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Den korrekten Auszug kann man nie genug üben

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Das Agricultural Skills Lab ist seit eineinhalb Jahren fester ­Bestandteil in der Aus-, Fort- und Weiter­bildung am Lehr- und ­Versuchszentrum Futterkamp der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein. Es bietet Raum, verschiedene Aufgaben aus den täglichen Routinen Rinder und Schweine haltender Betriebe stressfrei zu erlernen. Eine nicht zu unterschätzende Lerneinheit ist die Geburtshilfe beim Rind. Für diese Lerneinheit können zwei Dummys (Kühe mit Kalb) ­genutzt werden.

Das Dummy-Kalb liegt im Mutterleib der Kuh auf einem Luftkissen und bleibt so in Position, um in den Geburtskanal eintreten zu können. Zusätzlich ist das Kalb mit einem nachgestellten Uterussack umhüllt. So kann es für die geburtshilfliche Untersuchung in verschiedene Positionen gebracht werden. Ergänzt durch einen Beckenknochen und ein weiteres Luftkissen, wird der schmale Geburtskanal simuliert. Mithilfe der beschriebenen Dummys lassen sich verschiedene Szenarien rund um die Geburtshilfe üben. Dies ist zum Beispiel im Rahmen von Geburtshilfelehrgängen möglich, die regelmäßig unter anderem in Kooperation mit dem Netzwerk Fokus Tierwohl durchgeführt werden.

Das Üben am Geburtsdummy gibt Sicherheit für die Geburtshilfe im Stall. Im AgriSkills Lab können die Handgriffe unter realitätsnahen Bedingungen trainiert werden.

Warum ist Geburtshilfe so wichtig?

Früher galt eine Zwischenkalbezeit von rund 365 Tagen als Standard. Das bedeutet, pro Kuh und Jahr fand eine Geburt auf dem Betrieb statt. Mittlerweile hat sich dies geändert, und die meisten Betriebe arbeiten mit einer Zwischenkalbezeit von 380 bis 400 Tagen oder mehr. Man spricht nicht mehr strikt von einem Kalb pro Kuh und Jahr. Dennoch gehören Geburten weiterhin zum regelmäßigen Betriebsalltag. Diese Situation macht es unumgänglich, Geburtshilfe korrekt und schnell leisten zu können.

Worauf kommt es bei der Geburtshilfe an?

Grundsätzlich kann eine Kuh allein kalben. Dennoch kommen immer wieder Situationen vor, in denen die Kuh menschliche Unterstützung braucht. Jedes Eingreifen seitens der Landwirtinnen und Landwirte oder Tierärztinnen und Tierärzte wird als Schwergeburt definiert. Ziel ist es, unter einer Schwergeburtenrate von 3 % zu liegen. Sollte ein Wert von 10 % Schwergeburten erreicht sein, spricht man von einem Alarmwert, der die Rücksprache und Ursachenkontrolle mit Tierarzt oder -ärztin notwendig macht. Sollte es erforderlich werden, Geburtshilfe zu leisten und damit in die natürliche Geburt einzugreifen, muss zunächst die akute Situation bewertet werden. Für die zielgerichtete Geburtshilfe ist es entscheidend, in welcher der fünf Phasen einer Geburt sich die Kuh befindet und wie lange diese schon andauert.

Vorbereitungsphase: Sie dauert rund 14 Tage. Innerhalb dieser Phase lockern sich die Beckenbänder, das Euter füllt sich, die Scham wird rot und schwillt an, oftmals ist eine Schleimschnur zu sehen, der Tonus der Schwanzmuskulatur nimmt ab, die Gebärmutter sinkt ab, der Muttermund fängt an, sich zu dehnen, die Beckensymphyse erschlafft, und der knöcherne Geburtsweg fängt an, sich zu weiten. In dieser Phase suchen die Kühe gern Bürsten auf.

Öffnungsphase: Sie beschreibt den sichtbaren Geburtsbeginn. Hier wird die Kuh zunehmend unruhiger, das Kalb wird in Geburtsposition gebracht, die einsetzenden Wehen öffnen den Muttermund aktiv, die Fruchtblase tritt erst in den Gebärmutterhals ein, weitet den Geburtsweg und wird sichtbar. Diese Phase dauert zwischen sechs und 16 Stunden.

Die Geburtshilfe sollte zielgerichtet und überlegt angewendet werden, um sowohl dem Kalb als auch der Kuh nicht zu schaden.

Aufweitungsphase: Der Moment vom Blasensprung bis zum Durchtreten des Kopfes des Kalbes. Der Druck durch den Kopf des Kalbes auf die Rezeptoren im Scheidendach löst die Bauchpresse aus. Die Fruchtblase platzt. Wichtig ist, dass die Fruchtblase nicht von außen geöffnet wird, da die Versorgung des Kalbes abbricht. Das Fruchtwasser sollte klar bis leicht gelblich oder rötlich sein. Verfärbtes, übel riechendes Fruchtwasser deutet auf ein bereits verstorbenes Kalb hin. Bei Kühen dauert diese Phase zwischen ein und drei Stunden, bei Färsen vier bis sechs Stunden.

Austreibungsphase: Die letzte aktive Phase der Geburt dauert 10 bis 15 min. Diese Phase beschreibt in der Vorderendlage das Austreten des Kopfes aus der Scham bis zum vollständigen Austrieb. Bis der Oberkörper geboren ist, ist das Kalb über die Nabelschnur mit Sauerstoff versorgt. Kommt das Kalb rückwärts, ist die Sauerstoffversorgung früher unterbrochen. In diesen Fällen muss das Kalb zeitnah zur Welt gebracht werden.

Nachgeburtsphase: Durch das Hormon Oxytocin werden Nachwehen ausgelöst, die den Abgang der Nachgeburt bedingen. Es lösen sich die Eihäute von den Karunkeln. Diese Phase sollte innerhalb von zwölf Stunden abgeschlossen sein.

Schwergeburten – Erkennen und Ursachen

Die Gründe für eine Schwergeburt sind vielfältig. Es gibt kuh­assoziierte, kalbassoziierte und mechanische Ursachen für Schwergeburten. Zu den kuhassoziierten Ursachen gehören unter anderem die Laktationsnummer, Überkonditionierung, Erstkalbealter, Wehenschwäche und Krankheitsgeschehen. Die falsche Vatertierrasse, Mehrlingsträchtigkeiten, tote Kälber und fehlerhafte Stellung, Lage oder Haltung des Kalbes zählen zu den kalbassoziierten Ursachen. Zu den mechanischen Ursachen zählen beispielsweise eine Gebärmutterverdrehung oder ein Missverhältnis zwischen der Größe des Kalbes und dem Geburtsweg der Kuh. In der Regel ist es nicht eine einzige Ursache, sondern mehrere gleichzeitig, die für eine Schwergeburt verantwortlich sind. Hinweise auf eine Schwergeburt können unter anderem ein stockender Geburtsverlauf, das Festliegen der Kuh, Haltungsanomalien oder Missbildungen des Kalbes, eine verminderte Vitalität des Kalbes sowie auffälliges Fruchtwasser sein.

Fachgruppen können wiederholt verschiedene Lage-, Stellungs- und Haltungsanomalien ausprobieren und das Erkennen und Korrigieren üben.

Geburtshilfliche Unter­suchung und der Auszug

Für einen zielgerichteten und erfolgreichen Auszug muss die Kuh fixiert sein, alle nötigen Hilfsmittel wie Geburtsstricke, Wasser, Reinigungsmittel, Geburtshelfer, Handschuhe und Gleitmittel müssen bereitliegen, und die Genitalregion muss gründlich gereinigt sein. Auch die Person, die Geburtshilfe leistet, muss Arme und Hände waschen, Schmuck ablegen, bestenfalls ärmellose Kleidung tragen und schulterlange Einmalhandschuhe überziehen. Das saubere Arbeiten ist unabdingbar, um Folgeprobleme für die Kuh zu verhindern. Nach der Vorbereitung wird die Kuh untersucht, Lage, Stellung und Haltung des Kalbes werden bewertet und bei gegebenen Anomalien korrigiert. Zusätzlich wird die Frucht auf Lebenszeichen untersucht und überprüft, ob sich diese im knöchernen oder weichen Geburtsweg befindet. Bevor Anomalien korrigiert werden, müssen auch die Größe und das Platzverhältnis zwischen Geburtsweg und Kalb erfühlt werden. Sind alle Voraussetzungen für einen Auszug gegeben, wird das in Vorderendlage, in oberer Stellung befindliche Kalb nach oben mit jeder Wehe in das Becken gezogen. Nach Durchtritt des Kopfes wird das Kalb nach unten Richtung Euter gezogen. Kommt das Kalb in Hinterendlage, verläuft die Zugrichtung parallel zur Wirbelsäule der Kuh und ändert sich während des Auszugs nicht. Nach Austritt der Beckenpartie muss es schnell gehen, da die Nabelschnur reißt und die Gefahr der Erstickung im Fruchtwasser besteht.

