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Das Glück kommt aus Schleswig-Holstein

Zum elften Mal in Folge durften sich die Schleswig-Holsteiner 2023 über den Titel der glücklichsten Deutschen freuen. So steht es im Glücksatlas.

Vielleicht liegt es aber auch daran, dass mitten in unserem Bundesland in Gönnebek im Kreis Segeberg 500.000 Glücksklee-Töpfe wachsen. Im Herbst belegen die Glückskleepflanzen in drei Topfgrößen den größten Teil der Fläche in der Gärtnerei von Hartwig und Ulrike Bull. Kultiviert wird die Sorte ‚Iron Cross‘, die sich durch ein markantes braun-rotes Herz in der Mitte des grünen Kleeblattes auszeichnet. In der Gärtnerei wachsen in 25.000 m2 Gewächshäusern und auf 6 ha Freilandbeeten eine große Vielzahl von Saisonpflanzen. Nach der anstrengenden Arbeitsspitze zum Jahresende werden auch Ulrike und Hartwig Bull glücklich sein, wenn ihre Zöglinge Platz machen für neue Pflanzen. Und Menschen in ganz Deutschland verbinden mit dem Glücksbringer die Hoffnung, dass 2024 ein bisschen besser wird als vergangenes Jahr.

Einigen Quellen zufolge gilt das Kleeblatt mit vier Blättern seit vielen Jahrhunderten als Glücksbringer, weil es für die Himmelsrichtungen stehen soll sowie für Gesundheit, Liebe, Reichtum und Ruhm.  Auf Reisen mitgeführt, sollte es den Träger vor Unglück bewahren, nähte man es in die Kleidung ein, sollte es vor dem Bösen schützen. In anderen Quellen symbolisiert der vierblättrige Klee die vier Evangelisten und das Kreuz. Wie auch immer, in vielen Familien ist der Topf mit Klee auf der Silvestertafel eine Tradition wie das Tannengrün zu Weihnachten und schön sieht er auch noch aus, frisches Grün in einer vegetationsarmen Zeit.

Glücksklee (Oxalis tetraphylla) stammt aus Mexiko und ist nicht frosthart. Die kleinen Knollen werden im Spätsommer in Töpfe gelegt und wachsen bei 10 bis 15 °C zu den beliebten Glückssymbolen heran. Bei kühleren Temperaturen stellen sie das Wachstum ein und ziehen die Blätter ein. Frostfrei überwintert, können die Pflanzen im Sommer im Garten ausgepflanzt werden und erfreuen hier auch mit einer kleinen rosafarbenen Blüte. Der Glücksklee gehört zur Gattung Sauerklee und ist mit dem Weißklee im Rasen oder auf Wiesen nicht verwandt.

Die Wärme für die Gewächshäuser vom Betrieb Bull kommt aus einem gemeinsam mit Kollegen betriebenen Heizwerk in der Mitte der Gärtnersiedlung Gönnebek, 60 % der Wärme stammt aus nachwachsenden Rohstoffen. Um sparsam mit der Energie umzugehen, hat die Gärtnerei einen zweiten sogenannten Energieschirm einbauen lassen: Dieser trennt einen Teil des unbeheizten Dachraumes von den warmen Kulturflächen ab. In der Regel lassen diese nur wenig Licht durch. Der neu eingebaute Tageslichtschirm hat nur eine Lichtminderung von nur 10 % und leistet insbesondere bei aktuell kalten Wintertemperaturen gute Dienste.

Buchsbaum sorgt auch im Winter für grüne Gärten

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Von alters her ist Buchsbaum mit seinem dichten, dunkelgrünen Blattwerk besonders beliebt für die Gestaltung der Gärten. Ihren Höhepunkt erlebten die Buchsbaumhecken in den herrschaftlichen Gärten des Barocks und ­später in den Bauerngärten.

Der Buchsbaum erfuhr zuletzt wieder eine Renaissance, die jetzt jedoch etwas getrübt wird. Aktuell tritt, bisher regional vereinzelt, eine Pilzerkrankung, genannt Buchsbaumsterben (Cylindrocladium buxicola), auf und hat sich schon sehr weit verbreitet, besonders auf Friedhöfen.

Der Befall zeigt sich in plötzlichem, sehr starken Blattfall und bei Feuchtigkeit erkennt man einen gräulichweißen Sporenbelag unter den Blättern. Eine Behandlung bereits erkrankter Pflanzen mit Pflanzenschutzmitteln ist nicht mehr möglich. Kranke Pflanzenteile und Pflanzen sollten sofort und gründlich beseitigt und über den Restmüll entsorgt oder, wo erlaubt, verbrannt werden. Wegen der großen Ansteckungsgefahr sollten auch die oberste Erdschicht und alle abgefallenen Blätter entfernt werden. Beim Zurückschneiden des Buchsbaums empfiehlt es sich, das Schnittwerkzeug zwischendurch immer wieder mit Spiritus zu desinfizieren. Als Ersatzpflanze bietet sich eine Stechpalmenart an, Ilex crenata, die dem Buchsbaum täuschend ähnlich und ebenso gut schnittverträglich ist.

Auch Ilex crenata ist sehr schnittverträglich. Foto: Imago

Besonders beliebt ist eine Einfassung der Beete aus Buchsbaum, mit der sich eine reizvolle Gartengestaltung schaffen lässt, die an klassische Gartenanlagen erinnert.

Buchsbaum ist als buschiger Strauch in Süd- und Mitteleuropa beheimatet und wächst bei uns wild in Wäldern und an Berghängen. Charakteristisch für dieses Gehölz sind die immergrünen, eiförmigen, matt glänzenden Blätter. An den Standort stellt er wenig Ansprüche und wächst an trockenen, kalkhaltigen und sogar nährstoffarmen Stellen, die sonnig bis schattig sein können.

Mit ein wenig Geschick und Ausdauer lassen sich aus Buchsbaum auch kunstvoll geschnittene Figuren zaubern. Foto: Peter Busch

Da Buchsbaum einen Schnitt sehr gut verträgt, eignet er sich hervorragend zum Anpflanzen von Hecken. Als langsam wachsende Sorte für niedrige Einfassungen ist besonders Buxus sempervirens ,Suffruticosa‘ geeignet, der nicht höher als 1 m wird. Für runde oder kegelförmige größere Büsche bietet sich B. sempervirens an, aus dem sich sogar kunstvoll geschnittene Figuren zaubern lassen. Beide Pflanzen eignen sich auch hervorragend zur Verwendung als mobiles Grün in Kübeln und Kästen.

