Futtermischwagen spielen bei der Futtervorlage eine große Rolle. Die Industrie bietet hier eine vielfältige Auswahl, die sich unter anderem in der Bauart, im Mischsystem und der Größe unterscheidet. Welche selbstfahrenden Futtermischwagen in der Größenordnung von 12 bis 16 m³ derzeit von den Herstellern am häufigsten verkauft werden, wurde anhand einer Abfrage ermittelt.
Die so ermittelten Daten werden im Folgenden erläutert. Zudem wurde die Frage geklärt, was zur Serienausstattung gehört und welche Ausstattungen auf Wunsch geliefert werden können.
Abmessungen und Gewichte
Zehn Hersteller haben Angaben zu ihrem meistverkauften selbstfahrenden Futtermischwagen gemacht (siehe Tabelle) . Von den zehn genannten Futtermischwagen sind sechs mit einer vertikalen Mischschnecke, zwei mit zwei vertikalen Mischschnecken und jeweils einer mit horizontalen Mischschnecken beziehungsweise mit Rührflügeln ausgestattet. Aufgrund der Ausführung der Mischsysteme und des Fassungsvolumens gibt es deutliche Unterschiede in den Abmessungen.
Die Fahrzeughöhe beispielsweise schwankt zwischen 265 und 301 cm. Bei niedrigen Stalleinfahrten können hohe Futtermischwagen zu Schwierigkeiten führen. Auch die Fahrzeugbreite ist zu beachten, ansonsten sind bei schmalen Stalleinfahrten und Futtertischen Engpässe zu erwarten. Die schmalsten Futtermischwagen haben eine Breite von 230 cm, der breiteste von 259 cm.
Hier spielt auch die Ausstattung eine große Rolle, denn zum Beispiel Förderbänder erhöhen die Fahrzeugbreite, da sie seitlich überstehen. Längere Futtermischwagen haben dort Nachteile, wo eng um die Kurve gefahren werden muss oder die Rangierfläche vor der Stalleinfahrt knapp bemessen ist. Die Länge der genannten selbstfahrenden Futtermischwagen schwankt zwischen 746 und 970 cm.
Aus Platzgründen werden Futtermischwagen häufig mit kleineren Reifen ausgestattet, die dann mit Luftdrücken von 5 bis 9 bar gefahren werden müssen, um eine ausreichende Tragfähigkeit zu haben. Dies führt auf unbefestigten Flächen häufig zu Problemen. Die Motorleistung der selbstfahrenden Futtermischwagen schwankt zwischen 140 und 218 PS.
Gute Übersicht durch Kameras
Um von der Kabine aus eine bessere Übersicht besonders beim Rückwärtsfahren zu haben, sind in selbstfahrenden Futtermischwagen eine Kamera am Heck sowie ein Monitor in der Kabine aus Sicherheitsgründen erforderlich. Sieben der Futtermischwagen sind serienmäßig mit dem erforderlichem Kamerasystem ausgestattet. Bei drei Herstellern ist diese Ausstattung auf Wunsch erhältlich. Sechs Futtermischwagen haben mehr als eine Kamera, um beispielsweise neben dem Heckbereich auch Einsicht in den Mischbehälter zu erhalten.
Damit besonders bei einsetzender Dämmerung und bei Dunkelheit das Sichtfeld gut ausgeleuchtet wird, sind ausreichend viele Scheinwerfer erforderlich. Sie sollen die Bereiche Futterentnahme, Futteraustrag, Heck und Mischbehälter gut ausleuchten. Dies ist in der Regel bei den meisten selbstfahrenden Futtermischwagen gut gelöst. Die Anzahl der Arbeitsscheinwerfer schwankt zwischen vier und zwölf.
Wartungsarbeiten wie beispielsweise das regelmäßige Abschmieren sind für eine längere Lebensdauer und die tägliche Einsatzsicherheit von großer Bedeutung. Die Gesamtzahl der Schmiernippel schwankt zwischen sechs und 43. Ein Futtermischwagen ist mit einer Zentralschmierung ausgestattet, dadurch verringert sich der Wartungsaufwand.
