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Hannes Ahlmann dominiert die Holstenhallen

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Der Februar ist in den Holstenhallen in Neumünster die erste Pferdezeit des Jahres. Los ging es mit dem Turnier des Clubs der Springreiter (CdS). Elf Prüfungen waren ausgeschrieben und die Startplätze wieder sehr schnell weg. Vor allem die Qualifikation für die zwei Wochen später stattfindenden VR Classics war heiß begehrt.

Enorm nachgefragt waren zudem die drei Amateurspringprüfungen der Klassen A bis L. „Wir haben 400 Mitglieder, die gern in die Holstenhallen kommen”, sagte Jesse Luther, der gemeinsam mit Philipp Battermann-Voss den Vorstand des CdS bildet. Der zwölfjährige Emil Meves aus Mehlbek, Kreis Steinburg, war einer der Jüngsten im Teilnehmerfeld. Er nutzte seine Chance und gewann mit der Reitponystute Mochita gleich die ersten beiden Springprüfungen, ein A**- und ein L-Springen. Seine Schwester Elina siegte vor zwei Monaten zusammen mit Vater Jan Meves im Familienspringen des CdS-Turniers in Neumünster. Familie Meves könnte also früher oder später auch eine eigene Equipe stellen.

Das M**-Springen am Sonnabend gewann ebenfalls eine Nachwuchsreiterin, die 19-jährige Fehmaranerin Tomma Thiesen. Sie saß im Sattel von Django Riff, einem Holsteiner von Diarado, und war mehr als 1 s schneller als die Konkurrenz. Thiesen ist seit knapp drei Jahren im Stall von Hinnerk und Eva-Maria Köhlbrandt zu Hause. „Tomma ist sehr selbstkritisch und mit vollem Einsatz bei den Pferden”, sagte Hinnerk Köhlbrandt über Thiesen, die vor drei Wochen bereits das Youngsterfinale beim CSI Neustadt (Dosse) in Brandenburg gewann.

Ebenfalls am Sonnabend waren zwei Youngsterspringen ausgeschrieben. In Klasse M* platzierte Hannes Ahlmann die ersten zwei Pferde des Wochenendes auf den Plätzen zwei und drei hinter Naomi Himmelreich und Flying Kiss. Die Holsteinerin Cosima war dabei einen Hauch schneller als ihr Stallnachbar Colly. Beide stammen aus der familieneigenen Zucht. Colly holte am folgenden Tag noch einen vierten Platz im M**-Youngsterspringen.

Danach ließ Ahlmann keine goldene Schleife mehr aus. Los ging es in Klasse M** mit Cosima. Sie stammt von Cascadello I, ebenso wie Cascalido, mit dem Ahlmann auf den dritten Platz kam, und Casanderos, den der Nachwuchsstar aus Reher, Kreis Steinburg, auf den fünften Platz pilotierte. Tomma Thiesen gewann hier die zweite Abteilung im Sattel von Big Lady ZE.

Das anschließende S*-Springen sicherte sich Ahlmann ebenfalls, diesmal mit der Holsteiner Stute Cimarosa. Mit seinem KWPN-Hengst Madness blieb er außerdem fehlerfrei. Auch das zweite S*-Springen mit Stechen gewann er: die Qualifikation für die VR Classics. „International darf ich starten, aber für die nationale Tour müssen wir uns hier im Norden alle qualifizieren”, erklärte der 24-jährige Deutsche Vizemeister. Die Qualifikation gelang ihm im Sattel des Holsteiner Wallachs Tiepolo. Den Vollbruder zu Ahlmanns bereits international erfolgreicher Holsteiner Stute Tokyo reitet er zurzeit als „Ersatz-Jockey“, weil die Kanadierin Saman­tha Buirs-Darvill gerade im Mutterschutz ist.

„Tolles Pferd”, befand Ahlmann und resümierte: „Das war ein supererfolgreiches Wochenende. Ich freue mich sehr, dass ich so gut ins neue Jahr starten und meinen Sieg vom vergangenen Jahr verteidigen konnte.“ Nun hofft er, gut auf die VR Classics vorbereitet zu sein.

Unter den 30 für das große Turnier Qualifizierten befinden sich auch Ahlmanns Schwester Pheline mit dem Holsteiner Hengst Carlton, Tomma Thiesen mit Django Riff und Jan Meves mit Diamant de Celeberty.

