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Zähe Prozesse hemmen Innovation

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Wie innovative Technik mithilfe gezielter Förderung in die Praxis gelangen kann, erfuhren die knapp 1.000 Besucher beim VR-Landwirtschaftstag, der am Montag in Neumünster stattfand.

„Wir fördern Hightech-Projekte im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft“, berichtete die Landwirtschaftsministerin Schleswig-Holsteins, Cornelia Schmachtenberg (CDU). Wissenstransfer und Vernetzung seien hier im Fokus. Mit Blick auf die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) kritisierte sie das bislang vorgesehene Budget als zu niedrig. Da die EU-Kommission bereits im Rahmen der Mercosur-Verhandlungen zu Zugeständnissen bereit gewesen sei, vermutet sie weiteren finanziellen Spielraum, den es auszureizen gelte. Auch bei der geplanten Förderstruktur müsse nachgebessert werden. Wenn die Nationalstaaten große Freiheiten bekämen und eigene Förderschwerpunkte festlegten, steige das Risiko für Wettbewerbsverzerrungen, mahnte Schmachtenberg. Kappung und Degression lehne die Kieler Landesregierung ab. Potenzial für bürokratische Entlastungen sieht die Ministerin vor allem im Datenmanagement.

Kritik an Verschiebepolitik

Auch Klaus-Peter Lucht, Präsident des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH), fordert eine GAP, die fairen Wettbewerb unterstützt. Hinsichtlich der Förderung von Naturschutzmaßnahmen stellte er klar: „Wir müssen damit Geld verdienen können.“ Ein Kostenausgleich sei nicht ausreichend. Lucht mahnte zudem, die Ernährungssouveränität nicht außer Acht zu lassen. „Wenn wir es nicht schaffen, unsere Bevölkerung in Europa vernünftig zu ernähren, kann es zu sozialen Verwerfungen kommen“, warnte er. In diesem Zusammenhang fordert er schnellere Zulassungsverfahren für neue Pflanzenschutzmittelwirkstoffe. Seit 2019 sei nicht ein einziger neuer Wirkstoff zugelassen worden – in England hingegen vier. Grundsätzlich gebe es zu viel „Verschiebepolitik“. Als Beispiele nannte er die EU-Entwaldungsverordnung und das Tierhaltungskennzeichnungsgesetz (THKG). Wenn die Förderung für Stallumbauten gestrichen werde, könne das THKG auch ganz weg, so Lucht.

Felix Lutz von der Generaldirektion Landwirtschaft der EU-Kommission verteidigte die GAP-Vorschläge. Er räumte aber ein: „Eine gewisse Renationalisierung kann man nicht abstreiten.“ Man wolle den Mitgliedstaaten Spielräume geben, um auf die Gegebenheiten vor Ort einzugehen. Mit Blick auf Kappung und Degression erklärte er: „Die Kassen sind knapper.“ Durch eine Analyse sei die Kommission zu dem Schluss gekommen, dass Großbetriebe weniger auf Zahlungen aus Brüssel angewiesen seien.

Bürokratie bremst

Ruben Soth, Digitalisierungsexperte bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, berichtete von bürokratischen Hindernissen bei der Etablierung von Agrardrohnen in der Praxis. Genehmigungsprozesse dauerten ein Jahr und länger. Das reduziere den Mehrwert. Grundsätzlich sei Hightech auf den meisten Betrieben bereits Realität. Soth schilderte: „Wir wissen vor den Pflanzen, dass sie Nährstoffmangel haben, und vor der Kuh, dass sie Fieber bekommt.“

Landwirt Carsten Stegelmann sieht in moderner Technik in Kombination mit Künstlicher Intelligenz (KI) Potenzial, Betriebsmittel einzusparen. Er betonte: „Obwohl der Green Deal gerade nicht das oberste Thema ist, beschäftigen wir Landwirte uns trotzdem intensiv damit.“ Moderne Maschinen sollten aus seiner Sicht deutlich selbsterklärender sein. Es koste oft viel Zeit, „bis man in einem System drin ist und es effizient nutzen kann“. Alke Hedemann von John Deere bestätigte diesen Eindruck. Sie berichtete: „Bei Vorführungen müssen wir eine Menge erklären, möglichst schnell und möglichst einfach.“

Thorsten Eichert, Geschäftsführer des Drohnen-Dienstleisters Drone Safty, machte Hoffnung: „Die Vernetzung von Maschinen untereinander wird besser.“ Mit Drohnen erstellte Applikationskarten ließen sich gut auf andere Maschinen übertragen.

Prof. Martin Braatz, Dekan des Fachbereichs Agrarwirtschaft der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW), berichtete: „Digitalisierung und digitales Datenmanagement sind in der Lehre an der HAW eingezogen.“ Neue Technologien würden immer komplexer, deswegen gehörten regelmäßige Fortbildungen auf den Maschinen dazu.

Christopher Braun, Abteilungsleiter Agrarwirtschaft der DZ Bank, informierte, dass es je nach Förderschwerpunkt große Unterschiede bei den Kreditkonditionen gebe, und riet den Landwirten, sich vor Investitionsentscheidungen intensiv beraten zu lassen.

Stefan Lohmeier, Sprecher der Volksbanken Raiffeisenbanken (VR), betonte: „Technik bewegt viel, aber was Landwirtschaft wirklich ausmacht, sind die Menschen.“ Er sehe große Innovationskraft auf den Betrieben. Das wolle man honorieren und habe deswegen in diesem Jahr wieder den VR-Landwirtschaftspreis ausgelobt. Bewerbungsfrist ist der 15. Februar.

