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Insektenproteinmehl als Alternative zur Sojabohne

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Bei Themen wie ­Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung ­finden nicht zuletzt die ökologischen Folgen von Eiweißträgerimporten nach Europa Erwähnung. Die Sojaproduktion erfolgt überwiegend in tropischen Regionen der Erde und weniger in nördlichen Gebieten, in denen die größten Tierbestände ­gehalten werden. Sind Insekten eine ­Futteralternative?

Die Sojabohne und ihre Nebenprodukte Sojaproteinkonzentrat (SPC) und Sojaextraktionsschrot (SES) gelten als Hauptproteinquelle in der Tierfütterung. Die inländische Erzeugung kann den Bedarf an Eiweißfuttermitteln in Deutschland nicht decken. In diesem Zusammenhang wird auch von der „Eiweiß­lücke“ gesprochen, die im Wesentlichen durch den Import von Sojaprodukten geschlossen wird.

Die führenden Exportländer von Sojabohnen stellen Brasilien und die USA dar, die 86 % des Sojaimports Deutschlands liefern. Neben der Umwandlung von Regenwäldern oder anderen natürlichen Vegetationen in Agrarland in Südamerika entsteht ein erhöhter Energieverbrauch für Transport- und Verarbeitungsschritte von Sojaprodukten.

Bei der Suche nach einer geeigneten Alternative für Sojaprodukte als Eiweißfuttermittel hat die Forschung nicht nur Raps oder Körnerleguminosen, sondern auch Insekten auf dem Zettel. Denn Futtermittel tierischer Herkunft, und damit auch das Insektenprotein der Schwarzen Soldatenfliege ­(Hermetia illucens), weisen regelmäßig ein nahezu bedarfsgerechtes Aminosäuremuster für Nutztiere bei gleichzeitig hohem Proteingehalt auf.

Um den Einfluss von Insektenprotein der Schwarzen Soldatenfliege auf die Leistung und die Gesundheit in der Ferkelaufzucht sowie die Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit zu untersuchen, hat ein Team des Fachgebiets Tierernährung der Hochschule Osnabrück einen Fütterungsversuch durchgeführt.

Aufbau des Versuchs

384 Ferkel der Abstammung TN70 x Pi-Select wurden in Zwölferbuchten mit 0,41 m² pro Tier in einem ausgewogenen Geschlechterverhältnis aufgestallt. Der Versuch fand in Kooperation mit der Agravis statt. Dementsprechend erhielten die 192 Ferkel der Kontrollgruppe als erstes Ferkelaufzuchtfutter (FAZ 1) OlymPig AlphaStart, als FAZ 2 OlymPig EuroStart und als FAZ 3 OlymPig VincoStart. Bei der Versuchsgruppe wurden das gesamte Sojaproteinkonzentrat im FAZ 1 und 4,6 % SES im FAZ 2 durch das Insektenprotein ausgetauscht. Die Futtermischungen wurden hinsichtlich des Aminosäuremusters und der chemischen Zusammensetzung ausgeglichen (siehe Tabelle 1). In der dritten Aufzuchtphase erhielten Versuchs- und Kontrollgruppe das gleiche Futter.

Bei der Einstallung wogen die Tiere im Mittel 7,26 kg mit einer Spanne von 6,2 bis 8,8 kg. Sie wurden mit unterschiedlich farbigen Ohrmarken gekennzeichnet und zu jedem Phasenwechsel einzeln verwogen. Dabei wurden Läsionen an Schwanz, Ohr und Flanke bonitiert. Futterverbräuche, Auffälligkeiten im Kot und Medikamenteneinsätze wurden täglich dokumentiert. Kurz vor dem abrupten Futterwechsel wurden die Restmengen in den Automaten verwogen, um die einzelnen Fütterungsphasen exakt bewerten zu können.

Auswirkungen auf die Ferkelaufzucht

Nach 49 Tagen in der Aufzucht wogen die Ferkel der Kontrollgruppe 470 g mehr als die der Versuchsgruppe (siehe Tabelle 2). Sie nahmen aber auch 470 g mehr Futter auf, sodass die Futterverwertung beider Varianten 1:1,57 betrug. In der zweiten Versuchsphase vom 20. bis zum 35. Versuchstag waren die Tageszunahmen der Kontrollgruppe um 37 g signifikant höher als die der Versuchsgruppe. Dadurch unterschied sich auch das Lebendgewicht am 35. Versuchstag signifikant.

In der letzten Versuchsphase wurde dieser Unterschied jedoch durch eine signifikant bessere Futterverwertung der Versuchsgruppe wieder ausgeglichen. In der zweiten Versuchsphase konnte ebenso ein tendenzieller Unterschied bei der Futteraufnahme festgestellt werden. Die Kontrollgruppe nahm in der zweiten Versuchsphase 33 g mehr Futter auf als die Versuchsgruppe.

Insgesamt hatten beide Versuchsvarianten sehr ähnliche Tageszunahmen über den gesamten Versuchszeitraum mit 462 g in der Kontrollgruppe und 453 g in der Versuchsgruppe. Die Unterschiede hinsichtlich des Lebendgewichts, der Tageszunahme und der Futteraufnahme sind über den gesamten Versuchszeitraum von Versuchstag 0 bis 49 ebenfalls nicht signifikant.

Die gesammelten Ergebnisse der Leistungsparameter werden noch einmal in der Abbildung zusammengefasst. Für die Futterverwertung wird der Lebendmassezuwachs pro Kilogramm aufgenommener Futtermenge verwendet, damit eine größere Säulenhöhe einheitlich auf eine höhere Leistung hinweist. Die Werte von Versuchs- und Kontrollgruppe, die sich signifikant unterscheiden, sind mit einem grünen Pfeil gekennzeichnet. Die Werte, die sich tendenziell unterscheiden, sind mit einem orangefarbenen Pfeil gekennzeichnet.

Auch hinsichtlich der Gesundheit konnten in dem Versuch keine Unterschiede zwischen den Gruppen ausgemacht werden. Beide waren hinsichtlich der Behandlungshäufigkeit, der Kotkonsistenz und der Bonitur von Verletzungen an den Körperpartien Schwanz, Ohr und Flanke unauffällig. Auch die Verluste waren auf dem gleichen Niveau.