Für die naturnahe Gartengestaltung kann man natürlich den Buchsbaum, besonders als Unterpflanzung von Gehölzen oder als Sichtschutz unschöner Ecken, einfach wachsen lassen und sich über das frei entfaltete Blattwerk freuen. Die kräftig gewachsenen Büsche sind dann zugleich ideale Deckungssträucher und Brutgehölze für Vögel. Der Nektar der zahlreichen Blüten stellt eine begehrte Nahrung für Schwebfliegen und Blumenfliegen dar, während Wildbienen bevorzugt den Pollen sammeln.

Für eine gelungene naturnahe Pflanzung kann man unter und um den Buchsbaum den immergrünen Ysander als Bodendecker wuchern lassen, der sich durch Ausläufer verbreitet und im Frühjahr weiße Blüten trägt.

Entscheidet man sich für eine Einfassung aus Buchsbaum – alle 15 cm pflanzt man einen Busch –, werden zahlreiche nicht gerade preiswerte Pflanzen benötigt. Für diesen Zweck lohnt sich die eigene Vermehrung über Steckhölzer; von Juli bis September ist der richtige Zeitpunkt, um Stecklinge zu gewinnen. Dazu werden Triebspitzen mit einem Ansatz von vorjährigem Holz geschnitten und gleich in ein geschütztes Vorzugsbeet oder einen kalten Kasten in ein feuchtes Kompost-Sand-Gemisch gesteckt. Die Bewurzelung erfolgt dann in den nächsten Wochen, und im Frühjahr stehen die kostengünstigen Buchsbaumpflanzen für Einfassungen zur Verfügung.

Verwendet man Buchsbaum im Garten, ist es besonders für Haushalte mit Kindern wichtig zu wissen, dass diese Pflanzen giftig sind; Blätter und Wurzelrinde enthalten das giftige Alkaloid Buxin.

FN-Zuchtwertschätzung 2023

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Die Zuchtwerte 2023 der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) sind da. Wie in jedem Jahr liefern sie den Züchtern ­wertvolle Hinweise für ihre Anpaarungsentscheidungen.

Die FN-Zuchtwerte werden in den Kategorien „Jungpferdeprüfungen“, „Nationaler Turniersport“ und „Höchste erreichte Klasse im internationalen und nationalen Turniersport (HEK)“ veröffentlicht. In der Gruppe der besten Hengste in jeder Kategorie sind etliche Hengste schon seit langer Zeit vertreten. Das ist vor allem der Fall, wenn ein Zuchtwert bereits mit einer hohen Sicherheit geschätzt wurde.

„Das Fachgremium Zuchtwertschätzung hat sich aber auch die Frage gestellt, ob Hengste mit hohen Zuchtwerten in der Kategorie Jungpferdeprüfungen, also mit überdurchschnittlichen Werten aufgrund von Zucht- und Aufbauprüfungen, auch später in den Toplisten Turniersport und höchste erreichte Klasse auftauchen“, berichtet Dr. Teresa Dohms-Warnecke, stellvertretende Geschäftsführerin des FN-Bereichs Zucht. „Tatsächlich konnte festgestellt werden, dass die Korrelation zwischen den Zuchtwerten hoch ist. Das heißt, der Zuchtwert Jungpferdeprüfungen gibt schon eine recht gute Vorhersage für die weiteren Zuchtwerte im Laufe des Lebens eines Hengstes.“

Der Zuchtwert HEK des Holsteiners Carthago von Capitol I wurde mit besonders hoher Sicherheit geschätzt. Foto: Imago

Bei der Interpretation der Zuchtwerte gilt es zu beachten, dass sie mit unterschiedlichen Sicherheiten geschätzt werden, in einer Spanne von 99 % (sehr sicher) bis 70 % (unsicher geschätzt). Für Pferde mit wenig verfügbaren Informationen wird der Zuchtwert vorsichtiger geschätzt als für Pferde mit umfangreichen Informationen.

Die Zuchtwertschätzung der höchsten erreichten Klasse (HEK) basiert auf den nationalen und internationalen Turniersportdaten. Das Merkmal ist die jeweils höchste erreichte Klasse in den Disziplinen Dressur und Springen. Dadurch wird nur eine Beobachtung je Pferd berücksichtigt. Für die Zuchtwertschätzung Turniersport hingegen werden alle Starts beziehungsweise Rangierungen in deutschen Turniersportprüfungen berücksichtigt, also alle Leistungen je Pferd. In die Zuchtwertschätzung Jungpferdeprüfungen fließen die Ergebnisse junger Pferde in Dressur- und/oder Springpferdeprüfungen sowie die Noten aus den Zuchtprüfungen ein.

Die Zuchtwerte einzelner Hengste sind bei Doris Frerich unter ­dfrerich@fn-dokr.de oder Tel.: 0 25 81-63 62-209 erhältlich. Auf der Homepage stehen die erweiterten Listen aller drei Zuchtwertschätzungen in Dressur und Springen zum Download zur Verfügung.

Holsteiner unter den besten 1 % im Zuchtwert Springen HEK:
Calvaro Z von Caletto I – Zuchtwert: 168/ Sicherheit: 96 %
Carthago von Capitol I – 163/ 99 %
Caspar (Berlin) von Cassini I – 166/ 96 %
Cumano von Cassini I – 194/ 85 %

Holsteiner unter den besten 1 % im Zuchtwert Jungpferdeprüfungen Springen:
Cachassini von Cachas – Zuchtwert: 142/ Sicherheit: 84 %
Captain Fire von Contendro I – 140/ 92 %
Cartano von Carthago –140/ 76 %
Cascadello I von Casall –144/ 94 %
Catch von Colman – 140/ 85 %
Catoki von Cambridge –144/ 95 %
Chalan von Chambertin – 140/ 85 %
Cloney von Contender – 141/ 85 %

Holsteiner unter den besten 1 % im Zuchtwert Turniersport Springen:
Carvallo BB von Carthago – Zuchtwert: 149/ Sicherheit: 87 %
Casco von Cascavelle – 146/ 83 %
Cash von Cor de la Bryere – 147/ 86 %
Chellano Z von Contender – 148/ 88 %
Larson von Lordanos – 146/ 77 %

Breite Spanne im November

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Für den Auszahlungsmonat November sind die Milchpreise in Schleswig-Holstein im Mittel nochmals gestiegen. Die Preisänderungen der Basispreise liegen in einem Bereich von –0,4 bis zu +4 ct über dem Vormonatskurs. Die Spanne der Grundpreise beträgt 35,1 bis 47,5 ct/ kg ECM. Als Durchschnitt ergibt sich für den Monat November ein Wert von 41,19 ct/kg ECM, das sind 1,4 ct mehr als im Oktober. Der Mittelwert im November 2022 betrug noch 60,63 ct/ kg ECM.

