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Soja-Deal zwischen USA und China

Marktkommentar
Von Claus Hoeck, LKSH-Markt
Foto: Imago

Die EU ist stark auf Soja für ihre Viehwirtschaft angewiesen. Zwischen Juli 2024 und Juni 2025 kaufte sie deshalb 14,5 Mio. t Sojabohnen und 20,1 Mio. t Sojaschrot hauptsächlich aus den USA und Brasilien. Dabei profitierte sie von den gesunkenen Preisen für Sojabohnen, die wegen des Handelskrieges zwischen den USA und China auf ein Dreijahrestief gefallen waren, weil Peking als Antwort auf die von US-Präsident Donald Trump eingeführten hohen amerikanischen Zölle auf chinesische Industrieprodukte unter anderem die Einfuhr von amerikanischem Soja gestoppt hatte und dieses stattdessen aus Brasilien und Argentinien bezog. Der Schritt hat US-Farmern – viele von ihnen überzeugte Trump-Wähler – massive Verluste beschert, weil die US-Sojaexporte nach China von 10 Mrd. € im Jahr 2024 auf (bisher) null im Jahr 2025 eingebrochen sind. Aufwind erhielten die Sojapreise nach dem Treffen zwischen Trump und seinem chinesischen Amtskollegen Xi Jinping Ende Oktober. Danach wurde vom US-Finanzminister (!) verkündet, dass China für das Jahr 2025 den Import von 12 Mio. t US-Soja plane, in den kommenden drei Jahren zudem der Bezug von jeweils 25 Mio. t aus den USA vorgesehen sei. Obwohl diese Menge geringer ist als vor dem Handelsstreit, nahmen die Märkte die Botschaft positiv auf, auch wenn eine Bestätigung aus China fehlte. Nun soll Peking am Ende der ersten Novemberwoche drei US-Exportfirmen Genehmigungen erteilt haben, Sojabohnen in das Land zu liefern. Zeitgleich haben die Preise für Sojabohnen und -schrot an der Chicago Board of Trade (CBoT) weiter positiv reagiert.

Sojaproduktion in der EU und Deutschland

Für das Jahr 2025 wird für die EU eine Sojafläche von 1,1 Mio. ha prognostiziert. Das wäre nach der Rekordfläche der Vorsaison die bisher zweitgrößte. Die Soja-Ertragsprognose für die EU liegt aktuell bei 2,85 t/ha, was 7 % über dem Fünf-Jahres-Schnitt für 2020 bis 2024 liegt. Damit wären aus EU-Ernte etwa 3,1 Mio. t gentechnikfreie Sojabohnen für die europäische Veredlungswirtschaft verfügbar. In der Ukraine wird die Sojafläche im Jahr 2025 bei 2,3 bis 2,4 Mio. ha liegen. Das sind 7 bis 10 % weniger als im Vorjahr (2,6 Mio. ha). In Serbien wird für 2025 ein Rückgang von über 40 % auf etwa 150.000 ha geschätzt, hauptsächlich wegen fehlendem Z-Saatgut. In Deutschland spielt der Sojaanbau erst seit 2015 eine Rolle. 2025 waren es 43.600 ha, von denen etwa 134.000 t Sojabohnen geerntet wurden. Rund 75 % der deutschen Sojaproduktion stammen aus Bayern (57 %) und Baden-Württemberg (18 %).

Entwaldungsverordnung

Übrigens gilt die EU-Verordnung für entwaldungsfreie Produkte (EUDR), die alle betrifft, die „Holz, Kakao, Kaffee, Kautschuk, Ölpalme, Soja, Rinder oder daraus hergestellte Erzeugnisse auf dem EU-Markt in Verkehr bringen, bereitstellen oder ausführen“, auch für die Sojaanbauer in der EU. Diese müssen ihre jeweiligen ­Soja-Produktionsflächen mithilfe von Geolokalisierungskoordinaten (GPS) erfassen und melden. Es bleibt zu hoffen, dass diese zusätzlichen bürokratischen Auflagen die Ausweitung der Sojaflächen in der EU nicht behindern, denn eine Auflockerung der doch sehr von Wintergetreide dominierten Fruchtfolgen wäre wünschenswert. Laut Donau Soja wird zudem nach eigenen Angaben eine CO2-Reduktion um bis zu 90 % gegenüber brasilianischem Soja erreicht.

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