Zum Abschluss des VR-Landwirtschaftstages bat Stefan Lohmeier (li.) Werner Schwarz (CDU) auf die Bühne. Der ehemalige Landwirtschaftsminister und BVSH-Präsident riet, Entwicklungen genau zu beobachten, um den eigenen Betrieb frühzeitig zukunftsfähig aufzustellen.

EU-Konferenz zur Wasserresilienz kommt nach Hamburg

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Vom 19. bis 21. Mai findet in Hamburg die EU-GAP-Netzwerkkonferenz „Wasserresilienz in der Landwirtschaft: Innovation in der Praxis“ statt.

Die Veranstaltung bringt rund 300 Teilnehmende aus ganz Europa zusammen, darunter Landwirtinnen und Landwirte, landwirtschaftliche Beratung, Forschung sowie Vertreter aus Politik und Verwaltung. Im Mittelpunkt stehen praxisnahe Lösungen, wie Land- und Forstwirtschaft angesichts von Klimawandel, Trockenheit und Starkregen widerstandsfähiger werden können.

Neben Fachvorträgen, Workshops und einem Innovationsmarkt finden am 19. Mai Exkursionen statt. Diese werden unter anderem vom Innovationsbüro der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein organisiert und zeigen in der Region entwickelte, praxiserprobte Ansätze zur Verbesserung der Wasserresilienz, von bodenschonenden Bewirtschaftungsmethoden über digitale Anwendungen bis hin zu naturbasierten Lösungen.

Die Konferenz bietet eine wichtige Plattform, um Ergebnisse aus EU-geförderten Projekten der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-Agri) sowie Horizon-Europe-Vorhaben sichtbar zu machen und ihren Transfer in die landwirtschaftliche Praxis zu beschleunigen. Gleichzeitig steht der Austausch zwischen Praxis, Beratung und Forschung im Vordergrund.

Die Veranstaltung findet auf Englisch statt. Die Teilnahme ist nur nach vorheriger Bewerbung möglich. Der Aufruf zur Interessenbekundung ist eröffnet. Die Anzahl der Plätze ist begrenzt. Interessierte können sich online über das CAP-Netzwerk bis zum 9. Februar bewerben.


Partner Pferd in Leipzig mit dem Goldenen Sattel

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In Leipzig wurden Punkte für die Weltcups im Springreiten und im Gespannfahren vergeben. Doch nicht nur der Weltelite dieser Disziplinen wurde in der Leipziger Messe der rote Teppich ausgerollt. Auch Lokalmatadore, Nachwuchsreiter und junge Pferde bekamen eine Chance. Darunter waren viele Zwei- und Vierbeiner aus dem Norden, allen voran drei Frauen.

Der Goldene Sattel zählt zu den besonderen Prüfungen im Nachwuchsspringsport. Aus ganz Deutschland wurden nur vier Reiter vom Nachwuchsbundestrainer Peter Teeuwen und dem Springreiter Marco Kutscher, Olympiadritter von 2004, ausgewählt. Dazu gehörte auch June Karlinder aus Sörup, Kreis Schleswig-Flensburg. Sie bekam erst eine Woche vor der Prüfung die Zusage. „Eingeladen zu werden war etwas sehr Besonderes für mich. Ich habe den Goldenen Sattel in den vergangenen Jahren immer verfolgt, und eine Teilnahme war ein Traum von mir“, erzählt die 17-Jährige.

Doch die Pferde waren in der Winterpause, und für den Goldenen Sattel braucht man ein besonderes Pferd, denn das M**-Stilspringen wird mit Pferdewechsel geritten. „Die müssen einen guten Charakter und die richtige Einstellung haben“, erklärt die Reiterin. Sie entschied sich für den elfjährigen Coupino. Den Wallach von Coupe de Couer aus der Caretina von Caretino reitet sie noch nicht lange, aber es habe am Ende der Saison richtig klick gemacht. Die Juniortour sei mit ihm eigentlich gar nicht geplant gewesen. Aber die Besitzerin stimmte zu, und so ging es nach Leipzig.

Dort war die Schülerin erst einmal beeindruckt von der Atmosphäre. Sie wurde durch Teeuwen engmaschig betreut, und zwischen den nur vier Teilnehmern entstand eine freundschaftliche und persönliche Stimmung. Auch die „Exklusivität“, die alles ausstrahlte, machte das Turnier zu etwas Besonderem.

Platz drei für June Karlinder

Dass alle vier Reiterinnen und Reiter die erste Runde mit ihren eigenen Pferden fehlerfrei beendeten, unterstrich die Qualität des Starterfeldes. Das freute die hochklassig besetzte Jury, bestehend aus Richter Stephan Hellwig, Bundestrainer Otto Becker und Marco Kutscher. Sie zeigten sich sehr zufrieden mit den Auftritten. Vor allem das feine, gleichmäßige und sichere Reiten wurde mehrfach hervorgehoben.

June Karlinder holte durchweg gute Noten. „Dass ich als Einzige mit allen Pferden fehlerfrei war, hat mich sehr stolz gemacht“, erzählt June, die als einzige Juniorin viel weniger Championatserfahrung hatte als die anderen Teilnehmer, die auch schon in schwereren Springen gestartet sind.

Die beste Note (8,9) holte sie mit dem Pferd Yoshimi. Ihn hatte Emma Bachl mitgebracht, der es gelang, bis zur dritten Runde in Führung zu sein. Dann hatte sie allerdings einen Fehler und landete am Ende mit 0,1 Punkten Abstand auf dem zweiten Platz hinter Mikka Roth.

