Einige Ziersträucher erfreuen uns nicht nur im Frühjahr mit einer attraktiven Blüte, sondern entwickeln daraus sogar essbare Früchte. Sie bringen nun im Herbst Abwechslung auf den Tisch. Die beginnende Pflanzzeit lädt dazu ein, sich einen solchen Strauch in den Garten zu holen.
Gegenwärtig fallen die Zierquitten (Chaenomeles) mit ihren tennisballgroßen, gelben Früchten ins Auge. Sie schmecken prima als Marmelade, Gelee, Saft, Fruchtpaste oder Likör. Die Ernte erfolgt kurz vor dem ersten Frost. Zu diesem Zeitpunkt verfügen die Zierquitten über das intensivste Aroma. Geschmacklich interessant ist eine Mischung mit anderen Früchten wie Äpfeln, Birnen, Pflaumen oder „normalen“ Quitten. Die Hybridformen der robusten Sträucher (Chaenomeles x superba) sind Kreuzungen aus der Japanischen und der Chinesischen Zierquitte. Je nach Sorte bleiben sie mit etwa 1,50 m Höhe etwas niedriger als die reine Art. Die hübschen Schalenblüten mit der gelben Mitte zeigen sich in Weiß, Rosa oder Rot oft schon vor dem Laubaustrieb im März. Im Garten wirken die Sträucher mit ihren glänzend grünen Blättern hübsch als Hintergrund für frühlingsblühende Zwiebelpflanzen, geben aber auch in Einzelstellung eine gute Figur ab. Gut geeignet sind sie zudem für Gehölzgruppen oder frei wachsende Hecken. Die Zierquitte bevorzugt einen durchlässigen, feuchten und leicht lehmigen Boden in sonniger bis halbschattiger Lage. An sich kommt das Gehölz aber mit jedem Boden zurecht, sofern er nicht zu kalkhaltig ist. Jetzt im Herbst ist die beste Pflanzzeit für Zierquitten. Für eine reiche Ernte empfiehlt sich die Pflanzung einer weiteren Sorte als Bestäuber. Doch auch eine einzelne Pflanze trägt bereits Früchte. Die anspruchslosen, teils recht dornigen Gehölze lässt man frei wachsen, da sie am mehrjährigen Holz blühen und fruchten. Lediglich vergreisende Exemplare benötigen einen Auslichtungsschnitt im Spätwinter. Die mittlerweile erhältlichen dornenfreien Sorten erleichtern Pflege und Ernte ungemein und sind daher besonders empfehlenswert.
Sortentipp:
‚Cido‘, orangerote Blüte von Mai bis Juni, fast dornenlos, 1,5 m hoch, faustgroße gelbe Früchte, „nordische Zitrone“ genannt
Ab September reifen die orangeroten, ovalen Früchte der Kornelkirsche (Cornus mas). Ihr etwas herber Geschmack lässt sich prima in Konfitüre, Gelee, Kompott, Likör oder Saft konservieren. Tipp: Früchte gut ausreifen lassen, denn erst in vollreifem Zustand weisen sie den höchsten Zuckergehalt auf. Das Wildgehölz ist in den letzten Jahren jedoch nicht nur aufgrund seiner zierenden, schmackhaften Früchte immer beliebter geworden. Es punktet auch mit Anspruchslosigkeit, attraktiver Herbstfärbung und einer sehr frühen Blüte ab Ende Februar. Die Kornelkirsche zählt daher zu den wertvollen, früh blühenden Bienenweiden. Etwas Platz nimmt der meist mehrstämmig wachsende Strauch mit einer Wuchshöhe von 3 bis 8 m allerdings schon ein, zumal im Alter die Zweige gern überhängen. Als Blüten- oder Fruchtschmuckstrauch fügt sich die Kornelkirsche in frei wachsende Wildhecken oder Gehölzgruppen ein. In Einzelstellung gepflanzt, lässt sie sich durch Aufasten so erziehen, dass unter der Krone ein Sitzplatz angelegt werden kann. Als Wildgehölz verträgt der Strauch einen kräftigen Rückschnitt. Allerdings blüht und fruchtet die Kornelkirsche auch ohne jeden Schnitt sehr willig. Ein durchlässiger, mäßig trockener bis frischer Boden an einem sonnigen bis halbschattigen Platz ist optimal.
Sortentipp:
‚Jolico‘, rote, sehr große Früchte mit kleinem Stein und hohem Zuckergehalt, ab Ende August pflückreif, 3 bis 5 m Wuchshöhe, bis zu 3 m Wuchsbreite, langsame Wuchsgeschwindigkeit mit einem Zuwachs von 10 bis 30 cm pro Jahr
Die Mahonie (Mahonia aquifolium) schmückt sich von August bis September mit vielen blau bereiften, etwa erbsengroßen Früchten. Sie bieten nicht nur dem Auge einen schönen Anblick, sondern lassen sich zusammen mit anderen süßen Beeren zu Saft und Gelee verarbeiten. Roh schmecken die Früchte sehr sauer und haben eine abführende Wirkung. Die leuchtend gelben, aufrechten Blütenstände bieten von April bis Mai einen beeindruckenden Anblick. Der dekorative Strauch mit seinen dunkelgrünen Blättern und einer maximalen Höhe von 150 cm benötigt als anspruchsloses Gehölz keinerlei Pflege. Bei Bedarf verträgt die Mahonie jedoch klaglos auch einen starken Rückschnitt. Optisch reizvoll wirkt sie in Verbindung mit anderen Sträuchern in einer Hecke oder als Gehölzinsel. Im Hintergrund von Stauden macht sie sich gut als Strukturgehölz. Da die Mahonie aus den Nadelwäldern Nordamerikas stammt, eignet sie sich zudem als Unterpflanzung großer Bäume oder Sträucher. Mit Wurzeldruck kann sie umgehen. Ohnehin bevorzugt die Mahonie einen halbschattigen bis schattigen Standort mit humosem, feuchtem und neutralem bis leicht saurem Boden. Im Herbst und Winter nimmt das immergrüne Laub eine rote Färbung an – je stärker der Frost, desto intensiver die Rotfärbung.
Sortentipp:
‚Apollo‘, 50 bis 80 cm Wuchshöhe, kompakter Wuchs, goldgelbe, große Blütentrauben mit starkem Duft von April bis Mai, purpurschwarze Beeren



