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Der Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) begrüßt, dass das neue Gutachten „Ökonomische Betroffenheit eines angepassten Niederungsmanagements für die Landwirtschaft in Schleswig-Holstein“ (siehe oben) die massive Betroffenheit der Landwirtschaft durch die Moorvernässsungspläne der Landesregierung deutlich macht. „Die Aussagen der Wissenschaftler verdeutlichen, wie dramatisch die Auswirkungen auf die Agrarstruktur sind“, so Bauernpräsident Klaus-Peter Lucht. Hingegen wertet er „die Tatsache, dass eine effektive Einbindung der Land- und Wasserwirtschaft – trotz entsprechender Angebote und Bereitschaft – bei der Planung, Auswahl und Umsetzung bisher vom Umweltministerium nicht vorgesehen ist, als Affront gegen die betroffenen Landwirtinnen und Landwirte“. Lucht fordert: „Die geplanten Maßnahmen bei der Moorvernässung dürfen nur freiwillig mit der Landwirtschaft vor Ort umgesetzt werden“.
Angesichts der Unsicherheiten der Finanzen im Landeshaushalt fordert der Berufsstand verlässliche Zusagen zur Finanzierung der Moorvernässung und zur kooperativen Umsetzung. Oberste Priorität müsse es sein, den Erhalt betroffener Betriebe durch die Ermöglichung eines Flächentauschs für vernässte Flächen und besser ausgestattete moorspezifische Vertragsnaturschutzangebote zu gewährleisten. „Nur dort, wo ein Betrieb es als Chance sieht, könne im Einzelfall im Einvernehmen mit dem Landwirt auch das Tauschen eines gesamten Betriebes eine gangbare Lösung sein“, betont der Bauernverband. Der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag hatte in diesem Zusammenhang über eine „Umsiedlung von 900 Höfen“ berichtet.
Der bekannte Naturfotograf Frank Hecker lebt mit seiner Familie in der lauenburgischen Idylle, wo auch viele seiner Naturaufnahmen entstanden sind. Er ist nicht nur gefragter Bildautor von Naturführern, sondern hat selbst um die 70 eigene Naturbücher veröffentlicht, meist zusammen mit seiner Frau Katrin als Textautorin.
Wenn man das Grundstück von Frank Hecker an der ehemaligen Korkmühle in Panten bei Mölln betritt, das er seit 26 Jahren mit seiner Familie bewohnt, sieht man sogleich, wo ein Großteil seiner Naturaufnahmen entstanden ist. Das weitläufige, rund 8 ha große Garten- und Wildnisareal mit alten Bäumen, Sträuchern, feuchten Wiesen, Fließgewässer und Teichen bietet eine ungewöhnliche Lebensraum- und Habitatvielfalt und damit Existenzmöglichkeiten für zahlreiche unterschiedliche Organismen, die als Motiv für den 60-jährigen Naturfotografen dienen.
Fliegende Ackerhummel in technisch aufwendiger Kurzzeitfotografie Foto: Frank Hecker
Außer in der näheren Umgebung wurden viele Aufnahmen auf diversen Reisen in alle Ecken Europas angefertigt, sodass Hecker heute ein Bildarchiv von locker 250.000 ansprechenden Motiven mit Tieren, Pflanzen und Landschaften zur Verfügung hat; ungefähr 90.000 davon sind für jeden im Online-Archiv einsehbar. Der in Höxter im Weserbergland geborene Hecker hat große Teile seiner Jugend im nicht weit entfernten Lütjensee bei Großhansdorf verbracht und später Biologie an der Christian-Albrechts Universität zu Kiel studiert. Seine Diplomarbeit hat er über Untersuchungen an Libellen in Griechenland geschrieben, während seine Frau Katrin, die für die meisten veröffentlichten Bücher die Texte formuliert hat und ebenfalls Biologin ist, zur gleichen Zeit dort Daten über den Spornkiebitz für ihre Abschlussarbeit sammelte.
In der Zeit begann es mit makrofotografischen Arbeiten, vor allem von Insekten und Spinnen. Hecker merkte aber schnell, dass in der Naturfotografie auch Motive anderer Organismengruppen gefragt sind, und hat sein Portfolio sukzessive erweitert, um Vögel, Pflanzen, Reptilien, Pilze, Fische, Säugetiere und diverse weitere Gruppen. So dürfte es heute kaum eine häufige und bekannte heimische Tier- und Pflanzenart geben, die nicht im Archiv von Frank Hecker zu finden ist.
