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In Deutschland werden wieder mehr Eier gegessen. Wie das Bundesinformationszentrum Landwirtschaft (BZL) auf Grundlage vorläufiger Daten mitteilte, stieg der durchschnittliche Pro-Kopf-Verbrauch 2023 gegenüber dem Vorjahr um sechs Stück auf 236 Eier.
In den Jahren 2020 und 2021 war der Verzehr von Eiern rückläufig gewesen. Der Nahrungsverbrauch insgesamt – einschließlich der Eier in eihaltigen Produkten wie Backwaren oder Nudeln – lag bei 19,92 Milliarden Stück; das waren 3 % mehr als 2022. Den größeren Bedarf führt das BZL einerseits auf die gewachsene Bevölkerungszahl zurück, andererseits auf ein verändertes Verbraucherverhalten. 2022 waren die Preise für Eier im Handel sowie für eihaltige Produkte spürbar gestiegen und hatten eine Kaufzurückhaltung ausgelöst. 2023 war die Teuerung teilweise nicht mehr so stark ausgeprägt wie bei anderen Nahrungsmitteln. Auch flexitarische Ernährungsweisen mit weniger Fleisch, aber mehr Eiern könnten einen Einfluss gehabt haben.
Dem gestiegenen Verbrauch stand 2023 eine erstmals seit Jahren rückläufige inländische Konsumeierzeugung gegenüber. Das Eieraufkommen sank im Vorjahresvergleich um knapp 1 % auf 14,64 Milliarden Stück. Grund hierfür waren der leicht auf 50,3 Millionen Tiere gesunkene Legehennenbestand sowie eine etwas schwächere Jahreslegeleistung, die im Schnitt um ein halbes Ei auf 291,4 Stück abnahm. Laut BZL hatte hierauf auch die vermehrte Freilandhaltung mit einer etwas geringeren Legeleistung einen Einfluss. Der Selbstversorgungsgrad ist um 2,8 %-Punkte auf 72,8 % zurückgegangen.
Die geringere Eigenerzeugung bei gewachsener Nachfrage hat 2023 die Importe von Schaleneiern gegenüber dem Vorjahr um knapp 8 % steigen lassen. Bei Eiprodukten wie Vollei, Eigelb und Eiweiß legte die Einfuhr um 4 % zu. Dem BZL zufolge stammten 75 % der Importe von Schaleneiern aus den Niederlanden, gefolgt von Polen mit 12 % sowie Dänemark und Belgien mit jeweils 3 %. Erstmals trat Rumänien mit rund 3 % der Lieferungen als Herkunftsland in Erscheinung. Aufgrund der größeren Nachfrage im Inland, vor allem nach Eiern ohne Kükentöten, sanken die deutschen Ausfuhren von Eiprodukten um knapp 19 %, die von Schaleneiern um 4 %.age
Früher lebte Diana Hauschildt in der pulsierenden Großstadt Hamburg, vertrieb und vermarktete erfolgreich dänische Lifestyleprodukte. Heute ist sie auf der Halbinsel Eiderstedt in der beschaulichen 320-Seelen-Gemeinde Kirchspiel Garding zu Hause und in St. Peter-Ording mit dem Angebot „Lass uns MEER erleben“ als Natur-Coachin aktiv. Zum Internationalen Frauentag traf das Bauernblatt eine starke Frau, die einen Neuanfang wagte und auch anderen Mut zur Veränderung machen will.
Gummistiefel, wetterfester Parka und Mütze dürfen nicht fehlen, wenn die Natur-Coachin zu ihren Touren aufbricht. Die gebürtige Husumerin kam nach verschiedenen beruflichen Stationen und Jahren im In- und Ausland wieder in die alte Heimat zurück. An diesem Morgen möchte sie bei einem Spaziergang auf dem Strandabschnitt Ording ihre Arbeitsweise vorstellen.
Gummistiefel sind das Markenzeichen der Natur-Coachin.
Zunächst geht es eine kleine Anhöhe hinauf, bis die Weite des Strandes und das auflaufende Meer in den Blick kommen. Himmlisch! Eine Möwe kreischt, eine leichte Brise weht, die Sonne scheint und in der Ferne ist das Rauschen der Wellen zu hören. Diana Hauschildt bleibt an einer Markierung stehen. „An dieser Schwelle empfehle ich den Teilnehmenden meiner Touren, die Smartphones auszuschalten und erst einmal zu schweigen. So können sie sich am besten mit der Natur, die sie umgibt, verbinden“, erklärt sie und geht gemächlich weiter. „Langsam ist das neue Schnell, sage ich ihnen, wenn sie meinen, besonders zügig laufen zu müssen“, ergänzt sie schmunzelnd. Wir betreten einen Holzbohlenweg, der sich nach einer Weile nach rechts und links gabelt. „So wie im Leben, bei dem es manchmal entweder in die eine oder andere Richtung gehen kann“, sinniert Diana Hauschildt.
