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Hasenglöckchen sorgen für blaues Wunder

Anmutige Zwiebelblume für den Schattengarten
Von Karin Stern
Ausreichend feuchter Boden ist eine Voraussetzung für gutes Gedeihen. Foto: Karin Stern

Die hübschen, glockenförmigen Blüten des Hasenglöckchens ziehen von April bis Mai den Blick auf sich. In England erfreuen sich die „Bluebells“ großer Beliebtheit und sind auch bei uns immer häufiger anzutreffen.

Von den verschiedenen Arten des Hasenglöckchens werden vorwiegend das Spanische Hasenglöckchen (Hyacinthoides hispanica) und das Gewöhnliche oder Atlantische Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) angeboten. Das Erstgenannte tritt in den Mischwäldern und schattigen Felsbereichen Portugals und Westspaniens wild auf. Das Gewöhnliche Hasenglöckchen ist Englands Nationalblume. Es gedeiht in den Mischwäldern Westeuropas und ist hier auch auf schattigen Wiesen zu finden. An seinen natürlichen Standorten steht das Gewöhnliche Hasenglöckchen unter Schutz und darf weder gepflückt noch entnommen werden. Von April bis Mai zeigen sich die glockenförmigen, blauen Blüten, die während ihrer Entfaltung an die der Hyazinthen erinnern. Das Spanische Hasenglöckchen blüht etwas reicher und später. Von Mai bis Juni hängen die Blütenglocken elegant herab. Neben blau blühenden Spanischen Hasenglöckchen bietet der Handel auch weiße und rosafarbene Sorten an. Mit 25 bis 40 cm Höhe bleibt es niedriger als das Gewöhnliche Hasenglöckchen mit seinen 20 bis 50 cm Höhe.

Neben rosafarbenen Sorten gibt es auch weiß blühende Varianten. Foto: Karin Stern

Beide Arten kommen am besten an einem halbschattigen, luftfeuchten Standort unter laubabwerfenden Gehölzen zurecht. Lichter Schatten wird wie am Naturstandort gut vertragen. Voller Schatten hat eine spärliche Blüte zur Folge. Der Boden sollte ausreichend feucht, humos, durchlässig und nährstoffreich sein. Sandiger Boden ist nicht so optimal. Hasenglöckchen lieben einen lehmhaltigen, leicht sauren Boden, kommen aber auch gut im pH-neutralen Bereich zurecht. Am optimalen Standort sind die Zwiebelblumen ausgesprochen pflegeleicht. Insbesondere in trockenen Frühjahren ist es wichtig, ausreichend zu wässern. Ansonsten arbeitet man zur Zeit des Austriebes etwas reifen Kompost in den Boden ein, sofern die Hasenglöckchen nicht durch herabfallendes Laub auf natürliche Weise mit neuem Humus versorgt werden. Da die Pflanzen vollkommen frostfest sind, entfällt ein Winterschutz.

Das heimische Gewöhnliche Hasenglöckchen bildet im Laufe der Zeit an halbschattigen und schattigen Standorten unter Gehölzen große Bestände. Es ist also die perfekte Pflanze für Gärtner, die eine Zwiebelblume zum Verwildern suchen. Insbesondere naturnah gestaltete Bereiche bieten die besten Möglichkeiten, sich ungestört auszubreiten. Hasenglöckchen vermehren sich über Brutzwiebeln und Selbstaussaat. Sämtliche Arten kreuzen sich leicht miteinander. Wer die Selbstaussaat nicht wünscht, schneidet die Blüten rechtzeitig vor der Samenreife ab. Besonders hübsch wirken die aparten Zwiebelblüher in der Gruppe am Gehölzrand oder als Unterpflanzung von Gehölzen.

Hasenglöckchen lieben den lichten Gehölzschatten und bilden im Laufe der Zeit über Selbstaussaat und Brutzwiebeln große Bestände. Foto: Karin Stern

Hier empfehlen sich niedrige Gräser wie die Hainsimse (Luzula) oder Seggen (Carex) als Pflanzpartner. Gut geeignet sich auch Farne, Hundszahnlilie (Erythronium dens-canis), Waldmeister (Galium odoratum), Golderdbeere (Waldsteinia ternata) und Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides). Die rosafarbene Sorte ‚Miss World‘ sieht toll in der Nachbarschaft der Zwerg-Herzblume (Dicentra formosa) aus. Unter den Zwiebelblumen eignen sich Narzissen (Narcissus), Sommer-Knotenblume ‚Gravetye Gigant‘ (Leucojum aestivum), Nickender Milchstern (Ornithogalum nutans), Puschkinie (Puschkinia scilloides var. libanotica) und Blausternchen (Scilla sibirica) für die Vergemeinschaftung. Die Neupflanzung der Zwiebeln erfolgt im Herbst. Sie kommen möglichst bald nach dem Kauf in die Erde, da sie schnell austrocknen. Wie bei allen Zwiebelblumen gilt die Faustregel, dass sie zwei bis drei Mal so tief in den Boden gepflanzt werden wie sie hoch sind. 

Elfenblume, Seggen, Narzissen und die Lenzrose sind schöne Pflanzpartner im lichten Gehölzschatten für das Hasenglöckchen. Foto: Karin Stern

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