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Der Bioschweinepreis ist im zweiten Halbjahr 2025 angestiegen, seitdem stabilisierten sich die Preise für Verbandsware bei zirka 4,80 €/kg SG auf hohem Niveau. Verbandsware stammt aus ökologischer Erzeugung nach Richtlinien von Anbauverbänden wie Bioland, Naturland oder Biokreis und ist direkt am jeweiligen Logo auf der Verpackung zu erkennen. Sie erfüllt höhere Standards als das EU-Bio-Siegel, etwa hinsichtlich Platzbedarf (mindestens 1,3 m² plus Auslauf) und Fütterung. Da die Produktionskosten durch die strengeren Auflagen höher sind, ist Verbandsware teurer als EU-Biofleisch. Die gute Nachricht für deutsche Produzenten: Deutsche Verbandsware fließt weiter gut ab und wird überall gesucht, ist also knapp. Dies wird von den Statistiken bestätigt: Maximal 1 % des deutschen Schweinebestandes wird ökologisch gehalten, bei Geflügel sind es immerhin 1,6 % und bei Rindfleisch 6,9 %. So ist es nicht verwunderlich, dass derzeit etwa ein Drittel des konsumierten Bioschweinefleischs aus Nachbarländern stammt. Die leichte Produktionssteigerung 2025 deckte bei Weitem nicht die Nachfrage.
Importe notwendig
Und so bieten sich Chancen für Anbieter aus Nachbarländern, die schon seit Längerem günstigere Bioschweine, sogenannte EU-Bioware entsprechend EU-Bio-Siegel, anbieten. Dänische Bioschweine etwa kosteten im Dezember 2025 zirka 3,45 €/ kg SG. Allerdings kommen zurzeit nur wenige Schweine von dort. Niederländische Bioschweine werden hierzulande seit Jahren umfangreich verarbeitet. Die Preise liegen in der Regel zwischen den deutschen und dänischen. Außerdem, und erst seit einigen Monaten in nennenswertem Umfang, kommen regelmäßig Bioschweine aus Spanien (?!) auf den deutschen Markt, ebenfalls zu deutlich günstigeren Preisen.
Verbandsware mit starker Marktposition
Verbandsware bleibt gefragt und ist ein wichtiges Verkaufsargument für viele LEH-Ketten. Bei einigen Wurstartikeln aber rudern manche Einzelhandelsketten zurück und verkaufen EU-Bio-Ware, die dann ohne Herkunftskennzeichnung aus verschiedenen EU-Nachbarländern stammen kann. Andere Handelsketten fahren zweigleisig und listen Verbandsware und günstigere EU-Bio-Ware gleichermaßen. Im Großen und Ganzen aber finden sich in allen Handelsketten, nur in jeweils unterschiedlichem Ausmaß, Artikel aus deutscher Verbandsware – und daran dürften sie auch weiter festhalten.
Ist deutsche Produktion steigerungsfähig?
Die zuletzt hohen Auszahlungspreise haben einige Landwirte motiviert, in die Bioschweinehaltung einzusteigen beziehungsweise sie auszuweiten. Insbesondere die Ferkelversorgung – über lange Zeit ein Flaschenhals – wird besser, da aus Bayern, Nordrhein-Westfalen und dem Osten des Landes von neuen Sauenställen berichtet wird. Gleichzeitig geben aber auch immer wieder Betriebe auf. Auch 2025 dürften die Bioschweinepreise weitersteigen, da Nachfrage und Angebot nach wie vor auseinanderklaffen. Denn trotz der attraktiven Preise scheint der Bioschweinebestand zu stagnieren. Bestehende Biobetriebe müssen Stallerweiterungen oft ohne Förderung stemmen, da die Agrarinvestitionsförderprogramme meist nur für Neu- und Umbauten genutzt werden können. Auch gilt es, mit Immissionsschutzauflagen zurechtzukommen.
Landwirtschaftliche Praxis und Politik trafen auf dem Kreisbauerntag der Kreisbauernverbände (KBV) Schleswig und Flensburg aufeinander, der am Freitag vergangener Woche mit rund 150 Besuchern in Schleswig stattfand. Während die Verbandsvertreter dringende Unterstützung forderten, stellte die andere Seite klar, was aus ihrer Sicht realistisch möglich sei und welche Maßnahmen bereits ergriffen wurden.
Der Vorsitzende des Kreisbauernverbands Schleswig, Klaus-Peter Dau, sprach über Themen, die die Landwirtinnen und Landwirte in Schleswig-Holstein derzeit besonders umtreiben. Schwankende Preise am Markt, Ostseeschutz, Düngeverordnung, Bürokratieabbau sowie der Umbau der Tierhaltung standen auf der Agenda. Neben diesen Themen kam Dau auch auf das Dauergrünlanderhaltungsgesetz (DGLG) zu sprechen. Er forderte eine Abschaffung des Gesetzes und erklärte, dass die Landesregierung schon vor mehreren Jahren einer Evaluierung des Gesetzes zugestimmt habe. „Die Bewirtschaftung des Grünlands ist zusehends erschwert. Wir brauchen diese Flächen, um Silage herzustellen“, erklärte Dau. Die Abschaffung des DGLG würde „einen echten Beitrag zum Bürokratieabbau darstellen“.
Das Problem der Nachfolge
Klaus-Peter Dau fordert Erleichterungen bei der Grünlandbewirtschaftung und weitere Anstrengungen zum Bürokratieabbau. Foto: bb
Denn Bürokratie koste Zeit, die auf dem Hof fehle, und Geld, das nicht erwirtschaftet werde. Zudem sinke die Motivation bei den jungen Landwirtinnen und Landwirten, die einmal die Höfe übernehmen sollen. Dau erwartet deshalb von der Regierung eine Entlastung, denn ohne klare Zukunftsaussichten würden Schleswig-Holstein bäuerliche Betriebe und die Vielfalt des ländlichen Raumes verloren gehen. Auch auf das Thema Tierhaltung kam er zu sprechen. „Wer Tierwohl fordert, muss auch bereit sein, die Mehrkosten dauerhaft zu tragen“, sagte er und fuhr fort: „Niemand hat ein größeres Interesse an gesunden Tieren als wir. Die Debatte darf aber nicht ideologisch sein.“ Verbote ohne Alternativen führten nicht zu mehr Tierwohl, sondern zu Importen aus dem Ausland, so Dau.
Landesregierung stimmt zu
„Landwirtschaft ist systemrelevant“, sagte Otto Carstens, Staatssekretär im Kieler Landwirtschaftsministerium (MLLEV), direkt zu Anfang seines Vortrags und betonte, dass er das Amt übernommen habe, um sich unter anderem für die Belange des ländlichen Raumes einzusetzen. Er stimmte den Sorgen und Befürchtungen der anwesenden Landwirte weitestgehend zu, führte aber auch an, welche konkreten Maßnahmen das MLLEV bereits durchgesetzt habe – darunter die Einrichtung des Kompetenzzentrums Klimaeffiziente Landwirtschaft und den Aktionsplan Ostseeschutz. „Wir setzen bewusst auf Kooperation statt auf Auflagen – und das funktioniert“, unterstrich Carstens. Alle fünf Ostseebeiräte hätten bereits selbst erarbeitete Konzepte vorgelegt. Das sei also nicht durch politische Vorgaben geschehen.
Für den Staatssekretär gehört auch die Tierhaltung zu Schleswig-Holstein. Diese habe seit Generationen die Gesellschaft geprägt und verdiene politische Rückendeckung. Verbraucherinnen und Verbraucher erwarteten aber auch höhere Tierwohl-Standards. „Wenn wir den Umbau wollen, brauchen die Betriebe verlässliche Förderungen und Perspektiven“, erklärte Carstens.
DGLG bleibt
BVSH-Präsident Klaus-Peter Lucht benannte die aktuellen Probleme in der Landwirtschaft. Foto: Patrick Mühling
Zusammen mit dem Bauernverband Schleswig-Holstein (BVSH) und der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hat das MLLEV eine Arbeitsgruppe zum Bürokratieabbau eingerichtet.
„Eine Abschaffung des Dauergrünlandgesetzes wird es in dieser Amtsperiode jedoch nicht geben – das muss ich ganz klar so sagen“, erklärte er unter dem deutlich vernehmbaren Unmut der Anwesenden. Die verbleibende Amtszeit von knapp einem Jahr reiche, so Carstens, nicht aus, um kritische Änderungen an Gesetzen wie dem DGLG vorzunehmen. Er betonte allerdings, dass sein Ministerium es in kurzer Zeit geschafft habe, die Schadenersatzsumme für durch Wildgänse verursachte Ernteschäden im Rahmen der Wildgänserichtlinie von 350.000 € auf 1,2 Mio. € zu erhöhen. „In Zeiten knapper Kassen ist das eine richtig tolle Leistung. Wir wissen aber auch, dass Schadenersatz nicht das ist, was die Bauern wollen. Sie wollen ihre Arbeit machen“, gestand Carstens. Das MLLEV versuche, sich für eine Vergrößerung des Kreises an Menschen einzusetzen, die Gänse entnehmen dürften.
Kampf mit knappen Kassen
Er machte ebenfalls deutlich, dass er verstehe, dass viele landwirtschaftliche Betriebe die Vielzahl an Auflagen zu Recht als Belastung empfänden, jedoch setzten die öffentlichen Haushalte klare Grenzen, und es müsse bis 2030 1 Mrd. € eingespart werden. Durch die beschriebene schwierige Haushaltslage sei Prioritätensetzung das Stichwort.
„75 Prozent der Menschen in Schleswig-Holstein leben auf dem Land. Die Landwirtschaft und der ländliche Raum stehen im Mittelpunkt der Politik unseres Ministeriums, aber es muss auch für andere Belange aktuell Geld in die Hand genommen werden“, bekräftigte der Staatssekretär.
