Feste Wirtschaftsdünger machen einen Anteil von zirka 10 % der ausgebrachten organischen Dünger aus. Diese werden vorwiegend mit Universaldungstreuern ausgebracht. Was hierbei zu beachten ist, wird in dem Beitrag dargestellt.
Die Ansprüche an die Ausbringung von festen, nährstoffhaltigen Streugütern steigen. Neben dem Festmist aus der Rinder- und Schweinehaltung müssen auch Geflügelmist, separierte Feststoffe, Kompost und abgepresste Kalkschlämme mit dem Universalstreuer ausgebracht und gleichmäßig verteilt werden. Jeder Dünger besitzt aufgrund der unterschiedlichen Partikelgröße, des Feuchtegehaltes und der Dichte unterschiedliche Flug- und somit Streueigenschaften. Dies gilt es bei der Auswahl des Streuers und dessen technischer Einstellmöglichkeiten zur Optimierung der Verteilgenauigkeit zu berücksichtigen.
Hochlader beherrschen den Markt
Im Hinblick auf die Anordnung und Form der Laderäume wird zwischen Hoch- und Tiefladern unterschieden. Hochlader weisen in Deutschland die größere Verbreitung auf. Bei ihnen ist der Laderaum über den Rädern angeordnet, während er sich bei Tiefladern zwischen den Rädern befindet. Hauptunterschiede zwischen Hoch- und Tiefladern sind der niedrigere Schwerpunkt und der kleinere Laderaumquerschnitt der Tieflader.
Dies hat Vorteile beim Einsatz in stark hängigem Gelände. Der verringerte Laderaumquerschnitt erhöht bei der Ausbringung von nährstoffkonzentrierten Streugütern, mit nur geringen Streumengen je Hektar, die Dosier- und damit die Verteilgenauigkeit. Kaufentscheidend für die Wahl eines Hochladers dürfte das zulässige Gesamtgewicht bei Straßenfahrten sein. Tieflader sind bei gleichem Ladevolumen gegenüber dem Hochlader in der Regel nur mit einer Achse ausgestattet. Die Tandemachsen des Hochladers können mehr Zuladung aufnehmen, und die Gefahr einer Überladung ist hier deutlich geringer.
Ladevolumen der Streuer steigt
Größere Streubreiten erfordern auch höhere Ladevolumen der Streuer, um die entsprechenden Feldlängen mit nur einer Überfahrt düngen zu können. Aufgrund der enger werdenden Ausbringzeitfenster, der Verschiedenartigkeit der Streugüter und der erhöhten Ansprüche an die Verteilgenauigkeit hat der Einsatz von Universalstreuern mittels Dienstleister einen großen Marktanteil.
In der Regel kommen hier Streuer mit einem Gesamtgewicht von 20 bis 24 t zum Einsatz. Im Rahmen der Eigenmechanisierung werden aufgrund kleinerer Ausbringmengen eher kleinere Größenordnungen von 12 bis 18 t Gesamtgewicht gekauft. In diesem Segment wird vorwiegend strohhaltiger, kompakter Stallmist ausgebracht. Dieser kann auch mit den „klassischen Festmiststreuern“ mit stehenden Fräswalzen, ohne Breitstreuwerk ausgebracht werden. Die Festmiststreuer sind zwar in der Anschaffung günstiger, dies geht aber zulasten der Streubreite.
Bei senkrechten Fräswalzen hängt die Arbeitsbreite von deren Anzahl und Durchmesser ab. Streuwerke mit vier Walzen haben eine Arbeitsbreite von zirka 5 bis 7 m. Bei Miststreuern mit zwei stehenden Walzen ist deren Durchmesser größer, wodurch der Mist, auch aufgrund der darunter angeflanschten Streuteller, breiter gestreut werden kann. Hier liegt die Arbeitsbreite bei zirka 12 m. Universalstreuer mit Breitstreuwerk kommen beim Stallmist, je nach Ausführung und Positionierung der Streuteller, auf 12 bis 19 m Arbeitsbreite. Bei seitlich aufgestellten Streuscheiben sind auch größere Breiten von über 30 m möglich.
Ausbringmenge regulieren
Um die vorgesehene Mistgabe ausbringen zu können, müssen die Mistzufuhr zum Streuwerk, die Stellung des Stauschiebers, die Fahrgeschwindigkeit und die Arbeitsbreite aufeinander abgestimmt werden. Herstellerseits werden hierzu Streutabellen für die verschiedenen Streugüter zur Verfügung gestellt. Diese erleichtern gerade bei einfachen Streuern ohne elektronische Regelung die Einstellung der Parameter. Für die elektronisch geregelten Streuer gibt es im System hinterlegte Voreinstellungen für zum Beispiel die Dichte des Streugutes, die optimale Stauschieberöffnung und die zu erwartende Arbeitsbreite des auszubringenden Streugutes.
Die Findung der optimalen Einstellungen ist mitunter sehr komplex und bedarf in der Regel einiger Nachjustierungen. So ist zum Beispiel die Kratzbodengeschwindigkeit nicht direkt auf den Materialvorschub des Streugutes übertragbar. Hier gibt es einen Schlupf, der je nach Streugut und dessen Beschaffenheit unterschiedlich hoch ausfällt. Zusätzlich beeinflusst noch die Höhe des Stauschiebers die Durchflussraten beziehungsweise die Ausbringmengen.
Bei der Ausbringung von Stallmist sollte sich der Stauschieber im oberen Öffnungsbereich befinden. Er dient hier der Glättung und Einebnung der Mistoberfläche. Ein stärkerer Materialrückhalt ist nicht erwünscht, da er bei sehr kompaktem Stallmist zur Blockierung des Kratzbodens führen kann.