Monatlich bietet sie hier zum Sonnenaufgang einen zweistündigen Strandspaziergang unter dem Motto „Ein Morgen für das Ich“ mit bis zu fünf Teilnehmenden an. „Ich begleite die Gruppe mit angeleiteten Übungen und Meditationen für eine bessere Naturwahrnehmung. Ich lade sie ein, sich von der Hektik des Alltags zu lösen und sich auf eine Reise zu begeben, die sie in Einklang mit der Natur und ihrer inneren Kraft bringt“, erläutert sie. Noch einige Schritte, dann stoppt sie erneut. „Hier bitte ich die Spaziergänger, sich 15 Minuten dem Sammeln von Natursymbolen zu widmen. Das können beispielsweise Steine, Muscheln, Federn, Schnecken oder etwas ganz anderes sein, das ihnen ins Auge fällt und sie intuitiv anspricht.“ Später werde sie auflösen, was es damit auf sich habe. Alle Sinneseindrücke bewusst wahrnehmend, spazieren wir weiter und die 46-Jährige erzählt darüber, was Natur-Coaching eigentlich ist. „Natur-Coaching ist Coaching in und mit der Natur, ob am Meer, auf dem Deich, im Wald oder in den Bergen. Es ist beeindruckend, wie sehr der Aufenthalt in der Natur die Bearbeitung von privaten und beruflichen Fragestellungen unterstützen kann. Die körperliche Bewegung fördert dabei ebenso die geistige und emotionale Beweglichkeit.“ Entspannung, Zufriedenheit, positive Gefühle und Gedanken stellten sich ein, zündende Ideen könnten fließen. Diese subjektiven emotionalen und mentalen Wirkungen bestätigten auch Forschungen aus der Naturpsychologie. „In der Natur liegt die Weisheit. Sie ist der ideale Ort, um Einstellungen zu erweitern und Altvertrautes aus einem neuen Blickwinkel zu sehen“, ist die Natur-Coachin überzeugt.
Meererleben ist: … mit geschlossenen Augen der Struktur auf der Schalenhälfte einer Muschel nachzuspüren.
Diese Erfahrung machte sie auch selbst. 15 Jahre übte sie mit Elan, Herzblut und Passion eine berufliche Tätigkeit mit Führungsverantwortung in der Interieur-Branche aus. Doch gleichzeitig sehnte sie sich nach ihren Wurzeln in Nordfriesland. „Ich war regelmäßig dort, mietete dann eine Ferienwohnung, aber irgendwann hatte ich den Wunsch nach einem Zweitwohnsitz.“ Im Tümlauer Koog fand sie 2018 eine Wohnung und pendelte fortan zwischen zwei Welten: dem schnellen Großstadtgetöse in Hamburg und dem entschleunigten Leben im Koog. Veränderungen am Arbeitsplatz rund um die Corona-Pandemie veranlassten sie, ihr bisheriges Leben gründlich auf den Prüfstand zu stellen. „Das tägliche System von immer schneller, höher, weiter tat mir nicht gut. Ich wollte kein Teil mehr davon sein“, schaut sie zurück. In ihrem Inneren sei die Frage aufgetaucht: Was würdest du tun, wenn du keine Angst hättest?
Noch legte sich kein konkreter Weg unter ihre Füße, aber im Vertrauen auf sich kündigte Diana Hauschildt die Hamburger Wohnung und verließ die Firma, für die sie bis dahin in Festanstellung tätig gewesen war. Im Februar 2022 begründete sie mit ihrem Partner einen neuen Lebensmittelpunkt in Kirchspiel Garding. „Es fiel mir anfänglich schwer, von 180 Umdrehungen auf null herunterzufahren und aus dem Hamsterrad auszusteigen“, gesteht sie. Acht Wochen nahm sie sich Zeit, um darüber nachzudenken, was sie jetzt mit ihrem Leben anfangen wollte. Als Morgenmensch ging sie jeden Tag zum Sonnenaufgang an den Strand, ins Watt oder an die Deichkante. Sie genoss die Weite und Stille und spürte, dass diese Spaziergänge ihr guttaten, dass sie ihre Gedanken ordneten und Kreativität zum Fließen brachten. Etwas mit der Natur und mit Menschen zu machen, in und für die geliebte Heimatregion etwas zu bewirken und aufzubauen, dieses Ansinnen kristallisierte sich bald deutlich heraus.
Beim Natur-Coaching taucht Diana Hauschildt achtsam in die Natur ein und nützt sie als Zugang zu wahren Bedürfnissen und verdeckten Ressourcen.
Sie recherchierte im Internet und fand ein Weiterbildungsangebot zum zertifizierten integrativen Natur-Coach bei Trainerin Katja Dienemann im baden-württembergischen Wilhelmsfeld, welches sie sofort ansprach. Schon wenig später nahm sie mit Freude und Entdeckergeist daran teil. Sie entwickelte eine eigene Natur-Coaching-Methode, bei der man mit Elementen der Natur und Achtsamkeit in Veränderungsprozesse und in Verbundenheit mit sich selbst kommen kann. Als frischgebackene Natur-Coachin und Gründerin von „Lass uns MEER erleben“ startete sie schließlich 2023 mit einem vielfältigen Angebot für Einzelpersonen, Gruppen und Teams in die Selbstständigkeit. Daneben fand sie als Koordinatorin eines Familienzentrums der Diakonie eine Teilzeitbeschäftigung.
Heute führt sie ein sinnerfülltes Leben im Einklang mit den eigenen Wünschen, Gefühlen und Ressourcen und hat ihr Gleichgewicht zwischen Stabilität und Wachstum gefunden. All das will die Nordfriesin ebenfalls anderen Menschen vermitteln, die mehr Klarheit für ihren weiteren Weg wünschen. „Ich möchte ihnen helfen, den inneren Kompass neu auszurichten und den eigenen Leuchtturm zu entdecken, der ihnen Orientierung für ihren Weg gibt und sie nicht das Ziel aus den Augen verlieren lässt, wenn der Seenebel des Alltags sie umgibt.“
Meererleben ist: … die Einladung, Natursymbole als Wegweiser für die eigene Entwicklung zu erkennen.