In den anderen Bundesländern zeigen sich stabile bis leicht anziehende Milchpreise. Die meisten süddeutschen Meiereien zahlen ihren Milchbauern Preise zwischen 41 und 46 ct – und damit im Schnitt ungefähr 2 bis 3 ct mehr als im Norden. Die Auszahlungspreise in Westdeutschland sind dagegen meist etwas niedriger als hierzulande. Die Grundpreise liegen im Westen meist noch unter der Marke von 40 ct/kg ECM.

Milchanlieferung steigt wieder an

Das ife-Institut in Kiel ermittelte einen Rohstoffwert Milch von 43,0 ct/kg für den Monat Oktober. Im September betrug dieser Wert noch 39,2 ct/ kg. Der saisonale Anstieg der Milchanlieferung in Deutschland war infolge des Kälteeinbruchs zuletzt vorübergehend unterbrochen. Laut Schnellberichterstattung der ZMB erfassten die Meiereien in der 48. Woche 0,4 % weniger Milch als in der Vorwoche. Der Rückstand zur Vorjahrswoche wuchs damit auf 2,4 %. In Frankreich war die Milchanlieferung zuletzt um 2,2 % niedriger als vor einem Jahr. Im Handel mit Milchprodukten machte sich in der letzten Periode vor allem der gute Preis für Sahne bemerkbar. Dadurch ist der Preis für Frischbutter in den vorigen Wochen stark gestiegen. Nach den Feiertagen könnte die Nachfrage nach Butter wieder sinken. In Deutschland ist die Nachfrage nach Spotmilch zuletzt zurückgegangen. In Süddeutschland gab der Kurs um 6 ct auf 43 ct/ kg nach. Im Norden verringerte sich der Kurs um 7 ct auf 41 ct/ kg. Der niederländische Spotmilchpreis ging um 4,5 ct auf 43,5 ct/kg zurück.

Am 5. Dezember zeigte die Global-Dairy-Trade-Auktion ein Plus von 1,6 %. An dieser internationalen Handelsbörse stiegen vor allem die Butter- und die Industriekäsenotierungen an. Damit hat sich der internationale Handel nach einer Ruhephase wieder belebt.

Niederländische Börsenhändler blicken recht optimistisch in das neue Jahr. Ihrer Ansicht nach haben viele internationale Händler zu wenig Ware eingelagert. Man hat auf eine weltweit steigende Produktion spekuliert. Aufgrund der großen Kostensteigerung sind die Milchviehherden jedoch meist unverändert geblieben. Wenn jetzt die Nachfrage nur ein wenig höher ausfällt als erwartet, werden die Preise 2024 weitersteigen, vor allem wenn China auf den Markt zurückkommt. An der EEX-Terminbörse in Leipzig sind die Notierungen für Butter auf dem im November erhöhten Kurs von 5.500 €/ t geblieben. Der Kurs für Magermilchpulver zeigt sich seit Wochen ebenfalls stabil bei 2.600 €/t.

Weitere Preiserholung möglich

Der Milchpreis wird sich in den kommenden Monaten weiter erholen. Dies schreiben die Meierei­analysten der Rabobank im neuesten Meierei-Update. Allerdings sind die Kosten auf Milchviehbetrieben hoch, was zu Druck auf die Margen führt. Im ersten Quartal 2024 wird vor allem die Milchproduktion in Neuseeland zurückgehen, und zwar um 3,8 % im Vergleich zum Vorjahresquartal. Die Produktion in den USA bleibt mit einem Plus von 0,2 % in etwa gleich. Die Milchproduktion in der Europäischen Union und im Vereinigten Königreich wird im vierten Quartal voraussichtlich um 0,8 % im Vergleich zum vierten Quartal 2022 zurückgehen. Auch die Rabobank prognostiziert, dass sich die Marktsituation in China wieder verbessern wird. Die Exporte der Europäischen Union nach China haben einen erheblichen Einbruch erlitten. In China ist die Milchproduktion zuletzt gestiegen, während die Nachfrage kleiner ausgefallen ist als erwartet.

Lernen am Großmaschinensimulator

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Die Lehranstalt für Forstwirtschaft verfügt seit vergangenem Jahr über zwei Simulatoren für die Bedienung von Harvestern und Forwardern in der Forstwirtschaft. Dieses Jahr wurde die Einführung in die Arbeit an den Simulatoren wieder durch Lehrer der schwedischen Partnerschule in Svenljunga gestartet. Die Auszubildenden erhalten so die Einführung durch ausgewiesene Experten und können danach im eigenen Lerntempo und je nach eigenem Interesse intensiv in die Großmaschinenbedienung einsteigen.

In den 1980er Jahren kamen erste Maschinen für die Kurzholzernte nach Deutschland und haben zu einer deutlichen Effizienzsteigerung und Arbeitserleichterung in der Forstwirtschaft beigetragen. Heute wird deutlich über die Hälfte des Holzeinschlages in Deutschland und Schleswig-Holstein mit Harvestern durchgeführt.

Der anschließende Transport aus den Beständen an die per Lkw befahrbaren Waldwege erfolgt mittels sogenannten Forwardern oder Kurzholzrückezügen. Harvester sind selbstfahrende Arbeitsmaschinen, die mit einem am Kran befestigten Aggregat Bäume greifen und fällen können sowie die Stämme anschließend direkt entasten und in Sortimente einteilen, während Forwarder das an der Rücke­gasse abgelegte Holz mit einem Kran in den sogenannten Rungenkorb laden und aus den Beständen bringen.

Ausweitung des Maschineneinsatzes

Im Laufe der vergangenen 40 Jahre hat sich der Einsatz dieser Maschinen deutlich ausgeweitet. Wurden anfangs nur schwächere Nadelholzbestände mit der Technik bearbeitet, sind die Maschinen heute im Nadelholz bei nahezu allen Dimensionen Standard und kommen auch in deutlich schwieriger zu bearbeitenden Laubholzbeständen zum Einsatz. Für die angehenden Forstwirte und Forstwirtinnen ist die Arbeit auf diesen Maschinen eine mögliche Berufsperspektive mit Zukunft.

Die an der Lehranstalt vorhandenen Simulatoren für die Großmaschinenausbildung bieten den Auszubildenden kurz vor Ende der Ausbildung die Möglichkeit eines vertieften Einblickes in den Beruf des Forstmaschinenführers. Anfang November sind dafür zwei Lehrende der schwedischen Partnerschule, der Lehranstalt für Forstwirtschaft aus Svenljunga, nach Bad Segeberg gekommen. Sie verfügen über mehr als 20 Jahre Erfahrung in der Ausbildung an forstlichen Großmaschinen und sind zudem ausgewiesene Experten für den Simulatoreneinsatz in der Ausbildung.