Die besonderen Vorteile des AgriSkills Lab

Die geburtshilfliche Untersuchung auf Haltung, Stellung und Lage kann an den Dummys geübt und nachgefühlt werden. Es können verschiedenste Positionen des Kalbes im Uterus nachgestellt und geübt werden. Auch komplizierte und seltene Haltungs-, Stellungs- und Lageanomalien können im AgriSkills Lab mehrfach geübt werden. Der finale Auszug und das Anbringen von Geburtsstricken oder -ketten kann in einer entspannten Lernatmosphäre im AgriSkills Lab so lange trainiert werden, bis ein sicheres Gefühl für den Auszug an der lebenden Kuh besteht. Das AgriSkills Lab bietet nicht nur die Möglichkeit für angeleitete Kurse. Auch das Buchen des Raumes und das eigenständige Erlernen der Techniken sind möglich.

Fazit

Die Geburtshilfe erfordert Wissen und Erfahrung. Das AgriSkills Lab bietet den Raum, in entspannter Lernatmosphäre die Geburtshilfe inklusive der Einschätzung des Kalbes im Uterus so lange zu üben, bis eine erste Routine entsteht. Gern können entsprechende Kurse oder auch das eigenständige Erlernen im AgriSkills Lab in Futterkamp gebucht werden.

Fruchtfolgen mit Wirtschaftsdünger ohne Einbußen?

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Der Nährstoff­bericht (Henning und Taube 2019) zeigt, dass in den nördlichen Regionen Schleswig-Holsteins ein deutlich höherer Nährstoffanfall aus Tierhaltungs- und Biogasanlagen zu verzeichnen ist als in den südlichen Bereichen des ­Östlichen ­Hügellandes. Ein Nährstofftransfer in die oft viehlosen Ackerbaubetriebe Ostholsteins ist allerdings in der Vergangenheit oft mit dem Verweis auf eine vermeintlich ­unsichere und nicht steuer­bare Nährstoffwirkung der organischen Düngemittel größtenteils abgelehnt worden. Durch die zuletzt zunehmende Verteuerung mineralischer Düngemittel ist das Interesse an einer Aufnahme von Wirtschaftsdüngern allerdings ­gestiegen.

Auch die notwendige Anpassung an die immer deutlicher werdenden Auswirkungen des Klimawandels und die damit verbundenen steigenden Anforderungen an die Bodenfruchtbarkeit beziehungsweise die Resilienz der Ackerstandorte lassen die Attraktivität von organischen Düngemitteln deutlich steigen. Bei der regelmäßigen Düngung mit Wirtschaftsdüngern entstehen allerdings für den Anwender zahlreiche Fragen:

• Zu welchem Fruchtfolgeglied haben Wirtschaftsdünger die effizienteste Wirkung?

• Wie viel mineralischer Dünger kann durch organische Düngemittel ersetzt werden?

• Können künftige Anforderungen der Nährstoffbilanzierung im Düngerrecht auch mit dem Einsatz von organischen Düngemitteln eingehalten werden?

• Wie verändern sich Bodenfruchtbarkeitsparameter bei langfristiger organischer Düngung?

• Können mit regelmäßiger organischer Düngung klimawandelbedingte Bodenkohlenstoffverluste kompensiert oder sogar zusätzliche Kohlenstoffmengen auf Ackerstandorten im Boden gespeichert werden?

Um diese breite Palette an Fragen und Zusammenhängen bearbeiten zu können, hat die Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel im Jahr 2020 mit finanzieller Unterstützung der Stiftung schleswig-holsteinische Landschaft einen umfangreichen Feldversuch auf dem Versuchsstandort Lindenhof angelegt. Die Ergebnisse der ersten fünfjährigen Rotation sollen im Folgenden vorgestellt werden.

Der Aufbau des Feldversuchs

In einer fünfgliedrigen Fruchtfolge (Winterraps – ­Winterweizen – (Zwischenfrucht) – Silomais – Winter­roggen – Wintergerste) wurden drei organische Düngemittel (Rindergülle, Schweinegülle, Gärrest) in jeweils drei Mengen angewendet: 100 % Ausnutzung der Grenze von 170-kg-N/ha, dies entsprach je nach Nährstoffgehalt des jeweiligen Wirtschaftsdüngers zirka 35 m³; 66 % Ausnutzung der 170-kg-N/ha-Grenze (zirka 112 kg N/ha, dies entspricht zirka 25 m³); 33 % Ausnutzung dieser Grenze (zirka 55 kg N/ha, dies entspricht zirka 15 m³). Die Anrechnung des Stickstoffs erfolgte nach den aktuellen Vorgaben der Düngeverordnung. Ein Nährstoffausgleich wurde über eine mineralische Ergänzungsdüngung vorgenommen, sodass alle Varianten des Versuchs vergleichbare wirksame Nährstoffmengen erhalten haben. Neben den organischen Düngevarianten wurde eine Variante als Referenz rein mineralisch gedüngt, in einer weiteren Versuchsvariante hat seit 2020 keine Düngung stattgefunden (Nullvariante). Der Versuch ist in einer Blockanlage mit fünf Wiederholungen angelegt worden, wobei allerdings nur vier Wiederholungen in die statistische Auswertung eingeflossen sind, da ein Block für Bodenuntersuchungen (strukturzerstörend) reserviert wurde.

Die Ausbringung der Wirtschaftsdünger erfolgte im Feldversuch bodennah im Schlitzverfahren, um Ammoniakemissionen zu minimieren. Foto: Prof. Conrad Wiermann

Substitut Wirtschaftsdünger

Aufgrund der Übersichtlichkeit und Aussagekraft werden im Folgenden nur die Ergebnisse ausgewählter Fruchtfolgeglieder (Winterraps, Winterweizen, Silomais) dargestellt. Zunächst wird die grundsätzliche Wirkung organischer Düngemittel bei verschiedenen Aufwandmengen im Verhältnis zur rein mineralischen Düngung untersucht. Über alle Düngemittel gemittelt ergibt sich für Winterraps und Silomais kein statistischer Unterschied zwischen allen organischen Düngestufen und der mineralisch gedüngten Variante in Ertrag und Qualität. Das heißt, bei diesen Feldfrüchten können Wirtschaftsdünger mineralische Düngemittel im Mittel der Jahre voll, auch bei hohen Aufwandmengen, ersetzen. Ein etwas anderes Bild ergibt sich bei der Düngung von Winterweizen: Während die geringe (33 %) und mittlere (66 %) Wirtschaftsdüngermenge keine Ertragswirkung im Vergleich zur mineralischen Düngung zeigten, führte die hohe Menge (100 %) organischer Düngemittel zu einem signifikanten Minderertrag (vergleiche Abbildung 1). Wesentlich deutlicher wirken sich die unterschiedlichen Mengen der Wirtschaftsdünger im Mittel der Jahre auf den Rohproteingehalt des Winterweizens aus. Mit zunehmenden Anteilen organischer Düngung sinken die Rohproteingehalte stufenweise signifikant ab. Lediglich geringe Anteile (33 %) der Wirtschaftsdünger führen zu der mineralischen Variante gleichwertigen Rohproteingehalten.

Rohproteingehalt bei Winterweizen

Werden die Wirtschaftsdünger separat betrachtet, so zeigt sich, dass zwischen hohen, mittleren und geringen Anteilen organischer Düngung keine signifikanten Unterschiede in ihrer Ertragswirkung zu ermitteln sind (vergleiche Abbildung 2). Auch für Winterweizen sind keine statistischen Unterschiede zwischen einer geringen (33 %) und hohen (100 %) Ausnutzung der 170-kg-N/ha-Grenze bei sämtlichen im Versuch verwendeten Wirtschaftsdüngern gefunden worden. Abbildung 3 hingegen zeigt, dass die Qualitätseigenschaften der hier betrachteten Kulturen allerdings sehr deutlich durch die Menge der organischen Düngung beeinflusst werden können. Dies gilt bei Winterweizen für alle untersuchten Wirtschaftsdünger. Die Kultur reagiert somit besonders sensibel auf den Anteil des Düngebedarfs, der durch organische Düngemittel gedeckt wird. Der Ölgehalt im Winterraps und der Stärkegehalt von Silomais zeigen nur bei Rindergülle signifikante Unterschiede zwischen den geringsten und höchsten Anteilen organischer Düngung. In diesen Fällen kommt es sogar zu einem Anstieg des jeweiligen Qualitätsparameters. Dies ist auf die in der Literatur oft beschriebene negative Korrelation von Rohproteingehalt und Öl- beziehungsweise Stärkegehalt zurückzuführen. Außerdem ist in diesem Zusammenhang der in Rindergülle gegenüber Schweinegülle und Gärrest geringere Ammoniumanteil bedeutsam.

Nährstoffbilanzen und organische Düngemittel

Ein wesentliches Argument, um möglichst wenig organische Düngemittel im Marktfruchtbau einzusetzen, war in der Vergangenheit die oft negative Beeinflussung (Erhöhung) der Nährstoffbilanzsalden. Es bestanden Befürchtungen, dass Toleranzwerte von maximal +50 kg N/ha im Mittel mehrerer Jahre, wie sie beispielsweise durch die Düngeverordnung früher vorgegeben waren, mit dem Wirtschaftsdüngereinsatz nicht oder nur schwer einzuhalten sind. Die in Abbildung 4 dargestellten Bruttobilanzsalden (ohne Abzug unvermeidbarer ­Stickstoffverluste) bestätigen, dass mit dem Einsatz von organischen Düngemitteln die Stickstoffüberhänge zwar moderat ansteigen, über die gesamte Fruchtfolge gerechnet aber ein maximaler Toleranzwert von +50 kg N/ha eingehalten werden kann. Dies gilt auch bei sehr hohen Anteilen organischer Düngemittel, wie dies mit einer 100%igen Ausnutzung der 170-kg-N/ha-Grenze der Fall ist.

