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62. Trakehner Hengstmarkt in den Holstenhallen von Neumünster

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Seit Wochen freuen sich die Trakehner Züchter, Reiter und Fans auf das zweite Großereignis des Jahres: den Trakehner Hengstmarkt. In diesem Jahr wird er inklusive eines großen Rahmenprogramms von Mittwoch, 27. November, bis Sonntag, 1. Dezember, in Neumünster stattfinden.

Zum ersten Mal werden die Tore der Holstenhallen am Mittwoch um 15 Uhr für das Ausprobieren der Reitpferde der Auktion geöffnet. Danach geht das Programm mit dem Live-Ausbildungsabend weiter (siehe BB 45/2024). Die Präsentation der 39 Körkandidaten beginnt am Donnerstag um 12 Uhr. Zuchtleiter Neel-Heinrich Schoof freut sich besonders über die bewegungsstarken Junghengste, die in die Kollektion aufgenommen wurden. Darunter sind auch fünf Nachwuchshoffnungen aus Schleswig-Holstein.

Da ist die Katalognummer (KN) 4, Havertz von Blanc Pain-Millennium. Der Hengst aus niedersächsischer Zucht wechselte über die Fohlenauktion beim Bundesturnier als Preisspitze zu Nicole Derlin nach Travenbrück, Kreis Steinburg, die den Braunen nun zur Körung bringt. Mit Ballytrent (KN 10) stellt die Züchtergemeinschaft Berlin aus Nübbel, Kreis Rendsburg-Eckernförde, einen Göteborg-Sohn aus.

Das Dichterkonsortium aus Schlotfeld, Kreis Steinburg, präsentiert mit Zauberdichter (KN 11) einen in Dänemark geborenen Hallifax-Helium-Sohn. Der Schwarzbraune kommt nur zur Körung, nicht zum Verkauf. So ist es auch bei Son of Sky (KN 20) von Millennium-Connery, gezüchtet und ausgestellt von Familie Ellerbrock aus Hamburg.

Etwas weiter nördlich, bei Marion Essing in Kappeln, Kreis Schleswig-Flensburg, kam Pur Platinum (KN 28) von Rhenium-Shapiro zur Welt. Seine Züchterin ist auch Ausstellerin. Eine Rarität ist Highfly (KN 36). Der Hengst von United Affair-Hirtentanz ist einer der ganz wenigen Nachkommen des damaligen Reservesiegers. Der Braune stammt aus der Zucht von Sigrun Wiecha aus Heiligenstedtenerkamp, Kreis Steinburg.

„In der diesjährigen Kollektion sind 27 Väter vertreten“, fasst Schoof zusammen. Millennium und Rheinglanz mit seinem Debütjahrgang seien mit fünf beziehungsweise vier Junghengsten dabei, gefolgt von Helium und Schäplitzer mit je drei Söhnen. Unter den Muttervätern sind nur vier Hengste zweimal vertreten.

Doch es geht nicht nur um Hengste. So wird am Freitag unter anderem die Jahressiegerstute ausgewählt. Für die Auktion wurden 14 junge Trakehner Stuten angemeldet, darunter Staatsprämien- und Prämienstuten, Prämienanwärterinnen sowie Jahrgangsbeste. Stuten sind auch im Reitpferdelot zu sehen, daneben sportliche Wallache sowie mit Kant ein Hengst von Millennium-Kaiser Wilhelm.

Ein fester Programmpunkt für Hengstmarktbesucher ist die Galaschau. In diesem Jahr wird neben Jessica von Bredow-Werndl und ihrem Bruder Benjamin Werndl auch Anne Krüger-Degener dabei sein. Sie steht für maximale Harmonie zwischen Mensch und Tier. Angekündigt sind auch Henrik Høper, der zwei Trakehner für die Weltmeisterschaft der Jungen Fahrpferde qualifizierte, sowie ein Six-Bar-Springen.

