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Hinnerk Soll von der Fahrergemeinschaft Schleswig-Holstein/Hamburg, Region Eiderland, hatte Gespannfahrer aus dem ganzen Land nach Bothkamp, Kreis Plön, auf den Hof Siek zu einer Ausfahrt eingeladen. Bei herrlichem Frühlingswetter – gelb der Raps, blau der Himmel und grün die Felder – gingen 22 Gespanne mit ihren Fahrern auf die ausgeschilderte Strecke durch das Barkauer Land.
Ermöglicht wurde die Ausfahrt durch die Bereitstellung und Genehmigung der Feld-, Wald- und Landwege der Gutsverwaltung Hof Siek. Hinnerk Soll, der im nahen Nettelau wohnt, sprach der Familie Friedrich von Bülow seinen herzlichen Dank aus.
Hans-Helmut Lucht, Richter aus Laboe und Leiter des Fahrertages, ergänzte: „Die Fahrer, die sich diszipliniert an die bestehenden Gesetze und Regeln halten und Rücksicht nehmen gegenüber anderen Erholungsuchenden, beeinträchtigen weder die Landschaft noch andere Erholungsuchende. Sie sind vielmehr mit ihren Gespannen eine Bereicherung der Landschaft. Wir werben für Sympathien im Pferdesport, wir möchten keine Gegner.“
Für die etwa 15 km lange Strecke gab es keine Zeitbegrenzung. Nicht Tempo, sondern Genuss an der Natur war die Vorgabe. Nach der Ausfahrt konnten die Teilnehmer einen Trainingsparcours im Kegelfahren für Turniereinsteiger mit sieben Hindernissen durchfahren.
Das Fahrerlager auf dem Hofgelände mit den vielen Ponys und Pferden rief Erinnerungen an frühere Zeiten wach, als noch Pferdegespanne viele Arbeiten auf den Höfen und Gütern erledigten. Gut gelungen war auch die Beköstigung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer in der „Klöndiele“.
„Ich komme gern wieder. Das ist hier eine herrliche und abwechslungsreiche Landschaft mit dem wunderbaren Blick auf den Bothkamper See“, sagte Ines Tietjen aus Fischbeck, Kreis Stormarn. Sie war beeindruckt von dem Ambiente auf dem Hof Siek mit den Scheunen, dem alten Kuhstall, dem Pferdestall und der Remise, die einem Torhaus gleicht. Auch Anne Trojan, die gewerblich mit dem Planwagen, gezogen von zwei Kaltblütern, die Gäste durch den Erlebniswald Trappenkamp fährt, freute sich: „Ich bin heute das erste Mal einen Parcours gefahren – hat toll geklappt. Ich komme gern wieder.“ pm
Attraktiv gestaltete Pflanzgefäße bringen überall dort frisches Grün und hübsche Blüten hin, wo ein leeres Plätzchen etwas Farbe vertragen könnte. Mobile Gärten im Kleinformat sind frei beweglich, denn dafür werden die unterschiedlichsten Gefäße verwendet. Dies eröffnet eine vielfältige und variable Gestaltung exponierter Bereiche wie Terrasse, Hauseingang oder Hof.
Wenn Bäume und Sträucher noch unbelaubt sind, sorgt das frische Grün von Garten-Bonsais für ein optisches Highlight. Der Handel bietet mit immergrünen und kälteunempfindlichen Arten wie Kiefer, Wacholder, Stechpalme, Fichte und Buchsbaum für jeden Geschmack und Geldbeutel das Richtige. Günstige Bonsais sind bereits für etwa 30 € zu haben, ältere Exemplare liegen bei 50 bis 100 €. Raritäten und sehr alte Bonsais kosten deutlich mehr. Im Sommer sorgen verschiedene Laubfarben für Abwechslung: Ahorn, Buche, Apfelbaum, Lärche, Feuerdorn und Ginkgo zählen zum gängigen Sortiment. Neben dem Outdoor-Bonsai als Hauptdarsteller fällt dem ausgewählten Pflanzgefäß eine wichtige Rolle zu.
Immergrüne Outdoor-Bonsais bringen Farbe in die laublose Zeit. Foto: Karin Stern
Mobile Gärten im eigentlichen Wortsinn lassen sich auch mit Kletterpflanzen anlegen. Handwerklich Geschickte versehen hölzerne Pflanzkübel mit Rollen und Rankgitter – so schnell ist der fahrbare Sichtschutz fertig. Für die Bepflanzung eignen sich ein- und mehrjährige Arten. Einjährige Kletterpflanzen benötigen im Frühjahr jedoch einige Wochen, bis sie ihre volle Schönheit entfalten. Mit vorgezogenen Exemplaren aus dem Gartenmarkt geht es deutlich schneller. Rechtzeitig zum optischen Höhepunkt rollt man sie an die gewünschte Stelle. Auch mehrjährige Kletterpflanzen eignen sich für die Kübelkultur. Da sie in der kalten Jahreszeit meist nicht besonders ansehnlich wirken, verbringen sie den Winter am besten etwas aus dem Blickfeld geschoben.
Der mobile Wassergarten für den Sommer ist sehr pflegeleicht. Foto: Karin SternScheunenfunde wie alte Zuber oder Fässer eignen sich prima als kleine Teiche. Foto: Karin Stern
Im Frühsommer entfaltet der Miniteich im Kübel seinen optischen Reiz. Als Gefäß eignen sich für diesen Zweck Scheunenfunde wie die Zinkwanne, ein halbes Fass oder der alte Waschzuber. Ungefüllt lassen sie sich recht einfach an den Wunschort transportieren. Vor dem Befüllen sollten die Gefäße jedoch auf Dichtheit geprüft werden. Lassen sich undichte Stellen nicht beseitigen, kann man das Gefäß mit Teichfolie ausschlagen. Gartenmärkte bieten von Mai bis August ein breites Sortiment an Wasserpflanzen. Schon zwei oder drei Exemplare in einem formschönen Gefäß entfalten eine erstaunliche Wirkung. Tipp: Für diese Miniteiche Schwimmpflanzen verwenden. Sie benötigen kein Substrat und werden einfach ins Wasser gegeben. Als geeignete Kandidaten für den mobilen Wassergarten empfehlen sich Froschbiss, Krebsschere, Feenmoos, Schwimmfarn, Wasserhyazinthe und die Muschelblume. Den Winter verbringen die Pflanzen im Wassereimer an einem hellen und kühlen Ort.