Bodenkohlenstoffvorräte werden stabilisiert

Veränderungen der Bodenkohlenstoffvorräte nehmen grundsätzlich sehr lange Zeiträume in Anspruch. Zahlreiche Untersuchungen weltweit haben gezeigt, dass sich auch bei exzessiver Zufuhr organischer Düngemittel über mehrere Jahrzehnte die Bodenkohlenstoffvorräte in Abhängigkeit vom Anfangskohlenstoffgehalt und den Standorteigenschaften nur sehr langsam verändern. Dies bedeutet, dass bei den vorliegenden Untersuchungen, wenn überhaupt, nur marginale Veränderungen des Bodenkohlenstoffgehaltes in den betrachteten fünf Jahren zu erwarten sind. Erste Untersuchungen haben gezeigt, dass es bei einer Nulldüngung tatsächlich zu einer jährlichen Abnahme der Bodenkohlenstoffvorräte in Höhe von zirka 0,31 t Corg/ha gekommen ist. Mit der Anwendung von Wirtschaftsdüngern konnten die Bodenkohlenstoffvorräte in den ersten fünf Versuchsjahren stabilisiert beziehungsweise teilweise leicht erhöht werden. Besonders bei hoher Gärrestdüngung kam es im Auswertungszeitraum zu einer gegenüber der rein mineralisch gedüngten Variante zusätzlichen Kohlenstoffspeicherung von zirka 0,15 t Corg/ha im Jahr. Diese Tendenzen müssen durch weitere Untersuchungen in den Folgejahren bestätigt werden.

Fazit

Die Düngung mit organischen Düngemitteln kann gerade für viehlose Ackerbaubetriebe zukünftig attraktiv sein. Mit der Einbringung von zusätzlicher organischer Substanz werden sogenannte biologische Hotspots im Boden in ihrer Aktivität unterstützt. In der Folge werden Nährstoffe zügig pflanzenverfügbar und stabile Bodenstrukturen geschaffen. Dies wiederum bedeutet eine Stärkung der Resilienz von Ackerbausystemen und fördert den Anpassungsprozess an die Auswirkungen des Klimawandels. Auch größere Anteile organischer Düngemittel resultieren nicht zwangsläufig in Mindererträgen. Um die bestehenden Qualitätsnormen für Winterweizen erfüllen zu können, sollten zu dieser Kultur die Anteile von Wirtschaftsdünger möglichst gering gehalten werden. Ambitionierte Zielwerte für maximale Nährstoffbilanzsalden können auch mit der Integrierung von Wirtschaftsdüngern auf reinen Marktfruchtbetrieben eingehalten werden.

Bauern in Nordfriesland

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Der einsame Bauer, der mit einem Pferd sein Feld pflügt – das Bild aus ihrer Kindheit hat sich tief eingebrannt ins Gedächtnis von Karin Biermann. Genauso wie in jungen Jahren die Mithilfe auf einem Berghof im Allgäu. Als Ethnologin und Museumswissenschaftlerin ist sie weit herumgekommen und hat selbst im tiefsten Kaukasus Landwirte getroffen. Aktuell sind ihre Momentaufnahmen von Bauern in Nordfriesland in einer Ausstellung bis Ende November in Breklum zu sehen.

Sie fotografiert gern – und hat in den Jahren 2024 und 2025 ihren Wissensdurst bezüglich der Landwirtschaft in ein ganz persönliches Projekt gegossen. Karin Biermann hat in Nordfriesland mehr als 100 Gespräche mit Bauern und Landfrauen geführt, teils in der guten Stube, teils auf dem Feld, und sie in ihrer typischen Umgebung fotografiert.

34 Momentaufnahmen sind im Christian-Jensen-Kolleg in Breklum, Kreis Nordfriesland, ausgestellt und gewähren einen tiefen Einblick in die Motive und Überzeugungen der Menschen auf den Höfen – alle in Schwarz-Weiß gehalten. Buntes wird auf diese Weise ausgespart, was die Konzentration auf die Stimmung im Moment der Aufnahme erleichtert. Es symbolisiert zudem die Generationenfolge und Traditionen in der Landwirtschaft.

Inspiriert hatte sie zur Zeit der Wende die Begegnung mit einer Arbeiterfotografin der DDR. Ihre Werke reihen sich somit in die Tradition der Berufsporträts oder Milieustudien ein. Schnell kristallisierten sich in den Gesprächen zwei Kernfragen heraus, die sich als Leitmotiv durch die Texttafeln ziehen. Wie sehen die Gesprächspartner die allgemeine Lage der Landwirtschaft und die Zukunft des Betriebes? Und was möchten sie der Gesellschaft gern mitteilen? Die zweite Frage fügt sich perfekt in die aktuellen Debatten über das Verhältnis zwischen Verbrauchern und allen Akteuren im ländlichen Raum ein. Immer wieder kam dabei die Art der Kommunikation zur Sprache und der Umgang miteinander.

Das führt letztlich auch zum Sinn des ganzen Projektes, wie Karin Biermann es sieht. Sie hofft auf eine Form der Kommunikation zwischen dem Betrachter der Fotos, den abgebildeten Landwirten und Landfrauen und ihren Antworten auf die Kernfragen. Sie möchte einen Bezug zur Lage auf den Höfen herstellen: „Ich bin in den Gesprächen auf sehr viel Offenheit gestoßen.“ Und sie sei damit sehr sensibel umgegangen. Längst nicht alles habe sie öffentlich auf die Texttafeln übernehmen können.

Karin Biermann erzählt, dass sie mehrmals Bauern begegnet sei, „die kurz vor der Hofaufgabe, Teilhofaufgabe oder der Idee dazu standen. Aber es gab auch Beispiele oft junger Bäuerinnen und Bauern, die zu Hoffnung Anlass geben“.

Die Ausstellung in Fluren und Räumen des Christian-Jensen-Kollegs hat Anke Fasse, die theologische Leiterin und Geschäftsführerin der Breklumer Einrichtung, der Fotografin ermöglicht. Sie hat auch die Vernissage im Oktober gestaltet und Karin Biermann selbst die Einführung in ihre Werke überlassen. Sie sind dort noch bis zum 30. November zu sehen.

Biermanns Fazit: „Ich bedanke mich bei allen Bauern, Bäuerinnen und ihren Familien für ihr Vertrauen und ihre Zeit, ihre sympathische und uneitle Art, mir für die Fotos während ihrer Arbeit Modell zu stehen. Wir alle haben dieser Berufsgruppe unendlich viel zu danken, denn sie ernährt uns.“

Besonders erwähnt werden muss noch, dass Karin Biermann sich ganz aus freien Stücken, ohne finanzielle Interessen und ohne einen Euro Förderung ans Werk gemacht hat. Sie betont auf Nachfrage, ihre Werke nicht verkaufen zu wollen und dass sie bislang auch nicht die Absicht hat, sie etwa in einem Bildband zusammenzufassen. Es ist ein rein privates Projekt. „Ich habe stattdessen schon wieder ganz andere Grillen im Kopf“, so Biermann. 

Jens Johann Jacobsen (Nordstrand) beklagt überbordende Bürokratie, die allen sehr zu schaffen mache. Das sollte zurückgefahren werden. Er kritisiert „ideologisches Unterwandern. Es sind ja Leute da, die mir mit meinen 85 Jahren erzählen wollen, wie ich es machen kann und was ich alles verkehrt gemacht habe. Das sind 20- bis 25-Jährige, das sind intelligente Jungs und Mädchen, aber die haben keine Lebenserfahrung und sollten etwas zurückstecken.“ Seine Frau Karin Jacobsen war viele Jahre Vorsitzende des Landfrauenvereins Nordstrand. Sie beschreibt einen Wandel: Früher waren die Frauen im landwirtschaftlichen Betrieb voll tätig, heute lernen sie andere Berufe und arbeiten in denen. „Da leidet das Ehrenamt etwa drunter, auch hier auf Nordstrand.“
Foto: Karin Biermann
Daniela Albrecht (Reußenköge) betont, der Familienbetrieb sei gut aufgestellt, auch der kleine Sohn will Bauer werden. „Wir freuen uns, sollte er in unsere Fußstapfen treten.“ Sie selbst schlägt jetzt das Kapitel „Soziale Landwirtschaft“ auf, hat sich damit im Betrieb selbstständig gemacht. Ihre Zielgruppe sind Menschen mit Kindergärten und Schulklassen, Menschen mit Handicaps und mit Einzelbetreuung pflegebedürftiger Menschen und jenen, die an Demenz erkrankt sind. Außerdem betreibt sie ein Erzählcafé für aktive Senioren. Allen Bauern gegenüber hofft sie auf mehr Offenheit. „Wir sind für Fragen in jeder Hinsicht offen.“
Foto: Karin Biermann
Theodor Hansen (Bordelum) ist Jahrgang 1939, damals reichte die Nordsee noch nah an die Höfe ran. Als Kind hat er vor und nach der Schule mitarbeiten müssen. Karin Biermann lässt ihn im Begleittext zum Foto ausführlich zum Namensrecht und zur Hoffolge berichten – bis hin zur Flurbereinigung. Im Rückblick sagt er: „Früher war mehr Zusammenhalt und Hilfsbereitschaft, heute ist es die Ellenbbogengesellschaft. Es dreht sich alles nur noch ums Geld.“ Drechseln ist Theodor Hansens Hobby. Hier zeigt er seinen kunstvollen Lampenständer.
Foto: Karin Biermann
Gotje Brümmer (Reußenköge) sieht die Zukunft des Betriebes positiv. Der ist breit aufgestellt mit Ackerbau, Tierhaltung und Biogas. Allerdings seien gerade dieses Jahr die Getreidepreise „sehr weit unten, das macht es schwierig.“
Sie wünscht sich, dass die viele Arbeit erkannt wird – „und wie lange es dauert, bis ein Stück Fleisch fertig ist. Wir müssen erstmals viel Geld in die Hand nehmen, um etwas zu erwirtschaften.“
Foto: Karin Biermann
Peter R. Petersen (Dörpum) schaut zuversichtlich in die Zukunft, zumal zwei Söhne den Betrieb weiterführen wollen. Er weist auf die Diskrepanz hin, wenn er Leute hört, die über 30- oder 35-Stunden-Woche reden – „und die Bauern 70 oder 80 Stunden die Woche arbeiten.“ Auch er kritisiert die Bürokratie: „Wir müssen hier unter Bedingungen arbeiten, die es nirgendwo auf der Welt mit so vielen Regularien und Einschränkungen gibt, ob es das Baurecht oder das Veterinärrecht ist.“ Er und seine Mutter Ilse, geboren 1931, wirkten intensiv mit beim Erstellen einer Dorfchronik.
Foto: Karin Biermann


