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Energiewende wirtschaftlich weiterdenken

Die Gemeinde Langenhorn und die Erschließungsgesellschaft Nordfriesland (EG NF) treiben die Entwicklung des geplanten Gewerbegebiets in Mönkebüll weiter voran. Nach dem Start der Bauleitplanung im Frühjahr hat die Gemeindevertretung nun beschlossen, die mögliche Ansiedlung eines Rechenzentrums vertieft zu prüfen und im Verfahren weiterzuverfolgen.

Die Geschäftsführer der Erschließungsgesellschaft Nordfriesland, Dr. Jérôme Stuck, und der Wirtschaftsförderungsgesellschaft Nordfriesland (WFG NF), Dr. Matthias Hüppauff, begrüßen diesen Weg ausdrücklich. „Die Gemeinde zeigt, dass sie Chancen und Risiken sorgfältig abwägen will, ohne neue Entwicklungsmöglichkeiten vorschnell auszuschließen“, sagt Stuck. „Genau diese Haltung brauchen wir, wenn wir wirtschaftliche Entwicklung in Nordfriesland aktiv gestalten wollen.“

„Die Entscheidung in Langenhorn ist nicht nur für die Gemeinde selbst von Bedeutung, sondern steht beispielhaft für eine Entwicklung, die den Wirtschaftsstandort Nordfriesland insgesamt betrifft“, ergänzt Hüppauff. „Auch an anderen Standorten in der Region gibt es Überlegungen und konkretes Interesse an Rechenzentrumsprojekten oder anderen energie­intensiven Vorhaben. Das zeigt, dass Nordfriesland aufgrund seiner besonderen Standortbedingungen zunehmend für solche Investitionen in den Blick genommen wird.“ Die Wirtschaftsförderer werben deshalb dafür, verstärkt auch die Potenziale zu betrachten.

Wirtschaftlicher Standortvorteil

„Nordfriesland hat bei klassischen Unternehmensansiedlungen gegenüber den großen Wirtschaftsräumen strukturelle Nachteile – etwa durch die größere Entfernung zu Absatzmärkten oder Autobahnen. Durch die Energiewende ist zugleich ein besonderer Standortvorteil entstanden: Wir haben ein sehr leistungsfähige Glasfaserinfrastruktur und erzeugen große Mengen Erneuerbarer Energie“, erklärt Stuck. Land und Kreis verfolgen das Ziel, diesen Vorteil gezielt für neue Ansiedlungen zu nutzen. „Unsere Aufgabe muss es sein, daraus zusätzliche regionale und lokale Wertschöpfung zu schaffen.“

Heimische digitale Wertschöpfung

Rechenzentren könnten dabei eine besondere Rolle spielen. Sie benötigten leistungsfähige Strom- und Datenverbindungen, seien zugleich aber deutlich weniger auf Marktnähe, Autobahnen oder Hafeninfrastruktur angewiesen als viele klassische Industrie- oder Logistikunternehmen. „Rechenzentren sind eine zentrale Infrastruktur für Digitalisierung und Künstliche Intelligenz. Wer digitale Wertschöpfung stärker in Deutschland und Europa halten und zugleich die digitale Souveränität stärken will, braucht auch entsprechende Rechenkapazitäten“, sagt Stuck. Als große Stromverbraucher könnten Rechenzentren zudem dazu beitragen, Erzeugung und Verbrauch stärker regional zusammenzubringen, Netze zu entlasten und den zusätzlichen Netzausbaubedarf zu reduzieren.

„Rechenzentren passen grundsätzlich zu den besonderen Standortbedingungen Nordfrieslands“, ergänzt Hüppauff. „Die Region verfügt über große Mengen Grünen Stroms und eine leistungsfähige Netzinfrastruktur, die in den kommenden Jahren weiter ausgebaut wird. Daraus können neue wirtschaftliche Perspektiven für den ländlichen Raum entstehen.“

Langenhorn sei dafür ein konkretes Beispiel. Die Landesplanung sieht den Raum aufgrund seiner besonderen energiewirtschaftlichen Voraussetzungen auch für energieintensive Ansiedlungen als geeignet an. Der Entwicklungsbereich in Mönkebüll selbst ist bereits vor dem konkreten Interesse an einem Rechenzentrum als Ergebnis einer umfassenden Standortalternativenprüfung für die weitere Gewerbeentwicklung ausgewählt worden. Die Landesplanung hat den Standort zuletzt im Juni auch mit Blick auf eine mögliche Rechenzentrumsansiedlung als besonders geeignet eingeschätzt. Die Einbindung in ein bestehendes Gewerbegebiet, die Lage an B 5 und Bahnstrecke, ein bestehendes 110-kV-Umspannwerk, geplante weitere Netzinfrastruktur in direkter Nachbarschaft zur Entwicklungsfläche und große Einspeisungen Erneuerbarer Energien böten wichtige Voraussetzungen.

Wenn der Ministerpräsident nicht nach Hause will

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Wenn mitten in Granderheide die Scheune zur Tanzfläche wird, dann ist wieder Scheunenfete. Knapp 2.000 Gäste aus Stormarn, dem Herzogtum Lauenburg und dem Hamburger Umland feierten am 22. August bis tief in die Nacht mit der Landjugend Südstormarn. Jung und Alt, Alteingesessene und Neuzugezogene– auf den Tanzflächen kamen sie alle zusammen.

Erstmals ging es dabei auf zwei Floors rund: In der Scheune heizten DJ Jannik und DJ Kevin dem Main Floor ein, während im neuen Schlagerzelt DJ Mørtel Premiere feierte und bis in die frühen Morgenstunden für die textsicheren Gäste sorgte. Die PowerHour mit N-Events machte die Partynacht komplett.

Ein besonderer Moment war die offizielle Eröffnung der Main Stage um 22.30 Uhr: Ministerpräsident Daniel Günther und Trittaus neuer Bürgermeister Patrick Marsian (beide CDU) standen gemeinsam mit den beiden Vorsitzenden Nick Burmeister und Johanna Lescow auf der Bühne. Und offenbar gefiel es dem Ministerpräsidenten in Granderheide: Geplant war seine Abreise für 23 Uhr – tatsächlich verließ er das Fest erst nach 1 Uhr.

Gefeiert wurde auch für den guten Zweck: Die Stefan-Morsch-Stiftung, Deutschlands älteste Stammzellspenderdatei, war mit einem Stand vor Ort und registrierte zahlreiche Gäste als potenzielle Stammzellspenderinnen und -spender für Menschen mit Blutkrebs. Das Team der Stiftung zeigte sich begeistert vom regen und offenen Austausch mit den Besucherinnen und Besuchern – ein Beleg dafür, dass Feiern und Verantwortung gut zusammenpassen.

Zur Eröffnung der Main Stage stand Daniel Günther (3. v. r.) mit Trittaus neuem Bürgermeister Patrick Marsian (r.) sowie den Vorsitzenden der Landjugend Südstormarn, Johanna Lescow (2. v. li.) und Nick Burmeister (li.), sowie DJ Jannik (2. v. r.) und DJ Kevin (3. v. li.) auf der Bühne. Foto: Kim Schwabe/Nordisch Pic
Mehr als 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer ermöglichten die Scheunenfete in Granderheide, deren Erlös vollständig in die Arbeit der 2023 wiedergegründeten Landjugend Südstormarn fließt. Foto: Kim Schwabe/Nordisch Pic


Möglich machten die Nacht mehr als 100 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die vom Aufbau über die Schichten an Kasse und Tresen bis zum Abbau im Einsatz waren. Der Erlös der Scheunenfete fließt vollständig in die Arbeit der 2023 wiedergegründeten Landjugend Südstormarn und finanziert das ganze Jahr über Ausflüge, Aktionen und Gemeinschaft – ausdrücklich auch für Mitglieder, deren Geldbeutel das sonst nicht hergeben würde. „Hier haben knapp 2.000 Menschen bewiesen, wie schön es ist, wenn wirklich alle miteinander feiern – offen, herzlich und mit Respekt füreinander. Genau dafür steht die Landjugend, auf der Tanzfläche wie im ganzen Vereinsjahr“, sagt die erste Vorsitzende Johanna Lescow.