June Karlinder hatte 0,4 Punkte weniger als der Sieger und kam damit auf den Bronzerang. Als jüngste Teilnehmerin überzeugte sie mit viel Übersicht, feinem Gefühl und konstant fehlerfreien Runden. Sie steigerte sich im Verlauf der Prüfung sichtbar und setzte die Hinweise der Jury sehr gut um. Für June war vor allem die Siegerehrung ein schöner Moment, denn „dort wurde auch den Pferden gedankt“.

Nach diesem sensationellen Start in die Saison ist sie sehr motiviert. „Es ist mein letztes Juniorenjahr. Ich möchte gern noch einmal die ganzen Meisterschaften und Championate mitnehmen“, sagt sie. Außerdem wolle sie sich auf schwerere Springen und damit auf die Zeit als Junge Reiterin vorbereiten. Von Mario Stevens hat sie Botakara übernommen. Neben dieser Stute und Coupino hat sie noch zwei weitere Pferde im heimatlichen Stall.

Weitere Erfolge für die Nordlichter

Im Eröffnungsspringen über 1,45 m wurden alle drei Podiumsplätze von Holsteinern belegt. Auf Platz eins kam die Uriko-Cassini II-Tochter Helene aus der Zucht von Christina Fahrenkrug aus Schrum, Kreis Dithmarschen, mit Reiter Marvin Jüngel. Zweiter wurden Zensation von Zirocco Blue-Clarimo unter Denis Lynch. Es folgten das ehemalige Holsteiner Auktionspferd Vancouver von Vagabond de la Pomme-Cartani und Paula de Boer-Schwarz auf Platz drei.

Erneut in Leipzig am Start war auch Mareike Meier (hier 2025). Sie kam auf den fünften Platz im Word Cup. Foto: Imago

Die Reiterin aus Norderstedt, Kreis Segeberg, hatte erst kurz vor dem Turnier erfahren, dass sie zum ersten Mal im Weltcup starten durfte. „Das war echt surreal“, sagt sie. Sie habe niemals auch nur davon zu träumen gewagt, einen Weltcup reiten zu dürfen. Die 33-Jährige reitet auch Dressur bis zur schweren Klasse.

Für den Start brachte sie die zwölfjährige My Miss Marpel OLD mit. „Sie ist das Pferd meiner Träume“, so de Boer-Schwarz. Die Stute kämpfe immer für sie, sei ein bisschen verrückt und definitiv der Boss. Mit ihr in den Parcours zu reiten, fühle sich immer gut an. Am Ende hatte das Paar drei Hindernisfehler in dem schweren, langen Parcours vor vollen Rängen und kam auf den 26. Platz. Ein schöner Ritt war es trotzdem.

Bei dem Turnier in Leipzig standen nicht nur die Springreiter im Mittelpunkt. Die Vierspännerfahrer absolvierten dort die letzte Qualifikation für das Weltcupfinale im Februar im französischen Bordeaux und sorgten einmal mehr für Begeisterung und ordentlich Stimmung beim Publikum. „Das haben unsere Fahrerinnen ganz toll gemacht“, lobte Bundestrainer Karl-Heinz Geiger die Leistungen von Anna Sandmann aus Niedersachsen und Mareike Meier aus Negernbötel, Kreis Segeberg. Anna Sandmann fuhr mit einer Nullrunde im ersten Parcours auf den vierten Platz. Mareike Meier musste zwei Abwürfe hinnehmen, war aber ebenfalls schnell unterwegs und belegte den fünften Rang. fn


Lichtbedarf von Zimmerpflanzen

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Die Lichtverhältnisse spielen eine wichtige Rolle, wenn es um ein gutes Gedeihen von Zimmerpflanzen geht. Einige Vertreter beten die Sonne an, andere sind mit einem Schattendasein zufrieden, und die Nächsten hätten gern schon ein paar Sonnenstrahlen – aber bitte nicht zu viele und schon gar nicht mittags. Der optimale Standort zählt daher neben der Wasser- und Nährstoffversorgung zu den wichtigen Voraussetzungen für Freude an Zimmerpflanzen.

Der Lichtbedarf einer Zimmerpflanze steht immer im Zusammenhang mit ihrer Herkunft. Wüstenbewohner vertragen problemlos grelle Sonne. Wer dagegen unter dem Schatten großer Regenwaldbäume lebt, bevorzugt auch einen schattigeren Aufstellort. Sehr viele Zimmerpflanzen stammen aus Regionen mit gleichmäßigen Lichtverhältnissen. Hierzulange hingegen sind Schwankungen in der Tageslichtlänge von bis zu acht Stunden übers Jahr normal. Erhalten Zimmerpflanzen zu wenig Licht, zeigen sich schnell Folgen. Dazu gehören lange und dünne Triebe, Verlust von kompaktem Wuchs. Bunte Blätter verlieren ihre Farbe, und die Blütenbildung wird eingestellt.