„Aalutsetten in de Schlie“ in Maasholm

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Die schleswig-holsteinische Fischereiministerin Cornelia Schmachtenberg (CDU) war Ehrengast beim „Aalutsetten“ und erlebte dies gemeinsam mit den Fischerinnen und Fischern.

Fischereiministerin Cornelia Schmach­ten­berg unterstützte Jan Götting (Aalzucht Götting) und Olaf Jensen (Fischer und Organisator der Veranstaltung) beim Verladen der Jungaale (v. li.). Foto: Johanna Beeck

Auch der ehemalige Ministerpräsident Peter Harry Carstensen, Schirmherr der „Aalutsetten“-Initiative, Niclas Herbst, Mitglied des Europäischen Parlaments (beide CDU), und Landespolitiker Dr. Ulf Kämpfer (SPD) verfolgten das Ereignis vom Wasser aus.

In diesem Jahr wurden insgesamt 869.000 Jungaale, davon 795.000 französische Glasaale und 74.000 vorgestreckte Aale (auf 5 g vorgemästete Glasaale), in der Schlei ausgesetzt. Die EU-Aalverordnung aus dem Jahr 2007 bildet die Grundlage für dieses Besatzprogramm, dessen Ziel die Erholung des europäischen Aalbestandes ist. Das Besatzprogramm begann 2010 mit 33.000 vorgestreckten Jungaalen.

Die Gesamtkosten betrugen in diesem Jahr 104.860 € inklusive Mehrwertsteuer. Öffentliche Mittel aus der Fischereiabgabe und dem Europäischen Meeres-, Fischerei- und Aquakulturfonds deckten 60 % der Kosten. Die restlichen 40 % der Kosten wurden über Spenden finanziert. Unterstützerinnen und Unterstützer können sogenannte Aal-Aktien erwerben, um die Besatzmaßnahmen zu fördern.

Eine Besonderheit des Programms an der Schlei ist das breite Bündnis hinter der Aktion. Fischerinnen und Fischer aus Schleswig, Arnis, Kappeln und Maasholm arbeiten dabei gemeinsam mit Anglerinnen und Anglern an der Schlei. Auch die Schlei-Gemeinden, Gastronomiebetriebe und Räuchereien, Fischerei- und Angelverbände, Fischereigenossenschaften, der Naturpark Schlei, Werften sowie zahlreiche Einzelpersonen unterstützen das Vorhaben und setzen sich mit dem gemeinsamen Besatzprogramm seit Jahren für den Aal in der Schlei ein.

Neben dem Aussetzen der Jungaale bot die Veranstaltung auch Raum für Gespräche über die Zukunft des Aals und die Fischerei auf der Schlei. Im Netzschuppen bei Aalspezialitäten informierte Niels Jepsen vom Institut für aquatische Ressourcen der Dänischen Technischen Universität (DTU) über das Kormoranmanagement in Dänemark. Ministerin Schmachtenberg berichtete, dass Schleswig-Holstein das Thema Kormoranmanagement erfolgreich bei der Agrarministerkonferenz (AMK) in Würzburg eingebracht habe. Die AMK sprach sich für ein europaweites Kormoranmanagement aus. 

Burg/Dithmarschen: Alter Friedhof, Baumgarten und Waldmuseum

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Namensgebend für den Ort Burg am Rande der Dithmarscher Geest war der frühmittelalterliche Ringwall der Bökelnburg im Zentrum der Stadt. Den dort befindlichen Alten Friedhof kann man ebenso wie den anliegenden Baumgarten mit verschiedenen Gehölzarten besichtigen. Auch ein Abstecher in das Waldmuseum mit dem nahe gelegenen Waldareal und dem Natur­erlebnisraum lohnt sich.

Nur wenige Schritte vom Holzmarkt und dem Marktplatz in Burg entfernt befindet man sich auf der Bökelnburg und dem Alten Friedhof in einer ganz eigenen, ruhigen Welt und kann das Innere des Burgwalls sowie den umgebenden Ringwall erkunden. Große Buchen und andere Gehölze säumen den Weg auf der Wallkuppe, und man kann staunend darüber sinnen, welch besondere Gestaltungsmaßnahmen die Altvorderen bereits vor mehr als 1.000 Jahren in der Landschaft erbracht haben. Bei der Bökelnburg handelt es sich um einen Verteidigungsbau aus frühgeschichtlicher Zeit. Er wurde um das Jahr 800 erbaut und diente mit Holzpalisaden auf dem Wall nicht nur als strategisches Befestigungswerk, sondern auch als Fluchtburg. Der mächtige, 4 bis 5 m hohe Ringwall umfasst einen Innendurchmesser von etwa 100 m und diente der Verteidigung gegen Wikinger, Slawen und Franken. Die erste schriftliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1032. Damals wurde im Zusammenhang mit einem Slawenüberfall in der Region von der Aufnahme von Flüchtlingen in der Burg berichtet; zudem wird erwähnt, dass die Belagerung nicht erfolgreich war. Der Name Bökelnburg stammt von der niederdeutschen Bezeichnung „Böken“ für Buchen, was auf die Errichtung in einem ehemaligen Buchenwald hinweist. Der Standort der Ringwallburg war nicht zufällig gewählt, sondern wohlüberlegt, befand er sich doch auf einer Geestanhöhe, die hier nach mehreren Seiten abfiel. Zudem verlief hier ein wichtiger Fernhandelsweg, und über die damals noch schiffbare Burger Au konnte man zur Elbe gelangen.

Die alte Durchfahrtskappelle des Friedhofs befindet sich an der ehemaligen Öffnungsstelle des Ringwalls der Bökelnburg. Foto: Hans-Dieter Reinke

Seit 1818 nutzte die Gemeinde Burg das Innenareal des Ringwalls als Kirchfriedhof. Eine seltene Tordurchfahrtskapelle befindet sich an der Stelle, an der sich früher der einzige, durch Wassergräben gesicherte Zugang zum Wallinneren befand. Heute gelangt man rechts und links der alten Kapelle über Treppen auf den Wall und wieder hinunter. Einige historisch interessante Grabsteine, vor allem mehrfach verwendete sandsteinerne Grabstelen aus dem 17. und 18. Jahrhundert, sind dort zu finden. Vorbei am Ehrenmal für die Gefallenen der beiden Weltkriege am Fuße des Bökelnburgwalls und an der Bökelnburghalle gelangen Besucher zum Baumgarten des Ortes.

Über eine Treppe gelangt man auf die Kuppe des Ringwalls und kann den Alten Friedhof umrunden. Foto: Hans-Dieter Reinke
Auf einem schattigen, baumbestandenen Weg kann man den Ringwall der Bökelnburg erwandern. Foto: Hans-Dieter Reinke
Auf der Innenfläche des Ringwalls der Bökelnburg befindet sich der Alte Friedhof Burgs. Foto: Hans-Dieter Reinke


Gehölzvielfalt im Burger Baumgarten

Bereits rund um die Veranstaltungshalle und oberhalb des nahe gelegenen Freilichttheaters stehen die ersten interessanten Gehölzarten des Baumgartens, der bereits 1968 auf Beschluss der Gemeinde Burg eingerichtet und im Laufe der Jahre durch weitere Pflanzungen ergänzt wurde. Neben den heimischen Arten Spitzahorn, Eibe, Schwarzkiefer und Stieleiche wachsen hier Urweltmammutbaum, Goldeschenahorn, Strauch-Rosskastanie, Trompetenbäume, Magnolien, Blaue Atlaszeder und weitere Nadelgehölze. Auch Sträucher wie Spiersträucher, Japanischer Hartriegel und blühende Strauchmalven säumen den Weg.