Wer die Nacht noch einmal erleben möchte: Die Fotos von Kim Schwabe (Nordisch Pic) und PartyScout sind auf die-scheunenfete.de zu finden, das Aftermovie erscheint in Kürze. Der nächste Termin steht ebenfalls schon fest: Am 4. September 2027 heißt es in Granderheide wieder: Scheunenfete.

Vor-Ort-Termine zu Silomais

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Kurz vor der Silomaisernte gilt es, unter der großen Auswahl an angebotenen Maissorten wieder einen Blick auf hierzulande empfohlene Silomaissorten zu werfen.

Die Landwirtschaftskammer bietet fachlich neutrale Beratung zu Silomais-Sortenempfehlungen, die auf den Vorjahresergebnissen der Landessortenversuche beruhen. Ein zusätzlicher Schwerpunkt der diesjährigen Feldführungen liegt auf der Etablierung von Untersaaten im Mais und Zwischenfrüchten nach Mais per Drohnensaat.

Haben regional geprüfte Sorten in den Vorjahren hohe und stabile Leistungen erzielt, wird eine entsprechende Anbauempfehlung für die Sorten ausgesprochen. Es lohnt sich, die Gelegenheit für Informationen zu aktuell empfohlenen Sorten zu nutzen, in Verbindung mit dem Austausch mit Praktikern, Beratern, Züchtern, Interessierten und dem Saatguthandel. Für den anstehenden Saatgutkauf können die gesammelten Informationen als Entscheidungshilfe dienen und Frühbezugsrabatte genutzt werden. Zum Zeitpunkt der mittlerweile schon zu den klassischen Begehungen der Versuchsfelder zählenden Feldführungen ist der Verkauf von Maissaatgut für die kommende Aussaat im Frühjahr 2027 im Gang. Wenn auch die diesjährigen Leistungspotenziale der Prüfsorten noch nicht vorliegen, können ertragssichernde Eigenschaften wie Kältetoleranz, Jugendentwicklung und Standfestigkeit auf dem Acker ausgemacht werden. Der optische Eindruck von Pflanzenlänge, Stängeldicke, Blattmasse und weiteren Auffälligkeiten lässt aber keinen Schluss auf die diesjährige Sortenleistungen zu.

Einsatz der Drohnensaat beurteilen

Per Drohnensaat ausgebrachte Untersaaten und Zwischenfrüchte werden vorgestellt. Foto: Dr. Elke Grimme

Zudem bieten Feldführungen praxisnahe Einblicke in den Maisanbau auf der Geest und zeigen auf dem jeweiligen Standort die Anpassungen von Silomaissorten an vorherrschende Wuchsbedingungen während der Vegetation. Witterungsstress und Grenzen der getroffenen Pflanzenbau- und Pflanzenschutzmaßnahmen in der Fläche können betrachtet werden. Düngungsversuche werden auf beteiligten Standorten vorgestellt. Auch die Etablierung von Untersaaten im Mais und Zwischenfrüchten nach Mais per Drohnensaat werden vorgeführt. Untersaaten und Zwischenfrüchte fördern Bodenfruchtbarkeit und Humusaufbau, binden Nährstoffe und schützen vor Erosion und Nitratauswaschung. In der Praxis erschweren jedoch insbesondere die notwendigen Abstände zur Herbizidanwendung ihre Etablierung. Die Drohnensaat eröffnet ein neues Saatfenster: Sie ermöglicht die Aussaat auch dann noch, wenn der Mais für herkömmliche Technik längst zu hoch ist. Ende Juli wurden dazu nach betriebsüblichem Pflanzenschutz vier Varianten – Wick­roggen, Erbsentriticale, Lundsgaarder Gemenge und Gras – per Drohne ausgesät. Bei den Feldführungen können die Bestände verglichen und Chancen und Grenzen der späten Drohnensaat beurteilt werden.

Maisanbaufläche in Schleswig-Holstein

Nach den vorläufigen Ergebnissen der Bodennutzungshaupterhebung vom 30. Juli des Statistikamtes Nord für Hamburg und Schleswig-Holstein werden in Schleswig-Holstein auf rund 649.000 ha Ackerfrüchte angebaut. Der Silomais behauptet mit 170.300 ha Anbaufläche (9 % Zuwachs zum Vorjahr) seine Position als flächenstärkste Ackerkultur in Schleswig-Holstein.

Die Feldführungen Silomais der Landwirtschaftskammer finden bei jedem Wetter statt.

Züchter im Porträt: Jana Bornholdt aus Herzhorn

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In der Kremper Marsch im Kreis Steinburg liegt der Hof Obendeich, auf dem Jana Bornholdt groß geworden ist. Nach langen Lehrjahren bei Harm Thormählen in Kollmar und einem prägenden Aufenthalt bei François Mathy in Belgien hat sie hier gemeinsam mit ihrem Mann Arne Bornholdt einen eigenen Zucht- und Ausbildungsstall aufgebaut.

Pferde spielten schon in Jana Bornholdts Kindheit eine große Rolle. „Meine Zwillingsschwester und ich bekamen zu unserem fünften Geburtstag einen Haflingerhengst geschenkt, Manu, noch ein Haflinger vom richtig alten Schlag, ein Mädchentraum“, erinnert sie sich. Aus dem einen Pony wurden mit der Zeit drei, und zweimal in der Woche kamen auch weitere Kinder aus dem Dorf zum Ponyreiten auf den Hof Obendeich. Dieser wurde damals nur noch als Resthof geführt.

„Meine Großeltern hatten noch einen landwirtschaftlichen Betrieb“, berichtet Bornholdt. Ihr Großvater, Ernst Engelbrecht-Greve (CDU), war viele Jahre Landwirtschaftsminister in Schleswig-Holstein und blieb seinem Hof parallel zur politischen Karriere treu. Doch mit zunehmendem Alter wurde klar, dass keins seiner Kinder den Betrieb weiterführen würde, und so wurde er Ende der 1970er Jahre eingestellt. Ihren Großvater lernten die Schwestern noch kennen, die Landwirtschaft nicht mehr. Das tat ihrer Liebe zu den Pferden keinen Abbruch.

Schnell wurden allerdings die unterschiedlichen Charaktere der Zwillingsschwestern auch im Sattel deutlich: Jana, die Springreiterin, und Kathrin, die Dressurreiterin. Beide waren ehrgeizig, und mit zwölf Jahren bekamen sie ihr erstes Großpferd, die Oldenburger Stute Wilma. Weil die Möglichkeiten auf dem heimischen Hof bald nicht mehr ausreichten, wechselten die Schwestern zum Reitstall Zimmer im nahe gelegenen ­Kollmar.