Die Guzmanie mag einen hellen Standort an einem Ostfenster. Foto: Karin Stern

Obwohl die Himmelsrichtung nicht das einzige Kriterium für ein gutes und gesundes Pflanzenwachstum darstellt, ist das Wissen um die Lichtausbeute am jeweiligen Fenster hilfreich bei der Auswahl der Pflanze im Gartenmarkt. Aus Pflanzensicht zählen nach Osten ausgerichtete Fenster zu den echten Favoriten. Hier sorgt die Morgensonne für viel Licht, ohne allzu prall zu wirken. Solche gleichmäßigen Bedingungen bekommen den Pflanzen gut. An Westfenstern können die gleichen Pflanzen platziert werden wie an Ostfenstern. Bedenken sollte man allerdings, dass die Sonne im Frühling und Herbst nachmittags durchaus kräftig vom Himmel scheint. Pflanzen mit weichen Blättern vertragen das nicht immer und sollten etwas schattiert oder doch lieber ans Ostfester gestellt werden. Ein weiterer „Wohlfühlfaktor“ ist zudem die Raumtemperatur.

Das Pfeilblatt ist eine attraktive Blattschmuckpflanze mit auffällig grün-weiß geaderten Blättern. Foto: Karin Stern

Sinkt das Thermometer nicht unter 20 °C ab, fühlen sich das Pfeilblatt (Alocasia lowii) mit seinen spitz zulaufenden Blättern und die Flamingoblume (Anthurium scherzerianum) sehr wohl. Letztere wird mit Hochblättern in Weiß, Rosa, Rot oder Pink angeboten. Tipp: Unbedingt vor Zugluft geschützt und im Winter bei 18 °C aufstellen – das regt die Blütenbildung an. Beide Zimmerpflanzen lieben hohe Luftfeuchtigkeit. Auch das Kussmäulchen (Nematanthus gregarius) mit seinen orangeroten Blüten, die Guzmanie aus der Familie der Bromeliengewächse und die Kletterfeige (Ficus pumila) eignen sich bestens für Ost- und Westfenster. Dazu gesellen sich gern die edle Blattschmuckpflanze Buntwurz (Caladium-bicolor-Hybriden), Zyperngras (Cyperus alternifolius) und die schmucke Samtpflanze (Gynura) mit ihrer violetten Behaarung auf grünen Blättern.

Bogenhanf bevorzugt einen hellen Standort ohne direkte Sonneneinstrahlung. Foto: Karin Stern

Nach Süden ausgerichtete, helle Sonnenfenster bereiten schon eher Probleme bei der Pflanzenauswahl. Hier kommt es schnell zu einem Hitzestau hinter der Scheibe, der auch robusten Wüstenbewohnern zusetzen kann. Blattpflanzen leiden unter Verbrennungen, und Blütenansätze können vertrocknen. Mit Rollladen oder Jalousetten kann man schattieren, sofern von außen weder Bäume, Dachüberstände noch ein vorgebauter Balkon die Sonnenstrahlen bremsen. Tipp: Den Wasserbedarf der Südfenster-Zöglinge im Auge behalten. Bei Raumtemperaturen zwischen 20 und 24 °C geben Ruhmeskrone (Gloriosa superba), Bogenhanf (Sansevieria), Wüstenrose (Adenium obesum) und die Zierananas (Ananas comosus) eine gute Figur ab. Letztgenannte sollte bei starker Sonne etwas schattiert werden. Als Begleiter eignen sich unverwüstliche Sukkulenten wie Greisenhaupt (Cephalocereus senilis), Säulenkaktus (Cereus), Madagaskarpalme (Pachypodium) und Feigenkaktus (Opuntia ficus-indica). Wer nun im Winter ein Südfenster in einem ungeheizten Raum oder Flur (um 12 °C) schmücken will, greift zu Elefantenfuß (Beaucarnea recurvata) oder Passionsblume (Passiflora). Beide werden im Frühling wieder langsam an die Sonne zu gewöhnt.

Der empfindliche Frauenhaarfarn verträgt keine Zugluft. Foto: Karin Stern

Selbst für das lichtarme Problemkind Nordfenster bieten sich einige attraktive Zimmerpflanzen an. Bei mindestens 20 °C sollten Drachenbaum (Dracaena), Pfeilwurz (Maranta) und Frauenhaarfarn (Adiantum raddianum) stehen. Mit mäßigen Temperaturen im Bereich von 12 bis 20 °C sind Zierspargel (Asparagus densiflorus), Schusterpalme (Aspidistra elatior), Pantoffelblume (Calceolaria), Drehfrucht (Streptocarpus), Strahlenaralie (Schefflera) und Bergpalme (Chamaedorea elegans) zufrieden. 

Auszahlungspreise weiter rückläufig

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Die Milchanlieferung in Deutschland ist nach wie vor leicht steigend und bewegt sich weiterhin deutlich über dem Niveau der Vorjahre. Auch der Kälteeinbruch in der ersten Januarhälfte hat nicht zu dem erhofften Rückgang der Milchanlieferung geführt.

Der Vorsprung zur Vorjahreslinie hat sich allerdings verringert und liegt nun „nur“ noch bei gut 5 %. Die Milchpreise für den Abrechnungsmonat Dezember sind daher wie erwartet deutlich gefallen. Die Meiereien haben ihren Grundpreis um 0 bis 7 ct reduziert. Der Durchschnittspreis liegt nun bei 38,89 ct/kg und damit um 3,79 ct unter dem Vormonatsniveau. Die Spanne bewegt sich zwischen 35,20 und 50,00 ct/kg. In Süddeutschland werden zwischen 37,46 und 49,46 ct/kg gezahlt. In Ostdeutschland liegt der Auszahlungsgrundpreis bei 37,00 bis 42,19 ct/kg. Bei den westdeutschen Meiereien liegt die Spanne im Bereich von 37,00 bis 44,00 ct/kg.