Erste Natur- und Wanderführer über die Nordsee und Sardinien wurden 1998/99 bearbeitet. In den Jahren danach folgten Veröffentlichungen bei nahezu allen renommierten Naturbuchverlagen beispielsweise über Tiere und Pflanzen des Waldes, der Alpen, über Biber und Maulwurf, das Leben in Teich und Bach, der Vogelführer für unterwegs, über Tierspuren – lebensgroß, Baumbestimmung, heilsame Wildpflanzen, Kräuter, Beeren und Pilze und vieles mehr.
Hirschkäfer
Der „Kosmos Naturführer für unterwegs“ ist mittlerweile über 350.000 Mal verkauft worden. Neben der langjährigen Arbeit für Kinderzeitschriften sind inzwischen viele Naturbücher für Kinder erschienen wie „Der große Naturführer für Kinder“, aber auch „Steine, Federn, Muscheln – Naturkunst mit Kindern“ oder „Raus in die Natur – Entdecken, Basteln, Spielen“.
Im geräumigen Büro von Frank Hecker mit dem Bildarchiv, EDV und endlosen Reihen an Büchern ist ein Regal allein für die 70 eigenen, im Laufe der Jahre publizierten Bände reserviert, wozu noch über 100 weitere Naturbücher kommen, für die Hecker maßgeblich die Bildgestaltung und Fotoauswahl beigesteuert hat.
Das neueste Thema, in das sich der Naturfotograf eingearbeitet hat, ist die Kurzzeitfotografie, bei der er mithilfe einer aufwendigen Technik von Spezialobjektiven, Lichtschranken, Steuerung und mehreren Blitzen eindrucksvolle und gestochen scharfe Aufnahmen von Insekten und Vögeln im Flug macht. Insgesamt ist Frank Hecker mit seinem Beruf als Naturfotograf und seiner Arbeit in und mit der Natur sehr zufrieden, wenngleich die Zeiten durch ein enormes digitales Angebot an Bildern und beständig fallende Bildpreise zunehmend schwerer werden. „Immerhin bin ich einer der wenigen Naturfotografen, der von seiner Arbeit leben kann“, sagt Hecker, der viele Kollegen von gemeinsamen Treffen kennt und weiß, dass die meisten einem Hauptberuf etwa als Lehrer nachgehen oder bereits Rentner sind.
Segelfalter auf einer Blüte
Die beiden Kinder des Autorenpaares, der heute 23-jährige Sohn Knut und die 26-jährige Tochter Frederike, sind ebenfalls sehr naturbegeistert und haben mindestens als Ideengeber und Fotomodell an den Naturführern für Kinder mitgewirkt. Die Tochter hat in diesem Jahr ihren ersten Naturführer über Eichhörnchen publiziert und die Fotos stammen natürlich: vom Papa, dem Naturfotografen Frank Hecker. Weitere Informationen sowie ein umfangreich einsehbares Bildarchiv unter naturfoto-hecker.com
Seit Anfang Oktober ist Ina Stellwag unsere neue Kollegin im Schweinebereich der Landwirtschaftskammer. Die 26 Jahre alte Masterabsolventin der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel ist die neue Beraterin für Produktion, Haltungs- und Fütterungstechnik in der Schweinehaltung. Sie komplettiert das Team nach dem Ausscheiden von Christian Meyer.