Auswirkungen auf die Wirtschaftlichkeit

Aufgrund der hohen Kosten des Insektenproteinmehls von 500 €/dt war das Futter mit Insektenprotein in der ersten Versuchsphase 10,39 €/dt teurer als das Futter mit Sojaproteinkonzentrat (siehe Tabelle 3). Dadurch entstanden in den ersten 19 Tagen 0,64 € Mehrkosten pro Ferkel. In der zweiten Versuchsphase lag die Differenz zwischen den beiden Futtermitteln bei 7,23 €/dt, sodass wiederum Mehrkosten für die Fütterung mit Insektenprotein von 0,60 € pro Ferkel entstanden. In der letzten Versuchsphase wurde das gleiche Futtermittel für beide Varianten verwendet, sodass der Futtermittelpreis gleich war.

Durch die bessere Futterverwertung der Gruppe, die zuvor mit dem Insektenprotein gefüttert worden war, entstand eine Einsparung von 0,08 € pro Ferkel der Versuchsgruppe in der letzten Versuchsphase. Insgesamt betrugen die Futterkosten in der Kontrollgruppe 17,30 € pro Ferkel und in der Versuchsgruppe 18,45 € pro Ferkel.

Neben den Futterkosten beeinflusst aber auch der Erlös pro Ferkel die Wirtschaftlichkeit. Der Erlös bei der Kontrollgruppe betrug 44,90 € und der Erlös der Versuchsgruppe 44,42 € pro Ferkel. Somit ergibt sich ein Erlös abzüglich Futterkosten (IOFC) von 27,60 € in der Kontrollgruppe und von 25,97 € in der Versuchsgruppe. Durch die Fütterung des Insektenproteins wurde der IOFC somit um 1,63 € gemindert.

Für einen wirtschaftlichen Einsatz des Insektenproteinmehls hätten die Kosten dieser Futterkomponente um etwa 80 % geringer sein müssen (100,86 €/dt). Dementsprechend sind neben der Erforschung der ernährungsphysiologischen Wirkung des Insektenproteinmehls auch Möglichkeiten der Reduktion von Produktions- und Verarbeitungskosten zu ermitteln.

Fazit

In der Nutztierhaltung rücken bei der Auswahl von Futterkomponenten neben der Qualität der Futtermittel auch Themen wie Nachhaltigkeit und Ressourcenschonung in den Fokus. Die Schwarze Soldatenfliege gilt aufgrund der hohen biologischen Wertigkeit des Proteins (über 85 % Verdaulichkeit) und des hohen Proteingehaltes als sehr erfolgversprechende Proteinquelle, die in Deutschland produziert werden kann. Die Mast von Insekten bietet landwirtschaftlichen Betrieben die Möglichkeit, in ein alternatives Betriebskonzept zu investieren, um das eigene Futterprotein herstellen zu können.

Sowohl im Produktions- und Verarbeitungsprozess für eine effiziente Herstellung von Insektenproteinmehl der Schwarzen Soldatenfliege als auch in der Tierernährung hinsichtlich der Auswirkungen von Insektenprotein auf Gesundheit und Wachstum des Schweins besteht noch immer Forschungsbedarf. Insgesamt ließen sich in dem Versuch lediglich für einzelne Versuchsphasen signifikante Unterschiede in den Leistungsparametern von Versuchs- und Kontrollgruppe feststellen, jedoch nicht über den gesamten Versuchszeitraum.

Dementsprechend zeigen die Ergebnisse, dass eine Substitution von SES oder SPC durch das Insektenprotein der Schwarzen Soldatenfliege möglich ist und dass sich das Insektenprotein als alternative Rohproteinquelle in der Ferkelaufzucht eignet. Für einen wirtschaftlichen Einsatz in der Nutztierhaltung müssten die Kosten dieser Futterkomponente reduziert werden. Dementsprechend wird das Insektenprotein aufgrund seiner hypoallergenen Eigenschaften bisher hauptsächlich im Petfoodbereich eingesetzt, wobei der Ausbau verfügbarer Mengen am Markt zu einer Anpassung der preislichen Diskrepanz führen könnte.

Reifeprüfung Silomais – erste Mitteilung

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Die ersten Ergebnisse der alljährlich durchgeführten Silomaisreifeprüfungen zeigen zum Teil sehr weit entwickelten Silomais mit sehr hohen Gesamttrockenmassegehalten. Doch gibt es regional sehr unterschiedlich abreifende Bestände, da viele Ackerflächen bis weit in den Mai hinein nicht befahrbar waren.

Fotos: Johanna Thode

Über den Monatswechsel April/Mai gesäte Silomaisbestände sind auf leichten Ackerflächen ohne Staunässe in der Abreife sehr weit vorangeschritten. Zügiger Auflauf, gute Jugendentwicklung und rasche Reifefortschritte wurden beobachtet. Das spiegelt sich in der für die Maisabreife maßgeblichen Temperatursumme (Basis 6 °C) wider, die in diesem Jahr über dem Vorjahresniveau liegt. Maispflanzen auf Flächen, die erst spät befahren, bearbeitet und gesät werden konnten, wuchsen in eine kühle und nasse Phase hinein mit deutlichen Nachteilen in der Jugendentwicklung und mit Reifeverzögerungen zum jetzigen Zeitpunkt.

Nun gilt es, die Maisbestände zu kontrollieren und den Witterungsverlauf zu beobachten. Auf leichten Flächen sollten, falls noch nicht geschehen, jetzt schon vergilbte und/oder verbräunte Silomaisbestände zügig gehäckselt werden. Grundsätzlich liegt, auch in Abhängigkeit vom Saattermin, ein großer Reifeunterschied vor, wie die Tabelle zeigt. Die in der ersten Septemberwoche vorherrschenden hochsommerlichen Temperaturen mit auftretenden starken Ostwinden können in wenigen Tagen zu deutlichem Voranschreiten der Abreife bei den Maispflanzen führen. Bei ausreichender Wasserversorgung lassen früh gesäte und jetzt noch grüne Maisbestände ein weites Erntefenster erwarten. Spät gesäte Ackerflächen präsentieren gesunde Maispflanzen mit sattgrünen Blättern und Stängeln, der Abreifestand liegt im Moment noch weit zurück. Hält das Sommerwetter bis zur nächsten wöchentlichen Probenahme an, sind sehr zügige Reifefortschritte in der Gesamtpflanze zu erwarten. Auch bei kühleren Witterungsbedingungen erfolgt die Kornabreife, die Restpflanzenabreife hingegen nimmt dann nur langsam zu.