Mobile Alpenlandschaft in einer Zinkwanne. Foto: Karin SternMit Sukkulenten lassen sich auffällige transportable Hingucker gestalten.Foto: Karin Stern
Dank ihrer Anpassungsfähigkeit eignen sich viele alpine Gewächse für einen mobilen Garten. Zahlreiche Blattfomen und Blütenfarben erlauben die attraktiv wirkende Bepflanzung von Zinkwannen oder -gefäßen. Derart gestaltet, verwandeln sie sich in Miniatur-Alpenlandschaften. Tipp: Die Farbe von Kies und halb ins Substrat gesteckten Steinen passend zum Farbton des Gefäßes wählen. Alpine Pflanzen bevorzugen ein mageres, durchlässiges Substrat. Gut geeignet ist Kakteenerde oder eine Mischung aus Blumenerde, Sand und Splitt. Wichtig sind Wasserabzugslöcher am Boden des Gefäßes und eine Drainageschicht aus Kies zwischen Topfboden und Substrat. Für die Bepflanzung empfehlen sich niedrige Fetthenne-Arten (Sedum) wie Mauerpfeffer, Gold-Fetthenne, Tripmadam oder Teppich-Sedum. Auch unter den vielen Steinbrecharten (Saxifraga) finden sich trockenheitsverträgliche Vertreter wie der kleinblättrige Becher-Steinbrech und der eher moosartig wachsende Moos-Steinbrech. Sie punkten in einer Miniatur-Alpenlandschaft nicht nur mit reizvollem Blattschmuck, sondern präsentieren auch aparte Blüten. Einen reichen Flor tragen auch Alpenbalsam (Erinus alpinus), Grasnelke (Armeria maritima) und Katzenpfötchen (Antennaria dioica).
Für exponierte Stellen bietet sich eine saisonale Wechselbepflanzung an. Traubenhyazinthen und Hornveilchen erfreuen mit ihrer Blühdauer. Foto: Karin Stern
Wer noch mehr Auswahl sucht, schaut sich unter den verschiedenen Hauswurz-Arten (Sempervivum) um. Viele dieser Blatt- und Blütenschönheiten fügen sich perfekt in jede Sukkulenten-Nachbarschaft ein. Mit ihren filigranen Formen und dem unglaublichen Farbreichtum von Grünschattierungen über Silber- und Purpurfarben bis hin zu zweifarbigen Varianten bringt die Hauswurz auch außerhalb der Blütezeit viel Farbe ins Spiel. Sie ist besonders anpassungsfähig, verträgt Hitze und Trockenheit klaglos und gibt sich zudem mit sehr wenig Substrat zufrieden. Tipp: Sempervivum-Arten eignen sich perfekt für das Bepflanzen alter Ziegel. Flach auf den Boden oder eine Mauerkrone gelegt, aber auch auf Baumstümpfen, Treppenstufen oder zu Füßen von Kübelpflanzen drapiert ergibt sich so ein zauberhafter Blickfang. Als Substrat auf einem solchen Ziegel genügt normale Gartenerde.
Alte Tonziegeln eignen sich prima zum Begrünen mit Hauswurz. Foto: Karin SternDie Rodgersie fühlt sich in der schattigen Hofecke sehr wohl.
Foto: Karin SternHier wurden die Kübel so dicht arrangiert, dass der Eindruck einer blühenden Rabatte entsteht. Foto: Karin Stern
Aus der Europäischen Union ist im vergangenen Jahr praktisch die gleiche Menge an Schweinefleisch exportiert worden wie 2023. Laut einer von der EU-Kommission vorgelegten Übersicht wurden 4,264 Mio. t davon ausgeführt; das waren 16.000 t oder 0,4 % mehr als im Jahr zuvor. 2022 waren allerdings noch gut 5,3 Mio. t und in den Jahren 2021 und 2020 jeweils deutlich mehr als 6 Mio. t Schweinefleisch in Drittländer vermarktet worden.
Erneut mit deutlichem Abstand größter Abnehmer war 2024 China, das seine Bezüge allerdings um 3,1 % auf 1,12 Mio. t drosselte. Im Jahr 2020 hatte die damals stark unter der Afrikanischen Schweinepest (ASP) leidende Volksrepublik die Rekordmenge von 3,34 Mio. t Schweinefleisch aus der EU importiert. Auch der Schweinefleischexport in das Vereinigte Königreich verringerte sich im Berichtsjahr, allerdings nur um 0,7 % auf 895.700 t. Zum drittwichtigsten Absatzmarkt entwickelten sich die Philippinen, die den Einkauf gegenüber 2023 um 26,1 % auf 366.500 t steigerten. Nach Japan gingen mit knapp 354.800 t 0,4 % weniger EU-Schweinefleisch als 2023.
Ungeachtet der in einzelnen Mitgliedsländern grassierenden Vogelgrippe ist hingegen der Export von Geflügelfleisch aus der Europäischen Union im vergangenen Jahr deutlich gestiegen. Den Angaben der EU-Kommission zufolge wurden davon insgesamt 2,15 Mio. t ausgeführt; das waren 9,4 % mehr als im Jahr zuvor und 5,0 % mehr als 2022. Zugenommen haben 2024 auch die Geflügelfleischimporte der EU, allerdings nur um 0,8 % auf knapp 902.500 t. Mithin erhöhte sich die Nettoexportmenge um 16,6 % auf 1,24 Mio. t.
Mit Abstand wichtigster Abnehmer unter den Drittstaaten war das Vereinigte Königreich, das seine Bezüge um 3,5 % auf 747.200 t steigerte. Nach Ghana wurden 154.500 t an EU-Geflügelfleisch geliefert; was ebenfalls ein Plus von 3,5 % bedeutete. Relativ stärker nahmen die Ausfuhren in den Kongo und nach Vietnam zu, nämlich um 8,7 % auf 109.800 t beziehungsweise um 27,4 % auf etwa 69.100 t. Die Liefermenge in Richtung Saudi-Arabien blieb mit rund 67.000 t stabil. age
Deutschlands Fleischexport ist zum Auftakt dieses Jahres etwas schwächer ausgefallen als Anfang 2024. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) wurden in den ersten beiden Monaten insgesamt rund 432.100 t Fleisch (ohne Lebendtiere) ausgeführt; das waren 1,9 % weniger als im Januar und Februar vorigen Jahres.