Eine Aufteilung in vier Gruppen à vier oder fünf Auszubildenden ermöglicht eine sehr intensive Anfangsbetreuung durch die schwedischen Partner. Die Arbeitssprache dabei ist Englisch und bereitet in der Kommunikation wenig Probleme.

Los geht’s mit der Euro-Steuerung

Insbesondere zu Beginn der Arbeit an den Simulatoren hat es sich als pädagogisch sinnvoll erwiesen, in kleinen Schritten zu starten, um die Grundlagen zu verstehen und zu verinnerlichen. Für die Auszubildenden bedeutet dies eine grundsätzliche Einführung in die Funktionen einer sogenannten Euro-Steuerung. Diese ist für Kranmaschinen vereinheitlicht, sodass die jungen Menschen später auch auf anderen Maschinen mit Kran (beispielsweise Baggern) direkt die Bedienung umsetzen können.

Erste Lernschritte zielen dabei auf die möglichst gleichzeitige Verwendung mehrerer Kranfunktionen, um einen weichen Bewegungsablauf entsprechend dem effizientesten Weg zu erreichen. Die aufeinander aufbauenden Übungen an den Simulatoren sind daher mit einem internen Bewertungssystem versehen und sollen mindestens drei Mal absolviert werden, bevor die Auszubildenden zur nächsten Übung (zum nächsten Level) wechseln.

Durch das Bewertungssystem der Simulatoren können die Auszubildenden zudem ihren individuellen Lernfortschritt nachvollziehen. Funktioniert eine Übung noch nicht so gut, kann sie häufiger wiederholt werden. Nach der grundsätzlichen Einführung durch die schwedischen Partner können die Auszubildenden während ihres Blockunterrichts abends und während längerer Pausenzeiten selbstständig an den Simulatoren weiter an ihren Fähigkeiten arbeiten. Je nach individueller Fähigkeit und Begeisterung haben sie so tatsächlich die Möglichkeit, ihr Können in eigener Regie auszubauen beziehungsweise weiterzustärken.

Fünf Auszubildende der Klasse können zudem am alljährlichen Austausch mit der schwedischen Partnerschule teilnehmen und dabei von einem vierwöchigen Maschinenführerkurs sowie weiterem Einblick in die schwedische Forstwirtschaft profitieren. Die Bewerbungen hierfür sind geschrieben, und die Auszubildenden haben durch die Arbeit an den Simulatoren möglicherweise auch eine klare Vorstellung, was sie erwartet.

Die Auszubildenden gehen jetzt erst einmal wieder in die Ausbildungsbetriebe zurück und können im März abermals an ihre neuen Erfahrungen mit den Simulatoren anschließen und ihre Fähigkeiten weiter verbessern. Für das Austauschprojekt ist damit insgesamt die Hoffnung verbunden, mehr Zeit mit den Realmaschinen verbringen zu können, sodass die Projektteilnehmenden nochmals profitieren könnten und besser vorbereitet wären für eine professionelle Arbeit mit Harvestern und Forwardern.

Frohe Weihnachten!

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Das gesamte Bauernblatt-Team wünscht allen Leserinnen und Lesern ein frohes Weihnachtsfest und einen guten Start ins neue Jahr! Die nächste Ausgabe des Bauernblattes kommt am 6. Januar in die Briefkästen.

Frohe Weihnachten dem Pferdeland zwischen den Meeren

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In diesem Jahr gab es schon vor Weihnachten Schnee. Für viele Pferdeleute ein guter Grund, sich ihren Vierbeiner und eine Kamera zu schnappen.

Beeindruckend, was Finja Welz und die Holsteiner Stute Lilou im verschneiten Neuwittenbek, Kreis Rendsburg-Eckernförde, alles zeigen. Foto: Annika Wronkowitz
Klosterhofs Sira und Lea Krey kuscheln gerne auf dem Klosterhof in Flethsee, Kreis Steinburg, nicht nur zu Weihnachten. Foto: Lilly Brandt
Ganz weihnachtlich posieren Corinna Grapengeter und ihr Ungarisches Warmblut in Schwentinental, Kreis Plön. Foto: Sophie Stoltenberg
In Alveslohe, Kreis Segeberg, freuen sich Isabella und ihr Shetty Nimrod auf Weihnachten. Foto: Stefanie Pietruschka
Aqua freut sich über den Schnee auf dem Kastanienhof in Ottendorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Foto: Annika Voss
Lea-Marie Schöttler und ihre Stute Mamba posieren weihnachtlich in Klein Nordende, Kreis Pinneberg. Foto: Nele Fülscher
Immer zur Adventszeit trifft sich der harte Kern des Großenasper Reitvereins, Kreis Segeberg, für einen Lichterritt durchs Dorf, um den Bewohnern eine kleine Freude zu machen. Foto: Monika Lahann


Auch die Holsteiner Stute Ulina durfte im Stall Laube in Klein Offenseth-Sparrieshoop, Kreis Pinneberg, das Winterwetter genießen. Foto: Hanna Hein
Auch in Schmalfeld, Kreis Segeberg, gab es Schnee. Arlette Witt und ihr Reitponywallach Proud Real Pleasure nutzten diesen für ein weihnachtliches Fotoshooting. Foto: privat
„Gibt es dieses Jahr Geschenke?“, scheint sich die Ponystute Doris zu fragen. Im Reitstall Reimer in Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde, darf sie zumindest daran schnuppern. Foto: Paulina Piske
Swaantje Völkel überraschte mit Rentier Lukas und dem Weihnachtsmann die Reitsportfreunde Looper Holz in der Halle des Hofs Reese, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Foto: Gunda Reese
Dieses Foto von dem damals dreijährigen Petit Rock the Moment, der fünfjährigen Zoey und der Eineinhalbjährigen Elli ist zwar schon etwas älter, aber immer noch weihnachtlich schön. Foto: Steffi Michalowski
Baccalino steht auf dem Kastanienhof in Ottendorf und freut sich über den Schnee. Foto: Annika Voss
Auf dem Hof Lepschies in Schwentinental, Kreis Plön, genießt Catharina Sheen mit ihrem Isländer Skjoni von Missmaassen die Vorweihnachtszeit. Foto: Franziska Prauß
Zuckersüß sind Lilli und ihr Minishetty Chico aus Borghorsterhütten, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Foto: Tara Gottmann

Vorweihnachtliche Freude und fast 117.000 Euro

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Die Augen von krebskranken Kindern zum Strahlen zu bringen, das ist das Anliegen der Aktion „Wir bringen euch zum Strahlen“ von regionalen Bauern. Nach dem lichtergeschmückten Treckertreck ans Universitätskrankenhaus Eppendorf (UKE) in Hamburg (siehe Ausgabe 50) fuhr der Korso am vergangenen Sonnabend zum Universitätsklinikum UKSH in Lübeck.