Zum Programm gehören außerdem der Freispringcup sowie das TSF-Dressurchampionat, bei dem die besten jungen Dressurpferde auf Prix-St.-Georges-Niveau ihren Titelträger ermitteln. Am Sonntag bietet die Pferdemesse Nordpferd erstmals eine Adventsedition. Dazu mehr in der nächsten Aus­gabe. pm

Tickets

Das Bauernblatt verlost 2×2 Tickets für den Sonnabend des Trakehner Hengstmarkts und 2×2 Tickets für den Galaabend. Der wie vielte Hengstmarkt ist es? Antwort mit Adresse und Telefonnummer an redaktion@bauernblatt.com oder per Post an Bauernblatt GmbH, Stichwort Trakehner Hengstmarkt, Grüner Kamp 19-21, 24768 Rendsburg. Einsendeschluss: Sonntag, 24. November. Wer bei der Verlosung keinen Erfolg hat, bekommt Karten unter www.­trakehner-verband.de oder lisa.ger​vers​mann@holstenhallen.com oder Tel.: 0 43 21-91 00.

Dauerblüher Ton in Ton

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Kleiner Wiesenknopf, Astilbe und Eisenkraut im perfekten rosa-violetten Zusammenspiel. Foto: Karin Stern

Mittlerweile sind auch die letzten Dauerblüher des Spätsommers verblüht und im Garten ist es ruhig geworden. Da bleibt genügend Zeit für die Planung neuer Beete. Mit einer harmonischen Farbgestaltung wirken sie gleich doppelt schön. Ob ein Beet herrlich romantisch wirkt, fröhlich daherkommt oder gar feurig zu lodern scheint – das ist alles eine Frage der Farbe.

Starten wir gleich mit der romantischen Variante. Rosa und Violett sind hier die passenden Farbklänge, um diese Stimmung hervorzuzaubern. Die beiden Blütenfarben bieten meist überaus malerische Farbverläufe und haben einen eher femininen Charakter. Je höher der Rotanteil im Violett, desto wärmer und harmonischer erscheint die Kombination mit Rosa. Daher ist etwas Fingerspitzengefühl angesagt, denn ein höherer Blauanteil im Violett wirkt schnell kühl und kann die Harmonie im Beet stören.

Die rosafarbenen Blüten der Herbstanemonen tanzen lebhaft im Wind. Foto: Karin Stern

Ein peppiger Eindruck entsteht, wenn sich ein freches Pink dazugesellt. Insbesondere Dahlien (Dahlia) oder Herbstanemonen (Anemone hupehensis) verschönern mit diesem Farbton über Wochen hinweg. Herbstanemone ‚Splendens‘ präsentiert ihre Schalenblüten auf 60 cm hohen Stängeln von August bis September. Das Angebot an pinkfarbenen Dahliensorten ist groß. Man sollte hier vor allem nach der Blütenform auswählen. Zu Ball- oder Pompon-Dahlien wirkt das purpurviolette Eisenkraut (Verbena bonariensis) traumhaft. Die Blütenformen bilden einen wunderbaren Kontrast. Die Sommeraster (Calli­stephus chinensis) bietet alles, was einen attraktiven Sommerflor ausmacht. Die üppige Blüte garantiert Farbe von Mitte Juli bis zum Herbst.

Kein anderes Ziergehölz wirkt so anziehend auf Schmetterlinge wie der Sommerflieder. Foto: Karin Stern

Man sät Sommerastern ab Mai direkt ins Freiland oder setzt dann vorgezogene Jungpflanzen. Wichtig ist regelmäßiges Ausputzen, das fördert die Blütenfülle. Am Samenständer findet sich eine reiche Sortenauswahl. Unverzichtbar für die rosa-violette Ton-in-Ton-Kombination ist der Ziersalbei ‚Blauhügel‘ (Salvia nemorosa). Sein Blauviolett zeigt sich ab Juni. Nach einem Rückschnitt (anschließend gut mit Wasser und Nährstoffen versorgen) zeigt sich eine Nachblüte im Spätsommer. Unter den Gehölzen empfiehlt sich der Sommerflieder ‚Pink Delight‘ (Buddleja davidii). Tipp: Ab Mitte April zurückschneiden und in durchlässigen, nicht zu trockenen Boden pflanzen.

Die Zusammenstellung von gelben und weißen Blüten wirkt fröhlich und verbreitet eine heitere Stimmung. Gelb blühende Pflanzen lassen den Garten stets sonnig erscheinen. Der Vorteil: Sämtliche Gelbnuancen lassen sich prima miteinander kombinieren. Wenn man dabei die gesamte Palette vom hellen Zinkgelb bis zum warmen Goldton einfließen lässt, sorgt das für Spannung im Beet. Weiß blühende Pflanzen bringen eine frische Brise in die gelbe Gestaltung. Am Abend tritt diese Wirkung besonders hervor, da die weißen Blüten am längsten leuchten. Die weiß-gelbe Kombination bringen Margeriten wie ‚Gruppenstolz‘ (Leucanthemum maximum) von Natur aus schon ins Spiel. Die 60 cm hohe Staude blüht bis September. Sie macht in der klassischen Staudenrabatte eine ebenso gute Figur wie im Bauerngarten.