Ina Stellwag ist die neue Beraterin für Produktion, Haltungs- und Fütterungstechnik in der Schweinehaltung. Fotos: Isa-Maria Kuhn
Aufgewachsen auf einem Obsthof am Hamburger Stadtrand, wurde früh ihr Interesse für Landwirtschaft geweckt. Ein halbjähriger Irlandaufenthalt während der Schule ließ den Wunsch, in den Agrarbereich zu gehen, noch stärker werden. Auf der Grünen Insel ist Landwirtschaft Schulfach. Nach dem Abitur sammelte Ina Stellwag ein Jahr Praxiserfahrung unter anderem in einem großen Sauenbestand in Niedersachsen. Doch damals war sie noch nicht festgelegt, ob es eher die Rinder oder die Schweine sein sollten. Beide Bereiche haben mehr gemein, als auf den ersten Blick gedacht, zum Beispiel die Klauengesundheit, einen ihrer Schwerpunkte. Die Tätigkeit bei der Kammer reize sie, weil es kein Bürojob sei und sehr vielfältige Aufgaben auf sie warteten, zudem sei jeder Betrieb anders, sie sei im Stall und in der überbetrieblichen Ausbildung. Mit den jungen Menschen, die nach Futterkamp kommen, wird sie prima zurechtkommen. Ihre Arbeit bei den Pfadfindern wird ihr da zugutekommen. Ihr Anspruch ist es, in schwierigen Zeiten (Umbau der Sauenhaltung et cetera) für die Betriebe als Ansprechpartnerin da zu sein und nach Lösungen zu suchen. Eines könne man nicht wollen: dass die Schweinehaltung hierzulande eingestellt werde. Ina Stellwag ist sich sicher: „Das Beste ist, was vor der Tür produziert wird.“
Schnittblumen gehören zu einem weihnachtlich dekorierten Heim einfach dazu. Vor allem die stolzen Anthurien stehen während der Festtage hoch im Kurs. Die ungewöhnliche Form ihrer großen, farbigen Hochblätter macht sie einzigartig in der Pflanzenwelt: Sie zeigen sich zumeist herzförmig und auffällig glänzend. Die eigentlichen Blüten sind dagegen eher unscheinbar und befinden sich an der kolbenförmigen Ähre, die vorwitzig aus dem Hochblatt herausragt.
Anthurien gibt es heute in vielen verschiedenen Farbtönen. Am bekanntesten und beliebtesten sind nach wie vor die klassisch roten Sorten. Das macht die Blumen auch perfekt für Dekorationen im Dezember. Denn die meisten Menschen assoziieren mit Weihnachten ein warmes und kräftiges Rot. Die Gründe dafür sind vielfältig: Zum Teil geht diese Vorliebe auf Traditionen im Christentum zurück, zum Teil sind aber auch Elemente der Popkultur verantwortlich. So hat beispielsweise ein amerikanischer Getränkehersteller mit seiner Werbung unser Bild vom Weihnachtsmann maßgeblich geprägt und „erröten“ lassen – und auch Rudolph, The Red Nosed Reindeer, mit seiner leuchtenden Nase ist heute jedem ein Begriff.
Besonders stilvoll ist es, wenn man für eine Girlande verschiedene Anthurien der gleichen Farbfamilie wählt.
Perfekt also, dass die Palette der Rotnuancen bei Anthurien riesig ist und von Magenta bis Weinrot alles umfasst. Kreativ-festliche Arrangements in der adventlichen Farbe können mit den eleganten Gewächsen daher eindrucksvoll umgesetzt werden. Aber auch wer andere Farbtöne bevorzugt, wird fündig: Für etwas dezentere, winterlich leuchtende Dekorationen bieten sich Sorten in Schneeweiß, Elfenbein oder Perlmutt an, dunkle Farben wie Violett oder Braun dagegen verbreiten eine gediegenere und vor allem im Zusammenspiel mit Gold oder Kupfer auch eine pompösere Weihnachtsatmosphäre.
Mit Anthurien lassen sich die Wohnung und der gedeckte Tisch an den Feiertagen mit geringem Aufwand gestalten. Sowohl ein imposanter Strauß als auch einige wenige Stiele machen in der Vase viel her. Es muss aber nicht unbedingt diese klassische florale Variante sein. Die elegant glänzenden Hochblätter der Anthurien kann man auch für ganz andere originelle Deko-Ideen nutzen. Wie wäre es beispielsweise, die exotischen Blumen in einen Adventskranz zu integrieren? Zwischen den dunkelgrünen Tannenzweigen kommen sowohl Anthurien in kräftigen als auch in pastelligen Farben gut zur Geltung und bilden einen hübschen Kontrast zu den spitzen, robusten Nadeln. Wählt man für den Kranz dann noch Kerzen in einem ähnlichen Ton, entsteht ein besonders harmonisches Bild. Auch zusammen mit einem knorrigen Wurzelstock oder trockenen Ästen lassen sich Anthurien stilvoll arrangieren. Vor allem die hellen Sorten wirken neben dem groben Holz äußerst glamourös.