„Ernährung bleibt die Grundlage für alles. Dies geht aber nicht ohne Veränderungen“, so Malte Jacobsen, Vorsitzender KBV Flensburg. Foto:rq
Der Schnee und die frostigen Temperaturen in diesem Winter haben kaum negativen Einfluss auf die Überwinterung der Stängelschädlinge. Mit steigenden Temperaturen gilt deshalb eine erhöhte Aufmerksamkeit für das Erwachen bersonders des Großen Rapsstängelrüsslers, denn dessen Zuflug in die Rapsbestände und der nachfolgende Schaden können zu spürbaren Ertragsverlusten führen (optisch: Verdrehen und Aufplatzen der Rapsstängel). Um dies zu vermeiden, reichen allein „Bauchgefühl“ oder nur der Blick auf die Wetterstation nicht aus, sondern die Gelbschale auf dem Acker bleibt das geeignete Hilfsmittel.
Kurzer Rückblick auf 2025: Im Frühjahr wurde auf den Schlägen zur Schaderregerüberwachung des Pflanzenschutzdienstes der Landwirtschaftskammer an lediglich vier Standorten ein Zuflug von mehr als fünf Rapsstängelrüsslern festgestellt. Der Gefleckte Kohltriebrüssler trat vergleichsweise häufiger auf, zum Teil auch deutlich oberhalb der Bekämpfungsschwelle.
Die sauberen, möglichst nicht verblichenen Gelbschalen (kräftiges Gelb) müssen mit Wasser und etwas Spüli befüllt und zum Schutz von Bestäuberinsekten (Hummeln, Bienen et cetera) mit einem Gitter versehen werden. Von der Rapserdfloh-Überwachung übrig gebliebene Gelbschalen aus dem Herbst erfüllen diese Anforderungen nicht mehr. Je nach Wetterlage muss die Gelbschale regelmäßig alle paar Tage kontrolliert und gegebenenfalls das Wasser gewechselt werden. Sie sollte in der Höhe mit dem Bestand auch immer „mitwachsen“.
Die Gelbschalen sollten sauber und in einem leuchtenden Gelb in der Fläche stehen.
Geeignete Standorte für Gelbschalen
Der Große Rapsstängelrüssler kann schon bei Bodentemperaturen von zirka 5 °C erwachen. Aufgrund dieser Wetterabhängigkeit erfolgt dies jährlich zu unterschiedlichen Zeitpunkten. Da der Große Rapsstängelrüssler auf den vorjährigen Rapsflächen überwintert und folglich auch dort erwacht, ist es ratsam, auf angrenzenden Befallsflächen des Vorjahresrapses (jetzt oft mit Winterweizen bestellt) eine Schale aufzustellen. Mindestens eine weitere Gelbschale wird dann noch im Randbereich zu diesen vorjährigen Rapsflächen aufgestellt, um die direkte Zuwanderung zu erfassen. Begrenzen auch noch Knicks oder Waldränder den aktuellen Rapsschlag, sollten auch dort Gelbschalen aufgestellt werden, denn in diesen Bereichen überwintert der Gefleckte Kohltriebrüssler (sowie Rapsglanzkäfer). Sind die Gelbschalen gut platziert, ist ihre Fängigkeit und damit die Aussagekraft deutlich erhöht (siehe Grafik).
Biologie bestimmt den Bekämpfungszeitpunkt
Der Große Rapsstängelrüssler sucht gleich nach dem Erwachen die nächstgelegenen Rapsschläge zur Eiablage auf. Die Weibchen sind bereits geschlechtsreif, sodass nach der Paarung die Eier sofort abgelegt werden können. Somit bleibt nicht viel Zeit für eine Behandlung, denn mit dem Vollzug der Eiablage beginnt auch schon die erste Schädigung des Rapses.
Das Weibchen scheidet bei der Herstellung der Ei-Nischen entsprechende Wuchsstoffe aus, die für die typischen Verdrehungen der Stängel verantwortlich sind. Die sich im Stängel entwickelnden Larven sind zudem vor Kontaktinsektiziden geschützt. Die Bekämpfung muss demzufolge zeitnah nach dem Zuflug, innerhalb von ein bis drei Tagen erfolgen. Das gilt auch, wenn nach dem Zuflug in die Bestände die Temperaturen sinken. Der Große Rapsstängelrüssler ist komplett schwarz gefärbt, wobei er durch seine dichte Behaarung eher grau wirkt.
Der Gefleckte Kohltriebrüssler benötigt für das Erwachen und die Einwanderung in die Rapsbestände normalerweise etwas höhere Temperaturen. In den vergangenen Jahren erfolgte dies jedoch oft zeitgleich mit dem Großen Rapsstängelrüssler. Den Gefleckten Kohltriebrüssler erkennt man, neben seiner geringeren Größe, was aber kein sicheres Unterscheidungsmerkmal in der Gelbschale ist, an dem weißen Fleck auf dem Rücken und den rotbraunen Füßen. Im Gegensatz zum Großen Rapsstängelrüssler vollzieht er erst einen Reifungsfraß, bevor er mit der Eiablage startet. Somit stehen für eine Bekämpfung, je nach Witterung, fünf bis zehn Tage zur Verfügung – je wärmer es ist, desto zügiger muss man handeln. Nach erfolgter Eiablage wachsen die Rapsstängel optisch weiterhin gerade weiter, sodass die Larven und somit der tatsächliche Befall äußerlich oft lange unentdeckt bleiben.
Im Inneren des Stängels fressen die Larven, infolgedessen ist das Innere verbräunt.Nach der Eiablage des Großen Rapsstängelrüsslers reagiert die Rapspflanze mit Verdrehungen: nur an der Triebspitze (li.) oder Verdrehung der ganzen Pflanze (r.).
Bekämpfungsschwellen beachten
Aufgrund seiner höheren Schadwirkung besitzt der Große Rapsstängelrüssler eine niedrigere Bekämpfungsschwelle von mehr als fünf Käfern pro begitterter Gelbschale innerhalb von drei Tagen. Sie liegt beim Gefleckten Kohltriebrüssler im gleichen Zeitraum von drei Tagen bei mehr als 15 Käfern pro begitterter Gelbschale.
Bekämpfung nach Schwellenüberschreitung
Für die Bekämpfung beider Schädlinge sind nach wie vor die Pyrethroide (zum Beispiel Karate Zeon) das Maß aller Dinge. Zwar spielen beim Gefleckten Kohltriebrüssler bundesweit zunehmend Resistenzen eine gewisse Rolle, der alternative Wirkstoff Acetamiprid im Produkt Carnadine 200 kommt aber nicht an die Wirkungsgrade der Pyrethroide heran. Das Käferstadium des Großen Rapsstängelrüsslers reagiert derzeit weiterhin sensitiv auf die Pyrethroid-Behandlung.
Treten neben den Stängelschädlingen zugleich bekämpfungswürdige Rapsglanzkäfer im Bestand auf, kann Trebon 30 EC (B2; Pyrethroid Klasse I) zum Einsatz kommen. Mavrik Vita/Evure (B4) sollten, außer wegen ihrer aktuell fehlenden Stängelrüssler-Zulassung, aufgrund ihrer guten Wirkung und B4-Einstufung zur Rapsglanzkäfer-Bekämpfung vorgesehen werden.
Fazit
Das rechtzeitige Aufstellen der Gelbschalen ist für die Feststellung des Zuflugs von Stängelrüsslern weiterhin unverzichtbar. Insbesondere beim Großen Rapsstängelrüssler liegen Zuflug und Bekämpfung zeitlich sehr eng beieinander. Hier gilt es, die Prioritäten richtig zu setzen.
Generell sollten jegliche Behandlungen nur nach Überschreitung von Bekämpfungsschwellen erfolgen. Die Resistenzsituation gegen Pyrethroide ist inzwischen bei einigen Rapsschädlingen massiv angespannt. Hier gilt es, im System zu denken. Zum Beispiel trifft ein eigentlich unnötiger Pyrethroid-Einsatz gegen den Rapsglanzkäfer eventuell nicht bekämpfungswürdige Kohltriebrüssler und/oder zusätzlich frühe Kohlschotenrüssler. Auch die Auswirkungen auf die ganzjährig in den Beständen vorhandenen Rapserdflöhe sind inzwischen sehr deutlich spürbar. Diese Tiere sind immer als Nebeneffekt auch von den Frühjahrsmaßnahmen betroffen, sodass sich der Selektionsdruck über die Jahre massiv erhöht hat.
Lahmheiten, Euterentzündungen, Stoffwechselstörungen oder Kälberdurchfall: Produktionskrankheiten sind in vielen Rinderbetrieben Alltag – und sie kosten Geld, Zeit und Nerven. Gleichzeitig rücken Tierwohl und Eigenkontrolle durch Gesetzgebung und Marktanforderungen stärker in den Fokus. Der neue Ratgeber „Tierwohlplanung“ des Thünen-Instituts bündelt wissenschaftliche Empfehlungen und Praxiserfahrungen und zeigt, wie Betriebe mit einem klaren, wiederholbaren Vorgehen Tierwohlprobleme frühzeitig erkennen und gezielt reduzieren können.
Tierwohl ist mehr als Gesundheit. Tierwohl beschreibt, wie es den Tieren geht und ob ihre Bedürfnisse erfüllt sind. Im Ratgeber wird Tierwohl als mehrdimensionales Konzept dargestellt, das die drei Aspekte Gesundheit, Verhalten und Emotionen umfasst. Eine gute Tierwohlsituation liegt vor, wenn Tiere gesund sind, sie von Schmerzen, Angst und Stress möglichst frei bleiben, tiergerecht gehalten und bedarfsgerecht gefüttert werden und ihre arteigenen Verhaltensweisen ausleben können.