Nicht dabei, aber trotzdem zufrieden mit dem Wochenende ist Battermann-Voss. „Diese abgespeckte Variante mit drei Tagen hat sehr gut funktioniert. Finanziell und auch organisatorisch“, erklärte er. Vor allem freute sich das Organisationsteam darüber, dass am Sonntagabend die Ränge fast voll waren und dass die Sponsoren wieder so tatkräftig dabei waren, denn „ohne die geht es nicht“. Nun stehen elf Turniere an, bevor es im November wieder in die Holstenhallen geht.
pm

Blütensträucher und Stauden kombinieren

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Die Kombination von Stauden und Blütensträuchern wird in der Gartenplanung mitunter vernachlässigt. Dabei geben Ziersträucher eine wunderbare Kulisse für Stauden ab und werden zum attraktiven Blickpunkt im Garten. Die Auswahl an Blütensträuchern ist so groß, dass sich vom Frühjahr bis zum Spätsommer blühende Akzente setzen lassen.

Als Frühblüher passt die Glockenhasel toll zu Lenzrosen. Foto: Karin Stern

Beginnen wir doch gleich mit den leuchtenden Farben des Frühlings. Das intensive Rot der Zierquittenblüten (Chaenomeles x superba) passt hervorragend zu gelb blühendem Steinkraut (Alyssum saxatile) und der Rosa Gänsekresse ‚Hedi‘ (Arabis x arendsii). Eine weitere hübsche Frühlingskombination besteht aus dem gelb blühenden Ranunkelstrauch (Kerria japonica), Tränendem Herz (Dicentra spectabilis), Kaukasusvergissmeinnicht (Brunnera macrophylla) und der Jakobsleiter (Polemonium). Tipp: Ranunkelstrauch ‚Pleniflora‘ punktet mit einer dicht gefüllten Blüte und einer maximalen Wuchshöhe von 2 m. Der Sommerflieder ‚Black Night‘ (Buddleja davidii) ist im sommerlichen Blütengarten schon fast unverzichtbar. Seine dunkelvioletten Blütenrispen ziehen Schmetterlinge in Scharen an. Ein hübscher Kontrast ergibt sich mit den gelben Blüten von Mädchenauge ‚Early Sunrise‘ (Coreopsis grandiflora).

Wer eine niedrigere und einfach blühende Sorte bevorzugt, pflanzt ‚Zagreb‘ (Coreopsis verticillata). Toll passen auch die rubinrote Sonnenbraut ‚Baudirektor Linne‘ (Helenium-Hybride) und Sonnenhut ‚Goldsturm‘ (Rudbeckia fulgida var. sullivantii). Eher selten zu sehen ist der Hänge-Schmetterlingsflieder (Buddleja alternifolia). Sein lavendelblauer, überhängender Blütenregen bildet eine schöne Kulisse für Lavendel (Lavandula angustifolia) und die rosa blühende Sterndolde ‚Elmblut‘ (Astrantia major).

Ausgezeichnete Höhenstaffelung mit Etagenprimel, Farn und Rhododendron. Foto: Karin Stern

Für sommerliche Blüten an sonnigen Standorten sorgen Deutzie, Weigelie und Pfeifenstrauch. So passen die gefüllten Blüten der Deutzie ‚Plena‘ (Deutzia scabra) ausgezeichnet zu Storchschnabel ‚Biokovo‘ (Geranium cantabrigiense), dunkelblau blühendem Rittersporn (Delphinium) und den zartblauen Blüten der Pfirsichblättrigen Glockenblume ‚Blue Boo­mers‘ (Campanula persicifolia). Tipp: Die Stauden nicht zu dicht an die Deutzie setzen, da sich ihre Wurzeln dicht unter der Erdoberfläche ausbreiten. Eine fröhlich-bunte Sommerstimmung schafft die Kombination von Margerite ‚Beethoven‘ (Leucanthemum-maximum-Hybride), Pracht-Storchschnabel ‚Rosemoor‘ (Geranium x magnificum) und violett blühender Lupine ‚Camelot Blue‘ (Lupinus polyphyllus) mit dem dunkelrosafarbenen Flor der Weigelie ‚Purpurea‘ (Weigela florida). Die stark duftenden Blüten des Pfeifenstrauchs ‚Dame Blanche‘ (Philadelphus) arrangiert man am besten mit weißem und rosafarbenem Staudenphlox (Phlox paniculata), rosa Flockenblume (Centaurea dealbata) und den Katzenminzen ‚Grog‘ oder ‚Superba‘ (Nepeta racemosa). Deren blauviolette Blüte vervollständigt das Arrangement. Tipp: Den Pfeifenstrauch alle zwei bis drei Jahre nach der Blüte stark auslichten, dann bleibt er blüh­freudig.

