Eine Woche nach den Breitensportlern eroberten die Fahrsportler den Landesturnierplatz in Bad Segeberg. An drei Tagen feierten sie ihr Fahrfest des Nordens und zugleich das 40-jährige Bestehen der Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg. Unter anderem ging es um die Titel der Landesmeister und dafür hatte sich das Who‘s who des holsteinischen Fahrsports angemeldet.
Los ging es am Freitagvormittag mit den Dressurwettbewerben in allen Klassen und Anspannungen. Bei den Pferdeeinspännern der Klasse M ging der Titelverteidiger Jürgen Johannsen aus Treia, Kreis Schleswig-Flensburg, mit seiner Stute Frieda direkt in Führung. Dahinter platzierten sich Sascha Behrens aus Daldorf, Kreis Segeberg, und Ulrike Schmidt aus Plön.
Keiner der drei ist ein Newcomer: Behrens hatte erst vor wenigen Wochen Bronze bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gewonnen, Schmidt ist mit einem anderen Pferd für die Weltmeisterschaft qualifiziert und Johannsen ist nicht nur Titelverteidiger, sondern gewann die Landesmeisterschaft mit seiner Frieda in diesem Jahr schon zum zehnten Mal in Folge. Die 17-jährige Stute wird nun in den Ruhestand entlassen. „Einen grandioseren Abschied kann man nicht feiern“, befand Schmidt und freute sich über den Vizelandesmeistertitel, nachdem sie das Gelände gewonnen hatte.
Im abschließenden Kegelfahren war es für Behrens am besten gelaufen. Mit drei Fehlern lag er auf Platz drei der Prüfung. Auch in der Endabrechnung wurde der 24-jährige Hufschmied Dritter und war damit mehr als zufrieden: „Das Highlight war meine tolle Dressur. Ich hatte ein super Fahrgefühl“, schwärmte er und freute sich besonders über seine erste M-Platzierung.
Mehrere Titel verteidigt
Eine zweite Titelverteidigung gab es bei den Pferdezweispännern. Jan Tödt vom Reit- und Fahrverein Langstedt-Bollingstedt, Kreis Schleswig-Flensburg, entschied alle drei Teilprüfungen für sich. Auch er hat schon mehrfach den Titel in dieser Anspannung gewonnen. Vizemeister wurde Hartmut Brehmer vor Christoph Westrich.
Bei den Ponyeinspännern ging der Sieg in der kombinierten Prüfung an die Dänin Lisa Halkjaer, die für die Pferdesportgemeinschaft Süderlügum, Kreis Nordfriesland, fährt und alle Teilprüfungen gewann. Auch sie ist keine Unbekannte im Land zwischen den Meeren und holte sich schon mehrfach den Titel. Vizelandesmeisterin wurde Miriam Voth mit ihrem ebenfalls bewährten Imano. Jörn Rennebach kam auf den dritten Platz. Der Titelverteidiger war mit Asterhof‘s Leonardo nicht ganz so gut ins Turnier gestartet, konnte dann aber im Gelände mit einem zweiten Platz aufholen.
Rennebach startete auch noch bei den Ponyzweispännern und holte sich hier Silber hinter Sandra Bies von den Gespannfahrern Steinburg. Als Dritte reihte sich die Fahrtrainerin Susan Gollmer ein. Nur zwei Fahrer traten zur Landesmeisterschaft der Ponyvierspänner an. Peter Heuser konnte sich erneut den Titel sichern. Christian Rausch fuhr auf Platz zwei.
Die Weltranglistensechste, Mareike Harm aus Negernbötel, Kreis Segeberg, ging bei den Pferdevierspännern an den Start und sicherte sich den Titel mit ihren Nachwuchspferden. Lediglich im Gelände musste sie dem am Ende zweitplatzierten Robert Blender den Vortritt lassen.
Doppelt im Einsatz
Auf Platz drei fuhr der Turnierleiter Hans-Peter Goldnick aus Nehms, Kreis Segeberg, der mit seinem Ergebnis nicht ganz so glücklich war. „Wenn ich im Gelände etwas weniger zögernd gefahren wäre, dann hätte ich das gewinnen können“, resümierte Goldnick, der eigentlich den Vizetitel angepeilt hatte. Doch so ganz konzentriert sei er am Ende nicht gewesen. „Wenn Sie die Aufsicht über so ein Turnier haben, dann müssen Sie auch da sein“, stellte er fest. Gleichzeitig alles zur organisieren und auf dem Kutschbock zu sitzen, sei einfach zu viel.
Wie er es im nächsten Jahr regeln wird, weiß er noch nicht. „Ich würde mir wünschen, dass wir die Organisation des Turniers auf mehr Schultern verteilen können“, sagte er mit dem Blick auf die Zukunft. Es bräuchte einfach mehr Menschen, die sich in ihrem Bereich zuständig fühlten. Doch hier fehle der motivierte Nachwuchs. Dabei sei das Turnier insgesamt großartig gewesen. „Es ist toll, was wir da auf die Beine gestellt haben. Es gab so viele schöne Bilder. Der Höhepunkt war sicherlich die Siegerehrung in der Abendsonne mit den ganzen schön herausgebrachten Gespannen“, schwärmte Goldnick.
Da konnte ihm Kurt-S. Becker nur zustimmen: „Es war ein harmonisches Turnier ohne Unfälle“, resümierte der Pressesprecher der veranstaltenden Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg. Nachdem es am Sonnabend während der Geländeprüfungen sehr heiß gewesen war, freuten sich alle Fahrer am Sonntag über die niedrigeren Temperaturen und viele Zuschauer auf dem Landesturnierplatz. „Am Ende sind viele Favoriten ihrer Rolle gerecht geworden“, so Becker.