Warum sich Tierwohlplanung lohnt
Mehr Tierwohl bringt gleich mehrere Vorteile: weniger Gesundheitsstörungen, geringeren Arzneimitteleinsatz, weniger Leistungseinbußen und damit oft auch geringere Kosten. Der Ratgeber nennt beispielhafte Kosten je Erkrankungsfall: Euterentzündungen schlagen mit rund 220 € zu Buche, Klauen- und Gliedmaßenerkrankungen mit etwa 100 bis 150 €. Für einen Betrieb mit 100 Kühen kann sich – je nach Lahmheitsniveau – ein Schaden im fünfstelligen Bereich pro Jahr ergeben. Proaktives Management zahlt sich also aus – und steigert nebenbei auch die Arbeitszufriedenheit, weil der Umgang mit gesunden Tieren schlicht mehr Freude macht.
Das Konzept: Sehen – Verstehen – Verbessern
Herzstück der Tierwohlplanung ist ein kontinuierlicher Kreislauf aus drei Schritten, der regelmäßig wiederholt wird:
1. Sehen: Tierwohl messen und Ergebnisse einordnen. Dafür werden geeignete Indikatoren regelmäßig erhoben – möglichst direkt am Tier (zum Beispiel Lahmheit, Körperkondition, Verschmutzung). Auch Herdendaten aus HIT oder Q-Check können genutzt werden. Wichtig ist, die Erhebung immer nach derselben Methode durchzuführen und Ergebnisse auf Herdenebene auszuwerten.
2. Verstehen: Ursachen und Risikofaktoren analysieren. Welche Schwachstellen gibt es im Betrieb? Hier hilft ein objektiver Blick – oft gemeinsam mit Tierarzt und Beratung. Je gründlicher die Analyse, desto klarer werden die Stellschrauben für wirksame Maßnahmen.
3. Verbessern: Managementanpassungen planen und umsetzen. Betriebe setzen konkrete, überprüfbare Ziele und wählen praktikable Maßnahmen aus. Verantwortlichkeiten, Termine und Erfolgskontrollen werden festgelegt. Nach einer gewissen Zeit werden die Indikatoren erneut erhoben – und der Kreislauf beginnt von vorn.
So gelingt der Einstieg
Im Team arbeiten: Herdenmanager plus zwei bis drei Mitarbeitende – Tierarzt und Beratung einbinden. Zeitfenster planen: Indikatoren mindestens jährlich erheben, besser im Sommer- und Winterhalbjahr; Auswertung und Teamtermin fest einplanen.
• SMARTe Ziele setzen: spezifisch, messbar, attraktiv, realistisch und terminiert – lieber schrittweise verbessern als im Hauruckverfahren
• Monitoring praktikabel halten: nur Daten erheben, die auch für Entscheidungen genutzt werden (Nicht genutzte Daten sind überflüssig.)
• Biosicherheit mitdenken: Hygiene- und Sicherheitspläne helfen, Übertragungs- und Einschleppungsrisiken zu senken.
• Zwischendurch-Checks einbauen: Läuft die Dokumentation zuverlässig? Werden Auffälligkeiten rechtzeitig erkannt?
Tierwohlplanung ist ein praxisnahes Werkzeug für proaktives Herdenmanagement. Wer systematisch misst, Ursachen versteht und Maßnahmen konsequent umsetzt, kann Tierwohlprobleme reduzieren – und damit Kosten, Arbeitsaufwand und Frust. Der Ratgeber, der kostenlos bestellt oder als PDF heruntergeladen werden kann, bietet neben dem Konzept auch praktische Tipps und verweist auf kostenlose Tools unter www.tierwohlplanung.de
* Dieser Beitrag wurde mit Unterstützung von KI erstellt.
Etwas außerhalb von Bad Oldesloe, Kreis Stormarn, liegt die Reitanlage Seefeld mit dem Gestüt Camelot Arabians. Dort züchtet Corinna Knaack-Lindemann mit ihrer Tochter Isa Lindemann-Treptau Trakehner und arabische Pferde. Gemeinsam betreiben die beiden die Anlage und eine Reitschule.
„Ich komme nicht aus einem Pferdehaushalt, wusste aber schon mit vier Jahren, dass ich reiten wollte“, erzählt Corinna Knaack-Lindemann. Sie nutzte jede Gelegenheit, sich auf ein Pferd zu setzen, und betrieb dabei Learning by Doing. „Mir hat keiner Reitstunden bezahlt. Zu Hause dachten alle, ich sei verrückt geworden.“
Erst mit 20 Jahren erfüllte sie sich selbst ihren größten Wunsch: ein eigenes Pferd. Zu dem Zeitpunkt hätte sie fast alles gekauft, doch eine Freundin nahm sie mit auf ein Arabergestüt. Dort verliebte sie sich in eine strubbelige, zweieinhalbjährige arabische Halbblutstute, die sehr günstig zu verkaufen war. „Ich hatte damals selbst sehr große Vorurteile gegen Araber“, gibt sie heute zu, doch die Stute ließ sie umdenken.
Ohne große Ahnung ritt sie das Pferd im Gelände ein. Ohne Kappe, ohne Weste und immer allein – heute undenkbar. „Das war damals so“, gesteht sie. Corinna Knaack-Lindemann hatte wenig Geld. Die Stute stand in einem Offenstall und musste komplett selbst versorgt werden. Zubehör war teuer, einen Reitplatz gab es nicht, und trotzdem bildete sie die Stute und sich selbst bis zur Klasse L fort.
Nach dem Schulabschluss überlegte Knaack-Lindemann kurz, eine Ausbildung zur Bereiterin zu machen. Doch ihr wurde vermittelt, dass man es als Frau ohne Rückendeckung von zu Hause schwer habe im Pferdesport, und so entschied sie sich dagegen. „Mein Vater hatte eine Immobilienfirma, und ich hatte gesehen, dass sich damit gut Geld verdienen lässt“, erzählt sie. Also wurde sie Immobilienkauffrau, stieg bei ihrem Vater ein und kaufte ihm später die Firma ab. Geliebt hat sie den Job nie, aber sie war fleißig und arbeitete hart.
Immer ehrlich
Die Pferdeleidenschaft blieb. Zuerst pachtete sie eine Anlage in Norderstedt, dann konnte sie sich 1995 den ersten Hof in Quickborn kaufen. Er war aus dem Jahr 1895 und fast im Urzustand. Mit ihrem damaligen Ehemann werkelte sie insgesamt 18 Jahre lang an der Anlage herum. Ein Jahr nach dem Umzug kam Tochter Isa zur Welt, und Knaack-Lindemann holte sich das Büro ins Haus. „Anders war das nicht zu bewerkstelligen, mit Kind, 30 Pferden und dem Job“, erklärt sie. Die Phase sei manchmal stressig, aber auch sehr schön gewesen.
Tochter Isa hatte mit fünf Jahren ihr erstes eigenes Pony. Begleitet von ihrer Mutter Corinna Knaack-Lindemann, hier mit der Elitestute Galina ox, Mutter von Gabun, wurde sie zu einer begeisterten Reiterin. Foto: privat
Zu diesem Zeitpunkt hatte Knaack-Lindemann auch schon ihren ersten Deckhengst. Ihn hatte sie 1990 als Eineinhalbjährigen gekauft, eigentlich zum Distanzreiten. Aber die Abstammung war sehr gut, und auf Ausstellungen kam er so gut an, dass er Hengst bleiben durfte.
Damals war ihre Liebe zu arabischen Pferden schon voll entbrannt, dennoch wollte sich Knaack-Lindemann nicht auf eine Rasse festlegen. „Ich bin sehr groß“, begründet sie, warum immer Halbblutaraber oder Englische Vollblüter bei ihr zu Hause waren. Doch wenn sie über arabische Pferde spricht, gerät sie ins Schwärmen. „Sie bringen so viel Positives mit. Sie sind ehrlich, achtsam und menschenbezogen. Mit ihnen komme ich nie in Schwierigkeiten“, erklärt Knaack-Lindemann. Sie weiß, wovon sie spricht, denn sie hatte immer auch Warmblutpferde im Stall. Natürlich seien Araber leicht erregbar, dabei aber leicht zu halten. Sie habe noch nie Probleme mit ihren „Blütern“ gehabt.
Deshalb konnte die Pferdefrau auch nie verstehen, warum die Warmblutzüchter ihre Hengste nicht für die Veredlung einsetzten. Dabei hatten sogar alle eine Hengstleistungsprüfung abgelegt. Irgendwann belegte sie zwei ihrer eigenen Araberstuten mit Trakehner Hengsten. Für die eine wählte sie den sehr hübschen und überaus erfolgreichen Hibiskus als Vater, für die andere den Scheckhengst Camaro. „Ich schwärme schon immer für bunte Pferde“, erklärt sie.
Erfolgreiche Trakehner
Mit dem Trakehner Hengst Gabun ist Isa Lindemann-Treptau mehrfach S-platziert. Fotos: privat
Doch der Hengst war nicht nur für seine Farbe bekannt, sondern auch für sein freundliches Wesen und seine Rittigkeit. Diese Anpaarung gefiel ihr so gut, dass sie sie ein Jahr später wiederholte. Daraus ging der Scheckhengst Camar Gabun hervor, den sie auch zur Körung vorstellte. „Ich war schon so stolz, dass er in Neumünster laufen durfte. Nie hätte ich gedacht, dass er auch gekört wird“, erinnert sie sich an den Moment, als Gabun der erste gekörte arabische Halbblüter wurde.
