon beim herbstlichen Einräumen vorgenommen werden. Die Vermehrung des Wandelröschens erfolgt ganz einfach über Kopfstecklinge im Frühsommer.
‚Ponte‘ bringt Rosatöne und Gelb ins Spiel.‚Esperanta Lemon‘ zeigt einen weniger ausgeprägten Farbwechsel und erscheint fast einfarbig gelb.‚Herrenhausen‘ leuchtet kraftvoll und auffällig.