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Auch in diesem Jahr findet die La.Le.Le-Seminarreihe statt. La.Le.Le steht für „Landjugend leben lernen“. Mit dem erfolgreichen Abschluss des Seminars kann die Jugendleiter-Card (Juleica) beantragt werden. Sie ist eine Anerkennung für ehrenamtliches Engagement und bringt als kleines Dankeschön verschiedene Vergünstigungen und weitere Formen der Wertschätzung mit sich – welche genau, ist je nach Region unterschiedlich.
Um das Seminar erfolgreich abzuschließen, müssen beide Wochenenden besucht sowie ein Erste-Hilfe-Kurs absolviert werden. Im Anschluss kann dann die Juleica beantragt werden. Das erste Wochenende verbrachten die zwölf Teilnehmenden gemeinsam mit ihren vier Referenten in der Jugendherberge in Glückstadt. Dort erwartete sie ein abwechslungsreiches und aktives Programm, denn beim La.Le.Le gilt: Mitmachen statt nur zuhören.
Die ersten Teilnehmenden reisten am Freitagnachmittag an. Spätestens zum Abendessen waren dann alle vor Ort, sodass das Wochenende gemeinsam starten konnte. Beim anschließenden Kennenlernen entstand schnell eine offene Atmosphäre. Außerdem erarbeiteten sich die Teilnehmenden eigene Gruppenregeln für das Seminar. Inhaltlich ging es danach bereits mit den ersten Themen weiter, darunter „Rund um Spiele“ und „Feedback“. Der Abend klang schließlich mit einem netten Schnack in gemütlicher Runde aus.
Welche Entwicklungsstufen von Gruppen gibt es, und welche Rolle füllt man selbst darin aus? Antworten gab es beim La.Le.Le-Seminar. Foto: Paul Weniger
Ganz im Zeichen der eigenen Persönlichkeit und des Miteinanders in Gruppen stand der Sonnabend. Die Teilnehmenden setzten sich intensiv mit den verschiedenen Entwicklungsstufen von Gruppen sowie der eigenen Rolle darin auseinander. Am Nachmittag folgten Einheiten zu Lebenswelten und Sozialisation sowie zum inneren Schweinehund. In diesem Zusammenhang schrieben alle Teilnehmenden einen Brief an sich selbst, der ihnen in etwa einem Jahr zugeschickt wird; eine spannende Möglichkeit, die eigene Entwicklung später noch einmal zu reflektieren.
Nach dem Abendessen ging es um das Thema Alkoholprävention und den verantwortungsvollen Umgang damit. Den Abend gestalteten die Teilnehmenden anschließend nach ihren eigenen Interessen: Während ein Teil der Gruppe in der Jugendherberge blieb und gemeinsam Spiele spielte, nutzte die andere Hälfte die Gelegenheit, die Innenstadt von Glückstadt zu erkunden. Am Sonntag, dem letzten Tag des ersten Seminarwochenendes, standen die Themen Fetenplanung und Öffentlichkeitsarbeit auf dem Programm. Beides sind Bereiche, die für die Landjugendarbeit unverzichtbar sind. Denn eine gelungene Veranstaltung braucht nicht nur eine gute Planung, sondern auch eine überzeugende Bewerbung. Beim „Fetenspiel“ musste eine Gruppe unter Zeitdruck eine Veranstaltung organisieren und dabei immer wieder unerwartete Herausforderungen meistern, etwa einen Sturm, der die Zeltplanen beschädigt. Am Ende konnte sich die Gruppe erfolgreich gegen die Zeit durchsetzen. Im Bereich Öffentlichkeitsarbeit wurden anhand von Instagram-Profilen anschaulich Dos and Don’ts vermittelt – also Dinge, die in der Social-Media-Arbeit gut funktionieren, und solche, die man besser vermeiden sollte.
Nachmittags trat die Gruppe schließlich die Heimreise an. Wiedersehen werden sich alle am 5. Juni, wenn der zweite Teil des Seminars in Steinbergkirche in der Bildungsstätte auf dem Scheersberg stattfindet.
Einstimmig ernannte der Landeshauptausschuss des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) den früheren Verbandspräsidenten Werner Schwarz (sitzend) am Mittwoch zum Ehrenpräsidenten. Schwarz, der von 2008 bis 2022 BVSH-Präsident und von 2012 bis 2022 Vizepräsident des Deutschen Bauernverbandes war, erhielt außerdem die Goldene Ehrennadel – die höchste Auszeichnung des BVSH.
Der amtierende Verbandspräsident, Klaus-Peter Lucht, bezeichnete Schwarz als hervorragenden Vermittler. „Du hast Kompromisse gefunden, die gesellschaftlich akzeptiert und für die Betriebe vertretbar waren“, sagte Lucht. Schwarz habe den Dialogprozess zur Zukunft der Landwirtschaft in Schleswig-Holstein entscheidend begleitet, genauso wie die Zukunftskommission Landwirtschaft auf Bundesebene. Mit akribischer Fleißarbeit habe Schwarz die Landwirtschaft nach vorn gebracht. Lucht nannte als Beispiele für das positive Wirken seines Vorgängers die Initiative Tierwohl, das Projekt ZukunftsBauer, die Allianz für den Gewässerschutz und die Schaffung der Position „Vertrauensperson Tierschutz“.
Schwarz erklärte: „Das alles macht man nicht allein. Herzlichen Dank an alle, die mich unterstützt haben. Der BVSH ist ein großartiger Verband. Machen Sie weiter wie bisher.“
Auf einem Jungpferdegipfel der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) wurden Änderungen der Prüfungen für drei- und vierjährige Pferde und Ponys bei den Bundeschampionaten beschlossen. Ziel der Anpassungen soll es sein, junge Pferde noch altersgerechter und schonender auf ihre sportliche Laufbahn vorzubereiten. Doch es gibt auch Kritik.
An den Prüfungen für drei- und vierjährige Pferde und Ponys bei den Bundeschampionaten wurden diverse Änderungen vorgenommen. So sollen die Dreijährigen künftig nur noch eine Prüfung absolvieren, statt wie bisher zwei. „Ich finde es sehr schade, dass sie den Dreijährigen das Finale nehmen. Gerade die ganz jungen Pferde brauchen eine Eingewöhnungszeit. Da ist manchmal eine erste Prüfung hilfreich. Und für das Finale qualifizieren sich nur die Besten“, stellt Mareike Peckholz diese Entscheidung infrage. Die Bereiterin nimmt seit mehr als 20 Jahren an den Bundeschampionaten teil, meist mit mehreren Pferden oder Ponys. „Für uns aus Schleswig-Holstein ist es sehr viel Aufwand, nach Warendorf zu fahren. Wir sind fünf bis sechs Stunden unterwegs. Für nur eine Prüfung lohnen sich weder der Aufwand noch die Kosten“, macht sie klar.