Wasserdost, Wiesenknöterich und Herbstanemone zeigen sich im August von ihrer besten Seite. Foto: Karin Stern
Die weiß-gelbe Kombination aus Sonnenhut und Prachtkerze wirkt herrlich unbeschwert. Foto: Karin Stern
Gelbblühende Schafgarbe ist ein Klassiker, der sehr gut mit Trockenheit zurechtkommt. Foto: Karin Stern
Von Sonnenblumen kann man nie genug bekommen. Foto: Karin Stern


Die gelben Blütenkerzen des Goldfelberichs machen gute Laune. Foto: Karin Stern
Königskerzen brauchen einen ausreichend großen Wirkungsraum. Foto: Karin Stern

Von Juni bis Oktober überzeugt die aparte Blüte der Prachtkerze ‚Whirling Butterflies‘ (Gaura lindheimeri). Diese Sorte wächst sehr kompakt und ist nicht nur standfester als die Art, sondern auch besonders reichblütig. Der unkomplizierte Goldfelberich (Lysimachia punctata) erstrahlt mit seinen bis zu 90 cm hohen Blütenständen auch noch im Halbschatten. Zudem verträgt er sogar Wurzeldruck von Gehölzen. Über Ausläufer breitet sich Goldfelberich jedoch gerne aus.

Unter den Einjährigen steuert der Sonnenhut ‚Marmelade‘ (Rudbeckia hirta) jede Menge „Goldstücke“ bei. Dicht an dicht stehen die goldgelben Blüten wie kleine Sonnenschirme auf 60 cm hohen Stielen. Wem die etwas langwierige Anzucht ab Ende Februar zu aufwendig ist, der besorgt sich vorgezogene Pflanzen ab Mai im Gartenmarkt. Das Saatgut­sortiment der Sonnenblumen (Helianthus annuus) bietet eine breite Farbenpalette von Zitronengelb bis Bronzefarben. Besonders praktisch: Sonnenblumen lassen sich ganz einfach aus Samen heranziehen.

Mächtig beeindruckend sind die gelben Blütenkandelaber der Königskerzen (Verbascum olympicum). Bis zu 180 cm hoch streckt sich die Zweijährige in Richtung Himmel. Die Königskerze weiß besonders auf großen Grundstücken zu beeindrucken. Ebenfalls unverzichtbar ist das satte Goldgelb der Schafgarbe ‚Parker‘ (Achillea filipendulina). Sie verschönert von Juni bis August das Beet.

Der einjährige Sonnenhut ,Marmelade‘ begeistert mit seiner Blühfreude. Foto: Karin Stern

Rot und Orange schaffen in perfekter Harmonie eine feurige Stimmung. Die Kombination der beiden Blütenfarben wirkt durchaus aufregend, aber keinesfalls aggressiv. Wichtig: Rote Blüten sollten nur Akzente setzen und gegenüber den orangefarbenen in der Unterzahl bleiben. So wirkt das dunkelrote Löwenmäulchen ‚Rocket Samtrot‘ (Antirrhinum majus) fast schon wie ein Ausrufezeichen im Beet. Die Einjährige blüht bis Oktober. Orangerote Montbretien (Crocosmia-Hybride ‚Lucifer‘) präsentieren sich als temperamentvoller Begleite zu dem warmen Orange der Dahlie ‚Gold Crown‘. Die Kaktusblüten dieser Sorte leuchten auf 120 cm hohen Stielen von Juli bis Oktober. Beide sollten übrigens frostfrei überwintern. Unter den Einjährigen trumpfen die Körbchenblüten der Ringelblume (Calendula officinalis) mit einem intensiven Orange auf. Wer erneut im Sommer aussät, darf sich bis weit in den Herbst hinein an den Blüten erfreuen.