Als die Oldenburger Stute der Familie verletzungsbedingt aus dem Sport ausschied, war Jana etwa 15 Jahre alt. Ihr Vater schlug vor, bei Harm Thormählen vorbeizufahren. Die beiden kannten sich von früher. Thormählen hatte tatsächlich eine passende Stute in Kommission: eine achtjährige Lavall II-Tochter, bereits bis 1,40 m platziert. Die Familie kaufte sie, doch das Pferd erwies sich als schwierig, und man wandte sich erneut an Thormählen. „Für ihn war vor allem die Abstammung interessant, und er nahm die Stute in die Zucht“, erinnert sich Bornholdt.

Jung zu Harm Thormählen

Gleichzeitig fragte der berühmte Züchter, ob die damals 16-jährige Jana Lust hätte, bei ihm zu reiten. „So bin ich zu Harm gekommen“, lacht sie heute. Was als Reiten neben der Schule begann, wurde schnell mehr. „Dort kam ich zum ersten Mal wirklich mit der Pferdezucht in Berührung. Angefangen hat es mit den Geburten, aber sehr schnell interessierten mich auch die Abstammungen“, erzählt Bornholdt. Harm habe sein Wissen wie kaum ein anderer vermitteln können.

Sie verbrachte fortan jede freie Minute auf dem Hof, nach der Schule, in den Ferien, bei der Strohernte und beim Fohlenbrennen, und erhielt früh Thormälens Vertrauen, auch seine wertvollen Hengste zu reiten. Durch die vielen verschiedenen jungen Pferde habe sie erst so richtig reiten gelernt. Die Jungpferdeausbildung vom Anreiten bis zum ersten Parcours ist bis heute das, was ihr am meisten Spaß bringt. Trotzdem entschied sie sich gegen eine Ausbildung zur Pferdewirtin und arbeitete nach dem Abitur erst einmal zwei Jahre lang bei Thormählen.

In ihrer Zeit bei Harm Thormählen bildete Jana Bornholdt unter anderem Capriccio aus. Mit dem Wallach war sie erfolgreich in der Youngster Tour. Foto: Stefan Lafrentz

Während dieser Zeit ging Bornholdt für einige Monate nach Belgien zu François Mathy, der dort einen der renommiertesten internationalen Turnier- und Handelsställe betreibt. So begegnete sie einem anderen Pferdetyp als dem, den sie aus Holstein kannte. „Die Pferde konnten wahnsinnig springen, aber die Rittigkeit und das Reitgefühl waren anders. In dieser Zeit habe ich erst richtig gemerkt, was für rittige und gut konstruierte Pferde wir in Holstein haben.“

Vor allem aber öffnete der Aufenthalt ihren Blick für den internationalen Springsport. „Ich habe gelernt, dass die Welt viel größer ist als Holstein und dass wir uns selbst nicht so wichtig nehmen dürfen“, erklärt sie. „Die anderen machen es ebenfalls ziemlich gut. Die Pferde waren vielleicht nicht immer die schönsten Typen, aber sie hatten viel Einstellung und eine sehr gute Technik.“

Auch sportlich war die Zeit in Belgien wertvoll. Bornholdt nahm Harm Thormählens Stute Cortina von Cardino-Calando I mit und startete mit ihr unter anderem bei der Sunshine Tour. Nach ihrer Rückkehr ritt sie erneut für Harm Thormählen, bevor sie eine Ausbildung zur Bankkauffrau machte und dann in die Immobilienbranche wechselte.

Einstieg in die Zucht

Nach der Hochzeit mit Arne Bornholdt und der Geburt ihrer heute neunjährigen Tochter Emelie begann sie, in Harm Thormählens Büro zu arbeiten und parallel die eigene Zucht aufzubauen. Die hatte mit dem Verkauf des von ihr ausgebildeten Wallachs Capriccio von Come-On aus der Kleinen Cera begonnen. Als Dankeschön für ihre Arbeit mit Capriccio schenkte Thormählen ihr die Hälfte an einem Acodetto-Stutfohlen.

Geplant war, dass Bornholdt die Stute aus dem Stamm 104A ausbilden und später verkaufen sollte. Doch nach einem Unfall im Jährlingsalter blieb Abba körperlich beeinträchtigt. Trotzdem zeigte sie beim Springen außergewöhnliche Qualitäten. „Sie hatte eine unglaubliche Einstellung, viel Mut und scheinbar grenzenloses Vermögen. Irgendwann konnte sie ihre Einschränkungen jedoch nicht mehr ausgleichen.“ Aus Sorge, dass die Stute nach einem Verkauf überfordert werden könnte, entschieden Jana und Arne Bornholdt sich für einen anderen Weg. „Arne hatte die Idee, auch die zweite Hälfte zu kaufen. Harm hat sie uns günstig überlassen, und mit dieser Stute haben wir angefangen zu züchten.“

Die Grundsätze ihrer Zucht beschreibt Jana Bornholdt mit wenigen Worten: „Klein und fein. Individuell und vor allem mit Zeit.“ Sie erklärt: „Ich habe jeden Zyklus meiner Stuten im Kopf. Für mich geht es nicht um die Masse, sondern um die individuelle Betreuung. Ich habe gelernt, meinem eigenen Gefühl zu vertrauen und nicht zu viel darauf zu hören, was andere sagen.“

Besonders viel Freude bereitet ihr die Auswahl der Hengste. „Andere junge Züchter können auf der elterlichen oder großelterlichen Zucht aufbauen. Wir haben bei null angefangen“, sagt sie. Bei ihren Anpaarungsentscheidungen geht sie weit über den Blick auf Abstammung, sportliche Erfolge oder aktuelle Modetrends hinaus. „Ich schaue mir die Stute zunächst sehr genau an und möchte sie vor allem vom Wesen her wirklich kennen. Anschließend versuche ich herauszufinden, wie der Hengst charakterlich ist. Natürlich beschäftige ich mich auch intensiv mit dem Körperbau, weil ich den für sehr wichtig halte.“

Dass sie immer wieder Fohlen verkauft, auch die guten, gehört zu ihrem Konzept. „Anders können wir diese Passion gar nicht finanzieren“, weiß sie. „Mir macht es am meisten Spaß, mich intensiv mit wenigen Pferden zu beschäftigen und ihnen die nötige Zeit zu geben.“ Heute hat Bornholdt jeweils etwa vier bis fünf Pferde in Arbeit, beispielsweise den von ihr gezogenen und als Fohlen an den irischen Olympiareiter Cian O‘Connor verkauften Wallach Haaland von Highway aus einer Casall-Mutter. Die Stute hat sie nicht mehr, aber das Fohlen ließ O‘Connor für die Aufzucht und Ausbildung bei ihr.

Heimat auf dem Familienhof

Dass ihre Zukunft einmal auf dem Hof Obendeich liegen würde, hatte die heute 40-Jährige lange Zeit nicht bewusst geplant. Der Resthof war nicht mehr landwirtschaftlich genutzt worden. „Wenn ich ganz tief in mich hineinhöre, war der Wunsch wahrscheinlich schon immer da. Ich konnte mir ein Leben hier vorstellen, hatte aber keinen klaren Plan, wie das einmal aussehen könnte.“

Konkreter wurde die Idee erst gemeinsam mit ihrem Ehemann, der selbst aus der Landwirtschaft stammt, jedoch als Ingenieur arbeitet, und neben Verständnis für ihre Leidenschaft auch viel praktisches Geschick mitbringt. Für Jana ist klar, dass ohne Arne die Zucht und der Stall zu Hause nicht entstanden wären. „Er hat hier jede Box und jeden Zaun gebaut. Ich mache alles am Pferd und er alles andere. Ich habe den allergrößten Respekt, dass er diesen täglichen Pferdewahnsinn so mit mir durchzieht. Das ist alles andere als selbstverständlich, wenn man selbst nicht aus dieser Welt stammt“, erzählt sie.