Schneeball-Hortensie ,Annabelle‘ und ihre weißblühenden Begleiter wirken edel. Foto: Karin Stern
Hortensie, Dahlie und Schmuckkörbchen sorgen für ein wahres Blütenfeuerwerk. Foto: Karin Stern

Doch auch in schattigen Bereichen lassen sich Sträucher und Stauden zu tollen Blickfängen zusammenstellen. Hier ergeben sich unendlich viele Kombinationen mit den großen, weißen Blüten der Ballhortensie ‚Annabelle‘ (Hydrangea arborescens). Möglich wird dies dank ihrer langen Blütezeit von Ende Juni bis Anfang September. So bieten sich Sommer- und Herbsteisenhut gleichermaßen als Pflanzpartner an. Aconitum napellus streckt seine blauen Blüten von Juni bis Juli in bis zu 120 cm Höhe. Für Ton-in-Ton-Effekte sorgt die weiß blühende Sorte ‚Album‘. Herbsteisenhut ‚Arendsii‘ (Aconitum carmichaelii) wächst sogar noch etwas höher. Seine Blüten öffnen sich von September bis Oktober. Eine wunderschöne Ergänzung sind die früh blühende Herbst-Anemone ‚Praecox‘ (Anemone hupehensis) oder die Prachtspiere ‚Amethyst‘ (Astilbe-arendsii-Hybride) mit ihren violettrosafarbenen, schlanken Blütenrispen. Wenn sich deren Flor langsam verabschiedet, öffnen sich die Blüten der China-Astilbe ‚Finale‘ (Astilbe-chinensis-Hybride).

Wer Stauden und Sträucher miteinander kombinieren möchte, sollte auf einen ausreichenden Pflanzabstand achten. Zu berücksichtigen ist die Wuchsbreite der Sträucher in einigen Jahren. Man setzt die Stauden in entsprechendem Abstand oder pflanzt sie in zwei, drei Jahren wieder um. Pflanzlücken lassen sich ganz unkompliziert mit Einjährigen und Zwiebelblumen schließen.

Die rotblättrige Fasanenspiere bildet einen schönen Hintergrund für Pfingstrosen und Phlox. Foto: Karin Stern
Die beeindruckende Rose wirkt mit ihren Begleitern gleich nochmal so schön. Foto: Karin Stern
Die gelben Früchte der Gewöhnlichen Pimpernuss (Staphylea pinnata) passen farblich prima zur Blüte des Frauenmantels. Foto: Karin Stern
Die einjährigen Gewürztagetes zu Füßen der Hortensie blühen unermüdlich bis zum Frost. Foto: Karin Stern
Der Japanische Blumen-Hartriegel ,Satomi‘ wurde hier mit Kerzen-Goldkolben und Funkie kombiniert. Foto: Karin Stern
Die verschiedenen Arten des Blumen-Hartriegels bieten auch Varianten fürs Staudenbeet. Foto: Karin Stern


Einigung auf Handelsabkommen steht

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Nach rund zwei Jahrzehnten der Verhandlungen haben die EU und Indien sich auf den Abschluss eines Handelsabkommens geeinigt. In Neu-Delhi unterzeichneten beide Seiten am Dienstag die „Mutter aller Deals“, wie EU-Kommissionspräsidentin Dr. Ursula von der Leyen (CDU) die Vereinbarung bezeichnete.

Geschaffen wird ein Wirtschaftsraum mit knapp zwei Milliarden Menschen, der etwa ein Viertel der Weltwirtschaft umfasst. „In dieser zunehmend volatilen Welt entscheidet sich Europa für Zusammenarbeit und strategische Partnerschaften“, erklärte von der Leyen im Anschluss an die Zeremonie.

Nach Angaben der Kommission erreicht der Handel mit Waren und Dienstleistungen zwischen Indien und der EU bislang jährlich einen Wert von mehr als 180 Mrd. €. Durch das Abkommen entfallen für europäische Exporteure Zölle in Höhe von rund 4 Mrd. €. Erwartet wird, dass sich die EU-Ausfuhren im Laufe der Zeit dadurch mehr als verdoppeln. Davon dürften vor allem der europäische Maschinenbau sowie die Automobil- und Chemiebranche profitieren.

Der Agrarsektor ist von der Handelsliberalisierung größtenteils ausgenommen. Der EU-Kommission zufolge beliefen sich die Agrar- und Lebensmittelexporte nach Indien 2024 auf insgesamt 1,3 Mrd. €, was lediglich einem Anteil von 0,6  % an den gesamten Ausfuhren dieser Sektoren entsprach. Es besteht damit erhebliches Potenzial für eine Ausweitung des Handels. Zwar gibt es auch im EU-Agrarsektor Vorbehalte gegenüber einer vollständigen Marktöffnung. Sorgen um die Ernährungssicherung auf indischer Seite dürften aber den Ausschlag gegeben haben, dass sensible Bereiche wie Reis, Rind- und Hühnchenfleisch und auch Zucker vollständig ausgeklammert bleiben.

