StartNachrichtenKammer kompaktSylt: Nachhaltige Muschelzucht wird Ausbildungsbetrieb

Sylt: Nachhaltige Muschelzucht wird Ausbildungsbetrieb

Meeresdelikatessen wachsen vor Hörnum
Von Frank Eli, Landwirtschaftskammer SH
Drei der Muschelkutter, in der Mitte das zukünftige Ausbildungsfahrzeug „Capella“ Foto: Frank Eli

Die Insel Sylt ist vor allem für ihre langen Sandstrände bekannt und zählt zu den beliebtesten Reisezielen an der deutschen Nordsee.

Die schleswig-holsteinische Insel verbindet exklusive Urlaubsorte mit einer einzigartigen Natur im Unesco-Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer. Darüber hinaus genießt Sylt einen hervorragenden Ruf für seine kulinarischen Spezialitäten. Insbesondere die Austern der Marke Sylter Royal, die von einem heimischen Fischereibetrieb vor Ort gezüchtet werden, sind deutschlandweit bekannt.

Weniger bekannt ist jedoch, dass auch einige der qualitativ hochwertigsten Miesmuscheln Deutschlands in den Gewässern vor Sylt heranwachsen. Die Nordfriesische Seemuschel GmbH im Süden der Insel ist einer von drei Miesmuschelzucht- und -fischereibetrieben in Schleswig-Holstein. Der Betrieb arbeitet und züchtet diese Meeresdelikatessen in Hörnum auf Sylt und ist an seinen grünen Schiffen gut zu erkennen.

Dredge für die Ernte sowie Sortier- und Abfüllanlagen Foto: Frank Eli

Die Muschelzucht weist in ihrer Arbeitsweise viele Parallelen zur Landwirtschaft an Land auf. Zunächst werden die Saatmuscheln an speziellen Netzkollektoren nahe der Wasseroberfläche gewonnen, bevor sie auf ausgewählten Kulturflächen „gesät“ werden. Dort wachsen sie zwei bis drei Jahre heran, bis sie schließlich geerntet werden können.

Umso erfreulicher ist es, dass diese umweltfreundliche Form der Muschelzucht nicht nur hochwertige Konsummuscheln hervorbringt, sondern künftig auch als Ausbildungsstätte für den Nachwuchs in der Küsten- und Kleinen Hochseefischerei dienen soll.

Aus diesem Anlass waren Mitarbeitende des Fachbereichs Fischerei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein vor Ort, um die Voraussetzungen für die Anerkennung als Ausbildungsbetrieb zu prüfen. Im Rahmen eines informativen Rundgangs an Bord eines Arbeitsfahrzeugs sowie eines ausführlichen Gesprächs mit einem der künftigen Ausbilder erhielten die Verantwortlichen einen umfassenden Einblick in den Betrieb. Besonders beeindruckend war die moderne technische Ausstattung an Bord, die sich von der Brücke über die Arbeitsbereiche unter Deck bis hin zu den Mannschaftskabinen erstreckte.

Perspektivisch möchte der Betrieb seinen eigenen Fachkräftenachwuchs ausbilden und fördern. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein begrüßt dieses Engagement ausdrücklich und freut sich darauf, nach erfolgreichem Abschluss des Anerkennungsverfahrens einen weiteren zukunftsorientierten Ausbildungsbetrieb für die Küsten- und Kleine Hochseefischerei in Schleswig-Holstein anerkennen zu können.

WEITERE ARTIKEL
- Anzeige -
- Anzeige -

Meistgeklickt