An der Bökelburghalle und dem Freilichttheater stehen bereits die ersten Gehölze des Burger Baumgartens. Foto: Hans-Dieter Reinke

In Richtung Lindenstraße führt der Weg weiter. Dort finden sich neben Douglasie, Stechfichte, Zypressen-Wacholder, Serbischer Fichte, der kleinen Gnomenfichte und dem im Alter riesigen Bergmammutbaum auch einige Zierapfelbäume. Eine schattige Treppe, deren Umfeld aus Ginkgobaum, Japanischer Lärche, Esskastanie sowie alten Exemplaren des Abendländischen und Großen Lebensbaums besteht, führt hinab in die Niederung, die den Zentralbereich des Baumgartens bildet. Ein kleiner Wasserlauf prägt im Zentrum den Taleinschnitt, der mit Rohrkolben, Weidenröschen und dem neophytischen Drüsigen Springkraut bestanden ist. Beiderseits der Feuchtsenke begleiten baumbestandene Wege den Talverlauf. An einer kleinen Brücke laufen die Wege zusammen, die von unterschiedlichsten neu gepflanzten Rhododendren und Bänken gesäumt werden.

Auffallend ist die Gruppe großer Urweltmammutbäume, die mit ihren Sitzmöglichkeiten und dem Blick zur Brücke sowie in die Niederung zum Verweilen einlädt. Weitere Baumarten wie Scharlachweißdorn, Kirschlorbeer, Baumhasel, Sitkafichte, Stechpalme, Sandbirke, Weißrindige Himalayabirke und Nelkenkirsche sind zu entdecken. Im Feuchtbereich stehen ältere Sumpfzypressen, Schwarzerlen und verschiedene Weidenarten. Am Weg wurden einige alleeartige Säuleneichen, Sumpfeichen der Sorte ‚Green Pillar‘, gepflanzt. Vorbei an Bergkiefer, Schlangenhautkiefer, Spitzahorn, Hasel, Kupferfelsenbirne, Tulpenbaum, Baumhasel, Graupappel, Trauerweide und anderen Gehölzen führt der Weg aus dem Baumgarten heraus zur Hauptstraße Hinter der Hohen Burg.

Eine Gruppe von Urweltmammutbäumen im Baumgarten lädt zu einer kleinen Rast. Foto: Hans-Dieter Reinke

Neben den vorhandenen, teilweise bereits recht alten Bäumen werden seit einigen Jahren kontinuierlich Neupflanzungen vorgenommen, wie der Bauamtsleiter der Gemeinde, Andreas Woköck, betont: „Je nach den jährlich etwas veränderten Bedingungen können wir mal mehr, mal weniger ergänzende Gehölzpflanzungen vornehmen.“ So seien in den vergangenen Jahren beispielsweise Zuckerbirke, Lindenblättrige Birke und Schwarzbirke, aber auch Farnblättrige Buche, Blutbuche, Japanischer Schnurbaum, Trompetenbäume und Japanischer Kuchenbaum in den Bestand des Burger Baumgartens aufgenommen worden.

Waldmuseum und Naturerlebnisraum

Eine weitere Attraktion des Ortes befindet sich mit dem Burger Waldmuseum gut 1 km vom Zentrum entfernt am nordwestlichen Ortsrand. Auf dem 65 m hohen Wulfsboom liegt seit 1968 das Burger Waldmuseum, das anhand von Präparaten, Infotafeln, Dioramen sowie zahlreichen Exponaten und Modellen eindrucksvoll über den Wald und seine Lebewelt informiert. Neben der Biologie und Ökologie des Waldes werden dort auch Aspekte der Geologie, Jagd, Paläontologie, Archäologie der Region sowie des Natur- und Artenschutzes behandelt.

Vom Aussichtsturm des Waldmuseums hat man einen weiten Ausblick vom Geesthang in die anliegende Marschlandschaft. Foto: Hans-Dieter Reinke

Ein Aufstieg auf den 21 m hohen Aussichtsturm des Museums eröffnet einen weiten Blick in die umgebende Landschaft und verdeutlicht noch einmal die günstige Lage am Geestrand zur angrenzenden Marsch, die bereits vor über 1.000 Jahren zur Errichtung der strategisch günstig gelegenen Bökelnburg geführt hat.

Der umliegende, 30 ha große Wald ist als Naturerlebnisraum ausgewiesen und lädt zu Spaziergängen ein. Dabei werden Informationen zur Tier- und Pflanzenwelt, zur Waldgeschichte der Region sowie zur erdgeschichtlichen Entwicklung, insbesondere während der Eiszeiten, vermittelt. Am Papenknüll lässt sich ein kleines Heidebiotop besichtigen, außerdem liegen einige archäologische Denkmäler versteckt im Wald. Der Walderlebnispfad informiert spielerisch und kindgerecht über zahlreiche Aspekte der Waldökologie sowie der dort lebenden Tier- und Pflanzenwelt.

Entlang der Waldwanderwege im 30 ha großen Wald am Waldmuseum stößt man auf eine kleine Heidefläche. Foto: Hans-Dieter Reinke

Austoben können sich Kinder auf dem angrenzenden Waldspielplatz. Im Sommer lockt das nahe gelegene Waldschwimmbad, im Winter die Rodelbahn auf dem 49,5 m hohen Hamberg. Der Garten der Sinne am Museum bietet mit einem blütenreichen Kräutergarten ein besonderes Dufterlebnis, während auf dem Barfußpfad mit unterschiedlichen Naturmaterialien die Sensorik der Füße trainiert werden kann.

Herbstvielseitigkeit mit Landesmeisterschaft Schleswig-Holstein/Hamburg

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Traditionsgemäß lud der Pferdesportverband Schleswig-Holstein (PSH) zum Abschluss der Saison nach Bad Segeberg zur Herbstvielseitigkeit. Mehr als 120 Teilnehmer gingen im Ihlwald in einer nationalen A**-Vielseitigkeit und einer internationalen CCI2*-S Prüfung an den Start. Trotz des regnerischen Wetters wurden gute Bedingungen geboten. Die Streckenführung war etwas verändert worden, und es gab zum Teil neue Hindernisse.

Kaya Thomsen hatte zwei Pferde mit nach Bad Segeberg gebracht. Ihr Wallach Tullibards You make me feel ist schon älter und erfahren. Das zehnjährige Irische Sportpferd wollte die Reiterin aus Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, auf das letzte Turnier der Saison in Holland vorbereiten. „Dass es so gut läuft, damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte sie. Nach einer „ordentlichen Dressur, einer schönen Geländerunde und einer Nullrunde im Springen“ fühlt sich Thomsen mit dem fünften Platz nun mehr als gut vorbereitet. Die 23-Jährige reitet zum ersten Mal in der Altersklasse der Reiter und muss „hier noch Fuß fassen“. In dieser Saison konzentrierte sie sich vor allem auf die Nachwuchspferde.

Punktgleich platzierte sie ihr zweites Pferd Mamma Mia. Die siebenjährige Holsteiner Stute von Clarimo Ask-Cascadello I stammt aus der Zucht und dem Besitz von Max-Hermann Johannsen aus Hörup, Kreis Schleswig-Flensburg. „Sie ist ein tolles Nachwuchspferd. Ich freue mich sehr, sie reiten zu dürfen, und bin gespannt, wo unsere Reise noch so hingeht“, erzählte Thomsen. Der Züchter selbst sagte, dass es immer wieder etwas Besonderes sei, „die Entwicklung und Erfolge unserer selbst gezogenen Pferde verfolgen zu dürfen“.

Obwohl beide Pferde punktgleich waren, holte Thomsen mit Mamma Mia den Landesmeistertitel. „Mit ihr hatte ich die bessere Zeit im Gelände.“ Tatsächlich hatte das Paar die einzige fehlerfreie Runde. Ohne mindestens zwei Zeitfehler kam sonst niemand ins Ziel. „Ich bin sehr happy, wie das Turnier gelaufen ist. Das kam überraschend für mich“, gestand sie nach ihrem ersten Titel bei den Reitern.

Titel für Maria von Starck

Bei den Junioren und Jungen Reitern siegte Maria von Starck aus Malente. Ihre Mutter Birte von Starck (li.) freute sich über den Erfolg. Foto: Tabea Henze

Silber holte Kathrin Bielfeldt-Wittke aus Tönning, Kreis Nordfriesland. Die erste Vorsitzende des Reit- und Traberclubs Ditmarsia saß im Sattel von Ambertino, einem Holsteiner von Amber. Im Gesamtklassement des CCI2*-S platzierte sie sich direkt hinter Thomsen auf dem sechsten Platz. Siebte und damit Bronzemedaillengewinnerin wurde Louise Romeike aus Nübbel, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die schwedische Olympiareiterin hatte ihre siebenjährige Holsteiner Stute Milli von Million Dollar gesattelt. Den Sieg in der Prüfung holte sich die Niedersächsin Antonia van Baath mit FRH Gentle Willow Bee, die mit der besten Dressur vorgelegt hatte.