Inzwischen stehen etwa 25 Pferde bei ihnen, vom Absetzer bis zum Reitpferd. Bornholdt bietet einen Rundumservice an. Dabei sind ihr kleine Gruppen wichtig. Zusätzlich bewirtschaftet das Ehepaar etwa 30 der 86 ha und macht sowohl Heu als auch Stroh selbst. Arnes Vater Ernst Bornholdt ist dabei eine große Hilfe. Er kümmert sich zusammen mit Arne um die Bewirtschaftung der landwirtschaftlichen Flächen. „Wir haben also einen richtigen Familienbetrieb. Anders wäre es auch gar nicht möglich“, stellt Jana Bornholdt klar.

Ausgehend von der gemeinsam übernommenen Acodetto-Stute entwickelte sich die Zucht langsam weiter. Abba brachte schon einen Hengstanwärter: Cardoso von Comme il faut, der bei einem Unfall verstarb. Die heute ebenfalls in der Zucht eingesetzte Lotta II entstand aus einer Anpaarung mit Diarado. Sie und die zugekaufte Urenkelin der berühmten Fein Cera, Fairness von Chupamint-Contender (Stamm 3615), sind die Herzenspferde ihrer Besitzerin. Im nächsten und übernächsten Jahr sollen dann auch die Töchter der beiden in die Zucht gehen, denn Abba ist inzwischen in Rente.

Aus der Lotta haben Bornholdts eine einjährige Tochter des Epleaser van‘t Heike. Eine zweijährige Tochter der Fairness von Don VHP wird im nächsten Jahr zum ersten Mal gedeckt. Ein oder zwei Hengste hat Bornholdt dafür schon im Kopf. Ein bisschen Zeit bleibt noch, bis sie sich entscheiden muss. „Auf die Fohlen freue ich mich besonders. Es ist die dritte selbst gezogene Generation“, sagt sie mit Züchterstolz in der Stimme.

Jana und Arne Bornholdt gucken nun gespannt auf die Werdegänge ihrer vierbeinigen Nachzuchten. Die ältesten im Sport sind sechs Jahre alt. Andere werden folgen. Auch der zweibeinige Nachwuchs ist schon am Start. Neben Tochter Emelie, die jede freie Minute im Sattel eines ihrer beiden Ponys sitzt, gibt es noch den siebenjährigen Tom. Er verbringt seine Zeit am liebsten auf dem Trecker.

Milch und Käse mit Gütezeichen

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Der Qualitätsausschuss der Landwirtschaftskammer verlieh in seiner 271. Sitzung zwei neuen Produkten das Gütezeichen „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“.

Als langjähriges Gütezeichen-Unternehmen wurde der Meierei Holtsee das Qualitätszeichen für ihren Bärlauch-Käse verliehen. Der milde Schnittkäse aus heimischer Milch bekommt durch die Kräuter ein würziges, gut abgestimmtes Aroma. Die Vermarktung erfolgt als Selbstbedienungsware im halbpfündigen Block im Lebensmitteleinzelhandel und natürlich auch in der „Käsekiste“ in Holtsee.

Christina und Tim Lohmann setzen bei einem Teil ihres Milchviehbestandes in Groß Rheide auf die Erzeugung von Heumilch g. t. S.   Foto: Sandra van Hoorn

Ganz neu im Gütezeichen ist der Betrieb Heurecka aus Groß Rheide. Familie Lohmann hat sich dort im Norden Schleswig-Holsteins auf die Produktion von Heumilch g. t. S. spezialisiert. Dabei steht „g. t. S.“ für „garantiert traditionelle Spezialität“ im Herkunftsschutz der EU. Damit wird die Art der Herstellung unabhängig von der Region geschützt. Das gilt in Schleswig-Holstein genauso wie im Alpenraum, der Ursprungsregion der Heumilch. Die Fütterung erfolgt ganzjährig mit Heu und wird durch weitere betriebseigene Komponenten wie Ackerbohnen und Lupinen ergänzt. Silierte, gentechnisch veränderte Futterbestandteile sind ausgeschlossen. Nach der Abfüllung in der Meierei Horst wird die Milch von den Lohmanns an etwa 40 Verkaufsstellen im Lebensmitteleinzelhandel Schleswig-Holsteins ausgefahren. Die Nachfrage nach der hochpreisigen Traditionsmilch entwickelt sich positiv. Auf Beschluss des Qualitätsausschusses darf sich die Heurecka-Milch jetzt zusätzlich mit dem grün-blauen Gütezeichen Schleswig-Holstein schmücken.

Der Qualitätsausschuss der Landwirtschaftskammer setzt sich aus Vertreterinnen und Vertreter der Land- und Ernährungswirtschaft, des Lebensmitteleinzelhandels und -handwerks, der Politik und des Verbraucherschutzes zusammen und steht unter dem Vorsitz von Kammerpräsidentin Ute Volquardsen. Bereits seit 60 Jahren zeichnet der Qualitätsausschuss verantwortlich für die Steuerung der Gütezeichenarbeit und die Verleihung des traditionsreichen Qualitätssiegels „Geprüfte Qualität Schleswig-Holstein“. Die Anpassung der Qualitätskriterien an die Anforderungen der neuen EmpCo-Verordnung war ein weiterer Schwerpunkt der Sitzung.



Bundeschampionate in Warendorf

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Sechs Tage lang stand Warendorf ganz im Zeichen des deutschen Pferdenachwuchses. Bei den Bundeschampionaten präsentierten sich rund 930 junge Pferde und Ponys aus deutscher Zucht in 56 Prüfungen der Disziplinen Dressur, Springen und Vielseitigkeit. Knapp 40.000 Besucher erlebten auf dem Gelände des Bundesstützpunkts Reiten hochklassigen Sport und vielversprechende Nachwuchspferde.

Im Bundeschampionat der dreijährigen Hengste hatte Nicole Derlin aus Travenbrück, Kreis Stormarn, ihren Hannu Haakon ins Rennen geschickt. Der zweite Reservesieger der Trakehner Hengstkörung kam auf den vierten Platz. Teile des Publikums waren mit der Bewertung, insbesondere für den Schritt, nicht einverstanden und taten dies auch mit Pfiffen kund. Sie hatten ihn weiter vorn ge­sehen.

Dressur- und Reitponys überzeugen

Im Championat der sechsjährigen Dressurponys siegten Dating’s Smiley A von Dating AT-Mad Max, Reservesieger seiner Körung beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg, und seine Reiterin Catharina Sophie Dirksen. Foto: Equitaris

Im Championat der sechsjährigen Dressurponys siegten Dating’s Smiley A von Dating AT-Mad Max und seine Reiterin Catharina Sophie Dirksen. Der erste Reservesieger seiner Körung beim Pferdestammbuch Schleswig-Holstein/Hamburg überzeugte Richter und Publikum gleichermaßen. Züchter und Besitzer kommen aus Nordrhein-Westfalen.

