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Das Bundeskabinett hat am Mittwoch den Kabinettsentwurf einer Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) beschlossen. Trotz eindringlicher Warnungen und konkreter Änderungsvorschläge aus der Praxis übernimmt die Bundesregierung den hoch umstrittenen Referentenentwurf unverändert.
„Angesichts der geopolitischen Lage und der anhaltenden Abhängigkeit von Energieimporten ist es unverantwortlich, auf dezentrale Erzeugungskapazitäten zu verzichten und Wertschöpfung aus dem ländlichen Raum abzuziehen. Es ist daher unverständlich und fahrlässig, dass die Bundesregierung die Vorschläge der Praxis schlicht ignoriert hat. Der Kabinettsentwurf zum Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) 2027 riskiert sehenden Auges den schrittweisen Abbau gesicherter heimischer Bioenergieleistung im Gigawattbereich zu einem Zeitpunkt, in dem Deutschland fossile Energiepreise in teilweise ungekannter Größenordnung zu finanzieren hat. Auch dem Versprechen aus dem Koalitionsvertrag, Bestandsanlagen eine echte Zukunftsperspektive zu bieten, wird der Entwurf nicht gerecht. Während für fossile Großkraftwerke ohne nennenswerte Diskussion Fördersätze gezahlt werden, die weit oberhalb der Finanzierungskosten von Bioenergieleistung liegen, verweigert man der heimischen, gesicherten und nachhaltigen Bioenergie die wirtschaftliche Grundlage“, moniert Sandra Rostek, Leiterin des Hauptstadtbüros Bioenergie (HBB).
Die vorgesehenen Ausschreibungsvolumina seien laut der Bioenergieverbände im HBB de facto ein Sterbepfad für den Biogasanlagenbestand. Die Zielmarke von 9,5 GW installierter Leistung im Jahr 2035 entspreche bereits der heutigen Leistung der Bioenergie im Stromsektor. Bei gleichzeitig ansteigenden Flexibilitätsanforderungen, also der Notwendigkeit, mehr Leistung zu installieren, sinke laut der Analyse der Verbändegemeinschaft faktisch die Strommenge deutlich, und Hunderte Anlagen müssten endgültig stillgelegt werden.
Daneben soll laut dem Kabinettsentwurf auch die Ausschreibung für hochflexible Biomethan-Blockheizkraftwerke gestrichen werden. Auch dies sei angesichts der neuen, umfangreichen Förderung von Erdgaskraftwerken nicht vermittelbar. Dabei könnten nach Prognosen des HBB allein durch die Flexibilisierung des Biogasanlagenbestands kurzfristig bis 2030 12 GW gesicherte, flexible und Erneuerbare Leistung bereitgestellt werden, die für ein resilientes Energiesystem und zum Ausgleich der schwankenden Solar- und Windstromproduktion dringend gebraucht würden. Nicht zuletzt komme dazu noch die Leistung von Holzheizkraftwerken, Biomethan-Blockheizkraftwerken und anderen Bioenergieanlagen.
„Wir setzen nun auf die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, den Kabinettsentwurf im parlamentarischen Verfahren zu korrigieren. Was wir jetzt brauchen, ist ein Biomassepaket 2.0, das Investitionen anreizt, statt sie durch mangelnde Perspektiven zu verhindern“, schließt Rostek.
Die Bedeutung einer konsequenten Feldhygiene nimmt in der Landwirtschaft stetig zu. Mit der Ausbreitung schwer bekämpfbarer Ungräser wie Ackerfuchsschwanz, Weidelgräsern oder Erdmandelgras wächst die Gefahr, Samen und Bodenpartikel über Maschinen von Schlag zu Schlag zu verschleppen. Zunehmend größere Betriebe, längere Transportwege und ein ansteigender überbetrieblicher Maschineneinsatz erhöhen die Anforderungen an eine effektive Maschinenreinigung. Diesem Thema widmete sich ein umfangreicher Walzenvergleich im Frühjahr.
Im Mittelpunkt des Versuchs stand ein Amazone-Universalgrubber Cenio 4000-2 Super. Dieser zeichnet sich durch einen dreibalkigen Aufbau mit knapp 31 cm Strichabstand aus. Das Gerät ist mittig hydraulisch geklappt und wird in der Dreipunkthydraulik des Schleppers getragen. Neben der hydraulischen Arbeitstiefenverstellung ist die Druckfeder-Überlastsicherung als Sonderausstattung zu nennen. Unterschiedliche Scharvarianten stehen zur Verfügung, eingesetzt wurde das 360-mm-C-Mix-Flügelschar. Verglichen wurden drei unterschiedliche Walzenkonzepte:
• Doppel-Federringwalze
• Keilringwalze mit Matrixreifenprofil
• U-Profilwalze
Ziel war es, den tatsächlichen Erdanhang sowie den Zeit-, Wasser- und Strombedarf für die Reinigung unter praxisnahen Bedingungen zu erfassen. Dafür wurden sämtliche Maschinen nach der Bearbeitung von 1 ha gewogen, anschließend mechanisch abgeklopft, erneut gewogen und schließlich vollständig mit einem Hochdruckreiniger gesäubert. Die abgeklopfte Erde wurde entsprechend den einzelnen Arbeitselementen (Zinkenfeld, Einebnung, Walze) zusammengekehrt und auf einer Viehwaage verwogen. Neben den Gewichten wurden auch Wasser- und Stromverbrauch sowie die Reinigungsdauer dokumentiert.
Drei Standorte für belastbare Ergebnisse
Um unterschiedliche Bodenverhältnisse abzubilden, fanden die Versuche auf drei Standorten rund um das Versuchs- und Bildungszentrum Haus Düsse der Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen (NRW) statt:
• Fläche Düsse: lehmiger Schluffboden – 66 Bodenpunkte
• Fläche Sand: humoser Sandboden – 26 Bodenpunkte
• Fläche Tümpel: schwerer, bindiger Lößboden – 74 Bodenpunkte
Die Bearbeitbarkeit war auf allen Flächen bei mittlerer bis hoher Bodenfeuchte gut. Die Arbeitstiefe lag bei etwa 15 bis 18 cm. Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass nicht nur die Walzenbauart, sondern insbesondere die Bodenbedingungen den Erdanhang beeinflussen. Während auf Sandstandorten vergleichsweise geringe Anhaftungen auftraten, stieg der Erdanhang auf feuchten und bindigen Böden deutlich an.
Bei derartigen Verschmutzungen helfen nur viel Wasser, wenig Druck und, wenn möglich, das Material nicht antrocknen zu lassen. Der Aufwand, solche Maschinen zu reinigen, ist hoch – die Kosten, auf Flächen im schlimmsten Fall innerhalb weniger Jahre keine Produktion mehr durchführen zu können, sind in jedem Fall höher.
Überraschende Erkenntnisse zum Erdanhang
Besonders interessant: Viel Erdanhang bedeutet nicht automatisch einen hohen Reinigungsaufwand. Die U-Profilwalze zeigte im Versuch zwar den größten Erdanhang, im Mittel der drei Standorte 124 kg. Gleichzeitig ließ sich die anhaftende Erde jedoch besonders leicht entfernen. Eine Erklärung ist, dass die Erde unmittelbar nach der Bearbeitung entfernt wurde. Angetrocknete und festgesetzte Erde in den Ringen lässt sich erfahrungsgemäß nur sehr schlecht entfernen. Mit Hammereinsatz ließen sich zwischen 94 und 98 % der Erde bereits vor der Hochdruckreinigung abklopfen – Spitzenwert. Die Keilringwalze mit Matrixreifenprofil wies insgesamt den geringsten Erdanhang auf (zwischen 2 und 5 kg wurden mit dem Hammer abgeklopft), während sich bei der Doppel-Federringwalze (zwischen 17 und 56 kg Erde konnten abgeklopft werden) die Erde häufig in den Zwischenräumen und auf der Ringinnenseite verteilte und dadurch schwerer vollständig zu entfernen war. Zu berücksichtigen ist in diesem Fall aber, dass beim Einsatz des Grubbers mit der Keilringwalze nur 30 % der gesamten Erdanhaftung abgeklopft und zirka 70 % abgewaschen wurden. Sie eignet sich nach getaner Arbeit daher weniger gut zur Reinigung auf dem Acker als andere Walzen. Der größte Anteil der anhaftenden Erde befand sich unabhängig vom Walzentyp stets an der Walze selbst. Zinkenfeld und Einebnung tragen nur marginal zur gesamten Erdanhaftung bei. Im Mittel konnten über die neun Varianten – drei Walzentypen und drei Standorte – 68 % der Erde abgeklopft werden. Zirka 32 % wurden anschließend noch abgewaschen. Dabei waren die Schwankungen je nach Standort und Walzentyp sehr hoch. Der Walzenvergleich verdeutlichte, dass im Durchschnitt 100 kg Erde vom gesamten Gerät abgeklopft und abgewaschen wurden.