Die Fleischeinfuhr nahm ebenfalls ab, wobei das Minus mit 0,3 % auf 349.800 t sehr moderat ausfiel. Während aber der Fleischexport wertmäßig um 2,1 % auf 1,21 Mrd. € abnahm, erhöhte sich der Wert der Fleischeinfuhren um 9,7 % auf 1,35 Mrd. €.
Entgegen dem negativen Gesamttrend nahm der Export von frischem, gekühltem und gefrorenem Schweinefleisch im Berichtszeitraum leicht zu, und zwar um 0,3 % auf rund 213.500 t. Die Auslandsvermarktung von frischem, gekühltem und gefrorenem Rindfleisch verringerte sich dagegen um 3,4 % auf knapp 38.200 t. Noch deutlicher fiel der Rückgang mit 6,7 % auf rund 65.200 t beim Geflügelfleisch einschließlich der betreffenden Schlachtnebenerzeugnisse aus.
Ebenfalls stark abgenommen hat die Einfuhr von Schweinefleisch. An frischer, gekühlter und gefrorener Ware wurden davon in der Berichtsperiode aus dem Ausland 106.900 t bezogen und damit 11,3 % weniger als in derselben Zeit von 2024. Der Import von frischem, gekühltem und gefrorenem Rindfleisch nahm hingegen um 7,9 % auf gut 56.800 t zu. An Geflügelfleisch einschließlich Schlachtnebenerzeugnissen wurden fast 135.800 t eingeführt und damit 20,2 % mehr als im Januar und Februar des Vorjahres. age
Der bekennende Vegetarier Cem Özdemir (Grüne) war noch nicht aus dem Amt, da sorgte das Thema Fleisch für Schlagzeilen. Hatte doch der designierte Agrarminister Alois Rainer (CSU) im „Bild“-Interview erste Aussagen gemacht: Mit ihm werde es keine höheren Steuern auf Fleisch geben. Fleischpreise mache nicht der Minister, sondern der Markt. Zu einer ausgewogenen Ernährung in Kindergärten und Schulen gehöre auch Fleisch.
Wird ein Metzger Minister, löst das Reflexe aus. Die erste grüne Landwirtschaftsministerin, Renate Künast, kritisierte sofort „ideologische Äußerungen über billiges Fleisch und dass der Markt alles regeln würde“. Dabei ist der Markt das Gegenteil von Ideologie, was sie sicher weiß. Und Rainer hatte sich nur gegen eine zusätzliche Fleischsteuern ausgesprochen, eine Idee Cem Özdemirs.
Als Satire muss man die Kritik Anton Hofreiters (Grüne) an „Kulturkampf-Tönen im Bereich der Ernährung“ werten. Sein Buch „Fleischfabrik Deutschland“ von 2016 zeigt, dass er den Kulturkampf beherrscht. Seinem erstaunlich toleranten Credo „Ich glaube, es ist klug und richtig, das den Menschen selbst zu überlassen, was sie essen wollen“, wird Rainer sicher zustimmen.
Fleischkritiker fahren derzeit auf, was geht: illegale „Stallbesuche“, eine kritische Greenpeace-Studie. Supermärkte dürften Kunden mit Werbung für Billigfleisch nicht zum Überkonsum verführen, sondern müssten stattdessen gesunde, ökologisch erzeugte Produkte anbieten. Wer sich in den gut gefüllten Regalen umsieht, wird bemerken, dass es das längst gibt. Laut Greenpeace essen die Menschen zu viel tierische Produkte, Zucker, Fett. Dies verursache Umwelt- und Gesundheitskosten. Abgesehen von einer wissenschaftlich nicht haltbaren Schwarz-Weiß-Malerei weiß Greenpeace natürlich, dass Deutschland in der EU beim Fleischverzehr nur dann an erster Stelle steht, wenn man von hinten zählt. Ebenso, dass sich aus der Wirtschaft heraus in den vergangenen Jahren unheimlich viel getan hat, sei es die Initiative Tierwohl, die Bemühungen zur CSRD, das Haltungsform-Label.
Sönke Hauschild, Foto: bb
Politisch haben die Deutschen entschieden, am Markt ebenso. Erstmals seit Jahren wird mehr Fleisch konsumiert. Die Fleisch-Esslust steigt gerade bei jungen Konsumenten. Schweinefleisch bleibt an der Spitze, der Verzehr von Geflügel nimmt zu. Die Branche probt mit der Initiative Fleisch und dem Slogan „Iss, was Dir schmeckt“ einen gemeinsamen Auftritt zur rechten Zeit. Nach Jahren des Abschwungs gibt es in der Metzgerbranche sowohl im handwerklichen Bereich als auch im Verkauf einen deutlichen Zulauf an Azubis. Das Metzger-Bild wandelt sich. Der Fleisch-Sommelier ist im Kommen und ändert die Wahrnehmung des Berufs.
Die jahrelange Überdosis an Katastrophenwarnungen in Bezug auf Klima, Umwelt, Artenvielfalt und Gesundheit finden immer weniger Widerhall. Studien gibt es für jedes Argument. Doch das Problem der Kritiker ist, dass Fleisch einfach schmeckt.
Es besteht mit dem neuen Minister die Chance, die Tierhaltungsdiskussion in Zukunft sachlicher anzugehen. Es liegt an allen Beteiligten, diese Chance zu nutzen. Auf dem Kirchentag in Hannover meinte Agrarblogger Bernhard Barkmann: „Die Bratwurst gehört immer noch in die Mitte der Gesellschaft“. Schön wäre es, wenn in Zukunft wieder der Genuss durch ein gutes Produkt im Vordergrund stände.
Nach zunächst verhaltenen Zunahmen steigen allmählich die Trockenmasse(TM)-Erträge, auch die Rohfaser(XF)-Gehalte der Bestände nehmen kontinuierlich zu. Die ersten Landwirte nutzten die zuletzt guten Bedingungen und ernteten bereits frühreife, energiereiche Ackergrasbestände.
