Die zweite Pferdeveranstaltung des Jahres in den Holstenhallen in Neumünster hatte das Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg (PSB) organisiert. Mehr als 80 Hengste aus 13 Rassen wurden ausgestellt, 53 von ihnen verließen die Holstenhallen mit einem positiven Körurteil, darunter zehn Siegerhengste, zwei Springsieger und einige Reservesieger.
„Alle hatten Spaß, und die Stimmung war wirklich gut“, resümierte Dr. Elisabeth Jensen am Sonntagvormittag. Bis hierhin hätte es nicht besser laufen können, und die Zuchtleiterin des PSB war auch mit den Pferden zufrieden. „Die Sieger sind wirklich alle sehr gut“, befand sie.
Ein paar Dinge waren in diesem Jahr anders als sonst, so zum Beispiel die große Gruppe der Minis, der Shetlandponys unter 87 cm. Hier gingen 13 Aspiranten an den Start. Die Körkommission zeichnete mit Elmhorst Mahoni einen in Bayern gezogenen und von Kai-Udo Thies aus Hüttblek, Kreis Segeberg, vorgestellten Rappisabellschecken als Siegerhengst aus. Aufgrund der großen Anzahl der Hengste gab es auch einen Reservesieger: Metaxa Vandedijk aus der Zucht von Thies Roll aus Struvenhütten, Kreis Segeberg.
Bei den Partbred-Shetlandponys siegte Keanu von der Haner Au. Der Rapp-Tiger wurde gezogen und ausgestellt von der Zuchtgemeinschaft (ZG) Bodo und Finn Schröder aus Hanerau-Hademarschen, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Norbert Büscherhoff aus Seeth-Ekholt, Kreis Pinneberg, stellte mit Ekholts Picasso den Sieger bei den Welsh Ponys Sektion B. Aus Dänemark war Brigitte Goetske mit dem Connemara-Hengst Sternbergs Elitaer angereist und durfte mit einem Siegerhengst den Rückweg antreten.
Zwei gekörte Schleswiger
Bei den Schleswiger Kaltblütern wurden drei Hengste vorgestellt. „Das ist meistens eine kleine Truppe“, erklärte Jensen. Im vergangenen Jahr seien es extrem viele gewesen. Mit zwei gekörten Hengsten lägen sie in diesem Jahr im Durchschnitt. Sieger wurde Smartie aus der Zucht und dem Besitz von Sven Voigt aus Tasdorf, Kreis Plön. „Ganz leicht fiel die Entscheidung nicht. Am Ende haben die Ruhe, der Ablauf und der Schritt den Ausschlag gegeben“, so Jensen.
Die größte Gruppe stellten wie immer die Deutschen Reitponys. Allein auf dem Endring präsentierten sich sieben Prämienhengste. „Das war sehr beeindruckend“, befand Jensen und fügte hinzu: „Die besten vier waren in der Qualität besonders herausragend, deshalb haben wir auch vier Schärpen vergeben.“
Zuerst ehrte Jensen den Springsieger Craig. Der Hengst aus der Zucht von Sarka Göttsche-Götze aus Flintbek, Kreis Rendsburg-Eckernförde, wurde vom Gestüt Kastanienhof in Niedersachsen ausgestellt. „Er ist nicht nur ein Springpony, sondern auch einer, der sich energisch zu bewegen weiß“, sagte die Zuchtleiterin.
Steendieks Sieger
Zweiter Reservesieger wurde Schierensees Cornwall von BPr HJK Crazy Dream aus der Zucht von Kristin Rosenbaum aus Malente, Kreis Ostholstein. „Ein gelassen auftretendes, immer gut im Umgang befindliches Pony mit gleichmäßig guten Bewertungen“, befand Jensen.
Vom Gestüt Grenzhöhe in Lutzhorn, Kreis Pinneberg, stammt der erste Reservesieger Grenzhoehes Oswald. Der braune Sohn von Elite LH Oliver K WE wurde gezüchtet und ausgestellt von Sabine Reimers-Mortensen. „Hochnobel, dieser braune Hengst, ganz elastisch trabend und gelassen“, freute sich die Zuchtleitung.