Die Junioren und Jungen Reiter mussten für ihre Landesmeisterschaft die gleiche Prüfung reiten, wurden aber in einer zweiten Abteilung gewertet. Den Sieg und damit auch den Titel holte die Junge Reiterin Maria von Starck aus Malente, Kreis Ostholstein. „Der Erfolg bedeutet mir sehr viel. Das war schon lange ein Ziel von mir, und ich bin sehr stolz darauf, das gemeinsam mit Capriole erreicht zu haben“, sagte von Starck, die sich in der Ausbildung zur Pferdewirtin befindet. Ihre elfjährige Hannoveraner Stute reitet sie seit fünf Jahren. „Sie will immer alles richtig machen, denkt immer mit und gibt ihr Bestes“, schwärmte sie und fügte hinzu: „Für uns war Bad Segeberg das letzte Turnier in dieser Saison. Jetzt geht es ins Wintertraining, und dann können wir hoffentlich an unseren Erfolg anschließen.“

Keine Unterbrechungen

Silber ging an Hilja Marlin Heisig aus Emkendorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Mit ihrer Holsteiner Stute Giada von Clarcon kam sie im Gesamtklassement auf den vierten Platz. Anna Theresa Börke aus Krummesse bei Lübeck saß im Sattel des Holsteiner Wallachs Zacky Zack von Zack. Die Juniorin, die auch zum Landeskader gehört und dieses Jahr schon an den Deutschen Meisterschaften teilgenommen hat, holte die Bronzemedaille.

Die nationale A**-Vielseitigkeit wurde in drei Abteilungen geritten. In der ersten Abteilung konnte sich Alessia Reimers vom Pferdesport- und Förderverein Süseler Baum, Kreis Ostholstein, mit Centrolus über den Sieg freuen. Sie fügte ihrem Dressurergebnis lediglich ein paar Zeitfehler aus dem Gelände hinzu. Die zweite Abteilung gewann Jule Christin Gürgens von der Insel Usedom mit Cool Man. Die Niedersächsin Anna Siemer setzte sich mit der Holsteiner Stute Nala an die Spitze der dritten Abteilung.

Das Team des PSH zeigte sich zufrieden. „Wir haben ein paar alte Hindernisse wieder erneuert und konnten so alte Wege aufmachen und mitnutzen. Das wurde von den Reitern gelobt“, berichtete Tabea Henze, Leistungskoordinatorin des PSH. Erfreulich war auch, dass beide Turniertage ohne Unterbrechungen stattfinden konnten und das Wetter am Sonntagnachmittag trocken blieb.

Danish Crown: Rückzug vom Weltmarkt

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Danish Crown hat einen weitreichenden Umbau der Unternehmensstruktur angekündigt. Der Fleischkonzern mit Sitz im dänischen Randers will sich künftig auf Europa konzentrieren. Zugleich korrigiert das Unternehmen seinen Marktpreis für Schweinefleisch.

Der Anteil des Fleisches, das der Konzern aus den Lieferungen seiner Anteilseigner selbst weiterverarbeitet, soll bis Ende 2030 von rund 25 auf 50 % gesteigert werden. Die Zahl der Marken soll deutlich sinken. Auf dem europäischen Markt will der Konzern Kostenführer werden. Zudem kündigte das Unternehmen an, sich künftig auf sechs Märkte konzentrieren zu wollen.

Mit der bisherigen Organisation seien diese Ziele nicht zu erreichen, begründete CEO Niels Ulrich Duedahl den Schritt. Der Konzern müsse quer über alle Länder und Geschäftsfelder hinweg handlungsfähig werden.

Aus acht mach zwei

Deshalb bündelt Danish Crown sieben seiner acht Geschäftsbereiche unter einer neuen globalen Leitung, die Produktion, Vertrieb und Produktentwicklung zusammenführt. Betroffen sind Sokołów, Beef, Industry, Foods, KLS, UK und ESS-Food. Eigenständig bleibt allein DAT-Schaub, der Spezialist für Naturdärme und Nebenprodukte.

Die bisherigen Bereichsleiter verlieren ihre Posten. Der Konzernleitung gehören künftig fünf Manager an: Neben Duedahl und Finanzchef Anders Aakær Jensen übernimmt Karolina Henriksen als CCO die Märkte und Vertriebskanäle und Przemysław Gostkiewicz als CPO Produkte und Marken.

Der neue Vorstand für Produktion und Lieferkette (COO) steht nach Unternehmensangaben fest, soll aber erst später bekannt gegeben werden. Im Frühjahr 2027 soll die neue Struktur stehen.

800 Stellen fallen weg

Der Umbau setzt die Umstrukturierung fort, die Danish Crown im Juni begonnen hatte. Seinerzeit hatte der Konzern angekündigt, die Geschäftsbereiche zu verzahnen und über zwei bis drei Jahre rund 800 Stellen abzubauen.

Offen ist, was der neue Kurs für den globalen Handelsarm des Konzerns sowie für deutsche Tierhalter bedeutet. Danish Crown zählt hierzulande zu den größten Rindfleischverarbeitern und betreibt unter anderem Schlachthöfe in Husum und Teterow.

Preiserhöhung für Schweine

Erst in dieser Woche fiel Danish Crown am Schweinemarkt damit auf, dass es bei europaweit unveränderten oder schwachen Schlachtschweinepreisen den eigenen Preis auf umgerechnet 1 €/kg Schlachtgewicht anhob.

Dabei fiel der Marktkommentar von Danish Crown nicht positiver aus als in den Wochen davor. Auf dem europäischen Markt herrscht demnach ein Überangebot an Schlachtschweinen, weshalb der Preis unter Druck stehe.

Dass Danish Crown künftig dennoch mehr bezahlt als bisher, darf wohl als Korrektur eines zuvor bewusst niedrig gehaltenen Preises interpretiert werden.

Ziel: Höherer Gewinn

Die Genossenschaft führt nämlich an, dass sie den Preis in den vergangenen Wochen wegen „finanzieller und operativer Faktoren im Zusammenhang mit dem Geschäftsjahresabschluss“ auf dem niedrigeren Niveau belassen habe.

Ziel dürfte ein höherer Gewinn gewesen sein. Und an diesem werden die Genossenschaftsmitglieder unter anderem über die Nachzahlung beteiligt. age

Warnung vor Getreidepreisschock

Der Iran-Krieg treibt Ernterisiken

Die Internationale Handelskammer (ICC) warnt eindringlich vor steigenden Getreidepreisen und einer globalen Nahrungsmittelkrise. Wie das „Wall Street Journal“ berichtet, sind die weltweiten Düngemittelexporte laut ICC-Generalsekretär John Denton durch die Auswirkungen des Iran-Krieges um fast 40 % gesunken. Daher sei zu befürchten, dass die Lieferunterbrechungen das Risiko eines starken Preisanstiegs für Getreide erhöhten.

Eine kurze Störung könne durch Lagerbestände, Ersatzprodukte und geänderte Lieferpläne aufgefangen werden. Ein anhaltender Mangel würde das Risiko einer zu geringen Düngung, schwächerer Ernten und höherer Getreidepreise vergrößern und die Folgen auf die gesamte Lebensmittelkette ausweiten.

Sollte sich die Lage im Krisengebiet nicht schnell entspannen, könnten die Getreidepreise um bis zu 80 % steigen, verbunden mit einer starken Verteuerung von Grundnahrungsmitteln, warnte der ICC-Chef. Entwicklungs- und Schwellenländer seien die Ersten, die diese Folgen zu spüren bekämen. Als Beispiel nannte Denton die Philippinen, die etwa 90 % der benötigten Düngemittel importierten.

Das geringere Düngerangebot zwinge Landwirte, entweder höhere Preise zu zahlen, Ausbringungstermine zu ändern oder die Düngermenge zu reduzieren. Da eine Düngerunterbrechung nicht sofort zu einem Getreidemangel führe, dürfte der größte Effekt erst nach dem Verbrauch vorhandener Bestände und bereits vertraglich gesicherter Lieferungen auftreten.

Die Handelskammer warnt, wenn Düngerengpässe die Produktion in einigen Anbauregionen verringerten, müssten dortige Verarbeiter und Importländer möglicherweise mehr Getreide aus anderen Regionen beziehen. Dann würde sich das Exportangebot stärker auf Produzenten mit einem sicheren Zugang zu Düngemitteln und ausreichenden Ernten konzentrieren. Dadurch nähme jedoch die Abhängigkeit von lokalem Wetter, Logistik und staatlichen Handelsmaßnahmen zu. age

Konstruktiver Umgang mit Konflikten

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„Du musst dir endlich mal angewöhnen, pünktlich zu sein. Andere schaffen das ja schließlich auch!“ Sätze wie diesen hat sicher jeder schon einmal gehört – oder selbst ausgesprochen. Sie kommen beim Gegenüber häufig als Vorwurf an, verursachen Schuldgefühle, verletzen und erzeugen eher Widerstand, als eine Verhaltensänderung zu bewirken. Wie äußere ich mich konstruktiv? Wie gehe ich mit Emotionen in Konflikten um? Was mache ich, wenn jemand dichtmacht? Auf diese Fragen hat das Seminar „Umgang mit Konflikten“ Antworten parat.

Gruppenarbeit: Jutta Junge, Christa Emcke und Angela Gripp formulieren Ich-Bot­schaften.