In den jährlich durchgeführten Abreifeuntersuchungen auf neun Kammerversuchsstandorten in Schleswig-Holstein werden Maispflanzen der Reifegruppen früh und mittelfrüh für die Reifeprüfung geschnitten, gehäckselt, bei 105 °C für 40 Stunden im Trockenschrank getrocknet und ausgewogen. Die Erfassung des Gesamttrockenmassegehaltes der Maispflanzen von je zwei Sorten aus zwei Reifegruppen gibt Hinweise auf optimalen Erntetermin, Siliereigenschaften und Auftreten von Sickersaft. Die aufgezeigten Ergebnisse der Reifeprüfung Silomais können lediglich der Orientierung dienen. Eine Prognose der Reifeentwicklung für die kommende Woche liefert das Modell „Mais­prog“. Die Aussage dieses Modells verfolgt eine regionale Vorhersage der Maisabreife. Dabei bezieht sich das Prognosemodell auf das Erreichen angestrebter Gesamttrockenmassegehalte. Der in den Grafiken als gelber Punkt eingezeichnete Prognosewert zeigt bis zur nächsten Reifeprüfung einen wöchentlichen Trockensubstanz-Zuwachs von 2,3 % im Norden und 2,2 % im Süden (www.maisprog.de). Die diesjährigen Ausgangswerte der Reifeprüfung vom 4. September liegen noch über denen vom Vorjahr (Grafiken 1 und 2). Als Zielgröße für die Silomaisernte gilt ein Trockenmassegehalt von 32 bis 35 % im Siliergut. Ausgehend von den aktuell gemessenen Werten zur Abreife für die Maisbestände im Süden und früh gesäte Maisbestände im Norden ist es ratsam, die Häckseltermine zu planen. Die zweite Meldung erscheint in der kommenden Woche an dieser Stelle.

Wenn Pferde scheinbar den Kopf verlieren

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Viele Pferdebesitzer stehen vor einem Rätsel, wenn ihre Tiere plötzlich und ohne erkennbaren Grund heftig mit dem Kopf schlagen, als wollten sie ein Insekt vertreiben. Was steckt hinter diesem Verhalten, das als Headshaking-Syndrom bekannt ist?

Das Headshaking-Syndrom bei Pferden äußert sich durch unkontrolliertes Kopfschütteln in verschiedene Richtungen, ohne dass ein äußerer Reiz erkennbar ist. Es gibt Zeiten, in denen das Pferd gesund und symptomfrei erscheint, und dann wieder Phasen, in denen es den Kopf heftig schüttelt. Das equine Headshaking-Syndrom kann nicht nur das Wohlbefinden des betroffenen Pferdes beeinträchtigen, sondern auch dessen Nutzbarkeit sowie die Sicherheit von Pferd und Reiter gefährden.

Typische Anzeichen für das Head­shaking-Syndrom sind unkontrollierte Kopf- und Nackenbewegungen in vertikaler, horizontaler oder rotierender Richtung. Häufig treten diese Bewegungen zusammen mit ruckartigen Kopfbewegungen, Schnauben oder dem Reiben der Nüstern am Boden oder dem eigenen Vorderbein auf, vor allem unter dem Reiter. Die Symptome zeigen sich oft saisonal, besonders im Frühling und Sommer. Studien deuten darauf hin, dass vor allem Wallache im Alter von acht bis zwölf Jahren betroffen sind.

Während Pferde normalerweise ihren Kopf schütteln, um Insekten abzuwehren oder als Drohgebärde, deutet die wiederholte und heftige Ausführung ohne erkennbaren äußeren Reiz auf ein mögliches pathologisches Problem hin. Die genauen Ursachen des Headshakings sind allerdings noch nicht vollständig erforscht. Zu den Auslösern zählen Erkrankungen der Augen oder Atemwege, muskuläre Probleme im Rücken- oder Halsbereich, Übererregbarkeit oder neurologische Störungen. Dies wird auch als symptomatisches Headshaking bezeichnet.

Stress aufgrund von Haltungsdefiziten oder Überforderung im Training kann die Symptomatik zusätzlich begünstigen. Oft wird eine Beteiligung des Trigeminusnervs, bedingt durch entzündliche Prozesse oder tumoröse Veränderungen, als mögliche Ursache angenommen. Dann wird von trigeminus-mediiertem Headshaking gesprochen. Einige Fälle bleiben allerdings trotz umfangreicher Diagnostik ungeklärt.

Die Diagnose: Detektivarbeit gefragt

Das Headshaking zeigt sich häufig unter dem Reiter.

Die Diagnose des equinen Head­shaking-Syndroms ist komplex und erfordert eine gründliche Ausschlussdiagnostik durch einen erfahrenen Tierarzt. Dabei wird nicht nur die Krankengeschichte des Pferdes erfragt, sondern auch das Auftreten der Symptome, deren saisonale Abhängigkeit, die Haltung, das Management sowie vergangene und aktuelle Krankheiten festgehalten. Eine Überprüfung des Equipments ist ebenfalls ein wichtiger Schritt.

Eine Beurteilung des Pferdes in Bewegung sowie unter dem Reiter ist ratsam. Die Verwendung diagnostischer Hilfsmittel wie Augen- und Nasenmasken können Hinweise geben. Ein detailliertes Tagebuch über Symptome, Triggerfaktoren und Verhaltensmuster kann bei der Diagnosestellung entscheidend sein. Wichtige Informationen umfassen zum Beispiel, ob das Kopfschütteln vermehrt unter dem Reiter oder im Freilauf auftritt, ob es wetterabhängig ist und ob es in stressigen Situationen vermehrt vorkommt.

