Die Hochschule für Angewandte Wissenschaften Kiel (HAW) veranstaltet jedes Semester zwei Interdisziplinäre Wochen (IDW), in denen Studierende über die regulären Lehrinhalte hinaus zusätzliche berufsrelevante Kompetenzen erwerben können. In der vergangenen Woche zeigte das Team des Bauernblatts 15 Studentinnen an zwei Tagen, wie journalistische Arbeit in der Praxis aussieht.
Recherchieren, Nachfragen, Einordnen und Schreiben. Um die Kernkompetenzen von Journalistinnen und Journalisten zu veranschaulichen, durften die Studentinnen selbst in die Rolle einer Journalistin oder einer Person des öffentlichen Lebens schlüpfen.
Am ersten Tag gab Dr. Robert Quakernack, Chefredakteur des Bauernblatts, den Teilnehmerinnen einen Einblick in fundamentale Gebiete der journalistischen Arbeit sowie in die Produktionsabläufe des Bauernblatts. Themen wie Medienkompetenz und Informationsbeschaffung, Charakteristika eines qualitativen journalistischen Berichts sowie die Vorraussetzungen für gute Foto- und Videoarbeit standen im Seminar in den Räumen der HAW auf der Agenda.
Für den zweiten Tag war die Simulation einer Pressekonferenz geplant. Das Thema: die jüngst aufgedeckten mutmaßlichen Missstände im von Tönnies geführten Schlachthof R. Thomsen in Kellinghusen. Zu diesem Zweck durften die Studentinnen die Rollen von Konzernchef Clemens Tönnies, der Agrarreferentin von Animal Rights Watch, Anna Schubert, der Tierschutzbeauftragten des Landes Schleswig-Holstein, Katharina Erdmann, sowie des Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft Schweinehaltung im Bauernverband Schleswig-Holstein, Cedric Rieken, einnehmen. Zusätzlich gab es vier Journalistinnen, die die Akteure befragen durften.
Die Pressekonferenz fand in den Räumen des Bauernblatts im Detlef-Struve-Haus statt und wurde zweimal mit jeweils der Hälfte der Teilnehmerinnen unter der Moderation von Bauernblatt-Redakteur Sönke Hauschild durchgespielt. Die Studentinnen gingen voll in ihren Rollen auf: Die Journalistinnen stellten kritische Fragen, und die Akteure versuchten ihr Bestes, um sich aus der Affäre zu ziehen und gleichzeitig ihre Botschaften zu senden.
Währenddessen musste die jeweils andere Gruppe Fotos für einen journalistischen Bericht schießen, der anschließend über die Pressekonferenz geschrieben werden sollte. Die Veranstaltung wurde nach Aussage der Studentinnen gut angenommen, und es wurde darum gebeten, sie im nächsten Jahr zu wiederholen.