Mittlerweile sind wir am Meer angekommen. Diana Hauschildt lehnt sich für ein Foto an einen Holzpfahl in der Brandung. Wieder aus dem Nass, erzählt sie, warum Natursymbole im Coaching bedeutsam seien. „Sie können als wertvolle Wegweiser, Metaphern oder Projektionsfläche verstanden werden. Eine gefundene Möwenfeder kann vielleicht dafür stehen, dass ich wieder mehr Leichtigkeit in mein Leben bringen will. Das leere Schneckenhaus könnte einen Neuanfang symbolisieren.“ Mit einer Gruppe wäre sie jetzt weiter an den Pfahlbauten vorbei in Richtung Ording-Nord unterwegs, würde Achtsamkeitsübungen machen, den einen oder anderen „Gedankenanstupser“ geben und danach über das Meererleben reden. Damit würde sie den Teilnehmenden ermöglichen, gewonnene Erkenntnisse später auch in den Alltag zu integrieren. Wir kürzen das Programm etwas ab und kehren mit vom Nordseewind geröteten Wangen zum Parkplatz zurück. Schön war’s – inspirierend, erstaunlich und unerwartet. Diana Hauschildt streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelt zufrieden. Auch andere möchte sie inspirieren, einen Neuanfang zu wagen, wenn die Zeit dafür reif ist. „Ich bin bewusst meinem Herzen gefolgt und habe so das Glück am Meer gefunden“, resümiert sie. Weitere Informationen unter lassunsmeererleben.de und bei Instagram: @lassunsmeererleben
Noch befinden sich die Villa Wachholtz sowie die weiteren Ausstellungsräume und der Skulpturenpark der Herbert-Gerisch-Stiftung in Neumünster offiziell in der Winterpause. Doch wird schon hinter den Kulissen fleißig an den neuen Ausstellungen des Jahres und am Rahmenprogramm gearbeitet, um dann am 24. März mit großem Elan und voller Begeisterung in das Ausstellungsjahr 2024 zu starten.
„Und wir starten reich beschenkt in das neue Jahr“, erklärte die Stiftungsvorsitzende Brigitte Gerisch bei Vorstellung des Jahresprogramms. So gab es gleich mehrere Schenkungen, „die unsere Sammlungen wunderbar ergänzen“. So spendete die Werkstatt für Bildhauerei Niels Dietrich aus Köln erneut ein Konvolut an Arbeiten des Keramikkünstlers Norbert Prangenberg. Fünf außergewöhnliche Skulpturen sowie sechs farbenfrohe Aquarelle ergänzen fortan den Bestand seines Werkes in der Stiftung.
Mit einer besonderen Schenkung überraschte Ilse Kütemeier, die Witwe des bedeutenden, 2013 verstorbenen Steinbildhauers Klaus Kütemeier, die Stiftung: In Verbindung mit dem Erwerb einiger seiner Arbeiten wird der Park um eine monumentale Außenskulptur aus dem Nachlass des Künstlers reicher. „Geplant ist, das Werk zu einem späteren Zeitpunkt würdigend vorzustellen“, so die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Herbert-Gerisch-Stiftung, Yanine Esquivel.
Und noch eine weitere Schenkung sorgt für Freude, die in Bezug zu einer Ausstellung im Jahr 2008 steht: Die Erbengemeinschaft Breloh schenkt der Stiftung vier Werke aus dem Nachlass des Künstlers Heinz Breloh, die zusammen mit erworbenen sowie Leihgaben in der diesjährigen großen Sommerausstellung gezeigt werden. „Der Familie Breloh war es immer wichtig, dass das künstlerische Wirken Heinz Brelohs neben Standorten in Köln oder Bochum auch hier im Norden sichtbar wird“, erläuterte Brigitte Gerisch. Seine „Skulptur als Körperspur“ entstand im wahrsten Sinne des Worte mit vollem Körpereinsatz und war 2008 erstmals in der Gerisch-Stiftung zu sehen. „Meine Arbeit geht intensiv der Frage nach, wie heute figurative Skulptur entstehen kann. In einem dialogischen Prozess zwischen der realen oder gedachten Bewegung meines Körpers und den Vorstellungen vom Körper als Plastik entstehen dreidimensionale Reflexionen der bildnerischen Existenz“, soll Heinz Breloh 1997 selbst über seine Arbeit gesagt haben. Er verstarb 2001 in Köln.
Messing-Guss von Manfred Sihle-Wissel nach einem Gips von 1970
Den Start in den Ausstellungsreigen macht am Sonntag, 24. März, um 12 Uhr der in Estland geborene Bildhauer und Maler Manfred Sihle-Wissel. Zu Ehren seines 90. Geburtstages widmet ihm die Stiftung eine große Jubiläumsausstellung, die der Künstler ganz nach seinen eigenen Vorstellungen und mit seinen Wunscharbeiten gestalten darf. In „Sihle-Wissel XC“, so der Titel der Ausstellung, wird die ganze Bandbreite seines Lebenswerkes zu sehen sein, und das in der kompletten Villa, also sowohl in den klassischen Ausstellungsräumen im Obergeschoss wie auch im Café Harry Maasz. „Es ist das erste Mal, dass wir eine Ausstellung in dieser Konstellation präsentieren“, so Brigitte Gerisch. Zu sehen sein werden Bronzen, Aquarelle, Collagen, Reliefarbeiten und Holzschnitte. Zur Eröffnung erscheint ein „Album“-Katalog und es wird am Donnerstag, 18. April, um 18 Uhr ihm zu Ehren ein Art-Dinner geben. Informationen dazu sowie zu allen anderen Ausstellungen und Veranstaltungen gibt es auf der Internetseite der Stiftung unter gerisch-stiftung.de
Ebenfalls am 24. März überraschen Studierende der Muthesius-Kunsthochschule Kiel in der Galerie, in der Remise sowie im Souterrain mit ihren Arbeiten „reflections“. „Wir werden uns überraschen lassen, wie und womit sie die Räumlichkeiten gestalten werden. Wir wissen nur, dass sie sich künstlerisch mit der Geschichte der Herbert-Gerisch-Stiftung, des Parks und der Umgebung auseinandergesetzt haben. Dabei geht es immer um das Thema Reflexion“, erläuterte Yanine Esquivel. Im vergangenen Jahr haben die Herbert-Gerisch-Stiftung und die Galerie Rainer Gröschl aus Kiel zum ersten Mal den mit 10.000 € dotierten, länderübergreifenden Kunstpreis G+G Art Award Nord ausgelobt. Jetzt zeigen der Preisträger Villiam Miklos Andersen und die neun Finalistinnen und Finalisten des Kunstpreises ihre aktuellen Arbeiten parallel in der Galerie Rainer Gröschl in Kiel und in der Villa Wachholtz in Neumünster. Die Eröffnung findet am Sonntag, 28. April, in der Galerie Rainer Gröschl in Kiel statt.
