StartNachrichtenGartenStauden mit dienender Aufgabe

Stauden mit dienender Aufgabe

Füllpflanzen verbinden Leit- und Begleitstauden
Von Karin Stern
Der Wollziest nimmt hier geschickt die Wuchsform der Hintergrundpflanzen auf. Fotos: Karin Stern

Füllpflanzen sind Gewächse mit zurückhaltender Wirkung, deren Aufgabe darin besteht, auffälligere Arten besser zur Geltung zu bringen und Lücken zwischen den Akzentgebern zu schließen. In der Rabatte übernehmen sogenannte Füllstauden diese Funktion. In Gehölzgruppen empfehlen sich eher Farne, Gräser und Bodendecker.

Optimal komponierte Staudenbeete bestehen aus drei Elementen, die allesamt gleich wichtig für die Gesamtwirkung sind. Neben den dominierenden Leitstauden und den etwas dezenteren Begleitstauden unterstreichen Füllstauden die Wirkung ihrer Pflanzpartner und runden das Gesamtbild harmonisch ab. Füllstauden sind daher meist zurückhaltende Blüher, Blattschmuckpflanzen und niedrige, teppich- oder polsterartig wachsende Stauden. Aber auch Gräser wie Blauschwingel (Festuca cinerea) oder Schlangenbart ‚Niger‘ (Ophiopogon planiscapus) bilden mit ihren ungewöhnlichen Blattfarben interessante Kontraste.

Wenn es um klassische Lückenfüllerstauden geht, steht Frauenmantel (Alchemilla) ganz oben auf der Liste. Die wertvolle Blattschmuckstaude mit den grüngelben Blütenständen bevorzugt einen sonnigen bis schattigen, nicht zu trockenen Standort. Ein kompletter Rückschnitt nach der Blüte verhindert nicht nur das reichliche Versamen, sondern fördert einen attraktiven Neuaustrieb. Der Handel bietet verschiedene Arten an. Am höchsten wachsen der Gewöhnliche Frauenmantel (Alchemilla vulgaris) sowie der Weiche Frauenmantel (Alchemilla mollis). Beide erreichen eine Höhe zwischen 30 und 50 cm. Wer sich daran stört, dass die Blütenstängel des Weichen Frauenmantels nach Dauerregen beleidigt liegen bleiben und sich nicht wieder aufrichten, pflanzt besser den Zierlichen Frauenmantel (Alchemilla epipsila). Die Staude ist überaus standfest, sät sich kaum aus und bleibt mit 20 bis 30 cm Höhe schön kompakt.

Mit ihren attraktiven Wedeln setzen Farne blühende Pflanzen perfekt in Szene, ohne dabei selbst die Hauptrolle zu beanspruchen. Hier ist beim Kauf die Beratung entscheidend, um die geeignete Art für den künftigen Standort auszuwählen. Dies gilt auch, wenn niedrige Ziergräser als Füllpflanzen verwendet werden sollen. Die unterschiedlichen Laubfarben und Wuchshöhen sind ebenso zu berücksichtigen wie die Frage, ob Blütenstände eine Rolle spielen sollen.

Verschiedene Storchschnabelarten und -sorten lassen sich auch gemeinsam im Beet einsetzen.
Die gelb blühende Wolfsmilch ist das verbindende Element der Leit- und Begleitstauden.
Armenischer Storchschnabel bildet buschige Horste und schmückt sich von Juni bis Juli mit kleinen Blüten.
Die Mandelblättrige Purpurwolfsmilch bringt als wintergrüne Staude etwas Farbe in die kalte Jahreszeit.
Niedrige Arten der Glockenblume kommen im Beet mit nur wenig Pflege zurecht.
Niedrige Blattschmuckpflanzen wie das Kaukasusvergissmeinnicht eignen sich hervorragend als Füllstauden.
Gelungenes Arrangement aus Nelke, Steppensalbei, Wolfsmilch und Meerkohl
Zierlauch und Storchschnabel harmonieren in Blütezeit und Blütenfarbe.
Ziergras ‚Red Baron‘ dient hier als Akzentgeber und Füllstaude in einem.
Die bogig überhängenden Blütenrispen lenken den Blick zur Sonnenbraut.
Im Zusammenspiel mit den Farnwedeln beeindrucken die farbenprächtigen Blüten der Etagenprimel.
Wie ein Vermittler wirkt dieser Farn zwischen Rhododendron und Etagenprimel.
Hier verbindet der Storchschnabel wirkungsvoll die beiden Rabatten neben dem Weg miteinander.