Auch dass die bisherige Gebäudebeurteilung an der Hand entfällt und die Pferde nicht mehr abgesattelt vorgestellt werden, findet Peckholz nicht sinnvoll. Gerade bei den drei- und vierjährigen Hengsten sei dieser Teil der Prüfung wichtig, um das Gebäude beurteilen zu können, vor allem für das zuchtinteressierte Publikum. Später gehe es darum, wie sie sich ausbilden ließen, doch in jungen Jahren entschieden Züchter nach anderen Kriterien. Hinzu komme, dass die Pferde in ihren Qualifikationen auch immer eine Gebäudebeurteilung hätten. Warum also nicht im wichtigsten Finale?
Für die Dreijährigen gibt es stattdessen nun eine Note für den Gesamteindruck inklusive Körperqualität. Die Merkmale Trab, Galopp und Schritt bleiben erhalten und auch das Merkmal Rittigkeit, allerdings mit besonderem Fokus auf der altersgemäßen Erfüllung der Kriterien der Skala der Ausbildung. Insgesamt werden von den Richtern also fünf Noten vergeben, künftig in Zehntelnoten statt wie bisher in Schritten von 0,5 Punkten.
Die Gebäudebeurteilung bei den dreijährigen Reitpferden und -ponys soll in Zukunft wegfallen.Foto: Stefan Lafrentz
Einstallen am Vortag
Die Prüfungsaufgabe für die Dreijährigen aus dem vergangenen Jahr bleibt bestehen, da sich die verkürzte Aufgabe ohne Trittverlängerung im Trab bewährt hat. Das findet auch Peckholz grundsätzlich gut, allerdings sei es „Augenwischerei“, denn in den Qualifikationen und bei den Landeschampionaten müssten die Dreijährigen die Lektion „Tritte verlängern“ beherrschen. Also müsse sie es auch ausbilden, sofern es nicht überall wegfalle.
Damit die Pferde ausreichend Zeit zur Eingewöhnung auf dem Gelände haben, ist nun das Einstallen am Tag vor der Prüfung verpflichtend. Das soll auch die Chancengleichheit sichern. Für die Jüngsten wird es am Vortag der Prüfung ein Training auf dem Prüfungsplatz geben.
Im vergangenen Jahr waren die Prüfungen der Ponyhengste auf Mittwoch vorverlegt worden. Peckholz, die für das Gestüt Steendiek von Peter Böge in Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde, arbeitet, war also am Dienstag angereist. „Wir mussten dann nach sechs Stunden Fahrt den Ponys am Abend noch das Viereck zeigen. Am nächsten Morgen begann die Prüfung um acht Uhr“, berichtet sie und fügt hinzu: „Das war bitter und nicht pferdegerecht.“ Ob die neue Regelung solche Zeitabläufe verhindert, wird sich zeigen müssen.
Bei den Vierjährigen besteht die Qualifikation für das Finale weiterhin aus einer Reitpferdeprüfung. Geritten wird die bisherige Aufgabe. Die Bewertung erfolgt analog zu den Dreijährigen, somit entfällt auch die Gebäudebeurteilung an der Hand. Im Finale wird erstmals eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A geritten.
„Unser Ziel ist es, die Anforderungen an ein Reitpferd verstärkt in den Fokus zu stellen“, erklärt Dr. Klaus Miesner, Geschäftsführer Zucht der FN. „Es geht um die Losgelassenheit, den Takt, die Anlehnung und die Durchlässigkeit des jungen Pferdes, aber auch um die Bewegungsqualität. All dies können die Richter in einer einzeln gerittenen Dressurpferdeprüfung sehr gut beurteilen. Der Fremdreitertest entfällt ganz, auch um die Verweildauer der jungen Pferde und Ponys auf dem Prüfungsplatz zu reduzieren.“
Als Ausbilderin von jungen Pferden fühlt sich Mareike Peckholz von der neuen Regelung unter Druck gesetzt. „In dem Hexenkessel allein eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A zu reiten, erfordert Übung“, sagt sie im Hinblick auf das Finale und die Zuschauerränge. Dies würde im Zweifel bedeuten, mit dem jungen Pferd vorher öfter auf Turniere zu fahren. Erschwerend käme hinzu, dass in Schleswig-Holstein die meisten Dressurpferdeprüfungen der Klasse A zu zweit geritten würden, im Finale in Warendorf nun aber plötzlich allein. „Das finde ich auch nicht pferdegerechter.“
Umbau auf dem Gelände
Die Aufgabe sei im Übrigen sehr anspruchsvoll: Schlangenlinien mit Aussitzen, Zügel aus der Hand kauen im Trab und Galopp. Schwierig sei das vor allem mit spät entwickelten Pferden. „Wenn ich erst im Frühjahr anfange, sie auszubilden, kann ich es bis zum Herbst nicht auf dieses Niveau schaffen“, erklärt die Bereiterin. Im Umkehrschluss bedeutet das, dass sie früher mit der Ausbildung beginnen muss.
Sie habe auch Stimmen gehört, die eine A-Dressurpferdeprüfung als Finale positiv einschätzten. Allerdings findet sie, dass dann die Reitpferdeprüfung weggelassen werden sollte und nur Pferde nach Warendorf kommen sollten, die mindestens eine Platzierung in Klasse A haben.
Die zwischen Vorbereitungs- und Prüfungsplatz positionierte Stehtribüne soll künftig entfernt werden. So soll den jungen Pferden der Sichtkontakt zu Artgenossen ermöglicht werden. „Das kann ich nicht pauschal beurteilen“, sagt Peckholz. Sie hatte im vergangenen Jahr einmal Pech, weil eine Siegerehrung verschoben wurde und zeitgleich zur Prüfung eines ihrer jungen Pferde stattfand. „Der Hengst war schon sehr angefasst davon. Wäre die Tribüne nicht da gewesen, wäre er wohl noch abgelenkter gewesen“, berichtet sie.
Mit den Änderungen möchte die FN den Prüfungsablauf für die jungen Pferde und Ponys so optimal wie möglich gestalten. Miesner verspricht: „Wir werden daher sehr genau evaluieren, ob unsere beschlossenen Maßnahmen die Effekte haben, die wir uns wünschen.“ Wo weiterer Anpassungsbedarf gesehen wird, sollen konsequent weitere Schritte folgen. Der Anspruch bleibt, die Bundeschampionate kontinuierlich so weiterzuentwickeln, dass sie junge Pferde bestmöglich und verantwortungsvoll auf ihre sportliche Zukunft vorbereiten.
