Mit Zwiebelblumen startet das Frühjahr wunderbar bunt. Einige Arten bieten von Februar bis Juli Hummeln, Bienen und anderen Nützlingen eine wertvolle Nahrungsquelle. Noch ist Pflanzzeit, um besonders insektenfreundliche Arten in den Boden zu bringen.
In bestehende Staudenbeete lassen sich kleinere Zwiebelblumen wie Anemonen (Anemone blanda) und Blausternchen (Scilla) prima am Rand oder zwischen niedrigen Stauden auch nachträglich noch einbringen. Großkronige Narzissen (Narcissus) oder die langen Stängel des Zierlauchs (Allium) machen sich gut zwischen höheren Stauden. Optisch reizvoll sind größere Gruppen von Frühjahrsblühern. So kommt ihre Farbenpracht eindrucksvoll zur Geltung.
Bei Problemen mit Wühlmäusen empfiehlt sich die Pflanzung in Kübel, Kästen oder Kisten. Für besonders üppige Ergebnisse sorgt die sogenannte Lasagne-Methode. Dabei pflanzt man die Zwiebeln in mehreren Schichten übereinander. Ganz unten im Topf platziert man die großen Zwiebeln wie Narzissen. Die mittlere Pflanzschicht besteht aus mittelhohen Tulpen und die oberste Schicht aus den kleinen Zwiebeln von Krokus oder Traubenhyazinthe. Tipp: Die einzelnen Schichten versetzt pflanzen.
Große Rasenflächen bieten Raum für Krokus (Crocus), Winterling (Eranthis) und Schneeglöckchen (Galanthus). Im Laufe der Zeit bilden sie hübsche Blütenteppiche. Diese Ausbreitung über Tochterzwiebeln und Selbstaussaat nennt man Verwildern. Das sieht nicht nur gut im Gras aus, sondern bringt auch viel Farbe unter Laubbäume und Gehölze. Dafür eignen sich auch Blausternchen (Muscari), verschiedene Wildtulpen (Tulipa sylvestris) und Schneeglanz (Chionodoxa). Sie bevorzugen allesamt lockeren, humosen Boden an einer Stelle, die im Frühjahr ausreichend Sonne abbekommt. Einmal gepflanzt, kann man diese zum Verwildern geeigneten Arten einfach sich selbst überlassen. Sie wollen möglichst ungestört wachsen. Tipp: Die Zwiebeln lagern nach der Blüte Nährstoffe ein. Daher wird mit dem ersten Rasenschnitt gewartet, bis das Laub vollständig vertrocknet ist.
Doch auf welche Arten fliegen denn nun Insekten ganz besonders? Zu den frühen Nahrungsquellen zählt der Türkische Winterling (Eranthis cilicica). Seine leuchtend gelben Blüten erscheinen im Februar etwas später als die von Eranthis hyemalis und sind zudem etwas größer. Diese Art verträgt auch etwas mehr Trockenheit, verlangt jedoch einen halbschattigen Standort. Schneeglöckchen (Galanthus nivalis) hingegen möchten gern im lichten Schatten stehen. Die zarten Frühlingsblüher wachsen etwa 10 cm hoch und blühen ab Februar. Schnee und Eis lassen das zauberhafte Schneeglöckchen dank der pflanzeneigenen „Heizung“ kalt. Mithilfe der Zwiebel produziert das Schneeglöckchen Wärme und bringt damit sogar Schnee zum Schmelzen.
Unter den früh blühenden Wildkrokussen empfehlen sich besonders Elfen-Krokus (Crocus tomasianius), der Toskanische Krokus (Crocus etruscus) und der Balkan-Krokus (Crocus chrysathus). Dessen Sorte ‚Prins Claus‘ erfreut mit einer reinweißen Blüte und verbreitet sich willig, ebenso wie der trockenheitsverträgliche Elfen-Krokus. Er liebt frühjahrshelle Stellen unter Gehölzen.
Von März bis April erscheinen die Frühlingsanemonen (Anemone blanda). Bei Sonnenschein öffnen sich die Blüten von ‚Blue Shades‘ (blau) und ‚White Splendour‘ (weiß). Durch Selbstaussaat entstehen schnell dichte Teppiche auf locker-humosem Boden unter Laubgehölzen. Mit der früh blühenden Tenby-Narzisse (Narcissus pseudonarcissus ssp. obvallaris) lassen sich beeindruckende Narzissen-Wiesen gestalten. Die goldgelben Blüten zeigen sich von März bis April. Zeitgleich erblühen die weißen Blütensterne der Gnomen-Tulpen (Tulipa turkestanica). In der Mitte zeigen sie einen auffälligen gelben Fleck. Die grazile Wildtulpe punktet mit bis zu zwölf Einzelblüten an einem Stiel. Eine hübsche Ergänzung dazu sind Blausternchen (Scilla bifolia). Die beste Wirkung erzielen größere Gruppen unter Laubgehölzen, deren lichten und kühlen Schatten sie lieben.
Das Hasenglöckchen (Hyacinthoides non-scripta) setzt den blauen Blütenreigen fort. Richtig bunt hingegen wird es mit den verschiedenen Sorten des Gefingerten Lerchensporns (Corydalis solida). Schon früh im Jahr zeigt sich das graugrüne, farnartige Laub. Die Blüten in Lila, Rot, Rosa oder Weiß öffnen sich im April. Bald nach der Blüte zieht der Lerchensporn komplett ein, versamt sich aber vorher zuverlässig. Auf diese Weise breitet sich auch die Armenische Traubenhyazinthe (Muscari armeniacum) aus. Zu den spät blühenden Insektenmagneten zählt der Zierlauch ‚Purple Sensation‘ (Allium aflatunense). Seine kugeligen Blütenköpfe schweben von Mai bis Juni auf bis zu 100 cm hohen Stielen über dem Beet. Der Kugel-Lauch (Allium sphaerocephalon) zieht im Juli unzählige Schmetterlinge an. Tipp: Diese Art wirkt in großer Stückzahl im vollsonnigen Staudenbeet am schönsten.



