Die Milchanlieferung in Deutschland bewegt sich inzwischen nur noch knapp über der Vorjahreslinie. Seit Jahresbeginn liegt die Milcherzeugung allerdings weiterhin um 4,8 % über dem Vorjahresniveau. Die Meiereien haben ihre Auszahlungspreise für September nochmals angehoben. Von den 15 in unserem Milchpreisvergleich aufgeführten Meiereien erhöhten 14 ihre Grundpreise. Die Zuschläge bewegten sich zwischen 0,55 und 3,00 ct/kg.
Der Durchschnittspreis stieg damit um 1,30 ct auf 39,06 ct/kg. Die Spanne reicht nun von 37,20 bis 43 ct/kg. Damit hat sich insbesondere das obere Ende der Preisspanne nochmals nach oben verschoben. In Süddeutschland werden zwischen 37,00 und 41,30 ct/kg gezahlt, in Ostdeutschland zwischen 33,00 und 40,00 ct/kg. Bei den westdeutschen Meiereien bewegt sich die Spanne zwischen 37,90 und 40,90 ct/kg. Im Durchschnitt liegen die norddeutschen Meiereien damit weiterhin auf einem vergleichsweisen hohen Niveau.
Uneinheitliche Teilmärkte
Die Entwicklung an den Märkten für Milchprodukte zeigt weiterhin deutliche Unterschiede. Während die Preise für Milchfett unter Druck stehen, zieht die Nachfrage nach Milcheiweiß weiter an. Industrierahm verbilligte sich Mitte Oktober auf durchschnittlich rund 4,60 €/kg Fett. Gleichzeitig erreichte Magermilchkonzentrat mit knapp 3,30 €/ kg Trockenmasse den höchsten Stand seit Oktober 2022. Auch die Preise für Magermilchpulver entwickelten sich fest. Am Spotmarkt für Rohmilch zeigte sich dagegen eine schwächere Tendenz. Hier fiel der Preis Anfang Oktober um 1,4 ct auf 40,2 ct/kg.
Der Buttermarkt präsentiert sich weiterhin zweigeteilt. Abgepackte Butter wird vom Lebensmitteleinzelhandel umfangreich abgerufen. Das niedrige Verbraucherpreisniveau unterstützt den Absatz. Für ein 250-g-Päckchen deutsche Markenbutter werden im Preiseinstiegssegment derzeit lediglich 1,19 € verlangt. Das sind 30 ct weniger als vor einem Jahr. Mit Blick auf die bevorstehende Weihnachtsbäckerei dürfte die Nachfrage in den kommenden Wochen weiter zunehmen. Anders sieht es mit Blockbutter aus. Hier halten sich die Käufer mit Neuabschlüssen zurück. Zugleich stehen ausreichende Mengen zur Verfügung, darunter auch größere Bestände gefrosteter Ware. Die Notierung in Kempten blieb Mitte Oktober mit 4,05 bis 4,25 €/kg unverändert.
Deutlich freundlicher entwickelt sich dagegen der Käsemarkt. Die Nachfrage nach Schnittkäse ist weiterhin hoch. Insbesondere der Lebensmitteleinzelhandel ruft umfangreiche Mengen ab. Gleichzeitig begrenzen die saisonal sinkenden Milchanlieferungen das Angebot. Die Bestände in den Reifelagern sind klein und zusätzliche Mengen für kurzfristige Abschlüsse kaum verfügbar. Die Hersteller gehen daher mit höheren Preisforderungen in die Verhandlungen für die kommenden Monate. Mitte Oktober lagen die Notierungen für Schnittkäse in Blockform bei 3,45 bis 3,75 €/kg und für Brotware bei 3,65 bis 3,85 €/kg. Allerdings schränkt das inzwischen gestiegene europäische Preisniveau die Wettbewerbsfähigkeit im Export teilweise ein.
Milchterminmarkt vor einem Wechsel
Auch am Milchpulvermarkt zeigt sich eine feste Tendenz. Insbesondere Magermilchpulver profitiert von der guten Nachfrage nach Milcheiweiß. An der EEX erreichte der Magermilchpulverkontrakt am 19. Oktober einen Schlusskurs von 3.525 €/t. Der entsprechende Butterkontrakt lag bei 4.175 €/t. Am europäischen Milchterminmarkt steht eine grundlegende Veränderung bevor. Die Leipziger EEX wird ihr Geschäft mit Milchprodukten schrittweise an die amerikanische CME Group abgeben. Bereits bis Ende 2026 sollen dort neue europäische Terminkontrakte für Butter, Mager- und Molkenpulver sowie Flüssigmilch eingeführt werden. Die bisherigen EEX-Kontrakte bleiben zunächst handelbar. Bis Ende 2027 soll die Übertragung abgeschlossen sein. Mit dem Wechsel erhoffen sich die Börsenbetreiber eine stärkere internationale Vernetzung und zusätzliche Handelsaktivitäten.