Seit Langem gelten die Bundeschampionate als fachlich fundiertes und bewährtes Schaufenster für Zucht und Ausbildung. Die jetzt beschlossenen Anpassungen wurden laut FN von Vertreterinnen und Vertretern aus Zucht, Ausbildung, Sport, Veterinärwesen und Richterschaft entschieden. Mareike Peckholz fragt sich, ob auch Reiter von Jungpferden dazu angehört wurden. Sie würde sich freuen, wenn die Jungpferdeprüfungen in ganz Deutschland überdacht werden würden. So dürfen beispielsweise in Dänemark dreijährige Pferde gar nicht auf Turnieren laufen. In Deutschland gebe es zwar eine Beschränkung für Dreijährige, aber Vierjährige könnten unbegrenzt in Prüfungen starten.
Nicht alle sind überzeugt
Der Pferdesportverband Schleswig-Holstein (PSH) und auch einige Zuchtverbände wurden in die Entscheidung nicht einbezogen. Zum Teil sind auch sie nicht überzeugt.
„Wir haben beschlossen, unsere Prüfungsausschreibung für das Trakehner-Bundesturnier so beizubehalten“, verdeutlicht Neel-Heinrich Schoof, Zuchtleiter und Geschäftsführer des Trakehner Verbandes. Er hält die Exterieurbeurteilung der Dreijährigen sowie den Fremdreitertest bei den Vierjährigen für wichtig, um ein junges Reitpferd beurteilen zu können: „Das ist gute fachliche Praxis!“ Der Fremdreitertest sei ein wertvoller Informationsgewinn und werde auch bei Hengst- beziehungsweise Stutenleistungsprüfungen gefordert.
Schoof hält auch nichts davon, in Warendorf nur eine Prüfung für die Dreijährigen anzubieten. Er geht sogar noch weiter und kritisiert die Startbeschränkungen für dreijährige Pferde insgesamt. Denn bei maximal fünf Prüfungen könne man höchstens ein- oder zweimal mit dem jungen Pferd aufs Turnier fahren, bevor es zu den Bundes- oder Landeschampionaten gehe. „Die Remonten müssen auch etwas sehen und Erfahrungen sammeln. Das vereinfacht auch spätere Sporteinsätze und reduziert Stress und Aufregung, gerade wenn es dann zu größeren Turnieren geht. Ich bin ein großer Fan davon, das Pferd der individuellen Entwicklung entsprechend einzusetzen. Dies muss der Gradmesser sein. Natürlich kann das auch bedeuten, dass man drei- und vierjährig aufgrund der körperlichen Entwicklung gar nicht oder nur wenig startet. Aber starre Vorgaben, die nicht das Einzeltier betrachten, sind nicht der fachlich richtige Ansatzpunkt“, erklärt Schoof, der selbst aus einer Züchterfamilie stammt.
Dabei ist Schoof nicht per se gegen Neuerungen, aber er hinterfragt sie doch kritisch: „Offensichtlich möchte man hier ein Signal setzen. Grundsätzlich ist jedoch zu hinterfragen, ob wichtige Beurteilungskriterien eines Reitpferdes wie die Exterieurkorrektheit und die Rittigkeit, die auch für züchterische Entscheidungen von großer Bedeutung sind, einfach in den Hintergrund rücken dürfen.“
Schoof war nicht an dem Gipfel beteiligt, wurde aber von Dr. Norbert Camp, dem ersten Vorsitzenden des Trakehner Verbandes und Vorstandsmitglied im FN-Beirat Zucht, zeitnah über die Ergebnisse informiert. Nicht kommuniziert wurden die Änderungen hingegen mit dem PSH. „Als Veranstalter der Landeschampionate müssen wir uns nun überlegen, ob wir die Änderungen übernehmen oder ob wir unsere Ausschreibung so lassen“, erklärt Matthias Karstens, Geschäftsführer des PSH, vorsichtig.
Weiterer Klärungsbedarf
Dr. Elisabeth Jensen, Zuchtleiterin des Pferdestammbuchs Schleswig-Holstein/Hamburg, wird deutlicher: „Ich finde es nicht glücklich, dass die Anforderungen an die Dreijährigen reduziert werden und die Vierjährigen im Gegensatz dazu eine deutlich anspruchsvollere Leistung erbringen müssen.“ Auch sie sieht ein Problem darin, dass die Finalqualifikation für die vierjährigen Ponys nun in einer Reitpferdeprüfung erfolgt und im Finale eine Dressurpferdeprüfung der Klasse A gefordert ist.
Zu dem Thema wurde sie ebenfalls nicht angehört. „Wir haben am Freitag eine Mail ohne weitere Informationen bekommen und sollten uns am Montag dazu äußern, ob die Prüfung zu zweit oder allein geritten werden soll“, berichtet sie über das Prozedere. So sei keine Zeit geblieben, sich mit dem Vorstand oder den Reitern zu beraten. Sie selbst sei eher für zwei Pferde in der Bahn gewesen. „Wir halten diese Änderungen nicht für gut und haben uns dagegen ausgesprochen“, erklärt sie und fügt hinzu: „Ich denke nicht, dass wir an den Ponychampionaten hier im Land etwas ändern sollten.“
Auch der Holsteiner Verband war nicht direkt an der Entscheidungsfindung beim Jungpferdegipfel beteiligt. Über den Vorsitzenden des Bereichs Zucht, Carsten Grill, wurden gemeinschaftliche Anregungen und Bedenken der deutschen Pferdezucht an die Führung der FN herangetragen. In einem Statement des Holsteiner Verbandes heißt es, dass die Verbände eine Abschaffung der Prüfungen für Dreijährige verhindern wollen. Die Hauptsorge sei, dass dies direkte Konsequenzen für Stuten- und Hengstleistungsprüfungen oder die grundsätzliche Präsentation eines dreijährigen Pferdes unter dem Reiter haben könnte.
Stephan Haarhoff, Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes, sagt dazu: „Aus züchterischer Sicht ist es sinnvoll, rechtzeitig Hinweise zu Reiteigenschaften der Pferde zu bekommen. Ist dies dreijährig nicht mehr möglich, könnten wichtige Informationen für ein ganzes Jahr verloren gehen. Grundsätzlich berühren die Prüfungen für Dreijährige in Warendorf den Holsteiner Verband weniger als andere Zuchtverbände, da nur wenige Pferde aus unserem Zuchtgebiet in Reitpferdeprüfungen an den Start gehen. Der Großteil der Holsteiner Sportpferde ist im Spring- beziehungsweise Vielseitigkeitssport zu Hause.“
Es gibt also viel zu besprechen in den nächsten Treffen des Arbeitskreises, die von der FN angekündigt wurden. Dort sollen auch weitere Prüfungsformate für Jungpferde sowie generell die Ausbildung junger Pferde vom Anreiten bis zum ersten Einsatz im Turniersport diskutiert werden.