Die verschiedenen Sorten des Wollziests (Stachys byzantina) ergänzen jede auf ihre Weise das Beet. Die reine Art mit ihren silbrigen Blättern blüht in Lilarosa von Juni bis Juli an etwa 40 bis 60 cm hohen Stängeln. Als Blattschmuck beliebt ist die Sorte ‚Big Ears‘ mit ganzen Teppichen aus großen, bis zu 25 cm langen, mittelgrünen, leicht filzigen Blättern. Sie bildet nur wenige Blütentriebe aus. ‚Cotton Ball‘, eine starkwüchsige und flächendeckende Sorte, verbindet flauschige Blütenbälle mit attraktiven Blättern. Mit 10 bis 20 cm Höhe bleiben ‚Silky Fleece‘ und ‚Silver Carpet‘ (bildet nur selten Blüten aus) deutlich niedriger. Wichtig für alle Sorten ist der sonnige Standort mit durchlässigem, magerem Boden.

Auch unter den zahlreichen Arten und Sorten des Storchschnabels (Geranium) finden sich attraktive Füllstauden. Sie bieten neben ansehnlichem, teils sogar wintergrünem Laub wunderschöne Blüten und dekorative Fruchtstände. Als Faustregel gilt, dass Storchschnabel mäßig feuchte Standorte mit nährstoffreichem, durchlässigem Boden bevorzugt. Sommerliche Trockenheit steckt er besser weg als Staunässe. Je nach Gartenbereich empfehlen sich unterschiedliche Arten. Für sonnige Standorte mit feuchtem Boden eignen sich Pyrenäenstorchschnabel (G. endressii) und Himalajastorchschnabel (G. himalayense), der auch noch gut an halbschattigen Gartenstellen zurechtkommt. Beide wachsen etwa 40 cm hoch. Blutstorchschnabel ‚Apfelblüte‘, ‚Elke‘, ‚Max Frei‘ und ‚Nanum‘ (G. sanguineum) erfüllen mit einer Höhe von 15 bis 25 cm hervorragend ihre Funktion als niedrige Füllpflanze für sonnig-trockene Beete. An schattig-trockenen Standorten ist der äußerst robuste Balkanstorchschnabel (G. macrorrhizum) die erste Wahl. ‚Czakor‘ eignet sich bestens für die flächige Verwendung. Neben der purpurrosafarbenen Blüte punktet die Sorte mit einer orangegelben Herbstfärbung. Der große Vorteil aller Arten liegt darin, dass sie, einmal eingewachsen, nur wenig Pflege benötigen. Lediglich die übers Beet hinauswachsenden Triebe sollten im Herbst oder Frühjahr zurückgenommen werden.

Unter den Glockenblumen empfehlen sich eher die niedrigen, Polster und Matten bildenden Arten wie Zwergglockenblume (Campanula cochleariifolia), Karpatenglockenblume (C. carpatica), Dalmatiner Glockenblume (C. portenschlagiana) und Hängepolsterglockenblume (C. poscharskyana). Sie bleiben mit 5 bis 20 cm Wuchshöhe niedrig. Von Juni bis Juli verschönern sie das Beet mit violettblauen oder weißen Blüten. Die Glockenblumen bevorzugen durchlässigen Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Standort, zeigen sich generell aber standorttolerant. Einzig zu feuchter Boden ist ein Ausschlusskriterium. Als Alternative im niedrigen Bereich eignen sich Polsterphlox (Phlox subulata), Günsel (Ajuga reptans) und Immergrün (Vinca minor).

oder Angebot auswählen und Artikel gleich weiterlesen

Abonnement
upgraden

Für Abonnenten der gedruckten Ausgabe nur 1,50 €/Monat (Jahresabo 18,- €).

Abonnement
abschließen

Digital-Abonnement für nur 64,- € für 6 Monate (Jahresabo 120,- €).

Ihre Vorteile auf einen Blick:
  • • unbegrenzter Zugriff auf alle bb+ Artikel
  • • das Bauernblatt bereits ab Donnerstagmittag auf Smartphone oder Tablet
  • • Zugang zum Archiv bisheriger Bauernblatt Ausgaben (seit August 2013)
WEITERE ARTIKEL
- Anzeige -
- Anzeige -

Meistgeklickt