Eine gründliche klinische Untersuchung ist häufig nötig, während neurologische Tests und bildgebende Verfahren helfen können, die Ursache näher einzugrenzen. Der sogenannte Ruhe- und Belastungsscore kann genutzt werden, um den Schweregrad der Erkrankung objektiv zu bestimmen. Mittlerweile gibt es auch diagnostische Möglichkeiten, um eine Überempfindlichkeit des Trigeminusnervs nachzuweisen.

Lebensqualität des Pferdes verbessern

Die Behandlung des equinen Head­shaking-Syndroms ist oftmals herausfordernd, da die Ursache häufig unklar ist. Der Therapieansatz richtet sich nach der Ursache und Schwere der Symptome, mit dem Ziel, das Wohlbefinden des einzelnen Pferdes zu verbessern. Im Fall von symptomatischem Head­shaking muss die zugrunde liegende Krankheit behandelt werden. Je nach Ursache gibt es verschiedene Behandlungsansätze.

Die medikamentöse Therapie greift auf Medikamente aus der Humanmedizin zurück, die darauf abzielen, die Überempfindlichkeit der Nerven zu reduzieren. Deren Effektivität und Nebenwirkungen müssen jedoch sorgfältig abgewogen werden. Weiterhin können einige Medikamente dopingrelevant sein. Chirurgische Eingriffe können in Betracht gezogen werden, sind jedoch häufig aufgrund großer Komplikationsraten und Nebenwirkungen nur dann zu erwägen, wenn eine Euthanasie die Alternative wäre.

Bei der perkutanen elektrischen Nervenstimulation (PENS) handelt es sich um eine Technik, die im Management von neuropathischen Schmerzen im Humanbereich bereits sehr gute Erfolge zeigte. Es ist ein minimalinvasives Verfahren, das bei Headshakern ebenfalls erfolgreich eingesetzt wurde. Ziel ist es, die Sensitivität der Zielnerven herabzusetzen. Hierfür wird der Nerv mittels Elektroden durch elektrische Reize stimuliert. Dieses Verfahren zeigt vielversprechende Ergebnisse bei der Reduktion der typischen Headshaking-Symptome, erfordert jedoch weitere Forschung für eine umfassende Wirksamkeitsbewertung.

Managementmaßnahmen wie bestimmte Trainingssituationen oder der Einsatz von Nasennetzen, Fransenbändern und Lichtschutzmasken, um die Pferde vor Sonneneinstrahlung zu schützen, können potenzielle Auslöser minimieren. Es ist allerdings zu beachten, dass diese Hilfsmittel nur die Symptome lindern, nicht aber die Ursache bekämpfen. Die Haltungsbedingungen und das Reittraining sollten sorgfältig überprüft und angepasst werden. Ein ganzheitlicher Managementansatz, der medizinische und alternative Behandlungsmöglichkeiten kombiniert, bietet die besten Chancen, die Lebensqualität der betroffenen Pferde zu verbessern.

Was bedeutet das für mein Pferd?

Bei manchen Pferden, die unter dem Headshaking-Syndrom leiden, kann ein Nasennetz die Symptome lindern.

Die Prognose für Pferde mit dem equinen Headshaking-Syndrom kann stark variieren. Während einige Pferde gut auf Behandlungen ansprechen und anschließend symptomfrei bleiben, haben andere chronische Probleme, die schwer zu managen sind. Ein individuell angepasstes Management, unterstützt durch regelmäßige tierärztliche Betreuung und genaue Beobachtungen durch den Pferdebesitzer, verspricht die besten Ergebnisse zur Verbesserung der Lebensqualität betroffener Pferde, auch wenn das Syndrom sowohl Tierärzte als auch Pferdebesitzer vor eine komplexe Herausforderung stellt.

Dennoch gibt es Hoffnung: Durch fortlaufende Forschung und einen multidisziplinären Ansatz könnten sich Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten verbessern. Ein individuell angepasstes Management verspricht die größten Erfolge bei der Steigerung der Lebensqualität der betroffenen Pferde.

Headshaking im Überblick

Das Headshaking äußert sich in heftigen, unkontrollierten Nick- und Schüttelbewegungen, die eine Gefahr für Reiter und Pferd darstellen können.

Die Symptome sind saisonal, besonders im Frühling und Sommer, und betreffen häufig Wallache im Alter von acht bis zwölf Jahren.

Mögliche Ursachen für das Head­shaking sind Primärerkrankungen oder Auffälligkeiten eines Hirnnervs.

Die Diagnostik erfordert eine gründliche Ausschlussdiagnostik durch einen erfahrenen Tierarzt.

Ein detailliert geführtes Tagebuch kann dabei helfen, die Ursachen zu identifizieren und geeignete Maßnahmen zur Linderung der Symptome zu finden.

Therapieansätze variieren stark und können medikamentös, chirurgisch oder durch Techniken wie elektrische Nervenstimulation erfolgen.

Das Management umfasst den Schutz vor potenziellen Triggerfaktoren wie UV-Licht und Insekten sowie den Einsatz von Hilfsmitteln wie Nasennetzen.

Die Prognose ist individuell unterschiedlich. Einige Pferde zeigen eine gute Reaktion auf Behandlungen, während andere chronische Probleme haben können.

Leuchtende Blüten in der Herbstsonne

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Aus der formen- und farbenreichen Vielfalt der Hahnenfußgewächse ragen besonders die Herbstanemonen heraus, deren einfache bis halb gefüllte Blüten über Wochen bis zu den ersten Frösten leuchten.

Beheimatet sind diese Anemonen in Fernost, und sie kamen erst Mitte des letzten Jahrhunderts zu uns nach Europa, wo sie heutzutage aus Staudenbeeten nicht mehr wegzudenken sind.

Das Sortiment besteht vorwiegend aus Japan-Hybrid-Anemonen, die je nach Sorte zwischen 0,5 und 1,5 m hoch werden. Zum Herbst hin erheben sich über dem Laub die grazilen Stängel und bilden zahlreiche große Schalenblüten aus, die je nach Sorte in Weiß, Silberrosa, Rosarot, Karminrosa und Rot leuchten, wobei die auffallend goldgelben Staubgefäße in angenehmem Kontrast zu den Blütenblättern stehen.