Die orangeblühende Montbretie bringt einen feurigen Farbton ins Spiel. Foto: Karin Stern
Montbretie ,Lucifer‘ präsentiert orangerote Blüten. Foto: Karin Stern


Orte, an denen Heimat entsteht

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„Wo wir uns finden, wohl unter Linden …“ – diese Textzeile aus dem Volkslied „Kein schöner Land“ hätte nicht passender sein können für die Zusammenkunft am vergangenen Dienstag in der Gemeinde Leezen, Kreis Segeberg. Denn dort fand auf dem von Lindenbäumen umgebenen Dorfplatz die Siegerehrung des landesweiten Dorfplatzwettbewerbs statt, der vom Schleswig-Holsteinischen Heimatbund (SHHB) in Kooperation mit dem Schleswig-Holsteinischen Gemeindetag (SHGT) durchgeführt wurde.

Aus 25 Bewerbungen nahm die neunköpfige interdisziplinäre Jury zwölf Plätze in die engere Auswahl. Leezen siegte neben Meimersdorf, Stadt Kiel, in der Kategorie „Historischer Dorfplatz“. Platz zwei ging an Barsbek, Kreis Plön. Ahrensbök-Dunkelsdorf im Kreis Ostholstein gewann den Preis in der Kategorie „Neugestalteter Dorfplatz“, Klein Offenseth-Sparrieshoop, Kreis Pinneberg, siegte in der Sonderkategorie „Dorfpark“.

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht. Eigentlich sind alle 25 Plätze Gewinner“, sagte das Jury-Mitglied im Wettbewerb und erster Vizepräsident des SHHB, Prof. Holger Gerth, bei der Übergabe der Urkunden, Plaketten und Preise. Aufgrund der Vielfältigkeit und Heterogenität der Bewerberplätze habe man sich dazu entschlossen, Preise in den drei genannten Kategorien zu vergeben.

Ehrung des Siegerplatzes in Leezen (v. li.): Projektleiterin Dagmar Andresen, SHHB-Vizepräsident Holger Gerth, Leezens Bürgermeister Ulrich Schulz, SHHB-Präsident Peter Stoltenberg und Staatssekretärin Katja Günther

Bei dem Sieger-Dorfplatz in Leezen handelt es sich um einen spätmittelalterlichen Dorfanger, dessen Entstehung auf das Jahr 1775 geschätzt wird. „Der fast einen Hektar große, denkmalgeschützte Platz ist fast vollständig von über 100-jährigen, gut gepflegten Kaiserlinden eingefasst. Zum Erhalt des historischen Charakters wurden einige Linden nachgepflanzt. Lindenreihen mit Alleecharakter, eine schleswig-holsteinische Doppeleiche, Kriegerdenkmale und das denkmalgeschützte Spritzenhaus vervollständigen das Ensemble. Der mitten über den Platz verlaufende Querweg ist eine Allee aus Altbäumen ähnlichen Alters wie die Einfassung des Platzes und mittlerweile für den Verkehr gesperrt. Neben dem ökologisch wertvollen Altbaumbestand ist die Rasenfläche im Frühling ein Blütenmeer aus verschiedenen Krokussen. Verschiedene Sandstellen auf dem Spielplatz sind nicht nur für die Kinder interessant, sie dienen auch als Sandbad für Vögel. Als weitere ökologische Nischen sind Nistkästen aufgehängt und ein Insektenhotel aufgestellt“, lautet die Jury-Information zu dem Leezener Platz.

„Dieser Dorfplatz ist nicht nur das Herz unserer Gemeinde, er spiegelt auch die Schönheit und den Charme unseres Dorfes wider“, erklärte Bürgermeister Ulrich Schulz. Er sei das Ergebnis der Arbeit vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger, die sich für seine Gestaltung und Pflege eingesetzt hätten und ihn zu dem machten, was er ist. „Somit danke ich allen, die zum Erfolg dieses Platzes beigetragen haben“, so Schulz. Neben Aufenthaltsqualität, Freizeit- und Begegnungsangeboten standen bei den Auswahlkriterien auch die ökologische Funktion sowie die Biodiversität der Plätze im Vordergrund.

Ein weiteres Merkmal des Leezener Dorfplatzes ist die Doppeleiche mit Gedenkstein.