Die Silbermedaille verdienten sich Proud Day Max von Dreidimensional I AT NRW-Rocketti und Lilli von Helldorff. Der Hengst wurde gezüchtet von Karin Stolz aus Hitzhusen, Kreis Segeberg, und ebenfalls in Neumünster gekört. „Bereits seine Urgroßmutter ist bei uns geboren“, berichtete seine begeisterte Züchterin und verrät, dass die Eltern der Reiterin ihre besten Freunde sind. „Als Lilli ihn direkt nach der Geburt sah, kündigte sie gleich an, ihn übernehmen zu wollen“, erzählte Stolz.

Auf Rang drei platzierte sich ebenfalls ein Hengst aus Schleswig-Holstein, Champagner zum Frühstück von HJK Crazy Dream-Coldplay mit seiner Reiterin Lynn Sophie Soddemann. Der Hengst stammt aus der Zucht von Kristin Rosenbaum aus Malente, Kreis Ostholstein. Sie hatte schon den Vater als Fohlen gekauft und die Mutter selbst gezogen. „Er ist ein sehr sympathischer und freundlicher Hengst“, erzählte sie und freut sich, dass er es mit seiner neuen Besitzerin Kerstin Klose so gut getroffen hat.

Für das Finale der fünfjährigen Dressurponys hatten sich auch Amy Carlotta Reinfandt und Steendieks Douglas Deluxe von Steendieks Morgensterns Dalai-FS Chambertin qualifiziert. Der Hengst stammt aus der Zucht und dem Besitz von Peter Böge aus Schönhorst, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Die Reiterin vom Reit- und Fahrverein Höllnhof Schülp hatte schon im vergangenen Jahr einen Tierschutzpreis des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) erhalten und bekam ihn auch in diesem Jahr. Dieser Sonderehrenpreis wird Reiterinnen und Reitern verliehen, die sich während der gesamten Vorbereitungszeit sowohl im Umgang als auch beim Reiten besonders pferdefreundlich verhalten.

Der beste vierjährige Reitponyhengst der Qualifikation schaffte es auch im Finale ganz nach vorn: Danny deVito holte Gold für das Zuchtgebiet Schleswig-Holstein und verwies alle auf die Plätze. „Danny deVito ist ein kompletter Hengst, der sehr gut mitmacht und sich auf seine Reiterin konzentriert“, so der Richterspruch zum neuen Bundeschampion von FS Daddy Cool-Quaterback’s Junior aus der Zucht von Besitzerin Julia Voigt aus Löptin, Kreis Plön. Der Fuchsfalbe wurde von Nazila Natasha Lotz vorgestellt und siegte in der Dressurponyprüfung der Klasse A mit einer Gesamtnote von 8,34. Für seine „fleißige und taktsichere Trabtour mit viel Schwungentfaltung“ gab es die 8,3 und für den „sicher balancierten Galopp mit viel Abdruck“ die Wertnote 8,5. Auch für den Gesamteindruck sprang eine 8,5 für den neuen Bundeschampion heraus. Julia Voigt wurde für diesen Erfolg außerdem mit dem BMLEH-Ehrenpreis für Züchter geehrt.

Medaillensegen in der Vielseitigkeit

Bei den fünfjährigen Vielseitigkeitspferden holten Holsteiner alle Medaillen, allen voran Chesalico von Chezarro-Colman aus der Zucht von Anneliese Siebert aus Hamdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Der Wallach aus dem Stamm 242 überzeugte über alle drei Teilprüfungen hinweg und holte den Titel. Im Sattel des jungen Talents saß die frischgebackene Mannschaftsweltmeisterin Malin Hansen-Hotopp, die auch den Tierschutzpreis erhielt. Sie wuchs in Maasbüll, Kreis Schleswig-Flensburg, auf und lebt mit ihrer Familie in Mecklenburg-Vorpommern. Richterin Monika Schnepper fand für den Sieger besondere Worte: „Er ist der Prototyp eines Vielseitigkeitspferdes. Immer konzentriert, mit viel Übersicht und dynamischem Abfußen.“

Chesalico von Chezarro-Colman aus der Zucht von Anneliese Siebert aus Hamdorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde, setzte sich an die Spitze der fünfjährigen Vielseitigkeitspferde. Seine Reiterin Malin Hansen-Hotopp erhielt den Tierschutzpreis. Foto: Equitaris

Die Silbermedaille ging an Carbolin von Clarimo-Quinar aus dem Stamm 2543, gezogen von Klaus Thiedemann aus Oesterwurth, Kreis Dithmarschen. Carbolin war schon früh Julia Krajewski ins Auge gefallen. Die Olympiasiegerin entdeckte den Nachwuchssportler auf einer Holsteiner Auktion. Auch über die Bronzemedaille durfte sich Krajewski freuen. Sie saß im Sattel eines weiteren ehemaligen Holsteiner Auktionspferdes, ­ChrisTonic von Crack-Dinken. Der Schimmel wurde von Manfred Johannsen aus Tornesch, Kreis Pinneberg, gezogen und gehört zum Stamm 569.

Für noch eine Medaille aus Holsteiner Sicht sorgte Luci von Clarimo-Lord Z aus der Zucht von Max-Hermann Johannsen aus Hörup, Kreis Schleswig-Flensburg. Im Sattel saß Carlota Jade Korang Seitz. Die Reiterin vom Thomsen-Team aus Großenwiehe, Kreis Schleswig-Flensburg, pilotierte die Stute auf den Silberrang bei den sechsjährigen Vielseitigkeitspferden. „Ein Pferd, das seine Aufgabe heute sehr gut angenommen und gelöst hat. Ein wirklich interessantes Pferd – leichtfüßig, gleichmäßig und energisch“, kommentierte Thies Kaspareit. Mit einer 8,5 für das Springen konnte Luci in der Holsteiner-Kernkompetenz besonders überzeugen.

Zweimal Gold, einmal Silber im Parcours

Der Holsteiner Wallach Cadoc von Casall-Diamant de Semilly siegte unter Sophie Hinners bei den fünfjährigen Springpferden. Gezüchtet wurde er von Klaus-Jürgen Pöhlmann aus Owschlag, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Foto: Equitaris

Cadoc von Casall-Diamant de Semilly, vorgestellt von Sophie Hinners, war in beiden Umläufen der Beste der fünfjährigen Springpferde. Mit der Note 9,3 beendete der Holsteiner Wallach den ersten Umlauf, in dem Cadoc mit „einer tollen Runde in hohem Gleichmaß seine Aufgabe absolvierte“, so der Kommentator Peter Teeuwen. Er erläuterte die Richterurteile. Im zweiten Umlauf wurde Cadoc noch besser: „Dieses Pferd will alles richtig machen, besticht durch seine Springmanier, seine Rittigkeit“, schwärmte Teeuwen. Eine 9,5 gab es für den zweiten Umlauf, insgesamt also ein überzeugender neuer Bundeschampion. Sein Züchter Klaus-Jürgen Pöhlmann aus Ow­schlag, Kreis Rendsburg-Eckernförde, konnte den Sieg vor Ort miterleben und nahm vor Freude strahlend die Glückwünsche entgegen.

Der Holsteiner Wallach Clarimero von Clarimo-Catoki und sein Ausbilder Alexander Schill waren das schnellste fehlerfreie Paar im Stechen der siebenjährigen Springpferde. Foto: Equitaris

Bei den siebenjährigen Springpferden zogen acht Paare in das Stechen um den Sieg ein. Der Holsteiner Wallach Clarimero und sein Ausbilder Alexander Schill waren das schnellste fehlerfreie Paar in der Springprüfung der Klasse S**. Clarimero ist ein Sohn von Clarimo-Catoki, in seinen Adern fließt bestes Holsteiner-Springblut. Gezogen wurde er in Niedersachsen. „Ich bin unglaublich dankbar für die Saison, die wir bisher hatten, und für diesen unglaublichen Erfolg – das Sahnehäubchen auf einer Menge harter Arbeit, Hingabe und Unterstützung von so vielen Menschen hinter den Kulissen“, sagte Schill.