Die zierlichen Stiele mit den verzweigten Blütenständen eignen sich gut für herbstliche Blumensträuße, da sie lange halten. Der beste Zeitpunkt zum Schnitt ist, wenn sich der erste Kreis der Staubblätter geöffnet hat. In Gärtnereien sieht man diese Schnittblumen leider nur sehr selten, da sie nicht transportfähig sind.

Dies ist vielleicht auch mit ein Grund, sich einige Pflanzen in den Garten zu holen; jetzt im Herbst ist neben dem Frühjahr ein guter Pflanzzeitpunkt.

Herbstanemonen wachsen in jedem guten, humosen, etwas lehmigen Gartenboden an einem Standort, der ruhig halbschattig sein kann. Ihre Blütenpracht kommt hervorragend vor Laub abwerfenden Gehölzen und auch neben Farnen, Gräsern und Funkien zur Geltung; im Staudenbeet wirken ihre Blüten sehr dekorativ kombiniert mit den zur selben Zeit im Herbst blühenden des Eisenhutes und der Silberkerze sowie der zweiten Blüte des Rittersporns.

Selbst nach der Blüte zeigen sich die Pflanzen noch als Blickfang, wenn sie ihre ungewöhnlichen grauwolligen Samenstände ausbilden.

Herbstanemonen brauchen einige Jahre, bis sich aus wenigen Pflänzchen mithilfe unterirdischer Knospen ein dichter Bestand entwickelt hat, der die Pflanzen erst dann in voller Schönheit präsentiert. Beim Pflanzen ist den Herbstanemonen deshalb ausreichender Platz von über 1 m2 zuzuweisen; pro Sorte sollte man immer einige Exemplare pflanzen, damit sich später gleichfarbene Kolonien bilden. Sie entwickeln sich dann am besten, wenn sie nicht gestört werden, und können jahrelang an ihrem Platz stehen bleiben.

Falls sie bei einer Umgestaltung des Gartens einen anderen Platz bekommen, so ist damit zu rechnen, dass am alten Platz noch etliche Pflanzen wieder neu austreiben, da sie auch aus kleinsten Wurzelteilchen wieder hervorkommen.

Herbstanemonen sind besonders im Jahr nach der Pflanzung empfindlich gegenüber Kahlfrösten. In der Nähe von Gehölzen sorgt ganz von allein eine Laubschicht für Schutz, die man noch auf eine Dicke von bis zu 10 cm verstärken sollte. Im Staudenbeet ist sie ebenfalls rechtzeitig vor den ersten stärkeren Frösten aufzubringen.

Günstig wirkt sich im Spätherbst auch eine Abdeckung mit altem, verrottetem Mist aus, den man dünn zwischen das Laub streut; er schützt und liefert Nährstoffe zugleich. In ganz ungünstigen Lagen kann man zusätzlich auch noch mit Reisig abdecken, um Frostschäden auf jeden Fall aus dem Weg zu gehen. 

AMK: Bürokratieabbau steht im Mittelpunkt

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Die Länder hatten umfängliche Vorschläge zur Entbürokratisierung an den Bund übermittelt. Die Agrarministerkonferenz (AMK) am 13. September im thüringischen Oberhof bietet eine gute Gelegenheit, den Bund an die Umsetzung zu erinnern. „Wir werden den Bund hierbei nicht aus seiner Pflicht entlassen“, sagte Landwirtschaftsminister Werner Schwarz (CDU) im Vorfeld.

Susanna Karawanskij (Linke), Thüringens Landwirtschaftsministerin und AMK-Vorsitzende, kündigte an, bei der Herbst-AMK den eingeschlagenen Weg zum Bürokratieabbau in der Land- und Forstwirtschaft konsequent fortzusetzen. Die Länder hätten umfängliche Vorschläge zur Entbürokratisierung und Entlastung an den Bund übermittelt, stellte Schwarz klar. Die AMK biete eine gute Gelegenheit, den Bund noch einmal an die zügige Umsetzung dieser Vorschläge zu erinnern. Dabei gehe es um echte Erleichterungen. Ein Antrag aus Schleswig-Holstein setze sich beispielsweise dafür ein, die Meldepflicht nach dem Tierarzneimittelgesetz (TAMG) nur noch einmal statt bisher zweimal jährlich vorzusehen. Für die betroffenen Tierhalterinnen und Tierhalter entstehe durch die halbjährliche Berichtspflicht ein hoher bürokratischer Aufwand, der über die jährlichen Berichtspflicht an die Europäische Arzneimittelagentur hinausgehe. Auch die Novellierung des Düngerechts wird wieder Thema sein. Bislang konnte keine Einigung mit dem Bund zu der geplanten Novellierung erreicht werden. Daher werde er die AMK nutzen, um erneut die Streichung der Stoffstrombilanzverordnung zu fordern, so Schwarz: „Wir benötigen ein echtes Wirkungsmonitoring für eine verbesserte Verursachergerechtigkeit.“ Auf der AMK wird auch über die Umsetzung der EU-Entwaldungsverordnung diskutiert. Schwarz mahnte, diese dürfe für die Landund Forstwirtschaft kein erneutes Bürokratiemonster werden. „Wir brauchen ein Weniger an unnötiger Bürokratie und dort, wo Dokumentations- und Berichtspflichten bestehen, einen Mehrwert, der den Aufwand der Betroffenen erkennbar rechtfertigt“, so Schwarz. Um die ländlichen Räume weiterhin zukunftsfähig zu halten, wird die AMK ihre Forderung an den Bund erneut wiederholen, dass im Bundeshaushalt eine ausreichende GAK-Mittelausstattung, insbesondere auch im Bereich der Verpflichtungsermächtigungen, beschlossen werden muss. bb

Jetzt wird die Umsetzung gefordert

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Schritte zur Umsetzung des Strategischen Dialogs in Brüssel fordert Landwirtschaftsminister Werner Schwarz. „Ich setze darauf, dass die Verantwortlichen in Brüssel und Berlin die Empfehlungen des Berichts aufgreifen, um konkrete Maßnahmen für eine besser ausgewogene und nachhaltige landwirtschaftliche Wertschöpfungskette zu entwickeln“, sagte der CDU-Politiker nach Veröffentlichung des Berichts.