Wie entstehen wirkungsvolle Videos für Social Media? Mit dieser Frage haben sich die Social-Media-Teams der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein in einem gemeinsamen Workshop beschäftigt.
Geleitet wurde die Fortbildung von Matthias Süßen (rechts im Bild). Im Mittelpunkt standen Grundlagen der Videoproduktion von Kameraeinstellungen über Bildaufbau bis hin zu Schnitttechniken. Neben fachlichen Impulsen lag der Schwerpunkt auf der praktischen Arbeit: Die Teilnehmenden filmten eigene Sequenzen, probierten verschiedene Perspektiven aus und setzten die Aufnahmen direkt im Schnitt um. Der Workshop bot eine gute Gelegenheit zum Austausch zwischen den Teams und lieferte viele neue Ideen für zukünftige Videoformate auf den Kanälen der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein.
Blütensträucher bringen nicht nur viel Farbe in den Garten, sie lassen sich auch erstaunlich vielseitig einsetzen. Ob als fröhlich bunte Hecke gepflanzt, als Aufwerter für Staudenbeete oder als stattliche Solisten – für all diese Aufgaben kommt eine Vielzahl bewährter Arten und Sorten infrage.
Schöner als die Blüte der Braut-Spiere kann auch ein Brautkleid kaum sein. Foto: Karin Stern
Zur Blütezeit ziehen Rosa Weigelie (Weigela florida) und Brautspiere ‚Buntstifter‘ (Spiraea arguta) viel Aufmerksamkeit auf sich. Meist schon im April sind die Zweige der Brautspiere über und über mit duftenden, weißen Blüten besetzt. Kurz darauf im Mai präsentiert die bis zu 2 m hohe Weigelie ihren traumhaften rosafarbenen Flor. Nach ihrem Rückzug aus dem Rampenlicht sind beide Gehölze wie geschaffen für eine ruhige, grüne Kulisse. Daher eignen sie sich prima als Hintergrund für ein größeres Staudenbeet. Tipp: Das breite Sortenangebot an Weigelien umfasst inzwischen rote, rosafarbene und weiße Blüten ebenso wie Varianten mit rotem oder buntem Laub. Auch die Wuchshöhen bieten eine Vielfalt, die von zwergigen bis zu mannshohen Exemplaren reicht.
Manche Sorten der Weigelie erfreuen mit großen, trompetenförmigen Blüten. Foto: Karin Stern
Auf großen Grundstücken bietet es sich an, aus Weigelie, Brautspiere, Ranunkelstrauch (Kerrie japonica), Ginster (Genista), Edelginster (Cytisus scoparius) und Pfeifenstrauch (Philadelphus coronarius) eine frei wachsende Blütenhecke zu pflanzen. Der Pfeifenstrauch wird häufig auch als Bauern- oder Gartenjasmin bezeichnet. Er wächst anfangs straff aufrecht und hängt im Alter gern über. Als ganz unkompliziert erweist sich der Ranunkelstrauch ‚Pleniflora‘ mit seinen dicht gefüllten, goldgelben Blütenbällen. Er toleriert nicht nur sonnige wie schattige Standorte, sondern erfreut häufig sogar mit einer Nachblüte im Spätsommer. Der Ginster hingegen ist so eine Art Spezialist für trockenere Standorte. Neben der schönen Blüte fällt er mit seinem ungewöhnlichen Wuchs ins Auge. Die unterschiedlichen Ginster- und Edelginstervarianten bieten mit Blütenfarben und Wuchshöhen viel Gestaltungsspielraum. Nur zwei Beispiele dafür: Der Elfenbeinginster (Cytisus praecox) wächst 150 cm hoch, Kissenginster (Cytisus decumbens) bleibt mit 20 cm Höhe sehr niedrig. Tipp: Am besten Pflanzen mit Topfballen kaufen, wurzelnackte Exemplare wachsen schlecht an. Diese wunderbare Hecke beginnt den Blütenreigen mit Ranunkelstrauch und Brautspiere, dann folgen Ginster und Weigelie. Die Schlussakkorde setzt der wunderbar duftende Pfeifenstrauch.
Ranunkelstrauch ‚Pleniflora‘ begeistert mit goldgelben, gefüllten Blüten. Foto: Karin SternGinster kommt gut mit trockeneren Böden zurecht. Foto: Karin Stern
Wie geschaffen für die Einzelstellung sind der Chinesische Blumenhartriegel (Cornus kousa var. chinensis) mit seinen etagenförmig angeordneten Ästen und die anmutige Magnolie (Magnolia) mit ihrem breit gefächerten Wuchs. Im Juni trägt der Blumenhartriegel eine Fülle von Blütenständen mit großen, weißen Hochblättern. Tipp: Der Japanische Blumenhartriegel (Cornus kousa subsp. kousa) wächst etwas schwächer als die chinesische Variante und bleibt mit 4 bis 6 m Höhe auch etwas niedriger. Beide Arten schätzen einen leicht sauren Boden. Magnolien als klassische Frühlings-Solitäre zeigen sich in der Wuchshöhe variabler. Zu den kleineren Vertretern gehört mit knapp 3 m Höhe die Sternmagnolie (Magnolia stellata). Auf stattliche 25 m Höhe hingegen bringt es die Gurkenmagnolie (Magnolia acuminata). Tipp: Flach wachsende Bodendecker binden die Magnolie optisch in den Garten ein und sorgen gleichzeitig dafür, dass die empfindlichen Wurzeln des Frühblühers nicht austrocknen. Man sollte in diesem Bereich auf Bodenarbeit verzichten. Blumenhartriegel und Magnolie sind sehr pflegleicht, da beide Arten möglichst nicht geschnitten werden sollen.
Überschwänglicher Farbenrausch und malerische Wuchsform machen den Blumenhartriegel zu einem beliebten Gehölz. Foto: Karin Stern
Rhododendren und Azaleen sind im Hinblick auf ihre Standortwünsche etwas anspruchsvoller. Sie bevorzugen einen lichten Schatten und lieben mit Ausnahme der kalktoleranten Sorten einen sauren, humosen Boden mit einem pH-Wert von unter 5,5. Wer den Boden unter Rhododendren und Azaleen mit Rindenmulch bedeckt, sorgt für eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit. Die Schönheit dieser beiden Blütensträucher verträgt an sich keine optische Konkurrenz. Schließlich können beide ganze Gartenräume mit Farbe füllen. Doch gegen eine Begleitung durch Blumenhartriegel ist nichts einzuwenden. Tipp: Rhododendren und Azaleen sind tolle Leitpflanzen für Schattenkinder wie Funkien (Hosta), Prachtspiere (Astilbe) und Farne. Mit ihrem immergrünen Laub verleihen sie Beeten auch im Winter noch Struktur.