Sechs Paare erreichten das Stechen im Finale der achtjährigen und älteren Springpferde. Dort sicherte sich Hendrik Dowe mit dem Westfälischen Hengst Unglaublich den Sieg. Zweitschnellster Bewerber im Stechen war Paul FB, ein neunjähriger Wallach von Peri­gueux-Grey Top. Im Sattel des braunen Hannoveraners saß Luisa Himmelreich aus Neumünster. „Er hat mega gekämpft, und ich bin superhappy, dass wir uns so weit nach vorn gekämpft haben“, freute sich Himmelreich über ihren Paul. Dass die beiden ganz vorn mitmischen können, kam für sie nicht überraschend: „Paul ist immer gut. Er will eigentlich immer null springen, wenn ich gut reite.“ pm

Zitronengelbe Blüten

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Hellgelbe und zitronengelbe Blüten sind optische Frischekicks fürs Beet. Mit Beginn der herbstlichen Pflanzzeit kann man sich die Schönheiten in den Garten holen.

Das Brandkraut (Phlomis russeliana) ist mit seinen hellgelben, übereinanderstehenden Blütenquirlen ein toller Blickfang. Die Wirkung verstärkt sich mit dem Massenauftritt in der Gruppenpflanzung. Auf der Suche nach passenden Begleitern bleibt man im gelben Farbspektrum. Die kühlen Gelbtöne der Schafgarbensorten ‚Credo‘ oder ‚Hella Glashoff‘ passen ausgezeichnet in die Nachbarschaft. Zu empfehlen sind auch ‚Sunny Seduction‘ oder ‚Summer Fruits Lemon‘. Schafgarbe und Brandkraut passen nicht nur farblich zusammen, sie legen auch die gleichen Ansprüche an den Tag. Beide bevorzugen einen sonnigen Standort mit nicht zu trockenem und ausreichend nährstoffhaltigem Boden.

Die ungewöhnliche Blütenform des Brandkrauts fällt ins Auge. Foto: Karin Stern
Bei der Wahl der Tagliliensorte achtet man auf Wuchshöhe und Blütengröße. Foto: Karin Stern

Hier gefällt es auch der Taglilie (Hemerocallis), die eine interessante Auswahl gelb blühender Hybriden bietet. ‚Corky‘ (bis 80 cm hoch) und ‚Atlas‘ (bis 100 cm hoch) überzeugen mit einer üppigen Blüte von Juni bis Juli. Wer eher großblütige Sorten bevorzugt, wählt unter ‚Augustfreude‘ und ‚Easy Ned‘. Eine Art Traumpartnerschaft entsteht, wenn die Komplementärfarbe Violett ins Spiel kommt. Mit blühender Katzenminze (Nepeta) in der Nachbarschaft wirken die gelben Blüten noch reiner und leuchten geradezu auf.

Die Kerzenblüten der Fackellilie öffnen sich von unten nach oben. Foto: Karin Stern

Auch unter den beeindruckenden Fackellilien (Kniphofia) finden sich Sorten mit spritzig-gelbem Flor. Die neongelben Blütenkerzen von ‚Limelight‘ haben eine tolle Fernwirkung. Von Juli bis Anfang September bringt diese Sorte mit 130 cm hohen Stielen einen Hauch von Exotik ins Beet. ‚Bee‘s Lemon‘ ist nicht minder schön, bleibt aber mit 70 cm Höhe etwas niedriger. Mit nur 40 cm ist ‚Little Maid‘ der Winzling im Sortiment. Diese Sorte passt ebenso gut zu Rosen wie zu Ziergräsern und Steppensalbei.

Die Staudensonnenblume ‚Capenoch Star‘ wächst etwa 180 cm hoch. Foto: Karin Stern

Etwas höher hinaus will die Stauden-Sonnenblume ‚Lemon Queen‘ (Helianthus-microcephalus-Hybride) mit ihren gut 170 cm langen Stielen. Die reichblütige Sorte punktet mit etwas größeren Einzelblüten als die Art. Als Hintergrundpflanze oder Zaungucker kommt sie bestens zur Geltung. ‚Capenoch Star‘ (Helianthus decapetalus) bildet leuchtend gelbe, einfache Blüten mit einem Durchmesser von etwa 15 cm. Man könnte diese standfeste Sorte als das mehrjährige Gegenstück zur einjährigen Sonnenblume beschreiben. Sie ist eine sehr gute Schnittblume.

Die Wiesenraute ist eine hervorragende Staude für die Hintergrundgestaltung. Foto: Karin Stern

Ebenfalls hoch hinaus wollen die Gelbe (Thalictrum flavum ssp. glaucum) und Hohe Wiesenraute (Thalictrum lucidum). Je nach Standort liegt die Wuchshöhe zwischen 120 und 150 cm. Wiesenrauten schätzen einen nährstoffreichen, frischen Gartenboden und kommen auch noch im Halbschatten zurecht. Etwas mehr Sonne gefällt ihnen aber besser, sofern die Boden ausreichend feucht ist. Die zart- bis sattgelben Blütenwolken schweben je nach Art von Juni bis August sehr charmant in luftiger Höhe und wirken besonders attraktiv vor einem dunklen Hintergrund. Wiesenraute ‚Black Stockings‘ sorgt mit purpurrosafarbenen Blüten für eine tollen Kontrast in der Nachbarschaft. Kerzenknöterich (Bistorta amplexicaulis) und Hoher Sommer-Phlox (Phlox paniculata) übernehmen diese Funktion ebenfalls bereitwillig, bleiben aber etwas niedriger.

Mädchenauge, Königskerze und rot blühende Wicke verbreiten Bauerngartenflair. Foto: Karin Stern

Die Mädchenauge-Hybride ‚Full Moon‘ (Coreopsis) begeistert über Wochen hinweg von Juni bis September mit reichem Flor in Schwefelgelb. Dieser Ton lässt sich mit vielen anderen Farben kombinieren. Ein bodennaher Rückschnitt nach der Blüte fördert den Neuaustrieb und die Lebensdauer der Staude. Etwas kompakter wachsen ‚Zagreb‘ und ‚Moonbeam‘ (Coreopsis verticillata), bleiben aber mit 30 bis 40 cm genauso hoch wie ‚Full Moon‘. Daher eignen sich diese Sorten hervorragend als Einfassungspflanzen oder für den Vordergrund von sonnigen Beeten mit ausreichend feuchtem Boden.

Die verschiedenen Arten der Königskerze unterscheiden sich in Wuchsform und -höhe. Foto: Karin Stern

Die Schwarze Königskerze (Verbascum nigrum), die Großblütige Königskerze (Verbascum densiflorum) und die Kandelaber-Königskerze (Verbascum olympicum) hingegen bevorzugen einen eher trockenen Boden in sonniger Lage. Die in der Regel zweijährigen Pflanzen samen sich selbst aus und erhalten sich so an zusagenden Standorten selbst. Die Unterschiede liegen in Wuchshöhe, Blütenform und Blühtermin. Beeindruckend sind sie allesamt. Als Pflanzpartner kommen Herz-Zittergras (Briza media), Storchschnabel (Geranium), Schönaster (Kalimeris incisa), Roter Sonnenhut (Echinacea) und die Duftnessel (Agastache) infrage.