Die TM-Erträge der beprobten Aufwüchse blieben trotz guter Wachstumsbedingungen und stetiger Zunahmen zum Zeitpunkt der Beprobung am 30. April insgesamt auf einem noch eher niedrigen Niveau (Dauergrünland: durchschnittlich 19,2 dt TM/ha, Ackergras: durchschnittlich 25,0 dt TM/ha). Zum kommenden Wochenende werden Ertragszunahmen von durchschnittlich 119 kg TM/ha pro Tag erwartet.
Regionale Unterschiede
Die Energiegehalte der beprobten Dauergrünlandbestände lagen zwischen 7,5 MJ NEL kg/ TM im südlichen Hügelland und 7,1 MJ NEL kg/TM in der südlichen Marsch. Das beprobte Ackergras erreichte Energiewerte von 6,9 MJ NEL kg/TM in der Marsch Nord (am niedrigsten) und die höchsten Werte mit 7,6 MJ NEL kg/TM im nördlichen Hügelland. Weiterhin zeigt sich, dass die Bestände im Süden des Landes grundsätzlich weiter entwickelt sind als die Bestände in den nördlichen Regionen. Eine mögliche Ursache hierfür sind regionale Unterschiede mit niedrigeren Temperaturen in den nördlichen Landesteilen.
Auch Ackergrasbestände können von einem gewissen Anteil an Kräutern und Klee profitieren. Die Ernte hat auf den ersten Flächen begonnen.
Foto: Lena Itjen
Die Ernte rückt näher
Die Rohfasergehalte der Bestände nähern sich mit großen Schritten der Schnittreife. Bei Zunahmen von bis zu 0,4 % XF pro Tag werden die ersten Aufwüchse die angestrebten 23 % XF voraussichtlich in der kommenden Woche erreichen. Mit zunehmendem Reifegrad der Bestände rückt neben dem Rohfasergehalt insbesondere die Silierfähigkeit in den Fokus. Ein zentraler Faktor ist hierbei der Zuckergehalt, da Zucker den Milchsäurebakterien als Energiequelle dient und somit eine schnelle und stabile Ansäuerung fördert.
Zusätzlich sollten aufgrund der in diesem Jahr verzögerten Bestandsentwicklung die aktuell hohen Rohproteingehalte – durchschnittlich 19,4 % in der TM bei Ackergras und 20,6 % in der TM beim Dauergrünland – beachtet werden. Die damit einhergehenden hohen Eiweißgehalte wirken während der Gärung puffernd. Dies verlangsamt den pH-Wert-Abfall und erhöht das Risiko einer möglichen Fehlgärung.
Detailliertere Hinweise zur Optimierung der Silierung sind in dem gesonderten Textteil am Ende dieser Mitteilung zu finden.
Weitergehende Informationen und Analysedaten sowie die Prognosen zum 11. Mai sind unter gruenlandportal-sh.de und in der kostenlosen Grünlandapp „Grünlandportal SH“ zu finden.
Das richtige Siliermittel für die Grasernte
Vor dem ersten Schnitt sind die Temperaturen insbesondere nachts häufig noch sehr niedrig, während tagsüber bei sonnigem Wetter eine hohe UV-Einstrahlung gegeben ist. Das beeinflusst den natürlichen Besatz mit Milchsäurebakterien, den wichtigsten Akteuren der Silierung, negativ, denn diese Bakterien mögen weder Kälte noch zu viel UV-Licht. Die Konsequenz: sicherheishalber Siliermittel einsetzen!
Die Anzahl und die Vielfalt der am Markt verfügbaren biologischen und chemischen Siliermittel ist unüberschaubar groß. Damit sich Anwender sicher sein können, dass es sich bei den in Prospekten dargestellten Qualitätsverbesserungen durch den Einsatz der Mittel nicht um Zufallsbefunde handelt, hilft die Orientierung am DLG-Qualitätssiegel. Damit sind nur solche Siliermittel ausgezeichnet, die in mehreren Versuchen bei unabhängigen Versuchsanstellern ihre Wirksamkeit nachgewiesen haben.
Die Siliermittel unterscheiden sich in ihrer Wirkungsweise. In die Wirkungsrichtung (WR) 1 fallen Siliermittel zur Vermeidung von Fehlgärungen wie Buttersäurebildung, deren Einsatz insbesondere bei schwer silierbaren Futterpflanzen, schlechten Anwelkbedingungen oder Schmutzeintrag während der Ernte ratsam ist.
Siliermittel der WR 2 verbessern die aerobe Stabilität und tragen damit zur Vermeidung von Nacherwärmung bei. Diese sind bei guten Anwelkbedingungen besonders für zuckerreiche, sauber geerntete Grasbestände empfehlenswert, wie sie aufgrund der lang anhaltenden sonnigen Witterungslage der vergangenen Wochen zu erwarten sind. Auch bei einem geringen Vorschub bei der Entnahme (unter 2,5 m pro Woche) erweisen sich die Siliermittel der WR 2 als vorteilhaft.
Da nicht jedes Mittel für jede Situation passt, ist eine Entscheidungshilfe unter https://siliermittel.dlg.org/ zu finden. Die Herstellerangaben zur Dosierung und Siloreifezeit sind unbedingt einzuhalten. Wenn die Mindestsilierdauer nicht eingehalten werden kann, bietet sich der Einsatz von speziellen Siliermitteln für die frühzeitige Siloöffnung an. Dr. Susanne Ohl, Landwirtschaftskammer SH
„Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“ heißt es im Volksmund. Die Bedeutung: Man muss sich auch einmal etwas trauen, denn oftmals führen die mutigen Entscheidungen zum Erfolg. Genau diesen Weg schlugen zwei Brüder aus Dithmarschen ein – mit Erfolg.
Mathis und Steffen Block sind ein gutes Team. Davon konnten sich die Mitglieder des Fachausschusses Einkommensalternativen auf dem Betrieb in Osterrade, Kreis Dithmarschen, in jeder Hinsicht informieren. Die Brüder boten einen umfangreichen Einblick in ihre Geschäftsidee, die sie gemeinsam in die Tat umsetzten.
