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Turnierdurchführung bei sommerlicher Hitze

Situationsgerecht handeln
Von Lena Höfer
Es gibt verschiedene Möglichkeiten, Cool-down-Zonen einzurichten. Ventilatoren wie hier im vergangenen Jahr in Aachen gehören auch dazu. Foto: Imago

Während die Turniersaison läuft, hat der Norden schon zwei Hitzewellen zu verzeichnen, sowie mit 39,1 °C in Grambek, Kreis Herzogtum Lauenburg, die höchste je gemessene Temperatur in Schleswig-Holstein. Nach Schätzungen von Meteorologen könnte noch in diesem Jahr die Grenze von 40 °C geknackt werden. Die hohen Temperaturen haben auch Auswirkungen auf Pferde – vor allem beim Sport.

Mit einem verantwortungsvollen Umgang, angepassten Abläufen, geeigneter Infrastruktur und modernen Kühlmöglichkeiten lassen sich hohe Temperaturen für Pferde und Menschen deutlich besser bewältigen. Das ist wichtig für die Turnierplanung. „Der Schutz der Pferde hat für alle Beteiligten oberste Priorität“, betont Dr. Henrike Lagershausen, Leitung Veterinärmedizin und Tierschutz bei Pferdesport Deutschland. „Gleichzeitig ist es wichtig, die tatsächlichen Auswirkungen von Hitze auf Pferde fachlich einzuordnen.“

Pferde verfügen über ausgeprägte Mechanismen zur Wärmeabgabe während körperlicher Belastung. Hierzu zählen insbesondere eine hohe Schweißproduktion sowie eine verstärkte Hautdurchblutung, die den Abtransport von Wärme unterstützen. Bei intensiver Muskelarbeit können Pferde vorübergehend Körperkerntemperaturen von mehr als 40 °C erreichen und dabei weiterhin leistungsfähig sein.

Maßnahmen aus Sicht des Tierschutzes sind insbesondere dann angezeigt, wenn Ausdauerleistungen gefordert werden und gleichzeitig eine hohe Luftfeuchtigkeit das Schwitzen als wichtigsten Kühlmechanismus des Pferdes deutlich beeinträchtigt. Bei vielen abgesagten Veranstaltungen spielen jedoch nicht allein Aspekte des Pferdewohls eine Rolle. Ebenso müssen die Belastungen für Reiterinnen und Reiter, Helfer, Offizielle, Ehrenamtliche und Zuschauer berücksichtigt werden.

Zu den geeigneten Maßnahmen gehören unter anderem die Verlegung von Prüfungen in die frühen Morgen- oder späten Abendstunden und die Nutzung schattiger Bereiche für Prüfungs- und Vorbereitungsplätze, soweit die örtlichen Gegebenheiten dies zulassen. Auf Siegerehrungen kann verzichtet werden oder die Teilnahme ist freiwillig. Unter Umständen lassen sich Prüfungsanforderungen reduzieren, beispielsweise durch die minimale Anzahl geforderter Hindernisse oder die Verkürzung von Geländestrecken innerhalb der zulässigen Regularien. Standzeiten auf Pferdetransportern und Anhängern sollten vermieden werden.

Wichtig ist eine umfassende Wasserversorgung, etwa durch Wasserschläuche zum Tränken und Abspritzen der Pferde. Vorbereitungsplätze können beispielsweise durch Sprinkleranlagen leicht berieselt werden. Bei der schnellen und effektiven Abkühlung nach der Belastung helfen Cool-down-Zonen mit Ventilatoren und Wasser.

Lagershausen appelliert an Veranstalter, Richter, Offizielle, Teilnehmer und Pferdebesitzer, die Wetterentwicklung aufmerksam zu verfolgen und situationsgerecht zu handeln. Entscheidend sei eine verantwortungsvolle Einschätzung der jeweiligen Situation und die Bereitschaft, Abläufe flexibel anzupassen. Sie sagt: „Wo Belastungen reduziert, Kühlmöglichkeiten geschaffen und die Bedürfnisse von Pferden und Menschen gleichermaßen berücksichtigt werden, können Veranstaltungen auch bei sommerlichen Temperaturen sicher durchgeführt werden.“ Pferdesport Deutschland

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