Reinigungszeit: Walzenbauform entscheidet
Noch deutlicher wurden die Unterschiede beim Zeitbedarf für die Maschinenreinigung. Die Wahl der Walze hatte einen wesentlich größeren Einfluss auf den Reinigungsaufwand als der Standort selbst. Im Mittel dauerte die Reinigung knapp 25 min. Je mehr Erde noch anhaftete, beispielsweise an der Keilringwalze mit Matrixreifenprofil, desto länger dauerte das Reinigen (bis zu 34 min). Die U-Profilwalze ermöglichte gegenüber der Doppel-Federringwalze Zeitersparnisse von rund 30 bis 40 %. Gleichzeitig zeigte sich, dass bei schwierigen Bodenverhältnissen die Walzenreinigung häufig mehr als die Hälfte der gesamten Reinigungszeit beansprucht. Gerade auf feuchten, bindigen Böden steigt der Zeitbedarf erwartungsgemäß erheblich.
Sind im Betrieb Problemstandorte bekannt, sollten die Maschinen nach der Bearbeitung auf diesen Flächen gründlich mit Wasser gereinigt werden. Nur so kann wirklich sichergestellt sein, dass keine Erde mehr an den Maschinen haftet. Halb ausgeklappt ließ sich der Universalgrubber am besten reinigen.
Verbrauch folgt dem Zeitbedarf
Ähnliche Zusammenhänge ergaben sich beim Ressourcenverbrauch. Der größte Anteil des Wasserverbrauchs entfiel folgerichtig auf die Reinigung der Walze. Besonders nach der Bearbeitung der Fläche Tümpel mit schweren Böden stieg der Bedarf deutlich an. Im Mittel lag der Wasserverbrauch bei 430 l. Für eine gründliche Reinigung ist mit zirka 2,3 kWh Stromverbrauch zu rechnen.
Die U-Profilwalze erwies sich auch hier als effizienteste Variante und benötigte 40 bis zu 45 % weniger Wasser als die Vergleichswalzen. Da der Stromverbrauch unmittelbar mit der Laufzeit des Hochdruckreinigers zusammenhängt, zeigte sich erwartungsgemäß eine enge Korrelation zwischen Reinigungsdauer, Wasser- und Energieverbrauch.
Feldhygiene verursacht messbare Kosten
Wie hoch der Aufwand im Betriebsalltag tatsächlich sein kann, verdeutlicht ein Rechenbeispiel für einen fiktiven 152-ha-Betrieb. Dabei wird davon ausgegangen, dass mit vergleichbarem Grubber jede Fläche 1,5-mal bearbeitet wird und auf der Hälfte der angenommenen 70 Schläge aufgrund von ackerbaulichen Herausforderungen wie Weidelgras eine Reinigung erfolgt.
Wer die Maschine nach der Hälfte aller Bodenbearbeitungen vollständig reinigt, investiert jährlich knapp 22 Stunden reine Arbeitszeit. Dabei wurden die Wege vom Feld zum Reinigungsplatz sowie etwaige Rüstzeiten aufgrund individueller Gegebenheiten außen vor gelassen. Hinzu kommen rund 22,5 m3 Wasser und etwa 119 kWh Strom. Unter den angenommenen Kosten ergibt sich ein jährlicher Reinigungsaufwand von rund 680 € für das Arbeitsgerät Grubber. Rechnet man mit durchschnittlich 100 kg Erd- anhang bei einem 4-m-Grubber, könnten bei fehlender Reinigung mehr als 10 t Erde zwischen den Schlägen verschleppt werden. Sicherlich bleibt ein Teil der Erde über längere Zeit fest an der Maschine, das Potenzial zur Verschleppung ist allerdings gegeben. Die Vorstellung, Erde im Gewicht von 100 kg von einer Problemfläche zur nächsten ackerbaulich unproblematischen Fläche zu tragen, sollte auf jedem Betrieb das Bewusstsein für das Thema Reinigung wecken. Untersuchungen zeigen, dass in 1 kg Erde je nach Standort grundsätzlich mehrere 100 bis 1.000 Samen stecken. Die Kosten, die für den Reinigungsaufwand im Beispiel entstehen, sind im Verhältnis zum potenziellen Verlust der Anbaumöglichkeit von Kartoffeln, Zuckerrüben und Co. nach mehreren Jahren ausgelassener oder halbherzig durchgeführter feldhygienischer Maßnahmen zu vernachlässigen. Daher sollte das Thema Feldhygiene und Maschinenreinigung wieder deutlich präsenter werden.
Praktische Empfehlungen
Aus den Versuchsergebnissen lassen sich mehrere Empfehlungen ableiten: Eine Grobreinigung mit dem Hammer direkt auf dem Feld reduziert den späteren Aufwand erheblich. Je nach Walzentyp ließen sich so bereits bis zu 98 % der Erde entfernen. Ebenso lohnt sich die Auswahl eines geeigneten Walzentyps nicht nur hinsichtlich der ackerbaulichen Vorzüge, sondern auch unter dem Aspekt der Feldhygiene. Gummierte Walzen ließen sich durch den reinen Hammereinsatz nicht so gut reinigen. Hier lagen die Ergebnisse zwischen 20 und 50 % abgeklopfter Erde. Erklären lässt sich dies über die Pufferwirkung von Gummi beim Einsatz von Metall. Schwingungen werden nicht beziehungsweise weniger stark übertragen als bei Walzen aus Stahl. Für die Hochdruckreinigung empfiehlt sich eine halb geklappte Maschinenstellung, da alle Arbeitsbereiche gut erreichbar bleiben. Außerdem sollte systematisch gearbeitet werden – beispielsweise von links nach rechts sowie von oben nach unten – und geeignete Schutzausrüstung getragen werden. In Extremsituationen wie nach der Einarbeitung von Gülle mit einer Scheibenegge helfen eine hohe Wassermenge, wenig Druck und zudem, die Erde möglichst nicht antrocknen zu lassen. Frische Erde lässt sich immer noch am besten entfernen.
Fazit
Der Versuch macht deutlich, dass Feldhygiene längst mehr ist als ein Nebenaspekt der Bodenbearbeitung. Gespräche mit unterschiedlichen Herstellern von Landtechnik bestätigen diese Erkenntnis. Die Anfragen zum Thema Erdanhaftung werden aus den bereits genannten Gründen spürbar häufiger. Die Konstruktion der Walze beeinflusst nicht nur den Erdanhang, sondern auch den Reinigungsaufwand und damit Zeit-, Wasser- und Energiekosten erheblich. Besonders die U-Profilwalze zeigte trotz erwarteter hoher Erdanhaftung deutliche Vorteile bei der Reinigbarkeit. Für landwirtschaftliche Betriebe bedeutet dies: Bereits bei der Auswahl der Arbeitswerkzeuge können wichtige Beiträge zur Reduzierung von Verschleppungsrisiken und zur Senkung der Betriebskosten geleistet werden. Gleichzeitig gilt, dass der Grubber nur eines von vielen Anbaugeräten ist, das in der Produktionskette in den direkten Kontakt mit Boden kommt. Eine konsequente Feldhygiene umfasst auf Betriebsebene grundsätzlich alle Gerätschaften.
Die Rinderzucht Schleswig-Holstein (RSH) führte erstmalig im Juli eine Auktion in Dätgen durch. Das Angebot konnte in allen Kategorien vollständig vermarktet werden, und die Erlöse lagen über den Erwartungen.