Mit diesem Pferd ist Knaack-Lindemanns Tochter Isa mehrfach S-platziert, was dem Hengst eine Eintragung ins Hengstbuch I sicherte. „Bis zur Klasse M waren wir mit ihm auf Turnieren immer gern gesehen. Leider war die Scheckenliebe dann zu Ende. Meiner Tochter wurde sogar irgendwann empfohlen, doch lieber einen Braunen zu reiten“, berichtet Knaack-Lindemann von den noch immer bestehenden Vorurteilen gegenüber Schecken.
Ihre eigene Nachzucht überzeugte sie auch von den Trakehnern. So sind Mutter und Tochter inzwischen erfolgreiche Trakehner-Züchter. Auf Gabun folgte Camar Bahrain, ein zweiter gekörter Hengst aus eigener Zucht. Er ist ein Sohn des Arian Shah aus der Barani von Connery und bekam 2023 in Neumünster einen positiven Körentscheid. Er steht momentan auf der Hengststation Maas J. Hell in Klein Offenseth, Kreis Pinneberg, und ist mit Frischsamen verfügbar. „Anders wäre er schwer zu vermarkten gewesen“, erklärt Knaack-Lindemann. Dass die Stationschefin Jasmin Ulonska Bahrain selbst reitet und regelmäßig ins Schwärmen gerät, gibt ihr ein gutes Gefühl.
Der Hengst soll langsam weiterausgebildet werden. Von Turnieren für Drei- bis Fünfjährige halten die Damen vom Gestüt Camelot Arabians nicht viel. „Bei uns muss keiner siebenjährig Klasse M und achtjährig Klasse S laufen“, so Knaack-Lindemann. Der Fuchshengst hat also noch Zeit. Später soll Isa Knaack-Treptau ihn reiten. Sie ist inzwischen bis S*** erfolgreich und auch der Grund dafür, warum die Familie nicht mehr in Quickborn wohnt.
Die Mischung macht es: Prämienstute Camar Qinea ox von Arian Shah brachte ein prämiertes Trakehner Fohlen von Kaiser Wilhelm. Foto: privat
Erneuter Umzug
Denn als klar wurde, dass Isa beruflich mit Pferden arbeiten wollte, machte sich Knaack-Lindemann auf die Suche nach einer neuen Anlage. Die alte war schlicht zu klein. Nach zweijähriger Suche fand sie die Anlage in Seefeld, in einer Zwangsversteigerung und in einem schlimmen Zustand, aber mit allem, was sie wollten: genug Land, zwei Hallen und ein Wohnhaus. „Isa war damals 16 Jahre alt, machte noch die Schule fertig, und ich beaufsichtigte in der Zeit den Umbau“, erinnert sich Knaack-Lindemann an das Jahr 2012.
Wie ihre Mutter machte Isa nach mehreren Jahren Berufserfahrung direkt den Meister. Inzwischen sind sie auch beide von der Deutschen Reiterlichen Vereinigung (FN) zertifizierte Zuchtrichterinnen. Corinna Knaack-Lindemann ist außerdem seit vielen Jahren im Vorstand des Verbandes der Züchter und Freunde des Arabischen Pferdes (VZAP) aktiv, ist seit mehr als 29 Jahren Musterungsbeauftragte und hat diverse Veranstaltungen ausgerichtet.
Gemeinsam haben Mutter und Tochter auch eine gut laufende Reitschule aufgebaut. Angefangen mit ein paar Shettys haben sie heute zwölf Ponys in allen Größen. Aus der Reitschule hat sich Knaack-Lindemann inzwischen zurückgezogen. „Anfangs habe ich noch Erwachsene unterrichtet, aber es wurde zu viel mit der Anlage, dem Job und der Zucht“, erzählt sie.
Den Handel mit Immobilien hat die tatkräftige Pferdeliebhaberin inzwischen ebenfalls reduziert. Es wurde einfach immer mühsamer. Eine Erkrankung hat dazu geführt, dass sie auch die Zucht reduziert und den Einstellern gekündigt hat. Ein ganzer Stalltrakt ist inzwischen verpachtet, und Mutter und Tochter müssen dort weder misten noch die Pferde hinausbringen. Mit ihren Zuchtstuten, Hengsten, Fohlen und Jungpferden haben sie noch immer um die 17 Tiere. Früher waren es doppelt so viele.
In diesem Jahr erwarten sie wieder fünf Fohlen, davon vier Trakehner und ein Angloaraber. Die reine Araberzucht hat Knaack-Lindemann im vergangenen Jahr schweren Herzens eingestellt. „Egal, wie gut sie sind, sie lassen sich gar nicht mehr vermarkten. Wenn man für ein Hengstfohlen 2.000 Euro bekommt, kann man sich freuen“, erklärt sie frustriert.
Herzenspferd bleibt
Einer wird trotzdem immer bleiben: der Schimmelhengst Arian Shah. „Er ist mein Herzenspferd“, sagt die Züchterin. Ihn hat sie knapp zweijährig entdeckt und ungesehen gekauft. Der Siegerhengst beim VZAP bezaubere mit seinem Charme und dem enormen Gangwerk sowie mit seiner majestätischen Schönheit. Er lieferte diverse Siegerfohlen, Prämienstuten und neben Bahrain auch den gekörten Camar Qbinec. Inzwischen hat Arian Shah beim VZAP den Elitetitel und ist bei den Trakehnern gekört. „Für mich ist er der schönste und eindrucksvollste Araber“, schwärmt seine Besitzerin. Er deckt im Natursprung, und sie setzt ihn gern für Warmblutstuten ein. Mit Erfolg, wie Bahrain beweist.
Ihre Fohlen präsentieren Mutter und Tochter vorzugsweise auf der eigenen Anlage. Seit dem vergangenen Jahr veranstalten sie einen Tag für Trakehner und arabische Pferde. Zu dem Hoftermin reisten auch einige Züchter an. Acht Trakehner und drei Araber wurden 2025 eingetragen. Das soll im Juli wiederholt werden.
Die Zukunft des Hofes liegt in den Händen von Isa Lindemann-Treptau. Sie ist inzwischen verheiratet, und auch ihr Mann Matthis Treptau zieht mit und hilft immer, wenn Not am Mann ist. Isa hat noch neue Ideen. Zum Beispiel soll Yoga für Reiter das Angebot erweitern. Gerade macht sie eine Ausbildung zur Yogalehrerin und richtet sich dafür einen Raum auf dem Hof ein. Auch wenn Isa „sicherlich nicht in dem Rahmen weiterzüchten wird, denn sie ist nicht so verrückt wie ihre Mutter“, ist es für Knaack-Lindemann schön zu sehen, mit wie viel Herzblut ihre Tochter derselben Leidenschaft nachgeht und wie sie selbst die blütigen Pferde liebt.
Der gekörte Hengst Camar Varys AA war Sieger seiner Hengstleistungsprüfung. Florian Grabner (li.) hatte ihn vorbereitet. Foto: privat
Gebannt starrt eine Gruppe Schüler auf eine helle Unterlage mit schwarzen Linien. Darauf ein kleiner Fahrroboter, der sich bunt blinkend in Bewegung setzt und den Linien folgen soll, möglichst ruhig und ohne abzuweichen. Jetzt zeigt sich, wie gut die Programmierkünste der Schüler waren. Mit viel Enthusiasmus und Eifer traten 53 Schülerinnen und Schüler von sieben Schulen aus Kiel und Lübeck beim großen Robotik-Finale des Wettbewerbs Robo Maze Rescue Clash des JuniorCampus der Technischen Hochschule (TH) Lübeck und des JugendCampus der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel in Lübeck gegeneinander an. Ziel war es, in vier Aufgaben die meisten Punkte zu sammeln.
Seit Oktober 2025 waren die Schülerinnen und Schüler der jeweiligen Schulen entweder im Schulunterricht, im Wahlpflichtunterricht oder in AG damit beschäftigt, sich und ihre Roboter auf diesen Wettstreit vorzubereiten. Die nur handtellergroßen Roboter bestanden aus einem Calliope-mini-Einplatinencomputer, ergänzt um ein Calli:bot-Fahrgestell, die laut Wettkampfregeln mit einer beliebigen Umgebung/Sprache programmiert werden durften.
Die kleinen Fahrroboter sind ideal, um das Programmieren und Konstruieren zu üben. Foto: Iris Jaeger
Darüber hinaus wurde empfohlen, für zwei der Aufgaben einen Schieber zu konstruieren. „Dazu haben wir einen 3D-Drucker genutzt. Es ist genau diese Mischung aus Konstruieren, Programmieren und Ausprobieren, die den Schülern total Spaß macht. Dadurch, dass sie sofort nach jedem Programmieren oder Umbauen ein Ergebnis sehen, motiviert es sie weiterzutüfteln“, sagte Johannes Wenzel, einer der betreuenden Lehrer. Jede Einstellung am Computer habe einen sofortigen Effekt.
Am Wettbewerbstag selbst bekamen die teilnehmenden Teams leicht abgewandelte Aufträge, auf die sie reagieren mussten. In Aufgabe 1 mussten die Roboter möglichst schnell aus einem Labyrinth herauskommen. Es galt also, die Lichtsensoren so auf hell-dunkel zu programmieren, dass das Abfahren der Linien ohne viel Hin- und Herruckeln erfolgte. Das vorgegebene Zeitlimit betrug 3 min, wurde aber nie überschritten. Es sei denn, der Roboter zeigte sich völlig orientierungslos, dann wurde abgebrochen. Jedes Team hatte drei Versuche und durfte nach jedem Versuch seinen Roboter nachjustieren, was in einem der Unterrichtsräume über der Aula erfolgte. Entsprechend viel wurde gerannt, somit hatten die Schüler auch gleich noch Bewegung mit dabei. Ziel der zweiten Aufgabe „Einparken“ war es, eine Wand (hier ein 1-l-TetraPak) zu erreichen und in weniger als 5 cm Entfernung davor anzuhalten. Auch hier war die Zeit das ausschlaggebende Gewinnkriterium, je schneller die Aufgabe bewältigt wurde, desto mehr Punkte gab es für das jeweilige Team.