Die landwirtschaftlichen Betriebe benötigten dringend Klarheit für ihre Zukunft, betonte Schwarz, der Mitglied in der deutschen Zukunftskommission Landwirtschaft (ZKL) war. Für ihn ist der Abschlussbericht des Strategischen Dialogs vor allem ein Ideen- und Kompromisspapier, das versuche, die besonderen wirtschaftlichen Herausforderungen der landwirtschaftlichen Betriebe bezogen auf die Ernährungssicherung und die europäischen Klima- und Umweltziele in Einklang zu bringen. Der Bericht mache deutlich, dass es eines angemessenen und zielgerichteten GAP-Budgets bedürfe, um die Agrar- und Ernährungssysteme wettbewerbsfähig und resilient für die Zukunft aufzustellen. „Das muss sich auch im kommenden Mehrjährigen Finanzplan wiederfinden“, so der Minister.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) begrüßt, dass die EU-Kommission dem Grundsatz eines tieferen Dialogs über die Zukunft der Landwirtschaftspolitik mehr Bedeutung beimesse. Eine enge und transparentere Einbindung der Landwirtschaftsverbände in den Mitgliedstaaten sei eine Grundlage für Vertrauen der Landwirte in die EU-Politik.

DBV erwartet stärkere Kursänderung

Aus Sicht des DBV-Präsidenten, Joachim Rukwied, gibt es bei den Ergebnissen jedoch noch deutliches Verbesserungspotenzial. Insbesondere die Inhalte bleiben nach Ansicht von Rukwied deutlich hinter den Erwartungen der deutschen Landwirte zurück. Der Bericht lese sich in vielen Themen wie eine Bestätigung des bisherigen Kurses der Kommission ohne den notwendigen kritischen Rückblick auf das vergangene Mandat. Die Landwirte hätten protestiert für weniger Bürokratie und ein besseres Einkommen. Ernährungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit seien unter den bisherigen Prioritäten der Kommission erheblich zu kurz gekommen und müssten zukünftig stärker gewichtet werden. „Dieses Ergebnis ist nicht die notwendige politische Kursänderung, für die wir Anfang des Jahres auf die Straße gegangen sind“,so Rukwied.

Landwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) findet wesentliche Elemente seiner Agrarpolitik im Abschlussbericht zum Strategischen Dialog wieder. Dies gelte unter anderem für den Ansatz, gesellschaftliche Leistungen der Landwirtschaft künftig einkommenswirksam zu honorieren. Die Kommissionspräsidentin und ihre künftige Kommission würden daran gemessen, wie ernsthaft die skizzierten Vorschläge umgesetzt würden.

Finanzierung steht an oberster Stelle

Für Copa und Cogeca, die landwirtschaftlichen Dachorganisationen, zählen die Betonung eines angemessenen Budgets und die Schaffung möglicher Alternativen zur Finanzierung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) zu den wichtigsten Errungenschaften des Strohschneider-Berichts. Begrüßt wird zudem, dass die Position der Landwirte in der Wertschöpfungskette gestärkt werden solle.

Der stellvertretende Vorsitzende des Landwirtschaftsausschusses, der CDU-Politiker Norbert Lins, begrüßte den Abschlussbericht des Strategischen Dialogs sowie die Erkenntnis der EU-Kommission, dass der Landwirtschaftsbereich permanentem Veränderungsdruck ausgesetzt sei. Gesonderte Gelder für die Landwirtschaft, um die Herausforderungen der Zukunft und die Anpassung an eine sich verändernde Umwelt anzugehen, bezeichnete Lins als „ersten Schritt in die richtige Richtung“. Lobend äußerte er sich über die Empfehlung von Hilfen für einen gerechten Generationswechsel und die Förderung von Junglandwirten. age

Fließtext

Die Zukunft der Landwirtschaft als Strategie

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EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) hat am Mittwoch voriger Woche vom Vorsitzenden der Gruppe, Professor Peter Strohschneider, den Abschlussbericht des Strategischen Dialogs zur Zukunft der Landwirtschaft in der EU erhalten. Die Vorschläge im Bericht werden als Richtschnur für die Arbeit der EU-Kommission bei der Gestaltung der Vision für Landwirtschaft und Ernährung dienen, die in den ersten 100 Tagen der zweiten Amtszeit von der Leyens vorgelegt werden soll.

Der europäische Agrar- und Lebensmittelsektor ist von immenser Bedeutung, versorgt er doch 450 Millionen Menschen mit sicheren, gesunden und erschwinglichen Lebensmitteln. Mehr als 17 Millionen Menschen arbeiten in der EU-Landwirtschaft; das Durchschnittsalter von Landwirtinnen und Landwirten in der EU liegt bei 57 Jahren. Klimawandel und Extremwetter gefährden zunehmend die Produktivität. Der Bericht geht darauf ein, wie diese und weitere Herausforderungen in Zukunft bewältigt werden können. In dem Bericht des Dialogs wird betont, dass Lebensmittel und landwirtschaftliche Erzeugung entscheidend für die europäische Gesellschaft und Sicherheit seien und dass die Vielfalt der europäischen Lebensmittel und der europäischen Landwirtschaft eine große Stärke sei. Die Mitglieder des Strategischen Dialogs sind sich einig, dass sich die wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit im Agrar- und Lebensmittelsektor gegenseitig verstärken können, insbesondere wenn sie durch kohärente politische Maßnahmen gestützt werden. Der Bericht spricht die Notwendigkeit an, den Dialog zwischen den verschiedenen Akteurinnen und Akteuren fortzusetzen und das gegenseitige Vertrauen weiter zu stärken, um langfristige Lösungen für wettbewerbsfähige, resiliente und nachhaltige Agrar- und Lebensmittelsysteme in der EU zu finden. Eine der zentralen Empfehlungen des Dialogs ist die Schaffung einer neuen Plattform, die Akteurinnen und Akteure aus der gesamten Wertschöpfungskette, der Zivilgesellschaft und der Wissenschaft zusammenbringen soll, um Strategien für eine nachhaltigere und widerstandsfähigere Landwirtschaft zu entwickeln.