Dreizehn Frauen sitzen am großen Tisch, um sich einen ganzen Tag lang mit dem Thema „Konflikte“ auseinanderzusetzen. „Welche Erwartungen habt ihr an diesen Tag?“, fragt Christine Gribat in die Runde. Die Diplom-Sozialpädagogin begleitet als erfahrene Seminarleiterin, Coach und Referentin Menschen und Organisationen in ihrer beruflichen und persönlichen Entwicklung und leitet das Seminar des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein. Schnell füllt sich das Flipchart mit Themen, die den Teilnehmerinnen unter den Nägeln brennen. Vor allem wünschen sie sich praxisnahe Tipps für ihren Alltag, für Konflikte in der Familie, im Job und im Ehrenamt. Damit kann Gribat dienen: „Ihr bekommt alle am Ende dieses Tages einen Erste-Hilfe-Koffer für den Umgang mit Konflikten mit nach Hause.“

Wie Konflikte entstehen

Christine Gribat gibt Teilnehmerinnen Werkzeug an die Hand.
Fotos: Dr. Claudia Kleimann-Balke

Konflikte entstehen häufig, wenn die beabsichtigte Aussage und die wahrgenommene Botschaft auseinanderfallen – etwa, wenn eine sachliche Information als persönliche Kritik verstanden wird. „Wenn die Beziehungsebene durch Wertschätzung und Vertrauen sicher und stark ist, kann auf der Sachebene jeglicher Austausch stattfinden. Wenn aber unser Gegenüber nur den leisesten Hauch von persönlicher Kritik wittert, ist die Beziehungsebene ganz schnell getriggert“, fasst Christine Gribat zusammen. „Hinter Konflikten wohnen immer unerfüllte Bedürfnisse. Das muss uns klar sein. Dann können wir viele vermeiden.“ Zum Beispiel indem man versucht, Schuldzuweisungen in konstruktive Gespräche umzuwandeln.

Grau ist alle Theorie

Während einer Gruppenarbeit sollen die Teilnehmerinnen nun ausprobieren, wie verschiedene Botschaften zur gleichen Situation wirken können. Eine Situation mit Konfliktpotenzial: Vera erklärt Hannah eine Anwendung am PC. Hannah versteht es nicht sofort. Vera ist etwas genervt und sagt: „Sag mal, hast du das denn immer noch nicht verstanden?“ Diese sogenannte Du-Botschaft verletzt Hannah, die sich ziemlich dumm vorkommt. Die Aufgabe ist es, eine Ich-Botschaft zu formulieren, die konstruktiv ist. „Ich merke, dass meine Erklärung noch nicht verständlich war. Ich würde es gern anders versuchen.“ Diese Botschaft impliziert ein Hilfsangebot. Nach diesem Schema bearbeiten die Teilnehmerinnen einige Beispiele und spüren den Unterschied sozusagen am eigenen Leib. „Ich-Botschaften sind keine Zuckerwatte“, erklärt Christine Gribat. „Sie sind nur eine Form der Kommunikation, die uns an so einer Stelle weiter bringt als die direkte Konfrontation.“ Es hilft, einmal die Perspektive zu wechseln und Trigger des Gegenübers zu vermeiden.

Ein paar Tipps zum Mitnehmen

Natürlich gibt es auch für den Umgang mit Konflikten keine Universallösung, aber man kann Werkzeuge immer wieder anwenden und ausprobieren, um die beste Lösung für sich selbst zu finden. „Kleine Anlässe kann man als Übung verstehen“, rät die Trainerin. „Bedürfnisse erspüren und selbst äußern – das sind erste Schritte für eine gute Kommunikation, die Konflikte vermeidet oder beendet.“ Es gilt auch, selbst Geduld zu haben und Situationen auch einmal auszuhalten. Gribat empfiehlt Kraftsätze. „Die sind unglaublich wichtig, weil wir sie für uns selbst denken können. Beispielsweise: Ich möchte das so stehen lassen. Das heißt nicht, dass ich dem Gegenüber recht gebe, sondern macht klar, dass wir unterschiedliche Standpunkte haben.“

Dörte Bornholt, Beate Peters, Anja Moczkuhn, Susanne Lutze, Silke Wieben, Heidi Kopp, Chistine Gribat, Jessica Jessen, Yoli Manowski, Christa Emcke, Petra Fahje, Jutta Junge, Angela Gripp und Karin Ehler (v. li.) haben viel mitgenommen und können nun im Umgang mit Konflikten etwas ändern.

Konflikte sind häufig etwas ganz Persönliches zwischen zwei Menschen. Sie sind unbequem, können aber auch Chancen sein, weil sie zu einem positiven Prozess beitragen können. In jedem Fall kosten sie Kraft.

Am Ende des Seminars blicken die Teilnehmerinnen mit neuen Möglichkeiten auf Konflikte. Nun gilt es, das Gelernte in die Praxis zu transportieren. „Ich gehe voller Motivation nach Hause. Nun weiß ich um einige Fehler und kann daran arbeiten“, erzählt Angela Gripp. Auch Jutta Junge geht mit einem Vorsatz aus dem Seminar: „Konflikte gibt es weltweit. Vielleicht kann ich etwas mitnehmen, um ihnen im Kleinen etwas entgegenzusetzen.“

Krise am Schweinemarkt

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Am deutschen Schlachtschweinemarkt bleibt die Stimmung gedrückt. Mit 1,40 €/kg Schlachtgewicht ging die VEZG-Notierung auf ein für die Mäster nicht mehr wirtschaftlichen Niveau zurück. Das umfangreiche Lebend­angebot lässt sich zwar überwiegend absetzen, zusätzliche Mengen finden jedoch nur schwer Abnehmer. Der Feiertag am 3. Oktober hat die Schlachtzahlen reduziert und regional für Überhänge im Lebendhandel gesorgt. Eine nachhaltige Belebung des Fleischgeschäfts ist weiterhin nicht erkennbar.

Günstige Wurstwaren

Mit deutlichen Preisnachlässen versuchen Aldi und Lidl nun, den Absatz von Fleisch- und Wurstwaren anzukurbeln. Ob davon auch die Erzeuger profitieren, ist allerdings fraglich.

Das eigentliche Problem liegt nicht allein in Deutschland. Selbst wenn man hierzulande wöchentlich einige Hunderttausend Schweine weniger erzeugt würden, wäre der europäische Markt damit kaum entlastet. Solange große Produktionsländer wie Spanien, Dänemark und die Niederlande ihre Überschüsse nicht ausreichend auf Drittlandsmärkten unterbringen können, drängen diese Mengen auf den europäischen Binnenmarkt. Gleichzeitig konkurriert die EU auf dem Weltmarkt mit kostengünstigeren Anbietern aus den USA und Brasilien. Hohe Produktions-, Energie- und Arbeitskosten sowie zusätzliche Auflagen erschweren insbesondere deutschen Betrieben den Wettbewerb. Zuletzt konnten zwar weitere Absatzmärkte für deutsches Schweinefleisch erschlossen werden. Die dort absetzbaren Mengen reichen jedoch bei Weitem nicht aus, um den seit dem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest weggefallenen chinesischen Absatzmarkt zu ersetzen.

Auch die langfristigen Nachfrageaussichten bieten wenig Hoffnung. Während die FAO bis 2035 weltweit einen leicht steigenden Schweinefleischverbrauch erwartet, dürfte der Konsum in Europa weiter zurückgehen. Veränderte Ernährungsgewohnheiten und der rückläufige Pro-Kopf-Verbrauch begrenzen die Absatzmöglichkeiten. Eine Entlastung kann daher vor allem durch zusätzliche Exportmärkte oder eine Anpassung der europäischen Produktion entstehen.

Haltungsform 3 als Ausweg?

Besonders schwierig ist die Situation für Betriebe, die in höhere Haltungsformen investiert haben. Programme wie Haltungsform 3 oder die Strohschweinehaltung versprechen zwar Zuschläge, verursachen aber erhebliche Mehrkosten. Entscheidend ist, ob die vereinbarten Zuschläge dauerhaft gezahlt und die Tiere zuverlässig abgenommen werden. Fehlen verbindliche Abnahmegarantien, wird der Umbau für die Landwirte zum wirtschaftlichen Risiko.

In Schleswig-Holstein verschärft die unsichere Schlachtstruktur die Lage zusätzlich. Mit dem Wegfall des Schlachtstandortes Perleberg werden Transportwege und Vermarktungsmöglichkeiten zu einer Herausforderung. Gerade für kleinere Betriebe und besondere Haltungsprogramme sind verlässliche regionale Absatzwege entscheidend.

Für die Schweinehalter zeichnet sich kurzfristig keine grundlegende Besserung ab, auch vor dem Hintergrund eines möglichen erneuten Schweinestaus zum Jahresbeginn 2027. Ohne eine spürbare Entlastung des europäischen Marktes, verlässliche Vermarktungsverträge und eine angemessene Vergütung höherer Haltungsstandards dürfte sich der Strukturwandel weiter beschleunigen.

Wenn aus Fäden Kunstwerke werden

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Fünf großformatige Tapisserien aus 75 Jahren künstlerischen Schaffens zeigt der Museumsberg Flensburg derzeit im Hans-Christiansen-Haus in der Ausstellung „Die Geheimnisse des Alltäglichen“. Der Kieler Künstler Peter Horn verbindet darin eine von ihm weiterentwickelte Webtechnik mit ungewöhnlichen Motiven. Ein genauer Blick offenbart nicht nur unzählige Fäden, sondern auch die Entwicklung seines künstlerischen Schaffens.

Aus der Entfernung sind es Bilder. Erst wer näher herantritt, erkennt Wollfäden, dicht an dicht gesetzt und Reihe für Reihe von Hand gewebt. Dicke und dünne Fäden erzeugen beinahe fließende Farbübergänge. „Für einen Teppich kann man grob ein Jahr rechnen“, erklärt Dr. Michael Fuhr, Direktor des Museumsbergs Flensburg. Fünf dieser großformatigen Arbeiten hängen hier noch bis zum 6. Dezember. Sie gruppieren sich rund um das von Heinrich Sauermann für die Pariser Weltausstellung 1900 entworfene Pariser Zimmer. Dass moderne Bildweberei gerade hier ihren Platz findet, passt auch historisch. Weben besitzt im Norden eine lange Tradition. Horn knüpft handwerklich daran an, geht künstlerisch jedoch einen eigenen Weg.

