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Ruhiger Marktverlauf im August

Zuchtviehauktion der RSH in Dätgen
Von Dr. Heiner Kahle, Rinderzucht Schleswig-Holstein
Die harmonische „Vojens“- Tochter, Kat. Nr. 34, von Volker Asmussen aus Dannewerk war Topseller der Angler Auktionsfärsen. Foto: Anna Lindemann

Trotz bestem Wetter und damit naturgemäß etwas eingeschränkter Käuferpräsenz konnte der Markt am 13. August nahezu komplett geräumt werden. Trotz der laufenden Erntearbeiten fanden zahlreiche Interessenten den Weg zur Auktion oder hatten die Mitarbeiter der Rinderzucht Schleswig-Holstein eG (RSH eG) im Vorfeld mit der Durchführung von Kaufaufträgen betraut, sodass qualitätsvolle Tiere weiterhin Abnehmer fanden. Gegenüber den vorangegangenen Auktionen gaben die Preise für die abgekalbten Tiere nach. Einige wenige nicht marktgerechte Tiere blieben im Überstand. Der schwarzbunte, homozygot hornlose „Danol“-Sohn „Eiger PP“ aus der Zucht von Detlef Bähnke, Schashagen, wurde für 2.100 € zugeschlagen, ein weiterer blieb im Überstand.

Qualitätsorientierte Nachfrage

Bei den weiblichen Tieren zeigte sich ein differenziertes Bild: Färsen mit ordentlichen Einsatzleistungen und entsprechendem funktionalen Exterieur waren auch weiterhin gefragt und erzielten solide Preise. Färsen, deren Kalbung bereits weiter zurückliegt oder die unter den gegebenen Marktbedingungen als nicht marktgerecht anzusehen sind, erzielten Vermarktungserlöse mit teilweise deutlichen Preisabschlägen. Der Trend zum qualitätsorientierten und differenzierten Bieten hält weiter an, was durch die realisierte Preisspanne von 1.400 € bis 3.050 € deutlich wurde.

Preissiegerin der Auktion war die schwarzbunte „Lionel“-Tochter der Zuchtstätte Milchhof Wesenberg, Thomas Schmahl, Wesenberg, die vom Auktionator Claus-Peter Tordsen für einen hiesigen Interessenten bei 3.050 € zugeschlagen wurde. Sie gefiel durch ihren modernen Typ, stand im mittleren Rahmen mit viel Kaliber, Topfunda­ment und einer mit 46 kg bemerkenswerten Einsatzleistung. Die euter- und körperstarke „EBH Eider“ (Vater: „Ambrose“) erzielte 2.850 €, sie kommt aus der Zucht der Engelbrecht GbR, Bokholt-Hanredder, und konnte zudem noch einen genomischen Zuchtwert von 127 RZG vorweisen.

Hans-Joachim Lüer, Niendorf, stellte mit der rahmigen „Skater“-Tochter „Davos“ eine hochleistende Färse aus überaus leistungsstarkem Kuhstamm vor, die 2.750 € erzielte. „KAX Dagmar“, eine „Merryguy“-Tochter der Rinderzucht Kaack GbR, Mözen, Kaack Holsteins, überzeugte einen heimischen Käufer, der sie vor allem aufgrund ihres überaus drüsigen Euters für 2.650 € ersteigerte. Die schwarzbunten Färsen erreichten durchschnittlich 2.212 €.

Bei den Angler-Färsen sicherte sich die Preisspitze mit 2.600 € die harmonische „Diesel“, eine „Vojens“-Tochter von Volker Asmussen, Dannewerk, die aus einer langlebigen Kuhfamilie stammt. Der durchschnittliche Zuschlagspreis der Angler-Färsen lag bei 2.266 €. Zwei Rotbuntfärsen erzielten jeweils 2.000 €. Drei Kreuzungsfärsen wurden für durchschnittlich 1.917 € vermarktet.

Gute Tiere bleiben gefragt

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Färsen mit ordentlicher Einsatzleistung und entsprechendem funktionalen Exterieur auch weiterhin gefragt sind. Die geringeren Zuschlagspreise waren in Anbetracht der aktuellen Milchpreismisere erwartbar und spiegeln die momentan schlechte Stimmung der Milcherzeuger wider. Dies bietet andererseits aber auch Chancen für potenzielle Kaufinteressenten, ihre Bestandsergänzung jetzt konkret zu planen und zu realisieren. Dabei können zur innerbetrieblichen Selektion die gegenwärtig noch vergleichsweise freundlichen Vermarktungserlöse für abgehende Tiere genutzt werden. Für Käufer bestehen somit aktuell gute Einkaufsmöglichkeiten bei der Bestandsergänzung.

Die nächste Auktion der RSH eG findet am 17. September im Vermarktungszentrum in Dätgen, direkt an der Autobahnabfahrt Bordesholm gelegen, statt. Angeboten werden Tiere, die ausschließlich aus BHV1- und BVD/MD-freien Betrieben stammen. Anmeldungen der Auktionstiere sind bis Montag, 31. August, an die RSH eG, Neumünster, unter Tel.: 0 43 21-90 53 07, Fax: 0 43 21-90 53 95 oder per E-Mail an s.rahn@rsheg.de zu richten.

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