Der reiche und vor allem lange haltbare Fruchtschmuck der Torfmyrte trägt zu ihrer Beliebtheit als herbstliche Dekoration für Balkon und Terrasse bei. Doch die Torfmyrte wird auch gern als herbstlicher Grabschmuck verwendet. Sie gedeiht wunderbar an sonnigen bis halbschattigen Standorten mit saurem Boden in windgeschützten Lagen.
Die Torfmyrte (Gaultheria mucronata) gehört zum herbstlichen Standardsortiment im Gartenmarkt. Hier ist der immergrüne Zierstrauch mit seinem reichen und farbenprächtigen Beerenschmuck in Weiß, Rosa oder Purpurrot nicht zu übersehen. Die Früchte bleiben meist den ganzen Winter über haften. Das liegt vor allem daran, dass Vögel sie nicht besonders schätzen und ihnen ein paar wenige Frostgrade nichts anhaben. Die kugeligen Früchte enthalten wie alle Teile der Torfmyrte Giftstoffe. Neben dem dekorativen Fruchtbehang punktet das Heidekrautgewächs mit immergrünen, glänzend dunkelgrünen Blättern. Sie wachsen maximal 1,5 cm lang und weisen eine stachelige Spitze auf. Was eigentlich als Schutz vor Fraßfeinden dient, kann bei Pflege- und Pflanzarbeiten recht unangenehm werden. Daher empfiehlt sich dabei das Tragen von Handschuhen.
Die Bezeichnung Torfmyrte lässt bereits auf gewissen Vorlieben schließen. Als typische Moorbeetpflanze verlangt die Torfmyrte einen humosen, feuchten und sauren Boden. Auf kalkhaltigen Standorten wird man nur wenig Freude mit der Pflanze haben. Bei der saisonalen Verwendung als herbstliche Dekoration in Töpfen, Schalen und Balkonkästen genügt jedoch handelsübliche Blumenerde. Tipp: Den saisonalen Topfschmuck im Topf frostfrei überwintern und im kommenden Frühjahr ins Freie auspflanzen. Wer die Torfmyrte dauerhaft im Garten kultivieren möchte, setzt sie am besten in Rhododendronerde. Im Garten macht sie sich einzeln oder in der Gruppe gepflanzt gut im Heidegarten zwischen den verschiedenen Sorten der Schneeheide (Erica carnea) und Besenheide (Calluna vulgaris). Sie lässt sich zudem problemlos in Moorbeete integrieren und eignet sich für niedrige Einfassungshecken. Der 40 bis 80 cm hoch und etwa 50 cm breit wachsende Strauch passt gut in die Nachbarschaft von Rhododendren und Azaleen. Der optimale Standort liegt sonnig bis absonnig, warm sowie geschützt und zeichnet sich durch einen lockeren, frischen bis feuchten, humosen und unbedingt sauren Boden aus.
Die Torfmyrte ist eine zweihäusige Pflanze, entwickelt daher männliche und weibliche Exemplare. Wer sie dauerhaft etablieren möchte, sollte also männliche Befruchter pflanzen, um in den Genuss des Fruchtschmucks zu kommen. Rechnen Sie dabei ein männliches Exemplar auf fünf weibliche. Die männlichen Bestäuber werden explizit als solche angeboten. Ihre Blüten erscheinen ab Mai, manchmal auch erst im Juni. Die weißen Blütenglöckchen der männlichen Exemplare sind etwas größer als die der weiblichen Pflanzen. Da die männliche Torfmyrte als gut winterhart gilt und sich schön über Ausläufer ausbreitet, fügt sie sich ebenfalls als Immergrüne prima in Heide- und Moorbeete ein. Tipp: In jungen Jahren die Torfmyrte generell vor Kahlfrösten im Winter mit einer Abdeckung aus Nadelzweigen schützen. Die Winterhärte erhöht sich erst mit zunehmender Etablierung. Einmal eingewachsen, übersteht die Torfmyrte dann auch einmal Temperaturen bis –15 °C.
Die Torfmyrte ist auf eine gleichmäßige Feuchtigkeit angewiesen. Man verwendet dafür am besten kalkfreies Gießwasser. Ansonsten zeigt sich das Heidekrautgewächs recht pflegeleicht. Nur bei Bedarf schneidet man störende Triebe kürzer. Männliche Pflanzen lassen sich mit einem Rückschnitt um etwa ein Drittel im Rhythmus von zwei oder drei Jahren wunderbar kompakt halten. Am besten wird der Schnitt nach der Blüte vorgenommen. Doch Vorsicht: Bei weiblichen Pflanzen geht jeder Schnitt zulasten des Fruchtschmucks, da die Blüten meist an den Triebenden erscheinen. Fruchttragende Pflanzen brauchen bei kurzzeitigem starken Frost etwas Winterschutz, um den Fruchtbehang unbeschadet in die nächste wärmere Phase zu retten. Für Nachwuchs lässt sich sehr leicht über das Abtrennen bewurzelter Ausläufer sorgen. Sie bilden sich vor allem dann reichlich, wenn die Torfmyrte geschützt am optimalen Standort steht.




