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Arbeiten am Paradies

Serie „Die Kreisverbände der LandFrauen“ – Serie 7: Stormarn
Von Tonio Keller
Regelmäßig pflegen die Stormarner LandFrauen das Außengelände am Hospiz „Lebensweg“ in Bad Oldesloe. Foto: Tonio Keller

Die Kreisverbände der LandFrauen (KLFV) sind das Bindeglied zwischen dem Landesverband und den Ortsvereinen. Was aber ist das Besondere der LandFrauen im jeweiligen Kreis, wie zeigt sich das Gesicht der Kreisverbände? In dieser Bauernblattserie werden alle zwölf Kreisverbände vorgestellt – heute: der KLFV Stormarn.

Am Ende eines nicht gerade idyllischen Gewerbegebietes tut sich ein kleines Paradies auf – sowohl in Form der wunderschönen Anlage im Grünen als auch im symbolischen Sinn: „ein geschützter Ort für unheilbar erkrankte Menschen in ihrer letzten Lebensphase“, wie es in der Broschüre heißt. 14 Stormarner LandFrauen finden sich heute hier ein mit Hacken, Eimern und Harken, um das Außengelände am Hospiz „Lebensweg“ in Bad Oldesloe zu pflegen, gemeinsam mit anderen Helfern. Es wird Unkraut gejätet und Rindenmulch verteilt.

Damit es paradiesisch bleibt, kommen die LandFrauen zwei Mal im Jahr zur Gartenhilfe, seit 2020 das Hospiz gebaut wurde. Damals wurden Stauden aus eigenen Gärten mitgebracht, ein Areal heißt intern der „LandFrauenhügel“. Die LandFrauen unterstützen das Hospiz auch durch Spenden sowie mit Kaffee und Kuchen bei öffentlichen Veranstaltungen. Initiiert hat die Aktion die damalige KLFV-Vorsitzende Kristina Wendt.

Mit nur fünf Ortsvereinen (OV) ist der KLFV Stormarn zwar nicht flächenmäßig, aber an Mitgliedern der kleinste in Schleswig-Holstein. Das ist sicherlich der Nähe zu Lübeck und Hamburg geschuldet, die mit weltstädtischen Angeboten ziehen. Insbesondere den Südkreis deckt einzig der OV Südstormarn ab. Daran gemessen ist der Kreisverband sehr aktiv, wie die hohe Beteiligung an der oben geschilderten Aktion beweist.

Fahrten mit Führung

Vorstand des KLFV Stormarn, v. li., hinten: Regina Schütt (Kassen- und Schriftwartin), Heidi Nuppenau (2. Vorsitzende), Heike Tjarks (Beisitzerin); vorne: Christa Wildner und Kathrin Klose (Beisitzerinnen), Heimke Rüder (1. Vorsitzende)Foto: KLFV

Eine weitere Stärke sind, wie die Vorsitzende Heimke Rüder erläutert, die Studienreisen, die alle zwei Jahre für eine Woche ins Ausland führen – Andalusien, Griechenland, Toscana. „Da liegen wir nicht am Strand, da gibt es Führungen zu Kultur, Land und Leuten, da werden Museen besucht, ja Monumente ,erklettert‘“, betont Schrift- und Kassenwartin Regina Schütt. Mit je 30 bis 35 Teilnehmerinnen sind die Reisen sehr begehrt.

Auch die Fahrt zum BundesLandFrauentag wird in die umliegende Gegend ausgeweitet – diesen Sommer stehen rund um Essen die Blaudruckerei in Münster, der Emsflower Gartenbaubetrieb in Emsbüren und das Museum der Kochbuchautorin Henriette Davidis (1801-1877) in Wetter an der Ruhr auf dem Programm. „Auch als 2024 Schleswig-Holstein Gastgeber des BundesLandFrauentages war, haben wir eine dreitägige Begleitreise nach Flensburg, Husum und Friedrichstadt angeboten“, erklärt die zweite Vorsitzende Heidi Nuppenau. Und Rüder ergänzt: „Auf solchen Fahrten entsteht viel leichter Kontakt zueinander als bei großen Versammlungen.“

Runter vom Sofa!

Natürlich sind auch die landesweiten Gesundheitsthemen in Stormarn präsent wie dieses Jahr der Präventionsschwerpunkt „Runter vom Sofa“, ebenso wie die Weiterbildung zu Sozialen Medien mit Inke Studt-Jürs (siehe Ausgabe 15) oder Finanzthemen wie „Dagoberta macht Kasse“. „Wir halten solche im Kultur- und Bildungszentrum Bad Oldesloe ab, so ist der Zugang niedrigschwelliger als etwa in einem Restaurant, wo es wie eine geschlossene Gesellschaft aussieht“, sagt Rüder.

Überhaupt ist die Ansprache neuer Interessentinnen wichtig, um dem allgemeinen Mitgliederschwund entgegenzuwirken. Dazu wurden Frauen befragt: Was interessiert euch? Was möchtet ihr? Daraus entstand zum Beispiel die Reihe „Familie“ mit Themen wie Schlafprobleme bei Kindern oder Verhaltensfolgen nach Corona. Dies wurde dann nicht nur im LandFrauenprogramm, sondern auch mit Flyern in Kitas oder Schulen verbreitet. Überraschenderweise wünschten sich junge Frauen „Torten backen wie bei Oma“.

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