Der Fachausschuss Einkommensalternativen besuchte den Betrieb von Mathis Block in Osterrade, v. li.: Enno Karstens, Leiter Abt. Bildung und Beratung der LKSH, Astrid Petersen, 2. Vorsitzende, Inken Engelbrecht, Eike Brandt, Silke Stammer, Mathis Block, Geschäftsführer Block Bio Innovationen, Steffen Block, Geschäftsführer Block Bio Innovationen, Iris Petersen, Ute Bielfeldt, Vorsitzende, Annette Blöcker, Heidi Thamsen, Ute Volquardsen, Präsidentin der Landwirtschaftskammer SH.
Bereits 2016 hätten sie die vielfältigen Möglichkeiten für die Landwirtschaft erkannt, erzählte Steffen Block. Pflanzenkohle werde durch die pyrolytische Verkohlung von pflanzlicher Biomasse hergestellt (der Begriff „Pyrolyse“ stammt aus dem Griechischen und bedeutet wörtlich „Feuerauflösung“). Davon gab es auf dem Hof mehr als genug, nämlich zum Beispiel Knickholz, das jedes Jahr beim Rückschnitt anfällt. Zu der Zeit arbeitete Steffen Block allerdings noch in Vollzeit im Bereich Sportmarketing: „Wir haben uns trotzdem peu à peu an das Thema herangewagt, bis schließlich die Entscheidung, es zu machen, eine logische Konsequenz war.“ Damals war eine Investition von 1,8 Mio. € notwendig, heute seien im Schnitt 1,4 bis 1,5 Mio. € erforderlich.
Mathis Block zeigt Annette Blöcker, wie die Anlage zur Herstellung von Pflanzenkohle gesteuert wird.
Pflanzenkohle als Kuhfutter
Mit jedem Kilo Pflanzenkohle werden der Atmosphäre bis zu 3,1 kg CO2 entzogen und dauerhaft gebunden. Bei diesem Prozess entstehe darüber hinaus Wärme, mit der über ein lokales Netz der Hof und weitere umliegende Häuser versorgt würden: eine Win-win-Situation sozusagen. Für Mathis Block, der von seinem Vater einen klassischen Milchviehbetrieb übernommen hatte, ist zudem noch ein weiterer Aspekt bedeutsam: Seiner Ansicht nach werden Kühe, insbesondere auch im Vergleich zu anderen europäischen Ländern, heutzutage immer mehr in Watte gepackt: „Ein Landwirt in Deutschland benötigt im Durchschnitt 56 Kühe, um monatlich auf dieselbe Milchmenge wie ein Kollege aus Irland mit 49 Tieren zu kommen.“ Das Thema Tiergesundheit habe ihn daher sehr beschäftigt, zumal seine Kühe oft mit Clostridien infiziert gewesen seien.
Seitdem er die Kühe mit der selbst produzierten Pflanzenkohle zusätzlich füttere, habe sich der Gesundheitszustand der Tiere deutlich verbessert. Derzeit produzieren und verkaufen die Brüder die EBC-AgroBio-zertifizierte Pflanzenkohle in großen Plastiksäcken, aber sie planen eine kleinere Variante für Privatpersonen, die zum Beispiel einen Garten haben.
Digitalisierung ist Thema Nummer eins
Im Anschluss an den Hofbesuch informierte der Leiter Abteilung Bildung und Beratung der Landwirtschaftskammer, Enno Karstens, die Teilnehmerinnen über aktuelle Projekte und Entwicklungen im Bereich Einkommensalternativen. Ein wichtiges Projekt sei das geplante Buchungsportal für Veranstaltungen. Ein entsprechendes Ausschreibungsverfahren laufe bereits. Ferner sei das Thema Digitalisierung derzeit in vielen Bereichen vorrangig, denn schließlich müsse auch die Landwirtschaftskammer weiterhin Prozesse optimieren.
Für Kammerpräsidentin Ute Volquardsen ist darüber hinaus in diesem Zusammenhang die Künstliche Intelligenz (KI) bedeutsam: „Dieses Thema liegt mir besonders am Herzen. Wir wollen auf jeden Fall vermehrt damit arbeiten, um zukunftsfähig zu bleiben.“
Pflanzenkohle:
• verbessert die Bodenstruktur
• speichert Wasser und Nährstoffe effizient
• fördert den Humusaufbau
• reduziert den Düngemittelbedarf
• mindert die Bildung von Ammoniak und Lachgas in Ställen
• wirkt als Toxinbinder in der Fütterung
• Mit jedem Kilo Pflanzenkohle werden bis zu 3,1 kg CO2 der Atmosphäre entzogen und dauerhaft gebunden.
Fazit
Immer mehr landwirtschaftliche Betriebe in Schleswig-Holstein entwickeln Ideen und Projekte, die zukunftsweisend sind. Neben den klassischen Betriebszweigen wie Ackerbau und Milchviehhaltung haben sich zum Beispiel die Bereiche „Urlaub auf dem Bauernhof“, „Direktvermarktung und Bauernhofcafés“, „Bauernhofpädagogikkurse“ und Lehrgänge zum Thema „Greencare“ etabliert. Die Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein unterstützt die Akteure mit Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen sowie individueller Beratung.
Anfang März besuchten fünf junge Schweden die Lehranstalt für Forstwirtschaft, um mehr über die Forstwirtschaft in Deutschland und die praktische Laubholzernte zu erfahren. Drei Wochen haben sie mit den Forstwirtauszubildenden gemeinsam gearbeitet, im Internat gelebt und an verschiedenen Exkursionen zu den Besonderheiten der deutschen Forstwirtschaft teilgenommen. Neben neuem Wissen und Erfahrungen sind natürlich auch neue Freundschaften entstanden.
Die Lehranstalt für Forstwirtschaft pflegt mit ihren Forstwirtauszubildenden seit Anfang der 2000er Jahre einen regelmäßigen jährlichen Austausch mit schwedischen Forstschulen. In den zurückliegenden Jahren hatten üblicherweise je fünf Auszubildende aus Bad Segeberg die Chance, an einem Maschinenführerlehrgang in Schweden teilzunehmen und im Rahmen des Austausches zudem Land und Leute näher kennenzulernen. Für die Auszubildenden ist es eine besondere Möglichkeit, die angesichts der begrenzten Teilnehmerzahl nicht allen zur Verfügung steht. Aktuell erfolgt der Austausch mit der Naturbruksskolan in Svenljunga.