Den Sieger stellte – wieder einmal – Peter Böge vom Gestüt Steendiek in Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Fuchsisabell Steendieks Extra Energie, ein Sohn des Steendieks Exclusiv, wusste von Anfang an zu überzeugen. „Er hat sich im Trab einfach exzellent bewegt, ist gelassen im Auftreten, typschön und sportlich“, hieß es in der Kommentierung.
Diese vier Hengste unterschieden sich in den Bewertungen nur um Nuancen. „Das ist in Noten nicht auszudrücken“, erklärte Jensen. Für Böge gab es noch einen zweiten Rassesieger, das Kleine Deutsche Reitpferd Steendieks Mr. Bond.
Noch mehr Schärpen
Auch die Islandpferdekollektion war in diesem Jahr außergewöhnlich groß. Drei Schärpen wurden hier vergeben und von den Hengsten gelassen aufgenommen. Zweiter Reservesieger wurde der aufmerksame Fuchshengst Kjalar vom Barghof, gezüchtet und ausgestellt von Nils Paustian aus Görnitz, Kreis Plön. Familie Peters aus Weddelbrook, Kreis Segeberg, stellte mit Sesar von Vierthohen den ersten Reservesieger. Der Braunschecke von Kiljan frá Steinnesi hatte eine etwas bessere Gangnote.
Als „eindeutigen Gesamtsieger“ stellte die Körkommission Hrímsteinn vom Piperhof heraus. Der Rapphelmschecke aus der Zucht von Jessica Piper aus Schönberg, Kreis Plön, war auch farblich ein besonderer Hingucker. Ausgestellt wurde er von der ZG Meier/Böhrnsen aus Kiel, die sich über den Sieg ihres Sohnes von Dagfari frá Sauðárkróki freuten.
Bei den Fjordhengsten bekamen alle drei Köranwärter ein positives Urteil. „Der Sieger war besonders auffällig“, berichtete Jensen. Abstammend von Goliath aus der Aenna von Giersbergs Tjure, konnte Galeano vom Frenssenhof aus der Zucht von Hans-Werner und Telse Heesch aus Dammfleth, Kreis Steinburg, auch den Rest der Kommission überzeugen und wurde Rassesieger. Bester Springhengst der Veranstaltung wurde Inferno von der Marienquelle. Der in Thüringen gezogene Junghengst, ausgestellt von den Kielern Andrea und Peter Schirrmacher, machte selbst den Sportponys Konkurrenz.
Sport und Schau
Nachdem die Hengste das Körprozedere absolviert hatten, wurde die Norddeutsche Hallenmeisterschaft der Islandpferde ausgetragen. Das Turnier des Islandpferde-Reiter- und Züchterverbandes Deutschland (IPZV) ist inzwischen im Rahmen der Kör- und Schautage des PSB etabliert. „Der Boden und das Oval sowie die langen Seiten der Halle sind für die Islandpferdereiter perfekt“, erklärte Elisabeth Jensen. Die Geschäftsführerin des PSB ist sehr glücklich über diese Erweiterung des Programms, denn die Turnierreiter beteiligen sich auch finanziell an den Kosten der Holstenhallen. „Zum Glück waren auch der Club der Springreiter, der Rinderzuchtverein und natürlich wieder die VR Classics mit am Boden beteiligt“, berichtete Jensen. Ohne dass die Veranstaltungen gebündelt stattfinden, wäre es schwierig, eine solche Körung zu finanzieren.
Eine weitere Hilfe ist dabei immer der Schaunachmittag. Etliche Mitglieder des PSB hatten wochenlang geprobt, geschneidert und sich Choreografien ausgedacht. Das Leitthema „Aus Film und Fernsehen” konnte alles umfassen – vom „Tatort” bis zum „Dschungelcamp”.