Vor diesem Hintergrund konnten sich die indischen und europäischen Verhandler dennoch auf viele Handelserleichterungen für einzelne Produkte des Agrar- und Ernährungssektors einigen. Für die EU-Seite senkt Indien beispielsweise seine bislang außerordentlich hohen Zölle auf Wein, Spirituosen, Bier, Olivenöl, Wurstwaren sowie verarbeitete Lebensmittel wie Pasta, Backwaren und Schokolade. Konkret reduziert werden die Zölle mit einer Übergangszeit wie folgt:

– Wein: aktueller Zollsatz 150 %; künftiger Zollsatz 20 % im Premiumsegment beziehungsweise 30 % im mittleren Segment

– Spirituosen: aktueller Zollsatz bis zu 150 %; künftiger Zollsatz 40 %

– Bier: aktueller Zollsatz 110 %; künftiger Zollsatz 50 %

– Olivenöl: aktueller Zollsatz bis zu 45 %; künftiger Zollsatz 0 %

– Kiwis und Birnen: aktueller Zollsatz 33 %; künftiger Zollsatz 10 % innerhalb festgelegter Quoten

– Fruchtsäfte und alkoholfreies Bier: aktueller Zollsatz bis zu 55 %; künftiger Zollsatz 0 %

– verarbeitete Lebensmittel: aktueller Zollsatz bis zu 50 %; künftiger Zollsatz 0 %

– Schaffleisch: aktueller Zollsatz 33 %; künftiger Zollsatz 0 %

– Würste: aktueller Zollsatz bis zu 110 %; künftiger Zollsatz 50 %

Betroffen sind damit vor allem Produkte, die einerseits nur wenige Bedenken bezüglich der heimischen Lebensmittelversorgung in Indien auslösen dürften, andererseits aber wegen ihres hohen Wertschöpfungsgrades großes ökonomisches Potenzial aufweisen.

Dass sensible Teile der EU-Landwirtschaft ausgeklammert werden, begrüßen die EU-Ausschüsse der Bauernverbände (Copa) und ländlichen Genossenschaften (Cogeca). „Das Abkommen stärkt den Zugang zu einem wichtigen Wachstumsmarkt und erkennt gleichzeitig eindeutig die Notwendigkeit an, die sensibelsten Bereiche der europäischen Landwirtschaft und ihr Produktionsmodell zu schützen“, teilten die Dachverbände mit. Demonstriert werde, dass eine „ambitionierte Handelspolitik“ möglich sei, bei der gleichzeitig Schlüsselaktivitäten der heimischen landwirtschaftlichen Erzeugung geschützt würden.

Der Verband des Agrarhandels (DAH) betonte dagegen, dass der Deal lediglich ein „Sprungbrett“ für weitere Verhandlungen sein dürfe, um eine „echte Freihandelszone“ einschließlich des Agrarsektors zu schaffen. Sensible Agrarprodukte zunächst auszunehmen, sei aber ein pragmatischer Schritt gewesen, um das Abkommen zum Abschluss zu bringen, Indien enger an Europa zu binden und um Abhängigkeiten von China und Russland zu verringern. age

Parlament legt Beratungen auf Eis

EU-US-Deal

Das Gesetzgebungsverfahren zum EU-US-Deal liegt auf Eis. Die Verhandlungsführer aus den politischen Fraktionen haben vergangene Woche vorzeitig den Stopp der Beratungen beschlossen. Hintergrund sind die jüngsten Zoll-Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen mehrere EU-Mitgliedstaaten, die sich hinter die territoriale Integrität Dänemarks und Grönlands gestellt hatten.

Das Abkommen sollte die Zölle auf alle US-Industriegüter aussetzen. Zudem sollte ein Zollkontingentsystem für eine Vielzahl von in die EU importierten US-Agrar- und Lebensmittelprodukten etabliert werden. Der Rat hatte sich Ende November bereits auf einen Standpunkt zur politischen Übereinkunft zwischen EU-Kommission und den USA verständigt. Gefordert wurden darin nur kleinere Anpassungen.

