Wie funktioniert das Smartphone? Wie lassen sich Fotos verschicken? Wie kaufe ich ein Bahnticket oder vereinbare einen Termin beim Hausarzt? Die meisten von uns erledigen solche Aufgaben mit dem Smartphone oder Tablet im Handumdrehen.
Doch für den einen oder die andere sind diese alltäglichen Dinge erhebliche, teils unlösbare Herausforderungen. Die Digitalen Patinnen unterstützen diese Menschen dabei, die digitale Welt Schritt für Schritt zu entdecken.
„Unser Angebot ist ganz niedrigschwellig“, erzählt Monika Kunde, Digitale Patin aus Bad Schwartau. „Wir arbeiten in kleinen Gruppen. Die Hemmschwelle, etwas zu fragen, ist da deutlich reduziert. Jeder kann sagen, wenn etwas nicht verstanden wurde.“ In der gemeinsamen Qualifizierung des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein und des Breitband-Kompetenzzentrums Schleswig-Holstein (BKZ.SH) lernen engagierte LandFrauen, ihr Wissen verständlich weiterzugeben und eigene Schulungen anzubieten. So wird digitale Kompetenz zu gelebter Nachbarschaftshilfe – für mehr Sicherheit, Selbstständigkeit und Teilhabe im Alltag.
Netzwerken
Beim Netzwerktreffen in Neumünster hatten die Patinnen die Gelegenheit, sich auszutauschen und sich über aktuelle Themen zu informieren. Diesmal stand das Thema KI auf dem Programm. Den Einstieg gestaltete Maxim Schmuck vom BKZ.SH mit einer kleinen Umfrage – natürlich über ein digitales Tool: Wenn du Künstliche Intelligenz hörst, welches Wort fällt dir als Erstes ein? Die meistgenannte Antwort lautete „Vorsicht“ und spiegelt damit auch wider, dass sich die überwiegende Zahl der Teilnehmerinnen bisher kaum mit KI beschäftigt hat, weil sie sich unsicher fühlen. „Dabei nutzen die meisten Menschen tagtäglich KI“, weiß Maxim Schmuck. „Beispielsweise als Sprachassistenten, Autokorrektur und Texterkennung, bei der Gesichtserkennung am Smartphone oder beim Navi im Auto – da überall steckt KI drin.“
Mit Blick auf die sich anscheinend in letzter Zeit häufenden Meldungen über KI-Systeme, die sich verselbstständigen und damit dystopische Ängste schüren, passt das Hauptthema des Netzwerktreffens perfekt. „KI lernt unglaublich schnell. Gleichzeitig werden die Systeme immer leistungsfähiger, Anwendungen zugänglicher und benutzerfreundlicher.“ Es ist also kein Wunder, dass dieses Thema derzeit auf großes gesellschaftliches Interesse stößt. Schließlich hat es konkrete Auswirkungen auf die Art, wie wir leben und arbeiten. Die Beschäftigung mit KI beim Netzwerktreffen soll Berührungsängste abbauen – durch Informieren, Ausprobieren und kritisches Prüfen.
Pro und Kontra
Dabei wird schnell klar, dass KI zwei Seiten hat. „Sie hilft dabei, schnell einen Anfang zu finden“, beschreibt Maxim Schmuck. „Sie erklärt Dinge in Ruhe, bringt Ordnung in Gedanken, Texte und Ideen. Das kann Zeit sparen und Spaß machen.“ Im Ehrenamt kann KI etwa beim Schreiben von Einladungen und Texten unterstützen. Auch die Planung für Aktionen und Ausflüge kann sie erleichtern. Auf der anderen Seite muss man auch die Risiken kennen. „KI lernt mit unseren Daten und ist schon aus diesem Grund nicht neutral. Stereotype und Vorurteile können weitergegeben werden“, betont Maxim Schmuck. Auch Fake News, KI-generierte Fotos und Deepfakes begegnen uns heute an vielen Stellen. Wachsamkeit und Sensibilität sind gefragt – und seriöse Quellen, bei denen man im Zweifelsfall eine Meldung überprüfen kann.
Die Digitalen Patinnen gingen mit viel Input nach Hause und sind in ihrer Arbeit für mehr digitale Teilhabe bestärkt. „Ich arbeite seit vielen Jahren für die Selbstermächtigung von Frauen. Dazu gehört heute auch Digitalität. Sie ist der Schlüssel zur Welt“, betont Angelika Wagner. „Wir möchten ein Bewusstsein dafür schaffen, dass man immer weiter lernen muss. Sonst wird man irgendwann abgehängt.“
Gewinnerinnen der LandFrauenrallye
Welches Produkt verarbeiten die Frauen in Ghana? Ab wann kümmerte sich Alwine Stave um den Hof? Diese und neun weitere Fragen rund um das Thema Frauen in der Landwirtschaft galt es bei der Rallye der LandFrauen auf der Norla zu beantworten. Die Informationen dazu waren im LandFrauenpavillon und bei einigen Kooperationspartnern zu finden.
Alle richtig ausgefüllten Fragebögen wanderten in den Lostopf. Während der Sitzung des Gesamtvorstandes des LandFrauenVerbandes Schleswig-Holstein Ende September in Flensburg wurden die vier Gewinnerinnen gezogen. Vizepräsidentin Sylke Messer-Radke, Kerstin Tewer (Neubauer Touristik), Präsidentin Claudia Jürgensen und Oliver Gröpper (Neubauer Touristik; v. li.) fungierten als Glücksbringer. Die vier Gewinne (drei Reisegutscheine in Höhe von 300, 200 und 100 € sowie zwei Eintrittskarten für das Mitsing-Erlebnis „Mit Herz und Stimme“ am 1. November in der Rendsburger Nordmarkhalle) sind bereits auf dem Weg zu den Gewinnerinnen. Herzlichen Glückwunsch!
Dr. Claudia Kleimann-Balke