Anders sieht es bei lockeren, rieselfähigen und nährstoffreicheren Streugütern aus. Hier verhindert ein tiefer eingestellter Stauschieber das impulsartige Abbrechen der „Fräswand“, sorgt für einen kontinuierlicheren Materialfluss und erhöht die Dosiergenauigkeit bei der Ausbringung kleinerer Streugutmengen. Unter optimalen, auf das Streugut abgestimmten Einstellungen können homogene und rieselfähige Materialien durchaus auch in einer Menge von 2 bis 3 t/ha mit entsprechender Verteilgenauigkeit ausgebracht werden.
Die Regulierung der Ausbringmenge kann entweder rein manuell oder über eine elektronische Gewichtserfassung erfolgen. Im manuellen Modus wird eine feste Kratzbodengeschwindigkeit vom Fahrer vorgegeben. Dichteunterschiede innerhalb des Streugutes werden hierbei nicht berücksichtigt.
Beim statischen Wiegen wird das Gewicht des Streuers vor und nach der Beladung ermittelt. Bei bekanntem Ladevolumen kann daraus die Streugutdichte ermittelt und die Kratzbodengeschwindigkeit dementsprechend eingeregelt werden. Wichtig bei dieser volumetrischen Dosierung ist, dass der Streuer immer mit dem gleichen Ladevolumen beladen wird, da es ansonsten zu einer verfälschten Dichtebestimmung kommt.
Während mit dem statischen Wiegen nur eine komplette Streuerladung bei der Ausbringung geregelt werden kann, ermöglicht das dynamische Wiegen eine kontinuierliche Gewichtserfassung während der Ausbringung. Es erfolgt ein ständiger Abgleich der ausgebrachten mit der berechneten Sollmenge. Hierdurch soll gerade bei inhomogenen Streugütern die Dosierung der ausgebrachten Streumenge verbessert werden.
Die Herausforderung beim dynamischen Wiegen ist die Programmierung der Software zur Gewichtserfassung, denn in einem sich bewegenden Wiegesystem treten nicht nur senkrechte Gewichtskräfte auf. Die Wiegestäbe werden durch den Ausbringprozess, Bodenunebenheiten und geneigtes Gelände auch mit seitlichen Gewichtskräften belastet. Diese störenden Einflüsse gilt es für eine aussagefähige Mengenerfassung herauszufiltern.
Verteilgenauigkeit ist entscheidend
Voraussetzung für eine optimale Quer- und Längsverteilung ist eine gleichmäßige Beladung ohne Hohlräume. Bei inhomogenen Stallmisten kann zudem durch eine versetzte, schichtweise Befüllung eine günstigere Verteilung der Stroh- beziehungsweise Kotanteile erreicht werden. Während der Ausbringung können diese Unterschiede nur bedingt wieder ausgeglichen werden.
Eine gute Querverteilung hängt von der Streugutbeschaffenheit und der Arbeitsbreite ab. Wurfweite und die Flugrichtung werden durch verschiedene Parameter beeinflusst. Entscheidend sind hier die Teilchengröße, deren Form, Dichte und Feuchtegehalt. Aber auch die Gestaltung und Anordnung der Streuteller mit den angebrachten Wurfflügeln sind von Bedeutung.
Durch die nach hinten beziehungsweise seitlich angestellten Teller, ihren Durchmesser und die Anordnung der Wurfflügel werden Reibungskräfte, Abwurfgeschwindigkeit und damit die Flugbahn beeinflusst. Außerdem sind noch die Durchsatzleistung und die herrschende Windgeschwindigkeit zu beachten. Streugüter mit einem größeren Partikeldurchmesser, einer höheren Dichte und höherem Feuchtegehalt (Stallmist, Hühnertrockenkot, abgepresster Kalk) haben daher eine längere Flugbahn beziehungsweise größere Streubreite als separierte Feststoffe und Komposte. Zudem sind Letztere bei der Ausbringung deutlich anfälliger für eine Abdrift.
Da die ausgebrachte Materialmenge bei der Querverteilung von der Fahrspur zur Seite hin abnimmt, muss bei der nächsten parallelen Fahrt mit einer Überlappung gearbeitet werden, um eine gleichmäßige Ausbringung zu erreichen. Die Qualität der Längsverteilung wird neben einer optimalen Beladung des Streuers weitergehend durch Beginn und Ende des Streuvorgangs beeinflusst. Hier kommt es je nach Streugut und Streuer zu unterschiedlichen Verzögerungen bei der ausgebrachten Menge. Für eine gute Verteilung ist daher auch bei den Anschlussfahrten eine Überlappung beziehungsweise früheres Einsetzen der Ausbringung erforderlich.
Fazit
Universalstreuer müssen aufgrund der vielfältigen Streugutbeschaffenheit an die unterschiedlichsten Einsatzbedingungen angepasst werden. Zur Erlangung einer guten Verteilgenauigkeit steht eine geeignete Auswahl an Maßnahmen und Einstellungen am Streuer zur Verfügung. Die Streugutbeschaffenheit und die Gestaltung der Wurfteller beeinflussen maßgeblich die Streubreite. Für eine optimale Querverteilung sind Überlappungsfahrten erforderlich. Die Längsverteilung in Fahrtrichtung lässt sich durch eine gleichmäßige Beladung, Nutzung des Stauschiebers und Überlappungen beim Anschlussfahren verbessern.