Derweil wird das Abkommen im federführenden EU-Handelsausschuss losgelöst von der Grönland-Frage um einiges skeptischer gesehen. Bereits im Oktober hatte der Vorsitzende des Gremiums, Bernd Lange (SPD), unter anderem Sicherheitsklauseln sowie eine zeitliche Begrenzung des Abkommens eingefordert. Vor Pressevertretern sprach er von einem Angriff der USA auf die Souveränität der EU. Nach Meinung Langes würde das US-amerikanische Zollgebaren in der Grönland-Frage auch die Aktivierung des Instruments gegen wirtschaftliche Zwangsmaßnahmen rechtfertigen. age

Ein Frühwarnsystem für die Praxis

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Das Innovationsprojekt „DeTail” (Detection of Tail Biting) hat zum Ziel, durch den Einsatz moderner Video- und Analyseverfahren ein frühzeitiges Erkennen von Schwanzbeißen bei Schweinen zu ermöglichen. In den vergangenen Monaten wurden dabei wichtige Fortschritte erzielt – sowohl in der Datenerhebung als auch bei der Entwicklung leistungsfähiger Auswertungsalgorithmen sowie eines praxistauglichen Prototyps. Langfristig soll ein verlässliches Früherkennungssystem in Schweine haltenden Betrieben etabliert werden, das eine frühzeitige und gezielte Unterstützung ermöglicht.

Die Datenerhebung am Lehr- und Versuchszentrum Futterkamp (LVZ) sowie auf drei konventionellen Praxisbetrieben in Schleswig-Holstein und Niedersachsen ist abgeschlossen. Ein vierter Betrieb der operationellen Gruppe (OG) musste seine Teilnahme aus betrieblichen Gründen beenden. Als Ersatz konnte im Herbst 2025 ein Biobetrieb in das Projekt eingebunden werden. Die dort praktizierte Außenklimahaltung mit Auslauf und Einstreu unterscheidet sich hinsichtlich der Haltungsform von den anderen Betrieben im Projekt. Damit eröffnet sich die Möglichkeit, den Algorithmus zur Erkennung der Schwanzhaltung auch unter abweichenden Haltungsbedingungen zu erproben.

Entwicklung von Algorithmus und Prototyp

Digitale Unterstützung im Stall soll die frühzeitige Erkennung von Schwanzbeißen ermöglichen.
Foto: Dr. Ariane von Mallinckrodt

Das umfangreiche Datenmaterial bildet die Grundlage für die Entwicklung des digitalen Früh­erkennungssystems. Unter der Leitung von Prof. Jorge Marx Gómez entwickelt die Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg (UOL) kontinuierlich den Algorithmus zur automatisierten Erfassung der Schwanzhaltung weiter. Parallel dazu arbeitet die Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) unter Verantwortung von Prof. Imke Traulsen an der Definition und Umsetzung eines praxistauglichen Alarmzeitpunktes, der den Betrieben frühzeitig Handlungsspielräume eröffnet.

Im September 2025 wurde am Standort Futterkamp erstmals ein Prototyp direkt im Stall implementiert. Seitdem wird das System im laufenden Betrieb getestet und weiterentwickelt. Langzeitauswertungen unter Praxisbedingungen liefern wichtige Erkenntnisse für die weitere Optimierung.

Am Ende des Projektes sollen die Daten direkt auf den Betrieben ausgewertet und über ein übersichtliches Dashboard bereitgestellt werden. So sollen die Betriebe frühzeitig auf mögliche Schwanzbeißereignisse hingewiesen werden und rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten können.

Nächste Schritte im Projekt

In den kommenden Projektphasen werden sowohl standortspezifische Modelle für die beteiligten Betriebe als auch ein übergreifendes, generalisiertes Modell entwickelt werden. Darauf aufbauend ist die Einführung des Prototyps zur Echtzeit-Auswertung in den Stallanlagen der Praxisbetriebe geplant.

Fazit

Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines digitalen Assistenzsystems für Schweine haltende Betriebe. Eine umfangreiche Datenerhebung bildet dafür die Grundlage zur Entwicklung und Erprobung der Algorithmen. Darauf aufbauend macht das Projekt gute Fortschritte bei der Entwicklung eines Frühwarnsystems zur Erkennung von Schwanzbeißen. Ein erster Prototyp wird bereits unter realen Stallbedingungen eingesetzt und kontinuierlich weiterentwickelt.

Wirkungsvoll Insekten das Leben schwer machen

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Der Sommer 2025 war in Schleswig-Holstein ungewohnt feucht. Viele Betriebe mussten ihre Ernte mehrfach unterbrechen, und selbst in kurzen Erntefenstern blieb das Korn selten richtig abgetrocknet. Der Trocknungsbedarf lag deutlich über dem, was wir aus den Vorjahren kannten. Nach mehreren vergleichsweise unkomplizierten Ernteperioden sind dadurch in diesem Jahr wieder Lücken in der Lagertechnik sichtbar geworden, vor allem dort, wo Belüftung und Trocknung nicht mehr ganz zur aktuellen Situation passten.

Hinzu kam, dass in einigen Betrieben neue Mitarbeiter erstmals Verantwortung im Handling des frisch eingelagerten Getreides übernommen haben. Erfahrungslücken bei Feuchteeinschätzung, Lüftungsmanagement und Reinigungsabläufen haben die Situation zusätzlich erschwert. All das führte dazu, dass in manchen Lagern wieder typische Probleme wie Kondensation, warme Nester oder unruhige Temperaturverläufe aufgetreten sind.

