Im Projekt der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP) „Unsere MoorZukunft Oldenburger Graben (UMZOG)“ arbeiten seit August 2024 landwirtschaftliche Betriebe, Verbände und weitere regionale Akteure gemeinsam mit dem Fachbereich Agrarwirtschaft der Hochschule für Angewandte Wissenschaften (HAW) Kiel und dem Lead-Partner FuE-Zentrum FH Kiel GmbH daran, Perspektiven für die Zukunft der Niederung des Oldenburger Grabens zu entwickeln. Ziel ist, ein Konzept zu erarbeiten, das Klima- und Naturschutz wie auch die landwirtschaftliche Wertschöpfung berücksichtigt.
Ein zentraler Baustein der ersten Projektphase war die agrarstrukturelle Analyse der Niederung. In 54 Interviews mit Betriebsleitenden wurden die aktuellen Strukturen, Planungen und Herausforderungen der Betriebe erhoben. Die Ergebnisse zeigen eine Bandbreite an Ausgangssituationen und Zukunftsperspektiven, aber ebenso klare Anforderungen an praktikable Lösungen. Besonders deutlich wurde, dass langfristig tragfähige Konzepte nur gemeinsam mit der Landwirtschaft entwickelt werden können.
Nutzungsoptionen im Fokus
Parallel wird im Projekt intensiv an möglichen Nutzungs- und Entwicklungsoptionen gearbeitet. Im Fokus steht ein zonierter Ansatz: Neben weiter intensiv landwirtschaftlich bewirtschafteten Flächen werden extensivere Nutzungsformen sowie nasse Bereiche mit angepasster Bewirtschaftung wie extensiver Beweidung oder Paludikulturen betrachtet. Entscheidend ist dabei eine moderne, angepasste Wassersteuerung und -führung, die flexibel auf vielfältige Anforderungen reagieren kann.
Nächste Projektphase
Wesentlicher Bestandteil waren bislang die enge Zusammenarbeit in der operationellen Gruppe sowie der kontinuierliche Austausch mit regionalen Akteuren. Im Sinne des Bottom-up-Ansatzes werden die Konzepte gemeinsam mit den beteiligten Akteuren vor Ort erarbeitet. In Workshops und Gesprächen wurden dafür gezielt Bewirtschafter aus der Niederung sowie junge Landwirte eingebunden, um unterschiedliche betriebliche Perspektiven frühzeitig zu berücksichtigen. Dabei waren insbesondere praktische Fragestellungen zur künftigen Bewirtschaftung und zur Umsetzbarkeit wichtig. So konnten verschiedene Sichtweisen zusammengeführt und gemeinsame Ansätze entwickelt werden. In der zweiten Projektphase sollen die Ansätze weiter konkretisiert, wirtschaftlich bewertet und schrittweise umgesetzt werden. Ziel ist die Entwicklung tragfähiger Konzepte, die sowohl praktikabel als auch wirtschaftlich attraktiv für die Betriebe sind. Dazu gehört insbesondere die Entwicklung geeigneter Organisationsstrukturen.
Das EIP-Projekt „UMZOG“ zeigt, dass kooperative Ansätze eine zentrale Voraussetzung sind, um die Transformation von Niederungsstandorten praxisnah und langfristig tragfähig zu gestalten. Es wird im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft Schleswig-Holstein durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (Eler) gefördert.