Teilmärkte stabilisieren sich

In den einzelnen Teilmärkten ist eine Stabilisierung auf den jeweils allerdings sehr niedrigen Niveaus deutlich erkennbar. Im Butterbereich konnte sich die Notierung für abgepackte Butter seit Ende letzten Jahres auf ihrem Niveau halten. Die Nachfrage hat sich in diesem Bereich im Vergleich zur Vorweihnachtszeit zwar rückläufig entwickelt, dies ist allerdings saisontypisch. Für diese Jahreszeit ist die Nachfrage im Verhältnis trotzdem sehr gut. Bei Blockbutter ist sogar wieder von leicht belebenden Nachfrageimpulsen die Rede, sodass es schon zu einer minimalen Erholung des Preisniveaus gekommen ist. Hier sticht besonders eine erhöhte Nachfrage nach 10-kg-Blöcken heraus, die meist von Bäckereien und anderen mittelständischen Handwerksbetrieben eingekauft werden. Auch bei den Käsenotierungen macht sich eine optimistischere Grundstimmung breit. Die Nachfrage aus dem Lebensmitteleinzelhandel wie auch dem Food-Service ist sehr hoch. Zusätzlich entwickelt sich auch das Exportgeschäft deutlich positiv. Die Lagerbestände sind nach wie vor jung, Übermengen sind kaum vorhanden. So können kurzfristige Anfragen oftmals nicht vollumfänglich bedient werden. Die Preise sind hier bisher auf einem unveränderten Niveau geblieben, es wird aber mit einer steigenden Preistendenz gerechnet. Die Preise für die Milchpulversparte sind zuletzt bereits leicht gestiegen. Durch das niedrige hiesige Preisniveau ist die EU-Ware weiterhin konkurrenzfähig auf dem Weltmarkt. Dies sorgt für eine aktuell deutlich lebhaftere Nachfrage sowohl bei Voll- als auch bei Magermilchpulver. Auf einem bereits sehr hohen und derzeit weiter steigenden Preisniveau befindet sich Süßmolkenpulver, bedingt durch eine lebhafte Nachfrage bei knappem Angebot.

Keine Hilfe vom Weltmarkt

Dass die Milchanlieferung nicht nur in Deutschland deutlich über dem Niveau des Vorjahres liegt, sondern dass dies auch EU-weit der Fall ist, wurde in der Vergangenheit bereits ausgiebig beschrieben. Aber auch aus den anderen Milchviehregionen der Welt kommt überwiegend das gleiche Signal. Die USA haben im abgelaufenen Jahr 2,6 % mehr Milch abgeliefert als im Vorjahr. Besonders deutlich fällt die Milchmengensteigerung in Argentinien auf. Hier sind es über 10 % mehr. Und auch in Neuseeland wurden 2,1 % mehr Milch erzeugt. Somit drängt auch viel mehr Milch auf den Weltmarkt. Dies macht eine nachhaltige Erholung des Preisniveaus im Milchpulverbereich eher unwahrscheinlich. Auch wenn die letzten Pulvernotierungen in Kempten eine steigende Tendenz aufweisen und auch die Global Dairy Trade zum zweiten Mal in Folge eine positive Indexentwicklung aufweist, dürften die hohen weltweiten Milchmengen eine deutlich Preisstabilisierung im Pulverbereich verhindern.

Auf dem inländischen Milchmarkt lässt sich trotzdem eine leichte Aufwärtsstimmung verspüren. Man muss dabei allerdings berücksichtigen, dass der Milchauszahlungspreis dieser Entwicklung immer deutlich hinterherhinkt. Somit ist wahrscheinlich in den nächsten zwei Monaten noch mit weiter sinkenden Milchpreisen zu rechnen, bevor sich auch hier eine Stabilisierung durchsetzen wird.

Austausch, Inspiration und starke Frauenstimmen

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Mit vielen Eindrücken, neuen Impulsen und dem guten Gefühl, Teil eines starken Netzwerks zu sein, blicken die schleswig-holsteinischen LandFrauen auf ihre Tage in Berlin zurück. Die Grüne Woche bot auch in ihrem Jubiläumsjahr wieder Raum für Begegnung, Austausch und wertvolle Gespräche.

Die beeindruckende Eröffnungsfeier stand ganz im Zeichen von 100 Jahren Grüne Woche und damit von einem Jahrhundert Dialog zwischen Produzentinnen und Produzenten sowie Verbraucherinnen und Verbrauchern. „Besonders spürbar war das Jahr der Frauen in der Landwirtschaft, in dem wir uns ja in diesem Jahr befinden und das sich wie ein roter Faden durch die Messe zog“, freute sich Claudia Jürgensen. „Und unser Besuch des Bäuerinnenforums mit Podiumsdiskussion und Impulsvortrag war für mich besonders inspirierend“, so die schleswig-holsteinische LandFrauenpräsidentin weiter.

Ein wichtiger Treffpunkt für die LandFrauen aus dem Norden war die Schleswig-Holstein-Halle. Das Land präsentierte sich dort offen und gastfreundlich. Die Zusage von Landwirtschaftsministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU), sich auch künftig für eine starke Präsenz des Landes auf der Grünen Woche in Berlin einzusetzen, wurde von den LandFrauen sehr begrüßt.

Unterm Strich bleiben sehr informative Tage in Berlin – und ein Ehrenamtsherz, das nach dieser besonderen Messe wieder deutlich höherschlägt.

Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz
Foto: Meike von der Goltz


Problem: Winterschweine

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Neues Jahr – die gleichen Sorgen. Für viele Schweine haltende Betriebe zeigen sich zum Jahresbeginn die ähnlichen Probleme wie in den Vorjahren. Aufgrund der eingeschränkten Schweineschlachtungen stehen aktuell deutlich mehr Schweine zur Verfügung, als abgenommen werden können. Der Angebotsüberhang fällt jedoch kleiner aus als in den Vorjahren, da die Betriebe und Vermarkter bereits im Vorfeld zügig abgeliefert hatten. Auch die Schlachtbetriebe haben Ende letzten Jahres die Auslastung spürbar erhöht. Dennoch ist der Markt aktuell mehr als ausreichend versorgt. Vermarkter berichten, dass das Angebot die Nachfrage um etwa 40 % übersteigt. Auf den Betrieben können somit viele schlachtreife Schweine nicht zeitnah abgeholt werden. Hohe Schlachtgewichte sorgen für Abzüge. Vereinzelt wird berichtet, dass Schweine unter dem Basispreis angeboten werden, nur um Abnehmer zu finden. Der deutliche Preisabschlag am 7. Januar hat den Absatz nicht nachhaltig belebt. Auch das Fleischgeschäft läuft Anfang Januar nur zögernd an. Die Schlachtbetriebe verweisen auf ein europaweit großes Fleischangebot und erhöhen die Produktion nur langsam. Warum auch, höhere Schlachtgewichte sorgen für hohe Abzüge und reduzieren die Einkaufspreise. Auch im Ferkelhandel sorgt diese Entwicklung für Probleme. Durch die schleppende Räumung der Schweineställe können die Ferkel nicht immer fristgerecht abgenommen werden. Auch das Ferkelangebot steigt, die Ferkelnotierung wurden ebenfalls schon im Januar reduziert.

Schweinefleischnachfrage sinkt

Nach Angaben der Europäischen Kommission hat sich der Pro-Kopf-Verzehr von Schweinefleisch in der EU zwischen 2015 und 2025 um 2,5 kg auf 23,8 kg reduziert. Eine Prognose geht davon aus, dass sich die Nachfrage in den nächsten zehn Jahren um weitere 2 kg reduziert. Auch bei Rindfleisch sinkt die Nachfrage etwas, jedoch in deutlich geringerem Umfang. Etwas Zuwachs verzeichnet dagegen der Absatz von Geflügelfleisch. Während in China ebenfalls mit einem rückläufigen Bedarf an Schweinefleisch gerechnet wird, sehen Prognosen in vielen anderen Regionen der Welt, zum Beispiel in Afrika und Lateinamerika, noch Chancen auf eine höhere Nachfrage. Der Fleischverbrauch hierzulande wäre ohne die deutlich erhöhten Haustierbestände (Hunde und Katzen) noch stärker zurückgegangen. Schätzungen sprechen von bis zu 1 Mio. t Fleisch (auch Schlachtabfälle), die an die lieben Mitbewohner verfüttert werden, dies bei einer Fleischerzeugung von 8,5 Mio. t in Deutschland.

Niedrigster Preis seit 3,5 Jahren

Aktuell liegt der Basispreis für Schlachtschweine mit 1,45 €/ kg SG auf dem Niveau vom Februar 2022. Die Schließung des Schlachthofes in Perleberg ist besonders für viele Betriebe in Schleswig-Holstein sehr schmerzhaft. Der fehlende Abnehmer verschärft die Probleme im Absatz zusätzlich und sorgt für längere Transportzeiten und höhere Vorkosten. Die hiesigen Schlachtbetriebe verweisen darauf, dass die Notierungen in vielen europäischen Nachbarländer noch unter dem hiesigen Preisniveau liegen. Vor allem der jüngste Preisabschlag von 5 ct in Spanien auf 1,38 €/kg SG sorgt im Fleischhandel für Probleme. Dennoch gehen die hiesigen Marktbeteiligten davon aus, dass sich der aktuelle Basispreis hierzulande vorerst behaupten sollte. Eine durchgreifende Entspannung wird erst Ende Februar erwartet. Bis dahin sind jedoch weitere Preisabschläge für die „Winterschweine“ nicht ausgeschlossen.

55 Jahre beim Holsteiner Verband

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Mit einer bewegenden Zeremonie wurde Eckhard Schöning während der Holsteiner Hengsttage für 55 Jahre Mitarbeiterschaft im Holsteiner Verband ausgezeichnet. In diesem Rahmen wurde ihm auch die Goldene Ehrennadel des Holsteiner Verbandes verliehen. Minutenlange Standing Ovations sowie ein Video mit sehr persönlichen Momenten und O-Tönen langjähriger Weggefährten ließen das Ganze zu einem emotionalen Highlight werden.

Anfang der 1970er Jahre begann Eckhard Schöning seine Arbeit beim Holsteiner Verband. „Damals arbeitete ich bei einem Unternehmer im Stall und manchmal als Baggerfahrer“, erinnert sich Schöning, der von allen nur Ecki genannt wird. Als er damals zwei Pferde auf der Norla in Rendsburg ausstellen sollte, wurde der Verband aufmerksam. „Die haben gefragt, ob ich mal helfen kann. Ich bin dann direkt mit nach Elmshorn gefahren.“ Seine Jobbezeichnung war damals „Gestütswärter“, heute würde man ihn als Leiter des Hengststalls bezeichnen.

Doch zunächst war Schöning ein Jahr lang im Turnierstall von Herbert Blöcker tätig. Danach ging er auf die Verbandsstation in Langenhagen, Kreis Ostholstein. Dort betreute er vor allem die Hengste Caletto I und Calypso II, die Dr. Michael Rüping ritt. Zu diesen gesellte sich ein weiterer Holsteiner Verbandshengst, der unvergessene Silbersee.