Fünf Säulen

Die im Bericht dargelegten Empfehlungen sind in fünf Säulen unterteilt:

● Zusammenarbeit für eine nachhaltige, widerstandsfähige und wettbewerbsfähige Zukunft: Dieser Teil zeigt auf, dass die GAP angesichts des laufenden Übergangs zu nachhaltigeren und wettbewerbsfähigeren Lebensmittelsystemen angepasst werden, die Position der Landwirtinnen und Landwirte in der Lebensmittelwertschöpfungskette gestärkt und der Zugang zu Finanzierungsquellen verbessert werden müssen. Zudem wird auf die Rolle des Handels und internationaler Standards eingegangen.

● Nachhaltige Agrar- und Lebensmittelsysteme: Die Empfehlungen im Rahmen dieser Säule betreffen die Unterstützung und Förderung nachhaltiger landwirtschaftlicher Verfahren, auch in der Tierhaltung; so sollte ein stärkeres Augenmerk auf das Tierwohl gelegt werden und es den Verbraucherinnen und Verbrauchern ermöglicht werden, sich nachhaltig und ausgewogen zu ernähren.

● Förderung transformativer Resilienz: Angesichts zunehmender ökologischer, klimatischer, geopolitischer und wirtschaftlicher Risiken wird in dem Bericht betont, wie wichtig es ist, die Risikomanagementinstrumente und das Krisenmanagement zu stärken, landwirtschaftliche Flächen besser zu erhalten und zu bewirtschaften, eine wasserresistente Landwirtschaft zu fördern und innovative Pflanzenzuchtkonzepte zu entwickeln.

● Schaffung eines attraktiven und vielfältigen Sektors: Hier wird die Bedeutung des Generationswechsels und der Gleichstellung der Geschlechter sowie lebendiger ländlicher Gebiete und Agrar- und Lebensmittelsysteme dargelegt, einschließlich der Notwendigkeit, Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer zu schützen.

● Besserer Zugang zu und bessere Nutzung von Wissen und Innovation: In den Empfehlungen wird der Schluss gezogen, dass der Zugang zu Wissen und Kompetenzen erleichtert werden müsse und dass die Digitalisierung als Chance zu begreifen sei. Der Bericht des Strategischen Dialogs zur Zukunft der Landwirtschaft in der EU richtet sich an die Europäische Kommission, das Europäische Parlament, die 27 EU-Mitgliedstaaten sowie die relevanten Interessenträgerinnen und -träger. age, bb

Vier Kernfragen behandelt

Im Januar 2024 leitete EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Strategischen Dialog zur Zukunft der Landwirtschaft in der EU ein. 29 Interessenträger aus EU-Agrar- und Lebensmittelsektor, Zivilgesellschaft, ländlichem Raum und Wissenschaft nahmen daran teil. In diesem Rahmen sollten vier Fragen erörtert werden:

● Wie können wir unseren Landwirtinnen und Landwirten und den ländlichen Gemeinschaften, in denen sie leben, eine bessere Perspektive einschließlich eines angemessenen Lebensstandards bieten?

● Wie können wir die Landwirtschaft unter Respektierung der Grenzen unseres Planeten und seines Ökosystems unterstützen?

● Wie können wir die enormen Chancen, die uns Wissen und technologische Innovation bieten, besser nutzen?

● Wie können wir dafür sorgen, dass das europäische Lebensmittelsystem in einer vom Wettbewerb geprägten Welt eine erfolgreiche und prosperierende Zukunft vor sich hat? Es wurden verschiedene Arbeitsgruppen eingerichtet, um diese Aspekte zu beleuchten. Von Januar bis August 2024 fanden sieben Plenarsitzungen mit allen Mitgliedern des Strategischen Dialogs statt. age

Halbierter Pflanzenschutzmitteleinsatz bis 2030

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Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat das Zukunftsprogramm Pflanzenschutz vorgestellt. Darin wird das Ziel formuliert, bis 2030 den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu halbieren. Erreicht werden soll dies mit einem Mix aus Beratung, Förderung und Forschung.

Als ein „Programm mit Maß und Mitte“ hat Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir sein im Vorfeld bereits kontrovers diskutiertes Zukunftsprogramm Pflanzenschutz am Mittwoch in Berlin präsentiert. Özdemir will den Pflanzenschutzmitteleinsatz in Deutschland bis 2030 halbieren und setzt dabei auf einen „Dreiklang“ aus Innovation, Kooperation und Alternativen. „Unser Weg zu einem nachhaltigen Pflanzenschutz heißt: Zusammenarbeit, wirtschaftliche Anreize und landwirtschaftliche Vernunft“, erklärte der Ressortchef. Verzichtet werden solle dem Minister zufolge auf harte ordnungsrechtliche Vorgaben.

Reduktionsziel 50 Prozent

Bei der Erstellung seines Zukunftsprogramms seien Agrar-, Wirtschafts- und Umweltverbände eingebunden gewesen, so Özdemir. Damit setze sich das Programm von dem aus seiner Sicht „handwerklich schlecht gemachten“ Brüsseler Verordnungsvorschlag zum nachhaltigen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (SUR) ab. Konzeptionelles Vorbild seien das Landesprogramm aus Baden-Württemberg und der Niedersächsische Weg, bei denen ein kooperativer Ansatz gewählt wurde. Notwendig sei die Verringerung des Pflanzenschutzmitteleinsatzes laut BMEL, um Schäden an Umwelt, Gesundheit und Biodiversität so weit wie möglich zu vermeiden. Mit einem geringeren Einsatz von Pflanzenschutzmitteln könne in der Landwirtschaft eine „Trendumkehr“ erreicht werden, verlautete aus dem Agrarressort.

Ganz ohne Pflanzenschutzmittel werde es Özdemir zufolge dennoch auch in der Zukunft nicht gehen: Dafür seien die aktuellen Herausforderungen, wie der witterungsbedingt starke Pilzbefall in der diesjährigen Ernte, einfach zu groß. Özdemirs Zukunftsprogramm sieht vor, den Pflanzenschutzmitteleinsatz bis 2030 um die Hälfte zu verringern. Damit orientiert sich das BMEL an der Farm-to-Fork-Strategie der EU-Kommission. Es soll nicht um pauschale Reduktionsvorgaben auf jeder Anbaufläche gehen. Das Ziel gelte bezogen auf den durchschnittlichen Gesamteinsatz in Deutschland und auf den Bezugszeitraum von 2011 bis 2013.

