Mitglieder der Arbeitskreise Jugend macht Politik (AK Jumpo) und Agrar beim Bund der Deutschen Landjugend (BDL) trafen sich Ende März in Berlin. Mit dabei waren auch fünf Vertreterinnen und Vertreter des Landjugendverbandes Schleswig-Holstein (LJV). Für den AK Jumpo reisten die stellvertretenden Landesvorsitzenden Sören Schatt und Lasse Helmer an. Im AK Agrar engagierten sich Laura Stolley aus dem Agrarausschuss sowie die ehemaligen Ausschussmitglieder Wiebke Wendt und Malte Blöcker.
Die Arbeitskreise bieten jungen Menschen aus dem ländlichen Raum eine wichtige Plattform, um ihre Anliegen sowohl politisch als auch agrarfachlich einzubringen. Ziel ist es, die Stimmen der Jugend hörbar zu machen und in politische Prozesse einzuspeisen. Zum Auftakt des AK Jumpo stand ein Input zum Thema Social-Media-Verbot für Jugendliche auf der Agenda. Die Teilnehmenden diskutierten intensiv und kamen zu dem Ergebnis, dass ein pauschales Verbot nicht zielführend sei. Stattdessen brauche es präventive Maßnahmen, mehr Medienbildung und klare Regeln für Plattformen, um junge Menschen besser zu schützen.
Landjugendliche treffen Abgeordnete
Ein weiterer Programmpunkt, an dem beide Arbeitskreise teilnahmen, war ein Vortrag zum Thema Resilienz. Die Referentin vermittelte grundlegende Zusammenhänge und gab Einblicke in gesellschaftliche Herausforderungen, unter anderem anhand des sogenannten Operationsplans Deutschland der Bundeswehr. Dabei wurde deutlich, welche Aufgaben sowohl zivile als auch militärische Strukturen in Krisenzeiten übernehmen. Ein zentraler Höhepunkt der drei Tage war der Parlamentarische Abend des BDL. Selten kommen so viele junge Engagierte aus dem ländlichen Raum und Bundestagsabgeordnete in dieser Form direkt miteinander ins Gespräch. Statt klassischer Frontalveranstaltung wurde bewusst auf kleine Gesprächsrunden gesetzt: An mehreren Tischen diskutierten die Teilnehmenden auf Augenhöhe und im engen Austausch.
Inhaltlich standen zentrale Zukunftsfragen des ländlichen Raums im Mittelpunkt. Beim Thema Rechtsextremismus in der Landwirtschaft berichteten die Landjugendlichen von konkreten Erfahrungen aus ihren Regionen. Dabei wurde deutlich, dass rechtsextreme Akteure gezielt versuchen, Anschluss im ländlichen Raum zu finden und landwirtschaftliche Themen für ihre Zwecke zu nutzen. Die Landjugend setzt hier bewusst auf Aufklärung, klare Abgrenzung und starke Netzwerke – machte aber auch deutlich, dass dieses Engagement politische Rückendeckung und verlässliche Unterstützung benötigt.
Ein weiteres großes Thema war die Zukunftsfähigkeit ländlicher Räume. Herausforderungen wie eingeschränkte Infrastruktur, mangelnde medizinische Versorgung, schwacher Nahverkehr oder digitale Defizite wurden offen angesprochen. Einigkeit bestand darin, dass politische Zielsetzungen zwar vorhanden seien, es jedoch oft an konsequenter Umsetzung fehle. Besonders wichtig sei es, Wertschöpfung und Arbeitsplätze auf dem Land zu stärken, um jungen Menschen Perspektiven in ihrer Heimat zu bieten. Auch die Situation der Jugendverbandsarbeit wurde diskutiert. Die Landjugend machte deutlich, dass verlässliche Förderstrukturen notwendig seien, um eigenständiges Engagement junger Menschen langfristig zu sichern. Dabei wurde betont, dass Jugendarbeit Freiräume und Vertrauen brauche statt immer stärkerer bürokratischer Vorgaben.
Im agrarischen Bereich standen insbesondere die wirtschaftlichen Herausforderungen im Weinbau sowie die schwierige Hofnachfolge im Fokus. Steigende Kosten, unsichere Erlössituationen und hohe Einstiegshürden erschweren vielen jungen Menschen den Weg in die Landwirtschaft. Die Teilnehmenden machten deutlich, dass es hier dringend verlässliche politische Rahmenbedingungen und Planungssicherheit brauche.
Highlight Auswärtiges Amt
Auch der Umgang mit Sozialen Medien wurde intensiv diskutiert. Die Landjugend sprach sich gegen Verbote aus, forderte jedoch mehr Verantwortung von Plattformen sowie eine stärkere Sensibilisierung im Umgang mit digitalen Inhalten. Gleichzeitig wurde betont, dass auch politische Akteure eine Vorbildfunktion trügen und bewusst mit Informationen umgehen sollten. Neben politischen Diskussionen bot das Programm auch Einblicke in Bundesinstitutionen. Ein besonderes Highlight war der Besuch im Auswärtigen Amt. Dort stellten sich Mitarbeitende den Fragen der Landjugendlichen und ermöglichten einen direkten Einblick in die Arbeit des Ministeriums.
Die drei intensiven Tage in Berlin haben einmal mehr gezeigt, wie wichtig die Beteiligung junger Menschen an politischen Prozessen ist. Die Landjugend Schleswig-Holstein nimmt viele Impulse mit nach Hause und wird sich weiterhin aktiv für die Interessen des ländlichen Raums einsetzen.