So wurde neben historisch-kulturellen Aspekten auch auf eine naturnahe Gestaltung geachtet, wie zum Beispiel die Eingrünung des Platzes durch Bäume, Pflanzstreifen und/oder artenreiche Wiesen, das Vorhandensein von Teichen und Biotopen. „Besonders Bäume tragen wesentlich zur Aufenthaltsqualität bei, denn sie spenden Schatten und sorgen mit der Sauerstoffproduktion für gute Luft“, betonte die Staatssekretärin im Ministerium für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur, Katja Günther (Grüne). Bei den Dorfplätzen gehe es im Wesentlichen darum, Menschen zusammenzubringen, die Gemeinschaft zu fördern und gleichzeitig einen Beitrag zum Erhalt und der Wiederherstellung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt auch im Siedlungsbereich zu leisten.

Projektleiterin Dagmar Andresen zeigte sich ebenfalls von der Vielfalt der Bewerberplätze begeistert. „Alle drei in der Kategorie ‚Historische Dorfanger‘ ausgezeichneten Plätze haben sich durch ihre Ökologie, den Baumbestand, aber auch durch den Erhalt historischer, zum Teil denkmalgeschützter Gebäude hervorgetan. Die Größe und Schönheit der Plätze haben mich überwältigt“, so Andresen.

Jury-Mitglied Johann Böhling, Förster und Mitglied in der Schutzgemeinschaft Deutscher Wald, konnte bei der Jurybereisung noch etwas dazulernen: „An vielen der besuchten Plätze steht eine Doppeleiche als Symbol für ein ungeteiltes Schleswig-Holstein und mit Bezug auf den Leitspruch ‚up ewig ungedeelt‘. Diese Bäume stammen aus der Zeit um 1864. Deren beide Stämme wurden bewusst so eng zusammengepflanzt, dass sie miteinander verwachsen.“ Das Schlusswort hatte SHHB-Präsident Peter Stoltenberg. Sein Fazit lautete: „Dorfplätze sind Orte, an denen Heimat entsteht.“

Der Dorfplatz in Meimersdorf belegte zusammen mit Leezen den ersten Platz in der Kategorie „Historische Dorfplätze“.
Foto: Anna Biß/SHHB
Der Dorfpark in Klein Offenseth-Sparrieshoop stellt eine Besonderheit dar.
Foto: Aaron Schack/SHHB
In der Kategorie „Neugestalteter Dorfplatz“ siegte die Gemeinde Ahrensbök-Dunkelsdorf. 
Foto: Nicole Wilder


EU-Schweinefleischproduktion geht weiter zurück

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Experten der niederländischen Rabobank haben in ihrer jüngsten Studie die Entwicklung der Schweinfleischerzeugung in der EU und dem Vereinigten Königreich analysiert und erwarten einen weiteren Rückgang.

Die Schweinefleischerzeugung in der EU und im Vereinigten Königreich wird nach Einschätzung der Rabobank Analysten 2025 ein Produktionsminus gegenüber dem laufenden Jahr von 0,5 % verzeichnen. Den stärksten Rückgang im Ländervergleich prognostizieren sie für die Niederlande, wo der Schweinebestand um 10 bis 15 % abgestockt werden dürfte. Wichtigste Ursache seien staatliche Aufkaufprogramme im Rahmen der Haager Umweltpolitik. Der niederländische Sauenbestand sei unter anderem deshalb im Juni 2024 gegenüber Dezember 2023 bereits um 6,3 % geschrumpft.

Den Analysten zufolge sind die Schweinebauern in anderen EU-Ländern mit einem hohen Seuchendruck auf ihre Tierbestände konfrontiert, etwa durch das Porcine Reproductive and Respiratory Syndrome (PRRS) und die Afrikanische Schweinepest (ASP). Die Rabobank rechnet angesichts des voraussichtlich knapperen Angebots an Schweinefleisch in Kombination mit einer saisonal zunehmenden Nachfrage mit mittelfristig steigenden Schweinepreisen in der EU. Allerdings sei der künftige Export von EU-Schweinefleisch wegen drohender Antidumpingmaßnahmen Chinas mit großer Unsicherheit behaftet. Deshalb hielten sich die hiesigen Verarbeitungsunternehmen mit Preisanhebungen zurzeit noch zurück.

Mit Blick auf die wirtschaftliche Situation der Schweinehalter prognostizieren die niederländischen Fachleute für das vierte Quartal 2024 einen leichten Anstieg der Futtermittelpreise. Als Ursache wird Trockenheit in wichtigen Mais- und Sojaanbaugebieten Nord- und Südamerikas angeführt.