Ein absoluter Hingucker sind hängende Dekorationen. Mit wenigen Anthurienblüten und farblich darauf abgestimmtem Christbaumschmuck lässt sich zum Beispiel eine Art Weihnachtsmobile basteln.
Um dabei die Wasserversorgung der Blumen zu gewährleisten, verwendet man am besten kleine Plastikröhrchen, die man für wenig Geld beim Floristen bekommt. Mit diesem Hilfsmittel wird sichergestellt, dass man lange Freude an dem floralen Schmuck hat. So präpariert, kann man mit den Anthurien selbst sehr traditionelle Weihnachtsdekorationen um einiges aufpeppen – oder jedem Festtagsgast als nette Geste einen Blütenstiel neben den Teller legen oder an der Platzkarte befestigen. Ein absoluter Hingucker in jedem Raum sind auch hängende Dekorationen. Mit wenigen Anthurienblüten und farblich darauf abgestimmtem Christbaumschmuck lässt sich zum Beispiel eine Art originelles Weihnachtsmobile basteln. Ein paar Blumen mehr und etwas Geschick benötigt man für eine Anthurien-Girlande. Dafür werden die Schönheiten dicht an dicht mit einem Wickeldraht an einem dicken Seil befestigt. Besonders stilvoll ist es, wenn man verschiedenen Anthurien der gleichen Farbfamilie wählt. Wem das noch nicht weihnachtlich genug ist, der integriert zusätzlich einige Christbaumkugeln, Sterne oder Tannengrün. Weitere Ideen und Deko-Tipps finden sich unter: anthuriuminfo.com
Um bei orginellen Deko-Ideen die Wasserversorgung der Blüten zu gewährleisten, verwendet man am besten kleine Plastikröhrchen. Fotos: Anthuriuminfo
Das Flurbereinigungsverfahren Nübbel bei Rendsburg wurde erfolgreich abgeschlossen. Durch die Zusammenlegung von Grundstücken und den Ausbau des Wirtschaftswegenetzes wurde die Bewirtschaftbarkeit der Flächen optimiert. Das Verfahren umfasste eine Fläche von rund 1.300 ha. Von den Änderungen sind 97 Teilnehmende mit insgesamt zirka 870 ha Eigentumsfläche betroffen gewesen. Auf rund 13 km Länge wurden die Wirtschaftswege ausgebaut. Durch Ankäufe wurden rund 7 ha landwirtschaftlich intensiv genutzter Flächen aus der Landwirtschaft in den Naturschutz überführt.
Das Verfahren wurde im Februar 1984 begonnen. Die Dauer begründet sich laut Flurbereinigungsamtsleiter Timo Neumann damit, dass in diesem Zuge viele Wirtschaftswege ausgebaut wurden. „Darüber waren die Beteiligten im Nachgang sehr froh“, so Neumann.
„Der Ostsee geht es schlecht, das wissen wir alle.“ Dieser Aussage von Umweltminister Tobias Goldschmidt (Grüne) und dem Fazit daraus, dass dringend etwas zum Schutz der Ostsee getan werden muss, wird kein verständiger Mensch widersprechen – und das tut auch keiner. Die als selbstverständlich daraus gezogenen Schlussfolgerungen auf dem Naturschutztag in Neumünster müssen jedoch, gelinde gesagt, irritieren. In einem Heimspiel vor mehr als 700 Unterstützern wurde in den Holstenhallen in Neumünster ein Nationalpark Ostsee als unabdingbare Voraussetzung für die Rettung der Welt (sic!) gefeiert. Skeptiker oder Gegner des Projektes wurden auf der Bühne als lautstark, verstockt und unwissend geradezu verspottet. Wer von diesen – wenn auch in geringer Anzahl – anwesend war, hielt sich dezent zurück. Auf dem Podium spielte man sich unverdrossen die Bälle zu, Kritiker waren dort nicht eingeladen.