Das kleine Aufgebot an schwarzbunten Bullen bestand nur aus genetisch hornlosen Bullen. Im Schnitt wurden sie für 3.000 € zugeschlagen. Teuerster Bulle war „Cubaloo P“ von der Rinderzucht Thies/Gröhn GbR in Stuvenborn. Der hornlose „Camron P“-Sohn überzeugte bereits bei der Körung mit sehr viel Stärke, einem sehr guten Fundament und stammt aus einer Bullenmütterfamilie aus dem Zuchtprogramm der RSH. Nach einem spannenden Bieterduell konnte der Auktionator ihn bei 3.600 € zuschlagen.
Betriebskollektionen bereichern Auktion
Gleich drei Betriebe stellten auf dieser Auktion Betriebskollektionen, die alle mit viel Qualität überzeugen konnten. Den Beginn machte die Engelbrecht GbR aus Bokholt-Hanredder. Die Kollektion bestand aus zwei Kühen und fünf Färsen, die sich alle sehr leistungsbereit im Ring zeigten. Die beiden Zweitkalbskühe wurden für je 2.400 € zugeschlagen, die Färsen kosteten im Schnitt 2.620 €. Teuerste Färse mit 2.750 € war „Enne“, die mit einer ersten Kontrolle von mehr als 40 kg Milch glänzen konnte. Direkt im Anschluss wurde die Kollektion von Malte Krohn aus Kummerfeld im Ring versteigert.
Die acht Färsen zeigten sich als absolute Produktionsfärsen, die mit Einsatzleistungen von fast 40 kg überzeugen konnten. Die geringe Preisspanne von 2.300 € bis 2.700 € verdeutlicht die Einheitlichkeit der Betriebskollektion, im Schnitt wurde die Kollektion für 2.538 € zugeschlagen. Die dritte Kollektion stellte der Betrieb Milchhof Wesenberg, Thomas Schmahl aus Groß Wesenberg. Die Betriebskollektion bestand aus sechs Holsteinfärsen und einer Braunviehfärse. Die enorm bemuskelte Braunviehfärse kostete 3.100 €, insgesamt erzielte die gesamte Kollektion 2.700 € im Durchschnitt. Teuerste Färse war die rotbunte Färse „Davos P“ von „Boeing-Red“. Die kapitale und mit viel Power ausgestattete Färse erlöste 3.200 € und wird in Zukunft im Kreis Rendsburg-Eckernförde gemolken.
Färse „Washington“ wusste zu überzeugen
Die schwarzbunten Färsen insgesamt kosteten im Durchschnitt 2.471 €. Teuerste Färse war die großrahmige und leistungsbereite „Picard“-Tochter „Washington“ von der Heidehof GbR aus Timmaspe. „Washington“ geht auf die bekannte „Jefferson“-Tochter „Joyce“ zurück, die mit einer Lebensleistung von 143.000 kg aufwarten kann. Ebenfalls hat sie bei der Verbandsschau Neumünster am Abend einen Siegertitel erringen können. Die zwei schwarzbunten Kühe im Angebot stammten beide von Jens Gerken aus Pölitz und erlösten im Durchschnitt 2.375 €.
Das kleine Kontingent der rotbunten Färsen erlöste im Schnitt 2.900 €, die teuerste Färse war dabei die bereits erwähnte „Davos P“ aus der Betriebskollektion von Thomas Schmahl.
Die nächste Auktion findet am 13. August in Dätgen statt, und die Rinderzucht Schleswig-Holstein hofft, dass zahlreiche Anmeldungen erfolgen und damit den Auktionsstandort Dätgen attraktiv gestalten.
Um auch in größer werdenden Würfen möglichst alle Ferkel aufzuziehen, gilt es einige Punkte zu beachten und anders zu bewerten als früher. Dazu gehören unter anderem eine gezielte Vorbereitungsfütterung der Sau sowie Betreuungsmaßnahmen während der Geburten.
Die züchterische Entwicklung der Wurfgröße hat sich gegenüber den Vorjahren zwar verlangsamt, sie geht aber trotzdem weiter. Das belegen überregionale Auswertungen wie die Zahlen aus den nordwestdeutschen Erzeugerringen: Dort wurden im vergangenen Jahr im Mittel 15,8 lebend geborene Ferkel bei einer zunehmend besseren Verlustsituation von 12,9 % je Wurf gezählt. Dabei gibt es jedoch große betriebliche Unterschiede. Auch verzeichnen Herkünfte mit mehr lebend geborenen Ferkeln mehr Ferkelverluste. In vielen Betrieben im Bundesgebiet wird damit eine Schwelle für die Wurfgröße überschritten, die früher als kritisch für die Vitalität der Saugferkel galt: Wenn züchterisch nicht gegengesteuert wird, steigt bei mehr als 16 insgesamt geborenen Ferkeln der Anteil an Leichtgewichten mit weniger als 1.000 g Geburtsgewicht von etwa 10 % auf fast 20 %. Und diese leichten Ferkel haben ein Verlustrisiko von mehr als 30 %.
Gute und schlechte Startbedingungen
Viele Auswertungen zeigen, dass eine verlustarme Aufzucht von Saugferkeln in der Regel erst ab einem Geburtsgewicht von 1.200 g möglich ist. Die geringsten Verlustraten werden bei einem Geburtsgewicht von 1.600 g festgestellt. Entscheidend ist jedoch nicht das mittlere Gewicht pro Ferkel, sondern die Streuung der Geburtsgewichte. Als physiologische Ursache für diese Ungleichverteilung gilt die Gefäßdichte der Plazenta und damit die Nährstoffversorgung der ungeborenen Ferkel während der Trächtigkeit.
In der Folge haben die leichten Ferkel bei der Geburt von vornherein weniger Energiereserven und eine im Verhältnis zum Körpergewicht größere Körperoberfläche. Sie tragen dadurch ein größeres Risiko, zu unterkühlen und weniger Kolostralmilch abzubekommen. Dadurch fehlen ihnen Energie (Hypoglykämie) und Schutzstoffe (Hypogammaglobulinämie). In der Konsequenz leiden die Leichtgewichte deutlich häufiger an infektiösen Faktorenerkrankungen wie Durchfällen und Gelenkentzündungen und haben dadurch ein größeres Risiko, verloren zu gehen.
Lange Geburten belasten
Ein weiterer wichtiger Vitalitätsfaktor ist in der Geburtsgeschwindigkeit zu sehen, die unter anderem über die Fütterung und Konditionierung der Sauen beeinflusst werden kann: Die Tiere sollten in den Tagen vor der Geburt ein Futter mit ausreichend dickdarmverdaulicher Faser erhalten, damit die Verdauung in Gang bleibt. Gleichzeitig muss das Futter genug Energie und Protein liefern, um die Sauen auch nach einigen Stunden Geburt noch bei Kräften zu halten.
Das gilt es heute viel höher zu bewerten als früher, denn die Dauer der Geburten steigt seit Jahren. Während eine durchschnittliche Geburt früher etwa vier Stunden dauerte, ferkeln die Sauen heute sechs Stunden und länger. Je nach Herkunft nimmt dabei der zeitliche Abstand zwischen den geborenen Ferkeln auch mit der Wurfgröße zu. Als Faustzahl gilt hier, dass das Doppelte des spontanen Abstandes der Ferkel untereinander nicht überschritten werden sollte (höchstens 35 min zwischen zwei Ferkeln). Betriebe mit sehr niedrigen Verlustraten (unter 10 %) holen alles, was nach einer guten halben Stunde nicht da ist. Versuche zeigen: Sofern die Eingriffe hygienisch und tierschonend durchgeführt werden, steigt der Anteil der Sauen mit zu behandelnden Nachgeburtsproblemen um weniger als 2 %. Eingriffe sind kein Kinderspiel, der Vorteil aber überwiegt. Um die Geburten effizient zu betreuen, ist es sinnvoll, diese hormonell einzuleiten. Bei den heute durchweg längeren Tragezeiten sollten aber nur Geburten eingeleitet werden, die länger als das mittlere Herdenmittel dauern. Die Ferkel nehmen im Mutterleib ungefähr 30 g pro Tag zu. Um zu bestimmen, ob das 116 oder sogar 117 oder mehr Tage sind, muss richtig gerechnet werden. Der Tag der letzten Besamung gilt dabei als erster Trächtigkeitstag.