Futterentnahme und -vorlage
Die genannten Futtermischwagen sind alle Selbstbefüller. Die Futterentnahme erfolgt bei acht Mischwagen mit einer Fräse und in jeweils einem Mischwagen mit einer Strukturwalze beziehungsweise einem Schneidschild. Die maximal mögliche Entnahmehöhe am Futterstock schwankt zwischen 4,40 und 5,50 m. Die Entnahmebreite reicht von 1,85 bis 2,04 m. Neben der Grobaufnahme sollte auch die Zuführung von Mineralfutter gut gelöst sein. Alle Firmen bieten dazu serienmäßig Einfülltrichter an, die zum Teil mit hydraulischer Schnecke ausgestattet sind.
Wie erfolgt die Futtervorlage?
Bei sechs der aufgeführten Futtermischwagen erfolgt der Futteraustrag über eine Schieberöffnung, bei dreien mit einer Förderkette und bei einem mit einem Förderband. Der Futteraustrag von zwei Futtermischwagen ist vorn angeordnet. Jeweils vier Futtermischwagen haben den Futteraustrag mittig beziehungsweise hinten. Bei sechs der Futtermischwagen befindet sich der Futterauswurf serienmäßig nur einseitig, sodass bei Futtertischen mit zwei Trögen gewendet werden muss. Dies nicht erforderlich, wenn der Futterauswurf beidseitig erfolgt. Große Unterschiede wurden für die Austragshöhe des Futters angegeben. Die Spanne reicht von 25 bis 120 cm. Variabel einstellbar ist die Auswurfhöhe nur bei einem Futtermischwagen.
Wiegeeinrichtung unumgänglich
Um eine Futterration exakt zusammenstellen zu können, ist eine Wiegeeinrichtung am Futtermischwagen unumgänglich. Alle in der Tabelle aufgeführten Futtermischwagen sind mit einer programmierbaren Wiegeeinrichtung ausgestattet. Sie sind komfortabler als Additionswaagen, da mit ihnen je nach Hersteller zwischen 15 und weit über 100 Mischrezepte mit mehreren Futterkomponenten abgerufen werden können. Alle Futtermischwagen wiegen während des Befüllens. Dies ist erforderlich, damit alle Rationsanteile exakt zugegeben werden können. Acht der zehn Futtermischwagen sind mit einer Sollmengenkontrolle ausgestattet, dadurch wird das exakte Befüllen erleichtert.
Sonderausstattungen kosten Geld
Der Wartungsaufwand wird durch eine Zentralschmierung reduziert. Bei einem der hier aufgelisteten Selbstfahrer gehört sie zur Serienausstattung. Bei den anderen neun Futtermischwagen ist eine automatische Schmiereinrichtung auf Wunsch für einen Aufpreis von 2.860 bis 7.000 € erhältlich. Der Futteraustrag mit einem Förderband beziehungsweise einer Förderkette bietet den Vorteil, dass das Futter etwas weiter vom Fahrzeug entfernt abgelegt werden kann. Vier Hersteller bieten diese Ausstattungsoptionen serienmäßig an, bei den anderen können sie auf Wunsch mitgeliefert werden. Der Mehrpreis schwankt zwischen 1.750 und 6.805 €.
Überlaufringe verhindern beim Mischvorgang, dass das Futter aus dem Wagen fällt. Sie kommen überwiegend in Vertikalmischern zum Einsatz. Zum Bereich des Mischsystems ist noch anzumerken, dass alle hier genannten Futtermischwagen mit Schneidmessern ausgerüstet sind, damit besonders langfaseriges Futter besser und schneller zerkleinert wird. Verstärkt wird die Wirksamkeit noch, wenn, besonders bei vertikalen Schnecken, zusätzlich mechanisch oder hydraulisch einstellbare Gegenschneiden eingesetzt werden. Hydraulisch verstellbare Gegenschneiden haben den Vorteil, dass man sich schneller wechselnden Einsatzbedingungen anpassen kann.