Die Sommerausstellung mit der großen Werkschau „Die Spur des Bildhauers – Wiedersehen mit Heinz Breloh“ widmet sich allen Schaffensphasen des Kölner Bildhauers Heinz Breloh und zeigt sein breites Spektrum von der Film- und Fotokunst aus den 1970er Jahren über großformatige Gipsplastiken bis hin zu sinnlichen Keramiken der 1990er Jahre. Auch hierzu wird es einen Katalog sowie ein Art-Dinner geben.
Bronzefigur aus dem Jahr 1991 von Heinz Breloh
Schulen und Schüler im Land können sich wieder auf das museumspädagogische Programm unter Leitung von Wilhelm Bühse freuen. „Dazu erwarten wir wieder zahlreiche Schulklassen und Kindergartengruppen im Rahmen von ,Kunst trifft Schule‘ und ,Kunst trifft Schule digital‘, darauf freue ich mich schon sehr“, so Bühse. Ergänzt werden die Ausstellungen und die Museumspädagogik durch ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, mit Teilnahmen an Festen und Ausstellungen in und um Neumünster, mit Lese- und Filmabenden und vielen weiteren Terminen.
Unumgänglich sind Bau- und Sanierungsarbeiten an der Fassade der Villa und an der Galerie-Terrasse. Diese wurde bereits seit September des vergangenen Jahres komplett neu gestaltet und wird künftig als sechster Ausstellungsort Besuchern über die Treppe aus dem Park zugänglich gemacht. „Ein Baufehler aus den 1960er Jahren führte immer wieder zu Wasseransammlungen. Die Terrasse war wie eine Badewanne ohne Abfluss“, erklärte Hans-Ulrich Hölk, stellvertretender Vorsitzender im Stiftungsvorstand und Sohn von Brigitte Gerisch, der die Bau- und Sanierungsarbeiten betreut. Und auch die Villa komme in die Jahre, besonders die Fassade, die nach Absprache und mit Zustimmung der Denkmalschutzbehörden 2025 saniert werden soll. „Dazu laufen aktuell noch Gespräche“, sagte Hölk, der davon ausgeht, dass alle Maßnahmen im kommenden Jahr ausgeführt werden können, damit die Villa rechtzeitig zum 25-jährigen Bestehen der Stiftung 2026 im neuen Glanz erstrahlt.
Farbenfrohes Aquarell von Norbert Prangenberg Fotos: Gerisch StiftungHans-Ulrich Hölk, Brigitte Gerisch, Yanine Esquivel und Wilhelm Bühse (v. li.) auf der neu gestalteten Terrasse. Foto: Iris JaegerVilliam Miklos Andersen, Consignment Nr. 13 (Earthly Delights), 2021Vorschaubild zur Ausstellung „reflections“Tapisserien, Collagen, Grafiken, Malerei und Skulpturen von Jiri Tichy in Passau, Foto: MMK PassauNach dem Umbau ist die Terrasse fortan für die Besucher von der Treppe aus dem Park zugänglich
Wer sich ab kommendem Sonnabend, 9. März, auf den historischen Rundgang in Schloss Gottorf begibt, wird sein (cyan)blaues Wunder erleben. Denn das ist die bevorzugte Farbe von Konzeptkünstlerin Anja Schindler, mit der sie in einen Dialog zu der Ausstellung, den Räumlichkeiten und der Historie tritt und die sie mit ihren gefärbten Objekten widerspiegelt – ein Spiegel der Welt. So lautet auch der Titel der Ausstellung, die bis zum 6. Oktober zu erleben ist.
Zwei Jahre lang hat sich Anja Schindler auf diese Ausstellung vorbereitet, Schriften und Bücher studiert, recherchiert, sich tief in die Geschichte des Schlosses und des Landes zu Zeiten Herzog Friedrich III. eingearbeitet. Insgesamt 20 Installationen über zwei Etagen verwandeln die Gottorfer Dauerausstellung im historischen Rundgang.
Foto: Iris Jaeger
In jedem Raum gibt es etwas Neues zu entdecken, das neugierig macht auf das, was sie mit ihren Interventionen widerspiegelt. „Dadurch wird man auch immer wieder auf Objekte aufmerksam gemacht, die man vorher so noch nicht gesehen hat. Das ist es, was Kunst kann – den Blick zu öffnen und Horizonte zu orten“, sagte Kurator der Ausstellung, Dr. Ingo Borges. „Anja Schindlers Objekte und vielteilige Arrangements in leuchtendem Cyanblau laden zur Auseinandersetzung mit der barocken Glanzzeit des Gottorfer Hofes im 17. Jahrhundert unter Herzog Friedrich III. und seinen Nachfolgern ein“, lautet die Beschreibung. Von der Mitte des 17. bis ins frühe 18. Jahrhundert war die Residenz der Herzöge und Herzoginnen von Schleswig-Holstein-Gottorf eine in ganz Europa berühmte Stätte des Wissens, der bildenden Kunst, Musik und Gartenkunst. Insbesondere die kostbare Bibliothek, die reiche Kunst- und Wunderkammer, der Terrassengarten mit seiner legendären Pflanzensammlung und der begehbare Riesenglobus zogen Bewunderer an. Die Atmosphäre jener Zeit hat Anja Schindler in eine eigene aktuelle Bildsprache umgesetzt und die barocken Ideen in Form von künstlerischen Interventionen an den Originalschauplätzen neu interpretiert.