Dazu kommt: Heute wie früher verringert sich der Antikörpergehalt im Kolostrum, je länger die Geburt dauert. Er geht innerhalb der ersten vier Stunden von 30 % auf 16 % zurück. Bei angenommenen 16 Ferkeln je Wurf und sechs Stunden Geburtsdauer bekommen die erstgeborenen vier Ferkel damit rund 50 % mehr Abwehrkräfte als die letzten vier Tiere des Wurfs. Das hat Konsequenzen, denn Ferkel mit einem hohen maternalen Antikörperspiegel bilden später auch selbst mehr Antikörper.
Biestmilch rettet Leben
Somit ist die Bedeutung der Kolostralmilch als erste Lebensversicherung der Ferkel noch gestiegen. Denn während sich die Menge der reifen Milch in Grenzen der Nachfrage und damit der Wurfgröße anpasst, bilden die Sauen die Biestmilch ganz unterschiedlich. Der Durchschnitt liegt bei 3,5 l, die Spanne reicht von etwa 1 bis 4,5 l je Sau. Mit zunehmender Wurfgröße und gleichzeitig abnehmender Kolostrumqualität im Verlauf der ersten Stunden wird die „flüssige Lebensversicherung“ zunehmend knapp. Je größer dann die Würfe werden, desto mehr Ferkel teilen sich die vorhandene Kolostralmilchmenge, wobei 300 g je Ferkel als ein Optimum und knapp 200 g als ein Minimum angesehen werden.
In allen Versuchen eindeutig zeigte sich der Zusammenhang zwischen der Überlebensrate und der Zeitdauer bis zur ersten Biestmilchaufnahme. Ferkel, die in Versuchen 10 min nach der Geburt am Gesäuge waren, konnten wir quasi ausnahmslos aufziehen. Sie kommen fast alle durch. Bei den nicht so vitalen Ferkeln, die bis zu 60 min brauchten, um das Gesäuge zu erreichen, betrug die Verlustrate fast 40 %. Und die Problemferkel, bei denen mehr als eine Stunde bis zur ersten Milchaufnahme vergeht, haben ein Verlustrisiko von bis zu 100 %, wie die Abbildung zeigt. Alle darin eingegangen Werte sind statistisch unkorrigiert. Der Effekt ist somit sehr robust.
Daher kann es für große Würfe sinnvoll sein, nach dem ersten gemeinsamen Säugen des gesamten Wurfes die schweren Ferkel für zwei Stunden wegzusperren, um den kleineren Wurfgeschwistern eine Chance auf mehr Kolostralmilch zu geben (Split-Nursing). Da die Gesamtmenge nicht steigt, geht es auch darum, nur den richtigen (kräftigen) Ferkeln etwas abzuziehen und das Risiko einer zu geringen Kolostralmilchversorgung von den kleinen auf die großen Ferkel zu übertragen. Werden in den Moment, in dem mehr Ferkel als Zitzen an der Sau sind, die richtigen Separationskandidaten (zwei bis drei) ausgewählt und jeweils nur zwei Stunden getrennt, dann ist eine Verringerung der Ferkelverlustrate um 5 bis 6 % möglich.
Es ist zwar offensichtlich, dass leichtere Ferkel mit geringeren Körperreserven und dem höheren Auskühlungsrisiko länger brauchen, um sich an das Gesäuge vorzuarbeiten und Kolostralmilch aufzunehmen. Vitale Ferkel sind aber nicht nur aufgrund ihrer Geburtsmasse in kürzerer Zeit am Gesäuge. Es muss daneben noch andere, zum Teil saisonale Vitalitätsfaktoren geben, die im Bereich der Tragezeit zu suchen sind und die unterschiedliche Vitalität und Verlustrate der Ferkel aus verschiedenen Durchgängen erklären. Diese Zusammenhänge kommen unter Verwendung der modernen Haltungssysteme (Bewegungsbuchten) noch stärker zum Tragen als früher, denn die Wege vom Ort der Geburt bis zum Ferkelnest sind oft mehrfach länger als früher.
Versuch macht klug
Im Rahmen langjähriger Untersuchungen im Lehr- und Versuchsgut Köllitsch sowie in sächsischen Praxisbetrieben wurden in den vergangenen Jahren verschiedene, sich aus diesen Zusammenhängen ergebende Maßnahmen rund um die Geburt auf den Prüfstand gestellt. Die Ergebnisse werden in der Tabelle auch im Hinblick auf die Bedeutung des gefundenen Effektes zusammengefasst.
Den größten Einfluss hat die Sau selbst, ihre Gesundheit, die über Konditionsfütterung und Vorbereitung auf die Geburt beeinflusst werden kann (siehe Tabelle). Wichtig sind heute Fütterungsmaßnahmen zur Verminderung von Koprostase (Kotstau im Dickdarm) und zur Verbesserung der Kalzium-Mobilisierung.
Die Tiere dürfen nicht verfettet in den Abferkelstall kommen, und die Verdauung muss auch zur Geburt in Schwung gehalten werden. Das Fundament für komplikationsarme Geburten von unversehrten und zum Kupierverzicht geeigneten Ferkeln wird bereits in der Transferfütterung der Sauen vor der Geburt gelegt (Faser und Kalzium). Leider ist es nicht möglich, die Sauen sowie Milchrinder zur Ca-Mobilisierung zu erziehen. Spezialergänzungsfuttermittel wie Lachsöl oder funktionelle Lignozellulose können Vorteile für ältere Sauen bringen. Traubenzucker hilft zeitlich nur kurz, viel nachhaltiger wirkt Energie aus dem Dickdarm. Zuletzt hat auch der Einsatz von Protein tierischen Ursprungs (VTP) Effekte gezeigt. Wichtiger sind aber ein schlüssiges Fütterungskonzept und die Gleichheit der Futterkomponenten.
Mit der Fruchtbarkeit nimmt die Bedeutung der typischen Faktorenerkrankung MMA (Mastitis, Metritis, Agalaktie) sogar noch zu. Sie zeigt sich heute aber eher in subklinischen Verlaufsformen (Peripartales Hypogalaktie-Syndrom, PHS). Sie ist unauffälliger, kommt aber offensichtlich umso häufiger vor. Während Futterzusätze, die den Energiestoffwechsel unterstützen, deutlichere Effekte bei älteren Sauen zeigten, führte der Einsatz von Produkten mit schmerzlindernder und entzündungshemmender Wirkung nach der Geburt eher zu Effekten bei jüngeren Sauen und ihren Ferkelverlustraten. Entzündungshemmende Stoffe (zum Beispiel Polyphenole) ohne schmerzlindernde Wirkung brachten dagegen keine Verbesserung. Es wird geschlossen, dass die Wirkung darauf beruht, dass die Sauen ohne Nachgeburtsschmerzen bei der so wichtigen Kolostralmilchabgabe ruhiger sind, sodass diese nachhaltiger abläuft. Ruhe ist also oberstes Gebot, auch für die Betreuung.
Geburten gezielt betreuen
Während der Einsatz von Zusatzstoffen bei den Sauen Wirkung zeigen kann, brauchen Ferkel ausreichende Geburtsgewichte, zügige Geburten, Kostralmilch und Wärme und sonst eigentlich nichts. Deshalb sollte eine Geburtsbetreuung obligatorisch sein. Ein systematisches Ferkelversetzen (auch an Ammen) sowie das Füttern beziehungsweise Drenchen untergewichtiger Ferkel mit Kolostralmilch sollte ebenfalls zur Routine erfolgreicher Ferkelerzeugerbetriebe gehören. Keinesfalls sollte bei der Masse der heute geborenen Ferkel, der Blick für das Einzeltier verloren gehen.
