Nach dem spürbaren Preisrückgang für den Abrechnungsmonat Januar ist der mittlere Auszahlungspreis für Februar in Schleswig-Holstein nur noch um 0,15 ct/kg gesunken. Überwiegend wurde der Kurs des Vormonats gezahlt.
In vier Meiereien gab es einen Kursrückgang von zirka 1 ct. Zwei Abnehmer erhöhten die Notierung um 1 ct. Inklusive Zuschlägen liegt die Spanne bei einer Jahresliefermenge von 1,5 Mio. l zwischen 50,40 und 56,16 ct/l. Die Spanne der Grundpreise hat sich im Vergleich zum Vormonat weiter reduziert. Sie liegt zwischen 46,8 und 54,0 ct/ kg. In Ostdeutschland liegen die Auszahlungspreise für den Februar zwischen 49,0 und 49,2 ct/kg. In Süddeutschland werden zwischen 47,4 und 53,4 ct/l gezahlt, während die Spanne in Westdeutschland zwischen 46,8 und 52 ct/l liegt. Die Milchanlieferung der vergangenen Wochen zeigt einen saisonüblichen Anstieg. Das Niveau des Vorjahres wird jedoch weiterhin nicht erreicht. Zuletzt wurde die Vorjahresmenge um 2 % verfehlt. Die Gründe liegen weiterhin im strukturellen Rückgang der Milchviehbetriebe und durch die Spätfolgen der Blauzungenkrankheit.
Discounter senken Preise
Nachdem Aldi und Norma im Februar erstmalig seit Anfang Oktober die Butterpreise gesenkt haben, reduzieren sie nun auch die Preise anderer Meiereiprodukte der Eigenmarken. Die Händler begründen die Preisabschläge mit geringeren Einkaufspreisen. Die Terminkurse für Butter an der EEX-Börse in Leipzig ziehen dagegen schon wieder an. Nach einem Einbruch Ende Februar auf 7.050 €/t hat sich der Kurs wieder auf 7.454 €/t zu Beginn dieser Woche erholt. Die EEX-Kurse für Magermilchpulver tendieren dagegen weiter schwach und haben im gleichen Zeitraum 100 € auf 2.478 €/t verloren. An den deutschen Großhandelsplätzen für Milchprodukte zeigten sich zuletzt ebenfalls Preisaufschläge für Butter und auch für Industrierahm.
Bundesweit stieg auch der Kurs für Spotmilch weiter an. Das ife-Institut in Kiel ermittelte für die 10. Kalenderwoche einen Anstieg gegenüber der Vorwoche um 0,5 ct auf ein Bundesmittel von 48,3 ct/ kg. In den Niederlanden stiegen die Spotpreise ebenfalls um 0,5 ct an, während Spotmilch in Norditalien zu stabilen bis leicht schwächeren Konditionen gehandelt wurde.
Käse als neues Trendprodukt?
Verdrängen Käse und Eier Fleisch als Eiweißlieferanten? Neuesten Studien zufolge essen viele Verbraucher weniger Fleisch, sind aber nicht zwingend vegetarisch, sondern ergänzen den Speiseplan durch Käse, Eier oder pflanzliche Eiweiße. Dies erklärt eventuell die hohe Käseproduktion in der verganenen Zeit, wodurch auch die Butterproduktion gedrosselt wurde. Im März bewegte sich die Nachfrage nach Schnittkäse ebenfalls auf einem hohen Niveau. Die Lagerbestände bleiben entsprechend niedrig. Mit Blick auf das Ostergeschäft rechnet man mit Absatzimpulsen. Die Notierungen im Großhandel haben sich von ihrem leichten Rückgang zum Jahresbeginn etwas erholt.
Der Handel mit Milchpulver findet aktuell keine klare Richtung. Magermilch- und Vollmilchpulver werden zu stabilen, teils aber auch schwächeren Kursen gehandelt. Im Export ist die Nachfrage nach Ware aus Europa durch den erhöhten Eurokurs gesunken. Auf dem Weltmarkt wird aktuell günstiges Milchpulver aus den USA angeboten. Eine gute Nachricht gibt es für den Export nach China. Milchprodukte können nach dem Ende der Maul- und Klauenseuche (MKS) wieder nach China geliefert werden. In Verhandlungen wurde erreicht, dass nach dem Regionalisierungsprinzip Milchprodukte aus nicht betroffenen Gebieten Deutschlands ausgeführt werden dürfen.
Hierzulande fiel mit den steigenden Milchmengen und der regen Nachfrage nach Milchfett zuletzt wieder mehr Magermilchkonzentrat an. Die Nachfrage nach Magermilchpulver in Futtermittelqualität bleibt ruhig. Die Kurse sind leicht gefallen. Dagegen ist die Nachfrage nach Molkenpulver in Lebensmittelqualität bei stabilen Preisen weiterhin rege.