Foto: Iris Jaeger
Einst wollte man mit den Kunst- und Wunderkammern die ganze Welt in einen Raum holen, erforschen und verstehen. Die versammelten Objekte spiegelten den (damals bekannten) Kosmos wider. Nun entsteht durch Anja Schindlers Werke ein neuer Spiegel der Welt. Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft treten in Dialog. Besucherinnen und Besucher des Schlosses können sich entlang der leuchtend blauen Kunstinstallationen über zwei Stockwerke auf eine Entdeckungsreise begeben.
Die erste große Installation findet sich in der Gotischen Halle. Mit ihr knüpft Anja Schindler an die ehemalige Nutzung dieses Raumes an: Um 1500 entstanden, wurde der Saal im 17. Jahrhundert als Hofbibliothek genutzt. Eine große und überaus kostbare Büchersammlung wurde hier aufbewahrt. Einen besonderen Schatz der Bibliothek stellte der Gottorfer Codex dar. Dies ist ein vierbändiger Pflanzen- und Blütenatlas von 1649/59 mit 1.180 Pflanzenbildern. Anja Schindler erinnert daran mit ihren in Öl eingelegten Pflanzen-Zeichnungen auf alten Dokumenten und den in Gläsern konservierten Früchten und Pflanzenteilen. Auch auf die Wurzeln der Pflanzen nimmt sie Bezug, „da sie wie Fäden in die Welt gehen“, so die Künstlerin. Cyanblau sei eine Farbe, die es so in der Natur nicht gebe und die somit funktioniere, Dinge hervorzuheben, ihnen Leben einzuhauchen und sie mitunter auch überzeichnet in den Kontext zu stellen, so die Künstlerin, die ihre Objekte damit bemalt, besprüht, lackiert oder sie in die Farbe eintaucht. „Ihre dreidimensionalen Stillleben schlagen eine Brücke vom Barock ins Heute, ihre Arbeiten sind Akkumulationen von Dingen, die abseits ihrer materiellen Realität von der wissenschaftlichen Neugier und dem Forschungsdrang der Vergangenheit zeugen, von einer immerwährenden Suche nach Schönheit. Wir sind zum Staunen und Bewundern eingeladen, ein verlockendes Angebot“, findet Kurator Dr. Ingo Borges.
Menschen mit Handicap zu integrieren ist auf dem GreenTec-Campus im nordfriesischen Enge-Sande längst nicht mehr nur eine gute Absicht, sondern seit vergangenem Jahr Realität. Und das in einer Sportart, die in Schleswig-Holstein noch nicht weit verbreitet ist, für die der GreenTec-Campus aber ebenfalls Vorreiter ist: Padel, ein Mix aus Tennis und Sqash. Das paddelartige Aussehen des Schlägers gab der Sportart den Namen.
Seit mehr als drei Jahren wird in Nordfriesland gepadelt und das Padelfieber greift „da oben im Norden“ immer weiter um sich. Und da sich der GreenTec-Campus mit Geschäftsführer Marten Jensen nicht nur der Nachhaltigkeit und dem Klima- und Naturschutz durch Voranbringen Erneuerbarer Technologien verschrieben hat, sondern auch soziale Faktoren in den Vordergrund stellt, lag es nahe, über Inklusion nicht nur zu reden, sondern sie zu leben.
Beim Padel wird im Doppel auf Kunstrasen gespielt, der mit feinem Quarzsand ausgestreut ist. Die Regeln orientieren sich am Tennis.
„Ausschlaggebend für die Gründung der Inklusions-Padelgruppe war ein Bericht über Inklusion beim Tennis“, erzählt Andrea Jensen, die die Gruppe ins Leben gerufen hat. „Der Padel-Platz ist allseitig umschlossen, so kommt es seltener vor, dass der Ball sehr weit wegfliegt. Und durch den Rückprall bekommen die Spielenden eine zweite Chance. Besonders für inklusive Gruppen ist das ein Riesenvorteil“, so Jensen. Und es wurde mit Melf Nicolaisen extra ein Inklusions-Sportkoordinator eingestellt, der die Gruppe betreut, trainiert und das Inklusions-Angebot weiter ausbauen möchte. „Der Bedarf ist vorhanden und die Nachfrage danach groß“, so Melf Nicolaisen. Zwar habe es mehr als zwei Jahre gedauert, die Außen-Anlage in Enge-Sande als Förderprojekt barrierefrei zu gestalten, aber dieses Frühjahr solle es richtig losgehen. Bis dahin wird, wie schon den ganzen Winter über, in der Padel-Halle in Leck gespielt.
Inklusions-Sportkoordinator und Padel-Trainer Melf Nicolaisen
Kirsten Hahn, Inge Malcherczyk und Telse Winkler sind von Anfang an in der Inklusions-Padelgruppe dabei. Die Trainingszeit in der Halle in Leck gehört bei ihnen zu den festen Terminen, die sie nicht missen möchten. Dafür kommt Telse sogar extra aus Husum angefahren. „Weil es einfach viel Spaß macht“, erklärt sie. Vor ihrem Schlaganfall habe sie viel Sport betrieben. Die Bewegung habe ihr gefehlt. Padel sei für sie ein gutes Training, da es ihr Gehirn und somit die Koordination und das Gleichgewicht schule. „Mein Laufen hat sich durch das Training deutlich verbessert. Und wir halten hier zusammen und lachen sehr viel. Somit ist das Padeltraining mein persönliches Sonntagshighlight.“
Ebenso für Kirsten Hahn aus Riesum-Lindholm, die vor zehn Jahren bei einem Verkehrsunfall ihr Bein verloren hat. Als Telse sie gefragt habe, ob sie beim Inklusions-Padel mitmachen wolle, habe sie sofort zugesagt. „Ich habe früher viel Squash gespielt. Somit ist Padel ein tolle Alternative und es macht so viel Spaß“, erklärt sie. Vergangenes Jahr habe sie sogar schon an einem Padel-Turnier teilgenommen. Das sei eine richtig coole Erfahrung gewesen und sie habe durch den Sport wieder neue Leute kennengelernt, mit denen sie sich austauschen könne. „Man kommt hier in Bewegung und es ist schön zu erleben, was man trotz Einschränkung noch alles kann“, so Kirsten Hahn.