Wichtig ist die Erkenntnis, dass die Entwicklung der Fruchtbarkeitsleistungen nach wie vor ein dynamischer Prozess ist, der unsere Sauen auch physiologisch verändert hat. Das erfordert eine Anpassung auch etablierter Managementmaßnahmen von der Besamung bis zur Geburt. Die Effekte sind umso nachhaltiger, je kleiner der Organismus ist, an dem die Maßnahmen angewendet werden. Deshalb ist die Geburt so ein wichtiges Zeitfenster, in dem die Entwicklung für ein ganzes Schweineleben beeinflusst wird: Die Sauenhalter sind also gut beraten, sich in dieser Zeit voll auf die Sauen und Ferkel zu konzentrieren und bei Bedarf steuernd oder helfend einzugreifen – wobei einige wichtige Weichen offenbar bereits in der Frühträchtigkeit gestellt werden. Eine zusammenfassende Bewertung aller in Erprobungen durchgeführten Maßnahmen zeigt die Tabelle.
Fazit
Hohe Fruchtbarkeitsleistungen haben physiologische Konsequenzen: Sie provozieren abnehmende Geburtsgewichte und (Kolostral-)Milchmenge je Ferkel sowie verlängerte Geburten. Der wichtigste Vitalitätsfaktor ist das Geburtsgewicht, der zweitwichtigste die Geburtsgeschwindigkeit. Das heißt, je zügiger die Ferkel geboren werden (Abstand maximal 2 x 17 min), desto vitaler sind sie. Die Geburtsbetreuung hilft somit, die Vitalität zu steigern. Totgeburten sind nachweislich eher die Folge von langen Geburten und weniger die Ursache. Ferkel brauchen Reserven (1.200 g Geburtsgewicht), Wärme (Ferkelnester 0,065 m², unter 40 °C; Raumtemperatur 21 °C) und Kolostralmilch (200 g bis 300 g), sonst eigentlich nichts. Dabei beeinflussen sich Vitalität und Kolostralmilchaufnahme gegenseitig, drei Kolostralmilchgaben sollten heute von der biologischen Mutter stammen. Das zeitweise Wegsperren starker zuerst geborener Ferkel (Split-Nursing) überträgt das Risiko von den kleinen auf die großen Ferkel. Es hilft, aber nur bei Auswahl der richtigen Anzahl geeigneter Ferkel. Viele Weichen (Milchleistung, Nekrosen) werden vor der Geburt gestellt (Dickdarmgesundheit, Komponentengleichheit, Futterumstellung). Dafür muss das Sauenfutter für die speziellen Bedürfnisse vor und nach der Geburt optimiert werden, aber nicht kompliziert sein. Spezialergänzungsfuttermittel (Lachsöl, funktionelle Lignozellulose) können Vorteile für ältere Sauen bringen (Geburtsverlauf beziehungsweise Geburtsgeschwindigkeit), Entzündungshemmer bringen eher Vorteile für junge Sauen und Ferkel. Dazu kommen auch Maßnahmen nach der Geburt. Eine orale Eisenversorgung führt je nach Verfahren nicht zu dem gleichen optischen Gesamteindruck hinsichtlich der Körperfärbung der Ferkel, kann dafür aber einen Vorteil für die Tiergesundheit haben. Auch etablierte Managementmaßnahmen von der Besamung bis zur Geburt sollten überdacht und angepasst werden.
Der Deutsche Bauernverband (DBV) sieht angesichts des wachsenden wirtschaftlichen Drucks auf die Betriebe die Bundesregierung gefordert. „Wir brauchen eine spürbare Steuerentlastung beim Diesel und die zügige Einführung der steuerfreien Risikoausgleichsrücklage“, erklärte DBV-Präsident Joachim Rukwied kürzlich in Berlin.
Er verwies auf die aktuellen Erntezahlen der Landesbauernverbände, die deutliche Ertragseinbußen für wichtige Ackerkulturen erwarten ließen. „Schwächere Erträge, geringere Erlöse und hohe Betriebskosten treffen die Landwirtschaft in einer ohnehin angespannten Lage“, so Rukwied.
Ertragsrückgänge
Seinen Ausführungen zufolge träfen hohe Kosten für Diesel und Düngemittel die Betriebe unmittelbar in der laufenden Produktion: „Wer Versorgungssicherheit und eine leistungsfähige heimische Landwirtschaft will, muss die Betriebe wirtschaftlich handlungsfähig halten.“ Deshalb sei eine Entlastung beim Diesel bis Ende November erforderlich. Zudem besteht der Verband darauf, die im Koalitionsvertrag vereinbarte steuerfreie Risikoausgleichsrücklage einzuführen. Rukwied bezeichnete die Risikoausgleichsrücklage als wichtigen Baustein, um Betriebe in Krisenjahren zu stabilisieren.
Nach DBV-Angaben bestätigen die neuesten Zahlen der Landesbauernverbände die bisherigen Ernteschätzungen. Während die Wintergerste noch ein durchschnittliches Ergebnis erreiche, zeigten sich bei Winterweizen und Raps deutliche Rückgänge. Mit einer Ertragsschätzung von 7,6 t/ha liegt die Wintergerste nur leicht unter dem Ertrag des Vorjahres von 7,8 t/ha.
Deutlich schwieriger stellt sich dem Bauernverband zufolge die Lage für Winterweizen dar. Ertragsrückgänge von bis zu 15 % würden in einigen Regionen gemeldet. Ähnlich sei die Situation beim Raps. Dort drohten Einbußen von bis zu 18 %. Neben der wechselnden Witterung litten die Betriebe laut DBV darunter, dass die Möglichkeiten zur wirksamen Bekämpfung von Schädlingen eingeschränkt seien. In manchen Regionen hätten zudem massive Hagelschauer zu Ernteeinbußen geführt.
Besorgt zeigt sich der DBV auch über die Situation im Futterbau. Ausbleibende Niederschläge auf Grünland- und Futterbauflächen ließen in vielen Regionen Engpässe in der Versorgung der Tiere im kommenden Winter befürchten. Als angespannt stuft der Verband die Lage für Mais, Zuckerrüben und Kartoffeln ein. Für die weitere Entwicklung der Bestände seien dringend Niederschläge notwendig. Selbst dann seien allenfalls durchschnittliche Erträge zu erwarten.
Regionale Unterschiede
Malte Jacobsen
Unterdessen vermeldete der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) Ende vergangener Woche, dass die Erntearbeiten zwischen den Meeren gut vorankämen. Die Wintergerstenernte sei in weiten Teilen Schleswig-Holsteins – bis auf Standorte im Marschland und auf den Inseln – nahezu abgeschlossen. „Die Erträge fallen überwiegend positiv aus und liegen meist im mittleren bis überdurchschnittlichen Bereich, auch die Qualitäten sind vielerorts gut“, berichtete BVSH-Vizepräsident Malte Jacobsen.
Allerdings zeigten sich regionale Unterschiede. Während insbesondere im Norden und an der Ostseeküste des Landes gute Ergebnisse erzielt würden, führten Trockenheit und Hitze in Teilen des Südens von Schleswig-Holstein zu geringeren Erträgen und teilweise auch zu Qualitätseinbußen. „Die Gerste konnten wir weitestgehend unter sehr guten Bedingungen dreschen, sodass wir in diesem Jahr nicht trocknen müssen. Bei den aktuellen Energiepreisen ist das für die Betriebe eine willkommene Erleichterung“, erklärte Jacobsen.
Schwere Unwetter mit Hagel haben hingegen im Raum Angeln, Schwansen, Pinneberg und im Herzogtum Lauenburg zum Teil schwere Schäden auf den Feldern hinterlassen.
Klaas Röhr Fotos: rq
Gleichzeitig habe die Ernte von Raps, Erbsen und Winterweizen begonnen. Vor allem auf leichteren Standorten werde bereits Raps gedroschen. Die ersten Rückmeldungen ließen auf sehr durchwachsene Erträge schließen. „Der Raps profitierte im Frühjahr von günstigen Wachstumsbedingungen und einem insgesamt geringeren Krankheitsdruck. Regional kam es jedoch durch Schädlinge wie den Rapserdfloh sowie örtliche Unwetterschäden zu spürbaren Ertragseinbußen, die sich nachhaltig auf das Ernteergebnis auswirken“, so Klaas Röhr, Landwirt aus Reinfeld.