„Seine“ Hengste begleitete Schöning damals auch zu ihren Turniereinsätzen. An diese Zeit erinnerte sich Dr. Thomas Nissen. Der ehemalige Zuchtleiter des Holsteiner Verbandes kennt Schöning schon seit 50 Jahren. Besonders imponierend fand er immer, wie Schöning die Hengste bei der Vormusterung präsentierte. Er zeigte sich dankbar, was Schöning alles für das Holsteiner Pferd und den Verband getan habe. „Du hast mich sehr unterstützt“, sagte er.

Auch Norbert Boley kennt Schöning noch aus dieser Zeit und erinnerte an 40 gemeinsame Jahre beim Verband. „Das war mit Sicherheit sehr interessant und ereignisreich“, befand er und fügte anerkennend hinzu: „Du hast deine Station immer top geführt.“ Der ehemalige Geschäftsführer berichtete mit einem Augenzwinkern auch von einer Schwäche des Holsteiner Urgesteins: dem Papierkram. „Die Decklisten kamen nicht. Du hast behauptet, du hättest sie in den Briefkasten geworfen, aber auf dem Bungsberg habe der Blitz eingeschlagen, und alle Listen seien verbrannt. Alle haben gelacht, keiner geschimpft. Das warst du.“
Weitere Weggefährten machten klar: Eckhardt Schöning sei das „Original des Holsteiner Verbandes“ und der „Mann für alle Fälle“. Offiziell ging er 2014 in Rente, aber den Holsteiner Verband kann sich niemand ohne Ecki vorstellen. Auch heute noch wird er angerufen, wenn etwas ist. Er sei immer freundlich, etwas hektisch und gut gestylt: „Selbst nach dem Verladen von Hengsten auf der Koppel steigst du mit sauberen Schuhen in den Lkw.“

Schöning selbst hatte von der Ehrung nichts geahnt und auch gar nicht an das Jubiläum gedacht. „Ich habe mich sehr gefreut“, sagt er. Nach seinen Wünschen für den Verband gefragt, meint er: „Im Moment läuft es sehr gut. Es ist ein tolles Team, das soll so weiterlaufen.“ Nach kurzem Überlegen fügt er hinzu: „Da würde ich noch einmal anfangen, wenn ich 20 wäre.“ Das ist wohl im Sinne des Holsteiner Verbandes, denn das Team hofft, dass es noch viele weitere Jahre auf Schönings Expertise und zuverlässige Unterstützung bauen darf. pm

Teilhabe, KI, Social Media und offene Grenzen

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Am Neujahrsempfang des Landesjugendrings am 9. Januar im Haus des Sports in Kiel nahmen Levke Wieben und Paul Weniger aus dem Vorstand des Landjugendverbandes sowie Jaenne Albert aus der Geschäftsstelle in Rendsburg teil.

Trotz der schwierigen Wetterlage und glatter Straßen, die die Veranstaltung auf einen kleineren Rahmen beschränkten, waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der Jugendverbände vor Ort. Unter den Gästen befand sich unter anderem Cornelia Schmachtenberg (CDU), Ministerin für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz des Landes Schleswig-Holstein. Mit ihr führte der erste Vorsitzende des Landesjugendrings, Dr. Jochen Wilms, eine Podiumsdiskussion in besonders anschaulichem Format.

Beide nahmen an einer symbolischen Haltestelle Platz und „scrollten“ gemeinsam durch Instagram. Dabei wurden ihnen verschiedene politische Themen in kurzen Videosequenzen präsentiert, darunter die Attraktivität des ländlichen Raumes für junge Menschen, politische Teilhabe, Social Media sowie die offenen Ländergrenzen Europas.

Levke Wieben (li.), Jaenne Albert und Paul Weniger nahmen für den Landjugendverband teil. Foto: Paul Weniger

Im Anschluss an jedes Video wurde die Politik gefragt, wie die aktuelle Situation verbessert oder bestehende Angebote weiter ausgebaut werden könnten. Cornelia Schmachtenberg hob unter anderem die Bedeutung der Markttreffs hervor, die sich künftig noch stärker mit den Themen Jugend und Künstliche Intelligenz (KI) befassen sollten. Zudem wurde ein mögliches Social-Media-Verbot für Jugendliche unter 16 Jahren thematisiert und kontrovers diskutiert. Auch die offenen Ländergrenzen innerhalb der Europäischen Union fanden Beachtung, da sie jungen Menschen heute mehr denn je ermöglichen, zu reisen, andere Kulturen kennenzulernen und wertvolle Erfahrungen zu sammeln. „Dieses Bündnis sollte unbedingt wertgeschätzt werden“, betonte Schmachtenberg. Besonders die Programme Erasmus+ und Interrail wurden hervorgehoben, die es Jugendlichen erlauben, sich mit vergleichsweise geringem Budget innerhalb Europas zu bewegen, neue Erfahrungen zu sammeln und internationale Kontakte zu knüpfen.

Nach der Podiumsdiskussion nutzten die anwesenden Verbände die Gelegenheit, sich bei einem bunten Buffet auszutauschen und den Abend in angenehmer Atmosphäre ausklingen zu lassen. Ein herzlicher Dank gilt dem Team des Landesjugendrings für die Einladung sowie den gelungenen Abend mit spannendem Bühnenprogramm und köstlichem Buffet – ein verheißungsvoller Start ins neue Jahr.

