Sicher auftreten, spontan überzeugen und auch in ungewohnten Situationen die richtigen Worte finden: Im Rhetorikseminar der Landjugend Schleswig-Holstein in Rendsburg stellten sich rund 20 Teilnehmende genau diesen Herausforderungen – mit viel Praxis, überraschenden Rollenwechseln und der Erkenntnis, dass ein starker erster Eindruck oft entscheidend ist.
Das Detlef-Struve-Haus in Rendsburg wurde im März zum Schauplatz eines besonderen Seminars: Unter dem Motto „Sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit“ trafen sich rund 20 engagierte Landjugendliche, um ihre rhetorischen Fähigkeiten zu stärken und mehr Sicherheit im Auftreten zu gewinnen. Als Referent führte Rhetoriktrainer Dr. Thorben Prenzel durch einen abwechslungsreichen und praxisnahen Seminartag.
Keine zweite Chance für den ersten Eindruck
Bereits die Begrüßung und Vorstellungsrunde gestalteten sich alles andere als gewöhnlich. Statt klassischer Einführungen wurde direkt ein zentrales Element des Seminars aufgegriffen: der erste Eindruck. Wie tritt man seinem Gegenüber richtig entgegen? Welche Rolle spielen Mimik, Gestik, Körperhaltung und ein angemessener Händedruck? Immer wieder betonte Prenzel dabei einen zentralen Leitsatz, der vielen Teilnehmenden besonders im Gedächtnis blieb: „Es gibt keine zweite Chance für den ersten Eindruck.“ In kurzen Übungen konnten die Teilnehmenden unmittelbar ausprobieren, wie viel Wirkung bereits in den ersten Sekunden eines Gesprächs steckt.
Nach einer kompakten theoretischen Einführung ging es in die nächste Herausforderung: den sogenannten Elevator Pitch. In dieser Übung sollten die Teilnehmenden innerhalb kürzester Zeit eine Idee überzeugend an eine Bürgermeisterin oder einen Bürgermeister herantragen. Dabei schlüpften die Teilnehmenden abwechselnd in beide Rollen. Für zusätzliche Dynamik sorgte der Rhetoriktrainer, indem er die „Bürgermeister“ im Vorfeld unterschiedlich instruierte – mal freundlich und interessiert, mal hektisch und unter Zeitdruck oder auch bewusst abweisend. Diese wechselnden Rahmenbedingungen stellten die Teilnehmenden zunächst vor Herausforderungen, sorgten aber auch für viele lehrreiche Momente. Versprecher und falsch genannte Namen lockerten die Situation immer wieder auf und zeigten: Perfektion ist nicht entscheidend – sondern der Umgang mit solchen Momenten.
Feedback zu Körpersprache und Ausdrucksweise
Nach einer gemeinsamen Mittagspause mit Pizza und einem kurzen Spaziergang an der frischen Luft ging es gestärkt in den zweiten Teil des Seminars. Nun war Eigeninitiative gefragt: Jede und jeder Teilnehmende bereitete ein kurzes Statement zu einem frei gewählten Thema vor, das anschließend vor der Gruppe präsentiert wurde. Um die eigene Wirkung besser reflektieren zu können, wurden die Beiträge gefilmt. Im Anschluss folgte eine ausführliche Feedbackrunde, in der jede Präsentation gemeinsam besprochen wurde. Dabei standen sowohl Stärken als auch Entwicklungsmöglichkeiten im Fokus. Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Hinweise zu ihrem Auftreten, ihrer Körpersprache und ihrer Ausdrucksweise – ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu mehr Sicherheit beim freien Sprechen.
Zum Abschluss des Seminars bedankten sich Sören Schatt, stellvertretender Vorsitzender der Landjugend Schleswig-Holstein, sowie Jaenne Albert, Bildungsreferentin des Verbandes, herzlich bei Thorben Prenzel für die engagierte und praxisnahe Durchführung. Gleichzeitig wurde deutlich: Dieses Seminar war sicherlich nicht das letzte seiner Art. Auch im kommenden Jahr könnte es erneut ein vergleichbares Angebot geben.




