Auch wenn der Kalender nun langsam Richtung Herbst weist, ist der blütenstarke Spätsommer noch lange nicht vorbei. Mit Stauden in den schönsten Farben verlängern wir die Gartensaison. Die späten Blüher sind jetzt eine wahre Pracht.
Die Blütenwogen von Gelbem Sonnenhut (Rudbeckia fulgida var. sullivantii) und Sonnenbraut (Helenium), kombiniert mit exotischer Fackellilie (Kniphofia) oder den leuchtend roten Lanzen des Kerzenknöterichs (Bistorta amplexicaulis), zaubern derzeit die farbenprächtigsten Gartenbilder. Sie blühen wie viele Spätsommerstauden in warmen gelben und orangefarbenen Tönen. Es scheint fast so, als wolle die Sonne in solchen Beeten niemals untergehen. Die unzähligen Sorten der Sonnenbraut erlauben Farbspielereien, die so ziemlich alle Abstufungen von Rot, Gelb und Orange umfassen. Wem das noch nicht ausreicht, der holt sich die Kleinblumige Sonnenblume ‚Lemon Queen‘ (Helianthus microcephalus) dazu. Die Vielzahl ihrer zitronengelben Blüten fügt sich in jede Beetkombination ein und passt sogar zu Rosa und Weinrot. Kein Wunder also, dass diese Sorte bei Gartenliebhabern so beliebt ist. Die bis zu 1 m hohen Büsche mit frischgrünem Laub sind gut im mittleren oder hinteren Bereich des Beetes untergebracht. Als Gegenleistung für den reichen Flor von Juli bis in den Oktober hinein verlangt die Kleinblumige Sonnenblume lediglich einen normalen, ausreichend feuchten Gartenboden in sonniger Lage. Tipp: Die Staude hat als Zaungucker eine phänomenale Wirkung.
Doch so viel Orange und Gelb braucht auch einige kühlere Töne wie Blau und Violett als Gegenpart. Der Herbst-Eisenhut (Aconitum carmichaelii) oder der eher selten anzutreffende Sumpf-Salbei (Salvia uliginosa) steuern diese bei. Die auch als Hummelschaukel-Salbei bekannte Staude wächst bis zu 180 cm hoch und lockt mit ihren azurblauen Blüten von August bis Oktober scharenweise Hummeln an. Bei der Landung bringen sie mit ihrem Körpergewicht die schlanken Blütenstängel zum Schaukeln – ein tolles Schauspiel. Doch die Schönheit ist nur an geschützten Stellen ausreichend winterhart. Sie verlangt einen sonnigen Standort mit feuchtem Boden, gedeiht aber auch prima im Kübel. Leichtigkeit bringt die blauviolette Blüte des Patagonischen Eisenkrauts (Verbena bonariensis) ins Beet. An den staksig-verzweigten, fast blattlosen Stängeln schweben die filigranen Blüten in bis zu 0,5 m Höhe. Die kurzlebige Staude hat in unseren Breiten durchaus mit niedrigen Temperaturen und Winternässe zu kämpfen. Doch am optimalen Standort erhält sie sich über Selbstaussaat.
Auch die Arkansas-Scheinaster ‚Mammuth‘ (Veronia crinita) überzeugt mit großen, fluffigen Blütendolden in intensivem Violett. Sie zeigen sich von August bis in den Oktober hinein. Mit ihren 2 m hohen Stielen und dem asternähnlichen Wuchs passt ‚Mammuth‘ gut in den Hintergrund eines Beetes. Ein normaler, durchlässiger Boden in sonniger Lage ist optimal für diese Schönheit, die sich auch gut als Solitärstaude macht. Eher ins Weinrote geht die Blütenfarbe von Wasserdost ‚Riesenschirm‘ (Eupatorium fistulosum). Seine riesigen Blütendolden leuchten von Juli bis September an bis zu 180 cm hohen Stielen. Toller Herbstaspekt: Das Laub nimmt allmählich eine leuchtend gelbe Farbe an.
Der Sortenname ‚Septembercharme‘ klingt nach dem goldenen Licht des Altweibersommers. Diese Herbstanemone (Anemone hupehensis) zaubert an ausreichend feuchten Standorten mit ihren rosafarbenen Schalenblüten eine geradezu elfenhafte Stimmung von Juli bis Oktober. Gern bringt sie auch ihre Schwestern mit, die ebenfalls rosafarben blühenden Sorten ‚Praecox‘, ‚Ouvertüre‘ und ‚Königin Charlotte‘. Mit weißen Blüten wartet hingegen ‚Honorine Jobert‘ auf. Bei Wuchshöhen zwischen 60 und 100 cm beeindrucken sie allesamt mit Blütenfülle. Der Flor zeigt sich je nach Sorte von Juli bis in den Oktober hinein. Eine Neupflanzung von Anemone hupehensis wird am besten im Frühjahr vorgenommen. Im ersten und zweiten Winter empfiehlt sich Winterschutz in Form einer Nadelholzreisig-Abdeckung. Die anpassungsfähigen Anemonen brauchen etwa zwei Jahre, um sich zu etablieren. Sie bevorzugen einen durchlässigen, humosen Boden und tolerieren auch Halbschatten.
Wer noch mehr Rosa in den Herbstgarten bringen möchte, pflanzt Kerzenknöterich ‚Pink Elephant‘ (Bistorta amplexicaulis) und Fetthenne ‚Matrona‘ (Sedum telephium). Der pflegeleichte Kerzenknöterich breitet sich allerdings gern aus und bildet mit der Zeit dichte Blattteppiche. Seine Hauptblütezeit liegt im Sommer, doch auch im September präsentiert er noch seine Kerzenblüten. Die rosafarbenen Blütenteller von ‚Matrona‘ zeigen sich von August bis Oktober. Bereits vor der Blütezeit zieren die grünlichen Blütenteller und das dunkle Laub.