Seit 2018 nutzt auch die Partnerschule in Svenljunga die Möglichkeit, junge Menschen nach Deutschland zu einem Austausch zu schicken. Im ersten Jahr noch auf eigene Kosten, hat sich der Besuch aus Schweden auch finanziell durch die Erasmus-Förderung etabliert. Mit Ausnahme der Pandemiejahre (2021 und 2022) sind in jedem Jahr zwischen drei und sechs junge Schweden nach Bad Segeberg gereist.
Ankunft in Schleswig-Holstein
Anfang März war es dann wieder so weit, dass vier junge Männer und eine junge Frau aus Schweden in Bad Segeberg ankamen. Begleitet wurden sie von zwei Lehrenden aus ihrer Schule, die jedoch nach zwei Tagen wieder die Rückreise antraten. Somit waren die Gäste auf sich allein gestellt. Wie sich jedoch zeigte, hat sich schnell ein inniger Kontakt mit dem dritten Ausbildungsjahr an der Lehranstalt entwickelt. Trotz sprachlicher Schwierigkeiten vor allem auf Seite der deutschen Auszubildenden hat man schnell Wege der Verständigung gefunden.
Begonnen hat der diesjährige Austausch mit einer kurzen Einführung in die Landwirtschaftskammer und ihre Forstabteilung und deren Aufgaben sowie einer gemeinsamen Stadtrallye in Bad Segeberg gemeinsam mit den deutschen Auszubildenden. Die Gruppen waren dabei jeweils gemischt, sodass beide Seiten an ihren englischen Sprachkenntnissen feilen konnten.
Einblick in die deutsche Forstwirtschaft
Der nächste Tag war geprägt von einem vertieften Einblick in die deutsche Forstwirtschaft am Beispiel eines größeren privaten Forstbetriebes. Hier wurden die grundsätzlichen Unterschiede am deutlichsten. Während man in Schweden eher auf die Gesamtmasse des Rohstoffes Holz schaut, steht in der deutschen Forstwirtschaft der Wertzuwachs des einzelnen (eher wertvollen) Holzstamms im Zentrum. Und so investieren deutsche Forstbetriebe, auf den ersten Blick schwer verständlich für die Schweden, viel Liebe und Zeit in die Entwicklung qualitativ hochwertiger Einzelbäume und Stämme.
Den Abschluss des Tages bildete ein Besuch auf dem Submissionsplatz in Daldorf, wo auch die Zuschlagspreise für das dort liegende Stammholz mitgeteilt wurden. Angesichts von Preisen von über 10.000 € für einzelne Stämme wurde die Zielsetzung dieser anderen, auf den Einzelstamm ausgerichteten Forstwirtschaft hier noch einmal deutlich. Und so ist davon auszugehen, dass der eine oder andere Festmeterpreis den Schweden noch lange im Gedächtnis bleiben wird.
Besuch im Laubholzsägewerk
Blick über die Köpfe der Schweden auf die Blockbandsäge im Laubholzsägewerk Fotos: Dr. Jörg Hittenbeck
Als nächster Programmpunkt stand der Besuch eines Laubholzsägewerks an. Wie es der Zufall manchmal will, wurde gerade zum Zeitpunkt des Sägewerksbesuchs das erste Holz vom Wertholzlagerplatz aus Dalldorf angeliefert. So konnten die jungen Gäste direkt beobachten, wie aus einem Langholzstamm mit einigem Manipulationsaufwand langsam Schnittholz für Bodenbeläge entstand. Einzelne Holzmerkmale (oder auch Fehler) bekommen dabei eine besondere Bedeutung für die spätere Sortierung des Schnittholzes in verschiedene Qualitätskategorien. Das besuchte Sägewerk trocknet zudem einen Teil des Holzes in den eigenen Lagerhallen beziehungsweise Trockenräumen, sodass die späteren Kunden die Ware direkt nach der Auslieferung verarbeiten können. Auf dem ersten Stück des Rückweges nach Bad Segeberg machte die Exkursionsgruppe noch halt in der Zentrale der Landwirtschaftskammer, um sich über die weiteren Aufgaben der Kammer zu informieren und in der Deula zu Mittag zu essen. In der Zentrale wurden Fotos gemeinsam mit den schwedischen Gästen gemacht und direkt auf dem Instagram-Account der Landwirtschaftskammer gepostet (siehe dazu auch Foto in dieser Ausgabe, Kammer kompakt, S. 33).
Besuch in der Kammerzentrale
Den Abschluss des Exkursionstages bildete der Besuch bei einem Harvester. Diese skandinavische Standardtechnik wird schon seit Jahrzehnten auch in Deutschland für die Holzernte eingesetzt. In diesem Fall handelte es sich jedoch um einen speziell für die Starkholzernte unter deutschen Bedingungen aufgerüsteten Harvester. Neben einem deutlich stärkeren Kran kommt auch ein Aggregat zum Einsatz, das mit größeren Stammdurchmessern zurechtkommt. Das Bild der Maschine mit den schwedischen Gästen verdeutlicht die Größe des Harvesteraggregats. So konnten die schwedischen Gäste die aus der Heimat bekannte Technik mit Sonderausstattung im Einsatz sehen.
Käferkalamitäten im Harz
Eine Besonderheit, auf die die Schweden für ihre eigene Forstwirtschaft gern verzichten können, sind die Käferkalamitäten in der Fichte der zurückliegenden Jahre. Das machte ein Besuch im Harz sehr deutlich. Insbesondere infolge der Trockenjahre 2018 bis 2020 und der daran anschließenden Massenvermehrung von Borkenkäfern präsentierte sich den schwedischen Gästen ein nahezu apokalyptisches Bild des Harzes: abgestorbene Bäume und Kahlflächen, so weit das Auge reichte. Angesichts der Tatsache, dass die Fichte die Hauptbaumart in den Wäldern um Svenljunga ist, und des auch dort offenkundigen Klimawandels waren die Gäste etwas bestürzt. Zurück in Bad Segeberg haben sie dann auch die Zeit genutzt, sich mit dem Waldschutzexperten der Forstabteilung gemeinsam Gedanken für den schwedischen Wald zu machen. Sollte es in einigen Jahren, hoffentlich Jahrzehnten, so weit sein, dass Ähnliches auf die schwedischen Wälder zukommt, sind jedenfalls diese fünf jungen Menschen bereits vorbereitet und haben Ideen, wie der Prozess zumindest verlangsamt werden kann.
