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Der LandFrauenverein Mittlere Treene plant gerade einen digitalen Klönschnack. Mitglieder können lernen, mit dem Smartphone oder dem Tablet im Internet unterwegs zu sein, für den Verein einen Flyer zu erstellen oder einfach den Kontakt zu den Enkeln zu halten. Begleitet werden sie dabei von einer digitalen Patin. Welchen Effekt die Nutzung digitaler Medien für den Austausch der LandFrauen und die Organisation der Vereinsarbeit hat, testete der Ortsverein Berkenthin. In Zusammenarbeit mit dem Kreisverband Herzogtum Lauenburg nahm er an der Fördermaßnahme „Digital.Vernetzt – Frauen im Ehrenamt stärken“ teil.
Ziel der Fördermaßnahme, die vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft unterstützt wurde, war zunächst, das ehrenamtliche Engagement während der Corona-Pandemie durch Schulungen zur digitalen Vereinsarbeit aufrechtzuerhalten. Im Mittelpunkt stand der Gedanke, Vereine müssten sich neu aufstellen und umdenken, damit sie zukünftig arbeitsfähig bleiben und möglichst keine Mitglieder verlieren. Wichtigste Voraussetzung: eine digitale Strategie sowie Kompetenzen in der Anwendung digitaler Technik und Software.
Angelika von Keiser ist froh und auch stolz, dass die Berkenthiner LandFrauen damals in der Corona-Zeit mutig zusagten und das Projekt in Angriff nahmen. Da ahnte sie nicht, was sich der Verein vorgenommen hatte. „Es war eine Ochsentour“, sagt sie rückblickend. Sie sei sehr froh, dass der Kreisverband bei der mit 9.751 € dotierten Fördermaßnahme mitmachte. Dabei musste ein Eigenanteil von 10 % selbst gestemmt werden, die tatsächliche Förderung belief sich dadurch auf 8.776 €. Kreisvorsitzende Anne Schmaljohann war begeistert von der Idee eines Vereinsmanagers zur digitalen Zusammenarbeit zwischen Vereinen und Kreisverband. Der Kreisverband stieg auch mit in die Kofinanzierung ein. Seit der Auftaktveranstaltung Ende 2021 fanden zwölf Schulungen für die Vorstände im Kreisverband statt, viele davon sonnabends. Die Themen waren unterschiedlich. Es gab Schulungen zu den Basics wie Word, Excel und PowerPoint, aber auch zur Vereinsverwaltung, Kassenführung, Pflege einer Webseite, zu Projektmanagement, Erstellung von Flyern oder Bildgestaltung.
Vor Ort im Verein lag der Fokus auf niedrigschwelligen Schulungsangeboten im Umgang mit Smartphones und Tablets und den gängigen Programmen wie WhatsApp. „Die Vorstände müssen selbst aktiv werden und offen für diese Themen sein“, so die Erfahrung von Initiatorin von Keiser. „Und geduldig“, ergänzt sie. Und sie wisse heute auch, dass der Übergang zur digitalen Kommunikation ein sanfter sein müsse, ansonsten laufe man Gefahr, jemanden auszugrenzen. Der OV Berkenthin zählt zirka 360 Mitglieder. Der Altersdurchschnitt beträgt konstant 69 Jahre. Eine Einladung nur per E-Mail zu versenden, sei derzeit noch nicht möglich, weil die Information auf diesem Wege längst nicht alle erreichen würde, aber jede LandFrau sei wertvoll, so von Keiser. Sie habe in der Projektphase festgestellt, dass manche Mitglieder zwar ein Handy hätten, es aber nicht benutzten. „Wichtig war uns deshalb, mit den Schulungsinhalten auch die Bedürfnisse der Frauen zu treffen“, betont die LandFrau.
Dabei komme es auch auf die Motivation an. „Was hat ein Mitglied davon, sich mit dem Smartphone oder dem Tablet zu beschäftigen?“ Teilnehmerinnen der Kurse hätten erkannt, wie gut das Handy gegen Alterseinsamkeit helfe und wie schön es sei, per WhatsApp am Leben der Enkel teilzuhaben. Auch bei LandFrauenreisen zeige sich der Vorteil, mit dem Handy vertraut zu sein, nicht nur um Fotos zu machen und sich auszutauschen, sondern auch per Handy zum Beispiel den Standort einer anderen Gruppe mitten in einer großen Stadt zu erfahren.
Große Unterstützung kommt für die Einführung in die digitale Kommunikation von den digitalen Patinnen. Der LandFrauenverband Schleswig-Holstein bot in Kooperation mit dem Breitband-Kompetenzzentrum Schleswig-Holstein eine Qualifizierung von landesweit 20 digitalen Patinnen an. Darin sieht von Keiser nicht nur für ihre Region eine dauerhafte Wirkung, um die Digitalisierung voranzubringen. „Denkbar wäre es, dass perspektivisch digitale Stützpunkte eingerichtet werden als Beratungsstelle in der Region, zum Beispiel in Familienzentren oder der Amtsverwaltung“, so von Keiser.
Mit Blick in die Zukunft sagt sie, dass es noch vier weitere Jahre dauern werde, um alles, was mit dem Projekt angeschoben wurde, zu Ende zu bringen. Fakt sei aber, dass sich die neun Ortsvereine im Herzogtum Lauenburg inzwischen auch viel digital austauschten. Das Projekt habe die Aufmerksamkeit für das Thema Digitalisierung bei den LandFrauen und im Kreis insgesamt deutlich erhöht. Zudem habe das Förderprojekt gezeigt, dass die Digitalisierung ideal für das Miteinander von Jungen LandFrauen und älteren Mitgliedern sei. Die LandFrau hofft, dass die Digitalisierung der LandFrauenvereine auch durch die digitalen Patinnen noch mehr ins Land getragen wird. „Der Prozess erfordert Geduld und einen langen Atem“, weiß Angelika von Keiser. Aber eines sei klar: „Es gibt kein Zurück. Ganz im Gegenteil, wir sind inzwischen auch auf Instagram. Jetzt geht die Post richtig ab.“Kathrin Iselt-Segert
Foto: Angelika von Keiser
„Die Vorstände müssen selbst aktiv werden und offen für diese Themen sein“, so die Erfahrung von Initiatorin Angelika von Keiser.
Foto: Pixabay/Collage Bartosz Rittmann