Zur Ausrüstung gehören der paddelartige Schläger und Bälle.
Für die Rollstuhlfahrerin Inge Malcherczyk wird extra ein Sportrolli gestellt, in dem sie sich auf dem Feld bewegen kann. „Man hat hier sehr schnell Erfolgserlebnisse“, berichtet sie. Denn es gehe hier nicht um Leistung oder strenge Regeln, „sondern gerade zu Anfang war es schon ein Erfolg, den Ball überhaupt einmal zu treffen und zurückzuschlagen“, so Malcherczyk. „Die Teilnehmenden gewinnen zunehmend an Selbstvertrauen und seit wir vergangenen Sommer angefangen haben, haben alle hier enorme Fortschritte gemacht. Das ist einfach nur toll mit anzusehen“, so Melf Nicolaisen. Jeder könne hier mitmachen und es ausprobieren. Für die Inklusionsgruppe gebe es angepasste Spielvorgaben. Letztlich gehe es aber um den Spaß und die wiedergewonnene Freude an der Bewegung.
Info
Padel ist eine noch junge Sportart, die in Mexiko erfunden wurde. In vielen Ländern Mittel- und Südamerikas und insbesondere in Spanien hat sich Padel bereits als äußerst beliebter Breiten- und Wettkampfsport etabliert. In Nordeuropa hat die Verbreitung von Padel gerade erst begonnen. Padel wird im Wettkampf nur als Doppel gespielt, zu Trainingszwecken gern auch als eins gegen eins. Die Spieler stehen sich auf den durch das Netz geteilten Spielfeldhälften gegenüber. Die Padel-Regeln ähneln im Wesentlichen denen des Tennis-Doppelspiels. Ausführliche Informationen gibt es unter greentec-campus.de/padel oder auf der Homepage des Deutschen Padel Verbands (dpv) unter dpv-padel.de
Mit Urteil vom 22. März 2023 hatte das Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig die Landesverordnung über den Windregionalplan I in einem Normenkontrollverfahren für unwirksam erklärt. Die Landesregierung hatte daraufhin Beschwerde gegen die Nichtzulassung der Revision beim Bundesverwaltungsgericht eingelegt. Dieses hat nun diese Beschwerde zurückgewiesen. Damit ist der Regionalplan Windenergie für den Planungsraum I (Kreise Nordfriesland und Schleswig-Flensburg sowie Stadt Flensburg) rechtskräftig aufgehoben.
Innenministerin Dr. Sabine Sütterlin-Waack (CDU) erklärte: „Das Ergebnis des Normenkontrollverfahrens ist bedauerlich. Nun tritt ein, was wir unbedingt vermeiden wollten: Die Windenergienutzung ist vorübergehend im gesamten Planungsraum privilegiert zulässig. Damit müssen und können wir umgehen. Wir werden die Neuaufstellung der Regionalpläne mit Hochdruck vorantreiben und zugleich Maßnahmen ergreifen, um im Planungsraum I die Genehmigungsbehörden zu entlasten.“
Recht auf „Reparatur für Regionalpläne“ überfällig
Genehmigungsbehörde für Windenergieanlagen an Land ist das Landesamt für Umwelt (LfU) in Flintbek. Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) sagte: „Das Gericht hat entschieden. Nun gilt es, den Blick nach vorn zu richten. Für den Planungsraum I werden auf das LfU deutlich mehr Genehmigungsanträge zukommen. Deswegen appelliere ich hiermit an alle Antragsteller, nur sehr reife Windenergie-Neuanträge einzureichen, um das hohe Bearbeitungstempo nicht zu gefährden, das wir derzeit in Schleswig-Holstein haben.“
Zudem müsse Goldschmidt zufolge „solch ein Hin und Her in der Wind-Regionalplanung“ aufhören. Der Bund müsse endlich sicherstellen, dass Regionalplanungen nicht mehr „von heute auf morgen für null und nichtig“ erklärt werden könnten. Ein Recht auf Reparatur für Regionalpläne sei überfällig. „In Zeiten, in denen zur Erreichung unserer Klimaziele und auch der Ausbauziele auf Bundesebene jeder Monat zählt, können wir uns jahrelange Hängepartien schlichtweg nicht mehr leisten“, unterstrich der Umweltminister.
Die beiden zuständigen Ministerien sehen im Jahr 2024 zwei Phasen, in denen die Privilegierung der Windenergie im Planungsraum I eingeschränkt wird beziehungsweise eingeschränkt bleibt.
Phase eins: der Landesentwicklungsplan Windenergie (LEP Wind) ist weiterhin gültig. Darin ist als Ziel der Raumordnung die sogenannte 3H/5H-Regelung festgelegt: Windenergieanlagen müssen zur Wohnbebauung im Außenbereich die dreifache Anlagenhöhe einhalten, zu Siedlungen die fünffache Höhe. Innenministerin Sütterlin-Waack: „Die 3H/5H-Regelung stellt in dieser Phase sicher, dass auch unter der Privilegierung die Siedlungsabstände in der Regel eingehalten werden müssen.“ Nur bei kleinen Anlagen, die eigentlich nicht mehr am Markt sind, könnte es zu einer geringfügigen Unterschreitung kommen.