Praktische Arbeit und Abschied
Wenn der Eindruck entsteht, die schwedischen Gäste hätten überwiegend nur geschaut und seien nicht selber aktiv geworden, so täuscht das. Zwei Wochen ihres Deutschlandaufenthaltes haben die Schweden gemeinsam mit den Auszubildenden der Lehranstalt in den Wäldern rund um Bad Segeberg bei gemeinsamer Arbeit verbracht. Für alle stand eine Woche mit dem Schwerpunkt (Laub-)Starkholzernte mit verschiedenen Techniken und Hilfswerkzeugen auf dem Programm sowie eine weitere Woche mit verschiedenen forstlichen Arbeiten, sozusagen ein Best-of der praktischen Forstwirtschaft.
Dabei sind neue Freundschaften entstanden und so fiel der Abschied allen schwer. Die Zeit bis zum Wiedersehen war nicht lang, der Gegenbesuch aus Deutschland startete am Ostermontag bereits mit der Klassenfahrt und setzt sich mit fünf ausgewählten Auszubildenden bis Ende Mai fort. Der deutsch-schwedische Austausch in der Forstwirtschaft ist zum Erfolg geworden, der die Menschen verbindet.
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) ernannte Alois Rainer (CSU) am Dienstag (6. Mai) in Berlin zum neuen Bundesminister für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Nach der Vereidigung im Deutschen Bundestag fuhr der Minister zur Amtsübergabe mit seinem Vorgänger Cem Özdemir (Grüne).
Rainer hat dabei erste Eckpunkte seiner politischen Agenda genannt. „Wir müssen unsere bäuerlichen Familienbetriebe stärker entlasten und ihnen mehr Planungssicherheit geben“, sagte der CSU-Politiker. Bürokratieabbau sei dabei kein Schlagwort, sondern eine politische Verpflichtung. Sein Ziel sei es, „im Einklang mit Umwelt und Tierwohl beste Bedingungen für die Landwirtschaft in Deutschland zu schaffen“.
Zwei Staatssekretärinnen
Er bezeichnete die Landwirtschaft als das Rückgrat des ländlichen Raums. Sie verdiene Wertschätzung, Verlässlichkeit und faire Rahmenbedingungen. Ihm gehe es darum, den ländlichen Raum insgesamt „als Lebensraum zu stärken, als Wirtschaftskraft zu fördern und als Heimat lebendig zu halten“. Der langjährige Bundestagsabgeordnete betonte, es sei ihm „eine große Ehre und Verantwortung“, das Amt des Bundesministers für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat zu übernehmen. Dieses Regierungsamt sei für ihn „kein Beruf, sondern eine Berufung“.
Unterstützung bei seiner neuen Aufgabe erhält Rainer von seinen Parlamentarischen Staatssekretärinnen Silvia Breher (CDU) und Martina Englhardt-Kopf (CSU). Breher stammt aus dem Oldenburger Münsterland in Niedersachsen. Seit 2017 vertritt sie als direkt gewählte Bundestagsabgeordnete den Wahlkreis Cloppenburg-Vechta im Deutschen Bundestag. Sie war im Ausschuss für Ernährung und Landwirtschaft sowie im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend tätig. Englhardt-Kopf stammt aus Schwandorf in Bayern. Seit 2021 vertritt sie als direkt gewählte Abgeordnete den Bundeswahlkreis Schwandorf/Cham im Deutschen Bundestag. Sie gehörte bisher dem Verkehrsausschuss sowie stellvertretend dem Ausschuss für Bildung, Forschung und Technologiefolgeabschätzung an. Mit ihrer Familie bewirtschaftet sie einen landwirtschaftlichen Betrieb im Nebenerwerb.
Hohe Erwartungen
Positiv reagierten die Agrarverbände auf die Nominierung von Rainer. Umwelt- und Tierschutzvertreter betonen ihre Gesprächsbereitschaft. Nahezu übereinstimmend wurde hervorgehoben, dass Rainer mit den Themen vertraut sei. Er kenne die Branche, habe kommunal- und bundespolitische Erfahrung und einen persönlichen Bezug zur Landwirtschaft.
Joachim Rukwied, Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV), bescheinigte Rainer eine hohe Fachkompetenz und langjährige politische Erfahrung. Dessen wichtigsten Aufgaben sieht der Bauernpräsident darin, die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Landwirtschaft wiederherzustellen sowie spürbar Bürokratie abzubauen. Gefragt seien ein klarer agrarpolitischer Kompass und Entscheidungen im Sinne der Bauernfamilien.
Laut Raiffeisenpräsident Franz-Josef Holzenkamp wird es für den neuen Minister darum gehen müssen, verloren gegangenes Vertrauen wieder aufzubauen und schnell in den Arbeitsmodus zu gelangen. Die deutsche Agrar- und Ernährungswirtschaft warte händeringend auf ein starkes Signal, wie die großen Herausforderungen angepackt und gelöst werden könnten. Dringend geklärt werden müsse die Finanzierung elementarer Transformationsprozesse wie etwa der Umbau der Tierhaltung. Notwendig sei, Ökologie und Ökonomie sinnvoll zu harmonisieren. Schließlich gehe es darum, die Bedeutung des ländlichen Raums und der Genossenschaften für die gesamte Wertschöpfungskette anzuerkennen.
Bio-Ausbau steigern
Hohe Erwartungen hat auch die Biobranche an den nächsten Agrarminister. Er sei als gelernter Metzgermeister „ein Mann vom Fach“, stellte die Vorstandsvorsitzende des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, Tina Andres, fest. Allein im Biobereich sorge die Verarbeitung von Lebensmitteln im ländlichen Raum für 170.000 Arbeitsplätze. Insgesamt sei die Wertschöpfungskette Bio mit ihren 380.000 Beschäftigten zwar auf Wachstumskurs; es gebe aber noch „viel Luft nach oben“. Andres sieht Rainer gefordert, die Bio-Ausbauziele von mindestens 30 % in ganz Deutschland anzustreben.