Mehr Mittel für Bürgerenergiefonds des Landes

Das kleine Dorf Neuengörs im Südosten des Kreises Segeberg wäre laut Bürgermeister Thies Ehlers wohl kaum bekannt, wenn es da nicht den Bürgerwindpark gäbe. Die Gemeinde wurde um 1150 in Zusammenhang mit dem Bau der Siegesburg in Segeberg gegründet und ist seither rein landwirtschaftlich geprägt. Jedenfalls bis zum Jahr 2013, als einige Landeigentümer sich zum Bürgerwindpark Neuengörs-Weede zusammenschlossen.

Die zunächst gegründete Projektgesellschaft trug damals allein das Risiko der Entwicklung und damit auch noch die Kosten. „Risikokapital ist ein scheues Reh, das in dörflichen Strukturen kaum zu finden ist“, sagt Geschäftsführer Jan Eike Schuldt dazu. Von der Planung bis zur ersten Stromlieferung vergehen einige Jahre, die damals von den Gesellschaftern allein finanziert wurden. Doch 2018 gründete das Land Schleswig-Holstein einen Bürgerenergiefonds, der hilft, dieses Risiko abzumildern. Bis heute wurden 79 Projekte gefördert, unter anderem auch der neue Bürgerwindpark II in Neuengörs, wie Energiewendeminister Tobias Goldschmidt (Grüne) in der vergangenen Woche bei einem Besuch des Parks mitteilte. „Das ist ein revolvierendes System“, erklärte er.

In lockerer Runde tauschten sich Energiewendeminister Tobias Goldschmidt und die Betreiber des Bürgerwindparks Neuengörs-Weede aus. Foto: Klaus J. Harm

Projektideen aus den Bereichen Erneuerbare Energien, aber auch neue Mobilität oder Energieeffizienz von Gebäuden würden zu Anfang in der Startphase mit bis zu 200.000 € gefördert, weil da auch meist keine Finanzierung durch Banken möglich sei. Wenn das Projekt dann läuft und Gewinne erwirtschaftet, werden die Zuschüsse an den Fonds zurückerstattet. Gestartet wurde der Fonds 2018 mit 5 Mio. €, wuchs dann langsam weiter und wurde nun auf insgesamt 15 Mio. € erhöht. „Der kostet wenig, bringt aber viel“, verkündete Minister Goldschmidt stolz. Wichtig war ihm auch, dass Schleswig-Holstein das erste Land war, in dem Mitmachprojekte wie Bürgerwindparks funktionierten, und dass andere Bundesländer immer noch neidisch in den Norden der Republik schauten. „Wir haben das System erfunden“, verkündete der Minister bei seinem Besuch in Neuengörs.

Tatsächlich sind an dem Park nicht nur 31 Landeigentümer, sondern auch mehr als 60 Normalbürger der Region beteiligt. „Bei uns darf jeder investieren und Mitglied werden, der von zu Hause aus mindestens die Flügelspitzen eines Windrades sieht“, erläuterte Volker Schuldt, früherer Geschäftsführer, die Bedingungen.

Bei der Erweiterung des bestehenden Windparks kamen daher 60 Mitbürger hinzu und auch die Förderung durch den Bürgerenergiefonds. Damit konnten fünf Windkraftanlagen vom Typ Nordex N-163 mit je 6,8 MW Leistung und 118 m Nabenhöhe errichtet werden. Auch an Ausgleichsflächen mangelt es nicht: 36 ha extensiv bewirtschaftetes Grünland, 6 km Knick und Heckenanpflanzungen, 6 km Uferrandstreifen an Bächen, 1,5 ha Feuchtgebiete und 16 ha Rotmilan-Ablenkflächen. Übrigens äst nach Beobachtungen der Anwohner auch Rehwild vertraut im Bereich der Windkraftanlagen, ohne sich stören zu lassen.

Aus der Ferne sind neue und alte Windkraftanlagen im Bürgerwindpark Neuengörs-Weede kaum zu unterscheiden. Foto: Klaus J. Harm

Für den Laien kaum vorstellbare Maße hat so eine moderne Anlage: Das Fundament besteht aus 30 je 10 m tiefen Betonpfählen, auf denen eine kreisrunde Platte aus 2.500 t Stahlbeton und 2.200 t Erd-Auflast liegt: alles notwendig, um den 120 m hohen und 750 t schweren Turm mit Generator zu tragen. Damit kostet eine einzige Anlage 7,6 Mio. € und liefert pro Jahr 14 Mio. kWh an Strom, ausreichend für 4.000 Haushalte. Aus dem Verkaufserlös erhalten die umliegenden Gemeinden etwa 38.000 €, insgesamt seit 2012 wurden 275.000 € ausgeschüttet.

All diese Zahlen und Fakten nahm Energiewendeminister Goldschmidt zufrieden in einer Gesprächsrunde mit einigen Anteilseignern zur Kenntnis. Die hatten allerdings auch Hausaufgaben für den Minister: Man möge die Landesplanung für das Windkraftprioritätengebiet im Süden des Parks noch einmal überdenken. Die 16 ha Rotmilan-Ablenkflächen hätten sich als zu groß erwiesen, stattdessen wolle man lieber etwas Sinnvolleres für die Natur tun. Tobias Goldschmidt versprach, diese Wünsche mit nach Kiel zu nehmen, und eilte zum nächsten Termin, an den ihn seine Pressesprecherin Clara van Biezen nachdringlich erinnern musste – er wäre wohl noch gern etwas länger geblieben.