Ausgerüstet mit einem selbst gebauten Schieber „rettet“ der Roboter das Objekt und schiebt es aus dem Labyrinth heraus. Foto: Iris Jaeger
In Aufgabe 3 „Rescue“ galt es, ein Objekt zu „retten“ und aus dem Spielfeld herauszuschieben. Auch hier kam wieder ein TetraPak als Objekt zum Einsatz. Die Roboter durften mit einem selbst gebauten Schieber ausgerüstet werden. Bei einigen funktionierte im ersten Versuch das genaue Anfahren des Objekts nicht, sodass es nicht „gerettet“, sondern nur beiseitegeschoben oder ganz umfahren wurde. Für die weiteren Versuche musste der Roboter also nachprogrammiert werden, allmählich wurde dann auch die Zeit knapp. Die Spannung stieg und die Nervosität in den Teams auch.
Richtig spannend und laut wurde es dann in der letzten Aufgabe „Sumobot“. Je zwei Roboter traten in einer kreisförmigen Arena gegeneinander an. Hier war es das Ziel, den Gegner-Roboter aus der Arena zu schieben. Entsprechend feuerten die jeweiligen Teams ihre kleinen Roboter an, die sich aber mitunter auch einfach nur im Kreis drehten, was eher wie ein Tanz anmutete und weniger wie ein Sumoringen.
Das Robo Lillie Team 2 versucht sich an der Rettungs-Aufgabe Foto: Iris Jaeger
Für alle Beteiligten war es ein spannender Vormittag und ein tolles Projekt, bei dem die Schülerinnen und Schüler knifflige Aufgaben selbst lösen mussten. Neben den technischen Fertigkeiten waren somit auch Kommunikation, Ausdauer und Einfallsreichtum der Teilnehmenden gefragt – Programmieren und Problemlösen wurden ebenso trainiert wie die Zusammenarbeit und die Verantwortung. Der Wettbewerb steht somit beispielhaft für moderne Bildung: MINT-Förderung trifft Sozialkompetenz. Teamgeist, Kreativität und kritisches Denken seien nur einige wichtige Kompetenzen, die für die Schülerinnen und Schüler in ihrem späteren Berufsleben wichtig würden, so die Veranstalter.
Aus Lübeck traten Teams der Albert-Schweitzer-Schule, der Baltic-Schule Lübeck, der Heinrich-Mann-Schule und der Willy-Brandt-Schule an. Aus Kiel und der Region beteiligten sich die Lilli-Martius-Schule, die Theodor-Storm-Schule und die Albert-Schweitzer-Schule Schwentinental.
Am Laptop wird der kleine Fahrroboter in einzelnen Funktionen nachjustiert, damit er beim nächsten Versuch schneller ans Ziel kommt. Foto: Iris Jaeger
Gewonnen hat das Team BotGPT von der Heinrich-Mann-Schule, Platz zwei belegte Team Calavera, ebenfalls von der Heinrich-Mann-Schule, und Platz drei ging an das Robo Lillie Team 2 von der Lilli-Martius-Schule Kiel. Alle drei Sieger konnten sich über Calliope-Gutscheine freuen. Der Wettbewerb ist ein Kooperationsformat, das Bildung, Stiftungen und Wirtschaft verbindet: Mit dabei sind die MINT Stiftung Lübeck, das Technikzentrum Lübeck, das FabLab Lübeck, die Stadtwerke Lübeck, die TH Lübeck, die HAW Kiel, die Stadt Kiel, die Stadtwerke Kiel und der TÜV Nord.
Bei Wühlschäden von Schwarzwild auf Grünland sind außer dem Ertragsverlust vor allem die Diskussionen über die Wiederherstellungskosten eine „Never Ending Story“. Und je kleiner die Schadenfläche, desto hitziger wird argumentiert, weil dann die relativen Beträge (€/m2) sehr hoch erscheinen.
Es ist fast wie eine Episode aus „Und ewig grüßt das Murmeltier“: Entweder kommt ein Anruf oder eine kurze Textnachricht inklusive Foto mit Inhalten wie „Hast du es schon gesehen? Auf der Fläche xxx war Schwarzwild (mal wieder) aktiv“, oder man entdeckt es zufällig selbst. Dann stehen oft angeregte Diskussionen mit den Jagdpächtern bevor. Und an dieser Stelle beginnt bereits die Kostenrechnung für den Schaden. Der reine Ertragsschaden ist dank der einschlägigen Tabellenwerte der Agrarverwaltungen meist schnell und einvernehmlich ermittelt, aber oft geht der Schaden weit darüber hinaus, denn die Rechnung muss eigentlich mit den Kosten für eventuelles Extrahinfahren beginnen, gefolgt vom administrativen Regulierungsaufwand (meist mehrere Telefonate oder Textnachrichten). Das kann man gratis machen oder mittels einer Pauschale ausgleichen (siehe Tabelle 2). Aufwendig wird es, wenn dann eine mechanische Wiederherstellung der Grasnarbe erforderlich wird. Damit ist man beim Thema „Technikkosten“.
Beschreibung der Mechanisierungen
Reicht „Victoria“-Technik zur Schadensbehebung aus, und kann alles im Vorbeifahren erledigt werden, ist nur der Zeitbedarf zu schätzen oder zu messen und mit dem Vorschlagswert von aktuell vielleicht 18 €/h (Azubis, Praktikanten oder Mitarbeitende während arbeitsarmer Zeiten) bis 25 €/h (Mitarbeitende in anderen Zeiten oder der Chef selbst) auszugleichen. Der Vergütungswunsch „Ich als Chef muss für mich aber 40 Euro die Stunde ansetzen“ ist verständlich, die 40 €/h gibt es aber nur am Schreibtisch (also für administrative Tätigkeiten) und nicht für operative Arbeit, schon gar nicht für die am Spaten oder der Grabegabel.
Tabelle 1 zeigt die umfangreicheren Grunddaten einer anderen möglichen Mechanisierungsvariante, in der neben einem Planiergerät (Name und Hersteller bleiben anonym) auch der für den Antrieb erforderliche Schlepper mit 102 kW gelistet ist. Für beides zusammen wurden im Beispiel kürzlich zirka 135.000 € (netto) investiert. Der Schlepper soll 15 Jahre bleiben und in der Zeit 12.000 Schlepperstunden (Sh) laufen, das Planiergerät wird über 20 Jahre mit einer Betriebserwartung von insgesamt 2.000 Stunden eingesetzt, was aus der Flächenleistung von etwa 1.800 ha mittels einer durchschnittlichen Flächenleistung von 0,9 ha pro Stunde errechnet wurde. Dies ist sinnvoll, um im Ergebnis nachher die gleiche Einheit (€ pro Stunde) zu haben.
Wer jetzt die jährliche Einsatzfläche an der Abschreibungsschwelle mit 90 ha im Jahr errechnet hat, liegt richtig und weiß auch, dass das Gerät auch zur generellen Wiederherstellung von Grünland (gegebenenfalls auch überbetrieblich) genutzt werden soll. Dafür ist die Ermittlung eines kostendeckenden Verrechnungssatzes ebenfalls nützlich. Auf der Basis eines Dieselpreises von netto 1,30 €/l, eines AdBlue-Preises von 0,92 €/l und Motorölkosten von 3,20 €/l ergeben sich inklusive der Reparaturkosten 27,29 € pro Stunde an variablen Kosten. Zusammen mit der Abschreibung, den Zinsen und den sonstigen Festkosten (Unterbringung, Versicherung, Kontrollgebühren et cetera) ergeben sich bei Auslastung an der Abschreibungsschwelle (800 Sh pro Jahr) Gesamtkosten von 39,33 €/Sh (oder 0,39 €/ kWh). Das Planiergerät kostet zwar „nur“ zirka 30.000 €, hält aber nicht so lange wie der Schlepper und ist aufgrund der rotierenden Bodenbearbeitungstechnik stark verschleißend, sodass es mit 31,87 € pro Stunde fast das Gleiche kostet wie der Schlepper.
Wird die Technik geringer genutzt und nur zu 70 % ausgelastet, ist der Schlepper mit 42,61 €/h nur 8,3 % teurer, während sich die Kosten des Gerätes um 26,4 % auf 40,29 €/h erhöhen. Liegt die Auslastung 20 % über der Abschreibungsschwelle, so lassen sich die Schlepperkosten nur um 2,1 % auf 38,53 €/Sh senken, und die Kosten des Gerätes würden um 5 % auf 30,29 € pro Stunde zurückgehen.
Die Unterschiede im Kostensenkungspotenzial sind auf den kostenstabilisierenden Effekt der Betriebsstoffe zurückzuführen. Apropos Betriebsstoffe: Für die schwerere Arbeit mit dem Gerät wird ein Dieselverbrauch von 13,9 l pro Stunde angenommen, für das weniger anstrengende Fahren zum Einsatzort wird der Dieselbedarf mit 10,3 l pro Stunde kalkuliert (siehe Tabelle 2).
Auslastung geht vor Alter
Damit die Kostenkalkulation für die Maßnahme „Grünland nach Schwarzwildschaden einebnen“ möglichst vollständig ist, beginnt die Kostenzusammenstellung in der Tabelle 2 mit den vorbereitenden Maßnahmen, wobei auf eine Extrafahrt zur geschädigten Fläche verzichtet wird. Analog zum Verfahren von Versicherungen, für die entstehenden Unannehmlichkeiten eine Pauschale zu zahlen, werden hier eine Vorbereitungszeit von 15 min à 25 € pro Stunde und eine Pauschale von 5 € angesetzt. Das sind die ersten 11 € der Kosten.