Neben der Wohnbebauung schließen eine Reihe von Schutzbelangen wie von Straßen, Flugplätzen, Hochspannungsleitungen, Natur- und Wasserschutzgebieten, Wäldern sowie der Nationalpark Wattenmeer eine Windenergienutzung von vornherein aus. Daher sind im Planungsraum I Windenergieanlagen nur auf begrenzter Fläche genehmigungsfähig. Sütterlin-Waack: „Und eine Teilmenge davon sind die von uns im Planungsraum I sowieso geplanten Vorranggebiete.“
Schutzbelange vertieft prüfen
Goldschmidt: „Windenergie bedeutet Klimaschutz, aber eben auch Eingriffe in Landschaft und Natur. Umso genauer werden wir bei den Genehmigungen hinschauen. Viele Schutzbelange, die die Landesplanung in der Abwägung berücksichtigt hätte, müssen wir nun vertieft prüfen. Das werden wir in aller Sorgfalt tun“, stellte Goldschmidt klar. Phase zwei soll noch vor Ende des Jahres beginnen. Das Land ist dabei, den LEP Wind fortzuschreiben. Dabei sollen Ausschlusskriterien, die zur Auswahl von Vorranggebieten dienen, als Ziele der Raumordnung festgesetzt werden. Die Innenministerin erläuterte: „Das gilt insbesondere für die Siedlungsabstände, aber auch für viele andere Schutzbelange. Der neue LEP Wind wird auch im Planungsraum I Wirkung entfalten.“ Mit Inkrafttreten des neuen LEP Wind sinkt der Anteil des Planungsraums I, in dem Windenergieanlagen grundsätzlich genehmigungsfähig wären, auf rund 9 %.
Parallel zur Genehmigungssteuerung treibt die Landesregierung die Neuaufstellung der Regionalpläne Windenergie weiter voran. Im Laufe des Jahres sollen erste Entwürfe in eine Öffentlichkeitsbeteiligung gegeben werden. Eine Planfestsetzung noch vor 2027 wird angestrebt.
Die Zukunft bauen – das wollen die ZukunftsBauer! Im Kreis Segeberg sind Cedric Rieken aus Bühnsdorf und Jonas Hauschildt aus Kükels in der Schleswig-Holsteiner Arbeitsgruppe dieses Projektes des Deutschen Bauernverbandes (DBV). Dem Bauernblatt erzählen sie, was sie zu ZukunftsBauern macht.
Muss man etwas Außergewöhnliches vorweisen, um ZukunftsBauer zu sein? Besonders ausgefeilte Technik einsetzen? Als Profi in den Sozialen Medien vertreten sein? Es ist toll, wenn das jemand kann, doch es genügt, ordentlich seine Arbeit als Landwirt zu machen, gut mit den Tieren und den Ressourcen umzugehen und dabei die Zukunft im Blick zu haben. „Wir brauchen uns nicht zu verstecken und können zeigen, was wir tun“, sagt Cedric Rieken (30). Jonas Hauschildt (26) ergänzt: „Nicht nur wir sind ZukunftsBauer, jeder Landwirt sollte es sein!“ Und zeigen, was sie tun – das machen die beiden jungen Landwirte aus dem südöstlichen Kreis Segeberg gern.
Cedric hat im vergangenen Jahr den Schweinemastbetrieb in Bühnsdorf von seinem Vater Karsten übernommen, auch Großvater Hinrich (87) arbeitet noch mit, Mutter Uta organisiert die Bauernhofpädagogik auf dem Hof und den Hofverkauf. Cedric und sein Vater gehen seit Längerem regelmäßig in Schulen und zum Konfirmandenunterricht und erzählen dort von ihrem Betrieb. Schulklassen kommen auch auf den Hof, es gibt Weihnachtsbasteln dort, die Kinder erleben Schweine, Schafe Hühner. „Wenn du die Kinder hast, hast du auch die Eltern“, sagt Cedric.
Derzeit wird ein weiterer Maststall zum Offenstall modernisiert.
Die Ältesten, mit denen er bisher zu tun hatte, waren in der zehnten Klasse, da musste er auch auf kritische Fragen eingehen, zum Beispiel zu Antibiotika. Er zeigte ein Video von einem kranken Schwein auf seinem Hof. „Soll ich es behandeln oder erlösen?“ Wenn die Kinder etwas nicht in Ordnung finden, sagt er zum Beispiel: „Okay, dann verabreden wir, dass ihr Tierwohlfleisch kauft, dann kann ich das ändern.“ – „Ich brauche nichts schönzureden“, findet er. „Wir sollten nicht nur Sonnenscheinbilder zeigen, sondern die Realität.“
Jonas Hauschildt führt zusammen mit seinem Vater Klaus einen Milchviehbetrieb in GbR im 12 km entfernten Kükels. Das Dorf hat nur 400 Einwohner, aber „viele haben so wenig Ahnung von der Landwirtschaft, dass sie nicht mal wissen, was sie mich fragen sollen“, sagt er. „Sie wundern sich, dass ein neuer Güllewagen mit größeren Reifen kommt, und dabei ist der Grund, dass diese viel weniger Bodendruck ausüben. Sie sehen den neuen Stallanbau und denken, dass wir aufgestockt hätten, dabei haben wir jetzt nicht mehr Tiere, sondern mehr Platz.“ So wurde nach Fertigstellung das ganze Dorf zum Grillen am Stall eingeladen.
Jonas Hauschildt und sein Vater Klaus halten rund 130 Milchkühe.
Beim Reden mit den Nachbarn müsse man aber auch gut gewappnet sein, etwa wenn die Frage komme, ob Glyphosat krebserregend sei. „Ich bin kein Biologe, aber ich kann sagen, was passiert, wenn ich keinen Pflanzenschutz einsetze. Wir können nicht überall Profis sein, aber wir können Konsequenzen benennen.“ Durch Jammern bekomme man jedenfalls niemanden überzeugt. Am besten sei es, den eigenen Betrieb als Beispiel darzustellen, statt über „die Landwirte“ zu reden.