Von den genannten selbstfahrenden Futtermischwagen sind zwei serienmäßig so ausgestattet, dass man mit ihnen bis 25 km/h auf öffentlichen Straßen fahren darf. Gegen einen Mehrpreis von 410 bis zu 2.815 € bieten acht Hersteller auf Wunsch die 25-km/h-Version (inklusive Beleuchtung, Betriebserlaubnis und so weiter) an. Ist eine 40-km/h-Version gewünscht, ist häufig ein Mehraufwand zum Beispiel für das Fahrwerk erforderlich. Bei vier Mischwagen ist eine 40-km/h-Version nicht lieferbar, und bei sechs Mischwagen wird ein Aufpreis von 955 bis zu 20.000 € fällig.
Eine Klimaanlage (Automatik) bietet besonders bei langen Einsatzzeiten einen angenehmen Arbeitsplatz für den Fahrer. Sie ist bei allen Herstellern erhältlich, der Aufpreis liegt im Bereich von 2.510 € bis 5.245 €. Darüber hinaus verbessert auch ein luftgefederter Sitz die Arbeitsbedingungen. Er ist bei sechs Herstellern serienmäßig und für vier Mischwagen gegen einen Mehrpreis von 850 € bis 1.620 € käuflich. Bei der Befüllung des Futtermischwagens ist ein Datenaustausch zum Bürocomputer für viele Landwirte wichtig. Bei zwei Mischwagen gehört das zur Serienausstattung. Bei sechs Herstellern ist diese Funktion für einen Aufpreis zwischen 1.228 € und 4.000 € erhältlich und bei zwei Mischwagen gegen eine jährliche Gebühr von 392 € beziehungsweise 500 €. Ein Rationsberechnungsprogramm ist in dieser Ausstattung enthalten.
Sieben Mischwagen sind serienmäßig mit einer Kamera inklusive Monitor ausgestattet. Bei zwei Mischwagen gibt es die Ausstattung für einen Mehrpreis von 850 beziehungsweise 1.300 € und bei einem Mischwagen für 3.065 € inklusive einer zweiten Kamera. Sollen zusätzliche Kameras zum Einsatz kommen, liegen hier die Mehrkosten zwischen 310 unds 660 € je Kamera. Der Preis ist in erster Linie davon abhängig, ob es sich zum Beispiel um eine wasserdichte Kamera handelt.
Anschaffungspreise hängen von Ausstattung ab
In Serienausstattung kosten die vorgestellten selbstfahrenden Futtermischwagen zwischen 187.000 und 241.340 € ohne Mehrwertsteuer. Allerdings ist zu berücksichtigen, dass die Futtermischwagen eine unterschiedliche serienmäßige Ausstattung haben. Alle angegebenen Preise können nur eine Größenordnung deutlich machen. Im Einzelfall muss durch Einholen von Vergleichsangeboten sowie durch Berücksichtigung der Werkstatt vor Ort und der Erfahrungen mit dem Fabrikat entschieden werden, welches letztlich das zweckmäßigste Angebot ist.
Fazit
Die Angebotspalette an selbstfahrenden Futtermischwagen ist sehr groß. Durch Befragung der Hersteller wurde ermittelt, welche Selbstfahrer in der Größenordnung von 12 bis 16 m³ am häufigsten verkauft werden. Ob ein selbstfahrender Futtermischwagen in Serienausstattung ausreichend ist oder ob er zum Beispiel ein Förderband, eine Klimaanlage oder eine programmierbare Wiegeeinrichtung mit Datenübertragung haben sollte, hängt vom Einsatzbereich ab. Auch die Frage, welches das richtige Mischsystem ist, muss einzelbetrieblich geklärt werden. Die zusammengestellten Daten erleichtern aber einen besseren Vergleich der Angebote verschiedener Hersteller.