In „Mercurius 2“ wird der Planet Merkur zum Motiv. An dem Werk lässt sich Horns besondere Webtechnik erkennen, bei der unterschiedlich gefärbte dünne Fäden fließende Farbabstufungen erzeugen.
Foto: Museumsberg Flensburg

Mit 15 Jahren kam Horn durch seine Mutter erstmals mit dem Weben in Berührung. Sie fertigte Gebrauchstextilien wie Möbelstoffe und Tischdecken und weckte damit sein Interesse an der Technik. Seit den 1970er Jahren widmete Horn sich professionell der Bildweberei. Heute gilt der 90-Jährige als ältester praktizierender Bildweber Deutschlands. Für die Ausstellung standen Fuhr als Kurator bis zu 30 Arbeiten zur Auswahl. Fünf Tapisserien unterschiedlicher Schaffensphasen nahm er schließlich auf. Neben der künstlerischen Entwicklung spielten Format, Farbe und Wirkung im Raum eine Rolle.

Mit seinen Frühwerken sei Horn zunächst nicht ganz glücklich gewesen, erzählt Fuhr schmunzelnd. Künstler blickten auf ihre älteren Arbeiten häufig kritischer. Gerade an ihnen lasse sich jedoch nachvollziehen, wie sich Horns Bildsprache und Technik über Jahrzehnte entwickelt haben. Am Ende habe sich auch Horn mit der Auswahl angefreundet. Grundlage von Horns Bildweberei ist eine alte Technik: Kettfäden werden auf einen Hochwebstuhl gespannt, das Bild entsteht von unten nach oben. Eine Vorlage in Originalgröße liegt hinter den Fäden und dient dem Künstler während der Arbeit als Orientierung. Dieses traditionelle Verfahren entwickelte Horn jedoch weiter.

„Keine Angst, General“ (1989): Ausgangspunkt der Tapisserie war das Foto eines anonymen argentinischen Soldaten aus dem Falklandkrieg. Während des Webens entwickelte Horn die ursprüngliche Vorlage weiter und ergänzte im oberen Teil einen Farbverlauf.
Foto: Thore Groth

Besonders auffällig sind seine fließenden Farbübergänge. Dafür wechseln sich ein dicker Wollfaden und vier dünnere Fäden ab. Während die dickeren Fäden dieselbe Farbe behalten können, variiert Horn die Farben der dünnen. So entstehen Abstufungen, die aus einiger Entfernung beinahe wie gemalt wirken. „Mercurius 2“ aus dem Jahr 1998 zeigt dieses Prinzip besonders deutlich: Dunkelblaue dicke Fäden treffen dort auf unterschiedlich gefärbte dünne Fäden. Fuhr schreibt diese besondere Webtechnik Horn selbst zu.
Dabei ist das Weben keineswegs die bloße Übertragung einer fertigen Vorlage. Für seine früheren Arbeiten fertigte Horn Collagen aus Fotografien, Zeitungsausschnitten und anderen Bildelementen an und übertrug selbst deren Risskanten in das Gewebe. Während der monatelangen Arbeit veränderte er seine Entwürfe jedoch immer wieder, ergänzte Farben oder entwickelte einzelne Elemente weiter.

Eine zusätzliche Schwierigkeit: Horn webt seine Tapisserien von der Rückseite. Das endgültige Bild sieht er während der Arbeit deshalb selbst nicht vollständig. Erst wenn das fertige Werk mit mehreren Helfern vom Webstuhl genommen und umgedreht wird, zeigt sich das Ergebnis. Horn habe in diesem beinahe zeremoniellen Moment jedes Mal Sorge gehabt, ob ihm das fertige Werk tatsächlich gefalle, berichtete er bei der Ausstellungseröffnung. Bislang sei es immer gut gegangen.

Wie frei Horn mit seinen Vorlagen umgeht, zeigt sich an „Keine Angst General“ von 1989. Ausgangspunkt war das Foto eines anonymen argentinischen Soldaten aus dem Falkland-Krieg. Den unteren Teil der ursprünglichen Collage übertrug Horn mitsamt den sichtbaren Risskanten in das Gewebe. Während des Webens entschied er sich jedoch, das Motiv nach oben zu erweitern. Fuhr verweist zu dem dort ergänzten Farbverlauf auf Goethes Farbenlehre. Die vorbereitete Vorlage bleibt bei Horn damit Ausgangspunkt, nicht unveränderlicher Bauplan.

Kosmische Motive tauchen in mehreren Arbeiten dieser Phase auf. In „Wasserstände für Kerkyra“ von 1983 integrierte er Aufnahmen des Mars; auch in „Datumsgrenze“ von 1990 verbindet Horn zwei Selbstporträts und zeitgenössische Bildelemente mit der Marsoberfläche. Der Titel verweist auf die Datumsgrenze im Pazifik und spielt zugleich damit, über Zeit und das eigene Älterwerden nachzudenken.

„Wasserstände für Kerkyra“ (1983): Fotografien, Zeitungsausschnitte und andere Fundstücke dienten Peter Horn in dieser Schaffensphase als Grundlage seiner Collagen. In „Wasserstände für Kerkyra“ integrierte er unter anderem Aufnahmen des Mars.
Foto: Thore Groth

Einige Jahre später rückte der Blick ins All noch stärker in den Mittelpunkt. In „Mercurius 2“ von 1998 nimmt der Planet selbst einen großen Teil des Motivs ein. Fuhr hält beim Betrachten kurz inne: Ein wenig habe das etwas von Science-Fiction, meint er. Gerade darin liegt für ihn auch ein Reiz der Arbeiten: Wer länger davorsteht, kann immer wieder Neues entdecken und eigene Interpretationen entwickeln.

Eine deutliche Veränderung von Horns Arbeitsweise brachte schließlich ein Tremor, also ein unwillkürliches Zittern seiner Hände, mit sich. Die aufwendigen Collagen traten in den Hintergrund. Stattdessen begann Horn, eine kleine Kamera fast immer bei sich zu tragen und spontane Aufnahmen festzuhalten. Die verwackelten Fotografien wurden zur Grundlage neuer Arbeiten. „Prater 2“ von 2012 macht diesen Wandel besonders sichtbar. Die bei der Aufnahme entstandenen Unschärfen, Streifen und Schlieren übertrug Horn bewusst in die Bildweberei. Das Ergebnis wirkt aus der Entfernung beinahe abstrakt und geht doch auf ein konkretes Foto zurück. Für Fuhr liegt darin eine besondere Stärke Horns. Wo ein Foto eigentlich scharf und deutlich sein soll, machte Horn gerade die Unschärfe zum künstlerischen Prinzip und übersetzte sie Faden für Faden in seine Bildweberei.

„Prater 2“ (2012): Grundlage von „Prater 2“ war eine durch Horns Tremor verwackelte Fotografie. Unschärfen, Streifen und Schlieren der Aufnahme übertrug der Künstler bewusst in seine Bildweberei.
Foto: Thore Groth

Auch mit 90 Jahren arbeitet Horn weiter am Webstuhl. Während er früher stundenlang weben konnte, sei heute nach etwa einer Stunde konzentrierter Arbeit die Erschöpfung deutlich zu spüren, berichtet Fuhr. In dieser Zeit entstehen gerade einmal drei bis vier Reihen. Fehler verzeiht das Material dabei kaum: Ist ein falscher Faden erst einmal eingewebt, lässt er sich nur schwer korrigieren. Früher färbte Horn seine Wolle selbst, gab dies aber auf, weil ihm dafür zu viel Zeit am Webstuhl verloren ging. Das Material stammt unter anderem aus England und Schweden. Wichtig ist ihm vor allem die Beständigkeit der Farben, weshalb er die Wolle beispielsweise auf ihre Reaktion auf Sonnenlicht prüft.

Was dieser Aufwand in Geld wert ist, lässt sich kaum beziffern. Jede Tapisserie ist ein Unikat, das vollständig von Hand entsteht und in dem unzählige Arbeitsstunden stecken. Horn hat zwar Werke verkauft, doch allein die investierte Arbeitszeit lässt sich über einen Verkaufspreis kaum abbilden. Für den Museumsberg bleibe die Hoffnung, dass eine seiner Tapisserien einmal als Schenkung Eingang in die Sammlung finde, so der Museumsdirektor.

Erst aus der Nähe offenbart sich die besondere Wirkung von Horns Arbeiten. Aus der Entfernung erscheint ein Motiv, beim Herantreten werden einzelne Fäden, Farbübergänge und die Spuren eines langen Arbeitsprozesses sichtbar. Fuhr ist überzeugt, dass sich damit auch der Blick auf andere gewebte Arbeiten verändert.

Wer einmal gesehen hat, was hinter Horns Tapisserien steckt, werde anschließend auch andere Teppiche mit anderen Augen betrachten. So erklärt sich am Ende auch der Titel der Ausstellung: Manchmal offenbaren sich „Die Geheimnisse des Alltäglichen“ eben erst, wenn man genauer hinsieht.