Gerade weil das Wetter immer unberechenbarer wird, gewinnt die Hygiene im Getreidelager weiter an Bedeutung. Die letztjährige Ernte hat klar gezeigt, wo Systeme an ihre Grenzen kommen und welche Abläufe im Betrieb nachjustiert werden müssen, um Qualität und Lagerstabilität zuverlässig zu sichern.

Mehlkäfer treten häufig in Altgebäuden auf. Aufgrund des langen Generationenintervalls gestaltet sich die Bekämpfung schwierig.

Typische Schädlinge im Getreidelager

Kornkäfer

Der bekannteste Schädling im Getreidelager ist der Kornkäfer (Sitophilus granarius). Er befällt nahezu alle Druschfrüchte, geht jedoch an Hülsenfrüchten zugrunde und ist dort selten anzutreffen. Kornkäfer gelangen oft mit der Erntekette ins Getreidelager und sind an ihrem 2 bis 5 mm großen, dunkelbraunen Körper mit einem rüsselförmigen Kopf erkennbar. Typische Schäden sind angefressene Körner. Auch scheinbar unbeschädigte Körner können befallen sein, da der Kornkäfer das Eiablage-Loch wieder verschließt. Die Aktivitäten der Käfer erhöhen die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Lager, was Sekundärschäden durch Milben und Schimmelpilze fördern kann. Kornkäfer bevorzugen Getreidearten, aber auch Nüsse, Trockenobst und -gemüse und benötigen eine Mindesttemperatur von 13 °C für ihre Mobilität. Ihre Weibchen legen 200 bis 300 Eier. Wenn die Erntetemperatur von etwa 25 °C nicht schnell genug heruntergekühlt wird, dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer etwa einen Monat. In unseren Lagern entwickeln sich etwa drei bis vier Generationen pro Jahr. Kornkäfer sind verhältnismäßig langlebig. Auch wenn ein Getreidelager nach guter fachlicher Praxis auf unter 10 °C gekühlt wird, kann dieser Käfer bis zu zwei Jahre überleben. Dies bedeutet, dass bei einem Befall nicht nur das Lagergut zu behandeln ist, sondern auch eine gründliche Leerraumbehandlung stattfinden muss.

Getreideplattkäfer

Ein weiterer wichtiger Schädling ist der Getreideplattkäfer (Oryzaephilus surinamensis), der mit 2 bis 3 mm etwas kleiner als der Kornkäfer ist, aber ebenso gefährlich. Dieser Käfer ist flugfähig, jedoch nur bei Temperaturen über 18 °C. Befall mit Getreideplattkäfern deutet meist auf eine unzureichende Kühlung hin. Die Käfer werden von der Aromafahne des gelagerten Getreides angezogen und können aus bis zu 2 km Entfernung das Lager besiedeln, wenn die Außentemperatur über 18 °C liegt. Technisch unzureichende Kühlsysteme, wie etwa Drainage-Schläuche, benötigen zu viel Zeit, um die Ernte- beziehungsweise Trocknungstemperatur im Endlager herunterzukühlen, sodass das Risiko eines Befalls mit Getreideplattkäfern gegeben ist. Dieser Käfer verfügt über verhältnismäßig schwache Mundwerkzeuge und bevorzugt bereits angefressene Körner und Bruchkorn. Die Verringerung des Bruchkornanteils durch eine Vorreinigung ist eine bewährte prophylaktische Maßnahme.

Getreidekapuziner

Der dritte Käfer im Bunde ist der Getreidekapuziner (Rhizopertha dominica), dessen Halsschild, wie der Name schon vermuten lässt, über den Kopf wie eine Art Kapuze herüberragt. Dieser Käfer ist 2,5 bis 4 mm groß, hat eine zylindrische Gestalt und ist rotbraun gefärbt. Im Gegensatz zu den vorher genannten Käfern ernährt sich dieser von den eiweißhaltigen Bestandteilen des Korns und ist für eine Qualitätsminderung verantwortlich. Der Getreidekapuziner ist relativ unempfindlich gegenüber den handelsüblichen Kontaktinsektiziden, benötigt jedoch eine Temperatur von über 20 °C. Bei konsequenter Kühlung nach guter fachlicher Praxis ist ein Befall im Getreidelager daher eher unwahrscheinlich.