Lichterwagen im Korso

Die 35 mit Motiven wie Rentieren, Nikoläusen, Christbäumen oder Adventskränzen bestückten und mit Lichterketten erhellten Traktoren und Anhänger waren schon auf der Hinfahrt von Steinburg-Eichede aus durch die nächtlichen Kreise Stormarn und Herzogtum Lauenburg eine Augenweide für große und kleine Zuschauer, erst recht bei der Ankunft am Krankenhaus!

Dort konnte ein Scheck von 54.900 € für die Kinder im UKSH Lübeck übergeben werden. Er speist sich aus den Spenden zahlreicher Landwirte, Bürger, örtlicher Institutionen und Vereine. Dazu gab es Sachspenden in Höhe von 6.000 € – regionale Lebensmittel von Bauern, Unterrichtsmaterial, Elektronik und Geschenke von Firmen.

Fotos: André Hildebrandt

Am UKE in Hamburg eine Woche zuvor wurden 50.000 € und auch hier Sachspenden für 6.000 € übergeben. Die Summe von 1.570,72 € auf dem Foto in der vorigen Ausgabe bezog sich auf die Einzelspende des abgebildeten Sportvereins Eichede. Auch das Wohn- und Pflegezentrum Birkenhof in Grinau im Kreis Herzogtum Lauenburg brachte 2.000 € an Spenden und Eigenbeteiligung auf, um nur zwei Beispiele zu nennen.

Insgesamt kamen somit für die Aktion fast 117.000 € zusammen. „Wir haben viel positive Rückmeldung und Dankbarkeit bekommen“, freut sich Mitveranstalter André Hildebrandt: „gerade auch aus dem urbanen Bereich!“

Das Team vom Birkenhof in Grinau.  Foto: privat

Es geschah in aller Stille

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„Stille Nacht, heilige Nacht“ heißt das bei uns wohl bekannteste Weihnachtslied. Ein Lied, das es schafft, die Stimmung auszudrücken, die sich an den Festtagen stets wie von selbst über uns ausbreitet.

Selbst in der Landwirtschaft, auf den Betrieben, wird es an diesen besonderen Tagen stiller. Ganz leise wird es hier natürlich nie. Und gerade in der Stille dieser Tage sind auf einmal vernehmbarer Gedanken zu hören, die einen irgendwie schon lange begleiten: Es ist ja auch die Zeit, über das vergangene Jahr nachzudenken und vielleicht für das neue Jahr zu planen. Die Auswirkungen der Kriege und Krisen auf der Welt, die Folgen des Klimawandels und die Bemühungen, die Klimaziele zu erreichen, all das ist in diesem Jahr auf den landwirtschaftlichen Betrieben, in den Dörfern angekommen und führt in Familien auch zu Zukunftssorgen. Die vergangenen Jahre wurden dadurch geprägt, dass wir alle ständig lernen mussten, mit neuen Situationen und Krisen umzugehen. Für viele von uns ist noch nicht ersichtlich, welche Rolle jeder Einzelne in diesem gesellschaftlichen Wandel spielen wird, in dem wir uns mittendrin befinden. Das trifft auch für die Landwirtschaft zu.

Sie haben Anfang des Monats im Bauernblatt womöglich schon das Porträt über mich als die neue Bischöfin im Sprengel Schleswig und Holstein und damit auch etwas von meiner Verbundenheit mit der Landwirtschaft und dem ländlichen Raum gelesen. Ich bin sicher: Wir als Gesellschaft müssen Ihnen, den landwirtschaftlichen Familien, noch deutlicher und wertschätzender zeigen, wie sehr wir Sie brauchen und welche Rolle Sie bei der Gestaltung einer sozialökologischen Transformation spielen werden, die wir ebenfalls brauchen.
„Stille Nacht, heilige Nacht“ – auch in der Stille der ersten heiligen Nacht in der Weihnachtsgeschichte ist etwas zu vernehmen. Auch damals ist es in der Stille nicht ganz ruhig. Da ist die Angst der Hirten auf dem Feld. Sie haben sich erschreckt, als der Engel zu ihnen trat. Auch von der Aufregung bei Maria und Josef wird in dieser Nacht gewiss etwas zu hören gewesen sein.

Und doch wird es letztlich eine stille, heilige Nacht, weil man nach diesen Engelsworten nicht mehr viel sagen musste: „Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird. Denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids.“

Wir feiern zu Weihnachten, dass wir aus der Höhe angesehen und angesprochen sind. Wir sind seit dieser heiligen Nacht in ein anderes Licht gestellt. Auch uns gelten diese Worte: „Fürchtet euch nicht!“ Wir sind gemeint. Wir können hoffnungsvoller und zuversichtlicher ins Leben gehen. Wir sind nicht allein – bei allem, was da kommen mag.

Dafür brauchen wir nichts zu machen. Nicht groß schnacken. Es wird uns einfach zugesprochen – in dieser stillen und heiligen Nacht.

Ein Jahr ist kein Jahr – drei Maisjahre im Vergleich

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Die Sortenempfehlung Silomais für 2024 setzt sich aus den Versuchsergebnissen der Landwirtschaftskammer der Jahre 2021, 2022 und 2023 zusammen. Die Witterungsverläufe dieser Versuchsjahre zeigen, dass in der Jugendentwicklung oftmals ausgeprägte kühle Wetterphasen vorlagen, die einer zügigen Entwicklung entgegenwirkten. Sich anschließende höhere Temperaturen wurden dagegen vom Mais zum Längenwachstum gut ausgenutzt. Der Artikel beschreibt, wie die einzelnen Maissorten abgeschnitten haben.

In Tabelle 1 sind die Ergebnisse der diesjährigen Standorte der Landessortenversuche über das Versuchsmittel als Bezugsbasis zusammengefasst aufgeführt. Die Praxis wird in den diesjährigen Ergebnissen der Landessortenversuche gut abgebildet. Auffällig sind die zum Teil hohen Biogasausbeuten. In die Berechnung dieses Merkmals fließen unter anderem Fett- und Zuckergehalt ein. Der positiv bewertete Fettgehalt wurde in diesem Jahr höher ausgewiesen als in den Vorjahren. Der hingegen negativ in die Berechnungsformel einfließende reduzierte Zuckerwert ist geringer im Vergleich zu den Vorjahren. Die Trockensubstanzgehalte wurden wie in den Vorjahren direkt bei der Ernte online über NIRS ermittelt.