Rhododendren und Azaleen können ganze Gartenräume ausfüllen. Foto: Karin SternGartenhibiskus ,Blue Bird‘ bringt viel Farbe in den August. Foto: Karin SternBei guter Wasser- und Düngerversorgung legen sich Hortensien voll ins Zeug. Foto: Karin Stern
Eher selten zu sehen ist die Tamariske, die in zwei verschiedenen Varianten angeboten wird. Die Frühlings-Tamariske (Tamarix parviflora) blüht verschwenderisch in Rosa von Mai bis Juni. Von Juli bis September schließt sich die Sommer-Tamariske (Tamarix ramosissima) an. Zu den prächtigen Sommersträuchern für eine großartige Kulisse zählen ebenfalls die Hortensien (Hydrangea). Ausreichende Wasserzufuhr und gute Nährstoffversorgung sind entscheidend für die perfekte Blütenpracht – unabhängig von der jeweiligen Art. Zum Gießen verwendet man am besten kalkarmes Regenwasser. Tipp: Die Düngung Ende Juli einstellen, damit die jungen Triebe ausreifen können. Nicht unerwähnt bleiben darf der Garten-Hibiskus (Hibiscus syriacus). Man gibt jungen Pflanzen etwas Winterschutz mit Laub und Reisig im Wurzelbereich. Der Lohn für die geringe Mühe ist ein wunderbar tropisches Blütenflair im August und September.
Bewegung, Sozialkontakte, Licht und Luft: Die Grundbedürfnisse des Pferdes stehen wieder im Mittelpunkt des Wettbewerbs „Stall des Jahres“, den die Persönlichen Mitglieder der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) veranstalten.
Gesucht werden Pferdebetriebe und -vereine, die im Alltag zeigen, was artgerechte Pferdehaltung bedeutet. Betriebe können sich ab sofort online um den öffentlichkeitswirksamen Titel bewerben und ihre Konzepte vorstellen. Zunächst muss nur ein kurzes Formular ausgefüllt werden. In Runde zwei sind dann Foto- und Videomaterial der eigenen Pferdehaltung für einen virtuellen Stallrundgang gefragt. Wer diesen erfolgreich absolviert, wird von der Fachjury besucht.
Die feierliche Preisverleihung findet im Rahmen der Bundeschampionate statt. Bewerbungsschluss ist Donnerstag, 30. April.
In Deutschland droht die Stilllegung vieler Biogasanlagen, weil Parameter und Perspektiven nicht passen. Dies hat der Präsident des Fachverbandes Biogas (FvB), Thomas Karle, hervorgehoben. „Das müssen wir dringend ändern“, appellierte Karle am Dienstag bei der Vorstellung der aktuellen Branchenzahlen an die Politik. Gebraucht werde eine „kluge Energiewende“ mit einer planbaren Investitionssicherheit, weg vom Schlingerkurs.
Nach Angaben des Fachverbandes beläuft sich der gesamte Biogasanlagen-Park in Deutschland – also die Vor-Ort-Verstromung sowie die Biogasaufbereitung – auf 9.605 Anlagen. Diese erzeugten zusammen mehr als 80,6 TWh Energie; das entspreche gut einem Drittel der gesamten in Europa aus diesem Energieträger produzierten Menge. Nach den Worten von FvB-Vizepräsident Christoph Spurk müsse Deutschland aufpassen, dass es diese Vorreiterrolle im Bereich Biogasanlagen nicht leichtfertig aufs Spiel setze. Es sei schwer nachzuvollziehen, dass in den vergangen vier Jahren fast alle EU-Staaten eine Biogas- und Biomethanstrategie entwickelt hätten, um ihre Volkswirtschaften nachhaltiger und resilienter zu machen, sich der Technologieführer Deutschland diesem europäischen Prozess aber völlig verweigere. „Das schadet unserem Industriezweig“, kritisierte Spurk. Es gehe immerhin um einen Branchenumsatz in Höhe von 8 Mrd. €; mit dem wachsenden Auslandsmarkt seien es sogar 9,6 Mrd. €. Zudem hingen 67.300 Arbeitsplätze direkt oder indirekt an der Biogasnutzung, vor allem im ländlichen Raum.
Elektrische Leistung gestiegen
Laut FvB gab es Ende 2025 in Deutschland 9.315 Biogasanlagen, die vor Ort verstromten. Hinzu kamen 290 Anlagen, die Biogas zu Biomethan aufbereiten. Die Vor-Ort-Verstromungsanlagen hätten zusammen eine installierte elektrische Leistung von 6.816 MW bei 3.316 MW Bemessungsleistung. Die Differenz der beiden Zahlen ergebe die Überbauung beziehungsweise Flexibilisierung, die für die bedarfsgerechte Stromerzeugung relevant sei.
Anlagen werden zunehmend flexibler
Auffällig sei, dass sich die installierte elektrische Leistung der Biogasanlagen weiter sehr positiv entwickelt habe, hob Karle hervor. Diese Tendenz zeige, dass die Biogasanlagen immer flexibler würden und dadurch eine immer wichtigere Rolle für das Stromnetz spielten. Das werde sowohl politisch als auch gesellschaftlich gefordert. Insgesamt seien im vergangenen Jahr 29 TWh Biogasstrom erzeugt worden, was dem Bedarf von 8,8 Millionen Haushalten entspreche.
Die bei der Stromerzeugung im Blockheizkraftwerk (BHKW) anfallende Wärmemenge lag nach Angaben des FvB 2025 bei 32,3 TWh. Davon seien 18,7 TWh außerhalb der Biogasanlage genutzt worden, also in Wohnungen, öffentlichen Einrichtungen oder Industrieprozessen. Diese Wärmemenge entspreche dem jährlichen Bedarf von 1,4 Millionen Haushalten. Karle bedauert, dass diese Leistung in der aktuellen Diskussion um das Potenzial von Biogas häufig übersehen werde.
Biogasaufbereitung immer wichtiger
Signifikant an Bedeutung gewinne dem Fachverband zufolge die Aufbereitung von Biogas zu Biomethan. Ende 2025 habe sich die Gesamterzeugung der Anlagen bundesweit auf 12,8 TWh belaufen. „Eine Steigerung auf 14,5 TWh wäre problemlos möglich“, so der FvB. Zusammen mit dem aktuell importierten Biomethan in Höhe von 3,5 TWh könnten kurzfristig 16,3 TWh Biomethan genutzt werden, was 6,3 % des Erdgasverbrauchs für Wohnungen entspreche. Das wäre relevant für die „Biotreppe“ beziehungsweise die Grüngasquote des Gebäudemodernisierungsgesetzes.