Wer eine niedrige Staude für trockenen Boden sucht, ist mit dem Graugrünen Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia ssp. canescens) gut beraten. Die 30 bis 50 cm hohe Pflanze wird manchmal auch als Olivenkraut angeboten. Von Juni bis August zeigen sich die etwa 1 cm großen, sattgelben Blütenköpfe. Sie wirken toll neben Lavendel (Lavandula angustifolia) oder Echtem Salbei (Salvia officinalis).

Die unterschiedlichen Gelbtöne von Fackellilie und Gelber Wiesenraute harmonieren sehr gut miteinander. Foto: Karin Stern
Wenn es um gelbe Blüten geht, darf der Sonnenhut nicht fehlen. Foto: Karin Stern
Die Staudensonnenblume ‚Soleil d‘Or‘ präsentiert sattgelbe Blüten. Foto: Karin Stern
In der Gruppe verstärkt sich die beeindruckende Wirkung des Brandkrauts, das hier von Taglilienblüten umspielt wird. Foto: Karin Stern


EU-Importstopp rückt näher

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Die Wahrscheinlichkeit, dass Brasilien ab dem 3. September vorerst kein Rindfleisch mehr in die Europäische Union einführen darf, steigt. Das Problem: Die Regierung in Brasília konnte bisher nicht sicherstellen, dass für den europäischen Markt bestimmtes Rindfleisch nicht in Kontakt mit antimikrobiellen Wachstumsförderern gekommen ist. Wie eine Sprecherin der EU-Kommission bestätigte, sind bisher keine ausreichenden Nachweise erbracht worden.

Bis zur Deadline wird in Brüssel kaum noch damit gerechnet, dass die Regierung in Brasília es schaffen wird, die Anforderungen der EU zu erfüllen. Einer der Gründe dafür ist, dass die Masttiere in der Regel mit zwei Jahren geschlachtet werden. Kann nicht über den gesamten Zeitrahmen nachgewiesen werden, dass die Rinder nicht mit in der EU verbotenen Wirkstoffen oder nach EU-Recht als Reserveantibiotika deklarierten Wirkstoffen behandelt worden sind, darf das Fleisch nicht in den EU-Binnenmarkt geliefert werden.

Die Sprecherin unterstrich, dass die bisher noch vorläufige Auslistung des bevölkerungsreichsten Mercosur-Staates auf neuen Vorschriften für den Antibiotikaeinsatz in der Veredelung beruhe. Beide Vorgaben sind Teil der novellierten EU-Tierarzneimittelverordnung, die seit dem 28. Januar 2022 gilt und auch Einfuhren aus Drittstaaten erfasst.

Zeitnah EU-Audits zu Geflügel und Honig

Anders als bei Rindfleisch soll die brasilianische Regierung die Nachweise für einen regelgerechten Umgang mit Geflügel und Honig bei der EU-Kommission eingereicht haben. Laut der Sprecherin solle ein Team aus Kommissionsexperten der Generaldirektion für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (DG Sante) der EU-Kommission vor Ort ein entsprechendes Audit durchführen.

Dass der Marktzugang für Geflügel und Honig, vorbehaltlich einer positiven Prüfung, zumindest theoretisch noch möglich ist, liege der Behördensprecherin zufolge an den bei beiden Erzeugnissen deutlich kürzeren Produktionszyklen. Bevor er gewährt werden kann, ist auch noch die Zustimmung der Experten der EU-Mitgliedstaaten im Ständigen Ausschuss für Pflanzen, Tiere, Lebens- und Futtermittel (ScoPaff) vor dem 3. September erforderlich.

Verhandlungen werden intensiviert

Unterdessen hat die brasilianische Regierung eigenen Angaben zufolge die Verhandlungen mit der Europäischen Union intensiviert, um den Marktzugang für tierische Erzeugnisse wiederherzustellen.

Landwirtschaftsminister André de Paula erklärte gegenüber dem brasilianischen Nachrichtendienst für Landwirtschaft, „Canal Rural“, man habe das Thema als „strategisch wichtig eingestuft“. De Paula zufolge habe die Wiederaufnahme Brasiliens in die Liste der EU-zugelassenen Lieferländer für Rindfleisch oberste Priorität. „Dass wir von der Liste gestrichen wurden, ist inakzeptabel“, konstatierte er. Nichtsdestoweniger räumte der Minister ein, dass der Prozess voraussichtlich länger dauern werde. Selbst nach den Anpassungen, um die europäischen Vorgaben zu erfüllen, könnte der bei Rindfleisch längere Produktionszyklus die Wiederaufnahme der Lieferungen verzögern. Mehr Erfolg verspricht sich der Agrarminister bei Geflügel, da hier die entsprechenden Durchlaufzeiten kürzer seien.

Laut André de Paula verfolge die Regierung einen ressortübergreifenden Ansatz, der auch das Außenministerium und das Büro von Präsident Lula da Silva einbeziehe. Man werde gegenüber der EU nachweisen, dass sämtliche europäischen Protokolle eingehalten würden. Fast zeitgleich habe Brasília die „Verwendung von leistungsfördernden Zusatzstoffen, die antimikrobielle Wirkstoffe enthalten, welche als für die Human- oder Veterinärmedizin bedeutend eingestuft sind“ verboten, konstatierte der Agrarminister. Konkret geht es dabei laut dem brasilianischen Landwirtschaftsministerium um Avoparcin, Bacitracin, Zinkbacitracin, Bacitracin-Methylendisalicylat und Virginiamycin. Nicht auf der Liste steht zum Beispiel Flavomycin, das in der Humanmedizin nicht verwendet wird.

Laut dem Branchenverband ­Abiec belief sich der Rindfleischexport der Brasilianer in den ersten sieben Monaten dieses Jahres auf insgesamt 1,97 Mio. t Rindfleisch. Das war knapp ein Zehntel mehr als im Vergleichszeitraum 2025. Neben China, den USA, Russland und Chile zählt die Europäische Union zu den Hauptabnehmern von brasilianischem Rindfleisch. Die EU-Mitgliedstaaten kauften im ersten Halbjahr 2026 zusammen 63.700 t ein, was Abiec zufolge ebenfalls einem Zuwachs von 10 % entsprach.

Wird der EU-Markt nun entlastet?

Für die Rindfleischerzeuger aus der EU stellt sich nun die Frage, ob nur wenige Monate nach dem vorläufigen Start des Handelsabkommens mit dem Mercosur-Block am 1. Mai nun weniger Rindfleisch auf den EU-Binnenmarkt geliefert wird. Einschränkungen der übrigen drei Mercosur-Mitglieder Argentinien, Paraguay und Uruguay wird es jedenfalls nicht geben. Je nachdem, wie die internen Diskussionen über die Verteilung der Rindfleischquote von 99.000 t pro Jahr unter einem präferierten Zollsatz in die EU verlaufen, stehen die Länder jedenfalls bereit, mögliche Lücken aufzufüllen.

In Argentinien dürfen Antibiotika seit 2024 nicht mehr als Wachstumsförderer eingesetzt werden. Bereits 2019 hatte das Land damit begonnen, für den Antibiotikaeinsatz eine Minimierungsstrategie umzusetzen. Das umfasste auch bereits Verbote einzelner Mittel als Wachstumsförderer. Der schrittweise Ausstieg wurde 2024 vollständig vollzogen. Argentinischen Medienberichten zufolge hatten diese Maßnahmen aus Buenos Aires auch zum Ziel, den eigenen Export in die EU abzusichern.

