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Gute Preiserwartungen für Zuckerrüben

Früh- und Lieferausgleich steigen, Überrübenpreis erreicht Vertragsniveau
Von Mechthilde Becker-Weigel
Die Rübenernte kann in diesem Jahr bei trockenen Witterungsverhältnissen beginnen. Foto: Imago

Die Zuckerrübenverarbeitung in den Werken wird trotz der angespannten Situation an den Energiemärkten wie gewohnt stattfinden, das berichtet der Zuckerrübenanbauerverband Schleswig-Holstein in seinem jüngsten Mitgliederrundschreiben. Nordzucker hat beispielsweise im Werk Uelzen von Gas auf andere Energieträger umgestellt, um so die Rübenverarbeitung zu gewährleisten. Die Zucker­rübenauszahlungspreise wurden der freundlichen Marktlage angepasst.

Als Erstes startete die Zuckerrübenfabrik Schladen und hat die Saison am 1. September mit der Annahme von Ökorüben eröffnet. Am 10. September beginnt die Anfuhr in Uelzen und Clauen, gefolgt von Klein Wanzleben am 12. September und Nordstemmen am 13. September. Durch die positive Entwicklung der Zuckerpreise werden auch die Auszahlungspreise für Zuckerrüben deutlich steigen. Dies gilt sowohl für Verträge mit variablen Preismodellen als auch für den Fixpreis inklusive aller Zuschläge für Zuckergehalt.

Als Rübenvergütung und Früh- beziehungsweise Spätliefer­ausgleich werden für Varioverträge aktuell etwa 45 €/t erwartet. Auch der Festpreisvertrag soll von den höheren Markterlösen profitieren und werde nachverhandelt, heißt es in dem Rundschreiben. Eine konkrete Aussage sei aber erst möglich, wenn alle Rüben verarbeitet seien.

Aufgrund des erhöhten Rübenpreisniveaus werden auch der Früh- und Spätlieferausgleich um rund 35 % auf durchschnittlich 1,76 €/t Rüben angepasst.

Nordzucker und der Dachverband Norddeutscher Zuckerrübenanbauer (DNZ) haben sich auf den Mindestpreis für Überrüben der Kampagne 2022 verständigt. Er beträgt alles inklusive rund 31,50 €/t. Allerdings sind hiervon noch die individuellen Frachtkosten zum Bezugspunkt abzuziehen. Mit diesem Preisniveau werden Überrüben in der Kampagne 2022 ähnlich wie Vertragsrüben vergütet. Auch dieser Preis soll nach der Kampagne noch einmal für eine Anpassung nach oben überprüft werden. Je nach weiterem Witterungsverlauf und Ertragszuwächsen würden einzelbetrieblich Überrüben erwartet, so der Zuckerrübenanbauverband Schleswig-Holstein.

Gemäß Liefervertrag besteht keine Lieferverpflichtung für Überrüben an Nordzucker. Eine Verwertung an andere Abnehmer wie Biogasanlagen oder Rindviehbetriebe ist uneingeschränkt zulässig. Die durchschnittliche Bezugspunktentfernung für das Verbandsgebiet liegt bei 47 km. Bei dieser Bezugspunktentfernung liegt der Überrübenpreis bei einem fünfjährigen Durchschnittszuckergehalt im Verbandsgebiet Schleswig-Holstein von 17,5 % unter 25 €/t. bb


WVZ rechnet mit enttäuschender Ernte

Zuckerwirtschaft sieht bundesweite Rübenanlieferung 2022/23 unter Vorjahresmenge

Die diesjährige Zuckerrübenernte in Deutschland dürfte dürrebedingt deutlich kleiner ausfallen als 2021. Davon geht die Wirtschaftliche Vereinigung Zucker (WVZ) aus. Nach einer ersten eigenen Schätzung vom 15. August rechnet die WVZ für die anstehende Kampagne mit einer Zuckerrübenanlieferung von 25,44 Mio. t; das wären 3,84 Mio. t oder 13,1 % weniger als die Vorjahresmenge. Der Mittelwert der vergangenen drei Jahre würde um 6,9 % verfehlt. Ausschlaggebend für diese negative Entwicklung ist laut WVZ die Verringerung des Rübenertrages um 14,4 % auf voraussichtlich
70,5 t/ha. Der Dreijahresdurchschnitt beläuft sich auf 76 t/ha. Optimistischer als die WVZ zeigten sich Fachleute vom Monitoring Agricultural ResourceS (Mars) der Brüsseler Kommission, die den Rübenertrag für Deutschland am 22. August auf voraussichtlich 74,6 t/ha veranschlagt hatten.

Der WVZ zufolge wurde das Zuckerrübenareal 2022/23 in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um 1,5 % auf 360.643 ha vergrößert. Den Zuckergehalt der Rüben sehen die Experten bei 18,1 %; gegenüber dem Vorjahr wären das immerhin 0,5 Prozentpunkte mehr. Dennoch erwarten die Experten unter dem Strich für 2022/23 nur eine Zuckererzeugung von 4,073 Mio. t; damit würde die Vorjahresmenge um 222.000 t oder 5,2 % verfehlt. Die Kampagne dürfte in den nächsten Wochen starten. „Wir rechnen mit enttäuschenden Ernteergebnissen“, resümierte WVZ-Hauptgeschäftsführer Günter Tissen. Außerdem sei die Zuckerbranche vom Gasmangel betroffen. Ohne eine zuverlässige Energieversorgung könnten die Kunden nur schwer mit regionalem und nachhaltigem Rübenzucker beliefert werden. Zudem seien Zuckerrüben nicht lange lagerfähig, so Tissen. Deshalb müsse in der kurzen und energieintensiven Kampagne zuverlässig ausreichend Energie für die Ernte, den Transport und die Verarbeitung verfügbar sein. „Die Zuckerwirtschaft arbeitet hierfür fieberhaft an standortangepassten Lösungen. Diese bedeuten erhebliche Mehrkosten für die Unternehmen“, betonte der WVZ-Hauptgeschäftsführer. age

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