Ob Saatgut, Pflanzenschutz oder digitale Lösungen – Syngenta sieht sich für die Herausforderungen auf dem Agrarmarkt gut aufgestellt. Auf der Frühjahrspressekonferenz am Dienstag (22. März) stellten die Geschäftsführerinnen, Dr. Anja Pires (Syngenta Agro) und Dr. Heike Köhler (Syngenta Seeds), Produkte und Dienstleistungen vor, die sie in den Markt einführen wollen. Eine wachsende Bedeutung bescheinigten sie dem Einsatz von Biostimulanzien.
Für Dr. Alexander Tokarz, Leiter Globale Strategie bei Syngenta, ist neben der Ernährung einer wachsenden Bevölkerung der Klimawandel die größte Herausforderung für die globale Landwirtschaft. Der Ackerboden werde dabei zunehmend zum wichtigsten Kapital. „Die Unterstützung und Entlohnung der Landwirte bei der Erhaltung beziehungsweise Verbesserung der Bodengesundheit und des Ökosystems ist entscheidend auch mit Blick auf die Erhaltung der Produktivität“, bekräftigte Tokarz.
Handlungsspielraum für die Landwirte
Der Ukraine-Krieg verdeutliche, wie sehr landwirtschaftliche Wertschöpfungsketten von weltweiter Produktion und Handel abhingen, aber auch wie verletzlich diese Systeme seien. In Europa sei mit dem Green Deal die kritische Haltung der Gesellschaften gegenüber der Agrarproduktion in ein politisches Programm gegossen worden. Als Antwort darauf müsse man Innovationshorizonte neu definieren, um das Ziel einer ressourcenschonenden und klimaneutralen Landwirtschaft zu erreichen. Laut Tokarz wird die Bedeutung der datengestützten Landbewirtschaftung deutlich zunehmen.
Köhler und Pires nahmen den Ukraine-Krieg zum Anlass, um auf die jetzt wieder sichtbare Bedeutung der Ernährungssouveränität und Versorgungssicherheit hinzuweisen. „Unsere Landwirte benötigen Handlungsspielraum, um produktiv und nachhaltig zu wirtschaften“, betonte Pires. Im laufenden Jahr setze Syngenta auf die Kombination eines starken Portfolios neuer Produkte und digitaler Services im Bereich Pflanzenschutz und Saatgut.
„Wir werden unter dem Motto ,Jeder Hektar zählt‘ den Züchtungsfortschritt beschleunigen“, schilderte Köhler. „Perspektivisch setzen wir auf die neuen Züchtungsmethoden, um unsere Sorten rasch an die neuen Herausforderungen anpassen zu können“, erläuterte die Syngenta-Seeds-Geschäftsführerin. Im Pflanzenschutz stünden Produkt- und Anbauoptimierung und besonders die Ertragssicherung bei den wichtigen Ackerbaukulturen im Mittelpunkt.
Pflanzenschutz und Saatgut für die Saison
„Vor dem Hintergrund der aktuellen Versorgungsengpässe rückt die Frage der Ertragsoptimierung und -sicherung wieder in den Mittelpunkt“, erklärte Marketingleiter Seeds Christian Wösthoff. Bei Getreide, Mais und Ölsaaten verzeichne man Preisrekorde. Für Raps und Sonnenblumen rechnet er mit einem deutlich steigenden Anbau. Syngenta lege hier besonderes Augenmerk auf die Züchtung robuster Sorten, gepaart mit einer guten Nährstoffeffizienz. Ein Beispiel sei die neue Rapssorte ,Glorietta‘. Bei Sonnenblumen stelle Syngenta mit ,NK Delfi‘ die marktführende Sorte und habe ,Suomi‘ erfolgreich eingeführt. „Unsere Powercell-Maissorten stehen für eine effiziente Fütterung, ,Liberty‘ und ,Amfora‘ für eine hohe Biogasausbeute und die Artesian-Genetik für Wassereffizienz bei Trockenstress“, sagte Wösthoff.
Im Pflanzenschutz stellt sich Syngenta auf die veränderten Rahmenbedingungen im Maisanbau ein. Aufgrund neuer Auflagen für den Wirkstoff Terbuthylazin und zunehmender Herbizidresistenzen von Hirsen müsse Pflanzenschutz neu gedacht werden. „Wir sind gerüstet und können mit Peak eine Terbuthylazin-Ersatzlösung ohne Auflagen anbieten“, sagte Dr. Thomas Räder, Marketingleiter Agro. Peak werde unter anderem in den neuen Komplettlösungen Callisto P Dual Pack und Callisto P Pack angeboten. Mit den Zintan- und Elumis-Produkten habe man weitere bewährte Herbizide im Angebot, die standortspezifisch eingesetzt werden könnten, um etwa ALS-Resistenzen vorzubeugen oder den Anforderungen des Grundwasserschutzes gerecht zu werden.
Mit Blick auf die bereits sichtbaren Folgen des Klimawandels setzt Syngenta bei Getreide weiter auf die Hybridzüchtung. „Die Eigenschaften von Hybridgerste bewirken eine überlegene Anbau- und CO2-Effizienz“, unterstrich Wösthoff. Mit Blick auf die Getreidekrankheiten hätten die vergangenen Jahre gezeigt, dass es keine dominierende Krankheit im Getreide mehr gebe. Mit Elatus Era stehe ein Basisfungizid zur Verfügung, das alle wichtigen Krankheiten in Getreide bekämpfe. „Gegen Ramularia können wir in dieser Saison wieder auf Basis einer Notfallgenehmigung die Kombination Elatus Era Max anbieten“, so Räder.
Biostimulanzien und digitale Helfer
Neben der klassischen Chemie ergänze Syngenta den landwirtschaftlichen Werkzeugkoffer mit weiteren Hilfsmitteln. Bei der Einführung der ersten Biostimulanzien nutze man die langjährige Erfahrung des Spezialisten Valagro aus Italien, den Syngenta im vergangenen Jahr übernommen hat. Die neuen Produkte Megafol und Quantis hülfen den Pflanzen im Umgang mit abiotischem Stress in Getreide und Kartoffeln.
Ein weiteres Werkzeug seien die digitalen Serviceangebote unter der Dachmarke Cropwise. In dieser Saison biete Syngenta neue digitale Helfer zur Sortenwahl und Aussaat an sowie Protector – einen Service zur Prognose wichtiger Getreidekrankheiten, der Landwirte unterstütze, den optimalen Applikationszeitpunkt zu finden.