In der AG ZukunftsBauer wollen sich Cedric und Jonas als Ansprechpartner auf Kreisebene anbieten, etwa wenn Landwirte in die Öffentlichkeitsarbeit einsteigen wollen. Sie könnten Kollegen vermitteln, die schon Erfahrung haben. Auch für Presse und Lokalpolitik stehen sie zur Verfügung.
Die beiden haben sich übrigens erst über die AG ZukunftsBauer näher kennengelernt – allein das schon ein Netzwerkeffekt!
Der Denkmalrat wird von der Obersten Denkmalschutzbehörde ernannt und seine Mitglieder werden auf Vorschlag unterschiedlicher Institutionen berufen. Für die Landwirtschaftskammer ist derzeit Friedrich Graf zu Rantzau, Gut Rastorf, Kreis Plön, im Denkmalrat vertreten.
Graf zu Rantzau hat aufgrund seines privaten Hintergrundes und weiterer Ehrenämter im landesgeschichtlichen Bereich einen großen Erfahrungsschatz im Bereich Denkmalschutz.
Der Denkmalrat ist unabhängig und berät die Denkmalschutzbehörden in Fragen des Denkmalschutzes und der Denkmalpflege. Er tagt in der Regel zweimal jährlich. Die Landwirtschaft hat durch denkmalgeschützte Gebäude, Gründenkmale wie geschützte Parkanlagen oder archäologische Denkmale im Boden Berührungspunkte zum Denkmalschutz und wird daher bei relevanten Vorgängen wie Gesetzesänderungen am Verfahren beteiligt.
Zu einem Gedankenaustausch trafen sich aktuell Friedrich Graf zu Rantzau, Kerstin Ebke und Bernd Irps. Dabei ging es um aktuelle Fragen wie das Sonderprogramm Denkmalpflege und die Frage nach der wirtschaftlichen Nutzung von denkmalgeschützten Gebäuden.
Ein großer Dank geht an den vorherigen Vertreter der LKSH im Denkmalrat, Johann Karstens, Nordhastedt, Kreis Dithmarschen, der leider an der Zusammenkunft nicht teilnehmen konnte.
Direkt an der Kurpromenade von Grömitz trafen sich in der Strandhalle rund 160 Frauen aus allen sieben Ortsvereinen des Kreises Ostholstein in Grömitz. Eingeladen hatte der Teamvorstand des KreisLandFrauenverbandes. Und mit Heike Götz von der NDR-„Landpartie“ hatten sie eine Referentin gefunden, die dafür sorgte, dass die Karten schnell ausverkauft waren.
Die Moderatorin, deren Markenzeichen das rote Fahrrad ist, stellte in Grömitz in einer Lesung für die LandFrauen ihre neue Leidenschaft, das Pilgern, vor. Die 90-minütige Lesung aus ihrem Buch „Einfach losgehen“ verging wie im Fluge. Das Publikum hing der Referentin an den Lippen. Götz berichtete spannend und unterhaltsam von ihrer Pilgerreise von Usedom bis nach Bremen auf dem Jakobsweg Via Baltica. Im Anschluss an die Lesung beantwortete sie sehr offen und zugewandt die vielen Fragen aus dem Publikum.
Heike Götz, hier mit Pamela Lepeschka aus dem Teamvorstand, nahm sich beim Signieren viel Zeit für die LandFrauen. Foto: Kerstin Schulz
Es war eine kleine Runde, die sich im Detlef-Struve-Haus in Rendsburg zum Kassenseminar der Laju Service GmbH zusammenfand. Die Teilnehmenden waren allesamt frisch und zum Teil auch unverhofft gewählte Kassenwarte und Kassenwartinnen. Sie versprachen sich von dem Seminar einige Tipps und Infos zur ordentlichen Führung einer Landjugendkasse. Die bekamen sie.
Hanna Kühl, ehemalige Landesvorsitzende der Landjugend, und Karen Stender, Geschäftsführerin der Laju Service GmbH, leiteten das Seminar. Zunächst ging es grundsätzlich darum, was einen Verein ausmacht und welche rechtlichen Vorschriften es gibt. Es wurde von Hanna erläutert, wer im Zweifel haftet und was einen eingetragenen von einem nicht eingetragenen Verein unterscheidet. Dazu kam die Themen Gemeinnützigkeit und Steuern. Welche Konsequenzen hat eine Gemeinnützigkeit? Wo liegen die Vor- und Nachteile und welche Bereiche sind steuerbegünstigt beziehungsweise steuerfrei? All diese Fragen wurde besprochen. Zum Thema Gemeinnützigkeit bietet die Laju Service GmbH übrigens am 19. März einen Online-Vortrag an.
Im weiteren Verlauf ging es um Fragen der Kassenführung: Wie heftet man einen Kassenbon oder eine Rechnung richtig ab? Welche Angaben sind zwingend auf einer ordentlichen Rechnung erforderlich? Und wie sieht eigentlich eine richtig ausgefüllte Quittung aus? Zum Theorieteil gab es von Karen Erfahrungen aus der Praxis und Hinweise, worauf zu achten ist, wenn über die Laju Service GmbH eine Veranstaltung abgerechnet wird.
Nach so viel Input gab es eine Stärkung bei Kartoffelsalat und Würstchen. Dabei fand ein lockerer Austausch statt, bevor dann der Praxisteil startete, in dem das gerade Gelernte angewendet wurde.
Anhand von originalen Kassenbüchern wurde eine Kassenprüfung nachgestellt. In den Unterlagen waren diverse Fehler eingeschleust, die die Teilnehmenden finden sollten. Anschließend wurden die „Fundstellen“ besprochen. Die frischgebackenen Kassenwarte waren froh, dass sie nun gut im Thema sind, und können das Seminar, das es auch im nächsten Februar wieder geben wird, nur empfehlen.