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Neun Abschlüsse in Bauernhofpädagogik

Freude über die Zertifikate von der Landwirtschaftskammer
Von Daniela Rixen, Heiderose Schiller, Landwirtschaftskammer SH
Die Teilnehmerinnen erhalten ihr Zertifikat für den Lehrgang in Bauernhofpädagogik aus den Händen der Präsidentin der Landwirtschaftskammer (li.) in Aukrug, ab 2. v. li.: Christiane Paulsen, Steenfeld; Anne Rahlf, Seedorf; Johanna Sierck, Kropp; Carla Justine Halske, Travemünde; Inga-Kristina Johannsen, Handewitt; Jessica Köpke, Nessendorf; Janne Bothmann, Husby; Kathrin Volquardsen, Reußenköge; Anneke Kruse, Quickborn. Fotos: Daniela Rixen

Die große Freude und Rührung über das Erreichte bei Teilnehmerinnen und anwesenden Ehrengästen waren durch und durch zu spüren, als die neun Absolventinnen von Ute Volquardsen, der Präsidentin der Landwirtschaftskammer, ihr Kurszertifikat in Bauernhofpädagogik auf dem Ferien- und Milchviehbetrieb Ratjen in Aukrug in Empfang nehmen konnten.

In einem halben Jahr mit viel theoretischem Wissen und reichlich Praxis in Futterkamp wie auch auf dem Naturerlebnishof Helle haben die Absolventinnen es geschafft, ein Projekt zu konzipieren und auf den Weg zu bringen. Für die meisten der neun Frauen bedeutet dies einen Entwicklungsschritt hin zu etwas Eigenem und zu einer alternativen Einkommensquelle. „Das Ergebnis des Lehrganges ist beeindruckend“, betonte Ute Volquardsen. Immer mehr Bauernhöfe öffnen ihre Türen, um wertvolle Bildungsarbeit zu leisten.

Ute Volquardsen überreichte die Urkunden an die glücklichen Teilnehmerinnen, so an Jessica Köpke aus Nessendorf.

Ein breites Netzwerk

Es ist mittlerweile ein richtiges Netzwerk entstanden. Bildungsangebote für Kinder auf dem Bauernhof sind nicht nur gefragt, sie sind auch gesellschaftlich von großer Bedeutung, da immer weniger Menschen, ob groß oder klein, wissen, wie Landwirtschaft heute funktioniert und wie unsere Lebensmittel produziert werden. Annette Röttger und Hauke Göttsch (beide CDU) waren gekommen, um sich selbst ein Bild zu machen. Sie unterstützen das Vorhaben seit Langem. Auch Heidi Thamsen vom LandFrauenverband Schleswig-Holstein sowie Dr. Kirsten Hess vom Bauernverband waren unter den Gästen sowie die Repräsentanten der Landwirtschaftskammer, Klaus Hohnsbehn, Kreis Rendsburg-Eckernförde, und Heiko Rahlf, Kreis Segeberg.

Das Projekt Schulklassen auf dem Bauernhof wie auch das breite Netzwerk an Bauernhofpädagogen im ganzen Land leben von dem Zuspruch auch der berufsständischen Verbände und von immer mehr mitmachenden Betrieben, die ihre Türen öffnen. Mittlerweile haben rund 200 Betriebe im Land den Betriebszweig Bauernhofpädagogik als alternative Einkommensquelle etabliert.

Die Kammerrepräsentanten, hier Heiko Rahlf und Klaus Hohnsbehn, der Bauernverband, vertreten durch Pressesprecherin Dr. Kirsten Hess, und die Politik, hier Landtagsabgeordneter Hauke Göttsch (v. li.), tragen das Bildungsvorhaben mit in die Fläche.

Lernen auf dem Bauernhof

Die Absolventinnen machten deutlich, dass es hier um Lernen mit Kopf, Herz und Hand gehe und die vielfältigen Aktionen mit den Kindern auf dem Hof viel mehr seien als ein Hofrundgang. Es sind Lerneinheiten am außerschulischen Lernort Bauernhof. Seit 2019 werden Höfe, die eine Schulklasse empfangen, vom Bildungsministerium mit je 100 € für ihren Aufwand unterstützt. Die Bauernhofpädagogikkurse der Kammer sind über Eler gefördert.

Bauernhofpädagogin und Betriebsleiterin Mirja Ratjen zeigte den Kindern vom Kindergarten Aukrug, wie das Melken geht – an einem Kuhmodell aus Holz.

