Moin aus dem echten Norden! In Heide schlug Ende April das Herz der deutschen Landjugend. Für uns als Landesvorstand der Landjugend Schleswig-Holstein war es eine besondere Ehre: Wir durften die Bundesmitgliederversammlung (Bumi) des Bundes der Deutschen Landjugend (BDL) bei uns in Heide ausrichten.
Schon am Freitagabend füllte sich die Jugendherberge in Heide mit Leben. Aus allen Himmelsrichtungen reisten die Delegierten der Landesverbände an, um gemeinsam die Weichen für die Verbandsarbeit zu stellen. Nach der offiziellen Begrüßung durch den Bundesvorstand und uns als gastgebenden Landesvorstand verwandelte sich der Speisesaal schnell in einen Ort des Austauschs. Es ist immer wieder faszinierend zu beobachten, wie schnell die Distanzen zwi-schen Bayern, Sachsen oder Niedersachsen schmelzen, sobald die ersten Fachgespräche und persönlichen Anekdoten über den Tisch wandern. Das Netzwerken am ersten Abend legte den Grundstein für eine Atmosphäre, die das gesamte Wochenende prägen sollte: konstruktiv, herzlich und tief im Ehrenamt verwurzelt.
Der Sonnabendvormittag war ganz dem Austausch und den Berichten der verschiedenen Arbeits-kreise gewidmet. Neben den intensiven Diskussionen rund um den Deutschen Landjugendtag (DLT), der in diesem Jahr in Hameln stattfinden wird, standen auch der Tag des offenen Hofes sowie wichtige Satzungsänderungen im Mittelpunkt. Die Arbeitskreise informierten über ihre aktuellen Projekte und Herausforderungen, wodurch ein lebendiges Bild der vielfältigen Aktivitäten entstand. Während der Versammlung wurden die vorgeschlagenen Satzungsänderungen engagiert debattiert und schließlich zur Abstimmung gebracht. Besonders betont wurde die Bedeutung einer aktiven Beteiligung aller Landesverbände, damit der DLT in Hameln mit einer bunten und starken Gemeinschaft gefeiert werden kann.
Nach der intensiven Arbeit im Tagungsraum war es Zeit, unseren Gästen die herbe Schönheit Dithmarschens näherzubringen. Das Wetter präsentierte sich dabei von seiner authentischsten Seite: norddeutsch-kalt und mit ordentlich Wind um die Nase. Davon ließen sich die rund 65 Teilnehmenden jedoch nicht beirren. Während die eine Hälfte der Gruppe sich mutig in das kalte Watt der Nordsee wagte, erkundete der andere Teil das Kohlosseum in Wesselburen.
Im Watt wurde die Natur mit allen Sinnen erlebt, während in Wesselburen die Kohlgeschichte Dithmarschens im Vordergrund stand. Als größtes zusammenhängendes Kohlanbaugebiet Europas hat die Region einiges zu bieten, das über das bloße Feld hinausgeht. Bei einer Sauerkrautverkostung konnten sich die Landjugendlichen durch verschiedene Sorten probieren und lernten dabei eine Menge über die Veredelung dieses traditionellen Produkts. Es war ein Nachmittag, der den Kopf frei pustete und gleichzeitig den Stolz auf unsere regionale Landwirtschaft stärkte.
Projekte, Abschiede, Emotionen
Ein fester Bestandteil jeder Bumi ist die Vorstellung eines Projekts, das im gastgebenden Verband besonders erfolgreich läuft. Wir durften in diesem Rahmen unsere Politikaktion auf der Norla in Rendsburg präsentieren. Im Jahr 2025 haben wir dort das Konzept eines „Landjugend-Ruckzuck“ umgesetzt. Ziel ist es, politische Schwerpunkte wie das Ehrenamt, die Situation der Junglandwirtinnen und Junglandwirte, aktuelle Agrarpolitik und die Entwicklung ländlicher Räume so aufzubereiten, dass sie sowohl Politiker als auch die Jugend begeistern.
Sehr persönlich wurde es dann am Abend. Nach dem gemeinsamen Abendessen stand die Verabschiedung langjähriger Bundesvorstandsmitglieder auf dem Programm. Es war uns ein wichtiges Anliegen, Leon Ranscht, Maike Delp, Anne-Kathrin Meister und Theresa Schmidt für ihren unermüdlichen Einsatz zu danken. In den Reden wurde deutlich, wie viel Herzblut in diese Ämter geflossen ist. Der Abschied war hochemotional und erinnerte uns alle daran, dass Landjugendarbeit zwar oft anstrengend ist, aber Freundschaften und Erfahrungen fürs Leben schafft.
Neuwahlen und Blick nach vorn
Wer dachte, der Sonntag würde ruhig beginnen, hatte die Rechnung ohne unseren musikalischen Weckdienst gemacht. Um die Lebensgeister für den letzten Versammlungstag zu wecken, dröhnte „An der Nordseeküste“ durch die Flure der Jugendherberge. So startete die Gruppe wach und mit einem Schmunzeln in die anstehenden Neuwahlen.
Die Ergebnisse brachten jedoch auch eine Herausforderung mit sich: Im neuen Bundesvorstand, Marthe Vellguth, Lars Ruschmeyer, Christian Leu und Paul Krug, konnten nicht alle Sitze besetzt werden. Von ursprünglich sechs Mitgliedern ist das Gremium nun auf vier geschrumpft. Das bedeutet für uns alle: Auf der nächsten Bumi im Herbst in Berlin stehen Nachwahlen an. Wir können nur jeden ermutigen, der Lust auf Gestaltung hat, sich einzubringen – Bewerbungen sind jederzeit willkommen.
Zum Abschluss wurde die Gelegenheit genutzt, den Geschäftsstellen und natürlich uns als gastgebendem Verband für die Organisation zu danken. Doch auch wir als Landesvorstand möchten Danke sagen. Es war ein fantastisches Wochenende mit einer großartigen Truppe. Die Energie, die konstruktiven Gespräche und die gute Laune trotz des windigen Wetters haben gezeigt, dass die Landjugend bereit für die Aufgaben der Zukunft ist. Wir haben uns gefreut, den Rest der Republik bei uns begrüßen zu dürfen, und blicken voller Vorfreude auf die nächsten Treffen.




