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Lernen im Wohnzimmer

Baff-Qualifizierung digital
Von Kathrin Iselt-Segert
Die Lerngruppe mit (v. li.) Laureen Thielsen, Elena Körting, Sandra Mund, Franka Piehl und Jennifer Ohle mittwochs in der Baff-Lerngruppe treffen. Alle sind bei den Jungen LandFrauen im Herzogtum Lauenburg oder in Stormarn. Auf dem Bild fehlt Jana Siemers. Foto: Hans Ludwig Koch

Baff-Qualifizierung digital

Auch die Qualifizierung zur Büroagrarfachfrau (Baff), die im ­Oktober 2021 zum 37. Mal ­startete, läuft inzwischen aufgrund der Corona-Beschränkungen digital. 24 Teilnehmerinnen sind insgesamt dabei und ­verfolgen die Seminare nun zu Hause vor dem Computer. Im Herzogtum Lauenburg haben sechs junge Frauen aus der Not eine Tugend gemacht. Sie treffen sich jede Woche bei Elena ­Körting in Wangelau.

W enn sich die Mitglieder der kleinen Lerngruppe auf den Weg machen, gehören nicht nur Block und Kuli in die Tasche, sondern auch Obst, Snacks und Getränke. Denn wenn sich die angehenden Baffs mit Themen wie allgemeinem Vertragsrecht, Steuern oder Cross-Compliance beschäftigen, soll es auch gemütlich sein. Elena Körting verwandelt für diese Tage ihr Wohnzimmer in einen kleinen Seminarraum. Über einen Beamer wird der digitale Unterricht auf eine große Leinwand übertragen, sodass alle die Ausführungen der Referenten gut verfolgen können.

Dabei kannten sich vor der Qualifikation nur zwei der sechs Frauen. „Zum Glück haben wir uns anfangs, als es noch Seminare in Präsenz gab, alle in Neumünster getroffen und in der Vorstellungsrunde kennengelernt“, sagt Jana Siemers. Mit einem Lächeln fügt sie hinzu, dass ja auch das Netzwerken ein wichtiger Effekt der Ausbildung sei. Das hat bestens geklappt, denn als es hieß, es geht ins „Homeoffice“, bot Elena Körting ihren „Seminarraum“ an. Seitdem fahren Laureen Thielsen, Sandra Mund, Franka Piehl, Jennifer Ohle und Jana Siemers von Siebeneichen, Dalldorf, Schulendorf und Fuhlenhagen in Fahrgemeinschaften nach Wangelau. Sie kommen aus den unterschiedlichsten Berufen, arbeiten in der Beratung für den Gewässerschutz, beim Jobcenter oder als Arzthelferin. „Wir sind alle mit Landwirten verheiratet“, sagt Jana Siemers. Und so ist auch die Motivation ähnlich: „Wir wollen mitreden können auf dem Hof und wissen, was im Büro alles erledigt werden muss“, fasst Elena Körting zusammen. So sitzen sie an den Seminartagen vor der großen Leinwand und beschäftigen sich jeweils von 9.30 bis 15 Uhr mit Hit-Datenbanken, Erb- und Steuerrecht, Notfallordner oder Sozialversicherungsrecht. „Die Seminare geben einen guten Einblick in die verschiedenen Bereiche und die Referenten sind super engagiert und gehen auf Fragen ein“, lobt Elena Körting. Trotzdem sei es gut, in einer Lerngruppe zu sein. Das Steuerrecht zum Beispiel sei ziemlich komplex. In der Gruppe habe man die Chance, sich gegenseitig zu helfen oder in der Mittagspause ein schwieriges Thema noch mal gemeinsam zu besprechen.

Das kompensiere die fehlende Möglichkeit, sich live in Neumünster zu treffen, „aber vor Ort hätte es uns noch besser gefallen“, sind sich die Frauen einig. Bis Ende März werden sie sich weiter jede Woche in der Lerngruppe treffen. Sie hoffen, dass die Zertifikate für die Qualifikation, die Landwirtschaftskammer und LandFrauenverband gemeinsam anbieten, vielleicht bei einer Präsenzveranstaltung überreicht werden können. „Das wäre auf jeden Fall super“, sind sich die Baff-Aspirantinnen einig.

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