Zudem dürften auch die gesamten Gestehungskosten in vielen Betrieben weiter steigen. In den Niederlanden schlage vor allem der höhere Aufwand für den Gülleabsatz und für Arbeitskräfte negativ zu Buche. Außerdem bewegten sich die Stallkosten in einem Aufwärtstrend, und zwar als Folge von strengeren Umwelt- und Tierschutzvorschriften. Inzwischen näherten sich die durchschnittlichen Gestehungskosten in der EU der Marke von 2 €/kg Schlachtgewicht.

Unterdessen rechnet die Agrarmarkt Informations-GmbH (AMI) für das kommende Jahr mit einem geringfügigen Rückgang der deutschen Schweinefleischproduktion gegenüber 2024, nämlich um 35.000 t oder 0,9 % auf 3,921 Mio. t Schlachtgewicht. Längerfristig werde der hiesige Markt wohl durch neue politische und gesellschaftliche Vorgaben destabilisiert, hieß es. Vor diesem Hintergrund erwarten die Bonner Fachleute auch in der Bundesrepublik weitere Betriebsaufgaben in der Schweineproduktion. age

Deutschland ist wichtiger Lieferant

von Biodiesel in die USA

Export als Entlastungsventil des Raps- und Rapsölmarktes

Die US-Biodieselimporte verliefen in den zurückliegenden Monaten rege. Seit 2022 haben sich die Mengen sogar verdoppelt. Angesichts des attraktiven Preisniveaus dominieren EU-Herkünfte. Deutschland produziert deutlich mehr Biodiesel als jeder andere der EU-Mitgliedstaaten. Damit ist das Land auch hinsichtlich der US-Versorgung mit Biodiesel von großer Bedeutung. Das unterstreichen die Importdaten der Vereinigten Staaten. Beachtlich sind die Mengen, die die Bundesrepublik im Februar 2024 beisteuerte, immerhin hielt das Land hier einen Anteil von knapp 58 % an den Gesamtlieferungen. Die Mengen ließen im weiteren Jahresverlauf jedoch nach.

Trotz der regen Importe und der zunehmenden Konkurrenz durch Erneuerbare Kraftstoffe stieg auch die Herstellung von Biodiesel in den USA 2023 gegenüber dem Vorjahr um 5 % auf 5,6 Mio. t. Vor diesem Hintergrund wurde 2023 so viel Biodiesel verbraucht wie seit 2017 nicht mehr. Die U.S. Energy Information Administration geht aber davon aus, dass die US-Biodieselproduktion im laufenden Jahr zurückgehen dürfte.

Der Export ist aus Sicht der Union zur Förderung von Oel- und Proteinpflanzen (Ufop) ein überaus wichtiges Ventil zur Entlastung des Rapsöl- und Biodieselmarktes. Die Ölmühlen bleiben dadurch ausgelastet, die Marktversorgung mit dem Proteinträger Rapsschrot ist gesichert. Deutschland exportierte im ersten Halbjahr 2024 laut Statistischem Bundesamt rund 1,7  Mio. t Biodiesel. Dagegen belief sich der Import auf 906.719 t. Unter den Empfängerländern für deutschen Biodiesel dominieren mit den Niederlanden, Belgien, Polen, Österreich und Frankreich EU-Länder. Wichtigstes Drittland sind hier die USA, die in der ersten Hälfte 2024 mit knapp 131.000 t jedoch rund 46 % weniger importierten. Ufop

Erneut Rodemaßnahmen auf Fehmarn

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Der Pflanzenschutzdienst bei der Landwirtschaftskammer hat ein weiteres Auftreten des Rundköpfigen Apfelbaumbohrers (Saperda candida) im Norden Fehmarns entdeckt. In den kommenden Monaten muss daher auf Fehmarn erneut ein Befall mit dem Rundköpfigen Apfelbaumbohrer getilgt werden.