Hingegen zeigte der umfangreiche Konsultationsprozess im Vorfeld ein anderes Bild. Im abschließenden Verzahnungsworkshop hätten sich rund 80 % gegen einen Nationalpark ausgesprochen, berichten Teilnehmer. Dabei seien vielfältige Sachargumente ins Feld geführt worden, wovon die Kosten einer Nationalparkverwaltung angesichts knapper Kassen noch das geringste Problem seien. Räumung von Altmunition: nicht in der Zuständigkeit eines Nationalparks. Nitratbelastung der Ostsee: kommt maßgeblich über die Zuflüsse, die nicht in der Kulisse liegen, und muss über andere Maßnahmen angegangen werden. Zu schwache Bestimmungen der bestehenden Schutzgebiete: werden aus Mangel an Personal und Geldmitteln nicht ausreichend durchgesetzt. Dass Freiwilligkeit allein nicht voranbringt, weil es immer Leute gibt, die sich nicht daran halten, ist richtig. Es gibt aber durchaus Hebel, den Schutz zu verbessern, ohne die Anwohner in ihren berechtigten Interessen zu verstören oder zu behindern, sie müssen nur konsequent genutzt werden.
Bezüglich dieser Interessen zeigt sich die Argumentation der Nationalpark-Akteure widersprüchlich. Einerseits wird beteuert, ein Nationalpark schade nicht dem Tourismus, dem Wassersport, der Wirtschaft. Man könne (fast) alles weitermachen wie bisher, ausgenommen vielleicht in der Fischerei. Warum überhaupt neue Bestimmungen, angeblich lebenswichtig, wenn „gar nicht schlimm“? Wenn es kein scharfes Schwert ist, warum es dann schwingen? Das weckt Skepsis.
Tief sitzt die Sorge, es könnten, wenn einmal eingerichtet, über einen Nationalpark später stärkere Beschränkungen erlassen werden. Ein Beispiel aus dem Schwarzwald spricht Bände: Nach stark gewachsener Akzeptanz im Land wurde dort eine Flächenerweiterung als Lückenschließung anvisiert, die – oh Wunder – wieder eine Gegenbewegung wachrief. Wie erstaunlich auch, dass die anrainenden Gemeinden diese hohe Akzeptanz nie teilten! Und mögen andere Nationalparke „Erfolgsmodelle“ sein, wie es im Titel des Naturschutztages hieß: Die Ostseeküste als Siedlungs- und Wirtschaftsraum ist nicht vergleichbar mit einem Waldgebirge, ja noch nicht einmal mit dem Wattenmeer an der Westküste. Da werden Äpfel mit Birnen verglichen.
Die Schlussfolgerung, die gezogen wird, ist besonders fatal: Man müsse die Menschen „mit dem Herzen erreichen“, ihnen nahebringen, dass ein Nationalpark „unverzichtbar ist, um der Menschheit eine lebenswerte Welt zu sichern“. Im Umkehrschluss heißt dies: Wer gegen den Nationalpark ist, verhindert die Rettung der Welt.
Emotionen sind wichtig und gehören zu einem Meinungsbildungsprozess. Wenn sie die Federführung über Argumente gewinnen, wird die Auseinandersetzung zu nichts anderem als zu Agitation.
Die Landjugend hat am Wochenende in Plön gewählt. Neue Landesvorsitzende ist Lena Sophie Hagge. Sie führt nun an der Seite des wiedergewählten Tajo Lass den Landesvorstand. Auch auf anderen Positionen gibt es neue Gesichter.
So sind Lisa Tödter, Matti Fleischer, Kim Lara Piening und Henrick Wickhorst neu im Vorstand. Zudem sind die bisherigen zweiten stellvertretenden Vorsitzenden Marlies Muxfeldt und Mirco Engelbrecht nun die ersten Stellvertreter. Veränderungen gibt es auch im Agrarausschuss.
Als „einmalige Chance“ bezeichnete die Präsidentin des LandFrauenverbandes Schleswig-Holstein, Claudia Jürgensen, die diesjährige Arbeitstagung. Dazu trafen sich am vergangenen Wochenende 125 Teilnehmerinnen aus allen zwölf Kreisverbänden des Landes in Neumünster. In der Stadthalle ging es unter anderem darum, die Richtung der Verbandsarbeit mitzugestalten und dabei auch eine neue gemeinsame Akzeptanz und ein Füreinander von Landesverband und Ortsvereinen sowie neuen und erfahrenen LandFrauen zu finden.