Da der Schlepper auch andere Arbeiten erledigt und der Schaden meistens spontan kommt und zeitnah behoben werden soll, wird der Extra-An-und-Abbau des Gerätes mit je 10 min kalkuliert, wobei der Schlepper dabei im Leerlauf läuft, was mit 40 % der normalen Einsatzkosten (34,44 € pro Stunde, da weniger Diesel und kaum Verschleiß) bewertet wird. So kommen noch einmal 13 € dazu, und es ist immer noch nichts passiert.
Mit zunehmender Größe der Fläche steigen die Kosten zwar an, aber nur stark unterproportional. Auf kleineren Schadflächen liegen die Kosten für einfache Wiederherstellung schnell oberhalb von 30 ct/m2, während großflächige Schäden bei einfachen Maßnahmen bereits für etwas mehr als 4 ct/m2 beseitigt werden können.
Jetzt müssen die Kosten für An- und Abfahrt kalkuliert werden. Der Zeitbedarf soll hier mit je 12 min zu Buche schlagen, was weitere knapp 24 € hinzufügt, sodass die Euro-Uhr nun schon bei knapp 48 € steht, bevor es richtig losgeht. An dieser Stelle drängt sich förmlich der Vergleich mit der Anfahrtpauschale von Handwerkern beziehungsweise Kundendienstmitarbeitenden auf.
Nun kommt der schwierigste Teil der Kalkulation, nämlich die Berechnung der Kosten für die eigentliche Arbeit. Im Beispiel sei es erforderlich, für eine ausreichende Einebnung die entsprechenden Stellen zweimal zu bearbeiten.
In Tabelle 2 wird zunächst dargestellt, was bei Bearbeitung einer Gesamtfläche von 1 ha passiert. Wird diese zweimal überfahren, dauert das 133 min und ergibt 213,08 € an Kosten (55,38 plus 87,11 plus 70,59 €). Das Saatgut kostet ebenfalls, also kommen dafür noch einmal 140 € (40 kg à 3,50 €/kg) hinzu. Wenn dies eine Einzelaktion war und der nächste Nutzer sich nicht über den Zustand ärgern soll, heißt es jetzt: Bitte vor dem Wegstellen erst noch reinigen. Werden dafür 30 min und 10 € pro Stunde für den Hochdruckreiniger inklusive Strom, Wasser und Reinigungsmittel angenommen, wird das noch einmal um 17,50 € teurer.
Wird dann alles summiert (hier ohne Reinigungskosten), erfordert die Wiederherstellung einer 1 ha großen Fläche einen Zeitaufwand von drei Stunden und 12 min und kostet 401,03 €, was aufgerundet einen Betrag von 4,1 ct/m2 ergibt (vergleiche Tabelle 3, rechte Spalte). Die Vor- und Nacharbeiten haben hier einen Anteil von 18 % an den Gesamtkosten. (Dies wird später noch anders.)
Wird das Saatgut dabei ebenso wie die Lohnkosten untergeordneter Rechnungsbestandteil, sind darauf noch 19 % Umsatzsteuer zu berechnen. Bei getrennter Abrechnung könnte es etwas günstiger werden, weil dann das Saatgut nur mit 7 % Umsatzsteuer belegt wird, aber wie das geht und wie der Pauschalierer zu seinen Netto-Kosten kommt und die Umsatzsteuer berechnet, erklärt besser jemand aus dem Steuerbüro des Vertrauens.
Die Größe macht den Unterschied
In Tabelle 3 sind die Ergebnisse für die Wiederherstellung kleinerer Flächeneinheiten ausgewiesen. Für die Arbeit auf der Fläche gilt, dass die Wendevorgänge und -zeiten deutlich zunehmen, während die Durchschnittsgeschwindigkeit stark zurückgeht, sodass Arbeitszeit und Kosten nur deutlich unterproportional sinken, während die Kosten pro Quadratmeter deutlich und progressiv zur abnehmenden Flächengröße steigen.
0,5 ha zu erneuern, dauert zwei Stunden und 19 min und kostet 259,68 €, an denen die Vorbereitungskosten einen Anteil von 27 % haben. Beträgt die geschädigte Fläche 1.500 m2, so dauert deren Aufbereitung 89 min und verursacht 127,55 € an Gesamtkosten, von denen jetzt schon die Hälfte aus den Nebenarbeiten resultiert. Bei 500 m2 haben die Nebenkosten einen Anteil von 69 % an den 83,37 € Gesamtkosten, und wenn es nur um 200 m2 geht, deren Wiederherstellung eine Stunde und 6 min dauert, machen die eigentlich unproduktiven Kosten bereits 82 % der Gesamtkosten von 65,78 € aus, und wir sind da vermutlich im Grenzbereich zu der anfangs zitierten körperlich deutlich anstrengenderen Variante.
Werden die Schadenbeseitigungskosten auf die Schadenfläche bezogen, können sich auf kleineren Flächen hier mit 33 ct/m2 durchaus acht- bis zehnfache Beträge ergeben gegenüber 4,1 ct/m2 bei sehr großen Schadensbereichen.
Ob die motorlose Mechanisierung günstiger ist, lässt sich schwer schätzen. Manche haben zu körperlicher Arbeit keine Affinität, andere sind schnell erschöpft, Mitarbeitende könnten sich auf den Arbeitsvertrag berufen. Wird der Geschädigte nach der Option manueller Einebnung gefragt, kann er dem Schadensverantwortlichen als Unterstützung zur Selbstabhilfe die Geodaten der Gerätschaften übermitteln, denn auch die Schadenminderungspflicht kennt die Zumutbarkeitsgrenze – schlecht gefahren ist meist besser als gut gelaufen.
Fazit
Bei der Beseitigung eines Wühlschadens fängt die Kostenrechnung bereits mit dem Aufwand für die Schadenfeststellung an. Bevor es dann zur eigentlichen Wiederherstellung kommt, sind noch die Rüst- und Anfahrtkosten zu ermitteln. Nach der eigentlichen Arbeit ist der Aufwand noch nicht komplett erfasst. Neben Rückfahrt und Abbau ist manchmal noch eine Gerätereinigung erforderlich, insbesondere bei überbetrieblichem Einsatz. Nicht, weil das anhaftende Material mir gehört, sondern um Schaderreger nicht weiterzugeben. Manchmal ist dies sogar beim Umsetzen auf eigenen Flächen sinnvoll, wenn bestimmte Parzellen unter besonders hohem Schaderregerdruck stehen. Mit zunehmender Größe der geschädigten Fläche steigen die Kosten zwar an, aber nur stark unterproportional. Auf kleineren Schadflächen liegen die Kosten für einfache Wiederherstellung schnell oberhalb von 30 ct/m2, während großflächige Schäden bei einfachen Maßnahmen bereits für etwas mehr als 4 ct/m2 beseitigt werden können. Dabei kann bei kleinen Schäden der Nebenzeiten-Aufwand durchaus mehr als 80 % der Kosten ausmachen. Auch in Relation zum Ertragsschaden (Werte dafür sind im Internet abrufbar) kann die Wiederherstellung schnell das Drei- bis Vierfache kosten. Neben der Vielfalt der eventuell nötigen (oder möglichen) Arbeitsschritte zur Wiederherstellung einer Grasnarbe verhindert auch der Einfluss der Schadflächengröße, dass belastbare und plausible Pauschalwerte für deren Wiederherstellung benannt werden können.
PSM-DOK ist eine digitale Lösung zur rechtssicheren Dokumentation von Pflanzenschutzmaßnahmen, die vor dem Hintergrund neuer EU-Vorgaben eingeführt wurde.
Grundlage ist die seit dem 1. Januar gültige Durchführungsverordnung (EU) 2023/564, die festlegt, welche Daten bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln erfasst werden müssen. Wichtig ist zudem, dass die Dokumentation elektronisch und maschinenlesbar erfolgen muss, reine Papieraufzeichnungen reichen ab dem 1. Januar 2027 nicht mehr aus.
PSM-DOK ist eine kostenfreie Plattform zur elektronischen, maschinenlesbaren und rechtssicheren Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen. Sie wurde vom Dienstleistungszentrum ländlicher Raum (DLR) Rheinpfalz entwickelt und bereitgestellt und ist ein Zusatzangebot des Pflanzenschutz-Informationssystems PS Info. Das Angebot richtet sich an alle Personen, die haupt- oder nebenberuflich Pflanzenschutzmaßnahmen durchführen, und ist besonders für Betriebe geeignet, die kein umfangreiches Farm-Managementsystem nutzen möchten.
Es lassen sich alle relevanten Informationen praxisnah erfassen: Angaben zur Anwendung wie Art, Datum, Uhrzeit und Anwender, Informationen zum Einsatzort wie Schlag oder Feld, Einsatzbereich, Flächengröße und GPS-Koordinaten, kulturspezifische Daten inklusive automatisch ergänztem EPPO-Code, Kulturhöhe und BBCH-Stadium sowie produktbezogene Angaben wie Handelsname, Zulassungsnummer, Aufwandmenge, Einheit, Wirkstoffe und Bienengefährdung.
Zu den Vorteilen von PSM-DOK zählen die kostenfreie Verfügbarkeit, die Datenspeicherung ausschließlich im eigenen Betrieb, der Verzicht auf zusätzliche Apps oder Software und die rechtssichere Erfassung aller vorgeschriebenen Daten. Die Sicherung der Daten erfolgt in den Dateiformaten PDF und JSON. Ein barrierefreies Erklärvideo unterstützt bei der Nutzung von PSM-DOK, indem es die Anwendung Schritt für Schritt abbildet.