Mehlkäfer

Vornehmlich in älteren Speichern mit einem großen Anteil an Holzbauten findet man in regelmäßiger Häufigkeit den Mehlkäfer (Tenebrio molitor). Dieser ist in Mitteleuropa weit verbreitet und auch im Freiland zu finden, wo diese Art unter anderem in Vogelnestern und Totholz vorkommt. Mehlkäfer sind mit bis zu 18 mm relativ groß. Sie sind zwar flugfähig, machen jedoch selten davon Gebrauch. Einer der häufigsten Besiedelungswege führt über bereits befallene Ware oder aber über das Eindringen von Vögeln ins Getreidelager, die im Federkleid Eier oder Puppen transportieren. Daraus folgt unter anderem, dass ein Getreidelager vogeldicht sein sollte. Die Bekämpfung ist relativ schwierig, da durch Kontaktinsektizide meist nur die adulten Käfer erreicht werden. Der Entwicklungszyklus beträgt etwa ein Jahr, was die Behandlung erschwert. Als nachhaltige Lösung hat sich gerade in Getreidespeichern eine Kieselgurbehandlung in Kombination mit Pheromonfallen bewährt.

Motten und Milben im Getreidelager

Mehl- und Speichermotte

Zu den weit verbreiteten Lagerschädlingen gehören auch die Mehlmotte (Ephestia kuehniella) und die Speichermotte (Ephestia elutella). Man findet sie vornehmlich in Flachlagern und Altgebäuden. Das Schadbild ist gekennzeichnet durch Gespinste, die Förderwege verstopfen und Kondensatbildung begünstigen, was sekundäres Pilzwachstum fördert. Motten werden vornehmlich mit gasförmigen Kontaktinsektiziden wie Dedevap Green und Insektinil bekämpft. Zur Regulierung des Auftretens der Motten in Altgebäuden kann mit UV-Licht- und Lockstofffallen gearbeitet werden.

Mehl- und Staubmilben

In den vergangenen Jahren traten in neueren Lagergebäuden manchmal Staub-, vornehmlich jedoch Mehlmilben (Acarus siro) als sogenannte sekundäre Lagerschädlinge auf. Da es sich hierbei nicht um Insekten, sondern um Spinnentiere handelt, ist eine Behandlung mit Kontaktinsektiziden sinnlos. Als gut funktionierend hat sich eine Behandlung mit Phosphorwasserstoff erwiesen, jedoch ist dieses Verfahren nur etwas für professionelle Schädlingsbekämpfer. Mehlmilben treten aufgrund zu hoher relativer Luftfeuchtigkeit im Getreidelager auf. Wird die relative Luftfeuchtigkeit konstant unter 75 % gehalten, sind die Lebensbedingungen für die Mehlmilbe so verschlechtert, dass sie sich nicht im Getreidelager etablieren kann. Die relative Luftfeuchtigkeit oberhalb des Getreidestapels mit einem Feuchtegehalt von 15 % und 20 °C Stapeltemperatur beträgt nicht mehr als 67 %. Das bedeutet für die Praxis: Sind Mehlmilben zu finden, liegt im Lager ein feuchtes Nest oder ein unzureichend arbeitendes Kühlsystem vor.

UV-Lichtfallen sind ein probates Mittel zur Regulierung von Motten im Getreidelager.
Technisch bedingte Restmengen müssen schnellstmöglich entfernt werden.
Einregnungen im Getreidelager erhöhen die biologische Aktivität des Lagergutes, was in der Folge zum Attraktor für Schadinsekten wird.

Maßnahmen zur Schädlingsbekämpfung

Eine fachgerechte Kühlung ist der Schlüssel, um die Besiedelung und Etablierung von Schädlingen im Lager zu verhindern. Wenn ein Befall festgestellt wird, ist es wichtig, die Schädlinge korrekt zu identifizieren und eine geeignete Bekämpfungsstrategie zu wählen. Eine weit verbreitete Methode ist die Begasung mit Phosphorwasserstoff, die jedoch nur in geschlossenen Räumen möglich ist. Bei Befall im Flachlager werden die betroffenen Partien luftdicht mit Folie verschlossen. Dieses Verfahren ist sehr aufwendig und wird, wie schon gesagt, nur von professionellen Schädlingsbekämpfern angewendet. Eine mehrmalige Behandlung ist immer notwendig, da die Larven der beschriebenen Käfer eine sehr geringe Atemfrequenz haben und die Mortalität pro Behandlung nur bei zirka 50 % liegt.

Bei akutem Befall ist eine Behandlung mit Kontaktinsektiziden wie K-Obiol EC 25 möglich. Dabei sollte das behandelte Getreide noch einige Tage in der Lagerzelle verbleiben, da die Behandlung den Feuchtegehalt um etwa 0,5 % erhöht. Eine anschließende Kühlung ist notwendig, um die Feuchtigkeit wieder zu entziehen. Eine mechanische Reinigung des behandelten Getreides über einen Windsichter ist ratsam, jedoch nicht zwingend notwendig. Behandlungen mit 99 % Stickstoff oder Kohlendioxid sowie die Heißluftentwesung sind Verfahren, die zwar in der Lagerhaltung vorzufinden sind, jedoch in der Landwirtschaft nur selten angewandt werden.

