StartNachrichtenWald & Jagd200 Mio. € für den klimaangepassten Waldumbau

200 Mio. € für den klimaangepassten Waldumbau

Förderprogramm seit 1. Oktober wieder für Erstanträge geöffnet
Von pm
Auch private und kommunale Waldbesitzerinnen und -besitzer aus Schleswig-Holstein können seit wenigen Tagen wieder Erstanträge für eine Förderung ab dem 1. Januar 2027 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) stellen. Foto: Dr. Laura Maxi Stange

Die Fördermittel für das Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement (KWM) werden ab Januar 2027 um mehr als 50 auf 200 Mio. € jährlich aufgestockt.

Ziel des Bundesministeriums für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) sowie des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) ist es, die Förderung der klimaresilienten Waldbewirtschaftung mithilfe des Programms auf mindestens 2 Mio. ha auszuweiten. Private und kommunale Waldbesitzende können seit wenigen Tagen wieder Erstanträge für eine Förderung ab dem 1. Januar 2027 bei der Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe (FNR) stellen.

Bundeslandwirtschaftsminister Alois Rainer (CSU) sagte zu dem Förderprogramm: „Unser Wald ist ein Stück Heimat. Ihn für morgen zu schützen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe, die uns alle verbindet. Um leistungsstarke und klimaresiliente Wälder zu erhalten, braucht es eine stabile und verlässliche Förderung für die vielen privaten und kommunalen Waldbesitzer. Mit ihrem Engagement und ihrem großen Interesse am Förderprogramm zeigen sie, dass sie Verantwortung für die Zukunft unserer Wälder übernehmen und sie fit für den Klimawandel machen, und zwar über Jahrzehnte hinweg, als Generationenprojekt. Wir stocken die Mittel für das Programm auf – das ist eine große Chance für den aktiven Waldumbau hin zu klimaresilienten, produktiven und artenreichen Mischwäldern. Das Förderprogramm schafft zusammen mit den GAK-Waldfördermaßnahmen die Voraussetzung dafür, dass unsere Wälder als wichtige Kohlenstoffspeicher erhalten bleiben, wichtige Ökosystemleistungen erbringen und den Nachwachsenden Rohstoff Holz auch kommenden Generationen zur Verfügung stellen können.“

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) ergänzte: „Klimastabile Wälder helfen als natürliche Wasser- und Kohlenstoffspeicher. In heißen Sommern, wie wir sie immer häufiger erleben, sind sie eine natürliche Klimaanlage und kühlen die Umgebung. Damit das so bleibt, müssen wir in den Waldumbau investieren, das ist eine Generationenaufgabe. Viele Waldeigentümerinnen und Waldeigentümer wollen ihre Wälder aktiv an den Klimawandel anpassen und begreifen die Natur als ihre Verbündete. Mit der Aufstockung des Programms ermöglichen wir deshalb neue Anträge und geben Wald- und Forstbetrieben die Unterstützung, die sie brauchen. Jeder Hektar, der nach den Kriterien des klimaangepassten Waldmanagements bewirtschaftet wird, stärkt die natürlichen Funktionen der Wälder, mit denen sie für ein gesundes Klima sorgen. So sichern wir Wälder als wertvolle natürliche Lebensräume für die Zukunft.“

Herausforderungen durch Klimawandel

Immer häufiger auftretende Extremwetterereignisse, wie Dürre und Starkregen, sowie Insektenkalamitäten und Waldbrände führen zu einem immensen Handlungsbedarf bei der Klimaanpassung der heimischen Wälder.

Mit dem im Jahr 2022 gestarteten Förderprogramm Klimaangepasstes Waldmanagement hat das BMLEH erstmals eine langfristige Förderung geschaffen, die zusätzliche Klimaschutz- und Biodiversitätsleistungen im Wald finanziert und honoriert. Seit dem Jahr 2024 wird das Programm aus dem Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz (ANK) durch das BMUKN finanziert. Beide Bundesministerien unterstützen seither gemeinsam Waldbesitzende bei der Anpassung ihrer Wälder an den Klimawandel. Das Programm richtet sich sowohl an Kommunen wie auch an private Waldbesitzende.

Nachfrage durch Waldbesitzer

Das Programm wird von Waldbesitzenden stark nachgefragt und in der Fläche sehr gut angenommen. Deshalb werden über das ANK jetzt weitere Mittel zur Verfügung gestellt. Insgesamt konnte bisher über ein Fünftel des Privat- und Kommunalwaldes in Deutschland erreicht werden. Dies entspricht einer förderfähigen Waldfläche von knapp 1,7 Mio. ha. Davon liegen zirka 60 % im Körperschaftswald und 40 % im Privatwald. Mit der Aufstockung der Mittel sollen künftig mindestens 2 Mio. ha Wald in Deutschland durch die KWM-Förderung klimaresilient bewirtschaftet werden.

Erstanträge für eine Förderung können seit dem 1. Oktober 2026 wie bisher über den Online-Antrag auf der Webseite des Förderprogramms an die FNR gerichtet werden. Die Förderung von Erstanträgen erfolgt ab dem 1. Januar 2027. Alle weiteren Informationen zum Start und zum Ablauf des Antragsverfahrens sind ebenfalls auf der Webseite des Programms zu finden.

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