Sie kommen mit klingenden Namen wie Ananas-, Honigmelonen- oder Fruchtsalbei daher und zeigen ihren Blütenflor, wenn heimische Salbeiarten längst verblüht sind. Die Arten mit dem meist (sub)-tropischen Hintergrund leuchten als Farbträger bis weit in den Herbst hinein in Rot, Violett, Pink oder herrlichem Blau. Doch nur eine Frostnacht genügt, um dem Schauspiel ein Ende zu bereiten. Daher empfiehlt sich die Kultur im Kübel.
Der Ananas-Salbei (Salvia rutilans) ist eine äußerst attraktive Kübelpflanze mit essbaren Spätherbstblüten in einem feurigen Rot. Meist öffnen sich die Blüten erst im Oktober. Vor dem ersten Frost ins Haus geräumt, bleibt der Blütengenuss bis in den Dezember hinein erhalten. Den Namen trägt Ananas-Salbei nicht ohne Grund, denn bei Berührung geben die Blätter einen aromatischen Fruchtduft ab. Die Pflanze verträgt regelmäßigen Schnitt sehr gut. Daher kann reichlich geerntet werden. Blätter und Blüten aromatisieren Desserts und Süßspeisen, aber auch Fleischgerichte in der asiatischen Küche. Optimal steht die Pflanze im Wintergarten. Die Überwinterung erfolgt hell bei 5 bis 15 °C oder kräftig zurückgeschnitten bei um die 5 °C. Verbringt die Pflanze den Sommer im Freien, gibt man immer über den Untersetzer reichlich Wasser. Pralle Sonne mag der Ananas-Salbei jedoch nicht. Sortentipp: ‚Pineapple Scarlet‘, 80 bis 150 cm hoch, feuerrote Blüte von Oktober bis Dezember
Auch der Honigmelonen-Salbei (Salvia elegans) punktet mit feuerroten Lippenblüten. Sie zeigen sich jedoch schon früher im Juli und bleiben bis November erhalten. Das hellgrüne, weiche Laub bildet einen dichten Busch. Die Triebe verholzen leicht an der Basis. Berührt man die Blätter, verströmen sie einen leichten Duft nach Honigmelonen. Die Blüten und Blätter werden gern Süßspeisen und Fruchtsalaten beigemischt, schmecken aber auch gut im Tee. Die Wärme liebende Pflanze braucht unbedingt einen geräumigen Kübel ab 5 l Erdvolumen. Optimal ist ein geschützter Standort im lichten Schatten. In der prallen Sonne vergilben die Blätter schnell. Verbringt der Honigmelonen-Salbei den Winter hell bei 5 bis 15 °C, bleibt er meist grün. Fehlt der passende Platz dafür, schneidet man die Pflanze zurück. Sie überwintert dann bei etwa 5 °C. Wer einen Topfgarten mit Aromapflanzen anlegen möchte, gesellt neben dem oben beschriebenen Ananas-Salbei noch Limonenysop ‚Sangria‘ (Agastache mexicana), Zitronenverbene (Lippia citriodora) und den blau blühenden Rosmarin ‚Blaulippe‘ (Rosmarinus officinalis) hinzu. Seine reiche Blüte zeigt sich von April bis Juni.
Nicht unerwähnt bleiben darf der Fruchtsalbei (Salvia dorisiana). Manchmal wird die Blattschönheit mit dem spitzovalen, weichen Laub auch als Zimmerlinden-Salbei angeboten. Die Blüten in Himbeerrosa öffnen sich von November bis Januar. Damit eignet sich diese Salbei-Variante besonders gut für den Wintergarten.
Doch unter den spät blühenden Salbei-Arten finden sich auch Vertreter, die sogar ausgepflanzt durchaus in Beet oder Rabatte wacker mithalten. Die meisten öffnen ihre Blüten bereits im Sommer. Der prächtige Flor findet allerdings durch den Frost ein abruptes Ende. Salvia microphylla und Salvia greggii zählen hier zu den empfehlenswerten Varianten. Die Sorte ‚Hot Lips‘ zeigt blutrote Blüten mit einem Schuss Weiß, ‚Royal Bumble‘ blüht tiefrot und ‚Nachtvlinder‘ purpurviolett. Wer Rosaviolett bevorzugt, wählt ‚Icing sugar‘. Milde Winter in warmen Lagen können diese Salbei-Vertreter sogar im Freien überstehen. Neben dem Frost ist jedoch winterliche Nässe eine mindestens ebenso große Gefahr. Wenn man die Überwinterung probieren möchte, achtet man bei der Pflanzung unbedingt auf eine gute Drainage und gibt den Pflanzen ausreichend Schutz durch eine Laubaufschüttung oder Reisigabdeckung. Wer das Risiko nicht eingehen möchte, gräbt die Pflanzen vor dem Frost aus, topft sie ein und überwintert sie im Haus. Alternativ kann man im Sommer aus den halbreifen Trieben Stecklinge ziehen. Als Jungpflanzen kommen sie auf der Fensterbank meist gut über den Winter.
Auch einige eher selten angebotene Salvia-Hybriden begeistern mit ihrem überreichen, bis spät in den Herbst anhaltenden Blütenflor. Gemeinsam mit Gräsern, buntem Herbstlaub und Fruchtschmuck entstehen wunderbare Gartenbilder. Nicht zuletzt freuen sich auch Insekten über die späte Blüte von ‚Amistad‘ (leuchtend violett), ‚Love and Wishes‘ (tiefes Purpurviolett), ‚Ember‘s Wish‘ (orangerot) oder die unglaublich aparte ‚Phyllis Fancy‘ (bläulich-weiß). Rein „Blaublütiges“ bieten der Pfeffer-Salbei (Salvia ulginosa) oder die Sorten des Mexikanischen Salbeis (Salvia patens). Dessen enzianblaue Blüten stehen in einem hübschen Kontrast zu den bunten Herbstfarben. Pfeffer-Salbei fühlt sich eher auf feuchten Böden in voller Sonne wohl. Mit seiner Höhe von etwa 1 m empfiehlt er sich daher als Hintergrundpflanze in Staudenrabatten oder am Teichrand. Als weitgehend winterhart gilt der Herbst-Salbei ‚Grandiflora‘ (Salvia azurea). Manchmal wird die Pflanze auch unter der Bezeichnung Prärie-Salbei angeboten. Von August bis Oktober zeigen sich die azurblauen Blüten an etwa 1 m hohen Stängeln. Die späte Blüte und die Winterhärte machen diesen Salbei so wertvoll. Er mag kalkreiche, magere Standorte in vollsonniger Lage. In Steppenpflanzungen fügt sich der Herbst-Salbei prima ein. In kälteren Lagen erhält er dennoch etwas Winterschutz und sollte hier zudem im Frühjahr gepflanzt werden.