Weitere Informationen sind online unter www.psmdok.de verfügbar.
Rund 46.000 Besucher erlebten bei der 75. Ausgabe der VR Classics in Neumünster an vier Veranstaltungstagen Spitzensport und Unterhaltung. Bereits zum Auftakt hatte die große Jubiläumsshow am Mittwochabend mehr als 2.000 Gäste in die Holstenhallen gezogen.
„Unglaublich, die Halle war nach jeder Runde am Beben“, schwärmte Romy Rosalie Tietje. Die 20-Jährige aus Osterby, Kreis Rendsburg-Eckernförde, kennt die Holstenhallen, denn unter anderem wurde sie hier vor sechs Jahren Pony-Championesse. Doch in diesem Jahr gab es eine Premiere: Am Sonnabend ritt sie ihr erstes Springen über 1,55 Meter. Mit dem Holsteiner Wallach Cascadino qualifizierte sie sich dabei für den Großen Preis am Sonntag.
„Ich hätte nie gedacht, dass wir in den zweiten Umlauf kommen. Dass es dann gleich zweimal so gut klappt, war wirklich toll“, sagte sie und schwärmte über ihr Pferd: „Der hat noch nie was falsch gemacht, ich kann mich immer zu 110 Prozent auf ihn verlassen. Er ist wahnsinnig vorsichtig und mit viel Mut ausgestattet. Das bringt bei der Höhe richtig Spaß, sodass man auch angreifen kann.“ Mit einem tollen Ritt flogen sie und ihr Cartani-Sohn durch den zweiten Umlauf und holten nicht nur das beste Ergebnis für Schleswig-Holstein (38,01 s), sondern waren auf Platz vier auch die besten Deutschen im Großen Preis. Von den zehn für den zweiten Umlauf qualifizierten Reitern kamen sechs aus Schleswig-Holstein.
Den Sieg holte sich der niederländische Olympiareiter Willem Greve. Die Uhr stoppte bei 34,7 s. Greve galt als bestplatzierter Reiter der Weltrangliste bereits im Vorfeld als Favorit. Für die großen Springen hatte er die Stute Candy Luck Z mitgebracht. Sie gehört der US-Amerikanerin Alessandra Volpi, die zurzeit verletzungsbedingt pausieren muss. Greve hält das hochtalentierte Pferd in dieser Zeit im Sporteinsatz, bevor es in den kommenden Monaten zu seiner Besitzerin zurückkehrt.
Der Niederländer Willem Greve holte mit Candy Luck Z den Sieg im Großen Preis von Neumünster.Foto: Thomas Hellmann
Hektik vor dem Start
Für den Niederländer war es der erste Sieg im Großen Preis, nachdem er zuvor bereits einmal Zweiter gewesen war. „Ich bin hier aber auch schon einmal mit Notruf und Erster Hilfe aus dem Parcours getragen worden. Umso schöner ist es, jetzt hier zu gewinnen”, sagte er. Greves Startposition im zweiten Umlauf sorgte kurz für Hektik: „Ich dachte, wir starten in umgekehrter Reihenfolge zum ersten Umlauf und war ganz entspannt am Schrittreiten. Plötzlich war ich schon als dritter Reiter dran. Da musste ich mich etwas beeilen. Aber ich bin meine Runde wie geplant geritten. Zum Glück hat es gereicht.“
Hinter ihm reihte sich Christoph Könemann ein. Er hatte den Hannoveraner Coredo gesattelt, der seit fünf Jahren bei ihm im Stall ist. Der zweite Platz war der bisher größte Erfolg des Carridam-Nachkommen. „Mein Pferd braucht es, dass das Publikum mitgeht, und das war hier der Fall“, freute sich der Schweizer.
Dritter wurde der Kolumbianer Marco A. Peixoto Ferreira Filho im Sattel von Everest v‘t Hof V Eversem Z. „Ich hatte Angst, dass ich die Nerven verliere“, verriet er. Denn auch er war am Tag zuvor sein erstes Springen über 1,55 m geritten. „Ich bin einfach überglücklich über dieses Ergebnis“, sagte der 23-Jährige, der in den Niederlanden trainiert.
Das Springen, in dem Tietje und Filho ihre Premieren feierten, war das Championat von Neumünster, das als Weltranglistenspringen ausgeschrieben war. Neun Paare hatten sich nach fehlerfreien Umläufen für den zweiten Umlauf qualifiziert. Am Ende setzte sich der belgische Championatsreiter Koen Vereecke durch.
Platz zwei ging an Hannes Ahlmann aus Reher, Kreis Steinburg. Nach zwei Siegen mit den Holsteinerinnen Cimarosa und Tokyo hatte er hier den KWPN-Hengst Madness gesattelt. „Ich bin unheimlich stolz auf mein Pferd. Madness ist erst neun Jahre alt. Ich habe heute einmal versucht, ihn einen Schritt weiterzubringen. Er hat im letzten Jahr einen Megajob gemacht, war Vize bei der Deutschen Meisterschaft der U25-Reiter. Aber das hier in der Halle ist noch einmal eine andere Nummer“, erklärte Ahlmann.
Erfolg für Thiesen
Für eine kleine Sensation sorgte Tomma Thiesen. Mit Django Riff zeigte die Fehmaranerin als erste Starterin im Stechen eine fehlerfreie Runde und setzte mit 35,72 s direkt eine starke Bestmarke. Am Ende wurde es Rang drei. Für die 20-Jährige war das der größte Erfolg ihrer noch jungen Karriere. Entsprechend emotional fiel ihr Fazit aus: „Das war das erste Mal für uns beide, auf diesem Niveau zu reiten. Ich bin einfach nur begeistert, wie Django Riff gesprungen ist und für mich gekämpft hat. Das ist hier mit der Atmosphäre nicht ganz leicht für ihn, aber er ist so toll bei mir geblieben. Es war einfach eine supergleichmäßige, flüssige Runde.“
Schon am Freitag stand das Championat der Pferdestadt Neumünster auf dem Programm. Die nationale Springprüfung der Klasse S* bot ebenso viel Spannung wie ein internationales Springen. Sechs Paare qualifizierten sich für das Stechen über 1,40 m. Am Ende setzte sich der Reiter mit der größten Erfahrung durch: Rolf-Göran Bengtsson, der sein Land bereits bei sechs Olympischen Spielen, vier Weltmeisterschaften und 13 Europameisterschaften vertreten hat, siegte mit Mastermind B in 33,57 s.
Die Elmshornerin Janine Rijkens und Mattie belegten mit 35,40 s Rang zwei vor Paula de Boer-Schwarz und Zandona (36,08 s). Einen Abend zuvor hatte die Hamburgerin das Indoor-Eventing gewonnen – ein emotionaler Moment für das Multitalent. „Damit habe ich überhaupt nicht gerechnet“, sprudelte es aus der überglücklichen Siegerin heraus. „Ich wollte unbedingt mitreiten, weil diese Prüfung so viel Spaß macht und die Stimmung einfach immer großartig ist. Semian war jetzt zum dritten Mal hier am Start und macht das jedes Jahr super. Er hat einen riesigen Galopp, aber dass er hier so schnell sein kann, hätte ich wirklich nicht gedacht.“
Die Indoor-Vielseitigkeit konnte erstmals Paula de Boer-Schwarz mit Semian für sich entscheiden. Foto: Thomas Hellmann
Das Championat der Ponyreiter entschied Emil Krüger von der Reitsportgemeinschaft Groß Buchwald, Kreis Rendsburg-Eckernförde, für sich. In dem A**-Springen zeigte er mit Grisu eine tolle Runde, die mit einer 9,0 bewertet wurde. Neue Championesse der Junioren und Jungen Reiter wurde die Schwedin Minna Sophia Sanny, die für den Reit- und Fahrverein Kropp, Kreis Schleswig-Flensburg, reitet.
Stimmungsvolles Jubiläum
Außer den Springreitern waren auch die Dressurreiter nach Neumünster gekommen. Die Hamburgerin Juliane Brunkhorst und ihr Diamante Negro gewannen den CDN Grand Prix Special am Sonntagmorgen und sicherten sich damit auch die Siegerschärpe im Championat der Pferdestadt Neumünster der Dressurreiter. Am Freitag hatte das Paar schon den Grand Prix für sich entschieden. Platz zwei ging wie in der Qualifikation an Nicole Wego-Engelmeyer und DiCaprio. Die Schweizerin Delia Eggenberger komplettierte mit Santa Maria das Podium.
Juliane Brunkhorst und Diamante Negro bekamen die Siegerschärpe im Championat der Pferdestadt Neumünster der Dressurreiter. Foto: Stefan Lafrentz
Gleich zwei Dressurreiter aus Belgien dominierten am Sonnabendmorgen den FEI Dressage World Cup Grand Prix. Vor ausverkauften Rängen wurde der Weltranglistenerste und amtierende Doppeleuropameister Justin Verboomen eindrucksvoll seiner Favoritenrolle gerecht. Der 38-Jährige sicherte sich im Sattel seines elfjährigen Djembé de Hus mit 76,826 % den klaren Sieg. Platz zwei ging mit 74,196 % an seine EM-Teamkollegin und Landsfrau Larissa Pauluis auf dem 16-jährigen Flambeau. Das Podium komplettierte der deutsche Weltcupführende Raphael Netz mit Great Escape Camelot (73,587 %).