Parallel zur laufenden Ernte richteten die Betriebe den Blick bereits auf die kommende Saison. Die Vorbereitungen für die Rapsaussaat im August liefen an, ebenso würden erste Zwischenfrüchte ausgesät. Im Grünland falle die Bilanz bislang erfreulich aus. Die ersten beiden Schnitte hätten laut BVSH überwiegend gute Erträge und Qualitäten gebracht, auch die Heuernte habe unter günstigen Bedingungen erfolgen können. Dank ausreichender Niederschläge entwickelten sich die Bestände derzeit gut, sodass nach derzeitigem Stand mit einer sicheren Futterversorgung zu rechnen sei.
Die auch als Ewigkeitschemikalien bezeichneten PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind Alleskönner. Aufgrund ihrer Wasser-, Fett- und Fleckenbeständigkeit finden sie in Produkten wie Antihaft-Kochgeschirr, Lebensmittelverpackungen, wasserabweisender Kleidung und Feuerlöschschäumen Verwendung. Auch einige Pflanzenschutzmittel enthalten PFAS.
Die große Beständigkeit dieser Verbindungen führt dazu, dass sie lange Zeit in der Umwelt verbleiben und die Wahrscheinlichkeit steigt, dass sie in Lebensmitteln oder dem Grundwasser vorkommen. Einige PFAS stehen im Verdacht, gesundheitsschädlich zu sein. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (Efsa) hat daher kürzlich den Grenzwert für das PFAS-Abbauprodukt Trifluoressigsäure (TFA) deutlich gesenkt, um Gesundheitsrisiken für Menschen auszuschließen. So weit, so gut.
Das Umweltministerium in Schleswig-Holstein will das Schutzniveau hierzulande aber noch deutlich anheben. PFAS-haltige Pflanzenschutzmittel sollen laut einem Verordnungsentwurf in allen Wasserschutzgebieten verboten werden. Das klingt erst einmal sinnvoll, geht aber mit deutlichen Nutzungseinschränkungen für die betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe einher und steht im Widerspruch zu anderen Umweltzielen, wie der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) in einer Stellungnahme verdeutlicht.
Die Stellvertretende BVSH-Generalsekretärin Lisa Hansen-Flüh vergleicht die Situation mit der eines Patienten, dem der Arzt trotz schwerer Krankheit die Medikamente streicht. Das drohe gerade den landwirtschaftlichen Kulturpflanzen. Laut BVSH stammen gerade einmal 2 % der EU-weiten PFAS-Emissionen aus Pflanzenschutzmitteln – der Löwenanteil davon aus Flufenacet, das nach 2026 ohnehin nicht mehr eingesetzt werden darf. Durch den Vorstoß des Kieler Umweltministeriums sei daher kein relevanter Umweltnutzen zu erwarten.
Eine Landesverordnung gehe vielmehr über das EU-Recht hinaus und führe zu zusätzlicher Regulierung, die die landwirtschaftliche Produktion in den Wasserschutzgebieten stark einschränke. Für den Verband ist das Vorgehen von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) daher nicht verhältnismäßig.
Tatsächlich sollte von der Landesregierung berücksichtigt werden, dass der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln seit Jahren effektiver wird: Menge und Risiko sinken. Landwirtinnen und Landwirte nutzen zunehmend weitere Fruchtfolgen, Zwischenfrüchte, resistente Sorten und präzisere Technik. Klar ist aber auch, dass chemischer Pflanzenschutz weiterhin ein unverzichtbarer Teil des Integrierten Pflanzenschutzes bleiben wird, um beispielsweise Resistenzbildungen vorzubeugen.
Wo es Probleme beim Trinkwasserschutz gibt – und einige Langzeitfolgen von PFAS sind heute wohl noch nicht abschätzbar – sollten zielgerichtete Maßnahmen erfolgen, zum Beispiel regionale Kooperationen mit Wasserversorgern, statt Pauschalverbote auszusprechen.
Die Auszubildenden zum Forstwirt an der Lehranstalt für Forstwirtschaft der Landwirtschaftskammer in Bad Segeberg haben kürzlich an einer Fortbildung zur Vegetationsbrandbekämpfung teilgenommen.
Unter der fachkundigen Anleitung von Ausbildern des Kreisfeuerwehrverbandes Segeberg wurden verschiedene Verfahren zur Bekämpfung von Vegetationsbränden praktisch vermittelt und geübt.
Zum Ausbildungsprogramm gehörten der Einsatz von Feuerpatschen und Wasserrucksäcken sowie die Anlage von Brandschutzstreifen mit unterschiedlichen Geräten. Die praxisnahe Schulung vermittelte den angehenden Forstwirten wichtige Kenntnisse für den sicheren Umgang mit Vegetationsbränden und stärkte zugleich die Zusammenarbeit zwischen Forstwirtschaft und Feuerwehr. Die Lehranstalt für Forstwirtschaft freut sich über die sehr gute Zusammenarbeit mit dem Kreisfeuerwehrverband Segeberg, dessen engagierte Unterstützung und die praxisorientierte Durchführung der Fortbildung.
Anlegen einer BrandschneiseFoto: Dr. Borris Welcker
Mit ihrem Islandwallach Straumur frá Eskifirði holte Lina Klaskala bei der Deutschen Islandpferdemeisterschaft (DIM) Bronze. Für die Ehndorferin, Kreis Rendsburg-Eckernförde, die in dritter Generation den Islandpferden verbunden ist, war die Medaille ein weiterer Höhepunkt in dieser außergewöhnlich erfolgreichen Saison.
Nur wenige Tage nach ihrem Erfolg steht Lina Klaskala wieder dort, wo sie mit Islandpferden aufgewachsen ist: auf dem Gestüt Störtal in Ehndorf. Die Eindrücke aus dem Finale im nordrhein-westfälischen Lennestadt sind noch ganz lebendig. Zwischen mehrfachen Deutschen Meistern und Weltmeisterschaftsteilnehmern ritt die 20-Jährige mit ihrem Mausfalben Straumur zu Bronze in der T2-Prüfung.
„Es fühlte sich irreal an, dort dabei sein zu dürfen“, sagt sie über ihren Start als Juniorin im Feld der Erwachsenen. Das Publikum habe die Reiterinnen und Reiter nicht nur angefeuert, sondern regelrecht gefeiert. „Das war ein tolles Gefühl und mein absolutes Highlight.“
Eine lange und intensive Saison liegt hinter Klaskala und ihrem auf Island gezogenen Straumur. Nach Starts unter anderem beim Icehorse Festival im dänischen Herning und beim Kronshof Special im niedersächsischen Ellringen ging es im Juni zur Deutschen Jugend-Islandpferdemeisterschaft (DJIM) nach Grothusenkoog, Kreis Nordfriesland. Dort holte sie den Meistertitel ebenfalls in ihrer Paradedisziplin T2, zu der auch das Zügelüberstreichen im Tölt gehört. Gerade in diesem Aufgabenteil konnte sie ihre Note auf der DIM noch einmal steigern, auf eine glatte 8,00.
Riskanter Kauf
Zu verdanken hat die Juniorenmeisterin die Erfolge besonders ihrem Pferd Straumur, das sie liebevoll „Straumi“ nennt. Die beiden sind seit 2025 ein Team, und das eher durch Zufall. Ihr Wallach Askur, mit dem sie bereits in der Jugendklasse erfolgreich unterwegs gewesen war, sei verletzt gewesen, erzählt Klaskala. Sie habe sich deswegen schon auf eine längere Turnierpause eingestellt. Ohne gezielt nach einem Pferd zu suchen, sei sie bei Instagram auf Straumurs Verkaufsanzeige gestoßen.