Prophylaxe statt Nachbehandlung

Da Getreidelager in der Regel nur temporär gefüllt sind und eine überjährige Lagerung selten stattfindet, sollte die Schädlingsprophylaxe ein wesentlicher Bestandteil der Lagerhaltung sein. Prophylaktische Maßnahmen sind deutlich günstiger als die Reaktion auf einen Befall und verhindern die Verschleppung von Schädlingen in die nächste Lagerperiode.

Mechanische Reinigung des Lagers

Vor jeder prophylaktischen Maßnahme ist eine gründliche mechanische Reinigung des Getreidelagers notwendig. Alle Lagergut­rückstände sollten entfernt werden, auch an schwer zugänglichen Stellen. Risse und Spalten können mit Silikon verschlossen werden, da Bauschaum zu porös ist und als Reservoir für Schädlinge dienen kann. Auch von einer Reinigung mit einem Baukompressor, wie man es häufiger sieht, ist abzuraten, da hier der Staub lediglich gleichmäßig über die gesamte Getreideanlage verteilt wird. Rundsilos sollten je nach Umschlagshäufigkeit alle fünf bis acht Jahre eine intensive Innenreinigung erfahren, denn gerade hier sammeln sich Staub- und Kaffbestandteile im Dachbereich an und bilden dort ein Reservoir für Lagerschädlinge.

Chemische Leerraumbehandlung

Produkte wie K-Obiol EC 25 oder pyrethrinhaltige Nebelpräparate eignen sich gut zur Leerraumbehandlung. Diese Präparate erreichen auch versteckte Schädlinge, jedoch sind mehrmalige Behandlungen notwendig, da der Wirkstoff durch Licht zersetzt wird. Nebelpräparate eignen sich darüber hinaus hervorragend, um baulich schwer zugängliche Stellen wie Entnahme-Trogkettenförderer und Vollbelüftungsböden in Rundsilozellen in die Leerraumbehandlung einzubeziehen, sodass kein Reservoir für Lagerschädlinge übrig bleibt.

Kieselgur als effektive Maßnahme

Der Einsatz von amorpher Kieselgur ist nach EU-Richtlinien zulässig und eine effektive Maßnahme gegen Schädlinge. Kieselgur zerstört die Fett- und Wachsschicht der Insekten, wodurch diese austrocknen. Untersuchungen des Bundesinstitutes für Risikobewertung haben ergeben, dass selbst der Getreidekapuziner nach spätestens neun Tagen eingeht. Kieselgur kann in Konsumgetreide mit bis zu 1 kg/t und in Futtergetreide mit bis zu 2 kg/t eingesetzt werden. Auch wenn der Einsatz von Kieselgur zulässig ist, sollte diese Maßnahme mit der aufnehmenden Hand besprochen werden, da einige Abnehmer den Einsatz von Kieselgur aufgrund der verschlechterten technischen Verarbeitung ablehnen.

Einsatz von Nützlingen

Nützlinge wie die Lagererzwespe, das Getreideplattkäfer-Wespchen und die Getreideraubmilbe sind eine elegante Methode, um vor Schädlingsbefall zu schützen. Der Einsatz von Nützlingen ist jedoch zeitlich und räumlich begrenzt und muss vor der Besiedelung des Getreidelagers mit Schädlingen erfolgen. Gerade in großen konventionellen Flachlagern mit Volumen von mehr als 2.000 t oder bei diskontinuierlicher Befüllung ist der Nützlingseinsatz nur schwerlich realisierbar. Eine gründliche mechanische Reinigung des Getreidelagers, eine chemische Leerraumbehandlung sowie ein gut funktionierendes Kühlsystem sind wesentliche Garantien dafür, dass auch die Ware verkauft werden kann, die in der Ernte eingelagert wurde.

Fazit

Eine fachgerechte Lagerhaltung und Hygiene im Getreidelager sind entscheidend, um Qualitätsverluste und Schädlingsbefall zu verhindern. Durch die Kombination von prophylaktischen Maßnahmen wie gründlicher Reinigung, chemischer Leerraumbehandlung und dem Einsatz von Nützlingen sowie einer sorgfältigen Überwachung und Behandlung bei Befall kann die Lagerung von Getreide optimiert werden. Letztendlich sichern diese Maßnahmen die Qualität und Handelsfähigkeit des Getreides über die gesamte Lagerperiode hinweg.