Zwischen Gammendorf und Puttgarden konnten im August und September einzelne Funde an Weißdornpflanzen in einem Knick als Larven des Rundköpfigen Apfelbaumbohrers mit einer amtlichen Untersuchung bestätigt werden. Der aktuelle Befall mit dem Quarantäneschädling wurde bei dem normalen Monitoring durch die Pflanzengesundheitsinspekteure entdeckt und befindet sich in der Nähe der K 63 südlich des Campingplatzes Johannisberg. Dort ergeben sich zwei neue, sich überschneidende Befallszonen, jeweils mit einem Radius von 200 m, die fast in der Mitte der großen Pufferzone liegen. Die Pufferzone wir durch die beiden Befallsgebiete nicht verändert.

Für die nun erforderlichen Fäll- und Rodemaßnahmen wird daher eine mit den neuen Befallszonen aktualisierte Allgemeinverfügung veröffentlicht, die auch eine Karte mit den bisherigen und den beiden neuen Befallszonen enthält (siehe unter www.lksh.de/pflanzenschutzdienst/pflanzenschutzgesundheitskontrolle Stichwort Änderung der Allgemeinverfügung).

Am Tag nach Veröffentlichung im Bauernblatt und im „Fehmarnschen Tageblatt“ tritt die Verfügung unmittelbar in Kraft.

Weißdornpflanze im Knick – eine Wirtspflanze des Schädlings

Rodemaßnahmen zur Tilgung

Damit der Befall getilgt werden kann, werden die Wirtspflanzen innerhalb der errichteten Befallszonen in den kommenden Monaten gerodet. Betroffen sind neben Knicks auch Alleebäume an der K 63 sowie Bäume und Sträucher auf Privatgrundstücken. Die notwendigen Maßnahmen werden im Rahmen der geltenden Gesetze durch den amtlichen Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein durchgesetzt, Kompensationspflanzungen sind geplant. Des Weiteren werden das Befallsgebiet und dessen Umgebung weiterhin regelmäßig durch den amtlichen Pflanzenschutzdienst auf das Vorhandensein typischer Befallssymptome kontrolliert. Dabei kommen auch speziell ausgebildete Spürhunde und Pheromonfallen zum Einsatz.

Der Rundköpfige Apfelbaumbohrer (Saperda candida) ist ein in Nordamerika beheimateter Bockkäfer. Er ist seit 2019 als Quarantäneschädling in der EU gelistet (siehe Pflanzengesundheitsverordnung (EU) 2016/2031 und Durchführungsverordnung (EU) 2019/2072).

Der Schädling gefährdet den europäischen Erwerbsobstbau, indem die Käferlarven Bohrgänge im Holz völlig gesunder Bäume anlegen, die zum Absterben der Bäume führen können. Wirtspflanzen sind unter anderem neben Obstgehölzen wie Apfel, Birne, Kirsche, Pflaume und Quitte auch Feuerdorn, Cotoneaster, Schlehe und Weißdorn sowie die auf Fehmarn häufige Schwedische Mehlbeere. Natürliche Gegenspieler oder chemische Bekämpfungsmöglichkeiten sind nicht verfügbar, weshalb der Käfer nur durch die Rodung der Wirtspflanzen in den Befallszonen und die anschließende Vernichtung des Pflanzenmaterials ausgerottet werden kann.

Mithilfe der Bevölkerung

Um weitere mögliche Befallsstellen aufzuspüren und so die Verbreitung des Schädlings zu verhindern, bittet der amtliche Pflanzenschutzdienst um Mithilfe aus der Bevölkerung Fehmarns. Pflanzen, die dem Rundköpfigen Apfelbaumbohrer als Wirt dienen können, dürfen in den Befallszonen und in der Pufferzone bis auf Weiteres nicht neu gepflanzt werden. Außerdem ist die Verbringung von Holz und Wirtspflanzen aus der Pufferzone heraus nur mit einer amtlichen Genehmigung möglich.

Werden typische Befallssymptome wie etwa bleistiftdicke, kreisrunde Ausbohrlöcher am Stamm oder das sogenannte Genag­sel (Holzspäne und Larvenkot) am Stammfuß von Obstbäumen oder Weißdornhecken entdeckt, besteht Meldepflicht. Verdachtsfälle können beim zuständigen Pflanzenschutzdienst der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein, Grüner Kamp 15-17, 24768 Rendsburg bei Stephan Monien, Tel.: 0 43 31-94 53- 390, E-Mail: ­smonien@lksh.de, ­gemeldet werden.

Holz mit Bohrgängen und Larven des Rundköpfigen Apfelbaumbohrers

Warum nicht mehr Gerste füttern?