In Paraguay gibt es ein teilweises Verbot für den leistungssteigernden Einsatz antibiotischer Mittel. Tiere, die im freiwilligen Rückverfolgungssystem Sitrap registriert sind, dürfen in keinem Fall entsprechende Wachstumsförderer bekommen. Auch Uruguay hält laut Regierungsangaben die EU-Vorgaben durch ein Rückverfolgungssystem ein. age

Ackerkulturen trotzen teilweiser Beschattung

Klassische Ackerfrüchte können sich offenbar besser als gedacht an Teilbeschattung durch Solarmodule oder Bäume auf dem Acker anpassen. Das zeigt eine Studie der Universität Hohenheim und des Forschungszentrums Jülich, die in der Fachzeitschrift „European Journal of Agronomy“ erschienen ist.

Untersucht wurde, wie fünf Kulturen auf reale Beschattungsbedingungen durch Agri-PV-Anlagen und Agroforstsysteme physiologisch reagieren. In den Vegetationsperioden 2023 und 2024 wurden an fünf verschiedenen Standorten in Deutschland Feldversuche durchgeführt. Konkret wurde die Photosyntheseleistung von Ackerbohnen, Gerste, Kartoffeln, Kohl und Mais gemessen. Verglichen wurden ihre Werte mit denen von denselben Kulturen auf voll besonnten Flächen.

Anpassung für positive Kohlenstoffbilanz

Alle untersuchten Kulturen zeigten im Vergleich zur vollen Sonneneinstrahlung eine verringerte Dunkelatmung und einen niedrigeren Lichtkompensationspunkt. Das deutet den Forschenden zufolge auf eine physiologische Anpassung hin, die auch bei geringerer Lichtverfügbarkeit eine positive Kohlenstoffbilanz ermöglicht. „Vereinfacht ausgedrückt heißt das, dass die Pflanzen weniger CO2 durch Atmung verloren und gleichzeitig weniger Licht benötigten, um Kohlenstoff zu fixieren, den sie benötigen, um zu wachsen und Früchte zu bilden“, erklärt Erstautorin Jennifer Moore.

Laut Studienleiter Prof. Andreas Schweiger sei bemerkenswert, dass dieser Effekt in allen Kulturen gleichermaßen aufgetreten sei. „Sie verfügen also über eine deutlich größere Anpassungsfähigkeit, als wir bisher angenommen haben“, resümierte er. Das stellt laut den Autoren die Annahme infrage, dass Ackerkulturen in beschatteten landwirtschaftlichen Systemen grundsätzlich in ihrer Leistungsfähigkeit eingeschränkt seien.

Doch Schatten ist nicht gleich Schatten. Unter den Solarmodulen blieb die Photosyntheseleistung meist vergleichsweise stabil, während sie in den Agroforstsystemen stärker schwankte; das Studienteam vermutet, dass Baumkronen ein unregelmäßigeres Schattenmuster erzeugen als Solarmodule. Kulturpflanzen können sich laut Moore an eine moderate Teilbeschattung gut anpassen. „Bereiche mit dauerhaft starker Beschattung sollten jedoch möglichst vermieden werden.“

Auch zwischen den Kulturarten gab es Unterschiede: Mais als C4-Pflanze erwies sich tendenziell als empfindlicher gegenüber reduzierter Lichtverfügbarkeit als die übrigen, zur C3-Gruppe zählenden Kulturen. „Der C4-Stoffwechsel ist eine Anpassung an heiße und trockene Bedingungen. Bei schwächerem Licht können C4-Pflanzen ihre Photosynthesekapazität nicht ausreizen“, erläuterte Moore.

Kein automatischer Ertragsvorteil

Die Beteiligten schränken jedoch ein, dass diese physiologischen Reaktionen nicht unmittelbar Rückschlüsse auf den Ertrag zulassen. Daten hierzu wurden in der Studie nur lückenhaft erhoben und zeigten je nach Standort und Kulturart kein einheitliches Bild. In den Ergebnissen sehen die Forschenden aber eine Grundlage für die gezieltere Planung von Agroforst- und Agri-PV-Anlagen.

„Wer weiß, welche Kulturen unter welchen Lichtbedingungen ihre Produktivität aufrechterhalten können, kann Sorten und Flächen besser aufeinander abstimmen“, so Schweiger. Darüber hinaus eröffneten die gemessenen physiologischen Kennwerte neue Perspektiven, um schattentolerantere Sorten gezielter zu züchten.

Strohpuppen im Jury-Check

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Für die Jury der Strohpuppenaktion ging es am vergangenen Wochenende einmal quer durch Schleswig-Holstein. Fünf Ortsgruppen hatten es mit ihren kreativen Beiträgen in die Finalrunde geschafft und wurden nun vor Ort besucht.

Von Revensdorf über Dellstedt und Barmstedt bis nach Krüzen und Trittau warteten ganz unterschiedliche Ideen, liebevolle Details und jede Menge aus Stroh gefertigter Kunstwerke auf die Reisegruppe.

Mit dabei waren Bauernverbandspräsident Klaus-Peter Lucht, LandFrauenpräsidiumsmitglied Lena Haase, Bauernblatt-Chefredakteur Dr. Robert Quakernack, Tessa Nafziger für den Agrarausschuss sowie Sören Schatt und Marlies Muxfeldt vom Landesvorstand und Bundesjugendreferent Thore Groth. Fahrer Jörn Maschack brachte die Gruppe sicher durch das schönste Bundesland der Welt.

Direkt an der viel befahrenen B 203 präsentierte die Landjugend Dellstedt ihren ganz besonderen Stroh-Trecker der Jury. Foto: Thore Groth
Strohpuppenbau im Sonnenuntergang: In Revensdorf war beim Aufbau auch schweres Gerät gefragt. Foto: LJ
Revensdorf
Gute Laune auch in luftiger Höhe: Beim Feinschliff wurde noch einmal Hand an die Ohren gelegt. Foto: LJ
Revensdorf
Die Landjugend Lauenburg-Süd präsentierte der Jury stolz ihre Strohpuppenkreation. Foto: Thore Groth
„Koppelbeats – die Chicks machen Stimmung“: Mit seinem tierischen Ensemble wusste auch der KLV Stormarn zu begeistern. Foto: Thore Groth
Arbeit macht hungrig, das Ergebnis stolz: Jung und Alt, Landjugend, Junge LandFrauen und Nachwuchs stärkten sich gemeinsam nach getaner Arbeit. Foto: LJ Barmstedt
Handarbeit für geübte Finger: Mit viel Geschick wurden in Barmstedt Stroh und Figuren Stück für Stück in Form gebracht. Foto: LJ Barmstedt
Erster Stopp am frühen Morgen: In Revensdorf wurden der Jury stolz die vier fertigen Strohfiguren präsentiert. Foto: Thore Groth


Am Ende lag ein langer, aber rundum gelungener Tag hinter der Jury: voller neuer Eindrücke, abwechslungsreicher Stopps und vor allem beeindruckender Strohfiguren. Welche Gruppe die Jury schließlich am meisten überzeugen konnte, bleibt allerdings noch geheim. Die Platzierungen werden mit der Siegerehrung am 5. September auf der Norla in Rendsburg bekannt gegeben. Wer noch mehr von der großen Strohpuppen-Tour erfahren möchte, darf gespannt sein: Ein ausführlicher Reisebericht mit vielen Eindrücken von unterwegs erscheint in Kürze.