Nach Auffassung von Bioland-Präsident Jan Plagge sollte der neue Minister seine Erfahrungen und Kenntnisse dazu nutzen, den Umbau des Sektors hin zu mehr Nachhaltigkeit entschieden voranzutreiben. Klimawandel, Gewässerbelastung und Artensterben bedrohten auch die Landwirtschaft in ihrer Existenz und erforderten schnelles und wirkungsvolles Handeln. Eine Grundlage dafür biete die vorliegende Bio-Strategie 2030. Bei der anstehenden Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) müsse die Honorierung von Ökosystemleistungen eine herausragende Rolle spielen.
Aus Sicht der Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) ist der Umbau der Tierhaltung eine zentrale Aufgabe für eine zukunftsfähige Landwirtschaft. Um kostendeckende Preise und faire Marktbedingungen durchzusetzen, müsse der Landwirtschaftsminister marktpolitische Rahmenbedingungen setzen, wie etwa verpflichtende Verträge vor Lieferung. In der GAP müssten Fördermittel gerechter verteilt werden – über eine Stärkung der Umverteilungsprämie oder eine Staffelung oder Kappung. Ein großer Wettbewerbsvorteil für die europäische Landwirtschaft sei die Sicherung der Gentechnikfreiheit, erklärte die stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende Lucia Heigl.
„Der Umbau zu einer natur- und klimaverträglichen Landwirtschaft duldet keinen Aufschub“, mahnte der Präsident des Naturschutzbundes Deutschland, Jörg-Andreas Krüger. Er forderte den Minister auf, aktiv den Dialog mit Natur- und Umweltverbänden zu suchen, um Landwirtschaft und Naturschutz als gemeinsame Aufgabe zu begreifen.
Die Nachricht von der gescheiterten Kanzlerwahl erreichte den Landesvorstand des Bauernverbandes Schleswig-Holstein (BVSH) zu Beginn seiner Sitzung am Dienstagvormittag (6. Mai) in Rendsburg. „Dann dauert es eben ein bisschen länger“, kommentierte Präsident Klaus-Peter Lucht und sollte damit recht behalten. Schließlich erreichte Friedrich Merz (CDU) wenige Stunden später im zweiten Wahlgang die benötigten Stimmen.
Damit kann die neue Bundesregierung starten. Gespannt zeigte sich Lucht mit Blick auf die Ernennung von Carsten Schneider (SPD) als Umweltminister. Er hoffe auf eine konstruktive Zusammenarbeit. Herausfordernd dürfte seiner Einschätzung nach die Rückkehr von Jochen Flasbarth als Staatssekretär ins Umweltministerium sein. Der ehemalige Nabu-Präsident gilt als Naturschutz-Hardliner.
Zur Gänseproblematik erneuerte der BVSH-Präsident eine langjährige Verbandsforderung: „Die Bestandszahlen müssen runter.“ Dies habe er kürzlich auch gegenüber Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) nochmals betont. Gespannt ist der BVSH-Präsident, wie die Umsetzung des Aktionsplans Ostseeschutz voranschreite. Der Verband werde sich im Sinne der Zielvereinbarung konstruktiv einbringen. Kritisch bewertet Lucht weiterhin das Verbot des Güllefahrens auf angetauten Böden. Er unterstrich: „In anderen Bundesländern geht es, hier aber nicht.“ Dabei sei die Sache fachlich klar. Er halte es für falsch, wenn Schleswig-Holstein im Ländervergleich bei der Auslegung der Regeln am vorsichtigsten agiere. Daneben müsse es im Sinne der Kreislaufwirtschaft grundsätzlich erlaubt sein, 230 kg N auf Grünland auszubringen.
Mit Blick auf das von der EU beschlossene Naturwiederherstellungsgesetz wolle der Verband „vor die Welle kommen“ und nicht mit neuen Schutzgebieten übersät werden. Der Vorstand zeigte sich überzeugt: „Immer neue Flächen unter Schutz zu stellen hilft nicht.“ Vielmehr müssten die bisherigen Schutzflächen auf Erfolg überprüft werden. Auch Naturschutz müsse effizient sein. Als problematisch bewerten die Vorstandsmitglieder, dass es viele Konflikte zwischen Artenschutz und Klimaschutz gebe. Doch nur im Klein-Klein zu bleiben, sei keine Lösung. Ein weiteres wichtiges Thema für die Landwirtinnen und Landwirte sei die Umsetzung der Datensäule. Man erwarte, dass bis zur Norla konkrete Ergebnisse vorlägen.
Generalsekretär Michael Müller-Ruchholtz gab eine Einschätzung zum Koalitionsvertrag. Dieser enthalte überwiegend Absichtsbekundungen. Zudem stünden einige Vorhaben unter Finanzierungsvorbehalt. Positiv seien unter anderem die Wiedereinführung der Agrardiesel-Rückvergütung und das Bekenntnis zur Tierhaltung. Müller-Ruchholtz ist zudem gespannt, wie der angekündigte Bestandschutz von 20 Jahren bei Neu- und Umbauten im Detail umgesetzt werde. Als schlecht bewertete er den Wunsch nach einer Erhöhung des Mindestlohns. Dies widerspreche zudem dem Ziel, die Selbstversorgung mit Obst und Gemüse zu erhöhen. Dem pflichtete Vorstandsmitglied Heinrich Mougin bei. Er warnte vor einer Erhöhung auf 15 € schon 2026. Das hätte Strukturbrüche zur Folge. Mougin kritisierte darüber hinaus, dass immer mehr Pflanzenschutzmittelwirkstoffe ihre Zulassung verlören beziehungsweise verlieren würden und nannte als aktuell diskutierte Wirkstoffe Cyprodinil und Fluordioxonil. „Nur mit Notfallzulassungen zu arbeiten, ist ein enormer Aufwand. Wir brauchen echte Zulassungen“, forderte Mougin.
Zum Knickschutz berichtete der Stellvertretende Generalsekretär Dr. Lennart Schmitt, dass noch in diesem Jahr ein Modellvorhaben gestartet werde, bei dem das seitliche Einkürzen bereits am 15. August erfolge. Sollten sich keine negativen Folgen einstellen, könnte die derzeitige Frist (17. September) verschoben werden.