Seit vier Generationen betreibt Familie Horns in Bredenbekshorst, Kreis Segeberg, eine Landwirtschaft mit Pferdezucht. Der Betrieb umfasst neben der Zucht von Holsteinern auch Jungpferdeaufzucht, Zuchtstutenpension, Zuchtberatung, Körvorbereitung sowie eine Deckstation.
Familie Horns züchtet mit dem Stutenstamm 4847, der auch als Segeberger Stamm bekannt ist. „Dieser brachte zahlreiche gekörte Hengste sowie international erfolgreiche Springpferde wie Cascadello, Quel Homme de Hus oder Esmeraldo von Janne Friederike Meyer-Zimmermann hervor“, berichtet Marc-Henrik Horns. Der Züchter führt den Betrieb zusammen mit seinen Eltern Ute und Thomas Horns.
Während Thomas Horns für Landwirtschaft, Ackerbau und Mutterkuhhaltung verantwortlich ist, übernimmt Marc die tägliche Versorgung der Pferde und die Körvorbereitung. Außerdem betreut er die Deckstation mit Besamungsservice. Ute Horns kümmert sich um die Büroarbeit. Zusätzlich sind Marcs Brüder und sein Cousin immer dann zur Stelle, wenn Hilfe benötigt wird. Während Thomas und Ute auf dem Hof leben, wohnt Marc mit seiner Frau Pia nur wenige Minuten entfernt. Für Pia sind Pferde und Reiten nur ein Hobby. Neben ihrer Arbeit im Büro unterstützt sie Marc manchmal bei der Hengstvorbereitung, zum Beispiel beim Freispringen.
Die Ursprünge der Horns‘schen Pferdezucht reichen bis ins Jahr 1961 zurück. „Damals stationierte der Holsteiner Verband bei meinem Urgroßvater Hans-Joachim Horns einige Vererber. Diese deckten noch im Natursprung. So begann er auch selbst Pferde zu züchten“, erzählt Marc Horns.
Sein eigenes Interesse am Züchten entdeckte er bereits als Jugendlicher: „Als ich 14 Jahre alt war, schenkte mir mein Großonkel, der den Hof damals bewirtschaftete, ein Stutfohlen aus dem Stamm 4847. Unka stammte von Loran-Landgraf I ab.“ Er schloss sich den Jungzüchtern an und konnte sich dadurch viel Fachwissen über die Beurteilung und das Mustern von Zuchtpferden aneignen. Drei Jahre später ließ er Unka von Quantum besamen und zog als 18-Jähriger sein erstes Fohlen auf. Da der Großonkel kinderlos blieb, erbte Thomas Horns den Hof.
Artgerechte Aufzucht und Haltung
Aktuell züchtet Familie Horns sowohl Spring- als auch Dressurpferde. Vier Zuchtstuten stammen aus Springpferdelinien, drei weitere werden für die Dressurpferdezucht eingesetzt. „Die Dressurpferde gehen am Ende natürlich auch auf eine Springpferdegenetik zurück“, ergänzt Marc Horns.
Zu den jüngsten Erfolgen zählt die dressurbetonte Stute Pia-Lotta von Va Bene-Ampère, die bei den diesjährigen Holsteiner Pferdetagen als Ressortsiegerin Dressur ausgezeichnet wurde. Im Stutentest erhielt die Braune die Note 9,1. „Schon als Pia-Lotta geboren wurde, hat sich meine Frau in sie verliebt. Sie hat die Stute für den Stutentest selbst ausgebildet und vorgestellt“, erklärt Marc Horns. So wurde das Pferd auch nach ihr benannt – Schwiegermutter Ute machte daraus Pia-Lotta.
Neben den eigenen Fohlen und Jungpferden nimmt Familie Horns auch fremde Pferde zur Aufzucht. „Die Absetzer kommen in der Regel im Alter von sechs Monaten zu uns. Unsere Kunden stammen nicht nur aus der näheren Umgebung, sondern auch aus Süddeutschland, der Schweiz, der Slowakei und sogar schon einmal aus Dubai“, erzählt der Züchter. Ihm ist eine möglichst artgerechte Haltung wichtig. Dazu gehört auch der tägliche Auslauf. „Dank des sandigen Bodens ist das bei uns auch bei schlechter Witterung möglich. In der Marsch wären die Bedingungen anders“, erklärt Horns. Die tägliche Versorgung der Pferde bereitet ihm besondere Freude.
Korrekter Typ für die Körung
Ein weiterer Schwerpunkt des Zuchtbetriebs liegt in der Körvorbereitung. Das Wissen dazu erwarb Marc Horns während seiner landwirtschaftlichen Ausbildung bei Reimer Hennings in Bendorf, Kreis Rendsburg-Eckernförde. Dort wirkte er an der Vorbereitung bekannter Hengste wie Castelan, Quick Fire und Cascadello mit. Cascadello wurde damals Reservesieger bei der Körung in Neumünster und gilt heute als außergewöhnlicher Vererber. Marc Horns hat sein Potenzial schon früh gesehen und ihn direkt nach der Körung als Vatertier eingesetzt. Die Mutter stammte von Con-Air ab. Heraus kam Castigo de Amor. Der Schimmel wurde zweijährig nach Polen verkauft, dort gekört und später unter dem irischen Springreiter Bertram Allen bei Springturnieren bis 150 cm vorgestellt. Heute ist das Pferd im Besitz einer rumänischen Springreiterin.
Auch sonst setzen die Züchter gern junge Hengste ein, die bei ihnen vorbereitet wurden. „Wir kennen die Stärken und Schwächen der Tiere durch den täglichen Umgang sehr genau. Das ist ein großer Vorteil gegenüber der Einschätzung per Video“, so Marc Horns.
Auf dem familieneigenen Hof wird jährlich entschieden, welche der zweijährigen Hengste zur Körung vorbereitet werden: „Am wichtigsten ist mir, dass die Hengste im korrekten Typ stehen. Dazu gehören zum Beispiel eine genügende Größe und ein gutes Fundament. Natürlich werden die Springhengste zusätzlich im Freispringen beurteilt und der Dressurnachwuchs anhand der Grundgangarten.“ Überwiegend handelt es sich um Holsteiner, gelegentlich aber auch um Hengste anderer Zuchtverbände wie Hannoveraner oder Oldenburger.
Jährliche Holsteiner Fohlenschau
Einmal jährlich richtet Familie Horns eine Holsteiner Fohlenschau aus, in diesem Jahr am Sonnabend, 19. Juli. Während früher mehr als 100 Fohlen vorgestellt wurden, ging die Teilnehmerzahl in den vergangenen Jahren etwas zurück und lag zuletzt bei etwa 70. „Es werden insgesamt weniger Fohlen gezogen“, sagt Marc Horns. Die Veranstaltung gliedert sich in die Vorstellung der Hengstfohlen am Vormittag und die Vorstellung der Stutfohlen am Nachmittag mit jeweils anschließendem Körbezirkschampionat. Jedes Jahr besuchen etwa 300 Zuschauer die Veranstaltung, die auf den hofeigenen Weiden stattfindet.
Unterstützung erhält Familie Horns dabei von weiteren Züchtern aus dem Körbezirk. Marc Horns ergänzt: „Überhaupt haben wir im Körbezirk Segeberg einen guten Austausch unter den Züchtern. Es gibt immer wieder Treffen, bei denen wir uns die Fohlen anschauen und darüber fachsimpeln, wie sich die einzelnen Hengste vererben.“