Belgien behielt auch in der Kür die Führung in der Weltcupqualifikation, allerdings mit vertauschten Rollen gegenüber dem Grand Prix. Hier siegte Larissa Pauluis mit Flambeau vor ihrem Teamkollegen Justin Verboomen auf Djembé de Hus. Rang drei ging an den Portugiesen João Pedro Moreira mit Drosa Fürst Kennedy. Bester Deutscher wurde Raphael Netz auf Platz vier.
Die Belgier hatten den Dressurweltcup fest in ihrer Hand. In der Kür zeigten Larissa Pauluis und Flambeau eine persönliche Bestleistung.Fotos: Stefan Lafrentz
Pauluis und der 16-jährige Ampère-Sohn Flambeau lieferten eine ausdrucksstarke, technisch anspruchsvolle Kür ab. Die Richter honorierten die Vorstellung mit 84,015 % – eine persönliche Bestleistung für das Paar. „Er war während der gesamten Prüfung ganz bei mir“, sagte Pauluis. „Besonders die Piaffe-Passage-Tour war heute sehr ausdrucksstark. Es war ein großes Vergnügen, ihn zu reiten.“
Mit einer stimmungsvollen Jubiläumsshow waren die VR Classics zum ersten Mal schon am Mittwochabend in ihre Turnierwoche gestartet. Als Zeichen der besonderen Wertschätzung gegenüber Partnern, Unterstützern und dem treuen Publikum war der Abend bewusst als Hommage an jene Menschen konzipiert worden, die das internationale Reitturnier über 75 Jahre hinweg begleitet und geprägt haben. Rund 2.000 Besucher verfolgten die Jubiläumsshow in den ausverkauften Holstenhallen.
pm
Der Hamburger Stadtteil Rothenburgsort besitzt mit der Wasserkunst Kaltehofe und dem Elbpark Entenwerder zwei hübsche und interessante Grünanlagen, die der Erholung der Hamburger Bevölkerung und ihrer Besucher dienen. Zudem ist das Areal in Kaltehofe eine denkmalgeschützte historisch-technische Anlage, und in Entenwerder lockt die gastronomische Einrichtung Entenwerder 1 viele Besucher an.
Die über einen Deich und eine Brücke mit dem Festland verbundene, etwa 60 ha große Elbinsel Kaltehofe wurde ab 1848 für die Wasserversorgung der Stadt Hamburg genutzt. Die Stadtwasserkunst Rothenburgsort, wie sie damals hieß, versorgte die Bewohnerinnen und Bewohner Hamburgs mit Elbwasser, das allerdings nur in Absetztbecken von Trübstoffen befreit, aber nicht gefiltert wurde. Erst 1890 wurde mit dem Bau einer Filteranlage begonnen, die allerdings im warmen Sommer des Jahres 1892 nicht fertig war. So konnte es zu der letzten großen Cholera-Epidemie mit mehreren Tausend Toten in Hamburg kommen. Dann ging es plötzlich sehr schnell mit dem Ausbau der Filteranlagen, und bereits im Jahr nach der Epidemie wurden die Hamburger mit gefiltertem Elbwasser versorgt. Ab 1964 wurde wegen der schlechten Qualität des Wassers in der Elbe auf dessen Nutzung verzichtet, und es wurde nur noch Grundwasser in Kaltehofe gefiltert. 1990 wurde die Anlage endgültig stillgelegt, und es wurde viel über die weitere Nutzung der Flächen auf Kaltehofe diskutiert.
Entwicklung nach Stilllegung der Anlage
Es gab natürlich für dieses inmitten Hamburgs gelegene Elbinselchen zahlreiche Begehrlichkeiten und Nutzungsideen. Letztlich hat man sich dazu entschieden, die historische Anlage mit den Gebäuden und den sogenannten Schieberhäuschen und den Filterbecken unter Denkmalschutz zu stellen. Außerdem wurden weite Bereiche der Insel der Natur überlassen. Seither entwickeln sich die elb- und stadtnahen Naturschutzbereiche weitgehend unberührt. Ein Teil des Areals mit dem Villengebäude und einigen anliegenden Becken, Häuschen und Grünflächen wurden zu einem Erlebnis-, Bildungs-, Erholungs- und Naturererkundungsraum. Dieser Teil wurde ab dem Jahre 2011 für die Öffentlichkeit geöffnet und wird von der Stiftung Wasserkunst Elbinsel Kaltehofe betrieben, deren Stiftungsgeber die Wasserwerke Hamburgs und die Freie und Hansestadt Hamburg sind.
Blick ins Innere eines Schieberhäuschens, wo der Zu- und Abfluss in die Filterbecken reguliert wurden. Foto: Hans-Dieter Reinke
So finden wir heute neben den unzugänglichen Natur- und Wildnisarealen mit den Wasserbecken und den alten, runden Klinkerbauten der Schieberhäuschen, durch die an jedem Becken der Zu- und Abfluss des Wasser geregelt werden konnte, den für die Besucher zugänglichen parkähnlichen Grünflächen- und Naturbereich mit zahlreichen Erlebnismöglichkeiten, Beobachtungsstationen, Attraktionen und Besonderheiten. Es gibt Liege- und Picknickwiesen, dazu Schmetterlings-, Wildkräuter- und Wildblumenwiesen. Dort finden sich Bienenstöcke, Insektennisthilfestationen, eine Vogelbeobachtungsplattform, ein Barfußpfad, mehrere Klangschalen, Liegestühle, ein Disc-Golf-Parcours für Frisbees und ein Naturerlebnispfad mit 25 Stationen. Interaktive Tafeln informieren zu dem Leben unter Wasser, zum Trinkwasser im Klimawandel, zur Pflanzenkläranlage und zur Trinkwassergewinnung früherer Zeiten mit Erklärung der Funktion der Schieberhäuschen. Aber auch Biotope wie Gehölze und Feuchtareale oder die Tiere in und an den Filterbecken werden behandelt. Auch werden einzelne Tiergruppen wie die Säugetiere allgemein und die Fledermäuse im Besonderen auf Kaltehofe vorgestellt, zudem einzelne Arten wie die Honigbiene, der Biber in Hamburg, der Schwarze Holunder, die Silberpappel, die Salweide oder die Hängebirke.
Im quaderförmigen Gebäude neben der Villa Kaltehofe befinden sich Ausstellungs- und Veranstaltungsräume. Foto: Hans-Dieter Reinke
Informationen zum Gelände und zur Geschichte gibt es in der Ausstellung „Altes Labor“ im Erdgeschoss der Villa Kaltehofe, die aus dem Jahre 1894 stammt und ehemals als Außenstelle des Hygienischen Instituts der Stadt dazu diente, die Wasserqualität vor Ort zu überwachen. In dem anliegenden wasserumspülten, quaderförmigen Gebäude hinter der Villa befindet sich eine weitere Ausstellung mit dem Thema „Stadt, Wasser, Kunst“, in der es um die Trinkwasserversorgung in Hamburg geht. Aber auch viele Brunnen und Wasserspiele der Stadt werden im Rahmen von Führungen gezeigt.
Elbpark Entenwerder
Nicht weit von Kaltehofe über den Kaltehofe-Hauptdeich und das Sperrwerk Billwerder Bucht erreicht man den sich anschließenden Elbpark Entenwerder. Gleich am Zugang zur Halbinsel passiert man das ehemalige Gebäude der Wasserschutzpolizei, in dem sich seit 2021 am östlichen Zugang zum Park das Hamburger Angelzentrum befindet. Es ist die Anlauf- und Informationsstelle für die Hamburger Angler und für Besucher der Stadt, die gern einmal die Angel in der Elbe auswerfen möchten. Gleichzeitig befindet sich hier eine Infoausstellung zur Fischwelt der Elbe, unter anderem mit einem 1.650 l fassenden Aquarium.
Kurz darauf, bevor man den eigentlichen Parkbereich betritt, passiert man das Entenwerder Fährhaus, das bereits seit 1872 als Gaststätte betrieben wird und einen historisch-nostalgischen Eindruck vermittelt. Diese alte gastronomische Einrichtung steht im strengen Gegensatz zur nun folgenden Restauration, die man am Parkplatz über eine historische Stahlbrücke erreicht: Entenwerder 1. Die Gaststätte befindet sich auf einem 11 m langen und 16 m hohen Schwimmponton in der Norderelbe. Auffällig ist der Goldene Pavillon mit seinen kupfernen, goldfarbenen Lochblechen, der für eine Ausstellung im Jahr 2015 in Münster als Skulptur konzipiert und danach zu dem besagten Schwimm-Restaurant mit drei Ebenen ausgebaut wurde.
Die gastronomische Einrichtung Entenwerder 1 liegt auf einem Ponton in der Norderelbe. Foto: Hans-Dieter Reinke
Auf der Halbinsel Entenwerder befand sich früher die Zollstation für Binnenschiffe, und bis in die 1990er Jahre war dies ein Abstellort für Schaustellerfahrzeuge. 1997 erfolgte die Umwandlung in eine öffentliche Parkanlage. Zunächst fristete der 16 ha große Park mit großen Rasen- und Wiesenfreiflächen sowie einigen Gehölzen und naturnah entwickelten Bereichen ein gewisses Dornröschendasein. Das änderte sich erst mit der Einrichtung der erwähnten Gastronomie auf dem Elbstrom, die Entenwerder zu einem angesagten Ausflugsziel für die Hamburger machte. An der Halbinselspitze befindet sich ein charakteristisches Rondell mit hochgewachsenen Pyramidenpappeln. Man kann den Blick auf die Elbbrücken und die Hafencity mit der aktuellen Bauruine des Elbtowers genießen und den auf der Norderelbe vorbeischippernden Binnenschiffen nachblicken.
Pyramidenpappel-Rondell an der Spitze der Elb-Halbinsel im Elbpark Entenwerder. Foto: Hans-Dieter Reinke