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Einblick in eine extensive Teichwirtschaft

Fachausschuss Natur- und Umweltschutz
Von Kerstin Ebke und Dr. Lars Biernat, Landwirtschaftskammer SH
Der Fachausschuss für Natur- und Umweltschutz tagte auf dem Betrieb Fischzucht Knutzen in Hohenlockstedt (v. li.): Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam, LKSH-Mitarbeiterin Kerstin Ebke, LKSH-Mitarbeiter Dr. Lars Biernat, Johannes Radtke, Mitarbeiter für Öffentlichkeitsarbeit beim Landesangelverband SH, Thies Hagge-Kern, Sinja Peckelhof, Jürgen Knutzen, Gerd Petersen, Ursula Knudsen, Gerd Kämmer, Fachausschussvorsitzende Sabine Schwarten, Philipp Hansen, Carsten Schröder, Richard Bonse, Vorsitzender Ostseebeirat Eckernförder Bucht und Baltic-Probstei, Arne Friese, Kammerpräsidentin Ute Volquardsen und Klaus Brunkert-Rohwer. Foto: Ingken Wehrmeyer

Der Fachausschuss für Natur- und Umweltschutz hielt seine turnusgemäße Frühjahrssitzung auf Anregung der Vorsitzenden, Fischwirtschaftsmeisterin Sabine Schwarten, auf dem Betrieb der Familie und Fischzucht Knutzen in Hohenlockstedt ab. Damit vertiefte der Ausschuss seine Diskussionen um Ostsee- und Gewässerschutz aus den vorherigen Sitzungen.

Die Vorsitzende Sabine Schwarten und das Betriebsleiterehepaar Knutzen begrüßten im Beisein der Kammergeschäftsführerin Stephanie Wetekam und der Kammerpräsidentin Ute Volquardsen die Mitglieder des Ausschusses und gaben eine kurze Einführung in die Thematik der Teichwirtschaft sowie in die Struktur des Betriebes.

Stephanie Wetekam stellte sich, ihren bisherigen Werdegang und ihre Vorstellungen zur Weiterentwicklung der Landwirtschaftskammer vor. Zum Thema Natur- und Umweltschutz erwähnte sie insbesondere die Herausforderungen und die damit verbundenen Aufgaben der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein (LKSH). Natur- und Umweltschutz stellten einen Zukunftsbereich dar, an dem die Landwirtschaft nicht vorbeikomme. Die LKSH müsse weiterhin gute Kooperationen mit Politik, Wissenschaft und Verbänden eingehen, zudem müssten Innovationen begleitet werden.

Ute Volquardsen berichtete anschließend über aktuelle Entwicklungen in der Arbeit der LKSH. In der Abteilung Pflanzenbau, Pflanzenschutz und Umwelt seien einige personelle Neubesetzungen erfolgt sowie erfolgreich Projekte akquiriert und angeschoben worden. Für den neu aufgestellten Nitratmessdienst werden weiterhin Flächen und Flächenbewirtschafter gesucht, die sich an den Messungen beteiligen möchten.

Fachlich machte Richard Bonse den Einstieg in das Thema Ostsee- und Gewässerschutz. Er ist aktiver Landwirt sowie Vorsitzender des Ostseebeirates Eckernförder Bucht und Baltic-Probstei. In den Ostseebeiräten wurden zahlreiche Sitzungen und Termine sowie von der LKSH veranstaltete Feldtage durchgeführt. Derzeit wird ein Maßnahmenkatalog fertiggestellt; zum Ende des Jahres soll ein erster Umsetzungsbericht vorgelegt werden. Verschiedene Maßnahmen wurden nach ihrem N- und P-Einsparungspotenzial bewertet. Die Maßnahmen sind bislang freiwillig. Bonse schloss seinen Vortrag mit dem treffenden Statement: „Wer nicht mitmacht, braucht sich am Ende auch nicht über Ordnungsrecht zu beschweren“, und appellierte zur Teilnahme.

Mit Gewässerschutz und Gewässerqualitäten ging es weiter im Vortrag von Johannes Radtke, Mitarbeiter beim Landesangelverband Schleswig-Holstein, der sich außer um angelspezifische Themen auch um umfangreiche gewässerbiologische Arbeiten kümmert. Der Fokus des Vortrags lag auf der Biodiversität und Qualität der Fließgewässer Schleswig-Holsteins, da diese einen entscheidenden Einfluss auf den Ostseeschutz haben. Radtke stellte die Meerforelle als „Schirmart der Biodiversität“ und ihre Ansprüche an die Lebensraumqualität vor. Wenn diese erfüllt seien, bestehe Lebensraum für zahlreiche weitere Organismen. Teilweise werde mit künstlicher Brut und Besatz im Herkunftsgewässer nachgeholfen. Radtke betonte jedoch, dass dies nur eine Übergangslösung darstelle und der Fokus auf der Wiederherstellung der kleineren Fließgewässer liegen müsse.

Anschließend erfolgte unter Führung der Familie Knutzen ein Rundgang über die Fischzuchtanlage. Der Betrieb umfasst etwa 30 ha Teichfläche, die sehr extensiv bewirtschaftet werden. Vorrangig werden Karpfen gezüchtet und zusammen mit weiteren Fischarten im hofeigenen Laden vermarktet. Zudem besteht eine Angelmöglichkeit für Gäste. Ein großes Problem ist der Fraß durch Prädatoren, der aktuell bis zu 50 % Ertragsverlust in der Teichwirtschaft bedingt. Der Betrieb hat sich durch ein Seminarhaus mit Bildungsangeboten und Veranstaltungen ein weiteres Standbein geschaffen. Abschließend fand eine rege Diskussion statt.

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