Die LandFrauen seien die bedeutendste Interessenvertretung von Frauen in Schleswig-Holstein, größter Bildungsträger für Frauen im ländlichen Raum und setzten sich aktiv dafür ein, dass der ländliche Raum attraktiv und lebenswert bleibe, so die Präsidentin in ihrem Impulsvortrag. Zudem habe der Verband 40 Netzwerkpartner, arbeite generationsübergreifend und lebe Nachbarschaft im Dorf. Die Frage aber sei: „Wissen das unsere Mitglieder in den Ortsvereinen?“, so Claudia Jürgensen. „Und wie schaffen wir es, dieses Wissen an die Frau zu bringen und ihre Bereitschaft zu wecken, sich für die LandFrauenarbeit zu engagieren?“
Damit war sie mittendrin im Hauptthema der Tagung: die Zukunft des Landesverbandes, der Kreisverbände und Ortsvereine. Wichtige Grundlage der Diskussion zu diesem Thema sei die aktuelle Studie zum ländlichen Engagement im demografischen und sozialen Wandel (siehe Bauernblatt, Ausgabe 44). Darin sei aufgezeigt, welche neuen Wünsche und Ansprüche es an das Ehrenamt gebe. Es sei zum Beispiel wichtig, neue Formen der Vorstandsarbeit zu nutzen. Es sollte keine Chance vertan werden, Nachwuchs zu gewinnen und alle LandFrauen anzusprechen. Die Jungen LandFrauen seien genauso wertvoll wie die Frauen 60 plus, betonte Jürgensen. Es gehe darum, dass LandFrauen wieder Lust hätten, sich zu engagieren, und das nicht nur für Bildung und Geselligkeit, sondern auch für die politische Arbeit des Verbandes.
Antworten will der Verband im kommenden Jahr auf Zukunftskonferenzen finden. Im World-Café wurden in Neumünster dazu erste Themen gesammelt. Die Präsidentin betonte, dass zu den Konferenzen alle LandFrauen aus Schleswig-Holstein eingeladen seien, denn selbst zu gestalten sei besser als gestaltet zu werden. Kathrin Iselt-Segert
Nachwuchsprobleme für Vorstände
Beratung kann Vereine retten
Ohne die Beratung von der Geschäftsstelle gebe es ihren Verein wahrscheinlich gar nicht mehr, berichtete Ute Tasche vom OV Todesfelde auf der Arbeitstagung. Das Telefonat mit Geschäftsführerin Dr. Gaby Brüssow-Harfmann habe ihr den Druck genommen, nach dem Abschied der früheren Vorsitzenden sofort eine Lösung für die Nachfolge zu finden. Heute ist sie Ansprechpartnerin des neuen Team-Vorstandes.
Brüssow-Harfmann zeigte auf der Tagung Möglichkeiten, Vorstandsarbeit anders zu gestalten, um Vereine vor der Auflösung zu bewahren. Vor zwölf Jahren habe der Landesverband noch 185 Ortsvereine gezählt. Heute seien es 157. Hintergrund seien oft Nachwuchsprobleme für den Vorstand. Eine Auflösung sei ein großes Problem, denn die LandFrauen verlören damit vor Ort ihre Heimat. Deshalb berate die Geschäftsstelle des Landesverbandes, neue Formen der Vorstandsarbeit zu nutzen. kis
Zum Thema „Unsere Zukunft: Junge LandFrauen“ diskutierten (v. li.) Alexandra Funke vom Orga-Team der Jungen LandFrauen Herzogtum Lauenburg, Vizepräsidentin Sylke Messer-Radtke, Präsidiumsmitglied Lena Haase und Kathrin Dehn-Schumacher vom Team-Vorstand des Kreisverbandes Ostholstein.Präsidentin Claudia Jürgensen ermutigte die LandFrauen, selbst zu gestalten und mitzubestimmen.Tanja Staack-Lorenzen, neue Ortsvorsitzende des OV Grünholz und zum ersten Mal bei der Arbeitstagung, holte sich Infos zum Team-Vorstand.Ute Tasche
Die LandFrauen aus Kropp und Umgebung hatten zur Modenschau nach Groß Rheide eingeladen. Im „Wagenrad“ präsentierte Astrid Krupp Herbst- und Wintermode aus ihrer Kollektion. Kuschelige Jacken, Pullover, Blusen, Schals, Hüte, Hosen und festliche Kleider wurden von LandFrauenmodels vorgestellt. Die Damen im Publikum durften nicht nur schauen, sondern auch mal den Stoff fühlen.