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Gerste ist nach Weizen die zweitwichtigste Getreideart in Deutschland. Der Anbau von Wintergerste hat viele Vorteile: Durch eine frühe Ernte kann eine gründliche Stoppelarbeit erfolgen, Arbeitsspitzen können reduziert werden. Es ist eine rechtzeitige Aussaat von Zwischenfrüchten möglich, und durch eine frühe Abreife ist man gut gewappnet gegen Frühsommertrockenheit. Der Anbau dient zudem der Erweiterung der Fruchtfolge. Auch in der Schweinefütterung kann die Verwendung von Gerste Vorteile haben.

Der Anteil der Gerste am Getreide im Mischfutter schwankte in den vergangenen Jahren zwischen zirka 19 und 23 %. Da in diesem Jahr eine höhere Mykotoxinbelastung im Getreide erwartet wird und Gerste von allen Getreidearten bekanntlich am geringsten mit Fusariumtoxinen belastet ist, bleibt abzuwarten, ob mehr Gerste eingesetzt wird. Sie punktet auch beim Befall mit Mutterkorn. Gerade in diesem Jahr wurden höhere Belastungen von anderen Getreidearten beobachtet. Gründe genug, um mehr Gerste zu füttern?

Gerste wird innerbetrieblich vor allem in der Schweinefütterung eingesetzt und ist für die Haltung von Schweinen mit unkupierten Schwänzen geradezu prädestiniert, weil ihre Faser stabilisierend auf die Verdauungsprozesse wirkt. Im Vergleich zu Weizen, Roggen und Triticale weist Gerste einen geringeren Energiegehalt auf.

Seit Jahren sinken die Rohproteingehalte aller Getreidearten. Ein geringer Rohproteingehalt lässt einen zunehmenden Einsatz einerseits eher unattraktiv erscheinen, ist andererseits aber für N-reduzierte Futtermischungen sehr interessant. Während die Gerste vor 20 Jahren noch 10,6 % Rohprotein enthielt, weist die erste Auswertung der diesjährigen Ernte nur 8,2 % auf. In den Landessortenversuchen wurden 2024 im Durchschnitt aller Standorte in Niedersachsen 10,1 % Rohprotein ermittelt, in Schleswig-Holstein waren es 10,6 %. Gerste enthält weniger Stärke und ist rohfaserreicher als Weizen. Im vergangenen Jahr lag ihr Energiegehalt um 1 MJ/kg niedriger. Hingegen ist die Proteinqualität mit knapp 3,8 g Lysin je 100 g Rohprotein höher im Vergleich zu Weizen mit 2,9 g.

Für Schweine ist nicht der Bruttogehalt an Aminosäuren entscheidend, sondern der Gehalt an dünndarmverdaulichen (praecaecal verdaulichen) Aminosäuren. Weizen weist zwar durchweg eine höhere praecaecale Verdaulichkeit als Gerste auf, bedingt durch den geringeren Lysingehalt des Weizens ist der Gehalt an verdaulichem Lysin in beiden Getreiden jedoch gleich.

Für den Einsatz von Gerste sprechen auch ihre diätetischen Eigenschaften. Sie gilt seit jeher als Gesundungsfutter. Durch ihren hohen Fasergehalt kann sie die Verdauungsprozesse stabilisieren. Gerste ist reich an -Glucanen, die zu den schnell fermentierbaren Nicht-Stärke-Polysacchariden zählen. Im Vergleich zu Weizen enthält sie doppelt so viel NDFom (Neutral-Detergentienfaser, aschefrei) und BFS (bakteriell fermentierbare Substanz).

Aktuell beträgt der Preisunterschied zwischen Gerste und Weizen zirka 2,20 €/dt. Im Schnitt des Wirtschaftsjahres 2023/24 lagen die Abgabepreise an die Landwirtschaft für Gerste bei 21,72 €/dt und für Weizen bei 23,11 €/dt – eine Differenz von 1,39 €/dt. Danach würden 10 MJ ME aus Gerste 17 ct und aus Weizen 16,7 ct kosten. Für den Gerstenanbau sollten aber nicht nur aktuelle wirtschaftliche Aspekte, sondern auch die eingangs erwähnten Vorteile wie Fruchtfolgegestaltung, frühe Feldräumung et cetera und die Futtermitteleigenschaften berücksichtigt werden.