Die Sortenempfehlung 2024

Für die landesweite Silomais-Sortenempfehlung zur Futternutzung konnten sich Sorten mit hohen Stärke- und Energiegehalten bei hohen Trockenmasseerträge und guter Abreife mehrjährig behaupten. Die aufgeführte Sortenempfehlung Silomais 2024 zur Futternutzung (Grafik 1a) umfasst insgesamt 28 Sorten, wobei landesweit 18 Maissorten für die Rinderhaltung empfohlen werden. Die weiteren ausgewiesenen Maissorten für sicher abreifende Standorte sowie für mais- als auch grasbetonte Rationen sollten ebenfalls in der Anbauplanung Beachtung finden. Die einjährig aufgeführten Sorten sollten allenfalls zur Probe angebaut werden.

In die Silomais-Sortenempfehlung zur Energienutzung fließen mehrjährig hohe Trockenmasseerträge und passende Abreifen bei guten Biogasausbeuten der Prüfsorten ein. Die aufgeführte Sortenempfehlung Silomais 2024 zur Energienutzung (Grafik 1b) umfasst insgesamt 26 Sorten, wobei landesweit 15 Maissorten empfohlen werden. Die ausgewiesenen Maissorten für sicher abreifende Standorte sind ebenfalls zu beachten. Neu geprüfte Sorten mit einjährigen Versuchsergebnissen aus den Landessortenversuchen sollten wie bereits erwähnt nur im Probenanbau getestet werden.

Die passende Sorte finden

Für den kommenden Silomaisanbau empfiehlt die Landwirtschaftskammer schwerpunktmäßig Sorten mit mehrjährigen Versuchsergebnissen. Zur Entscheidung über Sorten für die jeweilige Nutzungsrichtung sollten neben den Sortenbeurteilungen (Tabellen 2 und 3) auch die mehrjährigen Auflistungen (Tabellen 4 und 5) betrachtet werden, anhand derer die Stabilität der Sorten über die Jahre zu erkennen ist.

Zur Blüte des Maises lagen gute, feuchte und warme Bedingungen zur Pollenschüttung vor.

In den geprüften und dargestellten Sortimenten gibt es viele Möglichkeiten, Maissorten für den jeweiligen Bedarf auszuwählen:

Maissorten mit hohen Stärke- und Energiegehalten bekommen bei ordentlicher Abreife und hohen Trockenmasseerträgen eine landesweite Empfehlung zur Futternutzung.

Maissorten mit einer landesweiten Empfehlung zur Energienutzung überzeugen bei guter Abreife mit ordentlichen Trockenmassegehalten und Biogasausbeuten.

Im ersten Jahr geprüfte Sorten mit guter Leistung werden lediglich zum Probeanbau empfohlen.

Maissorten, die auf sicher abreifende Standorte gestellt werden sollten, zeigen hohe Erträge und/oder Qualitäten beziehungsweise Ausbeuten, die Abreifen sind jedoch nicht angepasst.

Für die maisbetonte Ration werden Maissorten mit hohen Trockenmasseerträgen bei entsprechender Abreife empfohlen, deren Stärkegehalte jedoch unter dem Durchschnitt liegen.

Für die grasbetonte Ration werden Maissorten mit ordentlichen Stärkegehalten und/oder Elos-Werten empfohlen, die Trockenmasseerträge können unter dem Durchschnitt liegen.

Landesweit empfohlene Maissorten

Die hohe Leistungsfähigkeit der Maissorten in den Landessortenversuchen wird in den Ergebnissen deutlich. Die Sorten haben drei Jahre mit verschiedenen Witterungsereignissen während der Vegetation 2021, 2022 und 2023 durchlaufen.

Die Reihenfolge der Sortenbeschreibung richtet sich nach der Siloreifezahl im Sortiment und innerhalb der Gruppen nach dem Alphabet. Somit bedeutet die Reihenfolge der Sorten keine Wertung.

Für die landesweite Empfehlung konnten sich folgende Sorten aus dem frühen Silomaissortiment (S 200–S 220) behaupten:

• ‚Ileo‘ (S 200/K 200), im Jahr 2020 zugelassen, wird landesweit für die Futternutzung empfohlen. Die Sorte weist dreijährig im Mittel überdurchschnittliche Abreifen und Stärkegehalte bei durchschnittlichen Energiedichten und schwankenden Trockenmasseerträgen auf.

• ‚Agromilas‘ (S 210/K -) wird seit 2019 geprüft und erhält eine landesweite Empfehlung für die Energienutzung. Im Mittel der drei Versuchsjahre weist die Sorte ordentliche Abreifen und hohe Biogasausbeuten bei durchschnittlichen Trockenmasseerträgen auf.

• ‚Amanova‘ (S 210/K 230), bereits im Jahr 2017 zugelassen, wird nach dreijähriger Prüfung landesweit für die Futternutzung empfohlen. Die Sorte reift gut ab, weist im Mittel durchschnittliche Trockenmasseerträge und Energiedichten bei hohen Stärkegehalten auf.

• ‚Amarola‘ (S 210/K 190) steht seit 2022 in der Prüfung und wird nach zweijähriger Prüfung landesweit für die Futter- wie auch Energienutzung empfohlen. Über die beiden Jahre gemittelt, zeigt die Sorte durchschnittliche Futterqualitäten bei guter Abreife, hohen Erträgen und Biogasausbeuten bei angepasster Abreife.

• ‚Benco‘ (S 210/K -) wurde 2020 in den Niederlanden zugelassen und wird seit zwei Jahren in den Landessortenversuchen geprüft. Eine landesweite Empfehlung für die Energienutzung wird aufgrund der gemittelten hohen Biogasausbeute bei angepasster Abreife und durchschnittlicher Trockenmasseerträge ausgesprochen.

• ,Espirito‘ (S 210/K -) wurde 2018 zugelassen und wird landesweit für die Futternutzung empfohlen. Im Mittel der drei Versuchsjahre weist die Sorte gute Abreifen und hohe Trockenmasseerträge bei durchschnittlichen Futterqualitäten auf.

• ‚KWS Johaninio‘ (S 210/K 230) stammt aus dem Jahr 2019 und zeigt dreijährig im Mittel durchschnittliche Trockenmasseerträge und Energiedichten bei hohen Stärkegehalten und Biogasausbeuten mit angepasster Abreife. Die Sorte wird landesweit für die Futter- und Energienutzung empfohlen.

• ‚LG 31205‘ (S 210/K -) wurde 2017 in den Niederlanden zugelassen und steht seit 2020 in der Landessortenprüfung. Die Sorte weist dreijährig hohe Stärkegehalte bei ordentlicher Abreife sowie durchschnittlichen Trockenmasseerträgen und Energiekonzentrationen auf. Die Sorte wird landesweit zur Futternutzung empfohlen.