Erreicht werden soll das Ziel mit einem Mix aus Beratung, Förderung und Forschung. Innovationen bei pflanzenschutzmittelarmen Anbaumethoden und moderner Technologie sollen zu einer Reduzierung des Einsatzes führen. Weiteres Reduktionsspotenzial sieht das Ministerium in der Kooperation zwischen Landwirtschaft und Naturschutz. Durch eine „gezielte Nutzung von Maßnahmen der gemeinsamen Agrarpolitik (GAP)“ wolle man die Biodiversität schützen und Rückzugsflächen schaffen.

Alternativen stärken

Gestärkt werden sollen Alternativen zu chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln. Um risikoarme Wirkstoffe schneller auf den Markt zu bringen, soll die Pflanzenschutzmittelzulassung überarbeitet werden. Das BMEL prüfe dazu, ob eine vorrangige Bearbeitung von biologischen Wirkstoffen möglich sei. Geplant ist, noch in der laufenden Legislaturperiode eine „Nützlingsverordnung“ auf den Weg zu bringen, für Rechtsklarheit beim Einsatz von Nützlingen zur Bekämpfung von Schadorganismen. Ebenfalls im Integrierten Pflanzenschutz (IPS) sieht das BMEL Potenzial, um den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu reduzieren.

Auch sei durch eine Ausweitung des ökologischen Landbaus mit einem reduzierten Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu rechnen. Am Bioanbau-Ziel von 30  % bis 2030 wird festgehalten. Die Umsetzung der einzelnen Maßnahmen aus dem Zukunftsprogramm Landwirtschaft solle laut BMEL regelmäßig überprüft und 2031 abschließend evaluÖzdemir will auf Verzicht und Forschung setzen. age

Care-Arbeit und Führung auf dem Feld

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Hella Otten, Netzwerkinitiatorin von Women in Agribusiness WiA, Silvia Bender (Grüne), Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium und Nikola Steinbock, Vorständin der Rentenbank diskutierten beim 21. WiA-Netzwerktreffen mit 40 Entscheiderinnen aus dem Agribusinessnetzwerk. Rentenbanksprecherin Steinbock hatte am Freitag voriger Woche zur Tagung nach Frankfurt am Main eingeladen. Bender sprach die immense Bedeutung von Frauen in der Landwirtschaft an. Sie machte deutlich, allein wie viel unbezahlte Care-Arbeit Frauen neben ihrer regulären Arbeit leisten und wie wichtig gezielte Unterstützung sei, etwa durch das Rentenbank-Programm „Hofnachfolgerinnen und Existenzgründerinnen“. Doris Fitschen, Landwirtstochter, mehrfache Fußball-Europameisterin sowie DFB-Gesamtkoordinatorin und Leiterin des Projekts „Frauen im Fußball“ sprach über sportliche Erfolge und Führungsqualitäten von Frauen.

Ukraine plant Getreide-Exportlimit

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Die Ukraine will die Exportmenge an Weizen sowie Mengkorn aus Weizen und Roggen auf 16,2 Mio. t beschränken. Eine entsprechende Absichtserklärung, für das Wirtschaftsjahr 2024/2025 wurde vom stellvertretenden Agrarminister Taras Vysotskyi und Verbänden unterzeichnet. Ziel ist die Sicherung der heimischen Ernährungsgrundlage.

Die Ukraine will die Ausfuhrmenge an Weizen sowie Mengkorn aus Weizen und Roggen im Wirtschaftsjahr 2024/25 auf 16,2 Mio. t beschränken. Eine entsprechende Absichtserklärung hat der stellvertretende Landwirtschaftsminister Taras Vysotskyi am vorigen Dienstag in Kiew unterzeichnet. Vysotskyi zufolge soll diese Maßnahme helfen, die heimische Ernährungsgrundlage zu sichern. Um das Limit einzuhalten, werden die monatlichen Getreideexportmengen weiterhin registriert. Falls notwendig, kann die Höchstmenge der Ausfuhren im kommenden Jahr noch angepasst werden. Mitunterzeichner der Absichtserklärung sind der Ukrainische Getreideverband (UGA) und der Verband der Landwirte und Privatgrundbesitzer der Ukraine. Wie die ukrainische Fachzeitschrift „Ukrinform“ berichtete, hat der UGA die Ernteprognose für Getreide und Ölsaaten am Heimatmarkt mit Stand Ende August um 2,8 Mio. t auf 71,8 Mio. t zurückgenommen. Zur Ernte 2023 waren laut UGA noch 82,8 Mio. t gedroschen worden. Grund für die schlechte Ernte in diesem Jahr sei das anhaltend trockene und heiße Wetter. Beim Weizen rechnet der UGA in diesem Jahr mit einem Aufkommen von 19,8 Mio. t (2023: 22 Mio. t). Die potenzielle Exportmenge beziffert der Verband für 2024/25 auf rund 13  Mio.  t. Beim Roggen wird im Jahresvergleich ein Rückgang um 350.000 t auf 4,95 Mio. t erwartet. Das mögliche Exportvolumen in der laufenden Kampagne schätzt der UGA auf rund 2 Mio. t. Das ukrainische Parlament hat in der Vorwoche den Beschluss über den Beitritt des Landes zum Internationalen Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) ratifiziert. Der IFAD ist eine Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die darauf abzielt, zusätzliche Ressourcen für die Entwicklung der Landwirtschaft in ihren Mitgliedsländern zu mobilisieren. Die IFAD-Mitgliedschaft ermöglicht der Ukraine den Zugang zu kostengünstigen Finanzmitteln und Zuschüsse für die Entwicklung des Agrarsektors. Zugleich erhofft sich das Land eine Stärkung seiner Stellung als einer der größten Produzenten und Exporteure von Agrarprodukten auf dem Weltmarkt. age

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