Den Sonnabend, 16. Mai, dürften sich nicht nur die Mitglieder von Landjugendvereinen dick im Kalender markiert haben: Ab 21 Uhr steigt auf dem Hof Sellmer in Reesdorf wieder eine der größten Scheunenfeten in Schleswig-Holstein. Zahlreiche Gäste erwarten die Organisatoren der Landjugend Flintbek auf dem Hofgelände von Familie Sellmer an der K 15. Die Vorbereitungen erfordern jede Menge Arbeit – und trotzdem freuen sich die Macher um die Vorsitzende Marthe Petersen riesig auf das Event.
Der Countdown für die Scheunenfete begann bereits im Januar mit der Planung. In diesen Zeitraum fiel auch eine Begehung des Hofgeländes mit vielen Besuchern: Vertreter von Polizei, Sanitätern, Feuerwehr und Gemeinde Reesdorf, dem zuständigen Amt Bordesholm und des beauftragten Sicherheitsdienstes inspizierten die Maschinenhalle als zentrale Partylocation und das dazugehörige Hofgelände. Für Fragen und Erklärungen standen die Hofbetreiber Sylvie und Tobias Sellmer sowie die Landjugend Flintbek um ihre Vorsitzenden Marthe Petersen und Ben Sander bereit.
Die Begehung ist aber über die Jahre immer eine entspannte Aktion gewesen. „Wir haben nie Probleme gehabt“, erzählt Sylvie Sellmer. Die Scheunenfete in Reesdorf ist bereits ein Klassiker: 1994 wurde die Maschinenhalle gebaut, ein oder zwei Jahre später stieg dort die erste Party. Rund 600 Gäste feierten bei der Premiere, erinnert sich Tobias Sellmer: „Damals kam man noch ohne Security und Auflagen aus.“ Das Organisationsteam der Landjugend freut sich schon auf die heiße Phase der Vorbereitung. Zunächst räumt Familie Sellmer die Maschinenhalle aus, auch das Strohballenlager unter dem Vordach muss weichen.
Weiter werden die mobilen Pferdeboxen sowie die Sattelschränke abgebaut und an anderer Stelle untergebracht. Die rund 40 Pensionspferde sowie der Schleswiger Kaltblutwallach Comet von Silvie Sellmer, die sonst im benachbarten Stall stehen, wechseln auf die Weide. „Mit der Musikbeschallung haben die Tiere überhaupt keine Probleme, die sind völlig tiefenentspannt und eher neugierig, was sich auf dem Hof so tut“, sagt sie.
Am Dienstag, 12. Mai, startet um 19 Uhr in der leer geräumten Halle der Vorverkauf. 12 € kosten die Tickets, noch am gleichen Abend dürften die meisten Eintrittskarten verkauft sein. „Das ist schon stark, wenn dann plötzlich Massen von Leuten auf den Hof kommen und viel Vorfreude mitbringen“, sagt die 18-jährige Marthe Petersen, die sich bereits seit drei Jahren im Vorstand der Laju Flintbek engagiert. Zum anschließenden Aufbau rücken dann bis zu 100 Helferinnen und Helfer an. Das gesamte Fetenareal wird eingezäunt, Fluchtwege werden ausgewiesen, Toiletten aufgestellt und zwei Weideflächen zum Parkplatz umfunktioniert.
Dazu werden vier Tresen aufgebaut sowie Ess- und Getränkestände installiert. „Vier Tresen sind uns schon wichtig, damit die Besucher nicht Schlange stehen müssen“, erklärt Lager- und Getränkewart Anton Stavrinidis-Schulze. Die Aufbauphase wie der anschließende Abbau am Sonntag entschädigen ein bisschen dafür, dass die Organisatoren nicht mitfeiern können. „Der gemeinsame Aufbau stärkt unsere Gemeinschaft, man lernt die Leute noch besser kennen, das ist ein tolles Gemeinschaftsgefühl“, schwärmt die angehende Landwirtin Marthe Petersen.
Die Partygäste kommen größtenteils aus der Region, viele reisen aber auch aus anderen Landesteilen an. Und längst strömen nicht nur junge Leute auf das Hofgelände. „Hier sind alle Generationen dabei, man klönt miteinander, feiert, und alle haben gute Laune, das macht schon Spaß“, erklärt der 23-jährige Ben Sander, von Beruf Anlagenmechaniker. „Wir sind, was verschiedene Handwerke und Berufe angeht, breit aufgestellt, das ist für solche Aufbauaktionen echt praktisch“, freut sich Marthe Petersen. Jetzt wünschen sich die Macher noch interessierte Sponsoren zur Unterstützung der Scheunenfete (Kontakt: landjugend-flintbek@web.de).
Freuen können sich letztlich alle Laju-Mitglieder: Vom Erlös der Scheunenfete finanziert die rund 300 Mitglieder zählende Landjugend Flintbek zu einem erheblichen Teil Fahrten, Ausflüge und Veranstaltungen. Mit den Geldern werden auch Eintrittsgelder bezuschusst oder Verpflegungskosten übernommen. Und: Die Auf- und Abbauhelfer werden nach der Party zu einer Wochenendtour nach Dänemark eingeladen.