Konzept „Milchschule“

Gastgeberin Mirja Ratjen hatte den Kurs in Bauernhofpädagogik bei der Kammer vor einem Jahr absolviert. Ihr Ferienhof und Milchviehvollerwerbsbetrieb empfängt mittlerweile regelmäßig Gruppen, beispielsweise den Kindergarten Aukrug. Die Lerneinheiten finden im Milchviehstall statt, aber auch Kleintiere wie Ponys, Kaninchen und Hühner sind mit dabei. Aus dem schön gestalteten Aufenthaltsraum kann man direkt in den Jungviehstall schauen. Betriebsleiter und Hausherr Harder Ratjen betonte, wie wichtig es ihm ist zu zeigen, wie echte Landwirtschaft funktioniert. Ihr Konzept nennen sie „Milchschule“.

Die Nachfrage nach diesen Bildungsangeboten im Land wächst, und rund 200 Betriebe haben den Betriebszweig Bauernhofpädagogik mittlerweile als alternative Einkommensquelle etabliert. Vom Aufenthaltsraum lässt es sich direkt in den Stall schauen.
Betriebsleiter Harder Ratjen motiviert mit der Auszubildenden Wiebke Rohwer Kuh Elsa für den Fototermin.

Die frischgebackenen Absolventinnen stellten ihre Ideen vor, darunter Kathrin Volquardsen, Reußenköge, und Anne Rahlf, Seedorf. Sie wollen mit einem vielfältigen Programm für Kinder wie einem Jahreszeitenkurs, Ferienkursen und speziellen Unterrichtseinheiten für Schülerinnen starten.

Inga-Kristina Johannsen, Handewitt, betreibt bereits mit ihrer Mutter und ihrer Schwester ein Naturklassenzimmer, wo mit Schulklassen gegärtnert, gekocht und gebacken wird – alles unter freiem Himmel und auf offenem Feuer. Das Thema gesunde Ernährung ist hier ein wichtiger Schwerpunkt. Carla Halske, Travemünde, entwickelte ein vielseitiges bauernhofpädagogisches Programm für ihre Feriengäste.

Bauernhofpädagogin Carla Halske stellte das Projekt für ihren Ferienhof aus Travemünde vor.
Die Absolventinnen Kathrin Volquardsen und Anne Rahlf (v. li.) erklärten, dass Bauernhofpädagogik viel mehr sei als ein Hofrundgang.

18 Jahre Bauernhofpädagogik

Seit 18 Jahren führt die Landwirtschaftskammer den Lehrgang Bauernhofpädagogik durch. Diese Zusatzqualifikation befähigt dazu, hochwertige erlebnispädagogische Angebote auf Höfen durchzuführen, um damit einen Einkommensbeitrag zu erwirtschaften.

Durch den hohen Praxisanteil und die betriebs- und persönlichkeitsorientierte Konzeption sowie viele kreative Methoden ist dieser Kurs bundesweit einmalig und weit über die Grenzen Schleswig-Holsteins bekannt. Die Teilnehmerinnen aus Schleswig-Holstein wurden aus Mitteln des Landes Schleswig-Holstein (MLLEV) und der EU (Eler) gefördert. In den vergangenen 18 Jahren haben 412 Lehrgangsteilnehmer und -teilnehmerinnen das Zertifikat erhalten. Ein landwirtschaftlicher Betrieb ist viel mehr als eine reine Produktionsstätte für Nahrungsmittel. Der Bauernhof ist der Ort, wo Lebensmittel entstehen.

Auf dem Bauernhof kann Wissen zum Erfahrungsschatz werden und so den Menschen prägen. Positive Kindheitserlebnisse auf dem Bauernhof sind eine der effektivsten Möglichkeiten, den Dialog zwischen Landwirtschaft und Gesellschaft zu fördern.

Da diese Art von Wissensvermittlung eines pädagogischen Basiswissens sowie Kenntnissen in Gruppenführung, Rhetorik und Sinnesschulung bedarf, hat die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein zusammen mit der Pädagogin Christine Hamester den Lehrgang Bauernhofpädagogik konzipiert. Interessenten wenden sich an Heiderose Schiller bei der Landwirtschaftskammer (hschiller@lksh.de). Der nächste Kurs startet am 6. März 2023.

Ansprechpartnerin für das Projekt Schulklassen auf dem Bauernhof ist Christiane Wellensiek (cwellensiek@lksh.de). Die nächsten Grundlagenschulungen (eineinhalb Tage) finden am 13./14. März 2023 und am 12./13. Oktober 2023 statt. Diese Schulung ist notwendig, um sich im Schulklassenprojekt zu registrieren und die Aufwandsentschädigung als Betrieb in Anspruch nehmen zu können. Absolventen des großen Bauernhofpädagogiklehrganges sind von dieser Grundlagenschulung befreit.

Heiderose Schiller leitet das gefragte Fortbildungsangebot Bauernhofpädagogik bei der Landwirtschaftskammer.
Hauptreferentin und fester Bestandteil des Kurses ist Christine Hamester (r.); hier mit Annette Röttger (li.) und Telse Halske im Gespräch.
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