Festliche Mode präsentiert von Eva Graf Fotos: Ute Reimers-RaetschMut zum Hut hatte Heinke Jarczewski.
Zirka 130 Frauen und ein Mann waren der Einladung zum KreisLandFrauentag Steinburg nach Hohenlockstedt gefolgt. Kreisvorsitzende Annemarie Rhode begrüßte außer der Steinburger Landjugend und den Vorsitzenden der Nachbarkreise die Kreispatin aus dem Landesverband, Lena Haase. Den Festvortrag hielt Coachin Christine Hamester-Koch. Sie erklärte nicht nur Bauernhofpädagogik, sondern machte auch Mut zu Veränderungen.
Lena Haase hat sich bei Christine Hamester-Koch zur Bauernhofpädagogin qualifiziert und bietet heute Aktionen auf ihrem Hof in Ketelsbüttel an. Zudem ist sie seit April Präsidiumsmitglied des Landesverbandes der LandFrauen Schleswig-Holsteins.
Annemarie Rohde berichtete, dass sie eine große Veränderung bei sich erlebt hatte, nachdem sie in den LandFrauenverband eintrat. „Die Gemeinschaft der Frauen und die Schulungen auf Landesebene haben mich gefördert und mein Selbstbewusstsein gestärkt.“ Mit dem Schritt, in diesem Jahr den Kreisvorsitz zu übernehmen, habe sie Mut zur Veränderung gezeigt und es nicht bereut.
Mut zur Veränderung war auch das Thema der Referentin. Christine Hamester-Koch ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, hat mit ihrem Mann einen anderen Hof geführt und sich mutig an die Verwirklichung des Traums von der Bauernhofpädagogik gewagt. Sie habe schon als Kind gemerkt, dass ihr der konventionelle Kindergarten keinen Spaß machte, erzählte sie. So entwickelte sie als Erwachsene ihr eigenes Konzept für die Kinderbetreuung, mit dem sie seit 2005 unterwegs ist und schon zahlreiche Frauen zu Hof-Pädagoginnen ausgebildet hat. „Fehler sind Lernchancen. Legen Sie für alle guten Dinge, die Sie machen oder erleben, zum Beispiel eine Kastanie in einen Behälter und am Ende der Woche reflektieren Sie das Gesammelte“, war einer ihrer Tipps. „Wer etwas ändern will, muss etwas tun, muss den ersten Schritt wagen und anfangen“, ermutigte Hamester-Koch ihre Zuhörerinnen. „Feiern Sie für sich jeden Tag die Happy Hour, loben sie fünf Mal und üben Sie nur einmal konstruktive Kritik – Sie werden sehen, wie sich Ihre Welt verändert.“ In ihren Seminaren und Fortbildungen habe sie gemerkt, dass sich vieles mit dem Leben auf dem Bauernhof vergleichen lasse, so die Coachin. „Menschenführung lernt man, wenn man Schweine von der einen in die andere Ecke treibt. Und ein Hahn läuft nach einem verlorenen Kampf genauso stolz weiter wie vorher – ganz so wie viele Manager.“
Für gute Unterhaltung sorgte im Anschluss LandFrau Gabriele Dieckmann mit ihren Söhnen Niklas und Mika mit dem Sketch „Frühsport“. Die Akteure verwechseln das Sportprogramm im Fernsehen mit dem Rezept „Hähnchen nach Art des Hauses“.
Der „zweitjüngste Shantychor Deutschlands“, die Springhoer Teichspatzen, sorgten mit Klassikern und ihrem „Trinkspruch op mien Landfruu“ für viel Vergnügen.
Die Springhoer Teichspatzen sorgten für Stimmung.Christine Hamester-Koch: „Man muss den ersten Schritt wagen.“Foto: privat