„Mit seiner Bewegungsmechanik war er ein echter Hingucker“, erinnert sich seine heutige Besitzerin an ihren ersten Eindruck von dem Pferd. Sie sei direkt ein bisschen verliebt gewesen, gesteht sie lachend. Das einzige Problem dabei: Straumur stand noch im Norden Islands, und das Interesse an ihm sei groß gewesen, habe man ihr direkt verraten. Es musste also eine schnelle Entscheidung getroffen werden. „Wir haben uns gesagt: ‚Wir kaufen den jetzt und lassen uns überraschen.‘“
Der Kauf ohne Kennenlernen und Proberitt war riskant, das weiß die Reiterin selbst. „Aber schon wenige Wochen nach seiner Ankunft hier wusste ich, dass es richtig war. Ich freue mich wirklich jeden Tag über ihn“, schwärmt Klaskala über ihren „Straumi“, den sie als sensibel, loyal und manchmal witzig beschreibt. Und: „Er achtet sehr doll auf seinen Reiter.“
Die Paradedisziplin des Paars aus Ehndorf ist das Zügelüberstreichen im Tölt. Dafür gab es bei der DIM 8,00 Punkte. Foto: Neddens Tierfotos
Hof des Großvaters
Viele der Reiter, mit denen sich Lina Klaskala bei der Deutschen Meisterschaft gemessen hat, kennen sie von klein auf. Ihren Heimathof Störtal, den ihr Großvater Günter Jöhnk in den 1970er Jahren aufbaute, kennen nicht nur norddeutsche Islandpferdefans. Hier fanden über Jahrzehnte hochklassige Turniere mit internationalem Starterfeld statt, hier trafen sich Zuchtenthusiasten zur Hengstschau, um unter anderem Kolskeggur frá Ásmundarstödum, den Stammhengst des Gestüts, und seine Nachkommen zu bewundern.
Der Hof in der Nähe des Naturparks Aukrug wird seit rund zehn Jahren von Linas Mutter Nicole Klaskala betrieben. Heute sind die Pensionspferdehaltung und die Vermietung der Trainingsanlage für Kurse die Standbeine des Betriebs. Lina Klaskala sieht hier ihre Zukunft. Nach dem Fachabitur will sie noch in diesem Jahr ihre Ausbildung zur Pferdewirtin Spezialreitweisen beginnen. Nicht im heimischen Ehndorf, dem „Dorf der Islandpferde“, sondern in Bremen. Die Ausbildung soll der Grundstein dafür sein, das Gestüt Störtal später weiterführen zu können, dann in der dritten Generation. Darauf freut sie sich schon. Man spürt ihren Enthusiasmus für den Islandpferdesport und den eigenen Hof.
Noch ist die Turniersaison für Klaskala und Straumur nicht beendet. Die nächste große Herausforderung wartet bereits auf das Paar: Direkt nach der Deutschen Islandpferdemeisterschaft wurden sie in den Kader für die Mitteleuropäische Meisterschaft berufen, die im August im hessischen Ellenbach ausgetragen wird.
Sprudelnde Quellsteine, auffällige Wandbrunnen und wasserspeiende Figuren – mit etwas Fantasie und moderner Technik lässt sich Wasser im Garten eindrucksvoll inszenieren. Und wenn man schon dabei ist, findet sich vielleicht auch noch ein Platz für eine Gartendusche.
Gartenduschen lassen sich ganz unkompliziert über einen Wasserschlauch versorgen. Foto: Karin Stern
Diese verspricht an heißen Sommertagen erfrischenden Badespaß. Ist die Dusche erst einmal im Garten installiert, wird sie schnell unverzichtbar. Der Handel bietet verschiedene Modelle an, die sich trotz unterschiedlicher Bauart und Ausführung meist problemlos über einen Gartenschlauch anschließen lassen. Vor dem Kauf sollte überlegt werden, ob eine fest installierte Dusche oder ein abbaubares Modell infrage kommt. Mobile Modelle werden in der Regel mit Erdspießen oder Heringen im Boden verankert. Fest installierte Duschen verfügen häufig über ein Fußteil, das für einen rutschfesten Stand sorgt. Andere Ausführungen müssen auf einem Fundament montiert werden.
Das Wasser aus dieser Edelstahl-Gartendusche läuft in einen Sickerschacht. Foto: Karin Stern
Im Angebot sind neben Kaltwasserduschen auch Solarmodelle, die wohltemperiertes Duschwasser liefern. Sie verfügen entweder über einen separaten Vorratsbehälter oder führen das Wasser in Spiralen durch den Standfuß. In beiden Fällen wird es bei entsprechender Sonneneinstrahlung auf bis zu 60 °C erwärmt. Mit einer Mischbatterie lässt sich das Duschwasser auf die gewünschte Temperatur einstellen und ersetzt den reinen Kaltwasserschauer.
Wer eine mobile Dusche auf einer Rasenfläche aufstellt und häufig nutzt, muss je nach Witterung mit etwas matschigem Boden im Bereich des Duschkopfes rechnen. Ein ausreichend dimensionierter Sickerschacht kann dieses Problem lösen. Dazu wird unter der Dusche eine etwa 80 cm tiefe Grube ausgehoben, mit Drainagekies gefüllt und anschließend mit einzelnen Trittplatten abgedeckt.
Den Winter über können die meisten Gartenduschen im Freien bleiben, sofern Schläuche, Zuleitungen und Vorratsbehälter vollständig entleert werden. Je nach Ausführung und Aufwand für Auf- und Abbau kann es jedoch sinnvoll sein, die Dusche in einem frostfreien Raum oder zumindest unter einem Dach zu lagern. Holz, Kunststoffe und Dichtungen bleiben so besser vor Witterungseinflüssen geschützt, sodass sich die Lebensdauer verlängert.
Dank der Kieselsteine steht man beim Duschen nicht im feuchten Erdreich. Foto: Karin Stern
Wer sich für Sprudel- oder Quellsteine interessiert, findet im Handel eine große Auswahl an Komplettsets. Diese enthalten meist Wasserbecken mit Abdeckung, Quellstein und Pumpe. Das Angebot lässt kaum Wünsche offen: vom roh behauenen bis zum geschliffenen Naturstein, aus Betonguss, Kunststoff in Steinoptik, Keramik oder Metall, in natürlichem oder futuristischem Design – für nahezu jeden Geschmack und Geldbeutel gibt es passende Varianten. Alternativ können Becken, Abdeckung und Pumpe separat erworben und der passende Quellstein beim Steinmetz ausgewählt werden. Auch Fundstücke wie ein Findling vom Acker oder ein alter Mühl- oder Schleifstein vom Speicher lassen sich zu Quellsteinen oder Wasserspeiern umfunktionieren.
Beim Steinmetz kann man Findlinge durchbohren lassen. Foto: Karin SternAlte Mahl- oder Schleifsteine lassen sich prima zum Quellstein umfunktionieren. Foto: Karin Stern
Obwohl diese Wasserspiele nur wenig Platz benötigen, sollte der Standort sorgfältig gewählt werden. Häufig werden sie in der Nähe von Sitzplätzen, am Gartenhaus oder im Vorgarten positioniert.
Die kaskadenförmige Gestaltung ist ein toller Blickfang. Foto: Karin Stern
Im Laufe der Zeit bilden sich auf den Quellsteinen Algen und Moose, was je nach Umgebung als reizvolle Patina wahrgenommen werden kann. Wer dies nicht wünscht, kann die Beläge mit einer Wurzelbürste entfernen.
Wasserspeier lassen sich vergleichsweise einfach in vorhandene Teiche, Wasserbecken oder Zinkwannen integrieren. Als attraktive Hingucker machen sie die Wasserlandschaft mit ihrem sanften Geplätscher lebendiger und reichern das Wasser gleichzeitig mit Sauerstoff an. Einige Schwimmkerzen auf der Wasseroberfläche sorgen am Abend für eine stimmungsvolle Beleuchtung.
Technisch handelt es sich bei diesen Wasserspielen um geschlossene Wasserkreisläufe. Die Installation eines Wasserspeiers ist ähnlich einfach wie der Einbau einer Fontäne in einen Teich. Dabei wird die Pumpe über einen Schlauch mit dem Wasserspeier verbunden und im Wasser versenkt. Schlauch sowie Kabel werden möglichst unauffällig hinter Steinen oder Pflanzen verlegt. Viele Pumpen sind inzwischen als Solarmodelle erhältlich, was eine externe Stromversorgung überflüssig macht. Eine Beratung im Fachhandel vor dem Kauf ist empfehlenswert.