• ‚LG 31207‘ (S 210/K -), im Jahr 2019 in den Niederlanden zugelassen, wird nach zweijähriger Prüfung landesweit sowohl zur Futter- als auch zur Energienutzung empfohlen. Die Sorte überzeugt durch angepasste Abreife, hohe Stärkegehalte und Trockenmasseerträge bei durchschnittlichen Energiedichten und Biogasausbeuten.

Der September war außergewöhnlich heiß, trocken und sonnenscheinreich, die Kolben- und Körnerabreife ging sehr schnell voran, während die Restpflanzen sehr grün blieben und somit eine geringe Gesamtpflanzenabreife vortäuschten.

• ‚Rancador‘ (S 210/K 220), im Jahr 2018 zugelassen, erhält abermals die Empfehlung für die Futter- und Energienutzung. Im Mittel der zurückliegenden drei Versuchsjahre weist die Sorte hohe Trockenmasseerträge und durchschnittliche Qualitäten wie Ausbeuten bei angepasster Abreife auf.

• ‚Wesley‘ (S 210/K 240) wurde 2022 vom Bundessortenamt zugelassen und wird für die Futter- und Energienutzung empfohlen. Die Sorte zeichnet sich zweijährig durch hohe Trockenmasseerträge, Stärkegehalte und Biogasausbeuten bei angepasster Abreife und durchschnittlichen Energiekonzentrationen aus.

Aus dem mittelfrühen Silomaissortiment (S 230–S 250) werden landesweit empfohlen:

• ‚Amaroc‘ (S 230/K -) stammt aus dem Jahr 2016 und wird nach dreijähriger Prüfung landesweit für die Futter- und Energienutzung empfohlen. Die Sorte reift überdurchschnittlich ab und weist im Mittel durchschnittliche Stärkegehalte, Energiedichten, Biogasausbeuten und hohe Trockenmasseerträge auf.

• ‚KWS Jaro‘ (S 230/K 240), 2020 zugelassen, wird ebenfalls landesweit für die Nutzungsrichtungen Futter und Energie empfohlen. Die Sorte reift im Mittel der drei Versuchsjahre überdurchschnittlich ab, weist sehr hohe Stärkegehalte und hohe Biogasausbeuten auf. Durchschnittliche Trockenmasseerträge und Energiekonzentrationen ergänzen die Sortenleistung.

• ‚KWS Robertino‘ (S 230/K 240) wurde 2019 zugelassen. In den drei zurückliegenden Versuchsjahren überzeugt die Sorte mit überdurchschnittlicher Abreife, hohen Trockenmasseerträgen und Stärkegehalten bei durchschnittlichen Energiedichten und Biogasausbeuten. Die Sorte wird erneut landesweit zur Futter- und Energienutzung empfohlen.

• ‚LG 31238‘ (S 230/K 220) wurde ebenfalls 2019 zugelassen und bekommt ein weiteres Mal eine Empfehlung für die Futter- und zur Energienutzung. Dreijährig weist die Sorte eine angepasste Abreife mit durchschnittlichen Energiedichten und Biogasausbeuten auf. Erzielte hohe Trockenmasseerträge wie auch durchschnittliche Stärkegehalte schwanken im Mittel der Prüfjahre.

• ‚LG 32257‘ (S 230/K 240), 2022 zugelassen, wird landesweit für die Futternutzung empfohlen. Die Sorte reift zweijährig geprüft angepasst ab, zeigt sehr hohe Stärkegehalte sowie durchschnittliche Trockenmasseerträge und Energiegehalte.

• ‚Micheleen‘ (S 230/K 230) aus dem Jahr 2020 weist im Mittel der drei Prüfjahre hohe Stärkegehalte auf. Bei guter Abreife, durchschnittlichen Trockenmasseerträgen und Energiedichten erhält die Sorte abermals landesweit die Empfehlung für die Futternutzung.

• ‚DKC 3419‘ (S 240/K -) wurde 2021 zugelassen. Über die drei Versuchsjahre zeigt die Sorte gute Abreifen. Mit schwankenden durchschnittlichen Trockenmasseerträgen und hohen Biogasausbeuten erhält sie landesweit eine Empfehlung zur Energienutzung.

• ‚Greatful‘ (S 240/K 240), im Jahr 2021 zugelassen, wird nach dreijähriger Prüfung landesweit für die Futternutzung empfohlen. Im Mittel der zurückliegenden Versuchsjahre überzeugt die Sorte mit angepasster Abreife, sehr hohen Stärkegehalten, hohen Energiedichten und durchschnittlichen Trockenmasseerträgen.

• ‚KWS Otto‘ (S 240/K -) wurde im Jahr 2020 zugelassen. In den aufgeführten drei Prüfjahren konnte die Sorte durchschnittlich schwankende Erträge bei überdurchschnittlicher Abreife erreichen. Mit mehrjährig erzielten hohen Stärkegehalten und Biogasausbeuten wird sie landesweit für die Futter- und Energienutzung empfohlen.

• ,Plutor‘ (S 240/zirka K 240), vom Bundessortenamt 2022 zugelassen, wird nach zweijähriger Prüfung für die Futternutzung empfohlen. Die Sorte weist hohe Stärkegehalte bei schwankender angepasster Abreife und schwankenden durchschnittlichen Trockenmasseerträgen auf.

• ‚ES Traveler‘ (S 250/K 250) wurde 2021 zugelassen und ist für die Energienutzung empfohlen. Die Sorte zeichnet sich dreijährig durch schwankende hohe Trockenmasseerträge sowie durchschnittliche Biogasausbeuten aus. Die Abreife weist durchschnittlich ebenfalls Schwankungen in den Prüfjahren auf.

• ‚Haiko‘ (S 250/K -), auch aus dem Jahr 2021, weist im Mittel dreijährig hohe Leistungen in Ertrag und Biogasausbeute auf. Die Abreife ist angepasst. Die Sorte wird landesweit für die Energienutzung empfohlen.

Die aufgeführten Sorten im ersten Jahr mit guten Leistungen 2023 sollten nur im Probenanbau Verwendung finden, denn gute Ergebnisse aus nur einem LSV-Jahr lassen zwar das hohe Leistungspotenzial neuer Sorten erkennen, sagen aber nichts über die Ertragsstabilität einer Sorte aus. In diesem Jahr ist sehr auffällig, dass die einjährigen Prüfsorten überwiegend nicht mit den mehrjährig in den Landessortenversuchen stehenden Silomaissorten mithalten konnten.

Die Silomaisernte begann im letzten Drittel des Septembers. Ab der ersten Oktoberwoche setzten dann über den Monat hinweg Niederschläge ein, die die Ernte ab etwa Mitte Oktober stoppten, vielerorts war eine Befahrbarkeit der Maisflächen nicht mehr gegeben.