Nicht vergessen werden dürfe laut FvB, dass bei der Biogaserzeugung auch hochwertiger organischer Dünger entstehe. Die Gesamtmenge der Gärprodukte liege bei 96 Mio. t. Diese könnten entweder direkt in flüssiger Form oder nach einer entsprechenden Aufbereitung verwendet werden. Die Summe an Stickstoff aus Gärprodukten beläuft sich dem Verband zufolge pro Jahr auf 735.000 t; an Phosphoroxid sind es 478.000 t und an Kaliumoxid 725.000 t.
Laut FvB existierten 2025 in Schleswig-Holstein 759 Biogas- und Biomethananlagen mit einer installierten elektrischen Leistung von 575 MWel und einer elektrischen Bemessungsleistung von knapp 300 MWel. Die Nettostromproduktion der Anlagen in Schleswig-Holstein habe dabei 2,55 TWh betragen. Dem Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein zufolge bereiten sieben der 759 Anlagen im Land Biomethan auf.
Die detaillierten Branchenzahlen sind auf der Internetseite des FvB abrufbar unter https://t1p.de/vnba5
Teil eines zielführenden Wildmanagements der großen wiederkäuenden Schalenwildarten wie Rot- und Damwild ist unter anderem der behördlich bestätigte Abschussplan. Diese Grundlage einer passenden Bejagung soll sich eng am vorhandenen Bestand der entsprechenden Arten ausrichten. Doch wie kann der Bestand erfasst werden? Moderne Drohnentechnik bietet gute Möglichkeiten der Wildzählung.
Drohnen-Realbild von fünf Stück Damwild
Foto: Thore Schlüter
Die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer bietet als Dienstleistung auch die Befliegung mit Drohnen an. Über die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten dieser Technik wurde schon im Bauernblatt berichtet (siehe Ausgabe 33/2025). Dass über die klassischen forstlichen Probleme aus dem Waldschutz oder dem Waldbau hinaus auch der Bereich der Wildbewirtschaftung von Luftbildern erheblich profitieren kann, wurde durch eine Befliegung zur Erfassung des Damwildbestandes eines Hegerings im Osten des Landes im Februar 2026 deutlich.
Methoden der Wildzählung
Früher war es üblich, den Bestand der örtlich vorkommenden Wildarten über eine Kombination aus bodengebundener Zählung vom Weg oder vom Hochsitz aus und der Entwicklung der Abschüsse aus den vergangenen Jahren herzuleiten. Gelegentlich wurden auch Losungsinventuren zur Ergänzung durchgeführt. Letztere Methode lässt aber nur Aussagen über eine Zu- oder Abnahme des Wildbestands zu. Insgesamt sind die Ergebnisse dieser Bestandsermittlungen durch viele Unsicherheitsfaktoren geprägt. Daher führten sie häufig zu einer Unterschätzung, seltener zu einer Überschätzung der Anzahl des Wildbestandes. Im Ausland, wo es zum Beispiel in Skandinavien oder Afrika notwendig ist, auf sehr großer, oft menschenleerer Fläche ohne Infrastruktur Tiere zu zählen, kommt schon länger die Zählung aus der Luft zum Einsatz. Hierfür werden Helikopter oder Kleinflugzeuge genutzt. Als deutlich günstigeres, störungsarmes und sehr gezielt einsetzbares Gerät für eine Beobachtung aus der Luft steht heute die Drohnentechnik zur Verfügung. Sie ist in unserer norddeutschen Kulturlandschaft sehr gut einsetzbar und bietet die Möglichkeit, mit hochauflösenden Kameras und mit Wärmebildtechnik Wild von oben gut zu erfassen.
Die Wärmebildtechnik in Kombination mit Drohnen wird schon einige Jahre verstärkt zur Suche von Jungwild vor der Grünlandmahd eingesetzt. Dabei ist es wichtig, dass zwischen den gesuchten Wildkörpern und der Umgebung ein Temperaturunterschied besteht, der groß genug ist, den Wildkörper auf dem Wärmebild deutlich sehen zu können. Die Erfassung von Wildbeständen insgesamt ist daher bei kalter Witterung besonders erfolgversprechend. In Kombination mit Schnee und einem laubfreien Vegetationszustand lassen sich Tierkörper in vielen Lebensräumen sogar ohne Wärmebild gut aus der Luft erkennen. Schwierigkeiten können natürlich auftreten, wenn sich die zu zählenden Tiere in dichten, immergrünen Nadelwaldbereichen aufhalten. Hier ist eine leistungsstarke Wärmebildtechnik dann unerlässlich. Diese zeigt zum Beispiel auch Schwarzwildkessel unter großen, schneebedeckten Brombeerbüschen an.
Drohneneinsatz planen
Eine Wildzählung mit der Drohne bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung. Zunächst müssen ein geübter Drohnenführer und eine geeignete Drohne mit der passenden Bildgebung zur Verfügung stehen. Dann muss der richtige Zeitpunkt gewählt werden. Der Spätwinter, insbesondere bei Frost oder Schnee bietet sich hier an. Je früher man an einem Tag beginnt, desto mehr Flächen können beflogen werden. Um einen ganzen Tag zur Befliegung zu nutzen, müssen die Akkus der Drohne regelmäßig getauscht und im Fahrzeug wieder aufgeladen werden. An dem beschriebenen Einsatztag wurden im ständigen Austausch drei Akkus und ein Schnellladegerät genutzt.
Der nächste Planungsschritt betrifft den Ort der Befliegung. Dabei sind vor allem Bereiche sinnvoll, auf denen sich das gesuchte Wild am Tag üblicherweise aufhält, die aber andererseits nur schwer vom Boden aus abgesucht werden können, ohne das Wild dabei zu beunruhigen. Im Fall des hier beschriebenen Einsatzes waren es vor allem Gehölzstrukturen, Geländesenken oder Moorflächen. Hierfür wird eine sorgfältige Vorplanung der Befliegungsbereiche gemacht, die möglichst lückenlos aneinander anschließen. Die Reichweite der eingesetzten Drohne betrug zirka 700 bis 1.500 m im Radius, sodass ungefähr 300 ha große Teilbereiche gebildet wurden. Möglichst mittig in diesem Sektor wird der Start- und Landeplatz gewählt. Je höher und freier dieser liegt, desto größer ist die Reichweite des Funksignals.