Der Einbau eines Quellsteins erfordert etwas mehr Aufwand, da das Wasserbecken im Boden versenkt werden muss. Darin finden die Tauchpumpe sowie die Unterkonstruktion für den Quellstein Platz. Als Abdeckung dienen je nach Größe der Steine unterschiedlich engmaschige Roste. Empfehlenswert ist zudem ein Schwimmschalter, der die Pumpe bei zu niedrigem Wasserstand automatisch abschaltet. Verdunstetes Wasser sollte regelmäßig mit der Gießkanne ergänzt werden.
Die Zinkkanne fällt als Wasserspiel ins Auge. Foto: Karin SternIn den Sicht- und Windschutz wurde hier ein Wandbrunnen integriert. Foto: Karin SternEin Sprudelstein lässt sich auch problemlos ins Beet einbauen. Foto: Karin Stern
Der ehemalige Kommissionsbeamte Dr. Jerzy Plewa warnt vor einfachen hektarbasierten Direktzahlungen für die Ukraine: Ein solches Modell wäre politisch explosiv und ökonomisch grob, da es Größe belohne, ohne Wiederaufbau, Standards, Arbeitsplätze oder ländlichen Zusammenhalt zu fördern. Der Beitritt solle als Chance für strukturelle Modernisierung verstanden werden, nicht als arithmetische Übung in Hektaren.
Die agrarpolitischen Beziehungen zwischen der Ukraine und der Europäischen Union haben sich vom kriegsbedingten Ausnahmefall hin zu einem gesteuerten Beitrittsprozess entwickelt. Nach der russischen Invasion und der Unterbrechung der Schwarzmeerrouten öffnete die EU ihren Markt. Doch dieses Modell konnte auf Dauer nicht tragfähig sein. Das modernisierte Assoziierungsabkommen mit der EU (DCFTA), das nun seit dem 29. Oktober 2025 in Kraft ist, ersetzt die Liberalisierung durch ein berechenbareres Regelwerk.
2025 überstieg der Warenhandel zwischen der EU und der Ukraine 68 Mrd. €: Die EU-Ausfuhren beliefen sich auf 46,4 Mrd. €, die EU-Einfuhren auf 21,7 Mrd.€. Es handelt sich also nicht um eine einseitige ukrainische Marktdurchdringung.
Der Schock war real
Der Schock im Agrarbereich war dennoch real. 2024 war die Ukraine die drittgrößte Quelle der Agrar- und Lebensmitteleinfuhren der EU, mit Importen im Wert von rund 13 Mrd. €, gegenüber 6,9 Mrd. € im Jahr 2021. Ihr Anteil am Wert der EU-Agrar- und Lebensmitteleinfuhren stieg von 5 auf 8 %. Besonders hoch war die Konzentration bei sensiblen Produkten: Die Ukraine lieferte 68 % der EU-Weizeneinfuhren, 47 % der Eierimporte, 37 % der Zuckereinfuhren und 31 % der Honigeinfuhren. 2024 wurde die Schutzklausel für Hafer, Eier, Zucker, Grütze und Honig ausgelöst. Das modernisierte DCFTA hebt die Zollkontingente über das Vorkriegsniveau an, hält sie aber deutlich unterhalb der kriegsbedingten Marktöffnung.
Der Marktzugang ist an Standards gebunden. Die Ukraine muss sich schrittweise an die EU-Vorschriften zu Tierwohl, Pestiziden und Tierarzneimitteln angleichen, einschließlich jährlicher Fortschrittsberichte, und ihre Produktionsvorschriften, einschließlich des Pestizideinsatzes, bis Ende 2028 anpassen. Die Botschaft ist klar: Je weitgehender der Marktzugang, desto weitgehender die regulatorische Angleichung.
Das überarbeitete DCFTA ermöglicht es der EU, bei ernsthaften Marktstörungen, auch in einem oder mehreren Mitgliedstaaten, durch Schutzmaßnahmen zu reagieren, selbst wenn die EU-weiten Durchschnittswerte beherrschbar erscheinen.
Landwirtschaft schwierig
Die Ukraine kann in großem Maßstab produzieren, doch die Bereitschaft für die GAP erfordert Kontrollen, Flächenidentifikation, Betriebsdaten, Prüfungen, Förderfähigkeitsregeln, Konditionalität und finanzielle Rechenschaftspflicht. Im Ukraine-Bericht der Kommission von 2025 wurden Fortschritte in der Strategie für Landwirtschaft und ländliche Entwicklung bis 2030, im operativen Plan für 2025 bis 2027 und im staatlichen Agrarregister festgestellt.
Mäßig vorbereitet
Kapitel 12 im Ukraine-Bericht der EU-Kommission zur Lebensmittelsicherheit sowie Veterinär- und Pflanzenschutzpolitik bildet die Grundlage des Marktvertrauens. Die Ukraine ist mäßig vorbereitet, hat aber Fortschritte erzielt.
Die sensibelste Frage ist die Agrarstruktur. Hier geht es nicht nur darum, wie viele Hektar die Ukraine in die GAP einbringt, sondern auch darum, wer profitiert. 2024 erwirtschafteten juristische Personen 71 % der landwirtschaftlichen Produktion, natürliche Personen etwa 29 %. Die durchschnittliche Größe eines kommerziellen Betriebs wurde auf 649 ha geschätzt, verglichen mit einem EU-Durchschnitt von 17,4 ha im Jahr 2020.
Große Betriebe mit mehr als 10.000 ha erzeugten etwa 25 bis 30 % der Getreide- und Ölsaatenproduktion, während Betriebe mit 500 bis 10.000 ha rund 63 % der Produktion stellten. Auf kleine Betriebe entfielen etwa 49 % der Obst- und Beerenproduktion und rund ein Drittel der Gemüseproduktion; große Betriebe erzeugten rund 59 % der Zuckerrüben.
Hektarbasierte Direktzahlungen wären politisch explosiv und ökonomisch grob, weil sie Größe belohnen würden, ohne notwendigerweise Wiederaufbau, Standards, Arbeitsplätze, Verarbeitung oder ländlichen Zusammenhalt zu fördern. Der Beitritt der Ukraine sollte als Chance für strukturelle Modernisierung verstanden werden. Die Ukraine verhandelt zudem über den Beitritt zu einer Politik, die selbst gerade neu gestaltet wird. Die zentrale Frage lautet nicht nur, wie viel Geld die Ukraine erhält, sondern welche Transformation die EU finanziell zu unterstützen bereit wäre.
Es braucht ein neues Modell
Die EU und die Ukraine brauchen ein neues Beitrittsmodell: schneller als die traditionelle Erweiterung, sicherer als eine gewöhnliche Liberalisierung und von Anfang an glaubwürdig. Ein solches Modell würde institutionelle Konvergenz, gesteuerte Marktöffnung und eine frühe Beteiligung an GAP-Instrumenten in einem kohärenten Rahmen verbinden. Es würde den Aufbau der GAP-Verwaltungsstrukturen in der Ukraine unterstützen. Gleichzeitig würde der Marktzugang mit produktspezifischen Schutzmaßnahmen, Zollkontingenten, regionalem Monitoring und Logistikmanagement für sensible Sektoren wie Zucker, Geflügel, Eier, Honig, Weizen, Mais und Ölsaaten verknüpft.
Die Ukraine könnte zudem bereits vor dem vollständigen Beitritt Zugang zu ausgewählten GAP-ähnlichen Instrumenten erhalten, darunter Investitionsbeihilfen, Maßnahmen zur ländlichen Entwicklung, Pilotzahlungen, Erzeugerorganisationen, Umweltprogramme und gezielte Unterstützung für kleine und mittlere Betriebe. Wiederaufbau und Minenräumung würden in diesen Prozess eingebettet, sodass der Beitritt nicht nur ein rechtlicher Weg, sondern auch eine praktische Modernisierungsagenda wäre. Dieser Ansatz kann auch den Landwirten in der EU mehr Planungssicherheit geben. age