Weitere Sorten mit Anbauwürdigkeit

Es gibt weitere Maissorten, die ebenfalls in bestimmten Nutzungsrichtungen beziehungsweise auf bestimmten Standorten eine Anbauwürdigkeit in Schleswig-Holstein haben und nicht außer Acht gelassen werden sollten. Im Folgenden sind Sorten genannt, die im mehrjährigen Mittel entsprechend gute Leistungen erzielt haben, jedoch in dem einen oder anderen Merkmal nicht mit den landesweit empfohlenen Sorten mithalten konnten.

Für maisbetonte Rationen sind die Sorten ‚RGT Exxon‘ (S 220) und ‚LG 31245‘ (S 240) empfohlen. Die aufgeführten Sorten zeichnen sich durch stabile hohe Trockenmasseerträge bei guter Abreife aus, sind jedoch im Stärkegehalt unterdurchschnittlich. Die mittelfrühe Sorte stand in den Jahren 2021 und 2023 in der Prüfung.

Für die grasbetonte Ration werden die Sorten ‚P 7381‘ (S 190) und ‚Farmactos‘ (S 230) empfohlen. Die zweijährig geprüften Sorten reifen entsprechend der Reifegruppe ordentlich ab, weisen überdurchschnittliche Stärkegehalte auf, die Trockenmasseerträge können jedoch unter dem Durchschnitt liegen.

Auf sicher abreifenden Standorten sollten für die Futternutzung die mehrjährig geprüften Sorten ‚LG 30258‘ (S 240), ‚Privat‘ (zirka S 240), ‚EC Gisella‘ (zirka S 250) und ‚Glutexo‘ (S 250) angebaut werden, um die Abreife für die jeweilige Nutzungsrichtung zu sichern. Für die Energienutzung wird empfohlen, folgende Silomaissorten auf sicher abreifende Standorte zu stellen: ‚SY Liberty‘ (S 210), ‚Farmarquez‘ (S 220), ‚Jakleen‘ (S 220), ‚LG 31223‘ (S 220), ‚DKC 3414‘ (S 250), ‚DKC 3418‘ (S 250), ‚DKC 3438‘ (S 250), ‚EC Gisella‘ (zirka S 250) und ,LG 31272‘ (S  250).

In der Praxis bewährte Sorten, die hier nicht in der Sortenempfehlung stehen, können weiterhin Beachtung finden und angebaut werden.

Fazit

Hierzulande werden die Silomaissorten in den Landesortenversuchen getrennt nach den Reifegruppen früh und mittelfrüh geprüft und bewertet. Nach wie vor ist die Sortenvielfalt im Maisanbau sehr groß, sodass der Nord-Ostsee-Kanal die Reifegruppentrennung zwischen den Sortimentsprüfungen bildet. Denn nicht jedes Sortiment kann an jedem Standort geprüft werden. Dabei bilden regionale Ergebnisse über Jahre hinweg die Grundlage für die Sortenempfehlung Silomais. Sie sind unerlässlich, um witterungsbedingte Besonderheiten über die Jahre aufzuzeigen, die sich in Stärken und Schwächen jeder einzelnen geprüften Maissorte wiederfinden.

Weitere Informationen zu den Maissorten finden sich unter www.lksh.de/landwirtschaft/ackerkulturen-von-ackerbohnen-bis-zwischen­fruechte/mais/ sowie unter www.lksh.de/versuchsdatenbank-der-landwirtschaftskammer-schleswig-holstein/


Wie war die Witterung für den Mais?

Die diesjährige Maisaussaat in Schleswig-Holstein lief im letzten Drittel des Aprils langsam an. Der überwiegende Anteil an Mais als Hauptfrucht wurde im Mai gedrillt, Befahrbarkeit der Ackerflächen und angepasste Witterungsbedingungen mussten vielerorts abgewartet werden. Die Aussaattage waren trotz vieler Sonnenstunden aufgrund kalter Winde recht frisch. Die Niederschläge der vorherigen Monate setzten sich im Mai nicht fort, doch bis über die Monatsmitte hinweg blieb es kühl. Pflanzenausfälle durch Fritfliegenbefall nach dem Auflaufen des Maises waren gering. Die jungen Maispflanzen wuchsen zunächst zügig davon. In den Versuchen wurde kein Vogelfraß festgestellt.

Der Juni war äußerst trocken, äußerst sonnenscheinreich und warm. Mitte Juni zeigte sich mancherorts Hagelschaden an Mais. In der zweiten Junihälfte waren die Reihen beim Mais als Hauptfrucht geschlossen. Die warme Trockenphase dauerte bis Ende Juni, Wachstumsdepressionen konnten nicht ausgeschlossen werden. Auf sehr leichten Ackerflächen begann der Mais die Blätter zu rollen. Der bereits ersehnte Regen kam im Juli. Diese Kombination aus Wärme und Wasser nutzte der Mais zusehends für sich zum Wachsen. Auftretende Stürme mit Niederschlägen in der ersten Juliwoche haben keinen nennenswerten Schaden im Mais durch Pflanzenausfälle verursacht. Zur anstehenden Blüte lagen gute Bedingungen für die Pollenschüttung vor.

Die Monate Juli und August waren äußerst nass und kühl, Beeinträchtigungen der Kolbenentwicklung gab es nicht. Der September war außergewöhnlich heiß, trocken und sonnenscheinreich, die Kolben- und Körnerabreife ging sehr schnell voran, während die Restpflanzen sehr grün blieben und somit eine geringe Gesamtpflanzenabreife vortäuschten. In der ersten Oktoberwoche setzten über den Monat hinweg Niederschläge ein, die die Ernte ab etwa Mitte Oktober stoppten. Vielerorts war eine Befahrbarkeit der Maisflächen nicht mehr gegeben.

In den beiden vorangegangenen Versuchsjahren 2021 und 2022 war das Frühjahr ebenfalls kühl, Niederschläge fielen. Die Wärme zog erst ab Mitte Juni langsam ins Land, Wasser und Wärme nutzte der Mais und streckte sich zusehends. Die Blüte fand in beiden Jahren Ende Juli statt. Im August folgte Sommerhitze, die 2022 zu Trockenstress und Trockenschäden an den Maispflanzen führte. Einsetzende Niederschläge im September durchgrünten den Mais wieder, wenn die Restpflanzen vorher noch nicht komplett verbräunt gewesen waren. Die Silomaisernte verlief bei ruhigem Erntewetter mit einzelnen Schauern bis in den Oktober hinein. 2021 traten in der ersten Oktoberhälfte zur Silomaisernte hin hohe Mengen an Niederschlägen auf.