Vor dem Einsatz der Drohne müssen vorab alle erforderlichen Genehmigungen eingeholt werden. Dies betrifft die Absprachen im Hegering, die Information der Grundeigentümer, Jagdvorsteher und Jagdausübungsberechtigten mit einer Widerspruchsmöglichkeit, die generelle Flugerlaubnis für die Drohne am betreffenden Ort zur festgelegten Zeit und eventuell auch weitere Genehmigungen. So musste im beflogenen Gebiet eine Sondererlaubnis zum Überfliegen eines Naturschutzgebietes eingeholt werden, und eine Flugverbotszone war zu meiden. Diese Abstimmungen können eine erhebliche Zeit in Anspruch nehmen. Daher sollte man den Einsatz frühzeitig planen.
Befliegung: So geht’s
Der Drohnenführer Thore Schlüter mit der Drohne im Landeanflug Fotos (2): Dr. Borris Welcker
Während der Befliegung selbst ist darauf zu achten, dass eine gute Flughöhe gewählt wird. Die maximal zulässige Höhe sind 120 m. Es wurde auf zirka 70 m Höhe geflogen, um einerseits einen guten Überblick zu haben, andererseits der Wärmebildkamera aber auch ein sicheres Erfassen von Wärmequellen zu ermöglichen. Während der gesamten Befliegung liefert die Drohne nebeneinander zwei Bilder desselben Ausschnittes. Links ist das Wärmebild zu erkennen, rechts das Realbild. Zeigt das Wärmebild als vorrangiges Suchinstrument eine helle Struktur, kann dann über das Realbild angesprochen werden, worum es sich dabei handelt. Dabei wird möglichst mit dem Kamerazoom gearbeitet, um sich mit der Drohne dem Tier nicht zu sehr von oben zu nähern. So ist es fast immer möglich, zu erkennen, um welche Art es sich handelt, ohne dass das Tier beunruhigt und dadurch flüchtig wird. Zum einen möchte man den Energiesparmodus des Wildes gerade im Spätwinter ja nicht stören, zum anderen könnten durch Flucht bedingte Ortswechsel das Gesamt-Zählergebnis verfälschen. Um Wild auch im Fall einer Flucht möglichst nicht doppelt zu erfassen, könnten auch am Boden, auf geeigneten Hochsitzen oder an anderen Punkten mit gutem Überblick Beobachter postiert werden, die mit Angabe von Zeitpunkt und Bewegungsrichtung mögliches Wild zählen und dokumentieren. Dies ist aber aufwendig und bei fachgerechter Befliegung meist auch überflüssig.
Die Drohne zeichnet ihre Flugbahn durchgehend auf, sodass eine Linienstruktur auf die Landschaftskarte gezeichnet wird, die im Anschluss auch zur besseren Nachvollziehbarkeit der Ergebnisse gegenüber Jagdpächtern, Jagdgenossen und der Jagdbehörde dienen kann. Wurde Wild der „Zielart“ erfasst, wird der Standort in dieser Linie markiert, und das von beiden Kameras gelieferte Bild abgespeichert. Neben dem zu zählenden Damwild wurden natürlich auch andere Wildarten, vor allem Rehwild und Schwarzwild, in erheblicher Zahl gefunden. Die Unterscheidung der Wildarten aus der Vogelperspektive bedarf etwas Übung, ist dann aber meist problemlos möglich. Gelegentlich werden auch Fehl-Wärmequellen angezeigt, zum Beispiel Wasseraustritte. Aber auch solche Fehler können über das Realbild schnell identifiziert werden.
Auswertung der Bilder
Die Auswertung der Bilder kann dann im Warmen erfolgen. Bereits im Gelände wurde anhand der aufgezeichneten Flugbahnen der Drohne kontrolliert, dass alle wichtigen Bereiche auch beflogen wurden. Die markierten Fundorte und Fotos des erfassten Wildes können dann in aller Ruhe ausgewertet und die Tiere auf den Fotos insgesamt gezählt werden.
Die Wildzählung, die Anlass zu diesem Beitrag war, war sehr erfolgreich. Es konnte festgestellt werden, dass auf der Fläche des Hegerings von mehreren Tausend Hektar mehr Damwild stand, als zunächst angenommen wurde. Dabei waren wie erwartet auch Unterschiede zwischen Gebieten mit starker und zurückhaltender Bejagung festzustellen. Doch es gab auch Überraschungen: Während einige vielversprechende Wälder fast leer waren, standen Damwildrudel im Schutz kleiner Knickstrukturen oder auch mitten auf dem Acker in Senken – Hauptsache, sie konnten von den Wegen aus nicht gesehen werden.
Fazit
Wildzählung mit der Drohne bietet gute Möglichkeiten, einen besseren Überblick über den Gesamtbestand einer großen wiederkäuenden Schalenwildart zu bekommen. Hierbei ist die Forstabteilung der Landwirtschaftskammer gern behilflich. Interessierte können sich per E-Mail an die Bezirksförsterei Ostholstein, Thore Schlüter, wenden: tschlueter@lksh.de
Seit dem 1. März 2011 ist Dr. Gaby Brüssow-Harfmann in der Geschäftsstelle des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein tätig – ein Anlass, auf 15 Jahre engagierte Arbeit für die Interessen von Frauen im ländlichen Raum zurückzublicken.
Gestartet ist sie als Bildungsreferentin mit den Schwerpunkten Frauenpolitik, Seminartätigkeiten („Fit & Engagiert“, heute „Aktiv im Ehrenamt“) sowie der Betreuung des Facharbeitskreises Frauen- und Sozialpolitik. Von Beginn an begleitete Dr. Gaby Brüssow-Harfmann außerdem die Qualifizierung im Bereich Kräuterkunde. Im Jahr 2018 übernahm sie gemeinsam mit Ninette Lüneberg die Team-Geschäftsführung im Landesverband.
Seit 15 Jahren setzt sich Dr. Gaby Brüssow-Harfmann im Landesverband für die Belange der Frauen ein.
Darüber hinaus ist Dr. Brüssow-Harfmann seit vielen Jahren eine wichtige Ansprechpartnerin rund um die Vereinsarbeit und organisiert mit großem Engagement die landesweiten Gesundheitsaktionen des LandFrauenverbandes.
„Mein Herz schlägt für Frauen- und Gesundheitsthemen und für gleichwertige Lebensverhältnisse im ländlichen Raum. Ich wünsche mir weiterhin einen starken Landesverband, der unsere Themen auf Landesebene anspricht und die Interessen der Frauen im ländlichen Raum vertritt“, sagt Brüssow-Harfmann.
Der LandFrauenverband Schleswig-Holstein dankt ihr für 15 Jahre Einsatz, Fachkompetenz und Herzblut für die LandFrauenarbeit im Land.
