Mit ihren markanten Blütenkerzen gehört die Prachtstaude Rittersporn sicher zu den beeindruckendsten Blütenpflanzen, die Natur und gärtnerische Züchtung hervorgebracht haben. Doch als Primadonna legt Rittersporn durchaus einige Ansprüche an den Tag. Bei sorgfältiger Standortwahl und optimaler Pflege erfreut er als Gegenleistung viele Jahre lang.
Vor der Kaufentscheidung lohnt sich ein Blick auf die verschiedenen Varianten des Rittersporns. Der Hohe Rittersporn (Delphinium elatum) ist mit 1,5 bis 2 m Höhe ein Klassiker für Staudenbeete und gemischte Rabatten. Er verzweigt sich kaum. Seine kerzenartigen Blütenrispen sind recht standfest und werden gern für die Vase geschnitten. Wer sichergehen will, sollte jedoch Rittersporne aus dieser Gruppe grundsätzlich mit einer Stütze versehen. Es wäre zu schade, wenn nach einem Sommergewitter die ganze Pracht geknickt am Boden liegt. Die meisten Sorten von Delphinium elatum remontieren, wenn die Stängel gleich nach dem Welken der Blüten eine Handbreit über dem Boden abgeschnitten werden. Tipp: Mit einem schnell wirkenden Mineraldünger versorgen und auf eine gleichmäßige Bodenfeuchtigkeit achten. Die Nachblüte fällt zwar etwas kleiner aus als die Hauptblüte, hält dafür aber ein wenig länger.
Die durch den Rückschnitt zunächst entstehende Lücke lässt sich mit mittelhohen Stauden wie Storchschnabel (Geranium) oder Steppen-Salbei (Salvia nemorosa) im Vordergrund des Rittersporns geschickt kaschieren. Der Hohe Rittersporn entpuppt sich als recht langlebige Schönheit. Eine Teilung zum Erhalt der Vitalität ist meist erst sechs Jahre nach der Pflanzung erforderlich.
Der Verzweigte Rittersporn (Delphinium belladonna) ist ein weiterer Klassiker fürs Beet. Er bleibt mit etwa 80 bis 120 cm Wuchshöhe niedriger als der Hohe Rittersporn. Zudem bildet er zahlreiche grazil verzweigte Blütenstände. Die Hybriden dieser Form sind nicht sehr langlebig. Lässt die Blüte nach, sollten die Stauden ausgegraben und geteilt werden. Tipp: Der Pflanze möglichst einen neuen Standort geben, um Kümmerwuchs und Bodenmüdigkeit vorzubeugen. Auch der Verzweigte Rittersporn lässt sich durch einen Rückschnitt zu einer Herbstblüte anregen. Eine schöne Ergänzung zu den beiden Klassikern sind die Hybrid-Sorten der Pacific-Serie. Sie punkten mit besonders großen und schönen Blüten, die einen Durchmesser von bis zu 7 cm aufweisen. Je nach Sorte wachsen sie anderthalb Meter hoch. Meist werden sie als Zweijährige gezüchtet. Tipp: Niedrigere Pacific-Hybriden machen sich gut im Kübel.
Auf der Suche nach passenden Begleitern fällt die Wahl gern auf die zeitgleich erblühenden Rosen. Sie weisen ähnliche Ansprüche auf. Von Vorteil ist hierbei, dass Rittersporn vorwiegend in Farbtönen blüht, die bei Rosen nicht vorkommen (Violett und Blau in allen Schattierungen). Daher harmonieren sie gut mit roten oder rosafarbenen Rosen. Der aufrechte Rittersporn passt zudem prima zu Begleitern mit überhängender Wuchsform wie Taglilien (Hemerocallis) oder vielen Ziergräsern wie Chinaschilf ‚Ferner Osten‘ und ‚Kleine Fontäne‘ (Miscanthus sinensis). Rittersporn fügt sich zudem gut in den klassischen Bauerngarten, aber auch in Prachtstaudenbeete ein. Tipp: Delphinium elatum hier maximal im Tuff zu drei Exemplaren pflanzen. So beeindrucken die imposanten Blütenkerzen, ohne zu massiv zu erscheinen. Eine völlig andere, sehr imposante Wirkung erzielt man, wenn Rittersporne mit ihresgleichen in großen Gruppen gepflanzt werden. Für diese Variante plant man am besten feine Höhenstaffelungen und fließende Übergänge der Blautöne ein.
Als echte Primadonna verlangt Rittersporn etwas Aufmerksamkeit. Am optimalen Standort ist die Anfälligkeit für Pilzkrankheiten wie Echten Mehltau deutlich niedriger. Rittersporn bevorzugt sonnige, luftige Beete. Am liebsten reckt er die Blüten in die Sonne und hat die Füße im Schatten. An heißen und trockenen Standorten mit geringer Luftbewegung sind die Stauden krankheitsanfälliger. Optimal ist ein sandig-lehmiger und nährstoffreicher Boden. Ein etwas höherer Lehm- und Tonanteil ist kein Problem, solange es nicht zu Staunässe kommt. Bei einem zu hohen Humusanteil im Boden erkranken die Pflanzen schneller. Daher ist es ratsam, auf Kompostgaben zu verzichten. Besser sind ein mineralischer Langzeitdünger im April und die flüssige Nachdüngung während des Sommers. Auf jeden Fall sollte der Austrieb des Rittersporns vor hungrigen Schnecken geschützt werden.