Valentinstag mit Herz und Humor
Zweite Single-Party in der Festscheune
Am 14. Februar wurde es lebendig in der Festscheune von Thomas Schmidt-Wiborg: Fast 80 Singles aus der Region kamen zusammen, um gemeinsam die zweite Single-Party zu feiern. Die Veranstaltung, organisiert von den Jungen LandFrauen Dithmarschen, bot den idealen Rahmen für ungezwungene Begegnungen, gute Gespräche und vielleicht sogar den Beginn von etwas Neuem.
Von Candybar (Foto) bis Beerpong – die Jungen LandFrauen haben bei der Single-Party-Dekoration keine Mühen gescheut. Foto: K. Timmermann
Nach einem lockeren Begrüßungsgetränk folgte die offizielle Eröffnung durch die Jungen LandFrauen Dithmarschen mit einer klaren Einladung an alle Teilnehmenden: „Traut euch, jeden anzusprechen – alle Singles tragen ein Namensschild.“ Um das Eis zusätzlich zu brechen, wurden zu Beginn sogenannte Wort-Matches verteilt. So musste beispielsweise der Pfeffer sein passendes Salz finden – ein spielerischer Einstieg, der schnell zu ersten Kontakten führte. Ein besonderes Highlight war der Gratis-Kurze, der über eine Kurzerrutsche „versenkt“ werden konnte. Auch dieses Angebot sorgte für viel Spaß, Gelächter und weitere Gesprächsanlässe. Im Laufe des Abends wurde ausgiebig getanzt, beim Beerpong gespielt oder in Strandkörben entspannt geplaudert. Zahlreiche Telefonnummern wechselten den Besitzer – und tatsächlich gibt es bereits erste Rückmeldungen, dass Teilnehmende miteinander schreiben oder sich verabredet haben. Für die passende musikalische Begleitung sorgte DJ Hassan, der mit seinem Mix die Tanzfläche füllte. Einige der neu entstandenen „Paare“ wurden zudem auf Polaroid-Fotos festgehalten – als charmante Erinnerung an einen besonderen Abend.
Das Fazit der Veranstalterinnen fällt durchweg positiv aus: Die Rückmeldungen der Teilnehmenden waren sehr gut, die Stimmung war ausgelassen und offen. Nun bleibt die spannende Frage, ob – wie schon bei der ersten Single-Party – auch dieses Mal wieder dauerhafte Paare entstehen. Die Chancen dafür standen an diesem Valentinstag jedenfalls ausgesprochen gut. Katharina Timmermann
Seit dem Angriff der USA und Israels auf den Iran am 28. Februar sind die Energiepreise geradezu explodiert. Der Rohölpreis stieg am Beginn der zweiten Woche nach dem Angriff um zirka 40 % auf über 100 US-$/ bbl. Der Energieminister von Katar teilte nun mit, dass er im Falle einer Fortsetzung des Krieges davon ausgehe, dass alle Energieproduzenten am Golf innerhalb weniger Wochen ihre Exporte einstellen müssten, was die Ölpreise auf 150 US-$/bbl treiben werde. Vor allem die Sperrung der Seestraße von Hormus, durch die Rohöl vom Persischen Golf auf den Weltmarkt per Tanker transportiert wird, hat 20 % des weltweit gehandelten Öls blockiert. Übrigens stehen dort auch große Düngemittelfabriken, 30 % des weltweit produzierten Harnstoffs werden dort durchgeschleust. Zudem hat der Iran als Reaktion auf Angriffe auf Energieanlagen durch Israel und die USA begonnen, Ölförderanlagen und Raffinerien in Kuwait, Katar, Bahrain und Saudi-Arabien anzugreifen. Wenn der US-amerikanische Präsident Donald Trump von einer kurzen Dauer des Angriffs ausgegangen ist, scheint sich dies nicht zu bewahrheiten, denn ein Nachgeben des Irans beziehungsweise ein Austausch des Mullah-Regimes ist nicht in Sicht.
Ölsaaten ziehen deutlich an
Dieser Preisanstieg für fossile Energien, auch der Preis für Flüssiggas ist in der ersten Februarwoche um über 50 % gestiegen, bewirkt höhere Pflanzenölkurse. Alle Sojaölkontrakte erreichen aktuell an der Börse in Chicago Laufzeithöchststände. Händler gehen davon aus, dass sie weitersteigen. Dies zog auch Sojabohnen nach oben, Raps folgte ihnen. An der Matif notierte der Raps-Frontmonat Mai am 9. März bei 521,25 €, plus 7 % oder 34 € innerhalb von zehn Tagen. Allerdings kommt dieser Anstieg nur Besitzern von Raps der Ernte 2025 zugute, das dürften in den wenigsten Fällen Landwirte sein, da fast die gesamte Ernte 2025 inzwischen im Handel oder den Ölmühlen liegt oder schon verarbeitet ist. Relevant für die Ernte 2026 ist der Kontrakt August 2026. Er lag am 9. März bei 504,25 €/t, immerhin plus 30,5 €/t beziehungsweise 6,4 % gegenüber dem 27. Februar. Das aktuelle Preishoch könnte genutzt werden, Teilmengen der neuen Ernte zu verkaufen.
Fundamentale Unterstützung
Auch andere Nachrichten unterstützen die Rapskurse. So hat die kanadische Statistikbehörde prognostiziert, dass die dortigen Landwirte die Canolaflächen reduzieren. Auch die jüngste Zollsenkung Chinas für kanadischen Raps von insgesamt 85 % auf 15 % sollte die Lieferungen Kanadas nach China beleben und von der EU ablenken.
Höhere Betriebsmittelkosten
Durch den Iran-Krieg sind die Düngerpreise vor allem für N-Dünger sprunghaft gestiegen, nicht nur wegen des fast verdoppelten Kurses für Erdgas, sondern auch wegen der deutlich gestiegenen Frachtkosten. Die höheren Dieselpreise kommen auch angesichts der bevorstehenden Frühjahrsarbeiten auf den Feldern zu einem ungünstigen Zeitpunkt. Größere Frostschäden in den Feldbeständen sind nicht zu verzeichnen. Mit dem Wetterumschwung sind in weiten Teilen des Landes die Flächen inzwischen gut befahrbar, sodass die Düngemaßnahmen zügig voranschreiten. Auch können in den kommenden Wochen regional Pflanzenschutzmaßnahmen im Raps beginnen. Allerdings wird auf leichteren Böden von zunehmendem Bodenwassermangel berichtet. Niederschläge wären dringend erforderlich, sind laut aktuellen Wetterprognosen aber vorerst noch nicht in Sicht.